Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Herr, welcher für den Dienst nicht zahlt

Die Wissenschaft der Kabbala ist kein Lehrbuch des Egoisten, kein Börsenführer der neuen Realität, keine Bedienungsanleitung für ein neues Betriebssystem, um dieses für eigene Interessen zu nutzen.

Wenn ich die Kabbala studiere, dann begreife ich, dass ich mich selbst verändern soll und dass ich keine andere Wahl habe. Wir sollen uns in die Übereinstimmung mit dem neuen System bringen, welches wir bewusst und ohne Vorabreden betreten sollen, alles Alte hinter uns lassend und den Rubikon überschreitend, hinter dem sich die neue Welt befindet.

Das ist der Grund warum die kabbalistische Methode von den Menschen enthüllt und entwickelt wurde, welche direkt zum Schöpfer (Jaschar Kel) streben und „Israel” genannt werden. So hat sie sich ihnen enthüllt, so geben sie diese Weisheit an die Welt weiter, und jeder in der Welt soll es wissen.

Und dies bedeutet, dass uns eine einfache Bürgschaft, eine normale gegenseitige Verantwortung nicht helfen wird. Unsere Rufe nach Vereinigung stellen die ersten Meilensteine auf dem Weg zu einer echten Bürgschaft dar. Und je weiter wir voran kommen werden, umso klarer werden wir sehen, dass wir eine innere Korrektur in Übereinstimmung mit dem neuen System benötigen. Wir korrigieren nicht die Natur und nicht die Welt - wir korrigieren uns.

Die kabbalistische Methode widerspricht allem, was es früher gab. Bis vor kurzem hat die Natur uns von innen gesteuert: Wir haben immer unser wachsendes egoistisches Verlangen realisiert. Dieser Herr (die Natur) verfügte über die absolute Macht über uns, und wir haben seine Befehle ausgeführt. Er war so mächtig, dass er das ganze Sichtfeld einnahm, uns die Augen bedeckt hat, und wir haben ständig nach seinem Denken gelebt, ohne jegliche Unterscheidung zwischen ihm und uns zu machen.

Nun jedoch wird in uns eine neue Einstellung gegenüber der egoistischen Natur geboren. Wir stellen fest, dass diese uns durch ihre Macht zerstört, dass sie ein schlechter Herr ist. Denn im Dienst für ihn bleiben wir ohne jegliche Vergütung. Die Macht des Egoismus stellt sich als Übel heraus und führt zur inneren Leere. Und auf der anderen Seite, offenbart sich eine andere Macht, das Verlangen zu geben…

Vieles sollen wir noch für uns selbst klar stellen und anschließend der Welt übergeben. In unseren Worten, die an die Menschen gerichtet sind, verbirgt sich das Licht, das zur Quelle zurückführt. Und es ist unwichtig, wie viel sie verstehen, das Licht, im System unserer gegenseitigen Verbindung, wirkt bereits.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung “Die Nation”, 22.09.2011

Eine unerwartete Zugabe

Kongress in Achsiv (Israel), Lektion 1

Wir sind in einer besonderen Übergangszeit, in einem besonderen Kreislauf angekommen. Baal haSulam schreibt, dass er froh ist, in einer Zeit zu leben, in der die Wissenschaft der Kabbala, die Methode der gegenseitigen Bürgschaft, den Menschen enthüllt werden darf.

Wir werden uns verbinden und der ganzen Welt zeigen müssen, wie es gemacht wird und wie wir dadurch zu einer neuen Stufe des Daseins aufsteigen, indem wir zum „Licht für die Völker” werden. Dann werden sie den Grund für ihre Ansprüche und ihren Hass uns gegenüber verstehen. Denn diese Methode existierte in unserer Mitte jahrtausendelang, und die Kabbalisten haben angeordnet, sie bis zum Ende des 20. Jahrhunderts zu verbergen.

