Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das ganze Reich - für die Verschmelzung mit dem Schöpfer!

Wir befinden uns in einem solchen Zustand, in dem uns nur das “Gebet des Armen” retten kann. Das bedeutet, dass der Mensch nichts besitzt und nichts außer der Erweckung seiner Seele anstrebt. Er bittet um nichts anderes.

Wir gehen in die Wüste, die unseren inneren Zustand widerspiegelt, denn die Wüste symbolisiert das Elend. Und wir wünschen nichts, außer den Punkt der Berührung mit dem Schöpfer zu finden, um unsere Seele zu beleben.

Uns könnte man als Ersatz das gesamte Wohl unserer jetzigen Stufe geben - anstelle des Tropfens der Verschmelzung mit der höheren Stufe, die für die untere Stufe (für das Geshöpf) immer `der Schöpfer´ genannt wird.

Uns fehlt das Verlangen nach der höheren Stufe, zur Verschmelzung mit dem Höheren, um zu empfinden, dass wir uns in Ihm befinden, wie ein Samentropfen, der sich zu entwickeln beginnt.

So sollte unsere Absicht während des Lesens des Buches Sohar sein.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 06.02.2012

Die Alternative zum Leiden

Baal HaSulam, „Frieden in der Welt”:

Vier Eigenschaften sind für diesen Zweck geboten: Barmherzigkeit, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit und Frieden. Diese Attribute wurden bislang von allen Weltverbesserern verwendet. Korrekter gesagt sind es diese vier, die bislang zur Entwicklung des Menschen beigetragen haben…..

Und nur durch diese vier Eigenschaften sind wir in der Lage, uns zum Ende der Korrektur zu bringen. Wie unterscheiden wir diese? Viele können stundenlang über Barmherzigkeit, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit und Frieden philosophieren, doch können wir tatsächlich Einigkeit über ihre Bedeutung erzielen?

Es ist nicht einfach, doch Baal HaSulam schrieb im Verständnis der spirituellen Natur, dass wir genau das im Hinblick auf unsere Führung und die der Welt zu klären haben. Wir wissen nicht, was eine korrigierte Welt ist. Wir sind alle korrupt, und so erscheint uns jedwede selbstsüchtige Verbesserung schon als Korrektur.

Für Baal HaSulam ist eine korrigierte Welt allerdings jene, in der alle möglichen Mängel zur Gänze gefüllt sind. Wie ist das möglich? Das müssen wir noch herausfinden.

Zuallererst müssen wir verstehen, dass wir niemals dazu fähig sein werden, uns egoistisch zu füllen, sondern nur im Geben, weil es darin keine Einschränkung gibt, sehr wohl aber im Empfangen. Wie können wir also verlangen so zu empfangen, dass das Empfangen selbst uns verstehen lässt, dass es erstrebenswert ist zu geben?

Wir können uns in diese Richtung durch Schläge entwickeln: Ich möchte die ganze Zeit etwas empfangen und bekomme mehr und mehr Schläge, bis ich schlussendlich zur Feststellung komme, dass es besser ist, nicht auf egoistische Weise empfangen zu wollen. Dann beginne ich, mein Verlangen zu empfangen zu hassen und weiß nicht mehr, was ich damit tun soll. „Vielleicht finde ich möglicherweise im Geben Gefallen?”

Und so bringen mich die verschiedensten Störungen zu einem Punkt, an dem ich um das Verlagen zu geben bitte, die Kraft zu geben, die Kraft, mich mit anderen zu verbinden. Das ist der Weg des Leidens und der Entsagung, über den gesagt wird: „Iss Brot und trinke Wasser sparsam und schlafe am Boden”. In der Vergangenheit haben die Menschen dies gewöhnlich auf sich genommen und kamen auf diese Weise zum Geben.

