Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen'

Den Sinn des Lebens begreifen

Frage: Wenn der Mensch auf jeden Fall zum Schöpfer kommt, warum überlädt er sich dann damit, endlose Bücher zu lesen?

Meine Antwort: Man soll sich mit nichts überladen. Man soll einfach verstehen, dass ein Mensch auf der Grundlage seines Verlangens handelt, und es kann hier keinen Zwang geben. Kabbala bietet sich Menschen an, die ein Bedürfnis spüren, sich auf höchstem Niveau zu verwirklichen. Aber dafür muss ein Mensch ein inneres Verlangen haben.
Ich wollte den Sinn des Lebens begreifen. Sonst wollte ich nichts wissen. Ich verstand, dass alles andere vom Menschen erfunden wurde, und der Sinn des Lebens muss von der höchsten Ebene der Natur kommen, vielleicht – dem Geist.
Frage: In welchem Alter haben Sie angefangen, das zu fühlen?

Meine Antwort: Mit etwa sechs, sieben Jahren. Ich musste es wissen. Aber ich mischte es mit Interesse an Anthropologie und Kosmologie: entweder nach innen graben, in die Erde oder außerhalb der Erde, in den Weltraum. Alles andere – Bauarbeiter, Arzt, Flugzeugkonstrukteur werden – interessierte mich wenig.
Wenn ein Mensch das Streben hat, den Sinn des Lebens zu enthüllen, und das haben nur sehr wenige Menschen, dann beginnt er, sich mit der Kabbala zu beschäftigen. Er muss dieses Geheimnis in sich selbst ausgraben. Und nicht aus der Sicht der Religion, um an etwas zu glauben – sondern um zu offenbaren.
Mit anderen Worten, es gibt versteckte Kräfte, die enthüllt werden müssen. Wenn wir diesen Wandschirm auseinander schieben, werden wir sehen, was sich hinter der Hülle unserer Welt befindet. Wir müssen das ganz klar verstehen, ohne irgendwelche imaginären Gedanken oder Wünsche – nur in unseren Sinnesorganen.
Aus der russischen Lektion, 14.05.2017

[#213217]

Die Wünsche anderer erfüllen so als wären sie meine eigenen

Kommentar: Viele Menschen glauben, dass Spiritualität Meditationen oder Ähnliches bedeutet.

Meine Antwort: Spiritualität ist keine Meditation, sondern kontinuierliche Arbeit an deinen Wünschen. Es gilt die Wünsche anderer wahrzunehmen und an ihnen zu arbeiten, als wären es deine eigenen.

Frage: Was meinen Sie damit, die Wünsche anderer zu fühlen?

Meine Antwort: Wenn du z.B. etwas willst, nehme ich dein Verlangen und fülle es. So vereinen wir uns zu einem ganzheitlichen System und ähneln dem Schöpfer.

Frage: Wie können wir wissen, was der Wunsch des anderen ist?

Meine Antwort: Ich möchte die anderen fühlen, dann müssen sie mir nicht sagen, was ihre Wünsche sind.

In dem Maße, in dem ich beabsichtige, ihnen Gutes zu tun, beginne ich, die Wünsche anderer zu spüren.

Ich steige über mich hinauf, höre auf, meine Wünsche zu spüren und beginne somit, die Wünsche anderer genauer wahrzunehmen. Indem ich alle ihre Eigenschaften, Absichten und Möglichkeiten in mir aufnehme, erhalte ich die Füllung vom Schöpfer. Ich erhalte von ihm die Kraft, da ich mich in einem spirituellen Zustand befinde. Nachdem mich dieser Wunsch selbst erfüllt hat, trenne ich ihn von mir und gebe ihn dem Menschen, von dem ich den Mangel empfangen habe. Ein Mensch mag seine spirituellen Wünsche nicht wahrnehmen, aber ich fühle und fülle sie und bereite sie somit auf eine spirituelle Mission vor.

Frage: Wie erlangen wir in unserer Generation die Kenntnis von Spiritualität, die Offenbarung der Welt und des Schöpfers?

