Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Tora'

Die Struktur des Buches Sohar

Frage: Wie ist das Buch Sohar strukturiert?

Meine Antwort: Das Buch hat viele Teile, unter anderem ein Vorwort. Das Buch selber ist in drei Kapitel aufgeteilt, wie die Tora. Das Buch Sohar ist der Kommentar zur Tora.

Die Tora beschreibt alle möglichen Zustände von allen  höheren spirituellen Welten.  Das Buch Sohar beschreibt dasselbe, und steht den Kommentaren der Kabbalisten am nächsten. Das Buch offenbart das für die ganze Menschheit.

Die Tora ist nicht dafür geeignet, um den Menschen die Höhere Welt zu offenbaren, sie ist lediglich eine Auflistung der spirituellen Zustände. Das Buch Sohar dagegen hilft die Höhere Welt zu offenbaren.

Die Tora erzählt über alle Tiefen der Weltlenkung, also über die Höhere Welt in all ihren Einzelheiten. Das Buch Sohar aber ist ein Kommentar, welcher uns das erklärt, was in der Tora gesagt wurde, aber in einem übertragenen Sinne. Deswegen kann das Buch nur der Kabbalist verstehen.

Nichts desto trotz ist dieses Buch näher an den Menschen und dank diesem Buch beginnen wir zu begreifen, worüber in der Tora geschrieben wurde.

 „Das Vorwort zum Buch Sohar“ ist ein kompletter Band. Er erzählt von den grundlegenden Systemen der Lenkung unserer Welt. Dort sind die Artikel gesammelt und jeder von ihnen beschreibt ein bestimmtes System der Lenkung, einen bestimmten Knotenpunkt, eine Anleitung unserer Welt.

Im Buch Sohar gibt es auch einzelne Artikel wie „Idra Zuta“, „Idra Raba“, welche in den Kapiteln dieses Buch geschrieben stehen, weil sie eine mehr innerliche Vertiefung in das System darstellen.

Das ist genauso wie in unserer Welt. Nehmen wir an, ich studiere die Struktur des Autos, genauer gesagt die Kraftstoffanlage. In diesem Studienteil erlerne ich gesondert den Anlassvergaser, gesondert die Vorbereitung der Brennlösung im Motor und so weiter. Das heißt, dass die Arbeiten der gesonderten Systeme in einem separaten Studienblog stehen.

Genau dasselbe steht in den Artikeln des Buches Sohar: „Idra Zuta“, „Safra de-znijuta“ und anderen.

[#210754]  

Zwischen den Meeresengen

Wir sind in einer sehr besonderen Zeit angekommen, die sogenannte „Zwischen den Meeresengen“ Periode, vom 17. Tammuz, als die Gesetzestafeln zerschlagen wurden, bis zum 9. Av, als der Tempel zerstört wurde. Im Rückblick können wir sehr vieles aus dieser Zeit lernen. Wir können sehen wie schwierig die Vereinigungsmethode zu akzeptieren und auszuführen ist. Dies bezeugen die Tage „Zwischen den Meeresengen“.

Wir erhielten die Tora, die Methode der Korrektur, symbolisiert durch Moses, der für vierzig Tage auf den Berg stieg und uns die Vereinigungsmethode von der Stufe „Bina“ (Schenken) brachte. Aber das Volk war unfähig dies zu akzeptieren. Obwohl alles von oben vorbereitet und gegeben wurde, sind wir unfähig, es zu empfangen.

In Wahrheit ist dies nicht unsere Schuld. Der Grund ist einfach der, dass unsere Wünsche noch nicht ausreichend das Gute und Böse integriert haben, um uns zu ermöglichen, das Eine durch das Andere zu korrigieren. Die Integration erfolgt mit dem Bruch. Nur eine Explosion kann die Grenzen zwischen zwei Gegensätzen, die sich gegenseitig ablehnen, brechen und diese zur Integration zwingen.

Die Integration muss komplett ungeordnet, chaotisch und unter dem Druck einer explosiven Kraft stattfinden, denn es kann bei der Integration von Gut und Böse keine Ordnung geben. Nur nachdem sie integriert wurden, kann Ordnung geschaffen werden. Innerhalb dieser Integration, mit Hilfe des Oberen Lichtes, kann alles eingeordnet und aussortiert werden. Und dann kann die richtige Verbindung und Konstruktion erreicht werden.

Ein komplexer Prozess erlaubt zwei Gegensätzen, sich in Harmonie und gegenseitiger Ergänzung zu verbinden. Genau dies passiert bei dem Prozess des Erhalts der Tora.

Die Neigung des egoistischen Verlangens, korrigiert zu werden, ist kurz nach der Flucht aus Ägypten sehr schwach. Und aufgrund dessen ist eine schnellere Korrektur unmöglich. Dieses Verlangen versteht, dass es korrigiert werden muss, erkennt jedoch nicht, inwiefern es dem korrigierten Zustand entgegengesetzt ist, weil noch keine gegenseitige Integration besteht.

Solange wir unter der Macht des Pharaos, des Egoismus sind, fühlen wir nicht, dass wir seine Sklaven sind. Unser Exodus geschieht durch eine äußere Kraft, die uns von dort herauszieht und uns zeigt, dass sich dies lohnt. Allerdings wird das Verlangen nicht von dieser Kraft korrigiert.

Wir sehen, was uns passiert: Jeden Tag entscheiden wir, endlich aus unserem Egoismus auszubrechen und an die Gruppe zu denken, sodass unsere Sorge nicht für uns selber auf einer persönlichen Ebene bleibt, sondern sich an alle richtet. Doch es gelingt uns nicht.