Auch heute ist es so. Wenn die Menschen die Weisheit der Kabbala und die Darlegung der Entwicklung der Welt nicht akzeptieren, werden auch sie auf demselben Weg voranschreiten. Sie werden immer mehr wollen, aber immer weniger bekommen, und als Ergebnis dieser Leiden werden die Menschen zu fühlen beginnen, dass es sich lohnt zusammen zu sein, einander zu geben, sich zu verbinden, unser Ego zu drosseln - es sogar total zu auszulöschen.

Wir sehen das in Kriegszeiten, wenn jedermann von Problemen heimgesucht wird, beginnen die Menschen, sich zu verbinden. Sogar Tiere haben voreinander keine Angst, wenn beispielsweise ein Feuer im Wald ausbricht oder ein Erdbeben, entkommen sie gemeinsam der Gefahr. Das gemeinsame Problem verbindet sie, da die Angst vor dem Tod größer ist als die Furcht gefressen zu werden. Sie werden offensichtlich nicht „rechtschaffen” aber das Verlangen, ihren Hunger zu stillen, wird durch das größere Verlangen, zu überleben, beiseitegeschoben.

Auch wir sind so. Wir können uns natürlich in Richtung Korrektur durch Leiden weiterentwickeln. Es wird uns dazu zwingen, nach dem Geben zu streben und unser Ego, die Quelle allen Übels in unserer Welt, zur Strecke zu bringen. Dies ist jedoch ein langer und qualvoller Weg.

Deshalb wurde uns eine Alternative - der Weg der Tora - gegeben. Warum? Wozu brauchen wir diesen anderen Weg? Wir brauchen ihn deshalb, weil wir keinen freien Willen durch Leiden erlangen. Wir laufen nur davor davon, wie Tiere.

Aus Verzweiflung sind wir sogar bereit zu geben, aber nur deshalb, weil wir uns schlecht fühlen, wenn wir empfangen. Wir wählen das Geben nicht durch unseren freien Willen, sondern als Ergebnis unseres Leidens, weil wir keine andere Wahl haben.

Das entspricht der tierischen Stufe, nicht de menschlichen.

Um uns zur menschlichen Stufe zu bringen, brauchen wir zwei Kräfte: Die Kraft des Gebens und die Kraft des Empfangens gemeinsam mit freiem Willen zwischen den beiden. Das ist der Weg jener Menschen, die den Punkt im Herzen haben.

Menschen, die den Punkt im Herzen nicht haben, werden auch freie Wahl haben: Sie können wählen, sich jenen anzuschließen, die sie vorwärts führen können.

Aus dem 5. Teil des tägl. Kabbala-Unterricht vom 10. April 2011, „Frieden in der Welt”

Gehen wir mit dem Licht!

Der Zweck der Schöpfung, das Ziel einer alles einschließenden, allumfassenden Natur, dient dazu, uns auf allen Stufen in Harmonie zu bringen: der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen. Wir, auf unserer menschlichen (sprechenden) Stufe, korrumpieren die Natur, und diese Korruption dehnt sich von uns bis zu allen niedereren Stufen aus. Wir selbst fühlen das bereits.

Da wir der tierischen Stufe angehören, erleben wir alle Schmerzen auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe. Bezüglich der menschlichen Stufe müssen wir erreichen, in unseren Eigenschaften dem Schöpfer ähnlich zu werden. Der Weg, das zu erreichen, liegt in unserer Vereinigung.

Das ist der Grund, warum wir in jüngster Zeit, sobald wir die Entwicklung der menschlichen Stufe in der Menschheit erreicht haben, auch anfangen, das Leiden darin zu erfahren. Nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen und all ihre Systeme genauso, befinden sich in einer tiefen, allgemeinen Krise, deren Zeuge wir heute sind.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Natur, diese allmächtige Kraft, die auch uns mit einschließt, gewinnen wird und uns zu unserer endgültigen Bestimmung bringen wird. Aber uns ist eine Möglichkeit gegeben, das Ziel bewusst zu erreichen, indem wir das Menschliche in uns kultivieren. Wir können das Ziel nicht erreichen, wenn eine Kraft uns immerzu nach vorne zieht oder uns von hinten stößt. Das wird nicht funktionieren. Auf die eine oder andere Art wird der Schmerz so intensiv werden, dass er uns nicht erlaubt, in Apathie und Trägheit zu verweilen.

