Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wahrnehmung'

Genießen Sie das Leben im Hier und Jetzt!

Frage: Wenn man sich ansieht, was in der Natur passiert, werden Balance und Einheit nicht so schnell wieder hergestellt werden, und ich möchte hier und jetzt gut leben. Was muss ich tun? Werde ich die Harmonie noch in diesem Leben fühlen?

Antwort: Es hängt davon ab, wie Sie das Konzept der Harmonie verstehen. Wenn Sie beabsichtigen, eine Serie im Fernsehen anzusehen, während Sie mit einem guten Getränk in einem warmen Stuhl sitzen oder ein bequemes Leben im Kreis von Familie und Freunden bevorzugen, dann können Sie dies vielleicht erreichen.
Aber wenn Sie ein Verlangen für einen höheren Zustand fühlen, dann ist es ein Problem. In unserer Welt werden Sie diese Zufriedenheit nicht finden können. Wenn Sie sich über den Sinn des Lebens Gedanken machen und sich auch darüber wundern und Ihnen bewusst wird, dass Sie alt werden und schließlich sterben und Ihr Leben sinnlos ist, und wenn Sie bereits im jungen Alter die Frage beantworten müssen: „Warum existiere ich?“ – wenn Sie sich ausreichend entwickeln, dann können Sie Ihre Augen nicht verschließen und sich auch nicht mit körperlichen Vergnügungen zufrieden geben.

Sie schauen sich die ganze Perspektive an und sehen, dass Sie im Grunde wie ein kleines Tier leben. Gibt es einen Ausweg daraus? Man fängt an zu forschen und kommt zu dem Schluss, dass es, so wie es aussieht, einen Ausweg gibt, weil die Natur ewig und unendlich ist. Sie ist perfekt. Also, wie können Sie diese Perfektion in sich selbst erlangen?

In diesem Stadium eröffnen sich Ihnen Möglichkeiten, die Sie zu einem System des Wissens  führt, das die Weisheit der Kabbala genannt wird. Hier erfahren Sie, wie Sie jetzt, in dieser Welt, das Wissen über die gesamte Natur erlangen können, wie Sie in dieses unendliche Reich eintreten können, wie Sie die Quelle des Lebens finden, und wie Sie alle Ebenen jenseits von  Zeit und Raum sehen können.
Die Weisheit der Kabbala macht dies alles für Sie möglich. Dann beginnen Sie zu denken, dass es sich für Sie vielleicht lohnt, einen Teil Ihres Lebens dem Studium dieser Weisheit zu widmen.

Von der Kabbalah Lektion auf Russisch 11/8/15

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Wie entwickelt man das Organ der Empfindung seines Nächsten?

Frage: Wie wird das Organ der Empfindung seines Nächsten entwickelt?

Antwort: Das Organ zur Empfindung des Nächsten entwickelt sich infolge zahlreicher Versuche, sich vor der richtigen Umgebung zu annullieren, und die äußerliche Umgebung daran anzubinden, bis sie miteinander verschmelzen, und ich ihnen diene. Durch meine gute und liebevolle Beziehung zu den Menschen werde ich den Schöpfer entsprechend der Übereinstimmung in der Form offenbaren.

In dem Maß, in welchem ich mich bemühe, das Wohl der Umgebung anzustreben – werde ich den Schöpfer offenbaren, weil auch Er sich jedem Menschen gegenüber auf gute Weise verhält: den schlechten Menschen gegenüber genauso wie den guten. Deshalb muss ich auch darum bemüht sein, mich in Gegenwart aller liebevoll zu verhalten.

Als schlecht werden jene Menschen betrachtet, die sich bemühen, gut zu sein, obwohl über ihnen noch das Böse herrscht. Indem ich meine Beziehung zu den Menschen in verschiedener Form offenbare, begreife ich den Schöpfer in dem Maß, in welchem es mir gelingt, mich in Übereinstimmung mit Ihm zu bringen.

