Die Kraft kabbalistischer Texte
Drei Fragen, die ich in Bezug auf kabbalistische Texte erhielt:
Frage: Wenn die Kabbala den Menschen über seinen tierische und psychologische Ebene erhebt, wodurch sind die kabbalistischen Texte dann emotional?
Meine Antwort: Aufgrund des Höheren Lichts, das sie erwecken, wenn sie von der Höheren Welt sprechen.
Frage: Kann ein Mensch den Machsom ohne die Strukturen der spirituellen Welten zu kennen und den Talmud Esser HaSfirot zu verstehen überqueren, also nur indem er das Umgebende Licht erweckt?
Meine Antwort: Der Mensch muss den Talmud Esser HaSfirot nicht verstandesmäßig verstehen, um den Machsom zu überqueren, muss aber danach streben, herauszufinden, dass er gelenkt wird und wo seine Wurzel liegt. Mehr dazu in Punkt 155 der „Einführung zum Talmud Esser HaSfirot”.
Fragen: Welche Bücher sollte ein Ehepaar miteinander lesen und welche getrennt?
Meine Antwort: Sie sollten all das kabbalistische Material lesen, welches sie lesen wollen. Am besten ist es, bis zu einer halben Stunde täglich gemeinsam zu lesen und noch besser, dies jeden Tag zu tun.
Verwandtes Material:Blog-post: Welche Bücher sollte man zum Lernen der Kabbala lesen?
Blog-post: Wie man das Buch Sohar liest Artikel: Kabbalistische Texte enthalten eine einzigartige Qualität, die eine erfolgreiche Partnerschaft garantiert
Diesen Beitrag drucken
Als Email verschicken






RSS Feed abonnieren
Per Mail abbonieren
Lieber Rav Laitman,
ihr Blogbeitrag berührt mich sehr. Ist doch genau dieses Verlangen in den letzten Wochen intensiv in mir erwacht, so dass es schon schmerzt, es nicht erfüllen zu können. Sie weisen in ihrem Post darauf hin, wie wichtig das gemeinsame tägliche Lesen kabbalistischer Texte von Mann und Frau sei. Wie kann ich dieses Verlangen erfüllen, wenn ich keinen Partner habe und auch keinen Weg in diese Richtung sehe, da dies für mich aus gesundheitlichen Gründen schon nicht vorstellbar ist, ich durch einen Unfall körperlich erheblich eingeschränkt bin. Außer meinem spirituellen Verlangen habe ich nichts zu „bieten“, muss die meiste Zeit ohne jegliche physische Umwelteinflüsse verbringen. Bisher war ich damit zufrieden, aber nun ist dieses Verlangen da und ich fragte mich, ob ich die Männer der Gruppe bitten darf, mir etwas vorzulesen? Gleichzeitig habe ich Angst, dadurch in die Bereiche der anderen Frauen/Ehefrauen einzudringen, was ich auf keinen Fall möchte. Ihr Beitrag verstärkt diese Befürchtung, da Sie sich hier und in dem verlinkten Artikel auf Ehepartner beziehen. Sie sagen auch stets, eine Frau müsse nicht verheiratet sein und könne ihr Verlangen der gesamten Männergruppe zur Verfügung stellen und durch eben diese das Licht anziehen. Bisher war das für mich passend, aber nun fühle ich, dass mir gerade dieser Austausch fehlt. Was kann ich tun? Darf bzw. muss ich etwas im Außen tun? Außerdem schreiben sie, dass die einzige Person, der man all seine Gefühle offenbaren kann (möglich ist), der Partner sei. Das würde heißen, dass eine alleinstehende Frau ihre Gefühle nie enthüllen kann. Ist dies nicht entgegengesetzt der Natur? Oder ist es tatsächlich so, dass eine Frau nur ein Verlangen zur Offenbarung ihrer Gefühle hat, wenn sie einen Partner hat? Das würde heißen, wenn dieses Verlangen, sich über meine inneren Gefühle austauschen zu wollen, in mir auftaucht, ich in Wirklichkeit nach einem (spirituellen) Partner verlange und ich nicht anfangen darf, stattdessen unter Frauen darüber zu reden? Gibt es denn nicht auch Dinge, die besser Frauen untereinander besprechen, auch in Bezug auf die innere Arbeit? Oder dürfen wir Frauen uns auch nicht über unsere Empfindungen austauschen? Können wir uns nicht auch dadurch helfen und unseren Chissaron verstärken bzw. besser lernen, ihn den Männern zur Verfügung zu stellen? Wie sollen wir gemeinsam lernen, unsere Rolle vollständig zu erfassen und zu leben, ohne gemeinsam über die Quelltexte zu reden, wozu wir wiederum unsere Empfindungen und Eindrücke beim Lesen austauschen müssten? Sollen wir Frauen uns nur für die Verbreitungsarbeit verbinden? Derzeit spüren jedoch einige von uns trotz oder vielmehr gerade durch die viele Verbreitungsarbeit ein Verlangen uns zu besprechen und auszutauschen, gemeinsam in den Quellen zu forschen und nach geeigneten Antwortstellen zu suchen, um wieder neue Fragen bilden zu können und auch an Sie zu schicken. Schon allein sprachliche Hürden zwingen uns eigentlich, uns mit Frauen zusammenzutun, die aus den Quellen übersetzen könnten, da es noch nicht so viele deutsche Quelltext-Übersetzungen speziell dieser Textstellen für uns Frauen/Partnerschaft gibt – uns ist bewusst, dass wir damit vorsichtig und mit großer Achtung einander gegenüber umgehen müssen, aber fühlen uns stark genug dazu, uns an diese Arbeit heranzutasten. Ohne ein Offenbaren der Dinge, die uns (wie sich zeigt, sind es eh die gleichen Bereiche oder sollte ich sagen: Richtung?) beschäftigen, scheint dies schwierig. Oder können wir unsere Rolle im Grunde tatsächlich nur an der Seite eines Partners verstehen und vervollständigen? Wo wir dann unweigerlich zur Polygamie des Mannes kommen müssten, da es verhältnismäßig gesehen ansonsten gar nicht möglich wäre, dass alle ein geschlechtliches Gegenüber finden. Gibt es eine Zusammenstellung aller entsprechenden Quelltexte, so dass wir uns auch gezielt um entsprechende Übersetzungen kümmern können? Entschuldigen Sie die vielen Fragen. Aber ich kann all das leider nicht in eins, zwei Sätzen verpacken.
In Liebe,
Maureen Schön
Lieber Rav, ich schließe mich voll Maureens Fragen an! Auch für mich und (vermutlich für viele Frauen) ist Ihre Antwort auf dieses komplexe Thema äußerst interessant und sehr wichtig!
Ich danke Ihnen bereits im Voraus.
Elisa