Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Besonderheit der integralen Realität

Frage: In der Verhaltenspsychologie gibt es den Begriff „das Dreieck des gegenseitigen Verständnisses“.

Die Kommunikation und die Sympathie stellen zwei Ecken eines Dreiecks dar und seine dritte Ecke ist die allgemeine Realität. Bei der integralen Erziehung vollzieht sich die Kommunikation im Kreis. Aus der Sicht der Verhaltenspsychologie wird gefolgert , dass durch das Anwachsen des gegenseitigen Verständnisses die Sympathie steigt. Nun stellt sich die Frage nach der allgemeinen Realität. Ist die allgemeine Realität zugleich die Integrität?

Meine Antwort: Wir sollen darin existieren. Nicht in uns, sondern außerhalb von uns, in dieser allgemeinen Realität, die wir schaffen, weil genau sie die objektive Realität ist. Alles, was in mir existiert, ist subjektiv und ist vollkommen erlogen. Die Lüge ist, dass ich mich selbst korrigieren kann. Es ist eine absolut unrealistische, von mir erfundene Welt.

Manchmal spreche ich mit jemandem und staune darüber, wie verschieden wir die Welt wahrnehmen. Ich spreche einen Aspekt an, aber er sieht ein völlig anderes Bild und spricht über etwas ganz anderes. Und er ist absolut ehrlich, genauso wie ich, weil sich jeder von uns auf sein eigenes Empfinden stützt.

Deshalb ist es erforderlich, höher hinauf, zum gemeinsamen Verlangen, zum gemeinsamen Verstand, zu einem gemeinsamen Herzen hinaufzusteigen und zu dieser allgemeinen Form des Menschen, welche die Gesamtheit aller Menschen, die Welt zu betrachten, darstellt. Dann werden wir sie völlig anders sehen: nicht individuell, nicht durch die Brille unserer verzerrten, ursprünglichen inneren Eigenschaften.

Wenn sich immer mehr Menschen an ein gemeinsames System „Mensch“ anschließen, ist es natürlich, dass wir ein völlig anderes Bild von der Welt, vom Planeten und von uns sehen werden. Und dieses Bild wird sich sehr stark von dem unterscheiden, was wir heute sehen.

Denn das Weltbild hängt von der subjektiven Wahrnehmung ab, das ist den Psychologen gut bekannt.

Wir brauchen nur zu zeigen, wie man tatsächlich beginnt, eine veränderte Welt zu beobachten, wenn man seine eigenen Verlangen und Eigenschaften nimmt, und sie den anderen, den Eigenschaften des kollektiven Bildes des Menschen, gegenüber stellt.

Hier erhebst du dich über dich selbst und entfernst dich vom Körper, von deinen eigenen Eigenschaften, du siehst sie als etwas Unwichtiges an. Es ist durchaus möglich, dass dein Körper als etwas Fremdes wahrgenommen wird, wie ein Tier, das neben dir existiert. Wenn du dich in diese allgemeine Form des Menschen einkleidest, dann betrachtest du deinen Körper als auf der tierischen Ebene existierend. Und das kollektive Bild des Menschen gehört schon zur Stufe des Menschen.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung. 12.12.2011

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