Meine Antwort: Kabbalisten haben diese Wünsche für uns vorbereitet. Es spielt keine Rolle, dass sie nur wenige im Vergleich zur ganzen Welt waren. Sie haben es geschafft.

 

Aus dem russischen Kabbalaunterricht 12.03.17

[211065]

Was füllt den Schöpfer?

Frage: Was füllt den Schöpfer?

Antwort: Der Schöpfer ist mit unseren leeren Wünschen gefüllt. Er hat genug Licht. Er braucht einen Wunsch, eine Bitte um Erfüllung. Zum Beispiel, ein kleiner Junge bittet seine Mutter und sie gibt ihm. Wie bereitet er ihr Vergnügen? Er erfreut sie durch Bitten.

Frage: Fühle ich, dass der Schöpfer gefüllt ist?

Antwort: Du fühlst, dass Er deine Bitte genießt?

Frage: Ist der Schöpfer nicht nur ein System?

Antwort: Ja, aber dieses System reagiert. Es ist ein bilaterales System: du beeinflusst es und es beeinflusst dich mit einem Feedback. Es ist genau dasselbe, wenn du deinen Computer verfluchst, weil er dir Probleme macht. Du bringst Teile deines Charakters da hinein, und zwar so sehr, dass du bereit bist, ihn zu schlagen. Warum? Das ist so, weil du mit einem anderen Objekt interagierst.

Und dabei spreche ich noch nicht einmal über die Tatsache, dass ein Gärtner mit den Blumen spricht und sie ihm zurück antworten, weil er sie fühlt.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 5/21/17

[213708]

Warum fühle ich mich leer in dieser Welt?

Frage: Warum kommt in mir manchmal das Gefühl der Leere auf; ich will nichts tun, alles nervt mich, wieso ist das so?

Antwort: Das kommt daher, dass Sie nichts mehr zu tun haben in dieser Welt. Worin besteht der Sinn, wie eine kleine Ameise zu leben?

Sie müssen anfangen sich seelisch zu entwickeln. Erst dann werden Sie fühlen, wieso Sie überhaupt in dieser Welt leben. So aber, wird Ihr Körper weiterhin viele Jahre einfach so in dieser Welt leben und was ist danach?

Frage: Wenn Sie einem Menschen sagen, dass dieser nichts mehr zu tun hat in dieser Welt, heißt das dann, dass er sich nach einer anderen Welt sehnt?

Antwort: Natürlich. Wenn man keine Sehnsucht nach der seelischen Welt hat, dann hat diese Welt nur Rückschläge.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 4/23/17

[211925]

Wie können Sie den Punkt im Herzen entwickeln?

Frage: Ich habe gehört, dass wir alle Teile der einen Seele von Adam sind und in jedem von uns ein Funke von ihm ist, der Punkt im Herzen genannt wird. Was ist ein Punkt im Herzen und wie kann er entwickelt werden?

Antwort: Wir gehören alle zu einem Wunsch. Dieser riesige Wunsch wurde in viele Teile geteilt, von dem jeweils einer in deinen, meinen oder seinen Körper fiel. Unsere Körper trennen diese Teile des Verlangens voneinander. Ich möchte eine Sache, du möchtest etwas anderes und er möchte irgendetwas. Dies ist so, da unsere Körper die Verlangen regeln und anordnen, wie sie es wollen. Die Kabbala sagt, dass wir während wir in dieser Welt in unseren Körpern leben, wir die Teile der Verlangen, die in jedem von uns existieren,  miteinander verbinden können. Wir werden dann unsere gemeinsam geschaffenen Verlangen, die Phänomene außerhalb unserer Körper wahrnehmen, das heißt eine andere Realität – die spirituelle Welt erleben.

Schließlich fühlt jeder diese Welt in seinem persönlichen, individuellen, isolierten Verlangen. Wenn wir unsere Wünsche vereinen, dann erhalten sie durch die Verbindung eine neue Qualität.

