Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Der Freund ist ein Gleichgesinnter

Frage: Wie können wir mit anderen zu Gleichgesinnten werden, wie kann man ermessen, ob wir gleich sind, denn anderenfalls werden wir doch nicht zu wahren Freunden, die untereinander die Bedingungen für die Offenbarung des Schöpfer erschaffen?

Meine Antwort: Man kann sich “höher” oder “niedriger” als die anderen empfinden, aber zu den Freunden werden nur diejenigen, die in einem Zustand der Gleichheit untereinander angekommen sind. In anderen Beziehungen (im Empfangen oder im Geben) seid ihr keine Freunde, sondern entweder Lehrer oder Schüler voneinander.

Als Gleichgesinnte werden somit die Menschen bezeichnet, die gleichzeitig verlangen:

1. Alles zu geben, so wie der Große dem Kleinen gibt, und sich um den anderen zu sorgen,

2. Sie sind bereit, von einem beliebigen Freund zu lernen, so wie der Schüler von seinem Lehrer lernt (wie man sagt, “von allen meinen Schülern habe ich gelernt” - “mi koll talmidaji iskallti”).

Gerade in der Kombination dieser zwei Beziehungen von mir zu den anderen werden ich mit einem anderen gleichgestellt, d.h. werde ich zu seinem Freund.

Der fremde Blick auf sich selbst aus der mittleren Linie

Warum hat der Schöpfer alles so sonderbar gemacht? Warum hat er den Palast aufgebaut, und Seine Lieblingsgäste zu sich eingeladen? Warum hat Er dann plötzlich um den Palast herum Wächter aufgestellt, die die Gäste auf die Probe stellen, ihnen den Eingang verweigern, und ihnen Leiden und Schmerzen zufügen? Wusste denn der Schöpfer nicht im voraus, wer Ihm treu sein würde, wer Ihn lieben wird und wer nicht? Warum stößt der Schöpfer uns ab, damit nur diejenigen Ihn erreichen, die alle Hindernisse überwinden und ihre Ergebenheit und Bereitschaft zur Hingabe beweisen können?

Es geht darum, dass gerade in diesem Kampf mit den Hindernissen sich unser Verlangen (Gefäß für das Empfangen der Füllung im Palast des Königs) entwickelt. Wie könnten wir anders dieses Gefäß aufbauen? Es wird uns von oben nicht in fertiger Weise gegeben. Anderenfalls wäre es ungerecht. Denn es wäre ungerecht, vom ganzen Herzen nach dem Schöpfer zu streben, und dennoch von den Wächtern vom Berg hinuntergestoßen zu werden.

Tatasche ist, dass meine Eigenschaften den Eigenschaften derjenigen entgegengesetzt sind, die des Aufenthaltes auf dem Gipfel des Berges würdig sind. Ich bin also nicht jener Mensch, der sich im königlichen Palast aufhalten kann. Dank den Wächter verändere ich mich jedesmal, bringe meine Eigenschaften in Übereinstimmung mit den Eigenschaften des Schöpfers.

Auf diese Weise kannst du alle Hindernisse rechtfertigen, verstehen und aushalten und zwar mit Hilfe des Glaubens über dem Verstand: sowohl egoistisch, als auch gebend. Denn dieses Geben basiert auch auf dem Empfangen.

Verständlicherweise werden diese Kräfte meiner Selbstsucht als grausame und böse Wächter vorgestellt, die mir nicht gestatten, hineinzugehen. Und der Schöpfer ist der grausamste von allen, weil Er diese Wächter auf meinem Weg zu Ihm gestellt hat. Er hat meinen bösen Anfang und alle damit verbundenen Probleme und Leiden geschaffen. Als ob Er ein krankes, unglückliches Kind geboren hätte, und statt es zu bemitleiden, es auch noch verprügeln würde, als ob es selbst daran schuld wäre.

Deshalb scheinen uns all unsere Ansprüche gerechtfertigt. Aber hier geht es darum, dass der Aufbau eines korrekten Verlangens nur durch den Erhalt neuer Eigenschaften möglich ist, die in uns nicht von vornherein vorhanden sind. Und deshalb besteht die richtige Herangehensweise darin, sich selbst zu verändern. Einerseits betrachtest du die Eigenschaften, die in deinem egoistischen Verlangen vorhanden sind. Und von einem anderen Standpunkt aus beobachtest du, was sich in deinem Verlangen des Gebens, im Streben zum Schöpfer befindet - das heißt die Eigenschaften, die für den Aufstieg auf den Berg mit dem königlichen Palast notwendig sind.

