Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Tora'

„ So wurde Miriam außerhalb des Lagers eingeschlossen“

Tora, Numeri 12:15 – 12:16: So wurde Miriam sieben Tage außerhalb des Lagers eingeschlossen; und das Volk brach nicht auf, bis Miriam wieder aufgenommen worden war. Danach aber brach das Volk von Hazerot auf; und sie lagerten in der Wüste Paran.

Frage: Miriam ist in der Tora ein starkes, weibliches Bildnis. Was ist Miriam in einem Menschen?

Antwort: Mose und Aaron sind die zwei Seiten der Bewegungen hin zum Schöpfer. Miriam ist der kleinste Teil, Malchut, der Mose und Aaron verbindet. Sie führt die Kette der Prophetinnen, die aus Babylon kamen (Sara, Rebecca, Lea und Rachel) fort und ist ihr gemeinsames Abbild. Jetzt begleitet sie das ganze Lager des Volkes Israel, d.h. die gesamte Bewegung einer Person hin zum Schöpfer. Wenn diese Eigenschaft nicht mehr benötigt wird, stirbt sie.

Wenn in der Tora geschrieben steht, dass ein Mensch im Lager krank ist, so bedeutet das, dass er sich einer spirituellen Korrektur unterzieht und es notwendig ist zu warten, bis es vorbei ist. Es ist unmöglich, ohne dem voranzukommen. Du kannst nicht vorwärts gehen, wenn du kranke Eigenschaften hast. Miriam repräsentiert ihre gemeinsamen Eigenschaften, ihr gemeinsames Verlangen. Da sie an Lepra erkrankt ist, muss sie natürlich korrigiert werden. Sie kann erst anschließend weiterziehen.

Es ist nie vorgekommen, dass die Menschen die Kranken in der Wüste zurückließen. Die Vorwärtsbewegung gründet sich auf der Tatsache, dass du an dir ständig egoistische Eigenschaften entdeckst, diese korrigierst und dann weiterziehst.

Frage: Warum betet Mose die ganze Zeit für die Menschen, für Miriam?

Antwort: Er tut das, was der Schöpfer wünscht. Mose ist der höchste Punkt in der Seele, er bringt einen Menschen dazu, sich vollständig zu korrigieren und sich mit dem Schöpfer zu verbinden. In dieser Eigenschaft erfüllt Mose ständig die inneren Wünsche des Schöpfers. Schau, wie sie spielen! Der Schöpfer bedroht ständig die Menschen und Mose schützt sie. Mose und der Schöpfer sind wie ein Ganzes, der ganze Rest sind jene Eigenschaften, die korrigiert werden müssen.

 

Von Kab TV „Geheimnisse des Ewigen Buches“ 25.3.15

[217735]

Übergang in die Höhere Welt

Das Hauptgesetz der Tora lautet: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Und alle anderen Regeln, Gesetze und Bedingungen sollen darauf ausgerichtet werden, alle Menschen in ein gemeinsames System zu verwandeln, das „Adam“ genannt wird.
Als Folge der so genannten „Sünden des Baumes der Erkenntnis“ ist dieses System in viele kleine Teilchen – Wünsche aufgespaltet worden, von denen jeder in jedem Menschen existiert, und so wandern diese Wünsche von Körper zu Körper, von Organismus zu Organismus.
Von nun an müssen wir diese zerbrochenen Teile allmählich untereinander vereinigen, bis sie so eng miteinander verbunden sind, dass sie einen einzigen Wunsch darstellen.

Frage: In der Tora steht geschrieben, dass die Bedingung, sie zu empfangen, darin besteht, wie ein Mensch mit einem Herzen zu werden. Das Herz ist ein Wunsch. Und was bedeutet „wie ein Mensch“? Immerhin ist jeder noch individuell.

Meine Antwort: Hier gibt es keine Individualität. Das sollte sich durch die Tatsache manifestieren, dass ich vom Standpunkt meiner Individualität aus wie alle anderen zum selben Ziel gehe.
Wir sind alle verschieden, aber wir gehen zum selben Ziel – zur Einheit. In der Verbindung zwischen uns, selbst wenn es nur zehn Menschen sind, finden wir den Übergang in die nächste Welt.