Dieser gemeinsame Wunsch wird integral und verbunden, darin spüren wir die Wirklichkeit, die außerhalb von dir, mir oder ihm existiert: die höhere Welt.

Es ist nicht so schwer, dies zu erreichen; Hauptsache wir verstehen, wie wichtig es für uns ist, die höhere Stufe und einen höheren Zustand außerhalb dieser Welt, die zukünftige Welt zu sehen. Wie geschrieben steht: „Du wirst deine Welt in deinem Leben sehen.“ Wenn wir die Grenzen des Körpers aufheben und uns zu einem Menschen mit einem Herz verbinden, dann werden wir die höhere Welt wahrnehmen.

 

Von „ Antworten von Anfängerfragen“ 24/7/2017

[211382]

Tausend unschätzbare Verlangen

Frage: Kabbalisten schreiben, dass letztendlich alle Menschen zur Offenbarung der Höheren Kraft kommen müssen. Gleichzeitig weckt die Weisheit der Kabbala in vielen Menschen Angst und Ablehnung. Was verursacht dieses Hindernis, welches seit Jahrtausenden den Weg der Kabbala begleitet hat?

Antwort: Dieses Hindernis befindet sich in der Natur eines Menschen; der Egoismus duldet die Weisheit der Kabbala nicht; tatsächlich ist sie für ihn der Tod.

Ein Mensch sollte ohne Verzweiflung und dem Unvermögen die Fragen zu beantworten, zur Kabbala kommen: „Was ist der Sinn meines Lebens?“ Er fühlt, dass er diese Frage lösen muss, ohne die es kein Leben gibt.

Frage: Heißt das, wenn ein Mensch die Kabbala leicht und freudvoll annehmen würde, er niemals die höhere Kraft verlangen und seine egoistische Natur verlassen könnte? Ist das der Grund, warum man eine negative Haltung gegenüber der Kabbala hat?

Antwort: Wenn das Studium der Kabbala für den Egoismus eines Menschen von Vorteil wäre, würde er natürlich nicht dagegen protestieren. Unser ganzes Streben in dieser Welt, wie nach der Wissenschaft, Bildung, Kultur und Religion zielen darauf ab, unseren Egoismus zu erfüllen.

Wir entwickeln alle diese Bereiche auf der Grundlage unseres Egoismus, daher rufen sie keinen Widerstand hervor. Einige sind in einem Bereich beschäftigt, andere in einem anderen, aber jeder versteht, dass es einen Platz für alles gibt.

Die Kabbala widerspricht dem allem, da sie der menschlichen Natur entgegengesetzt ist! Es heißt, dass wir diesen Menschen, den wir vernichten wollen, im Spiegel sehen, das sind wir selbst und wir bauen dazu das komplette Gegenteil auf.

Frage: Die Menschen wissen das alles nicht. Ein Mensch gibt verschiedenste Gründe an, wenn er die Kabbala kritisiert. Woher kommt dieser Hass?

Antwort: Der Hass entsteht unbewusst. Es macht nichts, dass es der Mensch nicht versteht, er fühlt sich unbewusst zurückgewiesen, genauso wie der Antisemitismus unbewusst in allen Generationen existiert.

Ein Mensch spürt unbewusst, dass es eine Konfrontation zwischen unserem Egoismus und der Kabbala innerhalb des allgemeinen Systems gibt. Sobald er etwas über die Kabbala hört, beginnt der Schutzmechanismus in ihm zu arbeiten und zwingt ihn zur Vermeidung, da der Egoismus bedroht wird.

Frage: Warum gibt es dann Menschen, die zur Kabbala streben und sie studieren wollen?