Wir bemühen uns immer mehr, und trotzdem finden immer wieder kleine Brüche statt. Dies geschieht als Folge mehrerer Zerstörungen und Korrekturen, die bereits in unseren Wurzeln stattfanden.

Die Tora erzählt uns von der Vorbereitung auf die Korrektur. Der Weg von sechstausend Jahren, den die Menschen durchliefen, war nur Vorbereitung. Die Korrektur wird erst am Ende erreicht, am Tag des absoluten Lichts. All diese Vorbereitungszustände wurden ebenfalls als Materie realisiert: Die Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels, sowie die Kriege innerhalb der israelischen Nation. Dies sind die Verkörperungen spiritueller Stufen.

Nach der vollständigen Integration, die auf Kosten vieler Kriege erreicht wurde, werden die Scherben des Willens zu genießen und des Willens zu geben vollständig ineinander integriert, und fallen sogar noch tiefer, bis zum tiefsten Grund. Nach vier notwendigen Exilen und drei Erlösungen erreichen wir das Ende des letzten Exils und den Beginn der endgültigen Erlösung.

Wenn man diesen Prozess betrachtet, ist es offensichtlich, dass die Tora nicht auf einmal empfangen werden kann. Und dies wird durch den Tag des 17. von Tammuz, dem Zerbrechen der ersten Tafeln angezeigt. Erst nach dem Bruch und der gegenseitigen Integration von spirituellen und materiellen Wünschen ist es möglich aufzusteigen, um eine andere Form zu erreichen.

Die erste Tora war „unkorrekt“. Das war notwendig, nur damit die Tafeln zerbrochen und korrigiert werden konnten. Die zweite Tora war korrigiert und in der Lage, die Integration der Wünsche zu geben und zu empfangen, zu regeln. Dies ist ein einzigartiger Prozess, der bezeugt, wie entgegengesetzt unsere Qualitäten von denen der oberen Kraft sind.

Wir sollten eine ausgewogene Haltung zu diesen Tagen haben und sie nicht nur als Tage der Trauer und des Bruchs sehen, sondern als etwas Unvermeidliches, was wir durchmachen müssen. Die ganze Welt wird diese Zerstörung in der einen oder anderen Form durchmachen müssen. Wenn wir aber wissen, weshalb und für welchen Zweck wir dies tun, werden wir durch den Weg von Achishena (Beschleunigung) als Menschen alles durchmachen können.

 

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts 7/11/17

[210262]

Die Tora ist ein System der Verbindung des Schöpfers mit den Geschöpfen

Buch Sohar, Kapitel „Lech Lecha“: „Wie stark wird die Tora, dank welcher der Mensch dem Leben in der kommenden Welt würdig wird, vom Schöpfer geliebt. Und jeder, der die anderen die Tora lehrt, ist wichtiger als alle.“

Die Tora wird als das höhere Licht („Or“) bezeichnet, das auf denjenigen Einfluss nimmt, welcher sie auf richtige Art und Weise studiert. Das heißt, wenn er dank ihrer Kraft eine höhere Stufe erreichen möchte als die, auf der er sich jetzt befindet.

Er möchte mehr altruistisch sein, gebend, liebend, er will verbundener mit anderen sein und alle unterstützen. Mit anderen Worten, er will dem Schöpfer ähneln, Der gut, vollkommen und Gutes tuend ist.

Wenn der Mensch sich so verändern möchte, wirkt das höhere Licht (das sich Tora nennt) auf ihn und führt ihn zu diesem Zustand. Dann spürt der Mensch, dass er sich ändert.

Das ist verständlich, da sich in diesen Veränderungen Abstiege und Aufstiege befinden, ein Wechsel von allen möglichen Zuständen. Aber daraus lernt der Mensch wie auf ihn in Wirklichkeit die Tora wirkt und wie sie in ihm arbeitet.

Vor allem muss der Mensch die gebenden Verlangen erhalten und den Glauben über dem Verstand. Dann kommt er aus den Grenzen dieser Welt heraus. Diese Welt beginnt sich aufzulösen wie eine Fata Morgana (Luftspiegelung, Täuschung), weil sie nur in unserer egoistischen  Einbildung existiert.  

In der Kabbala nennt sich unsere Welt „der Punkt dieser Welt“, weil in ihr nichts mehr als ein Punkt existiert. Wenn wir über die Grenzen des egoistischen Punktes kommen und uns ausdehnen, beginnen wir die Kostbarkeit und Wichtigkeit der Tora zu spüren, wir heften uns an ihren Baum des Lebens an. Wenn das nicht geschieht, bleiben wir für immer in der Dunkelheit des kleinsten schwarzen Punktes.

Die Tora ist das Licht der Welt der Unendlichkeit, welches laut dem HAWAYA Programm auf 620 Lichter geteilt wurde. Das Ziel dieser Lichter ist es, auf das verdorbene Verlangen einzuwirken und es zu korrigieren. Der Mensch muss sein Verlangen mithilfe dieses Lichtes korrigieren und auf der anderen Seite muss er selber dieses Licht erwecken.

Er kann sich nicht ohne das höhere Licht ändern, denn man muss das Licht noch anziehen. Und dafür braucht man die Tora. Es ist so, dass das ganze System, welches das Geschöpf mit dem Schöpfer und den Schöpfer mit dem Geschöpf verbindet, „Tora“ heißt.