Und du beobachtest dich selbst von diesen zwei Punkten aus, “aus der mittleren Linie”. Und bezüglich deines Verlangens zu genießen, ist das der grausamste Weg, auf dem keine Gerechtigkeit zu finden ist! Auch bezüglich des Verlangens zu Geben misslingt es dir, viele Rechtfertigungen und große Unterstützung zu finden. Denn man muss von beiden Seiten eine Menge Bemühungen - sowohl seitens der Selbstsucht, als auch seitens des Strebens nach Geben aufwenden.

Wichtig ist, dass du diese zwei diese Aspekte mit unabhängigem Blick, wie aus dem “Niemandsland” betrachtest. Als ob du zu Keter aufgestiegen wärst und von da aus dich selbst beobachten würdest, wie es der Schöpfer tut. Denn deine egoistischen Eigenschaften gehören dir nicht, und können sich infolge deines Strebens, mit dem Schöpfer verglichen zu werden, verändern. Folglich kannst du genauso wie Er werden, mit Ihm vereinigt werden, und alles, was dir widerfährt, nur wie ein Mittel dazu ansehen.

Du willst mit dem Schöpfer verschmelzen, anstatt nur von deinem egoistischen Verlangen abhängig zu sein. Dabei ist das Verlangen zu genießen für dich nur das Mittel, den Schöpfer zu erreichen. Mit Hilfe der Thora (des Lichts, das zur Quelle zurückführt), sollst du diesen bösen Anfang zum Guten wenden, um damit den Schöpfer zu erreichen.

Für die Verschmelzung mit dem Schöpfer brauchst du einen guten Anfang. Du veränderst deinen bösen Anfang mit Hilfe der Tora und kannst in der Folge den Palast des Schöpfers erreichen. Das ganze Geschöpf wurde zwecks der Verschmelzung mit dem Schöpfer erschaffen. Von diesem Punkt der Verschmelzung aus, die wir erreichen wollen, soll man den ganzen Weg, den gesamten Prozess betrachten. Dann wirst du deine egoistische Wahrnehmung ändern können, du wirst in der Lage sein, dich selbst nicht aus dem Verlangen zu genießen heraus, nicht aus dem Egoismus heraus zu betrachten. Du wirst dich die ganze Zeit über ihm befinden, und in ihm nur das Mittel zur Erreichung des Ziels sehen.

Deshalb ist es so wichtig, ständig die Größe des Ziels zu betonen, den Schöpfer, die Gruppe, die Freunde zu erhöhen, und das wird dir helfen, alle Hindernisse (die Wächter auf dem Weg zum König) als Hilfsinstrumente wahrzunehmen.

Auszug aus dem Unterricht nach “dem Vorwort zur Lehre der Zehn Sefirot” “, 15.05.2012

Das Gute dem Schlechten zuwenden

Frage: Der Schöpfer schuf den bösen Trieb und den guten. Es steht geschrieben, „Ich schuf den bösen Trieb.” Und woher kommt der gute Trieb?

Meine Antwort: In Wirklichkeit gibt es keinen guten Trieb. Es gibt nur die Neigung zum Bösen, die ursprünglich vom Schöpfer erschaffen wurde. Daher informiert er uns, dass er den bösen Trieb geschaffen hat. Aber wir korrigieren ihn mit Hilfe der Thora und verwandeln ihn in den guten Trieb.

„Trieb” ist Verlangen. Das Verlangen bleibt. Aber „böse” bedeutet, dass ich ständig um meiner selbst willen empfangen will, und das schadet mir dann, weil ich mich in dieser Welt abschotte wie ein kleines Tier, das all die Jahre nur überlebt, die es zu leben hat. Dies ist die elendste Art von Leben, die in Wirklichkeit möglich ist.