Wir werden handeln und erkennen müssen, dass jede Handlung die Absicht des Schöpfers trägt, Sein Ziel, und wir werden es bereitwillig akzeptieren müssen, nicht dadurch, dass wir dazu gezwungen werden. Alle Kräfte der Natur werden Druck auf uns ausüben und uns zwingen, uns zu entwickeln.

Folglich haben wir zwei Wege zum Ziel:

Leid oder Genuss, „Beito” ( in seiner Zeit) oder „Achishena” (vorzeitig). Aber das bedeutet nicht, dass wir den Weg von „Beito” gehen können und irgendwann, zur rechten Zeit das Ziel erreichen werden. Nein, das funktioniert nicht, da den Weg von „Beito” zu gehen bedeutet, dass mir jeder Augenblick enormes Leiden bringt, damit ich daraus lernen möge. Offen gesagt, bis heute haben wir uns genauso entwickelt.

Wenn wir uns nach dieser Methode entwickeln würden, wäre uns die Weisheit der Kabbala nicht enthüllt worden. Aber das Programm der Schöpfung schreibt vor, dass wir mit dieser Weisheit vom Weg des Leidens zum Weg des Lichtes übergehen können, indem wir den Weg der Korrektur wählen und nicht weiter auf die Schläge warten, die bei jedem kleinen Schritt, den wir machen, auf uns treffen.

Natürlich ist es kein leichter Weg. Dennoch, wenn wir einen nicht egoistischen Schutzschirm erwerben und mit seiner Hilfe unsere Natur kontrollieren, dann wird der Weg leicht, angenehm und kurz.

Alle Wünsche sind notwendig, alle Wünsche sind wichtig

Frage: Müssen wir uns von allen Verlangen dieser Welt befreien, um die Stufe “des Armen” zu erreichen?

Meine Antwort: Wir müssen uns von keinen Verlangen befreien. Wir sollen nur um die Korrektur bitten und um nichts sonst. Das höhere Licht weiß besser, was zu tun ist.

Ich darf auf nichts verzichten. Selbst wenn ich meine schlimmsten Eigenschaften sehe, ist es verboten, sie zu unterdrücken, denn es ist so, als ob ich mir die Hände und die Beine abtrennen würde. Nicht ich selbst korrigiere mich, sondern das höhere Licht soll mich korrigieren.

Wenn ich beispielsweise zu dir kommen würde, dich angreifen, anschreien und verletzen würde, dann ist es in diesem Moment verboten, ” den Mund zu halten”. Ich soll das höhere Licht darum bitten, dass es diese Korrektur vollzieht, weil es dann die wahre Korrektur sein wird und nicht nur die bloße Unterdrückung. Es ist ein riesiger Unterschied.

Baal HaSulam schreibt, wenn du etwas unterdrückst, dann zerstörst du dadurch einen Teil, der in der Welt existiert. Dadurch wird dieser Teil niemals die Stufe der Korrektur erreichen. Es werden enorme Kräfte erforderlich sein, um ihn zurück zu holen und zu korrigieren.

Manchmal wird eine Krankheit durch die Einnahme der Medikamenten unterdrückt, bleibt aber dennoch im Körper und verläuft dann noch schlimmer, als im Falle ihren vollständigen Verlauf, worin sie noch geheilt werden kann.

So handelt unser Egoismus: er verbirgt sich in unserem Inneren und du siehst ihn nicht, aber später kriecht er heraus.

Deshalb haben wir eine andere Einstellung zu den Konflikten, Streitigkeiten und Zusammenstößen: es wird sie immer geben, aber wir müssen um die Korrektur bitten, denn genau jetzt ist die richtige Zeit, um sie alle zu korrigieren.