[#207136]

„Zieh ihm den Schuh vom Fuß“

Tora, Deuteronomium 25: 7-10
Wenn der Mann aber seine Schwägerin nicht heiraten will und seine Schwägerin zu den Ältesten ans Tor hinaufgeht und sagt: „Mein Schwager will dem Namen seines Bruders in Israel keinen Bestand sichern und hat es deshalb abgelehnt, mit mir die Schwagerehe einzugehen“, wenn die Ältesten seiner Stadt ihn dann vorladen und zur Rede stellen, er aber bei seiner Haltung bleibt und erklärt: „Ich will sie nicht heiraten“, dann soll seine Schwägerin vor den Augen der Ältesten zu ihm hintreten, ihm den Schuh vom Fuß ziehen, ihm ins Gesicht spucken und ausrufen: „So behandelt man einen, der seinem Bruder das Haus nicht baut. Diese Familie soll in Israel genannt werden „Die Familie desjenigen, dessen Schuh entfernt wurde“.

„Mein Schwager hat sich geweigert, den Namen seines Bruders in Israel zu bewahren, fortbestehen zu lassen“ keinen Bestand sichern“, das bedeutet, dass er nicht die Fähigkeit besitzt, den Namen seines Bruders wieder in das System der gemeinsamen Seele aufzunehmen. Er kann das nicht tun, weil er fühlt, dass sein Schirm nicht angemessen ist, um die Frau seines Bruders zu korrigieren.

Und deshalb verweigert er sich; er muss eine anders geartete Korrektur ausführen. Das hat mit der Tatsache zu tun, dass diese Frau zu den Älteren geht, das heißt, dass sie zur nächsten Stufe aufsteigt, sie verbindet sich mit den Älteren, und sie bürgen für sie. Sie zieht ihm die Schuhe aus, naal (vom Wort „nael“, was geschlossen oder verschlossen bedeutet), was die Vervollständigung dieser Stufe symbolisiert.

Frage: Warum hat man von den Juden verlangt, Schuhwerk zu tragen?

Antwort: Alle Teile des menschlichen Körpers müssen immer bedeckt sein; dafür spricht die Tatsache, dass ein Mensch innerhalb eines Systems von zehn Sefirot existiert. So werden wir als Ebenbild und Abbild des höheren Systems erschaffen, und deshalb ist das die Art und Weise, wie wir uns selbst in unserer Welt erhalten müssen.

Es gibt hier nichts Überflüssiges, kein „Pro“ und „Kontra“. Ein Mensch muss ständig angezogen sein, sogar beim Schlafen. Es gibt hier nichts, was man irgendwie anders deuten kann. Deshalb gingen die Juden gesetzmäßig in Schuhen herum, was praktisch in anderen Nationen nicht existiert hat bis zu den modernen Zeiten. Erst in den letzten 200-300 Jahren wurde das Tragen von Schuhen weit verbreitet, aber zu jener Zeit ging jeder barfuß und empfand dabei kein Unbehagen.

Übrigens, die Füße des Menschen sind so eigentümlich, dass sie bei ständigem barfuß gehen eine so raue Haut bekommen, dass der Mensch noch nicht einmal fühlt, wenn er auf spitzen Steinen steht. Er kann in ein Feld rennen und über scharfe Gegenstände stolpern ohne es zu fühlen, so als würde er Schuhe tragen.

Aber im antiken Israel und im Verlauf der Jahrtausende gingen die Juden in Schuhen, was die Loslösung eines Menschen von der Erde (vom Willen zu empfangen) symbolisiert.

Aus Kab TV’s “Geheimnisse des Ewigen Buches” 11/2/16

[207349]

2000 Jahre vor der Entstehung der Welt

Je weiter wir uns von der Tora innerhalb der Jahrhunderte entfernt haben, desto näher kam sie zu uns.

Wie wurde die Tora zum Buch?
„Als der Schöpfer die Welt erschaffen wollte, und das erschien als Verlangen vor Ihm, hat Er in die Tora geschaut und erschuf dabei die Welt“. Buch Sohar, „Toldot“

Denkt darüber nach: die Welt existierte noch nicht, die Tora aber schon. Und Er hat nicht ins Buch geschaut, während Er sie erschuf. Kein Buch wurde vor dem Berg Sinai dem Volk Israel geschenkt. Was dann?