Jahrtausendelang versammelten sich die Kabbalisten in Gruppen und studierten die Wissenschaft der Kabbala. Nun werden sich aber breite Massen des jüdischen Volkes und die Menschen aus der ganzen Welt uns anschließen. Sie wollen die Kabbala nicht studieren und brauchen sie nicht, sie müssen nur wissen, wie die gegenseitige Verbindung in einer globalen Welt, in der alle miteinander verschmolzen und voneinander abhängig sind und in der es ohne eine korrekte Verbindung nicht mehr geht, richtig aufgebaut werden soll.

Wir pflegen Kontakte zu Wissenschaftlern und Experten aus verschiedenen Ländern, die auf der Grundlage von praktischen Werten bereits verstehen, dass eine richtige Methode der gegenseitigen Verbindung gefunden werden muss. In unserer Welt kann sie jedoch nicht gefunden werden, unsere Natur ist nicht dafür bestimmt. Aus diesem Grund geben die Kabbalisten diese Methode an uns weiter, die in Bezug auf das Volk und die Welt als „gegenseitige Bürgschaft” bezeichnet wird.

Wir brauchen keine hohen Materien, keine spirituellen Welten - wir müssen uns nur richtig verbinden, um das Leben in der gesamten Welt in Ordnung zu bringen. Und dann, neben dem guten materiellen Leben, werden wir plötzlich einen wunderbaren „Zusatz” entdecken - das Gefühl der Ewigkeit, der Vollkommenheit, die in der Natur enthalten ist.

Wenn wir aus der Kraft des Empfangens, in deren Rahmen wir bis jetzt agiert haben, der Kraft des Gebens und der gegenseitigen Verbindung entgegentreten, werden wir die Natur außerhalb von uns wahrnehmen und das Leben in der menschlichen Dimension, in der Übereinstimmung mit der vollkommenen Natur führen. Und dann werden wir das finden, wovon wir noch nicht einmal zu träumen gewagt haben, - die ewige, vollkommene Welt.

In diesem Fall, selbst wenn wir uns von unserem Körper trennen, werden wir die Wahrnehmung, die Empfindung behalten, die wir durch die gegenseitige Bürgschaft und die Verbindung zwischen uns erlangt haben. Wir werden nicht mehr in den Empfindungen des physischen Körpers, sondern in der neuerworbenen Empfindung der Seele existieren und zum nächsten Lebensabschnitt übergehen.

Die Rede ist also nicht von der Krise, sondern von dem besonderen Moment eines wunderbaren Aufstiegs. Genauso muss unsere Zeit auch verstanden werden - als besonders, vielversprechend, einfach wunderbar. Es muss nur die Arbeit mit der doppelten Funktion durchgeführt werden: wenn jemand von der Wissenschaft der Kabbala angezogen wird, muss er an sich selbst arbeiten, wenn er aber lediglich das Leben verbessern möchte, reicht es für ihn, sich der gegenseitigen Bürgschaft zuzuwenden.

Das ist der Grund, warum wir uns heute auf Geheiß der Zeit an das Volk und die ganze Welt mit der Erklärung wenden, was die gegenseitige Bürgschaft bedeutet, die die globale Krise, die sich jeden Tag immer klarer der Welt offenbart, von uns fordert.

Aus der ersten Lektion des Kongresses in Achsiv, 01.09.2011

Der Weg zur Post-Apokalypse

UN-Bericht: Der Progress hat das materielle Wohlergehen der Bevölkerung verbessert, jedoch auch zur Umweltzerstörung geführt. Bis heute wurde die Hälfte der Waldfläche der Erde zerstört, das Grundwasser ist erschöpft und verschmutzt, es verschwinden verschiedene Arten von Pflanzen und Tieren, und im Vergleich zu 1970 steigt durch die globale Erwärmung die Anzahl an Naturkatastrophen auf das Fünffache.