Es gibt Menschen die negativen Erscheinungsformen nivellieren oder gar unterdrücken wollen. Es ist das schlimmste, was man nur machen kann. Es gibt Menschen, die sich von den Streitigkeiten und negativen Erscheinungen sehr fürchten, und das ist schlecht, da eine solche Herangehensweise nicht auf die Korrektur gerichtet ist.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch “Sohar”, 02.02.2012

Die Spitze des Fadens

Frage: Die Kabbalisten berichten über die Eigenschaft des Gebens. Ich empfinde jedoch diese Eigenschaft nicht. Ich habe nicht mal den Anfang des Fadens …

Meine Antwort: Wenn du das Bedürfnis nach der Eigenschaft des Gebens entwickelst, dann wirst du auch begreifen, was sie ist. Wenn du versuchst, deinem Freund mit der Eigenschaft des Gebens zu begegnen, dann wirst du sehen, dass du keinerlei solcher Verlangen empfindest. Diese Erfahrung wird dir das Verständnis über die Wichtigkeit der Eigenschaft des Gebens geben. Dann wirst du vermuten können, woran es dir mangelt.

Ich will die Einheit mit den Freunden erreichen. Sie sind miteinander vereint und ich bin von ihnen getrennt. Eigentlich will ich keine Verbindung, ich bin dazu unfähig, ich vergesse sie. Der Funke meines Verlangens erlischt und nur unter den Freunden kann ich ihm wieder Leben verleihen, selbst wenn ich mich aufgrund der Scham mit ihnen verbinde.

Ich nähere mich ihnen an, arbeite in der Gruppe und beginne zu verstehen, wie sehr es mir an der Liebe fehlt. Meine Bemühungen schaffen allmählich das Bild der Eigenschaft des Gebens. Ich denke über die Vorteile nach und bereite auf diese Weise das Gefäß, das Verlangen vor. Dieses Verlangen ist noch nicht echt, aber meine Bemühungen ziehen das höhere Licht heran, welches meinem Verlangen entspricht. Es kommt aus der Vollkommenheit, aus der Unendlichkeit und erreicht diese Welt. Ich versuche mein Glück und gleiche darin einem Kind, das etwas unwissend macht. Aber diese Anstrengungen sind wichtig, denn das Licht leistet seine Arbeit. Und es ermöglicht mir, zu der Eigenschaft des Gebens aufzusteigen.

Auszug aus dem Unterricht zu dem “Vorwort zur Lehre der Zehn Sefirot”, 02.02.2012

Zu der Liebe durch die Barrikaden des Hasses

Wenn ich den Freunden gegenüber gleichgültig bin und mich nichts stört, dann ist das ein Zeichen dafür, dass ich noch nicht damit begonnen habe, den Hass zu enthüllen, geschweige denn die Liebe. Wenn ich jedoch bereits Abstoßung ihnen gegenüber empfinde, dann ist das der Einfluss des höheren Lichts, welches beginnt, mich anzuleuchten und mir meinen bösen Trieb, meinen Egoismus zu zeigen.

Nicht jeder ist zu einer solchen Arbeit bereit: es kann sein, dass der Mensch sich mit den anderen verbindet und sich dabei gut und angenehm fühlt, er findet es interessant, zusammen mit allen anderen in die Wüste zu gehen, sie zu umarmen, und empfindet keinen Hass. Der Hass kann nur durch das Licht, das zur Quelle zurückführt, enthüllt werden.

Du wunderst dich, dass es eine solche Richtung zur Quelle geben kann?! Ja, das ist der Weg zur Quelle.

