Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Das Nutzen von gegenseitigen Durchdringen

Baal HaSulam, Schamati, Artikel 33, „Bezüglich der Lose von Jom Kippur und bei Haman “ (in einer Abkürzung)

Es steht geschrieben: „Wenn er würdig wurde, wurde er zu einem Gerechten – und bekommt seinen Teil und den Teil vom anderen im Paradies. Wenn er ein Vergehen begangen hat, wurde er zu einem Sünder – und bekommt seinen Teil und den Teil vom anderen in der Hölle“ (Talmud, Hagiga, 15:1)

Diese Aussage spricht davon, dass der Mensch in sich das Schlechte von der ganzen Welt aufnimmt. Deshalb wurde diese Welt mit so vielen Menschen geschaffen und jeder darin hat seine Gedanken und Ansichten. Und alle befinden sich in einer Welt zusammen, eigens dafür, dass jeder alle Gedanken des anderen übernimmt.

Dank dieser Tatsache, wenn der Mensch zur höheren Welt strebt, wird ihm diese gegenseitige Durchdringen [von allen Menschen] nützlich sein. Denn, wenn der Mensch zum Schöpfer zurückkehren möchte, muss er nicht nur sich selbst sondern die ganze Welt auf der Waagen zur Seite des Verdienstes (des Freispruchs) neigen, denn er selbst hat die egoistischen Gedanken und Ansichten der ganzen Welt übernommen.

Darin liegt der Sinn der Worte „Wenn er ein Vergehen begangen hat, wurde er zu einem Sünder – und bekommt seinen Teil und den Teil vom anderen in der Hölle“. In anderen Worten, als er noch ein Sünder war, hatte er auch seinen Anteil von [egoistischen] Gedanken gehabt. Außerdem, in der Hölle schließt er in sich den egoistischen Teil von den anderen Menschen mit ein, d.h. er übernimmt die egoistische Ansichten aller Menschen in der Welt.

Deshalb, wenn er zu einem Gerechten wurde, der „gewürdigt wurde“, also wenn er zum Schöpfer zurückkehrte, indem er sich und die ganze Welt auf der Waagen zur Seite des Verdienstes (des Freispruchs) neigte, dann bekommt er seinen Teil und den Teil der anderen im Paradies.

Er wurde also verpflichtet, das höhere Licht auch für Korrektur der egoistischen Gedanken aller Menschen in der Welt anzuziehen, denn er hat diese übernommen und muss sie auch auf der Waagen zur Seite des Verdienstes (des Freispruchs) neigen. Und das wird, wie gesagt, gerade durch das Anziehen des höheren Lichtes auf die Urteile ) von allen gemacht.

Und obwohl die anderen Menschen selbst dieses Licht, das er für sie angezogen hat, nicht empfangen können, weil sie keine vorbereitete Kelim dafür haben, zieht er das Licht auch für sie mit an.

…Deshalb brauchen wir so eine große Welt mit so vielen Menschen, damit sich jeder in die anderen einschließen kann. Daraus folgt, dass jeder einzelner Mensch mit Gedanken und Wünschen die ganzer Welt „durchdrungen“ wird. Deshalb heißt der Mensch eine „kleine Welt“.



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