Der gute Trieb bedeutet, dass wir versuchen, uns in der Gruppe zu vereinigen und verstehen, dass wir dazu nicht in der Lage sind, und beginnen, aufzuschreien in einem gemeinsamen Gebet. Dann erscheint das Licht, das verwandelt, und schafft Einigkeit unter uns, und im Innern dieser Einigkeit wird die Absicht zu Geben, wird das Licht enthüllt. Dann haben wir anstelle des bösen Triebes den guten, dasselbe Verlangen, aber mit der Absicht, uns mit dem Nächsten zu vereinen.
Auszug aus dem 3. Workshop des ONE Kongresses in New Jersey, 12.05.2012

Auch ein Stein wird befreit

Unterricht aus Amerika

Frage: Man sagt, dass nachdem alle Buchstaben ins Herz eingeritzt sind, wird der Mensch befreit. Wie meißeln wir diese Verlangen in unseren Herzen heraus?

Meine Antwort: Wir gestatten dem Licht einzuwirken. Nachdem ich dem Licht ermögliche, an mir zu arbeiten, schafft es in mir die Formen der Buchstaben, meißelt sie auf meinem Steinherz, arbeitet sie heraus. Denn mein ganzes Herz ist ein riesiger Stein.

Stellen Sie sich den Granitfelsen vor, auf dem man alle Buchstaben der Tora ausmeißeln soll - angefangen mit “Bet”, mit dem ersten Buchstaben des ersten Wortes “Bereschit” (”Am Anfang”), und bis zu “Lamed”, bis zum letzten Buchstaben des letzten Wortes “Israel”.

Denn die gesamte Tora ist ein Kode der Korrektur des Verlangens infolge der konsequenten Einprägung aller existierenden ТАNТА (des vollen Kli/Gefäßes: taamim, nekudot, tagin, otijot - Lichter, Punkte, Zeichen über den Buchstaben, Buchstaben). Das alles soll auf dem Stein eingeritzt werden.

Folglich bekommt der Stein eine neue Form (empfängt nicht mehr für sich). Er arbeitet vollständig für das Geben, weil alle Buchstaben Ausdrücke des Gebens seitens des Steines, seitens unserer Natur sind.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch “Schamati”, 11.05.2012

Schirm ist einfach…

ONE Kongress in New Jersey. Workshop 4

Frage: Kann ein einzelner Mensch den anti-egoistischen Schirm erlangen oder ist es nur über die Gruppe möglich? Oder ist der Schöpfer der einzige, der uns den Schirm geben kann?

Meine Antwort: Das Licht kommt über die Gruppe auf meine Bitte hin und baut in mir den Schirm auf, der mir hilft, mich über mein Ego zu erheben und mich mit der Gruppe zu verbinden. Der Schirm ist die Verbindung zwischen mir und der Gruppe oder zwischen mir und dem Schöpfer, was ein und dasselbe ist. Er hilft mir, mich über den Egoismus zu erheben, und, nachdem ich mich über mich selbst erhoben habe, mich mit dem Licht, dem Schöpfer, dem Kern der Gruppe, der sich in ihrer Mitte offenbart, zu verbinden.

Außer dem Schirm brauchen wir nichts. Es gibt mein Verlangen und es gibt die Gruppe, in deren Innerem sich das Licht und der Schöpfer befinden - und der Schirm hilft mir, mich mit ihnen zu verbinden. Auf diese Weise trete ich in die spirituelle Welt - in die Mitte der Gruppe - ein.

Auszug aus dem 4. Workshop des ONE Kongresses in New Jersey, 13.05.2012

Der Blick auf die Gruppe im Licht der Liebe

ONE Kongress in New Jersey. Lektion 2

Frage: Welche Anstrengungen soll die Gruppe unternehmen, um die Korrektur im gleichen Lebensabschnitt, in dem sie die Wissenschaft der Kabbala enthüllt, zu erreichen?

Meine Antwort: Die Anstrengungen bestehen darin, den Freund in der Gruppe nicht nach den Zuständen, die er gerade durchläuft, zu beurteilen. Wir sind alle „Waschlappen”, wie Rabash zu sagen pflegte, wir sind alle unkorrigiert. In jedem von uns gibt es alle Makel.

Derjenige, der hohe spirituelle Stufen erreicht, enthüllt im Grunde genommen derart widerliche Verlangen in sich, dass es ihn erschaudern lässt, wie er sie nur haben kann. Das kann man sich noch nicht einmal vorstellen! Denn als Ergebnis des Zerbrechens schließt jeder von uns alle Verlangen in sich ein. Aus diesem Grund ist es uns verboten, den anderen als unkorrigiert zu sehen.