Es ist nicht möglich, den Lebensstandard von Milliarden von Menschen in Entwicklungsländern durch den wirtschaftlichen Fortschritt zu erheben, weil es zu einer vollständigen Erschöpfung der natürlichen Ressourcen führen würde; die Erde kann nicht weiter die Menschheit versorgen - und das Ziel wird trotzdem nicht erreicht! Die Menschheit muss neue Wege der Entwicklung finden, die eine ökologische Katastrophe verhindern werden.

Der Übergang zu einem neuen Entwicklungsmodell würde eine radikale Veränderung im Konsumverhalten, im Transportsystem, in der Wohnungs- und Bau-Infrastruktur, im Wasser- und Abwassersystem erfordern.

Kommentar: Der Übergang zum sparenden Wirtschaftssystem eines vernünftigen Konsums ist ohne Korrektur der menschlichen Natur unmöglich. Aber eine Hilfe zu leisten bei der Entwicklung der egoistischen in die altruistische Natur des Menschen lehnen die Regierungen bzw. Systeme ab, denn sonst werden sie ihre Macht über das Volk verlieren.

Deshalb ist es die Hauptaufgabe der Behörden und Banken, die Menschen um jeden Preis vom Nachdenken über die Krise abzulenken, auch auf Kosten steigender Staatsverschuldung wie in den USA. Und alle Regierungen sind damit einverstanden.

Wenn Probleme nicht eines nach dem andern gelöst werden

Frage: Wenn jemand damit beginnt, uns zuzuhören, fragt er normalerweise: Was soll ich tun?

Meine Antwort: Man muss immer mehr Informationen darüber erhalten, dass das Wohl der Welt vollkommen von den guten Verbindungen zwischen den Menschen abhängt. Geld, dein Arbeitsplatz, die Rente, Urlaub, Gesundheit, Ökologie, das Wetter, Bildung, Ehebeziehungen - und alles, was du dir auch nur vorstellen kannst, kann nicht einfach “frontal” geschaffen oder korrigiert werden.

Was ist scheinbar das Problem? Wenn wir eine Finanzkrise haben, drucken wir mehr Geld und geben es, an wen auch immer wir es müssen. Es gibt Schwierigkeiten mit Lybien? Dann lasst uns Druck auf Lybien ausüben. Das ist Unsinn, doch niemand von uns kann darüber lachen. Es ist ein sehr bitterer Unsinn.

Egal, was das Problem ist, heute ist es unmöglich, es frontal, direkt zu lösen, obwohl wir in der Vergangenheit auf genau diese Weise gehandelt haben. Wie einfach war es da: Etwas ist hier geschehen und wir haben es hier korrigiert. Dort ist etwas passiert, also haben wir es dort korrigiert. Doch so funktioniert das nicht mehr. Das ist jetzt unmöglich geworden.

Wir sind in einem geschlossenen System gelandet und während wir eines seiner Teile ausbessern, zerbricht ein anderes. Jetzt müssen wir das gesamte System kennen. Heute müssen wir es in unser Inneres aufnehmen, global denken, wie es dies selbst tut und es global wahrnehmen. Nur auf diese Weise können wir Erfolg haben.

Warum sind die G7, G8 oder G20 Treffen nutzlos? Wieso funktioniert nicht ein einziges Regierungsprogramm, das aus der Krise heraushelfen soll? Das ist der Grund. Wir müssen verstehen, das Bürgschaft die Lösung und die richtige Herangehensweise für jedes Problem ist.

Aus dem 5. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 14.07.2011, Arvut

Auf 500 Bewohner unserer Erde kommt ein Millionär

Meldung: (Agentur Boston Consulting Group): Trotzt der Wirtschaftskrise steigt die Anzahl der Millionäre weltweit weiterhin an.

Aktuell werden 12,5 Millionen natürliche Personen gezählt, deren Vermögen eine Million Dollar übersteigt. Die genannte Zahl beträgt 0,2% der Gesamtbevölkerung der Erde oder mit anderen Worten, auf 500 Erdbewohner kommt ein Millionär.