 

Aus dem Unterricht in russisch, 08.10.2017

[#219757]

“Als sich die Häupter des Volkes versammelten, die Stämme Israels insgesamt“

Deuteronomium, 5. Buch Mose, 33, 3-5:  Ja, er liebt sein Volk! All seine Heiligen sind in deiner Hand; und sie folgen deinen Füßen, jeder empfängt von deinen Worten.  Ein Gesetz hat uns Mose geboten, einen Besitz der Versammlung Jakobs. Und er wurde König in Jeschurun, als sich die Häupter des Volkes versammelten, die Stämme Israels insgesamt…

Es geht darum, alle Stämme zu einer gemeinsamen Nation zu vereinen. Jeder Stamm existiert immer noch getrennt gemäß seiner internen Methodik und Natur, und er ergänzt andere zu einem vollständigen gemeinsamen Gefäß. Deshalb wird Perfektion aber genau in der Verbindung zwischen ihnen erreicht, obwohl jeder von ihnen ein perfekter Teil ist. Dadurch werden sie dem Schöpfer ähnlich.

Die Zahl 12 kommt von den drei Linien, multipliziert mit dem vierstelligen Namen des Schöpfers (HaWaYaH – Yud-Hej-Waw-Hej) in jeder Zeile. Deshalb gibt es 12 Stämme.

 

Aus KabTVs „Geheimnisse des Ewigen Buches“ 2/6/17

[216182]

Aus dem Schlaf erwachen

Und ich werde deine Grenze festsetzen: Sie soll reichen vom Schilfmeer bis an das Meer der Philister und von der Wüste bis an den Strom, denn ich werde die Bewohner des Landes in deine Hand geben, so dass du sie vor dir vertreiben wirst. [Tora, Exodus 23:31]

Das Land Israel ist im Prinzip nicht so groß. Das bedeutet, dass das egoistische Verlangen eines Menschen sehr klein ist. Auf den spirituellen Stufen wächst aber das Verlangen. Wenn ein Mensch von einem niederen spirituellen Niveau auf ein höheres und noch höheres Niveau aufsteigt, offenbart er die ganze Welt.

Es ist nicht unser All, welches an sich keinen wirklich ernstzunehmenden spirituellen Raum darstellt, es ist einfach eine Null, es existiert nicht. In der wirklichen Welt, wo wir uns wirklich befinden, existiert es nicht. Unser All sind wir, unsere Abbildung.

Wir kennen uns nicht, sehen uns nicht. Zurzeit schlafen wir und erleben im Schlaf unser ganzes materielles Leben. In diesem Schlaf wird uns der Anfang der spirituellen Arbeit gegeben, die uns hilft aufzuwachen.

Wenn wir mit Hilfe dieser Arbeit  aufwachen (in die spirituelle Welt kommen), sehen wir, dass alles, was sich früher in uns befand, nur eine Illusion war. Wir haben verschiedene Meinungen erfahren und wir haben das alles in uns wahrgenommen, in unserem Vorstellungsvermögen. Aber jetzt sind wir wahrhaftig, spirituell.

Deswegen ist das materielle Leben gegenüber dem spirituellen Leben wie ein Traum. In Wirklichkeit machen wir nichts, wir führen keine Handlungen aus. Sogar unsere Verlangen, welche wir angeblich gebrauchen, sind keine Verlangen, sie sind nichts.

Sobald du erwachst (wirst du spirituell geboren), verstehst du das alles? Was früher geschehen ist, war wie ein Traum.

Und jetzt kommt die Frage: Wenn ein Mensch aus dem Traum erwacht und anfängt im spirituellen Raum der anderen Dimension zu leben, wie kann er bei der Ausführung irgendwelcher Handlungen plötzlich in diesem Traum erscheinen und anderen dabei helfen aus diesem Traum zu erwachen? Wie taucht er da hinein?

Mit anderen Worten, er hat eine gewisse spirituelle Stufe erreicht und es wird ihm gesagt: „Du musst im Traum mit denjenigen zusammen sein, die sich immer noch in diesem Traum befinden“.

Frage: Ist der Kabbalist so was wie ein Verbindungsteil? Wird er geschickt, um die Menschheit aus diesem Traum aufzuwecken, um sie zu einem neuen Zustand zu bringen? Und vollbringt er diese Arbeit?