Die Prüfung und die Klärung sind nur bezüglich der Umgebung möglich. Ich habe keinen anderen Ort, an dem ich dem Schöpfer begegnen kann, an dem ich Ihn empfinden kann, um zu erkennen, worin ich mich von Ihm unterscheide. Seine Form wird innerhalb des breiten Publikums oder der Gruppe, das heißt innerhalb der Umgebung, der Welt offenbart. Deshalb symbolisiert „die Welt“ (Olam) eine „Verhüllung“ (alama) des Schöpfers.

Je mehr ich darum bemüht bin, mich der Welt gegenüber besser zu verhalten und mich dementsprechend zu verändern, desto eher werde ich dort den Schöpfer offenbaren. Es gibt keinen anderen Ort, am dem man Ihn empfinden könnte, weil Er eben keine Form hat. Wenn ich eine persönliche Veränderung erreiche und mich anders, das heißt auf gute Weise der Welt gegenüber zu verhalten beginne, dann offenbare ich folglich, dass die Welt Schechina ist, in der sich Schochen, der Schöpfer aufhält. [136035]

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 26/05/14

Frage und Antwort zu den verschiedenen Seiten des Machsoms

Es ist wichtig zu verstehen, aus welchem Blickwinkel heraus die Frage gestellt ist. Sie verweist auf die Situation, in der du selbst stehst und gibt auch einen Hinweis darauf, ob du in der Lage bist, ihre Quelle zu verstehen. Ich denke nicht, dass es in deinem Zustand möglich ist, die richtige Antwort auf deine Frage zu finden. Unterhalb des Machsoms ist es unmöglich.

Die ganze Realität steigt von oben herab nach unten, alles befindet sich oberhalb des Machsoms. Unterhalb des Machsoms befindet sich die vorgestellte Welt. Wir sehen hier nur eine verzerrte Projektion der spirituellen Welt, die es unmöglich ist, zu verstehen. Du hast die gleiche Wahrnehmung, wie alle übrigen Menschen, die ihre materiellen Verlangen erfüllen wollen, sei es Ernährung, Sex, Familie, Geld, Macht oder Wissen.

Im Gegensatz dazu lernst du im Studium, dass das Geben erwünscht ist. Auf der einen Seite stellst du die Frage, auf der anderen willst eine Antwort darauf finden. Das wird uns so lange nicht gelingen, bis dieses Bild nicht zu einem einheitlich Ganzen vereint ist: entweder unterhalb des Machsoms oder oberhalb. Aber es ist nicht erlaubt, Fragen darüber zu stellen, was oben geschieht. Deshalb gibt es auch keine Möglichkeit, auf solche Fragen zu antworten. [131503]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 31/03/14

In Erwartung der frischen Luft der Freiheit

Seit tausenden von Jahren haben tausende von Menschen versucht, dem Gefängnis, dem Gefühl einer engen und kleinen Welt, zu entkommen, aber es ist ihnen nicht gelungen. Und das wird sich nie ändern!

Das Verlangen zu empfangen wird sich niemals freiwillig aus seinem eigenen Willen heraus ausdehnen und mich loslassen, sodass ich dadurch nicht auf die Realität schauen und die reale Welt sehen kann.

Das wird nie geschehen. Im Gegenteil! Von Tag zu Tag werde ich feststellen, dass mein Verlangen zu empfangen gewachsen ist, die Möglichkeiten für die Entdeckung neuer Erscheinungen darin aber geschrumpft sind. Und das bringt mich zum Gefühl des Exils, das mich zwingt zu suchen, und die Methode der Kabbala zu finden. Kabbala erklärt, dass ein Mensch in seinem egoistischen Verlangen nichts mehr sehen kann. Ich muss mich mit der Tatsache, dass mir mein Ego nicht erlauben wird, etwas neben dieser Welt zu fühlen, vereinbaren. Und wenn ich etwas darüber hinaus möchte, dann muss ich meine Einstellung hinsichtlich meinem Verlangen zu empfangen ändern.

Ich nehme die Wirklichkeit jetzt gezielt wahr, sehe nur, was mein Ego interessiert. Wenn ich aber ein breiteres, genaueres, oder zumindest ein Bild, näher der Wahrheit sehen will, dann liegt es an mir, mich über das Verlangen zu empfangen zu erheben, um mein egoistisches Verlangen zu übersteigen.