Die Tora ist das allumfassende Programm der Entwicklung, die komplette Einleitung zum All. Sie ist die Matrix, in der wir uns alle befinden. Das kann man nicht überwinden, man kann nicht daraus fliehen. Eines Tages, zu einem bestimmten Moment des Erwachsenwerdens, welcher von dieser Matrix von Anfang an bestimmt wurde, erfahren wir davon. Wir kriegen nicht einfach so die Information, sondern wir begreifen, wo wir uns befinden und was mit uns geschieht.
Genauso beginnt ein Kind nach den ersten „unbewussten“ Jahren zu begreifen, dass es in einer riesigen Welt lebt und diese Welt verlangt seine Anteilnahme. In der menschlichen Evolution kommt es auch zu so einem Moment. Das geschieht, wenn die Matrix ihn aus dem Babyschlummer erweckt. Das Kind trennt sich von der Babywiege, vom Kinderzimmer, öffnet die Tür und geht aus dem Haus.
In diesem Moment ändert sich alles: die Welt gewinnt an Volumen, bekommt Klang, Farben und einen Sinn. Es stellt sich heraus, dass das Leben ein Weg ist, welcher ein unvergängliches Ziel hat. Man kann auf dieses Ziel bewusst zugehen, nach eigener Wahl und zusammen. Ab jetzt wirkt nicht nur die Matrix auf uns, sondern auch wir beeinflussen sie. 
So machen wir uns bekannt mit dem allgemeinen Programm und mit der Kraft, die dieses Programm steuert. Vor einigen Tausenden Jahren ist die Menschheit bis zu diesem Niveau gelangt. Die Menschen, die sich Kabbalisten nannten, haben ein einheitliches System der Realität offenbart, haben angefangen ihre Gesetze zu erlernen, sich an das System anzuschließen, es zu beschreiben.
Indem sie die Tora offenbarten, haben sie die Bücher geschaffen, welche ihre (der Tora) Eigenschaften und Gesetzlichkeiten widerspiegelten. Das Wichtigste in diesen Büchern aber war die Absicht, welche die Tora für uns erbaut. Sie haben das gesamte Bild der Schöpfung gesehen, so wie wir die Etappen der Entwicklung eines Babys verstehen.
„Bevor die Welt erschaffen wurde, hat die Tora sie 2000 Jahren lang eingeleitet“. Das Buch Sohar, „Truma“
So war es damals: auf dem Gipfel der Offenbarung des Programms lebte das Volk bewusst nach ihren Gesetzen in einer Realität, die viel größer war als unsere. Eines Tages aber war alles verschwunden. Das Volk ist zerbrochen, von seiner hohen Stufe gefallen und zusammen mit dem Volk auch die Hoffnung der ganzen Welt. Seitdem war die Tora nur zu einem Buch geworden. Ein Buch, welches darüber spricht, wie man auf der Erde leben soll. Ja, sie wurde zu einem heiligen, einem besonderem Buch, aber zu keiner Struktur des Alls, keiner Methode des Aufstiegs über sich selbst, zu keinem Instrument der Offenbarung der Welteinheit.
Die Tür wurde verschlossen, wir wurden zurückversetzt ins Kinderzimmer, wo wir uns nun bis heute befinden.

Die Dämpfung der hohen Schwingungen

In der Tora gibt es 54 Kapiteln, 613 Gebote, 79976 Wörter, 304805 Buchstaben. In einem Jahr wird sie in allen Synagogen nach Kapiteln gelesen. Darin ist die Geschichte des jüdischen Volkes und seinen Führern beschrieben, von Patriarchen bis zu Moses. Der babylonische Menschenandrang, die Erde, welche der Schöpfer Abraham gezeigt hat, die Wanderungen, die ägyptische Versklavung, der Berg Sinai, welcher in Schutt und Flammen erschüttert wurde…
Wenn wir so die Tora lesen, wenn wir sie so verstehen, beinhaltet sie nicht das Wesentliche. Sie ist eine Hülle ohne Füllung. In dieser Form ist sie von den Wurzeln abgerissen und ist mit geschriebenen Buchstaben auf die Wand unseres tagtäglichen Bewusstseins projiziert, ist als Schild „die Heilige Schrift“ darauf befestigt.
Indem die Tora in die egoistische Wahrnehmung der Welt einbezogen wurde, hat sie aufgehört, das Programm der Entwicklung zu sein. Sie regt nicht auf, sie zieht nicht an, sie entwickelt uns nicht, sie öffnet nicht die neuen Welten, gibt uns keine Kraft, damit wir sie erobern. Umgekehrt, sie schläfert uns ein, sie beruhigt uns. Für die einen ist sie zu einer Tradition geworden, für die anderen ist sie zum Gesetzbuch der materiellen Existenz geworden. Früher hat sie das Volk verbunden, jetzt aber trennt sie das Volk, zerbricht es, sie bringt die Menschen an einander entgegengesetzte Seiten von Barrikaden.
Nein, das ist keine Tora, das ist nicht diese Kraft, die den Menschen ändert, welche uns aus dem begrenzten und primitiven Egoismus zum Leben erweckt. Damals hat sie uns nach oben gezogen, jetzt aber wird sie zu einem Druckmittel. Sie zwingt, gibt an, verlangt, begrenzt. Sie wird von manchen auswendig gelernt, sie ist durch historische Ausgrabungen belegt, ideologisch wurde sie verworfen. Um sie ranken sich die Religionen, versammeln sich in Horden die Mystiker und Zyniker. Sie wird von den Philosophen zitiert, sie wird von den Wissenschaftlern anatomisch zerlegt, man versucht sie zu entziffern.

Sie war schon seit langem zu einem Bestseller unseres Kinderzimmers geworden, zu allen Zeiten und bei allen Völkern.

„die kleinlichen, begrenzten Menschen kommen und füttern uns gleichgültig mit verschiedenen Köstlichkeiten, das wichtigste aber: das Elixier des  Lebens, verbergen sie weit weg vor unseren Augen… damit man die Stimme des Schöpfers, die zu uns aus den Tiefen der Seele ruft, erstickt. „Verlangt nach Mir und lebt!“ – schreit diese Stimme.  (Rav Kook)
Wenn der große Feiertag des Empfangs der Tora kommt, lehnen wir sie ab, wir behalten schon wieder nur das Buch. Vielleicht ein besonderes, sogar ein heiliges Buch, aber immer noch ein Buch und nicht das große Gewebe des Alls, in welches wir eingeflochten sind, ob wir es wollen oder nicht. Wir haben nur das Buch, anstatt die große Welt, ein erhabenes System, das sich um uns herum dreht, weil es für uns erschaffen wurde.
Wir lehnen Sie ab. Wieso? Weil sie das Geben lebt und uns das auch lehrt.

