Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Bürgschaft ist eine Bedingung für die spirituelle Geburt

Dank der gegenseitigen Bürgschaft erreicht der Mensch einen solchen Zustand, in dem er spürt, dass alle ihn unterstützen, um ihn mit dem Nötigsten zu versorgen. Und dann wird er in der Lage sein, an die anderen zu denken – nur unter dieser Bedingung wird er sich über seinen Egoismus erheben können.

Es gibt keine anderen Kräfte. Das Ego ist die einzige Kraft, die über uns herrscht, und nur die Gruppe ist dazu in der Lage, sie zu neutralisieren.

Wenn die Gruppe meinen Egoismus nicht annulliert, werde ich es selbst nie können. Ich werde für immer in ihm begraben sein und nicht auf die Welt kommen können, nicht aus ihm rauskommen können. Die Bürgschaft ist für mich ein Gesetz des Lebens, eine Bedingung für meine spirituelle Geburt.

Solange ich von der Gruppe kein Gefühl des völligen Versorgtseins, der Sicherheit, der Geborgenheit bekommen habe, werde ich mich nicht über mich selbst erheben können. Im Grunde genommen bedeutet genau das die Bürgschaft, die in mir ein solches Gefühl entstehen lässt – das hängt nicht mehr von mir ab. Wenn die Freunde mich mit ihrer Bürgschaft beeinflussen, spüre ich, dass ich ganz damit aufhöre, an mich selbst zu denken. Auf diese Weise funktioniert das.

Man könnte es mit einem Kleinkind vergleichen, das sich in den Armen seiner Mutter geborgen fühlt und keine Sorgen hat. Es glaubt instinktiv daran, dass es mit allem Nötigen versorgt wird. Genau so muss ich mich fühlen – wie ein Kind in den Armen der Gruppe, das alle Sorgen, alle Gedanken, alle Befürchtungen, alle Fragen vergisst.

Mir bleibt kein einziger Faden, der in meine eigene Richtung führt, als würde ich in der Luft schweben. Von diesem Moment an bin ich in der Lage, an die anderen zu denken.

Die Rede ist von den unverbrüchlichen Gesetzen, von den Kräften, die auf uns einwirken. Das sind keine Phantasien oder wage Vermutungen von mir. Wenn die Kraft der Bürgschaft auf mich einwirkt, werde ich unbedingt von mir selbst abschalten können. Und das hängt nicht davon ab, ob ich das möchte oder nicht. Wenn die Freunde mit so einer Kraft auf mich einwirken, befreie ich mich von der Macht meines Egos. Von diesem Moment an bin ich in der Lage, an den Nächsten zu denken.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 24.09.2012

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