Ich kann zum Beispiel aus meinem Verlangen zu empfangen hinau s- und in das eines oder mehrerer Freunde übergehen. Dadurch habe ich meine Wahrnehmung schon erweitert und kann die Welt, die außerhalb von mir existiert, fühlen. Ich muss mich mit dem Verlangen eines Freundes verbinden. Wenn ich in der Lage bin, die Wirklichkeit auf seine Weise zu fühlen, dann wird es schon ganz anders sein im Vergleich zu dem, was ich in meinem Ego fühle. So werde ich aus diesem Traum erwachen und mich über mich selbst erheben. Zumindest bin ich in der Lage, aus meiner Box, meinem Gefängnis, herauszukommen. Die allgemeine Regel, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ wird daraus abgeleitet. Das ist das geeignetste Mittel, das es einem Menschen erlaubt, aus seinem winzigen Kokon, der uns durch das Prisma des Eigennutzes als diese Welt erscheint, herauszukommen, um sich über sich selbst zu erheben, und eine andere Ansicht zu finden. Damit allerdings mein Geist wirklich unabhängig von meinem Verlangen zu empfangen wird,  sollte ich nicht nur zu einem oder mehreren Freunden gehen, sondern – was an mir liegt – mich mit einer Vielzahl von anderen individuellen Verlangen verbinden,  um zu empfangen. Nur durch sie werde ich die wahre Wirklichkeit jedes mal aus einer anderen Perspektive sehen.

Am Ende werden sich alle Sichtweisen, die individuellen Perspektiven, zu einer gemeinsamen  Sicht, einer ausgedehnten Betrachtung, verbinden. Diese Betrachtung wird sich unendlich ausdehnen, bis ich völlig frei von meinem Verlangen zu empfangen bin, und durch die Verlangen der anderen werde ich Freiheit erwerben. Meine Wahrnehmung der Realität wird nicht an Bedingungen geknüpft und völlig frei sein.

Es ist eine wunderbare Sache, dass ich die neue Wahrnehmung immer noch in meinem Verlangen zu empfangen fühle, aber ich habe Gläser erschaffen, die meine Mängel korrigieren, diese neutralisieren, und es mir ermöglichen, die höhere Wirklichkeit zu sehen und zu fühlen.

Wir sagen also, dass die spirituelle Arbeit in der Notwendigkeit  wie “Liebe deinen Nächsten“,  “zur Höhe des Schöpfers aufsteigen”, usw., reflektiert wird. Denn „Die Thora ist in der menschlichen Sprache gesprochen“ (Mishna), sprich, was wir bereit sind zu verstehen und zu fühlen. Tatsächlich  jedoch spricht sie von einer Änderung in der Wahrnehmung der Realität.

Wir müssen allerdings einfache Aktivitäten und Übungen durchführen, um diese Änderung der Wahrnehmung zu  erzielen: entweder durch unser  primitives, egoistisches Verlangen, oder durch ein Verlangen, das zielgerichtet ist. Am Ende erreiche ich einen Zustand, in dem meine Bemühungen, meine Wahrnehmung zu ändern, in Freude verwandelt werden, weil ich fühle, dass ich schon fast in Freiheit bin. [119016]

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht 24/10/13

Das Universum – der Spiegel des Menschen

All das, was wir in dieser Welt wahrnehmen, gehört nicht zur spirituellen Ebene. Aus der ganzen spirituellen Realität erfassen wir nur einige winzige, verzerrteTeile, die wir vorerst nur  in den unkorrigierten Gefäßen empfinden,  um darin das Leben zu unterstützen und  in diesem Pseudodasein „existieren“ zu können.

Unsere Welt, ihre Gesetze, Natur, Wissenschaft – sind nur vorgestellt, da sie nur in den scheinbaren Gefäßen des egoistischen Verlangens, auf der unteren Stufe manifestiert sind. Alles, was wir hier mit Hilfe der Wissenschaft begreifen können, selbst wenn sie sich Tausende Jahre lang entwickeln wird, wird nur innerhalb der Selbstsucht bleiben.