Das Gift auf der Klinge

„das größte Prinzip der Offenbarung der Tora ist die Einheit, „wie ein Mensch mit einem Herzen““. Das Buch „Maor wa-schemesch“

Am Sinai haben wir den Zugriff auf ein gemeinsames System erhalten, die Möglichkeit bewusst mit ihm in Kontakt zu treten, es zu erlernen, sich mit dem Gefühl und mit dem Verstand in dieses System einzuschalten. Das Passwort des Zugriffs lautet – die Liebe zum Nächsten. Das Programm Interface ist die Wechselwirkungen mit dem Nächsten, die auf dem Geben basiert. Die Tora ist aufgerufen, den Komplex der auf uns wirkenden Kräfte zu offenbaren und uns die Möglichkeit zu geben, uns lesefähig und effektiv mit ihnen zu verbinden. Wenn wir die Tora anwenden, kommen wir aus dem Kinderzimmer raus, wir wachsen.
Diese Transformation geschieht nicht in der Fantasie, nicht in der Unterwelt, sondern hier und jetzt, im Aufstieg über den Egoismus. Deswegen kann man sehr leicht überprüfen, ob wir die Tora empfangen oder nicht. Das Kriterium lässt sich vor Augen führen:  wie wir uns zum Gegenüber benehmen, so benutzen wir die Tora – entweder als eine Arznei oder als Gift.
So wie die Situation heute ist, sind wir in eine Sackgasse gesteuert. Wir sind zerstritten, zerbrochen und nehmen das als Normalität war. Uns begleitet zum Ziel nicht die positive Kraft der Tora, sondern die negative Kraft unseres Selbst.
Die Welt kommt inzwischen aus dem Pampers-Alter raus und kommt zu solchen Zuständen, die man ohne die weisen Erzieher nicht bewältigt. Das gibt es nur in der Theorie, dass der Mensch fähig ist, eine Situation nüchtern zu begreifen und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. In Wirklichkeit sind die Leidenschaften stärker als wir selbst, und sogar am Rand des Abgrundes treiben wir unser kindisches Treiben weiter. So ist unsere Natur.
Die Weisen haben eine farbige und bittere Metapher dafür: wenn der Mensch den Engel des Todes mit dem Tropfen Gift auf der Schwertklinge sieht, hält er seinen Mund unter die Klinge und schluckt gehorsam diesen Tropfen. Weil er nicht anders kann. Sogar unser weises Volk ist in diese Mausefalle getappt und es scheint mir, dass es wieder bereit ist, zur Schlachtbank zu gehen (wenn wir nach der Zerstrittenheit zwischen den Juden im Land und im Ausland urteilen). Das Land Israel wird zu einer unnötigen Bürde, von welcher man sich schnellstens und für immer und ewig trennen sollte.
Dieser Ausgang ist unausweichlich, wenn wir die Tora nicht empfangen, wenn wir nicht die Bürde auf uns nehmen, trotz der Berge von Zweifel und Hass, die über uns walten. Hier liegt unsere Wahl. Die Tora funktioniert (im Vergleich zum Engel des Todes) nur, wenn wir es wollen. Wenn wir sie nicht nur unbedingt brauchen, sondern in ihr die Arznei gegen die Abtrennung sehen, sie als die Wissenschaft des Gebens und der richtigen Wechselwirkung mit dem gesamten System sehen.

Beeile dich zu lieben

Wir alle sind unterschiedlich, sehen die Welt unterschiedlich. Das ist normal. Die Tora braucht keinen Verzicht auf Prinzipien und Überzeugungen. Sie braucht keine künstlichen soziologischen Kompromisse. Sie erhebt uns auf so ein Niveau, wo nur die Herzen und die Verbindung zwischen ihnen verbleiben. Dann passt alles.  

„Beeile dich zu lieben, weil die Stunde hat geschlagen“. Rav Elasar Azikri

Es gibt keine Gerechten und Ungerechten. Wir alle stehen einmal vor dem Berg Sinai, vor unserem Hass und vor der Notwendigkeit, eine gemeinsame Lösung zu finden. Der Sinn des Berges ist die Geburt des Menschen, die Geburt der neuen Gesellschaft, des neuen Verhältnisses zum Leben und zu uns. Sobald wir danach streben, hilft uns das System und beantwortet unsere Fragen. Andernfalls wird uns das System vor die Fakten stellen, die auf der Schwertklinge sind.
Deswegen stellt sich nicht die Frage, ob wir die Tora bekommen oder nicht. Wir bekommen sie. Die Frage ist, ob wir uns mit der Liebe beeilen oder nicht.

[#207678]

„Ihr sollt alles tun, was euch die Priester der Leviten lehren“

Tora, Deuteronomium 24,8: …Ihr sollt alles tun, was euch die Priester der Leviten lehren…

Die Priester (Cohens) und die Leviten waren damit beschäftigt zu lehren, zu erziehen und der Bevölkerung zu dienen. Sie haben sich nicht hingesetzt und darauf gewartet, dass die Menschen kommen, um einen Segen zu empfangen. Sie reisten quer durch das Land und brachten den Menschen lesen und schreiben bei.

Deshalb gab es keine ungebildeten Menschen im Volk Israel. Nachdem Moses die Tora empfing, war jedermann verpflichtet, sie zu lernen. Und die Juden empfingen ihre Bildung von Abraham, nachdem sie Babylon verlassen hatten.

Es war das Fehlen des Analphabetismus, was die Juden vor anderen Völkern auszeichnete. Es gab den Glauben, dass ein Mann, der seinen Sohn nicht unterrichtet, sich zum Dieb macht.