Das Wichtigste ist, nicht daran zu verzweifeln, dass du einen solchen Hass enthüllst, der dich abstößt, und nicht zu rufen: „Wo ist denn nun mein Vorankommen? Was ist das für eine Belohnung für all meine Anstrengungen?” Wenn zu trotz allem weitergehst und dich mit den Freunden verbinden willst, weil es keinen Ausweg gibt und weil die Kabbalisten es so empfehlen, wenn du dich beugst, dann begreifst du, dass das Geben, die Enthüllung des Schöpfers nur durch Verbindung erreicht werden kann. Doch du erkennst, dass du selbst nicht in der Lage bist, dich zu verbinden, und begreifst dann, dass die Verbindung nur durch das umgebende Licht möglich ist.

Der Hass zu Freunden kommt ebenfalls vom Licht - jedoch ohne unsere vorausgehende Bitte. Das ist die Enthüllung des Bösen. Und zu dessen Korrektur müssen wir uns bereits zielgerichtet an die höhere Kraft wenden und sie bitten, sich zu zeigen, um uns die Möglichkeit zu geben, uns mit den anderen zu verbinden.

Auf diesem Weg gibt es viele Aufstiege, Abstiege, Enttäuschungen, eine lange Zeit der Hilflosigkeit, in der du nicht imstande bist, weder zu einer Seite noch zur anderen zu neigen. Wir werden absichtlich zermürbt, bis das höhere Licht endlich hilft und du beginnst, die Freunde zu schätzen. Und hier muss noch geklärt werden, ob du sie einfach so schätzt oder weil du den Schöpfer schätzt.

Israel, die Tora und der Schöpfer müssen sich immer zu einem Ganzen verbinden - dann lässt es dich in die richtige Richtung zielen. Israel (du selbst) ist voller Hass, die Tora ist das höhere Licht, das dich zur Quelle zurückführt und dir hilft, über dem Hass die Liebe aufzubauen. Und dann, in der mittleren Linie, indem du die rechte und die linke Linie richtig verbindest, enthüllst du den Schöpfer und alles verschmilzt sich zu einem Ganzen.

Das ist die Richtung unserer Arbeit.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 31.01.2012

Gerechtfertigte Kritik oder Verbrechen?

Frage: Wie können wir gerechtfertigte Kritik von dem Verbrechen in Bezug auf die Liebe zu Freunden unterscheiden?

Meine Antwort: Wir müssen versuchen, alles genauestens zu klären. Doch die ganze Klärung sollte von einer einzigen von Anfang an festgelegten Bedingung ausgehen, das heißt, der Anfang und das Ende müssen in einem Punkt zusammenkommen, und zwar, dass wir diese Klärung im Interesse des gemeinsamen korrigierten Gefäßes/Verlangens durchführen.

Diese Bedingung muss unbedingt vorhanden sein, und dazwischen können Klärungen stattfinden. Jede Auseinandersetzung ist ein Zusammenstoß, ein Kampf, ein Streit. Jede Überprüfung besteht darin, dass du verschiedene, ungleiche, einander entgegengesetzte Materialien verbindest und prüfst, worin sie sich unterscheiden. Die Analyse beruht immer auf dem Vergleich zweier Gegensätze - wie sehr und worin sie einander widersprechen.

Bei einer noch tieferen Analyse bedeutet das die Überprüfung jeder Eigenschaft in Bezug auf das Schlangengift, das „steinerne Herz”, den wahrhaft bösen Trieb. Auf diese Weise verlaufen alle Überprüfungen, selbst wenn es uns nicht bewusst ist, doch sie alle finden in Bezug auf das egoistische „Netto”-Verlangen, den riesigen Egoismus, statt; denn in Bezug auf das Licht können wir nichts messen.

Aus diesem Grund kann es in den Gruppen zu Auseinandersetzungen, zu Streitereien kommen - doch jede Klärung muss unbedingt mit dem Punkt beginnen, der uns vorankommen und aufbauen lässt. Wie geschrieben steht: „Die Ohrfeige eines Greises bringt den Bau voran”.