Antwort: Da sie durch das allgemeine System geweckt werden. Es steckt, zusammen mit dem großen Egoismus, in jedem Mensch der Wunsch, ein Prozent oder sogar nur einen Bruchteil eines Prozents, das höhere System, welches unser Leben kontrolliert, anzustreben. Dieses System wird Schöpfer genannt, die höhere Natur. Wenn dieses Tausendstel des Verlangens zu leuchten beginnt, wenn der spirituelle Funke in einem Mensch entzündet wird, dann ist er bereit alles aufzugeben, um ihn zu vergrößern und die Welt dadurch zu betrachten. Schließlich sieht er, dass die restlichen 99% die zu seinem Egoismus gehören, ihn begraben werden. Mit anderen Worten, wird er sein Leben so beenden, wie er es begonnen hat.

Generation nach Generation, eine Reinkarnation nach der anderen geht ohne Nutzen vorüber. Diese Frage entsteht allmählich in einem Menschen und so werden immer mehr Menschen nach dem Sinn des Lebens suchen.

 

Von Kab TV „ Die Ursachen für die negative Einstellung gegenüber der Kabbala“ 19/7/17

[210766]

Den Mangel an Sensibilität überwinden

Die Menschheit kann einen sehr langen Weg gehen, ehe sie die Erkenntnis des Bösen erlangt. Wir sagen, dass die Korrektur nach 6000 Jahren beendet ist. Allerdings sind gemäß der Kabbala 6000 Jahre 6000 Stufen: NHY, HGT und HBD. Das heißt, wenn wir von Adam anfangen zu zählen, sind noch 223 Jahre übrig. Allerdings sind das nicht weltliche Jahre.

Was macht es am Ende für einen Menschen für einen Unterschied, ob es in 223 oder in 20.000 Jahren passieren wird? Wenn er es morgen tun will, kann er es morgen tun. Dann spielt es keine Rolle, wie viele Jahre noch übrig bleiben, 200 oder 2000. Wir müssen das realistisch und nicht philosophisch betrachten.

Man kann es hier und jetzt passieren lassen, aber falls nicht, was soll`s? Der Mensch muss ohnehin sterben und findet sich dann in einem anderen Leben wieder. Nach dem Tod  kommen wir sofort zur Empfindung eines neuen Zustands, nicht von dieser Welt, sondern von einer etwas anderen und veränderten Welt.

Ich hoffe, dass wir Menschen, die Kabbala studieren, trotzdem die Menschheit vorantreiben, um dort einzutreten, was als Land Israel bezeichnet wird und uns selbst auf korrekte Weise transformieren.

Frage: Wird ein Mensch sich in diesem Aufstieg glücklich fühlen?

Antwort: Wenn es eine Perspektive gibt, der der Mensch folgt und die Unterstützung anderer Menschen spürt, wird er den Aufstieg schon schrittweise sehen, bevor er ihn beginnt. Ohne die Unterstützung fällt er in eine tiefere Depression, aber mit der Unterstützung bewegt er sich mit Freude. In diesem Fall wird die Nation, die es versteht, auf richtige Weise fortzuschreiten und den Rest der Menschheit zu führen, Menschen von Israel genannt. Sie betreten das Land Israel, das heißt sie beginnen, ihre Verlangen zum Geben und zur Liebe zu transformieren und sind dadurch ein Beispiel für alle anderen. Das ist ein großartiger Zustand für die Nation und für die ganze Menschheit, die schließlich versteht, wie sie zu einer glänzenden Zukunft kommt.

Viele Menschen leiden heute unter Depressionen oder nehmen Drogen! Sie sehen keine Perspektive!

Doch wir sind in der Position, den Plan der Schöpfung zu verstehen, zu sehen, wie das passiert, was bereits in den kabbalistischen Büchern beschrieben steht, wie es in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren weitergehen wird und wie es transformiert werden kann.

Wir begleiten diesen Mechanismus, drehen sein Schwungrad , bewegen uns vorwärts und wissen, was geschehen wird. Es ist schwer für uns, anderen Menschen alles zu erklären; sie wollen es nicht hören. Sie haben ihre eigenen egoistischen Schwierigkeiten.

Aber wie glücklich wir sein sollten, dass wir die Perspektive sehen. Der Rest existiert einfach und sie fühlen ihre eigene Bedeutungslosigkeit und ihre absolute Unfähigkeit, ihr Schicksal zu ändern. Natürlich ist das schlechter als der Tod.