Jeder musste wissen, welche Gesetze in der Tora beschrieben sind, wie man sie umsetzt und wie man mit anderen Menschen interagiert. Die Juden erlernten das Rechts- und Steuersystem, weil sich jeder daran beteiligen musste.

Darüber hinaus mussten sie die Gesetze der Tora nicht nur auf der inneren Ebene, sondern auch im täglichen Leben umsetzen: die Gesetze von Kashrut, die Kultivierung des Landes usw.

Die Juden kannten die Tora, die Schriften (Ketuvim), die Mischna und den Talmud auswendig. Jeder von ihnen lebte darin. Sie wurden den Menschen ohne irgendwelche Textbücher beigebracht, weil lediglich der Tanach (Tora, Neviim, Ketuvim) auf Papier niedergeschrieben war, alle übrigen nicht.

Dieses Wissen war ein täglicher Lebenscode für die Menschen, und sie wussten wie sie mit anderen interagieren mussten. Deshalb war das Ziel der Priester und Leviten, jedermann zu unterrichten.

Im Alter von zwei Jahren wurde einem Kind das Alphabet beigebracht, mit drei  lesen, mit fünf  die Tora und Mischna, und mit neun Jahren kannte es bereits alle Gesetze, und mit dreizehn musste es alles wissen, was es fürs Leben braucht.

Aus KabTVs  „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“ 10/26/16

[206624]

Was ist die Verbindung zwischen der Weisheit der Kabbala und der Tora?

Frage aus Facebook: Was ist der Zusammenhang zwischen der Weisheit der Kabbala und der Tora? Schließlich ist die Kabbala eine Wissenschaft über das Universum, sie ist der Ursprung, die allgemeine Struktur, die  gesamte Entwicklung und das von jedem einzelnem Detail. Wie kann eine solch grandiose Lehre auf religiösen Geschichten und Gleichnissen beruhen?

Antwort: Es gibt in der Tat keinen Zusammenhang zwischen der Kabbala und der gewöhnlichen weltlichen Interpretation der Tora. Immerhin ist die Kabbala in Wahrheit der verborgene, geheime Teil der Tora, da ein Mensch sie nicht durch seine persönlichen Eigenschaften offenbaren kann. Wenn es sich selbst enthüllt, sieht ein Mensch, dass die Tora seine Sinne ändert und ihn zur Wahrnehmung der höheren Welt führt – das System welches unsere Welt regiert, um einen Menschen und durch ihn unsere Welt zu verändern und nicht um nur eine Art von materiellen Handlungen durchzuführen. Darüber spricht die Tora. Die Tora ist in den inneren (Kabbala) und den äußeren Teil, der über die Erfüllung einiger akzeptierter Grundsätze und Handlungen spricht, die als „praktisches Judentum“ bezeichnet wird, geteilt.

 

Von Kab TV „Neues mit Michael Laitman“  27/3/17

[206071]

Wenn du deinem Nächsten ein Darlehen gibst…

Rav1Tora, Deuteronomium 24,10 – 24,11:
Wenn du deinem Nächsten irgendein Darlehen leihst, dann sollst du nicht in sein Haus hineingehen, um von ihm ein Pfand zu erheben. Draußen sollst du stehen bleiben, und der Mann, dem du geliehen hast, soll das Pfand zu dir nach draußen bringen.

Die Tora spricht hier nicht über den zwischenmenschlichen Umgang untereinander, wenn sie einem rät, nicht in das Haus eines Kreditnehmers zu gehen. Er soll ihm damit  nicht zeigen, dass er selber für diese Situation verantwortlich ist, dass der Nächste ihm etwas schuldet.
Die Tora spricht nicht über körperliche Handlungen.
Zu leihen bedeutet, den egoistischen Wünschen Kraft zu geben, damit sie später für altruistische Absichten benutzt werden können.
Ein Haus zu betreten bedeutet, sich mit dem egoistischen Verlangen zu vereinen.
Sie müssen in Erscheinung treten, so dass sie an einem hängen bleiben.
Deshalb hat man kein Recht, das Haus eines Menschen zu betreten, dem man einen Kredit gibt, weil man durch seinen Egoismus beeinflusst werden könnte, sobald man unter die Einwirkung seines Klis, seines Gefäßes, seines Verlangens, seiner vier Phasen gelangt.
Diese Interaktion muss absolut äußerlich sein und man muss den Kredit ohne Pfand und ohne Interesse zurücknehmen.
Es steht geschrieben „ bleib draußen“, wobei draußen sich auf das Eigentum bezieht.
Es gibt einen Unterschied zwischen privatem und öffentlichem Eigentum (wie bei öffentlichen Plätzen und Straßen).
Gärten sind der Typ Eigentum, der zu zahlreichen Haushalten zählt.
Es gibt aber auch Eigentum wie Felder, die jenseits der Stadtgrenze liegen, aber dennoch einem Besitzer gehören.
Und es gibt Eigentum, das niemandem gehört, weil es die Allgemeinheit besitzt.
Wiederum gibt es Eigentum, das zu den Cohens (jüd.Priester) gehört, womit der Tempel gemeint ist und so weiter.
Mit anderen Worten, alles wurde zweckgebunden erschaffen, weil alles eine spirituelle Wurzel hat.
Das Traktat „Shabbat“ im Talmud spricht davon.
So ist unsere innere Welt geteilt und so sehen wir es in der Außenwelt. In Wirklichkeit gibt es keine äußere Welt – es ist nur unsere Wahrnehmung. Wenn wir uns korrigieren, werden wir stufenweise entdecken, dass dies die Welt ist, in der wir auch draußen existieren.