Wir sind bereit, alles zu klären und das Unbrauchbare zu zerstören (wie geschrieben steht: gerade die „Ohrfeige” eines Greises), und das wird den Aufbau vorantreiben, es wird dazu beitragen, endlich die richtige Verbindung zu erreichen. Doch richtig muss sowohl der allererste als auch der letzte Punkt sein.

Woher sollen wir wissen, welche Handlungen richtig sind? Richtig sind jene Handlungen, die auf das allgemeine Wohl, auf das Wohl von allen gerichtet sind.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 02.02.2012

Die letzte Chance

Frage: Welche Hilfsmittel können wir bei der Vorbereitung auf den Arava-Kongress verwenden?

Meine Antwort: Versuche, dir vorzustellen, dass es deine letzte Chance ist.

Die Rede ist nicht vom materiellen Leben, auf welches viele bereit sind zu verzichten. Die Hälfte der Weltbevölkerung würde den Knopf des schmerzfreien Ausschaltens drücken, wenn es die Möglichkeit gäbe. Die Menschen haben nicht so sehr Angst vor dem Tod, sondern vor dem, was ihn begleitet.

Also müssen wir uns zum Nachdenken über die Bedingungen, die uns heute zur Verfügung stehen, verpflichten. Nach unseren Kongressen, nach den Vorbereitungen und der Verbindung gibt es einfach kein Zurück mehr. Die ganze Welt macht sich Sorgen um ihre Zukunft und weiß nicht, womit sie rechnen soll. Sie steht hilflos den Krisenprozessen gegenüber. Und wenn wir keine Kraft des Zusammenhalts finden, werden wir nichts mit uns selbst und mit der Welt tun können. Falls wir versagen, werden wir nicht dem materiellen, sondern dem spirituellen Leben ein Ende setzen.

Auch Frauen müssen das verstehen - sie sollen sich um uns sorgen und Druck auf uns ausüben. Männer müssen das ebenfalls verstehen. Wir müssen uns über alles erheben, was uns trennt, über Streitereien und Missverständnisse, über Reibereien und Konflikte. Mehr noch: soll es sie doch geben - das wird uns eine noch größere Möglichkeit geben, uns über sie zu erheben. Denn der Mensch wächst nur mit dem Wachstum des Egoismus, aus dem Gegensatz zu ihm. Soll er sich also immer höher auftürmen - wir brauchen nur Ausdauer, und wir werden jedes Mal Erfolge erzielen können.

Ich bin optimistisch gestimmt. Wir haben Kräfte in Israel und auf der ganzen Welt. Selbst wenn einige Gruppen schwierige Zustände durchlaufen, wird sich alles zum Besten fügen, so ist der Weg. Die Kinderkrankheiten lassen sich nicht umgehen - mehr noch: sie stärken unser Immunsystem für das ganze Leben.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 03.03.2012

Die Gesetze für die Verbindung der Seelen

Alles, was wir in der Kabbala studieren, sind die Gesetze für die Vereinigung der Seelen. Weil wir die Seele noch nicht sehen können, nehmen wir sie in Form der materiellen Menschen wahr. Und in diesen Gesetzen der Vereinigung kann einer höher als der andere, niedriger oder gleich dem anderen sein. Aber alle diese drei Bedingungen sollen in jedem von uns anwesend sein. Wenn diese drei nicht zusammen vereint werden, dann wird zwischen uns keine richtige Verbindung entstehen.

Denn jeder soll von anderen empfangen sowie ihnen geben und mit ihnen auf der gleichen Ebene verbunden sein. Solche Verbindung soll sich in jedem beliebigen Menschen verwirklichen.

Nach dem Zerbrechen hat keiner von uns die Kraft für die Handlung des Gebens. Und wenn ein Mensch das wahre Verlangen des Gebens empfindet, dann beginnt er folglich zu begreifen, dass er sich mit den anderen Menschen verbinden muss. Und wenn er nicht nach der Vereinigung strebt, dann hat er noch kein wahres Verlangen des Gebens. Das eine ist eben ohne das andere nicht möglich.