„Jeder urteilt über den anderen aus der eigenen Verdorbenheit heraus”. Wenn ich einen Fehler in dem anderen sehe, dann nur, weil ich selbst verdorben bin. Denn wenn ich korrigiert wäre, würde ich den anderen entsprechend meinem Korrekturgrad sehen, und zwar in einem vollkommen korrigierten Zustand, weil alle diese Stufen bereits existieren. Und das, was ich jetzt sehe, ist eine Projektion meines Egos. Gerade dieses zeichnet mir dieses Bild.

Darum besteht die Hauptarbeit in der Gruppe darin, jeden Freund als das eigene geliebte neugeborene Kind wahrzunehmen. Es ist unwichtig, was es macht: dir keine Ruhe lässt, alles bekleckert oder kaputt macht, du weißt trotzdem, dass es dein Kleines ist. Die gleiche Einstellung muss man dem Freund entgegenbringen. Das ist ein Zeichen der Liebe.

Wenn ich von einem Freund spreche, meine ich einen Menschen, der auch imstande ist, sich den anderen gegenüber genauso zu verhalten, und nicht jemanden, der einfach gekommen ist und sich in die Gruppe eingetragen hat. Die gegenseitige Hilfe besteht darin, auf den persönlichen Zustand eines jeden Rücksicht zu nehmen.

Auszug aus der 2. Lektion des ONE Kongresses in New Jersey, 12.05.2012

Bilder der Wahrnehmung

Unterricht aus Amerika

Wir befinden uns in einer „sehr konkreten” Welt von Gegenständen, von klaren Objekten, die durch unsere Sinnesorgane wahrgenommen werden. Genauso stellen wir uns die höhere Welt und die Höhere Kraft vor. Denn was bedeutet „Kraft”? Wie kann etwas, was keine „Abbildung” besitzt, in unserer Wahrnehmung existieren? Wir sprechen von der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, was bedeutet aber „Eigenschaft”? Das alles ist für mich unverständlich, ich sehe es nicht.

In der Welt betrachte ich immer die Einkleidung von Kräften und Eigenschaften in die Materie der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe. Anderenfalls kann ich mir nichts vorstellen. Religionen und Glaubensrichtungen verleihen ihren Gestalten ebenfalls immer eine Form. Ohne dies sind die Menschen einfach nicht in der Lage, über etwas zu sprechen, nachzudenken.

Aus diesem Grund stelle ich mir die Höhere Kraft doch in einer konkreten Form vor. So bin ich nun mal erschaffen, dass ich keine Kraft ohne ein konkretes Anschauungsbild wahrnehmen kann.

Baal HaSulam erklärt das am Beispiel der Elektrizität, die sich an greifbaren Dingen wie dem Zeiger, der von der Null-Marke abweicht, dem aufkochende Wasserkocher, dem laufende Motor usw. bemerkbar macht. Eine gewisse Kraft bringt etwas in Gang und ich nehme sie eben dank dieser Anschaulichkeit wahr. Die Folgen veranschaulichen die Ursache und lassen sie greifbar für uns werden.

Wenn der Mensch mit der Wissenschaft der Kabbala in Berührung kommt, möchte er die Höhere Kraft, die höhere Welt enthüllen. Er stellt es sich aber in diesen oder jenen Formen, Umrissen, die durch drei Achsen begrenzt sind, „Exponaten”, die das Archiv seiner Wahrnehmung füllen, vor. Denn ohne diese inneren Muster bleibt er ein Säugling, der nicht in der Lage ist, die Geschehnisse zu begreifen.

Um die Details und Schattierungen im Weltbild erkennen zu können, vergleiche ich etwas Unbekanntes mit dem, was sich in meinem Gedächtnis bereits befindet. Es ist kein Zufall, dass viele im Alter an Demenz leiden - sie verlieren die Fähigkeit zu diesem Vergleich des Sichtbaren und des bereits Eingeprägten.