Daher konsumieren sie Marihuana, nehmen Antidepressiva  und so weiter.

„Warum sollte ich Kinder haben? Warum sollte ich eine Familie gründen? Wofür lebe ich? Gib mir eine Pille, ich werde sie schlucken und schlafen. Und noch besser, als die Pille zu bekommen, ist es einzuschlafen und vielleicht im Traum zu sterben.“

Frage: Warum hören die Menschen nicht auf uns?

Antwort: Wir können nicht zu ihnen kommen, und das ist ein großes Problem. Es gibt so viele Menschen in der Welt, die leiden. Sie werden getötet, gemobbt, verbrannt, zerstört und erschossen. Und immer noch hören sie nicht. Die Menschheit muss eine bestimmte Schwelle an Unsensibilität überwinden. Dies wird unter anderem durch Leiden erzielt.

 

Aus KabTV`s „Geheimnisse der Ewigen Buches“ 14.12.2016

[210712]

Das Universum ist in einem Menschen

Frage: Warum schuf der Schöpfer so viele Sterne? Oder ist das nur eine Illusion? Was sind die Grenzen des Universums?

Antwort: Vor sechzig Jahren, als ich ein Student war, lernte ich, dass das Universum grenzenlos ist, dass es nicht erschaffen wurde, und dass es vor unzähligen Jahren erschienen und Zeit ebenfalls unendlich ist.

Heutzutage sind Wissenschaftler zu der Erkenntnis gekommen, dass sowohl das Universum als auch die Zeit endlich sind, aber diese Information ist für uns letzten Endes nicht nützlich; das sind nur Hypothesen. Plötzlich werden Galaxien entdeckt, die zu diesen in Beziehung stehen; der Weltraum, den wir früher entdeckt hatten, war nur noch wie ein kleiner Punkt und deshalb ist die Beteiligung an dieser Forschung absolut nutzlos. Astronomen, Kosmologen und viele andere Wissenschaftler sind mit ihren mathematischen Kalkulationen an der Erforschung dieses Universums beteiligt, dennoch verstehen sie dieses System nicht ernsthaft.

Frage: Warum sind immer mehr Galaxien von ihnen entdeckt worden? Wie nützlich ist dieses Wissen?

Antwort: Dieses Wissen gibt uns ein Gefühl von Verlangen, die sich konstant ausweiten und innerhalb derer wir die äußere Welt empfinden.

In der „Einführung ins Buch Sohar“ steht, dass wir alles, was wir außerhalb von uns fühlen, tatsächlich innerhalb von uns finden. Das ist so angelegt, damit wir fähig sind, die Struktur der Schöpfung zu verstehen, die in uns zu finden ist. Ich fühle nicht, was innerhalb von mir zu finden ist. Im Gegenteil, alles was sich außerhalb von mir ausbreitet, entzweit sich scheinbar von mir. Daher kann ich es schon unterscheiden und davon lernen, weil es weit von mir entfernt ist und ohne eine Verbindung zu mir zu existieren scheint. Eine Illusion wurde für mich erschaffen, dass es nicht meins ist und darum kann ich es objektiver zuordnen, als wenn es innerhalb von mir wäre.

Frage: Spiegelt die Entdeckung eines unendlichen Universums die Unendlichkeit in mir?

Antwort: Sicher. Mein inneres Verlangen zu wachsen, enthüllt das scheinbar expandierende Universum.

Frage: Heißt das, dass ein Kabbalist in sich selbst hineinschauen und sagen kann: “Dieser Stern ist mein Verlangen?“

Antwort: Das ist exakt richtig: das ist genau der Weg, wie wir über die Sonne, den Mond, die Erde und alle Planeten im Sonnensystem sprechen. Ein Kabbalist kann beispielsweise einen „Mond“ innerhalb von sich entdecken, der der Charakter von Bina ist, der Charakter des Gebens, der durch das Or Choser (reflektierte Licht) von der Sonne scheint. Die Sonne ist der Charakter von Keter, und die Erde ist der Charakter von Malchut. Wir können diese Charaktere nicht innerhalb von uns bestimmen, weil alles außerhalb von uns gefunden wird, so dass wir sie bestimmen und von ihnen lernen können, aber tatsächlich lernen wird über uns selbst.