Und nachdem sich der Mensch mit den anderen Menschen verbindet, bekommt er um so mehr Kräfte, je größer die Anzahl seiner gelungenen Beziehungen ist. Keiner von uns hat die Kraft für das Geben, aber dank der Verbindung mit den anderen Menschen findet er die eigene Kraft dazu.

Und diese persönliche Kraft wird schon zur allgemeinen. Aber sie wird jenem Menschen angerechnet, der die Vereinigung angestrebt hat. In dem Maß, in welchem er vorankommt, verbindet er sich immer stärker mit seinen Freunden, um ihnen zu geben, weil er eben fühlt, dass er in einigen Fragen erfahrener, stärker als sie ist. Und es gibt auch solche Fragen, in denen er sich schwächer, niedriger als sie fühlt und deshalb von ihnen die Kraft und die Unterstützung bekommt; er ist von ihrem Verlangen begeistert.

Aber zugleich sollen sie sich als gleichberechtigte Freunde fühlen, denn die Liebe ist nur unter den Gleichgesinnten möglich. Auf diese Weise kommt der Mensch voran und schafft sich dank dieser Vereinigung das spirituelle Gefäß. Wenn sich zehn Freunde verbinden, dann bekommt er zehn Mal mehr Kräfte, und wenn sich 100 Freunde verbinden, dann bekommt er 100 Mal mehr Kräfte für die Verbindung. Wobei dies sogar eine noch kompliziertere und größere Rechnung ist.

So arbeitet der Mensch innerhalb einer kleinen Gruppe, und genauso muss man alles in den Maßstäben der ganzen Menschheit organisieren. In dieser “großen Gruppe” gelten dieselben Gesetze. Auf diese Weise erreichen wir das Ziel der Schöpfung.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 02.02.2012

Verlangen, das die Wüste erblühen lässt

Frage: Ende Februar fahren wir erneut in die Arava-Wüste. Wie können wir dabei das, was wir beim ersten Mal erreicht haben, nicht verwischen lassen?

Meine Antwort: Dieser Durchgang unterscheidet sich vom letzten. Ihr werdet sehen, dass sich beim ersten Mal alles plötzlich ereignet hat, mit einer kindlichen, unbefangenen Naivität. Damals haben wir einen Erfolg erzielt, doch diesmal ist der Erfolg nur nach vielen Problemen, großen Überlegungen und Zweifeln möglich.

Denn das Verlangen wird mit jedem Mal größer und schlauer, leistet einen immer größeren Widerstand. Wie hoch du auch aufsteigen magst, dein böser Trieb erhebt sich über dich. Aus diesem Grund können wir das, was war, nicht wiederholen.

Das Wichtigste ist, uns damit zu beschäftigen, uns vorzubereiten, zu begreifen, dass wir uns verbinden müssen, dass es keinen anderen Ausweg gibt, dass es sich anderenfalls noch nicht einmal lohnt, damit anzufangen. Es macht keinen Sinn, in die Wüste zu fahren, wenn wir kein wahres Verlangen mitnehmen. Und ein wahres Verlangen entsteht in einem zerbrochenen Herzen.

In der Wüste gewinnt und rettet sich derjenige, der sich wirklich an dem Weg festhält. Einerseits fühlt er sich innerlich leer, andererseits hat er das Fadenende. Und dieses Fadenende ist die Verbindung mit Freunden. Denn letztendlich verlassen wir nicht die Wüste - sie verwandelt sich von allein in das Land Israel, fließt wie Milch und Honig. Die gesamte spirituelle Fülle erhalten wir „an Ort und Stelle”, wenn wir uns verbinden. Dann verwandelt sich die Wüste, die zwischen uns liegt, in das gelobte Land, in die Absicht, die zum Schöpfer gerichtet ist. Und dort werden wir Ihn enthüllen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 03.02.2012