Aus diesem Grund sollte man Verständnis für Anfänger haben: sie brauchen eine gewisse Zeit, sie müssen tausendmal hören, dass die Spiritualität eine Kraft und keine Form ist. Es fällt dem Menschen sehr schwer, dies zu verstehen, bis er wirklich ein gewisses, wenn auch sehr kleines Gefühl dafür entwickelt. Bis dahin hört er einfach nur zu, hört aber nichts, wird nicht von innen damit erfüllt.

In Wirklichkeit, wenn wir zu einem Gefäß werden können, erfüllt uns diese Kraft und verleiht uns eine bestimmte Form. Doch wie können wir dieses Gefäß erschaffen?

Wir müssen uns verbinden - das ist das einzige Mittel in unserer Welt, auf unserer Stufe. Das ist der Grund, warum wir uns hier in unseren Körpern befinden, und zwar um Bindungen zu schaffen, auch wenn es nur ein Spiel ist. In Wirklichkeit bedeuten die Umarmungen noch keine Verbindung. Wenn wir aber in unseren egoistischen Verlangen an die Einheit denken, genügt es, um das Licht von der höheren Stufe, das umgebende Licht, das zur Quelle zurückführt, zu erwecken.

Ich versuche, die Verbindung mit den Freunden herzustellen, kämpfe mich durch die Hindernisse hindurch, und dann generiert das Licht über diesem Widerstand Energie. Genauso wird Energie durch Strom erzeugt, indem er durch einen Resistor fließt - nach einer ganz einfachen Formel: die elektrische Leistung ist das Produkt der Stromstärke und der elektrischen Spannung. Eben diese Leistung beginne ich wahrzunehmen, wenn ich mich mit den Freunden trotz des inneren Widerstandes verbinde. In dem Maße, in dem ich Druck ausübe, voranschreite und die Widerstandskraft bezwinge, enthüllt sich mir in dieser Anstrengung das Licht.

Auf diese Weise nehme ich das Resultat der Einwirkung des Lichts, das zur Quelle zurückführt, wahr. Es kommt eben in meinen Anstrengungen, die gegen die Hindernisse gerichtet sind, zum Vorschein. Das ist der Grund, warum der Schöpfer sagt: „Lass uns zum Pharao gehen, denn ich habe sein Herz verhärtet. Ich habe dir Hindernisse geschickt, also kämpfe gegen sie an. Das bereitet dich auf die Enthüllung, auf den Auszug aus Ägypten vor”.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 10.05.2012

Seminar mit dem Schöpfer

Lektion aus USA

Frage: Während der Seminare in der Gruppe reden einige Menschen viel und andere weniger, einige sind extrovertierter, andere wiederum weniger. Wie soll man sich richtig dazu verhalten?

Meine Antwort: Wenn ich zusammen mit anderen Menschen im Kreis sitze, soll ich jeden von ihnen wie ein Mannequin betrachten, durch das der Schöpfer spricht. Es ist nicht der Mensch, der mir gegenüber sitzt, sondern auf diese Weise stellt sich mir der Schöpfer in allerlei Formen vor. Wenn sie Dummheiten sagen, dann ist das unwichtig für mich, ich huldige ihnen. Wenn sie plötzlich mir unangenehm, abstoßend und unsympathisch erscheinen, dann soll ich als Gegengewicht dazu verstehen, dass Er in mir diese Gefühle, diese Antipathie erweckt. Und hier ist ein Platz für viel Arbeit.

Über den großen Weisen Rabbi Jossi Ben Kisma steht geschrieben, dass er eine Gruppe von Schülern hatte, die absolute Anfänger waren, aber er stellte sich noch niedriger als sie, und somit wurden sie Groß in seinen Augen und er konnte durch sie das ganze spirituelle Begreifen vom Schöpfer offenbaren.

Es gibt nicht “höher” und “niedriger” - denn diese Wahrnehmung erfolgt nur laut unserer Einschätzung. Deshalb kann ich in einer Gruppe von denen, die “von der Straße gekommen sind”, sitzen und es ist unbedeutend, dass sie Anfänger sind. Alles hängt davon ab, wie ich mich ihnen gegenüber stellen werde.

Auszug aus der Lektion nach dem Artikel aus dem Buch “Schamati”, 10.05.2012

Lehren, aber nicht brechen

Wenn ich in die Gesellschaft einbezogen bin, möchte ich an alle anderen Seelen geben, all den Verlangen, die außerhalb von mir sind. Aber was kann ich ihnen geben? Dann empfange ich (I) ein großartiges Licht vom Schöpfer, das Licht von Ein Sof (Unendlichkeit) (∞ ), das durch mich hindurchgeht zu anderen.