Diese Welt existiert nur in unserer Vorstellung Über ihr enthüllen wir die Gesetze der höheren Realität – ein altruistischen Verlangen – mit anderen Worten, die Gesetze der Wissenschaft der Kabbala, die sich zur korrigierten Welt verhalten.

Danach wird die materielle Welt verschwinden. Denn diese existiert nicht nur im egoistischen Verlangen, sondern im Menschen selbst. Der Mensch schließt diese Welt mit allem ein, was darin war und ist: seien es Dinosaurier, Löwen, Sterne oder Planeten … Wir beobachten nicht das Universum selbst, sondern nur die Tiefen unseres materiellen Verlangens.

Nach seiner Korrektur wird alles aus der Selbstsucht in den Altruismus “fließen“, und die Materialität wird verschwinden. Es ist also schade, seine Bemühungen nur an sie zu verschwenden. Denn alles ist nur die Vorbereitungsgrundlage für die folgenden Etappen. [122254]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“, 04/12/13

Der Durchgang in der Wand

Baal HaSulam „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“: Entsprechend der oben erwähnten Kraft in der Tora – d.h. wenn man das Maß an Licht in ihr in Betracht zieht – steht fest, dass die Tora, entsprechend des Ausmaßes an Licht, das jemand aus deren Studium empfangen kann, in Stufen aufgeteilt sein sollte.

Die „Tora“ ist das Mittel zur Korrektur des ursprünglichen Verlangens. Das Licht, „Existierendes aus Existierendem“, erschuf das Verlangen als „Existierendes aus nicht Existierendem“ und entwickelte dieses Verlangen, um es zum gewünschten (erforderlichen) Zustand zu korrigieren. Deshalb wird der gesamte Einfluss des Lichts auf das Verlangen während dessen Entwicklung „Tora“ genannt.

Die Tora ist also die Methode der Korrektur des Verlangens, bis dieses den nötigen Zustand erreicht hat. Einzelne Lichter „bewegen“ die Gefäße der Verlangen, richten sie aus, verbinden und trennen sie – all dies ist die Tora. Wir reden darüber und stimmen uns dahingehend in dem Maß aufeinander ab, dass wir mit dem Licht in Beziehung treten und es anziehen können. Der Teil, den wir anziehen, heißt Tora. Wir können es entsprechend einer der fünf Stufen des Verlangens (Phasen von Awiut), von Stufe null bis vier anziehen.

Dementsprechend  ist die Tora für uns in fünf Teile unterteilt. Im Studium untersuchen wir die Beziehungen der Bruchteile. Heute spüren wir deren egoistische Wechselwirkungen; sie hängen von einander ab, aber ihre Verbindung ist schlecht, und wir studieren, wie wir sie in richtiger Weise verbinden. Dafür benötigen wir das erneuernde Licht, um gute Verbindungen mit den verschiedenen Verlangen, Teilen der Schöpfung und all den Interaktionen zwischen Menschen in den Systemen, die sie aufgebaut haben, zu erschaffen. Wir wollen, dass uns das Licht auf die korrekte Verbindung ausrichtet; andernfalls werden alle Errungenschaften der Menschheit versagen.

Deshalb brauchen wir die Weisheit der Kabbala, das Mittel, welches uns ermöglicht, das Licht anzuziehen. Es wird uns zurück zur Quelle führen und dann wird das allgemeine Licht, der Schöpfer, zwischen uns in unseren korrigierten Verbindungen enthüllt werden. Wenn ich studiere, richte ich all diese Komponenten aus – verschiebe sie vom zerbrochenen Zustand zum korrigierten, von der Krise zur Einheit, vom egoistischen Empfangen zu  allgemeinen altruistischen Beziehungen zur Verbindung und gegenseitiger Bürgschaft – dann wird mir die richtige Verbindung, das richtige System enthüllt werden.

Darüber hinaus wird alles stufenweise enthüllt. Wenn ich in nur in der ersten Ebene des Verlangens agiere, enthülle ich Sod (Geheimnis). Auf zweiter Ebene zeigt sich Drush (Gleichnis), auf der dritten Remez (Hinweis) und die vierte Ebene ist jene, in der alle Verbindungen richtig ausgerichtet sind; sie enthüllt mir Pshat (einfache Bedeutung) – hier ist alles einfach, offen, offenbart.