Frage: Was gibt uns ein Mensch? Letztendlich haben die Menschen seit tausenden von Jahren die Sonne und den Mond betrachtet und waren unfähig festzustellen, dass diese himmlischen Körper den Charakter des Gebens und Empfangens in ihnen verkörpern.

Antwort: Sie hatten kein Bedürfnis nach diesem Wissen und deshalb haben sie es nicht verstanden, aber wenn Menschen diese Charakteristiken innerhalb von sich entdecken, werden sie es erkennen, – durch ihre Verbindung mit den Objekten des solaren und räumlichen Systems – dass diese Objekte tatsächlich eine ungeheure Zahl von Verlangen verkörpern, die innerhalb von ihnen gefunden werden.

Frage: Das bedeutet, dass diese Billionen Sterne, jeder einzelne von ihnen ein einzelnes Verlangen ist. Gibt es einen Namen für jedes Verlangen so wie für jeden Stern?

Antwort: Ja. Zum Beispiel, Chochma von Keter von Bina, etc. ist ein sehr langer Ausdruck, der genau den Namen des einzelnen Verlangens ausdrückt.

Frage: Wie entdeckt ein Kabbalist diese Verlangen in sich und was macht er mit ihnen?

Antwort: Ein Kabbalist braucht nur eine einzige Sache mit den Verlangen tun: zusammensammeln und dem Schöpfer übergeben. Er muss nicht mit jedem einzelnen Verlangen arbeiten. Unsere Korrektur ist sehr einfach. Ich muss mich oder meine Verlangen nicht ändern, sondern nur meine Absicht bezüglich des Schöpfers ist wichtig, und das hängt von der Wichtigkeit ab, die ich dem Schöpfer in mir zuschreibe. Daher ist die Hauptsache, die Vorstellung des Schöpfers in meinen Augen zu entwickeln.

Frage: Wie ist es zu erklären, dass Verlangen entstehen und wie von selbst hochkommen und liegt es nur an mir, mich mit ihnen in der richtigen Absicht zu verbinden?

Antwort: Ja, sicher. Aber es hängt schon auch von der Gruppe ab, vom Studium und wie bereit du bist, dich zu erheben und dich innerhalb von dir mit ihnen zu verbinden.

 

Aus dem russischen Kabbalaunterricht 19.03.2017

[212153]

Generationskonflikt Teil 2

Frage:  Jede Generation zeichnet sich durch unterschiedliche Werte aus: einige durch den Geldwert, andere über Wissen. Jede nachfolgende Generation wird diese Werte immer weniger schätzen, sondern wird zunehmend nach inneren Werten suchen.

Der Konflikt zwischen den Generationen ist so groß, dass es unklar ist, wie heute Eltern eine Generation in einer für uns völlig nicht familiären Welt aufziehen kann. Immerhin sind wir in der alten Welt aufgewachsen, die vielleicht schon in die Geschichte eingegangen ist.

Antwort: Das ist richtig bemerkt. Stellen Sie sich vor, ein Dinosaurierpärchen hätte einen Affen geboren, welcher eine neue Ära kennzeichnet, die viele tausende von Jahren voraus ist. Diese Dinosaurier schauen auf den Affen und wissen nicht, was sie damit anfangen sollen. Es ist noch nicht einmal klar, was der Affe isst, wie man mit ihm spielt, worüber man mit ihm spricht.

Heute fühlen wir uns oft so, wie in der Rolle der Eltern-Dinosaurier, deren Affenbaby tausendmal schlauer geboren wurde als wir. Ebenso sieht ein Kind seine Eltern an und versteht nicht, was sie von ihm wollen. Seine Eltern verstehen ihn nicht und haben keine Verbindung zu seiner Welt. Sie sind mit ihm nur finanziell verbunden, also wartet er darauf, gefüttert zu werden, Geld zu bekommen und alleine gelassen zu werden.