Aus KabTV „Geheimnisse des Ewigen Buches“  10/31/16

[206790]

Lag ba-Omer – Feiertag der Kabbalisten

Lag ba-Omer ist in erster Linie ein kabbalistischer Feiertag, ein Feiertag des Lichtes. Lag ba-Omer bedeutet 33. Tag (lamed-gimel) nach Pessach, d.h. nach dem Auszug aus dem egoistischen Wunsch, zum Geben um zu  Geben, zu den gebenden Wünschen. Deswegen beginnt danach die Periode der Säuberung der Wünsche: 33 Tage von Pessach bis Lag ba-Omer und von da bis zu Shawuot. In diesen 50 Tagen beenden wir alle Korrekturen und sind für den Empfang der Tora bereit, d.h. des Lichtes, das die Wünsche zu empfangen korrigiert um zu geben.

Bis zum Tag Lag ba-Omer werden wir noch nicht als die angesehen, die vollständig aus Ägypten ausgezogen sind. Denn wir müssen die Wünsche mit den ägyptischen (egoistischen) Eigenschaften korrigieren. Aber am 33.Tag werden die Korrekturen  erreicht, und uns bleibt nur, den unteren Teil der Stufe, die empfangenden Wünsche, zu korrigieren. Deswegen können wir dann sicher sein, dass wir zweifellos zum Empfang der Tora kommen. Ab dem Tag Lag ba-Omer beginnt das Licht der Gabe der Tora bereits zu leuchten, wenn auch zunächst aus der Entfernung.

Deswegen ist der Tag Lag ba-Omer aus Sicht der Korrektur so wichtig. Vor dem Lag ba-Omer korrigieren und vollenden wir immer noch den Auszug aus Ägypten, und nach diesem Tag beginnen wir, uns für den Empfang der Tora in Shawuot vorzubereiten. Daraus folgt, dass Lag ba-Omer ein ganz besonderer „Tag“ ist, das heißt, ein Zustand, den ein Mensch auf dem Weg zur Korrektur durchläuft.

Der Auszug aus Ägypten passiert unter dem Einfluss des Höheren Lichts, dem großen Licht Chochma, das sich dank dem Erwachen des Menschen offenbart. Als Ergebnis erhebt er (der Mensch) sich über seinen Egoismus und trennt sich von ihm. Allerdings passiert das alles dank dem Licht, das von oben kommt. Die Wünsche bleiben noch egoistisch, aber das Licht ermöglicht es jenen, sich über den Egoismus zu erheben und geben zu wollen. Das alles ist nur dank dem Höheren Licht möglich, das uns wie ein Magnet zusammenhält.

Und jetzt muss man diese Korrektur realisieren, damit sie sich in allen unseren Wünschen ausdrückt. Insgesamt muss man in 50 Tagen von Pessach bis Shawuot 49 Sefirot korrigieren, aber wenn 33 Sefirot schon korrigiert sind, braucht man nicht mehr daran zweifeln, dass wir unsere Korrektur vollenden werden. Danach wird uns nichts mehr aufhalten.

Es ist bekannt, dass vierundzwanzigtausend Schüler von Rabbi Akiva an einem Tag an einer Epidemie gestorben sind. In ihnen ist so ein großer Egoismus zum Vorschein gekommen, dass sie anstelle der Liebe zum Nächsten, was der Lehrer geboten hat, in einen grundlosen Hass gefallen sind. Und deswegen konnten sie das Licht der Korrektur, das sich in diesen Tagen offenbaren sollte, nicht aushalten und sind gestorben. Nur an dem Tag Lag ba-Omer wurde die Epidemie beendet und die Schüler starben nicht mehr.

Von allen Schülern Rabbi Akivas ist nur eine kleine Gruppe unter der Leitung von Rabbi Shimon übrig geblieben. In dieser Gruppe waren zehn Menschen, die sich wie zehn Sefirot verbinden konnten und dank dieser Verbindung das Buch Sohar  geschrieben haben; das wichtigste kabbalistische Buch, ein Kommentar zum Pentateuch in der Tora.

Jedes Mal haben sie das Licht erhalten, das zur Quelle zurückführt, und sich mit seiner Hilfe korrigiert und ihre Korrekturen und Offenbarungen haben sie aufgeschrieben. Das bedeutet Kommentar zur Tora. Das eigentliche Licht zu beschreiben ist unmöglich. Aber wenn es die Wünsche beleuchtet, die nach Einheit streben, dann offenbart es neue Formen der Vereinigung. Und auf diese Weise offenbart es sich, das bedeutet – die Tora offenbart sich.

Es gibt eine Verbindung zwischen der spirituellen Wurzel und den materiellen Festen, und deswegen gibt es in unserer Welt Tage, da erscheint ein stärkeres, allgemeines Licht.

Deswegen muss man diese besondere Zeit des Feiertages Lag ba-Omer nutzen und mit allen Kräften versuchen, die Verbindung zu erreichen. Denn das ist der günstigste Moment dafür – alle Bedingungen sind auf die Korrektur ausgerichtet. Die Gruppe von Rabbi Shimon hat zu ihrer Zeit die Korrektur der zehn Sefirot geschafft. Aber jetzt muss die ganze Menschheit diese zehn Sefirot erreichen und dann offenbart auch sie diese Wünsche und die Lichter, den  gleichen Zustand. Die Tatsache, dass sich das Buch Sohar nach mehreren Jahrhunderten der Verborgenheit offenbarte, spricht dafür, dass unsere Wünsche schon für die Endkorrektur bereit sind, das wir in der Generation Mashiach leben.