Auf diese Weise ist die Tora das Mittel zur Korrektur der Gefäße; die Korrektur des menschlichen Wesens findet in der vierten Phase (Bchina Dalet) statt, weil sie alle vorherghenden Phasen beinhaltet. Wenn der Mensch korrigiert ist, sind automatisch auch alle anderen Stufen korrigiert: die unbelebte, pflanzliche und die tierische Stufe. Somit hängt alles vom Studium der Tora ab. Das heißt, dass ich die richtigen Komponenten und Verbindungen zwischen den Gefäßen unterschiedlicher Form in Erfahrung bringen will, die mich zum korrekten, wahren System – wo alle Verlangen miteinander in gegenseitigem Geben verbunden sind – bringen. Und dies ermöglicht mir, den Schöpfer zu enthüllen.

Ich enthülle also – abhängig von der Verbindung verschiedener Verlangen und ihrer Wechselwirkung, durch gegenseitiges aneinander Geben – den Schöpfer. Wieso? Weil in jenen Verlangen,  die korrekt miteinander in den spirituellen Gefäßen (Parzufim) – in den „Kreisen“ und „geraden Linien“, TANTA (Ta`amim, Nekudot, Tagin und Otiot) – miteinander verbunden sind, alle Einzelheiten der Wahrnehmung, all die Erkenntnisse, die mit dem Licht zu mir kommen, offenbart sind. So enthülle ich das Gefäß und das Licht, die sich gegenseitig unterstützen, und das erlaubt mir,  die Wurzel – entsprechend dem Prinzip „An deinen Taten wirst du erkannt werden“ –  zu fühlen, zu enthüllen. Es drückt sich im Licht und im Gefäß in der Form von TANTA, HaWaYaH aus und so manifestiert es sich in uns.

Dies ist der Sinn der Schöpfung. Ich bin  tatsächlich nur durch Anhaftung, die ich am Ende erreiche, fähig, Ihn zu enthüllen. Ich enthülle den Schöpfer in den korrigierten Gefäßen, dem Hauptgefäß TANTA, wobei HaWaYaH  offenbart wird, und dadurch beschere ich Ihm Vergnügen im gleicher Weise, wie Er dies tut. Aufgrund dieser Gegenseitigkeit erlangen wir Anhaftung – den Endzustand. Tatsächlich liegen all diese Facetten sehr nahe beieinander und das Wichtigste für uns ist, zu versuchen, sie miteinander zu verknüpfen. Die Krise, die gegenwärtigen Probleme, die Feinde, die gegen uns sind, und der Schöpfer, der uns vor ihnen bewahrt – der ganze Prozess, den wir durchmachen – all das müssen wir zusammenführen und als ein einziges System betrachten.

Vorerst wenden wir uns der Tora als dem von Moses geschriebenem Buch zu. In ihr beschrieb und präsentierte er den genauen Prozess, der vor uns liegt. Man sagt, dass der Mensch in jeder Generation sich selbst so betrachten muss, als wäre er aus Ägypten ausgezogen. Die gesamte Geschichte bis hin zur gegenwärtigen Krise kann mit den sieben „fetten“ Jahren verglichen werden. Im Allgemeinen waren wir mit unserem egoistischen Verlangen, unserer Entwicklung – dem „Amerikanischen Traum“ – der wahr zu werden schien, zufrieden. Miteinander konkurrierend erwarteten wir höher und höher zu steigen, mehr und mehr zu bekommen, die Natur zu beherrschen..

Doch dann kamen plötzlich die sieben „mageren“ Jahre – die verheißenen Belohnungen waren nicht mehr befriedigend; im Gegenteil, sie erniedrigten uns und machten uns verächtlich. Das Schaffen erweist sich als zu anstrengend, wie Sklaverei. Es entsteht Verzweiflung; wir stöhnen unter dem unerträglichen Joch und finden keinen Ausweg. Die Welt „zappelt“ in Aufruhr, doch im Wesentlichen kündigen diese Zustände den Auszug aus Ägypten an. Wir kommen dem Zustand völliger Hilflosigkeit näher und der einzige Ausweg ist, den Menschen das Tor zur Spiritualität zu zeigen. Dies ist wirklich ein Durchgang durch die Wand in eine neue Welt. Die Voraussetzung, sie zu durchqueren ist allerdings, dass wir diese Wand nicht sehen können. Wir werden es versuchen. [120976]

Integrale Erziehung als Business

Unter modernen Bedingungen ist die Integrale Erziehung der Hauptjob! Ich meine, dass es besser ist, dies im Namen eines bestimmten Systems zu machen, das nicht privat, sondern von einer Gruppe angeboten wird.