Immerhin will er sich, wie jede Generation,  im Leben verwirklichen, um seine Wünsche zu erfüllen. Diese Wünsche sind nicht die seiner Eltern. Die Eltern wollen sich gut anziehen und der junge Mann denkt nicht über Kleider nach.

Die Eltern genießen klassische Musik und das Kind bekommt davon Juckreiz und versteht nicht wie man so etwas anhören kann. Die gesamte Kultur der Eltern ist der Kultur der Kinder so entgegengesetzt, dass es kein Verständnis zwischen ihnen gibt.

Manche können den Anderen nicht verstehen. Sie begegnen sich nur auf der Ebene von Nahrung und Geld – soweit körperliche Verlangen betroffen sind. Es gibt auch in den körperlichen Verlangen Unterschiede zwischen uns; was wir essen ist nicht dasselbe, die Auffassung von Arbeit, Geld und Karriere, in der für uns vertrauten Weise, ist für die jüngere Generation nicht mehr vorhanden.

Das Kind folgt seiner eigenen Natur und möchte sich nicht an die Natur seiner Eltern anpassen. Es denkt, da ihn seine Eltern geboren haben sind sie jetzt verpflichtet, für ihn zu sorgen, möglicherweise bis zum Ende des Lebens.

Die Eltern haben sich beeilt einen Beruf zu bekommen, zu arbeiten um eine Familie zu gründen. Ihre Kinder haben diese Gedanken und Beweggründe nicht; sie sind bereit, ihr gesamtes Leben im Haus ihrer Eltern, in ihrem Zimmer, mit ihrem Computer zu verbringen.

Frage: Was raten sie den Eltern, in dieser Situation zu tun?

Antwort: Nichts kann getan werden, wenn Eltern und Kinder nicht die gleiche Tiefe erreichen. Um das zu tun, müssen sie eine ähnliche Stufe einer inneren Entwicklung bekommen, damit sie eine Art von „gemeinsamen Nenner“ bekommen. Im Moment haben wir keinen gemeinsamen Nenner; es kommt auf die Zukunft an, wie die jüngere Generation ihre Seele entwickelt.

In jedem Menschen gibt es einen Teil, der ewig, nicht der Zeit unterworfen ist und sich nicht mit den Jahren verändert. Wenn ich jetzt mit siebzig Jahren anfange, mit meinem Enkel, der jetzt zehn Jahre alt ist, mit unseren Seelen zusammenzuarbeiten, werden wir einen gemeinsamen Platz haben, ewig und perfekt.

Für das Kind wird es sehr wichtig sein. In der Tat ist dieses Thema viel näher an der modernen Generation dran, als an den Vorangegangenen. Durch sie können wir Kontakt, Verbindung, gegenseitiges Verständnis und Unterstützung –  ein wirklich globales Leben erreichen.

Ich sehe, dass zwei meiner Kinder, wie ich selbst, in der Kabbala engagiert sind. Es gibt deshalb kein Missverständnis zwischen uns, da sie fühlen, dass die Kabbala über den Sinn des Lebens spricht, über ihre Absicht und Arbeit, die niemals veraltet.

 

Aus Kab TV „Ein neues Leben“ 18/4/17

[205724]

Generationskonflikt Teil 1

Frage: Das ewige Thema:  Väter und Söhne – die Kluft zwischen den Generationen. Warum sind wir so unterschiedlich und verstehen uns nicht? Alle 10-15 Jahre kommt eine neue Generation, die sich durch ihre Wahrnehmung der Welt von der vorangegangenen Generation unterscheidet. Was wird uns helfen, dass wir in Frieden mit allen unterschiedlichen Sichtweisen zusammen leben können? Im Grunde hat die Generation der Väter die gesamte materielle Basis für unser Leben geschaffen. Die nachfolgenden Generationen werden immer weniger dazu verpflichtet, sich im Materiellen zu engagieren, sondern sich mehr mit der inneren, menschlichen Forschung zu beschäftigen. Wie tief ist in Wirklichkeit der Konflikt zwischen den Generationen?