Meine Antwort: Natürlich! In der Spiritualität wird dir diese Notwendigkeit gezeigt und sie wird zu deiner.

 

Aus dem TV Programm „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“  

[#216806]

Chanukka – Die Rast mitten auf dem Weg

Wir treten in eine besondere Periode des Festes Chanukka ein. Dieses Fest hat eine interessante Geschichte, wir sind aber mehr an seinem spirituellen Sinn interessiert. 

Der Mensch, sowie die gemeinsame Seele, war dem Schöpfer absolut gegensätzlich erschaffen worden. Die Eigenschaft des Schöpfers ist das Geben und die Liebe. Die Eigenschaft des Geschöpfes ist das Empfangen und der Hass. Das Programm der Schöpfung ist dazu berufen, den Menschen von der Gegensätzlichkeit zur Gleichförmigkeit mit der höheren Kraft zu führen.

Dieses Programm wird dank dem Licht realisiert, welches zur Quelle zurückführt. Dieses Licht erweckt man mit Hilfe spezieller Verfahrensweisen. Dazu gehört die Arbeit in Gruppen, nach dem Beispiel von Moses bei der Erschaffung des Volkes Israel.

Wenn sich diese Gruppen in einer speziellen Form verbinden, ziehen sie das Licht zu sich heran, welches zur Quelle zurückführt. Das Licht wirkt allmählich auf sie. Dank diesem Licht, welches „Tora“ heißt, erhalten die Geschöpfe die Korrektur.  

Diese Korrektur wird in zwei Etappen realisiert. Auf der ersten Etappe wird das Verlangen für sich zu genießen so korrigiert, dass die „Absicht“ zum Geben hin geändert wird. Das Verlangen selbst wird dabei nicht benutzt. Also, das Ziel der ersten Etappe besteht darin, die Verlangen zu empfangen zu mindern, damit man sich ausschließlich auf das „Erlangen der Absicht“ hin zum Geben konzentriert.

Nach dem Abschluss dieser Korrektur beginnen wir wieder, Verlangen zu empfangen zu offenbaren und arbeiten aktiv mit ihnen. Das heißt, dass wir empfangen um zu geben.

Die erste Etappe des Erreichens der Eigenschaften des Gebens um zu geben (die Stufe Bina) ist der Krieg der Makkabäer. Der Punkt des Überganges vom Geben um zu geben zum Empfangen um zu geben heißt „die Rast“ oder Chanukka (das bedeutet „chanu ko“: hier stehengeblieben).

Wir feiern einen sehr wichtigen Punkt bei dem Chanukkafest, den Abschluss des Erlangens der altruistischen Absicht, das Erlangen der Stufe Bina. Unser Verlangen zu genießen wird noch nicht benutzt. Wir schränken es ständig weiter und vergrößern somit die Absicht für das Geben. So kommen wir zu dieser Rast, zu Chanukka. Wir können ihre Lichter nur sehen, sie aber nicht benutzen.

Genauso können wir die Gefäße sehen, obwohl wir sie nicht benutzen können. Man kann kein Licht ohne Gefäß sehen, das geht nur für das Geben und über dem Verlangen selber.

Nach Chanukka lernen wir wie wir sogar die Verlangen zu empfangen mit der Absicht um zu geben benutzen können, damit „die Finsternis wie das Licht leuchtet“.

Chanukka ist deswegen ein Fest des Lichtes, weil wir nur die gebenden Absichten benutzen, das Licht kann man nicht benutzen, man kann nur darauf schauen. „Schauen“ bedeutet, das Licht über den Empfangsgefäßen zu nutzen. Beim Nutzen des Lichtes innerhalb der Empfangsgefäße sprechen wir von einer vollständigen, vollkommenen Anwendung.

So wird der Platz von diesem besonderen Fest bestimmt. Das Fest schließt diese besondere erste Etappe der Korrektur, welche wir in diesen Tagen feiern, ab.

 

Aus dem Unterricht zur Thema „Chanukka nach der Kabbala“

 [#218017]

Die Offenbarung der Kabbala von Generation zu Generation

Frage: Das „Buch der Schöpfung“ („Sefer Jezira“), welches Abraham geschrieben hat, ist ein wunderbares, poetisches, fest strukturiertes Werk. Man liest es mit Vergnügen, aber nur einzelne Gedanken sind verständlich. Existiert ein Schlüssel zu seinem Verständnis?