Kommentar: Der tendenzielle Anstieg der Anzahl der Millionäre bedeutet ein schnelles Vorankommen zur Erkenntnis des Bösen, der Ungleichheit, welche gegen das vollkommene Gleichgewicht als Hauptgesetz der Natur ist. Wann werden wir es aber begreifen - durch Katastrophen oder durch den Verstand? So weit begreifen, dass wir ein einziges Gesetz einführen werden - das Gesetz der Gleichheit beim vernünftigen Verbrauch und der Einigung.

Die Licht-Revolution

Frage: Ist es möglich, die kabbalistische Methode mit Begriffen der modernen Wissenschaft zu beschreiben?

Meine Antwort: Kann man einer Kuh die Fourier-Transformation erklären? Das sind unterschiedliche Grade. Ein Mensch, der nicht über den “sechsten Sinn “verfügt, den “Punkt im Herzen”, kann nicht verstehen, worüber Du sprichst. Er hat kein Bedürfnis danach, und daher ist es sinnlos, mit ihm darüber zu sprechen. Daher müssen wir in unserer Verbreitung die Wünsche der Massen mehr als unsere eigenen berücksichtigen.

Durch all die Generationen hindurch hat die Welt niemals die Kabbalisten verstanden. Und sie hat Recht: Aus ihrer Stufe heraus sind die Menschen dazu noch nicht bereit. In den Psalmen wird gesagt, “Du errettest Menschen und Tiere..” - aber wann? Heute kann man den Menschen die altruistische Absicht Lishma nicht erklären. Es ist auch schwierig, mit ihnen über die Wahrnehmung der Wirklichkeit zu sprechen. Das ist verblüffend und provokativ, aber sie verstehen die Essenz nicht, weil sie es einfach nicht erfassen.

Damit ein Mensch tatsächlich in der Lage ist, Worten über die Korrektur der Verlangen zu lauschen, braucht er eine höhere Stufe des Verlangens. Doch bis dahin, können wir nur seine Entwicklung beschleunigen, indem wir äußerliche Mittel benutzen. Der eine Weg oder der andere, solange er nicht den Stachel in seinem Herzen spürt, wird er deine Erklärungen nicht verstehen.

So ist die Welt aufgebaut. Menschen befinden sich auf verschiedenen Stufen der Entwicklung, und selbst am Ende der Korrektur werden die unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Stufe bleiben. Und dennoch steht geschrieben, “Jeder wird mich kennen, vom kleinsten bis zum größten”, das bedeutet, jeder Mensch erkennt es entsprechend seiner Stufe.

Es wird die Zeit kommen, wo wir sehen werden, wie die Menschen nach unseren Worten lechzen: Manche durch wissenschaftliche Begriffe, andere in der Sprache der Gefühle, und wieder andere durch den Wert einfacher Handlungen, welche für einen Menschen ausreichen, um sich der Einheit anzuschließen. Manche müssen die Anheftung erreichen und spüren, um aktiv daran teilzuhaben, und für andere wiederum ist dies nicht notwendig. Jeder wird durch sein eigenes Verlangen bestimmt. Wir dürfen nicht annehmen, dass jeder den gleichen Grad des Verlangens nach dem Geben und der Enthüllung des Schöpfers erhalten wird.

Aber jeder Mensch wird das volle Ausmaß empfangen, entsprechend seinen eigenen Gefäßen, und wird dank der gemeinsamen Wechselbeziehungen erfüllt sein.

Das ist der Grund, warum die Kabbalisten ihr Wissen bis heute verborgen haben. Doch dieses Wissen kann enthüllt werden, obwohl jeder Mensch nur einen unbedeuteten Teil davon verstehen wird. Nichtsdestotrotz beginnt das Licht als Ganzes bereits in einer großen Masse an gemeinsamen Verlangen zu arbeiten. Das ist die Revolution, die heute in der Welt geschieht. Die moderne Krise ist im wesentlichen der Zusammenschluss von Verlangen.