Antwort: Der Abstand zwischen den Generationen sollte nicht in quantitativen, sondern nach qualitativen Indikatoren gemessen werden. Es ist sehr schwierig die Qualität zu beurteilen, um die Mängel zu messen. Wonach strebt diese Generation, was ist das Wichtigste für sie, wo setzt sie ihre Prioritäten?

Wenn wir die grundlegenden Verlangen wie Nahrung, Sex, Familie, Geld, Macht und Wissen klar sehen und bemessen können, auf welcher Stufe sie sich in jeder Generation befinden und wo ihre Prioritäten liegen, dann können wir uns ein Bild von jeder Generation machen. Ich glaube aber nicht, dass jemand mit solch einer Untersuchung beschäftigt war. Die Weisheit der Kabbala studiert das menschliche Verlangen, vergleicht sie aber nicht von Generation zu Generation. Es ist für sie nicht so wichtig. Wir wissen, dass sich die Menschheit ständig weiterentwickelt und sich einer großen Krise nähert.

Schließlich werden die Wünsche nach Nahrung, Sex, Familie, Geld, Macht und Wissen, keinem Mensch irgendeine Erfüllung bringen, er wird sich darüber hinaus entwickeln wollen. Die Weisheit der Kabbala soll dazu beitragen. Solange die Menschheit sich nicht mit dieser Entwicklung des Menschen beschäftigt, kann sie viele Jahre und sogar Jahrhunderte, wenn sie ihre Verlangen an kurzlebige Dinge hängt, steckenbleiben. Wir denken immer, dass wir auf der nächsten Stufe der Verlangen, den Sinn unseres Lebens begreifen werden. Als ob das Geheimnis des Lebens in Reichtum, Ehre, Wissen liegen würde und wenn wir das enthüllen, wir dann glücklich werden würden.

Schrittweise reift so die Menschheit heran, bis sie schließlich enttäuscht von ihrer Entwicklung ist, die hauptsächlich zwischen diesen sechs Grundverlangen gesponnen wurde. Wir können jedoch die für unsere Entwicklung benötigte Zeit verkürzen. Wir können schon sehen, dass uns diese Entwicklung zu einer globalen Krise führt. Sie zerstört einen Mensch völlig, bis er schwört, lieber zu sterben, als solch ein Leben zu führen.

Ein Mensch kann nicht ohne Freude leben. Denn der moderne Mensch ist nicht in der Lage, Genuss zu empfangen, da das egoistische Verlangen seine Entwicklung beendet. Der Mensch bleibt ohne Verlangen verzweifelt, er weiß nicht, wohin er weitergehen soll. Die Kabbala erklärt, dass alle menschlichen Entwicklungsschritte von Anfang an eine absolut verlorene Sache waren.

Wenn wir das realisieren, verkürzen wir auf der Stufe der Einzelnen, der Familien und des Staates unseren Leidensweg für viele hundert Jahre und vermeiden Kriege, Streitigkeiten, große Leiden und Tragödien. Mit Hilfe der integralen Bildung kann die Kabbala die Menschheit zur Erkenntnis all ihrer Fehler führen ohne dass sie alles am eigenen Leib erfahren muss.

Empfehlung von der Kabbala an den Menschen:

Gib einem Menschen sobald als möglich die richtige Erziehung, damit er versteht, dass ihm das Rennen nach den sechs materiellen Götzen: Nahrung, Sex, Familie, Geld, Ehre und Wissen, keinen Erfolg bringt. Erst dann wird das Rennen danach kurz durchdacht, schnell enden und ein positives Ergebnis hervorbringen. Dies führt zur Erkenntnis des Bösen.

Aus KabTV’s “Neues Leben”, #851, 4/17/17
[205649]