Meine Antwort: Dafür muss man die Kabbala studieren. Zum Beispiel, wie unterscheiden sich die Wissenschaften in jeder Generation? Indem sie sich entwickeln, mehr und mehr neues, was früher verborgen war, wird entdeckt. Deswegen können die Kabbalisten in jeder Generation, genau wie in der Wissenschaft, immer mehr offenbaren.

Das Buch Abrahams ist viel geschmeidiger geschrieben worden als das Buch von Adam. Abraham hat mit seinen Offenbarungen das, was Adam geschrieben hat, ergänzt und dabei noch tiefer die Kabbala offenbart. Und alle anderen folgten ihm.

Einst begann die Gruppe von Abraham die spirituelle Arbeit, sie fingen an, in der Verbindung untereinander die Eigenschaft des Gebens (die höhere Eigenschaft, den Schöpfer) zu offenbaren. Sobald die Menschen untereinander wieder gute Verbindungen von gegenseitiger Liebe herstellen, die Wechselwirkungen der gegenseitigen Bürgschaft, des gegenseitigen Verständnisses, offenbart sich der Schöpfer im Maße der Wahrhaftigkeit. Dieses Netz der Verbindungen nennt sich „das Gefäß“, in dem sich die höhere Kraft offenbart.  

Abraham hat die Methode der Offenbarung der höheren Kraft in der Verbindung zwischen den Menschen entdeckt. Moses hat diese Methode in die Praxis umgesetzt. Die Menschen seiner Generation haben enorme egoistische Abstiege durchlaufen, die als „ägyptisches Exil“ bezeichnet werden.

Sie tauchten in einen sehr großen Egoismus ein, konnten sich aber in der Verbindung soweit darüber erheben, dass sie durch die Verbindung der zwei entgegengesetzten Tendenzen (der egoistischen Abneigung und dem gleichzeitigen Streben nach Verbindung) die Voraussetzungen für die Offenbarung des Schöpfers erschaffen haben. Das war die Errungenschaft von Moses, die von ihm in der Tora beschrieben wurde.

Das was Moses mit seiner Gruppe erreicht hat, war ein großer Sprung im Vergleich zu dem, was Abraham erreichte. Deswegen hat sich die Generation von Moses vollkommen über unsere Welt erhoben, hat den Schöpfer in der Verbindung untereinander offenbart und dadurch so ein hohes Niveau erreicht, wie es zuvor noch nie erreicht wurde. Bis zum heutigen Tag ist Moses der größte geistige Führer des Volkes.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 23/7/17

[#216628]

Kabbala ist die Methode den Schöpfer zu enthüllen

Frage: Wer nannte die Wissenschaft, die wir studieren „Kabbala“? Bezieht sich dieser Name auf die Zeit, in der das Buch Sohar geschrieben wurde?

Meine Antwort: Das Wort „Kabbala“ findet man schon im Buch von Abraham. Es bedeutet „Empfangen“, weil die Haupteigenschaft der geschaffenen Materie das Empfangen ist. Daher bedeutet die Weisheit der Kabbala eine besondere Eigenschaft des Empfangens, der Offenbarung des Schöpfers.

Frage: Die Begriffe wie „Wissenschaft der Kabbala“ oder „Weisheit der Kabbala“ waren also bereits in der Zeit des ersten Tempels bekannt?

Meine Antwort: Lange davor, etwa anderthalbtausend Jahre vor dem Bau des ersten Tempels. Und ob es vorher war, kann ich  nicht sagen.

Außerdem gingen viele Bücher aus der Zeit von Adam bis Abraham verloren. Wir brauchen sie einfach nicht, darum sind sie nach und nach verschwunden. Wir kennen die Bücher nicht, die von Abraham, Isaak und Jakob geschrieben wurden, bis auf „Das Buch der Schöpfung“, („Sefer Jezirah“) von Abraham. Rambam erwähnt, dass Abraham viele Bücher geschrieben hatte. Aber wo sind sie?…

Frage: Kabbala, ist das eine Methode oder ein Buch?