Irgendwann wird jeder von uns dem Schöpfer ähnlich in seiner Beziehung zu anderen - der Eine, der gibt, der jeden spürt und füllt.

Zur selben Zeit sind wir alle verschieden, und niemand kann den Platz eines anderen einnehmen. Jeder hat seine eigenen, besonderen Fähigkeiten, die ihm erlauben, sich anderen anzuschließen und ihnen etwas zu geben, das nur er ihnen geben kann. Es ist diese Fähigkeit, die jemanden dem Schöpfer ähnlich macht in seiner Einstellung zu anderen.

Die Weisheit der Kabbala sagt uns, dass niemand gedrängt oder unterdrückt werden sollte. Die Erziehung sollte frei sein: Wir lehren die Leute über gegenseitige Bürgschaft, wechselseitige Verbindung, beiderseitige Hilfe und gemeinsame Erfüllung, aber ohne Zwang. Wenn wir irgendetwas davon jemandem vorschreiben, werden wir ihn seiner Fähigkeit berauben, sich auf richtige Weise mit anderen zu verbinden und seinen einzigartigen Beitrag zum Wohle aller zu leisten. Er wird nicht fähig sein, in seiner Haltung zur Welt wie der Schöpfer zu sein, und wird sich zur Stufe des Schöpfers erheben können, zur Stufe des Einen, der gibt.

„Geben” ist, wenn ich vom Schöpfer empfange und das Licht, das für andere gedacht ist, durch mich hindurchleite. Um jemanden zu befähigen, das zu tun, müssen wir ihm die richtige Erziehung zukommen lassen, ohne jeglichen Druck oder Unterdrückung, gemäß dem Prinzip: „Erziehe jedes Kind auf seine eigene Art”. In anderen Worten, entwickle seine Eigenschaften, aber bedränge nicht, zwinge nicht, und brich es nicht.

Dies ist eine besondere Methode, und wir müssen lernen, wie wir sie anwenden können. Wenn wir unsere Kinder auf diese Art erziehen, werden sie zu ganzen und erfolgreichen Menschen werden. Das liegt daran, dass wir ihnen beibringen werden, sich problemlos mit anderen zu verbinden, und sie dadurch mit den Mitteln versorgen werden, näher zum Licht zu gelangen. Dadurch wird es für sie leichter sein, die allgemeine Kraft zu erkennen, die in der Natur verborgen ist. Darin besteht die Einzigartigkeit unserer Erziehung.

Einer Person in dieser Welt fehlt tatsächlich nur eines, nämlich zu wissen, wie man sich mit anderen Leuten verbindet. Wenn jemand lernt, wie man sich verbindet, wird er fraglos in allem Erfolg haben. Darin besteht die Korrektur der Welt. All unsere anderen Geschäfte sind nur Lügen. Wir verwirren uns selbst durch eingebildete Erfolge, nach denen es stets Enttäuschungen gibt, und die Krisen und unsere Schwierigkeiten wachsen weiter.

Verliere dich nicht

Kongress in Brasilien. Lektion №5

Frage: Kann ein beliebiges physisches Verlangen - zum Beispiel die Sucht nach Sex - auf dem spirituellen Weg zum Hinderniss werden?

Meine Antwort: Die physischen Verlangen (Essen, Sex, Familie, Geld, Ehre, Macht und Wissen) können den spirituellen Aufstieg des Menschen nicht verhindern. Man sollte sich nicht abgesondert mit dem beschäftigen, was zum Körper gehört. Man sollte sich nur um seinen Hass gegenüber den Freunden sorgen, und gleich danach um den Hass gegenüber der ganzen Welt.

Wenn du fünf Portionen anstelle einer aufessen willst, dann ist das schlecht für den Körper, stört dich aber auf dem spirituellen Weg nicht. Dasselbe betrifft auch Sex.

Denke an die Verbindung mit dem Schöpfer mit Hilfe der Freunde, und sorge dich nicht um deine physischen Verlangen.

Auszug aus der 5.Lektion des Kongresses in Brasilien, 06.05.2012