Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

„Deine Wahrheit in der Nacht zu verkünden“

Frage: Ich studiere eine zeitlang in Kabbala Campus, und befinde mich jetzt in einem solchen Zustand, wo ich nichts verstehe und nichts fühle….

Meine Antwort: Je mehr der Mensch lernt, desto eher geht er in den Zustand ein, wo er nichts fühlt und nichts versteht. Und später lässt er diese Schranke hinter sich.

Es handelt sich dabei um eine sehr interessante Empfindung. Es ist geschrieben, dass Rabbi Shimon hat sich einst als einfacher Händler – als Shimon vom Markt gefühlt. Das heißt, sein ganzes Wissen, alle Empfindungen, alle Eindrücke, die mit der Wissenschaft der Kabbala verbunden waren, waren verschwunden.

Aber entsprechend der empfundenen Dunkelheit – hat er auch die Stufe gefühlt, die er erkennen sollte. Wenn der Mensch sich spirituell entwickelt, dann ist der Bruch zwischen dem, was er während des Aufstiegs erreicht hat, und dem, wohin er „fällt“, indem er alles verliert, riesig.

Wenn dich also die Dunkelheit umringt, dann wird dir nur die Tatsache helfen, dass du sie gründlich studierst und verstehst, worin genau sie gezeigt wird.

Was geschieht gerade, welche Gefühle ruft sie in dir hervor, bist du verwirrt, wo ist für dich die absolute Finsternis, bist du verzweifelt, hast du keine seelischen Kräfte mehr, und wo gibt es sie noch ein wenig – solche Klärungen sollen wir im Zustand der Finsternis machen. Das heißt „Arbeit in der Nacht“ – eine Periode, die von den Weisen der Kabbala sehr beachtet wird: „Am Morgen zu verkünden deine Gnade, und deine Wahrheit in den Nächten“ (Ps. 92:3).

Mit anderen Wörtern, beginnt der Mensch innerhalb der Dunkelheit zu unterscheiden, was offenbart werden soll, weil die Dunkelheit eine Rückseite des Lichtes ist. Und wenn du nicht einfach sitzt und dich selbst auffrisst, sondern analysierst sie richtig, dann tritt „der Morgen“ ein, und das Licht beleuchtet alles.

So soll der Mensch innerhalb der Dunkelheit das Licht erkennen und prüfen, was genau er aus dieser Dunkelheit erkennen soll. Und schon aus der Dunkelheit soll der Mensch erkennen, dass er sich an dieses Ziel annähert.

Es ist eine sehr angenehme Arbeit – sich in der Dunkelheit zu befinden! Dieser Zustand ist einzigartig. Auf diese Weise wird uns gezeigt, inwiefern wir selbst zu nichts fähig sind, etwas zu machen. Der Mensch erkennt schließlich seine wahrhafte Natur, versteht, dass er ohne Hilfe von oben nichts wert ist.

Wenn dir das Höhere Licht leuchtet, dann richtest du dich auf, wie eine Blume, die sich zur Sonne erstreckt. Und wenn es kein Licht gibt – dann fällst du sofort runter.

Auszug aus der Vorlesung in Nord Tel Aviv, 19.12.2010

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