Meine Antwort: Kabbala ist die Methode, den Schöpfer zu offenbaren. Tora (vom Wort „Or“, „Licht“) ist das Wissen über die Höhere Welt. Und alles andere, wie die Mishna, der Talmud und andere heiligen Schriften sind Ergänzungen, Kommentare usw.

Das Buch Sohar ist auch ein Kommentar  zur Tora. Und alles zusammen heißt Tora, mit anderen Worten die Anweisung zur Enthüllung des Lichtes.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 04/06/2017

[#214415]

Die Geburt der Seele und ihre spirituellen Eltern

Frage: Wie geschieht die Geburt der Seele? Was sind spirituelle Eltern?

Antwort: Die spirituellen Eltern sind Aba we Ima (Vater und Mutter), Eigenschaften, die Sefirot Chochma und Bina.

Das höhere Licht steigt aus der Welt der Unendlichkeit hinunter und erschafft fünf Welten: Adam Kadmon, Azilut, Brija, Yezira und Assija, die man in Form von Kreisen darstellen kann. Innerhalb dieser wird noch ein zusätzliches Parzuf gebaut, genannt  Adam.

Adam HaRishon wird in der Welt Azilut geboren, die folgende Parzufim einschließt: Atik, Arich AnpinAba we Ima, dann  Seir Anpin und Malchut, die man SON (Seir Anpin und Nukwa) nennt.

Der Parzuf Aba we Ima sind Vater und Mutter, aus denen Adam HaRishon geboren wird. Nach der Geburt steigt er an seine Stelle in Malchut hinunter. Das alles geschieht unter Einwirkung des höheren Lichtes.

Und dann will der Wunsch, genannt Adam, bis zum endlichen Zustand, zu der vollen Korrektur  der vollen Ähnlichkeit mit dem Schöpfer (der grüne Pfeil) hinaufsteigen, der auch die Unendlichkeit heißt.

Aber wenn Adam versucht, in diesen Zustand hinaufzusteigen, erscheinen in ihm sofort versteckte Schlangen.

Normalerweise sitzt die Schlange tief innerhalb des Wunsches, nichts interessiert sie. Aber wenn das höhere Licht, das gegen sie gerichtet ist, auf sie einwirkt, wacht sie sofort auf. Es entsteht ein sehr interessantes Bild: auf der einen Seite ist das höhere Licht und auf der anderen die Schlange. Das heißt zwei Gegenpole.

Infolgedessen fällt die ganze Konstruktion von Adam nach unten (der blaue Pfeil) in die Zustände, die unter dem Parssa heißen, wo sich die reinen Welten Brija, Yezira und Assija und ihnen gegenüber auch die unreinen Welten von Brija, Yezira und Assija (Egoismus, Klipa) befinden.

Die Seele, die aus ihrem niedrigsten Zustand geboren wird, genannt „Fall der Seele“, kommt in den Raum zwischen den reinen und unreinen Welten.

Also ist die Seele ein Wunsch, es gibt nichts anderes in ihr. Sie wurde von ihren Eltern Aba we Ima geboren und heißt Adam vom Wort „Ähnlichkeit“ (dome) mit dem Schöpfer, welche sie in der Zukunft erreichen muss. Als sie gewünscht hatte, hinaufzusteigen und dem Schöpfer ähnlich zu werden, erschien die Schlange in ihr, in Beziehung zum höheren Licht, deshalb ist sie in die erschaffenen reinen und unreinen Welten gefallen und fing an sich in ihnen zu entwickeln.

Von hier ab haben wir drei Linien: die linke (blau auf der Abb.), die rechte (grün), und die wichtigste mittlere (rot).
Wenn alle drei Linien miteinander arbeiten, heißen sie „die Seele“ (die gelbe Farbe auf der Abb.). Eine kann nicht ohne die andere existieren.

Frage: Müssen die dunklen Welten gegenüber den reinen Welten unbedingt existieren?

Antwort: Ja. Außerdem existiert alles eben gerade dank den unreinen Welten. Wir unterschätzen die Selbstsucht. Ohne Schlange wäre es unmöglich irgendetwas zu machen. Dank der Methode, die Tora heißt, vom Wort „die Lehre“, „das Licht“ (Horaa, Or) können wir von der Schlange ihre getrennten, richtigen Teile isolieren, sie korrigieren und weiter gehen.