Rabbi Shimon ist am Tag des Lag ba-Omer gestorben. Aber der Abgang des Gerechten aus dieser Welt ist kein Trauertag, sondern ein Feiertag, weil es dem Guten in der Welt dient, weil die Seele des Heiligen auf eine noch höhere Stufe aufstiegen ist, die wir nicht einmal erahnen können.

Lag ba-Omer ist ein Feiertag der Kabbalisten, ein Feiertag des Höheren Lichtes, das kommt und das sich in den Seelen der Menschen verwirklichen muss. Das ist nämlich das Licht, das in den vierundzwanzigtausend Schülern von Rabbi Akiva dank deren Verbindung existierte. Und dann, als sie ihren Egoismus nicht überwinden konnten und spirituell gestorben sind, verschwanden sie. Wie die Geschichte erzählt, starben sie deswegen auch physisch, an einer Epidemie. Dieses ganze Licht hat die Gruppe von Rabbi Shimon unter sich offenbart, sie ist auf 125 Stufen der spirituellen Leiter aufgestiegen, hat darüber in dem Buch Sohar geschrieben und das Buch bis zu unseren Tagen verborgen.

In unserer Zeit hat sich das Buch Sohar offenbart und mit dem Kommentar von Baal HaSulam wurde es unter dem Namen „Sulam“ (Leiter) vervollständigt. Dank dieser Ergänzungen können wir uns nach und nach dem Buch Sohar annähern und es offenbaren, bis wir alle 125 Stufen bis zur vollkommenen Korrektur erreichen.  

Aus dem Unterricht zum Thema „Feiertag Lag ba-Omer“, 14.05.2017

[#206759]

Wenn ein Mädchen mit einem Mann verlobt ist

Tora, Deuteronomium 22:23 – 22:24: Wenn es eine Jungfrau gibt, die mit einem Mann verlobt ist und ein (anderer) Mann sie in der Stadt findet und bei ihr liegt, sollst du sie beide zum Tor dieser Stadt bringen und du sollst sie mit Steinen bewerfen und sie sollen sterben: das Mädchen, da sie nicht aufschreit, obwohl sie in der Stadt war, und der Mann, weil er die Frau seines Nachbarn verletzte. So sollst du das Böse von dir auflösen.

Dies ist ein Beispiel dafür, wie die Handlung eines Menschen nicht mit seiner Absicht und seinem Wunsch übereinstimmt. Sie passen nicht zueinander und so kann die Korrektur nur durch Verzicht erfolgen. Solche toten Handlungen haben keine Fortsetzung in der Spiritualität, deshalb müssen diese Wünsche „sterben“. Der Tod tritt meistens durch Steinigung ein, da die Wünsche in Lev HaEven (steinernes Herz) fallen.

Frage: Was bedeutet es, dass die Absicht beschließt, sich mit solch einem Wunsch zu verbinden?

Antwort: Es scheint für einen Mensch so zu sein, dass er sich durch die Arbeit mit diesem Verlangen, dem Schöpfer annähern kann. Er denkt, dass er diese Handlung durchführen kann, aber in Wahrheit kann er es nicht. Er bekommt zum Beispiel die Gelegenheit einige Handlungen zu verrichten. Er möchte es um des Gebens Willen machen, um den Aufstieg, in Liebe zum Schöpfer voranzutreiben, um seine spirituellen Gefäße zu erweitern, jedoch stellt sich heraus, dass dies falsch ist. In unserer Welt drückt sich das in solchen fleischlichen Bildern aus, aber in der spirituellen Welt ist alles ganz anders.

Es steht geschrieben, bewirf das Mädchen und den Mann mit Steinen. Da sie beide unter äußerem Einfluss stehen, ist es nicht nur seine, sondern auch ihre Verantwortung für das aufgetretene Ereignis. Das heißt,  dass es ein Wunsch von mehreren Wünschen ist, der sich selbst kontrollieren muss. Es geht um ZON, der Welt von Atzilut, Seir Anpin und Malchut, die miteinander verbunden sind, daher sind hier beide, sowohl Widerstand als auch Übereinkunft möglich. Die Stadt in der sie sich verbinden, meint die Welt von Atzilut.

Hier gibt es viele Feinheiten. Zuerst geschieht alles über dem Parsa, der von den Stadtmauern um die Stadt repräsentiert wird. Es symbolisiert den Einfluss der umgebenden Gesellschaft, zu der das Mädchen selbst, ihre Eltern und dieser Mann gehören. So begründet man eine öffentliche statt einer persönlichen Korrektur. Deshalb verdienen sie eine härtere Strafe. In der Tora gibt es viele solcher Bedingungen, da es natürlich darum geht, unsere Absichten zu korrigieren. Unsere Wünsch bleiben die gleichen.

Unsere einzelnen Verlangen sind in 613 Teile unterteilt. Jedes dieser 613 privaten Verlangen, hat seine eigene egoistische Absicht die, um der anderen Willen und durch andere für den Schöpfer, zu einer altruistischen Absicht korrigiert werden muss und sonst nichts. Ein Mann symbolisiert die Absicht und eine Frau – das Verlangen. Die richtige Kombination von weiblichen und männlichen Teilen mit der richtigen Handlung für das Geben, führt zu der Geburt der nächsten spirituellen Stufe.

Von Kab TV „Geheimnisse des ewigen Buches“ 5/10/16

(204875)