Aus dem ersten Teil des täglichen Kabbalaunterrichts, 5. Juli 2011, Shamati

An der Schwelle zu unvorhersehbaren Entdeckungen

Frage: Während des Soharunterrichts schauen Millionen Zuschauer auf fremde Buchstaben, hören fremde Worte und erwarten etwas, das sie nicht erklären können. Ist es das, was Sie eine wissenschaftliche Methode nennen?

Meine Antwort: Erstens lebt ein normaler Mensch nach seinen Instinkten und versteht alles auf natürliche Weise. So wurde es ihm in seinem Elternhaus beigebracht. Zweitens weiß ein Mensch, der die Wissenschaften dieser Welt studiert hat, in welcher Beziehung er zur Natur steht, was sich auf wissenschaftlichen Kenntnissen gründet, die er erworben hat. Das ist ein technischer Denkansatz. Zum Beispiel bekam ein Mechaniker, ein Elektriker oder ein Spezialist auf irgendeinem anderen Gebiet die entsprechende Ausbildung, kann manuelle oder intellektuelle Arbeiten ausführen, hat für seinen Job einen Satz Werkzeuge, und dadurch wird seine Einstellung zur Natur geprägt.

Es ist ihm nicht erlaubt, mit etwas ihm Unbekannten zu arbeiten, sondern nachdem sein Wissen und seine Erfahrung geprüft wurden, wird er auf einem bestimmten Gebiet für einen Job angenommen. Nehmen wir an, jemand hat Mechaniker gelernt und kann jetzt Motoren oder komplexere Maschinen reparieren. Er nutzt die erworbenen Kenntnisse in seiner Arbeit, aber er ist sich mehr oder weniger seiner Handlungsweise bewußt.

Drittens ist ein Wissenschaftler eine Person, die etwas entdeckt hat, das vormals unbekannt war, wie Phänomene, die nicht vorausgesagt werden können. Manchmal kann er etwas spüren, erahnen und wird von etwas angeregt, hat jedoch dafür keine klaren Definitionen. So etwas nennen wir die Entdeckung neuer Naturphänomene.

An diesem Punkt kommt eine Frage auf: Wie kann man neue Phänome finden? Ich muss mich selbst darauf einstellen, doch was heißt “darauf”, wenn sie neu sind? Soll ich bestimmte Ergebnisse, Entdeckungen und Ereignisse von etwas erwarten, das geschehen kann oder nicht?

Darum besteht die Wissenschaft aus zwei Teilen. Es gibt die Theorie, wo Hypothesen gemacht und später in der Forschung untersucht werden. Dadurch werden neue Phänomene enthüllt. Das ist der Hauptteil der Wissenschaft, der auf der Untersuchung des Gedankenguts aufbaut, das Wissenschaftler bezüglich der zu erwartenden Entdeckungen haben. Fehlt es, so ist Fortschritt unmöglich.

Aber es gibt auch Wissenschaftler, die in völliger Dunkelheit suchen. Sie haben keine vorläufigen Theorien, Hypothesen und Gedanken über mögliche Ergebnisse. Die Kabbala ist eine Wissenschaft, und wir wenden sie in allen oben erwähnten Formen an: als normale Menschen, als Experten, die sie studieren, und als Wissenschaftler, die sich Phänomene, die sein könnten, irgendwie vorstellen können. Hier gibt es ein Problem. In all unseren Studien, angefangen mit normalen Menschen wie in unserer Welt bis hin zu großen Wissenschaftlern: sie wissen nicht, wohin es geht, was sie in der Natur finden werden und in allen Ebenen der Wissenschaft der Kabbala - es gibt einen unvorhersehbaren Teil, den man nicht kennt.