Wenn man sich bei der integralen Erziehungsmethode nicht auf die Arbeit in der Gruppe einlässt, erlangt man keine spirituellen Kräfte aus dem Zentrum der Gruppe und kein Verständnis für Verbreitung der integralen Methode. Die Handlungen, die sich daraus ergeben, haben keine Kräfte des Lichtes, und es bleibt einfach ein Training auf rein psychologischem Niveau. Dann kommen die Menschen ein, zwei Mal und hören schließlich auf, weil theoretische Abhandlungen die Menschen kaum  beeindrucken.

So kann man nicht begeistern! Auf diese Weise bekommen die Teilnehmer nicht das Gefühl, dass sie hier etwas Besonderes erreichen können. Alles beleibt dann so, wie wir es ständig im Fernsehen in verschiedenen Talk-Shows sehen. Deswegen kommen die Menschen nach einigen Unterrichten nicht mehr, da es sie nicht erfüllt.

Sie sollten Interesse daran bekommen, dass ihr Zentrum aus den Wechselbeziehung innerhalb der Gruppe besteht, wenn sie sich alle bemühen, sich über den Eigennutz zu erheben und sich mit den anderen zu verbinden! Denn nur so kann man das Höchste Licht bekommen und sein eigener Lotse werden. Und die Menschen, die dann zu diesen Seminaren kommen, können das spüren. Sie bekommen etwas, was sie erfüllt, obwohl sie nicht verstehen, woher es kommt. Das ist wirklich etwas Höheres, etwas Neues, das ihnen nur durch gute IE-Lehrer eröffnet wird!

Doch das geschieht nur, wenn man sich auch als IE-Trainer im Zentrum der Gruppe befindet, sich unterordnet und mit den anderen verbindet. So richtet man sich an den Schöpfer aus.

Deshalb ist ein privates Geschäft nur formell privat. Denn man sollte sich mit allen auch spirituell verbinden, damit das private Business erfolgreich wird. Wenn dies gelingt, kommt man voran. Und wenn es keine Verschmelzung in der Gruppe gibt, wird nichts gelingen, dann ist alles umsonst!

Der Erfolg in der integralen Erziehung hängt davon ab, ob man den Funken des Lichtes aus dem Zentrum der Gruppe, das heißt aus den Funken der Verbindung zwischen den Menschen, die man lehrt, weiterträgt. [119710]

Auszug aus der Lektion zum Thema: Die Gruppe und die Verbreitung 20/10/13

Gleichgültiges Mitleid

Frage: Ich bin heute mit der Schöpfung unzufrieden. Was kann diesen Eindruck ändern?

Kommentar: Das Licht.

Antwort: Das Licht. Wenn das Licht mich ausfüllen wird, dann wird die angenehme Empfindung alle übrigen Probleme verwischen: „Eigentlich interessieren sie mich nicht. Auch wenn die ganze Welt brennen würde. Ja, sie leidet. Ja, sie liegt im Sterben. Es stimmt alles – aber was geht mich das an?“

Ich bin so lange gleichgültig, so lange ich die Verbindung zwischen den Leiden der Welt und dem eigenen Zustand nicht erkenne. Wenn es mir persönlich gut geht, dann ist der Schöpfer in meinen Augen gut und schafft das Gute. Was den Schmerz der anderen Menschen betrifft, so hängt seine Bedeutung davon ab, ob ich fähig bin, die Welt zu fühlen.

