Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Welt ist ein Röntgenbild von dir

Die Arbeit in der Gruppe findet auf zwei Ebenen statt: 1) die Wichtigkeit der Gruppe, der Freunde bzw. die Wichtigkeit des Schöpfers (was ein und dasselbe ist) und 2) die eigene Nichtigkeit im Vergleich zu der Gruppe und dem Schöpfer.

Wenn ich mich auf diese Weise ausrichte, bekomme ich das richtige Verlangen, mit dem ich mich annullieren und in die Gruppe einordnen kann.

Und in dem Augenblick, in dem ich mich dort wie ein einziger Punkt einordne, beginne ich mich wie ein spiritueller Embryo zu fühlen, der in das Licht, welches die Gruppe erfüllt, eingetaucht ist.

Die Gesichter der Freunde, die wir um uns herum sehen, sind nicht die „Gruppe“. Die Gruppe ist das allgemeine Verlangen der Seelen, die miteinander verbunden sind und mir als ein Ort, an dem ich den Schöpfer treffe, gegeben wurden.

Und in Bezug auf diesen „Ort“ muss ich arbeiten, denn ich bin ein Verlangen/Gefäß und dieser Ort ist ebenfalls ein Verlangen/Gefäß, und mit diesem Gefäß arbeite ich, um mich ihm anzuschließen, mich daran anzuheften, mich auszudehnen. Ich kann damit arbeiten, denn wir haben die gleiche Natur!

Mit dem Schöpfer kann ich aber nicht arbeiten, denn Er ist das Licht. Das ist jene Eigenschaft, die ich innerhalb unseres gemeinsamen Gefäßes („Ortes“) in dem Maße enthülle, in dem ich mich da einbringe und mich daran beteilige.

Im Moment kommt mir dieser Ort wie mit einzelnen Teilen/Seelen gefüllt vor. Doch wenn ich den wahren inneren Zustand erkennen würde, würde ich sie alle als besondere Seelen und spirituelle Parzufim sehen, die durch ein gemeinsames verbindendes Netz – ein gemeinsames Verlangen – vereint sind.

Ich muss meine Haltung ihnen gegenüber ändern (das heißt, es ist meine Korrektur!), um sie vereint zu sehen. Die Gruppe ist Malchut der Welt der Unendlichkeit. Es gibt keinen einzelnen Menschen auf der Welt, der nicht mit den anderen verbunden wäre und sich nicht am Ende der Korrektur befinden würde.

Im Moment sehe ich jedoch nur wegen meiner verdorbenen Sichtweise eine andere Welt, wie geschrieben steht: „Jeder urteilt nach seinen eigenen Mängeln“.

Wenn ich von ihnen eine größere Begeisterung und Energie zum Vorankommen verlange, richte ich mich an mein eigenes Spiegelbild!

Der Schöpfer hat die ganze Welt, die wir vor uns sehen, auf diese Weise erschaffen – das ist eine Kopie von mir, mit der ich arbeite. In dem Maße, in dem ich von der Gruppe verlange, zu arbeiten und uns zu verbinden, wirkt sie ihrerseits genauso auf mich ein.

Im Grunde genommen arbeite ich mit mir selbst, als ob ich vor dem Spiegel stehen und mir selbst Grimassen schneiden würde!

Zu diesem Zweck hat der Schöpfer meine Wahrnehmung der Welt aufgeteilt: in mich und alles, was sich außerhalb von mir befindet, damit ich eine Möglichkeit habe, zu arbeiten und eine innere Empfindung zu erlangen.

Ansonsten könnte ich Ihn niemals wahrnehmen – ich würde noch nicht einmal verstehen, dass es außer mir noch jemand anders geben könnte…

Aus dem Unterricht nach „Beit Shaar haKavanot“ vom 21.11.2010

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