Was ist unbekannt? Du kenntst nicht das Objekt, das Phänomen, das du tatsächlich darin findest , weil du dieses Objekt nicht besitzt. Du kannst es dir nicht einmal vorstellen.
Schließlich wirst du es in dem Kli (Gefäß) der Wahrnehmung entdecken, das du erschaffst, wobei das Phänomen selbst das Gefäß ist. Du kannst nicht vorab erleben, was genau sich in dir entfalten wird, da du es nie zuvor gefühlt hast, du besitzt keine Intuition und kannst es nicht mal erahnen. Es ist ein neues Kli. Der Eindruck, die Empfindung ist vollkommen neu.

Aus diese Weise schreiten wir in der Wissenschaft der Kabbala voran. Selbst in etwas Kleinem und Einfachem gibt es nichts, was wir im Voraus wissen können. Deshalb ist unsere Einstellung richtig, wenn wir das Buch Sohar lesen. Ich erwarte, dass das Licht, das umwandelt, zu mir kommt und meine Kelim, meine Verlangen umwandelt. Zum Beispiel: Ich kann ohne meine Brille nichts erkennen. Vor mir befindet sich irgendwas, aber ich benötige ein Gerät, um es zu sehen. Ich setze meine Brille auf und sehe etwas Neues.

Deshalb müssen wir, während wir das Buch Sohar lesen und auf “tote” Buchstaben und Texte schauen, die für uns keinen Sinn ergeben, als Wissenschaftler mit höchstem akademischen Grad herangehen, der dabei ist, etwas Unvorhersehbares darin zu entdecken.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 15.03.2011, Das Buch Sohar

Kabbala und die sieben externen Wissenschaften

Die Wissenschaft der Kabbala spricht über die spirituelle Welt und die Kräfte, die in der Natur arbeiten. Diese Kräfte wirken auf die Materie unserer Welt, erschaffen verschiedene Bilder in ihr, woraus ein ganzes Universum folgt, mit allem, womit es gefüllt ist: unbelebte Objekte, Vegetation, Tiere und Menschen. Doch all das sehen wir auf dem Schrim im hinteren Teil unseres Gehirns und darum erscheint es uns, als ob es vor uns ist. Auf diese Weise stellen wir uns die Wirklichkeit vor.

Darum ist die Wissenschaft der Kabbala von diesem falschen Bild völlig getrennt, obwohl dieses Bild uns hilft, die Tiefe der Schöpfung zu erreichen, ihre Absicht und den Charakter des Schöpfers. Doch im Wesentlichen lehrt uns die Wissenschaft der Kabbala, wie wir von diesem äußeren Bild zum inneren, wahren Zustand gelangen können, wo nur zwei Kräfte verbleiben - die Kraft des Schöpfers und die Kraft der Schöpfung.

Natürlich teilt sich jede von ihnen in viel mehr Teile, in bestimmte Kräfte und Handlungen. Doch im Wesentlichen spricht sie nur über Kräfte: den Willen zu Empfangen, den Willen zu geniessen und was zwischen ihnen geschieht. Daraus besteht jede Wissenschaft.

Wenn eine Wissenschaft über die Wechselwirkung zwischen diesen beiden fundamentalen Kräften spricht, dann haben wir die Wissenschaft der Kabbala. Und wenn sie über verschiedene Folgen dieser Wechselwirkung auf verschiedenen Stufen der Materie spricht - unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich - dann haben wir die Wissenschaften dieser Welt.

Natürlich sind diese Wissenschaften wahr, denn sie geben uns Wissen über das äußere Verhalten, durch das diese zwei inneren Kräfte ausgedrückt werden. Aber diese Wissenschaften sind sehr limitiert und wir können ihnen nur innerhalb der Grenzen unserer engen Welt vertrauen.

Es stellt sich heraus, dass die Wissenschaft der Kabbala, welche die zwei in der Natur wirkenden Kräfte erklärt, die Basis für alle anderen Wissenschaften ist. Und das schließt nicht nur die Naturwissenschaften ein, welche die Natur und die äußere Welt studieren, wie Physik, Chemie, Biologie und Zoologie, sondern ebenfalls solche, die zum Menschen direkt gehören, wie Musik, Tanz, und die Kunst.