 

Aus dem russischen Kabbalaunterricht 14/05/2017

[211952]

Du wirst dich mit einer Frau „verloben“

Du wirst dich mit einer Frau verloben, aber ein anderer Mensch wird mit ihr zusammenliegen. [Tora, „Dwarim“, „Tawo“, 28:30]

Hier wird von der Verbindung zwischen S‘‘A (Seir Anpin: wird „Kleines Gesicht“ genannt, weil Seir Anpin hauptsächlich das Licht von Chassadim und in geringem Maß Licht von Chochma ist) mit Nukwa (wörtl. Frau, Weib (leitet sich von Nekew „Lochab) gesprochen.

Wenn S‘‘A und  Nukwa, also der männliche und der weibliche Teil, zueinander passen und sich in der Eigenschaft des Gebens befinden, entsteht zwischen ihnen die richtige Verbindung und auf die Welt kommen ihre Nachkommen: die neue Seelen.

Wenn aber S‘‘A nicht die richtige Paarung mit Nukwa vollziehen kann, dann kommt  anormale Nachkommenschaft: „Teufel“, „Dämonen“ und „Widersacher“. Das sind die kleinen widerwärtigen Eigenschaften des Menschen in diese Welt.

Dazu zählen Neid, Eifersucht,  Betrug und Gemeinheit. Also alles, was den anderen schadet. Alle Verlangen, die den anderen schaden, kommen genau wegen der falschen Verbindung zwischen Seir Anpin und Nukwa, welche den Menschen nach unten ziehen, weil er für sie arbeiten muss.

Frage: Es wurde gesagt: “Und ein anderer Mensch wird mit ihr zusammenliegen. Heißt das, dass das Verlangen trotzdem korrigiert wird?

Meine Antwort: Ja, aber das wird mit Hilfe einer anderen Kraft korrigiert, mit einer anderen Absicht. Es wird sich dank seiner Verbindung mit dem richtigen S‘‘A erheben.

Die obengenannten schlechten Folgen kommen genau deswegen, weil du dich mit ihr abgeben wolltest. Mit anderen Worten, diejenigen Teile von S‘‘A, welche sich falsch mit  Malchut verbinden werden, werden die Seelen mit allen möglichen Mängeln erzeugen.

 

Aus dem TV Programm „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“ 

[#210017]

„Sei stark und mutig!“

Tora, Deuteronomium 31:06: Sei stark und mutig! Fürchte dich nicht, noch sei bestürzt über sie, denn der Herr, dein Gott, ist der Eine, der mit dir geht. Er wird dich weder im Stich lassen, noch dich verlassen.

Moses sorgte sich um die Menschen wie um seine Kinder. Schließlich konnte er selbst das Land Israel nicht betreten, da er seine höchste Stufe erreicht hatte und auf die nächste Generation warten musste.

Er scheint in unsere Zeit zu springen, um darauf zu warten, dass die heutige Menschheit das Licht sieht, um sich zu erheben, sich zu erziehen, dieselbe vierzigjährige Reise durch die Wüste (im spirituellen Sinn des Wortes) zu vollenden und bereit zu sein, in das Land Israel einzutreten, das heißt, die Eigenschaft der absoluten Anheftung an den Schöpfer zu erlangen.

Dann werden sich alle großen Seelen, welche von Moses geführt werden, mit denjenigen zusammenschließen können, die sich auf der ganzen Erde versammeln. Zusammen werden sie die spirituelle Erhabenheit erlangen.

Frage: Die in der Tora beschriebenen Stufen reichen von Adam bis hin zum Einzug in das Land Israel. Geht die gesamte Menschheit auf diesen Wegen?

Antwort: Die Menschheit muss notwendigerweise dieselben Zustände durchlaufen.

Frage: Das heißt, wie sie sagen, dass jeder Mensch in sich selbst, die Tora schreiben soll? Ist das die Bedeutung davon, alle diese Zustände zu durchlaufen? Und Moses wartet bis wir ihn erreichen, das heißt, er wartet, bis alle anderen Verlangen zu ihm kommen?

Antwort: Nicht nur Moses wartet auf sie, sondern alle Vorväter: Abraham, Isaak, Jakob mit seinen Frauen, Adam HaRishon und Eva. Alle sind da.

 

Aus KabTV „Geheimnisse des Ewigen Buches“ 23/1/17

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