Wenn z. B. meine Feinde leiden, dann ist der Schöpfer für mich Vollkommenheit. Anders gesagt, bewerte ich Seine Güte nicht nach den Empfindungen der anderen, sondern nur nach meinen eigenen. Folglich ergibt sich, dass die Nöte der Feinde mich erfreuen: „Sie haben es verdient! Gib ihnen noch ein bisschen mehr davon!“ Das ist mein Kriterium für die Eigenschaft des Schöpfers – kein objektives Kriterium, sondern ein subjektives – durch persönliche Gefühle und das innere Bild entstanden.

Frage: Aber warum leidet der einfache Mensch dennoch, wenn er den Schmerz anderer betrachtet?

Kommentar: Weil er fürchtet, dass ihr Schmerz ihn auch betreffen könnte.

Antwort: Das stimmt. Er fürchtet um sich selbst. Daher lautet die Schlussfolgerung: Wenn ich keinen egoistischen Wunsch hätte, dann würde ich die Leiden meines Nächsten nicht empfinden, da mich ein ähnliches Schicksal nicht erschrecken würde. Somit hilft uns der egoistische Wunsch, den Schmerz zu teilen – das heißt, er gilt trotz dem eigenen Wesen. Mich interessieren die anderen nicht, solange ihre Missgeschicke mich selbst nicht bedrohen, ich entwickele höchstens ein Mitgefühl.

Andererseits ist mir klar: Wenn ich der Verbindung mit ihnen entgehen und mich über die Menschheit erheben werde, dann werde ich gegenüber ihren Leiden gleichgültig sein: „Schließlich ist der Schöpfer mein Vater. Er soll mich zu sich nehmen. Dort werden wir zusammen sein, ohne über die andere Menschen nachzudenken))“ Ohne egoistisches Verlangen werde ich auch keine Bedrohung seitens eines möglichen Leidens empfinden. Ich könnte mit dem Schöpfer einen Vertrag schließen: „Ich erfülle alle Deine Gebote, alles, was du sagen wirst, und wir werden uns ständig in der Verbindung befinden“. In diesem Fall werden mich die Qualen der Welt gar nicht interessieren.

Je stärker mein Wunsch ist und je fester meine Verbindung mit dem Schöpfer ist, desto weiter weg komme ich von dieser Welt. Ich fühle nicht, was mit den Menschen passiert: Sie leiden, und ich bin hart und gleichgültig ihnen gegenüber. Was ist zu tun, um die Leiden meines Nächsten zu empfinden? Dazu muss ich mich vom Schöpfer entfernen und wie die anderen empfinden, dass ich nun von allerlei Umständen abhängig bin, über die ich nicht herrschen kann.Deshalb tauchen wir in die Krise ein, um die Abhängigkeit von unbekannten Kräften zu empfinden. Aus demselben Grund zerfällt die Religion. Denn anders kann der Mensch kein Mitgefühl zeigen, er fühlt keine Abhängigkeit von den anderen Menschen. Der Egoismus gegenüber dem Schöpfer ohne die Nächstenliebe (Liebe zum Schöpfer ohne Liebe zu den Geschöpfen) unterstützt meine Überzeugung, dass alles in Ordnung ist, dass ich alles richtig mache. Und die anderen sind mir egal.

Wenn ich die Verbindung mit dem Schöpfer in der Empfindung verliere, dann bin ich mehr von den anderen abhängig und gezwungen, die Verbindung mit ihnen – und dadurch mit Ihm zu erlangen. Denn wir alle setzen uns der Gefahr aus, spüren bereits allerlei Bedrohungen seitens der Umwelt, des Finanzsystems oder des geistigen Mangels. Der Mensch offenbart die ganze Unbeständigkeit seines Zustandes, seine ganze Abhängigkeit vom Schöpfer. Deshalb schiebt uns die heutige Sachlage zur Korrektur hin. [119208]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“, 28/10/13

Die spirituelle Welt ist keine Mystik

Unser Problem liegt darin, dass wir nicht in der Lage sind, unter beliebigen Bedingungen, in einer beliebigen Situation und jeden Tag an unserer Vereinigung zu arbeiten, und uns immer mehr ihrer Wichtigkeit bewusst zu werden. Und der einzige Grund dafür ist, dass der Mensch sich die zukünftige Welt ganz abgerissen von jener Realität vorstellt, in der er sich heute befindet. Er denkt, dass die spirituelle Welt sich an einem anderen Ort, einem anderem Raum, in einem anderen Universum befindet.