All diese sind ebenfalls Teile der “sieben fundamentalen äußeren Wissenschaften”, denn sie geben uns Kenntnis über die Fähigkeiten des Menschen, seine Welt wahrzunehmen und zu empfinden.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 21.02.2011, “Einführung zum Buch ‘Panim Meirot uMasbirot’”

Lasst uns experimentieren!

Auszug aus der 3. Kongresslektion in Berlin

Frage: Kabbala ist eine experimentelle Wissenschaft. Können wir diesen Kongress als ein Experiment betrachten?

Meine Antwort: Jeder von uns ist ein Wissenschaftler auf dem Gebiet der Kabbala, in dem Sinne, dass er ein Experiment an sich selbst durchführt und die Umsetzung der Kabbala, ihre Schlussfolgerungen und ihre Richtigkeit in sich selbst spürt.

Nehmen wir an, ich habe vor 30 Jahren das allen bekannte Buch Shamati gelesen und vielleicht ein Hundertstel von einem Prozent davon verstanden. Später, während ich es Jahr für Jahr immer wieder gelesen und dessen Ergebnis an mir gespürt habe, habe ich das, was mit mir geschieht, mit dem, was im Buch steht, verglichen und mich jedes Mal gewundert, wie genau alles, was mit mir passiert, in diesem Buch wirklich beschrieben ist. Und so lese ich seit über 30 Jahren dieses Buch Shamati (ich habe es 1979 bekommen) und stelle natürlich jedes Mal fest, dass dieses Buch von mir handelt.

Es wird sich mir auch in zehn Jahren als eine Quelle offenbaren, in der alles über mich geschrieben steht. Alles! Weil der Mensch, der es geschrieben hat, natürlich unten wie alle anderen Menschen angefangen hat, aufgestiegen ist und es von einer solchen spirituellen Stufe geschrieben hat, die ich noch nicht erreicht habe.

Wenn ich noch höher aufsteigen würde, würde ich plötzlich feststellen, dass das Buch nicht mehr über jene Zustände spricht, die ich durchlaufe. Dabei würde es für mich klar sein, ich würde deutlich sehen, dass der Verfasser nur eine bestimmte und keine höhere Stufe erreicht hat.

Das können wir bei einigen Verfassern von kabbalistischen Büchern beobachten. Obwohl das auf keinen Fall ihre Verdienste schmälert! Sie haben bis zu jener Stufe geschrieben, die sie erreicht haben, und so macht das jeder von uns.

Andererseits welches Recht haben wir, nach den Kabbalisten, die bereits gelebt haben, etwas zu deuten, zu schreiben oder nachzuschreiben? Es ist so, dass wir das schreiben, was auf unseren Stufen richtig ist. Und gerade weil wir klein sind, können wir das alles ausschreiben. Auf diese Weise ist es für diejenigen, die Kabbala entdecken, leichter, den Kontakt mit unserem Material als mit diesen großen Werken herzustellen, weil jene Kabbalisten sie von einer sehr hohen Stufe geschrieben haben.

Doch letztendlich führen wir wirklich ein Experiment an uns selbst durch, und dieses Experiment werden wir unser Leben lang durchführen, bis wir das Ende der Korrektur erreicht haben. Deshalb sage ich, dass Kabbala im Gegensatz zu allen anderen Wissenschaften nicht außerhalb des Menschen funktioniert. Du erforschst nichts außerhalb von dir, sondern immer an dir und in dir. Also lasst uns experimentieren!

Auszug aus der 3. Kongresslektion in Berlin, 28.01.2011

Die Gesellschaft der Zukunft mitten in der antiken Welt

Frage: Warum haben die Kabbalisten Tausende von Jahren die Kabbala vor dem Volk Israel verborgen, dabei aber ihre Geheimnisse den griechischen Philosophen offenbart?