Wir verstehen also nicht, dass wir die höhere Welt gerade hier, als die Ergänzung zu dieser Welt offenbaren werden. Es ist üblich zu denken, dass wir nach dem Tod in die spirituelle Welt gelangen. Und wenn der Mensch gemäß der Wissenschaft der Kabbala erkennt, dass er die spirituelle Welt noch in diesem Leben, vor seinem Tod sehen wird, dann denkt er dennoch daran, dass er irgendwelche jenseitigen Welten offenbaren wird, die von allem fern sind, was er heute hat.

Aber diese Vorstellung ist eben falsch! Uns wird einfach das Netz der Beziehungen zwischen den Menschen offenbart und der Schöpfer, der diese Welt, diese Realität ausfüllt. Wir enthüllen die Kraft, welche das Universum lenkt und bewegt und die uns früher verborgen war. Dann wird alles offenbar.

Und als die Ergänzung zum egoistischen Verlangen, in dem wir alle Erscheinungen empfanden, welche übrigens als „diese Welt“ bezeichnet werden, wird in uns das Verlangen des Gebens wachsen, und darin die neue Erscheinung, welche „die höhere Welt“ oder „die zukünftige Welt“ heißt. Es handelt sich also um die Welt, die zu uns „kommen“ wird.

Und wenn der Mensch mit allen seinen Kräften versucht, sich die Form der zukünftigen, höheren Welt, des Schöpfers vorzustellen, und zwar als ein verbindendes Integralnetz, das zwischen all jenen Formen offenbart wird, die er jetzt in seiner Welt sieht, dann hilft ihm eine solche Vorstellung sich kein „Idol oder ein betrügerisches Heiligenbild“ zu erschaffen, sowie im Nebel und in der Mystik nicht verwirrt zu werden.

Die höhere Welt ist ein Netz des Gebens, das sowohl zwischen allen Teilen dieser Realität, als auch zwischen den Teilen des zusätzlich enthüllten Systems der Kräfte offenbart wird. Es gibt nichts, außer dieser Kräfte: sei es die Kraft des Wunsches, der Absicht, des Gedankens. Und wenn sich der Mensch die Realität auf diese Weise vorstellt, dann begreift er, dass er über alle Mittel zur Erreichung dieser neuen, zusätzlichen Realität verfügt.

Denn sie wird mit Hilfe der Menschen, die Träger dieser Kräfte des Gebens sind, seiner Freunde erreicht, die am Geben, an der altruistischen Absicht interessiert sind. Und jetzt kann er zusammen mit ihnen dieses System des Gebens aufbauen und die spirituelle Realität enthüllen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 16.10.2011

Kabbalisten über die Wahrnehmung der Realität, Teil 20

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

Die Reinkarnation der Seelen (Gilgulim haNeschamot)

Es gibt keine neuen Seelen in der Welt. Es gibt nur eine bestimmte Anzahl der Seelen im Kreislauf der Formveränderung. Sie kleiden sich jedes Mal in die neuen Körper ein.

Baal HaSulam. Die Welt

Die Seelen verschwinden nicht mit dem Tod des Körpers, sondern gehen aus einem Körper in den anderen Körper, aus einer Generation in die andere Generation über, bis die endgültige Korrektur erreicht wird.

Baal HaSulam. Die Welt

Angesichts der Seelen stellen alle Generationen ein ununterbrochenes Leben der Seelen innerhalb von Tausenden von Jahren dar, vom Anfang ihrer Erschaffung bis hin zu ihrer endgültigen Korrektur. Dabei hat die Anzahl der von der Seele gewechselten Körper keine Bedeutung.

Baal HaSulam. Die Welt

Die einzig erschaffene Seele, Adam, wurde in eine Vielzahl von einzelnen Seelen geteilt, um in ihrem Dasein im Körper die Korrekturen zu erzeugen und sich wieder zu der einzigen Seele zu verbinden.

Baal HaSulam. Das Vorwort zum Buch Panim Meirot, Punkt 22