Meine Antwort: Aber das geschah noch Hunderte von Jahren vor der Zerstörung des zweiten Tempels. Zu der Zeit kamen viele Wissenschaftler und Philosophen der Weltvölker, und nicht nur die Griechen, um bei den Kabbalisten zu lernen. Sie erforschten das Volk Israel und wollten es verstehen.

Zum Beispiel, Alexander der Große, welcher als Ziel die Verbreitung der Zivilisation auf der ganzen Welt vorhatte. Er umgab sich mit Wissenschaftlern und Philosophen, welche das Leben des Volkes Israel damals erforschten. Deswegen stand er im guten Verhätnis zu diesem Volk.

Die Wissenschaftler versuchten, die Weisheit des uralten Volkes Israel zu verstehen, welches nach spirituellen Gesetzen lebte. Diese Weisheit war mit bloßem Auge zu erkennen, und es war offensichtlich, dass dieses Volk, wenn man Staat und Gesellschaft betrachtete, nach besonderen Bräuchen lebte.

Es bestand ein großer Unterschied in der Lebensweise zwischen dem Volk Israel und den anderen Völkern, wir sprechen naemlich über sehr alte Zeiten. In Israel herrschte damals ein vollkommenes soziales System, der Mensch war vollkommen geschützt, viel besser, als jetzt mit der modernen Krankenkasse und Arbeitslosengeld.

Diese Zeit wird im Talmud folgendermaßen beschrieben: Es gab kein Kind, das nicht lesen und rechnen konnte und die Ordnung der Welt nicht kannte! Das Bildungssystem (der Leviten) hat das ganze Volk eingeschlossen. Es war so noch von Moses in der Wüste, nach dem Auszug aus Ägypten, organisiert worden.

Es gab keine Rechtlosigkeit, wie es geschrieben steht: “Der Mensch, der sich einen Sklaven kauft, kauft sich einen Herren!” Es gab keine Aufteiltung der Gesellschaft in höhere und niedrigere Schichten. Die Menschen wurden nicht nach ihren Wohlstand verehrt, wie es in anderen Völkern üblich war. Stattdessen wurden die Weisen verehrt.

Die Menschen, die aus anderen Ländern kamen, waren erstaunt und konnten nicht verstehen, wie so etwas möglich ist. Angenommen, es ist möglich, in einer kleinen Gemeinde solche Regeln aufzustellen, doch in der gesamten Nation?! Denn aus Ägypten kamen drei Millionen Menschen, welche sich noch vermehrt haben! Zu diesen Zeiten war es ein großes Volk.

Es existierte Einigkeit im Volk, ein Gerichtssystem, besondere Bräuche und Feiertage, ein genauer Kalender, nach welchem das Volk lebte. Es war alles organisiert, wie in einem exakten Uhrwerk, abgestimmt mit der höheren Uhr. Nach dieser Uhr richtete sich das ganze Leben der Gesellschaft, es war ein absolut volkommenes System, genau enstprechend dem spirituellen.

Und jeder wusste, was zu tun war, er fühlte es in seinem Inneren! Es bestand keine Notwendigkeit fuer einen Herrscher, der die Ordnung mit Hilfe der Kraft einer Armee und von Aufsehern herstellte, die prüfen und bestrafen sollten. Jeder Mensch fühlte, wie er sich zu verhalten hatte, es war eine Gesellschaft der allgemeinen Gleichheit.

Der König diente dem Volk, und strebte nicht nach Macht. Es war eine vollkommen gegenteilige Pyramide: Derjenige, der oben stand, fühlte eine größere Verantwortung den Anderen gegenüber. Es bestand ein enormer Unterschied zum Leben der andren Völker, und deswegen kamen ihre Weisen, um zu lernen. Es war eine Epoche der Propheten, und die antiken Wissenschaftler der Weltvölker übernahmen von ihnen viel Wissen.

Es war nur natürlich, so wie Abraham Babylon korrigieren wollte, so konnten auch die Propheten keinem den Wunsch, die Gesetze des Universums zu erlernen, verwehren.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Kabbala und Philosophie”, 10.01.2011