Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Sohar'

Riesiger Unterschied

Frage: Welcher Unterschied liegt zwischen dem Greis, welcher die Mängel heraussucht, und dem Dummen, der an sich selbst nagt?

Antwort: Der Dumme, der sich mit der Selbstkritik beschäftigt, bewegt sich nicht vorwärts, sondern sitzt und leidet, weil ihn die eigene Selbstsucht aufisst.

Der Weise, der niedergebeugt ist und eigene Mängel analysiert, mit deren Hilfe er weiter hinaufsteigen kann, arbeitet ständig und steigt höher hinauf. Der Unterschied ist riesig. [127670]

Auszug aus dem russischen Unterricht, 10/02/14

Die aktuelle Aufgabe

Frage: Worin besteht unsere Aufgabe heute?

Antwort: Unsere Aufgabe besteht darin, die ganze Zeit daran zu denken, wie wir jede Sekunde gemeinsam mit allen Freunden die spirituelle Gebärmutter und das Embryo bilden – das heißt den Zustand der Schwangerschaft.

Man muss für sich klären, welche Absichten, Bemühungen, welche Art der Verbindung zwischen uns erforderlich sind, um den mütterlichen Schoss zu bilden, wonach wir das Embryo bilden können.

Außerdem muss man verstehen, welche Distanz zwischen Gebärmutter und dem Embryo existieren soll und wie es immer mehr wachsen kann? Durch diesen Unterschied klärt sich der Einfluss des umgebenden Lichts auf uns: je erhobener der Höhere in meinen Augen ist und je niedriger ich mir selbst vorkomme, desto stärker wirkt  das Licht auf mich ein, das zur Quelle zurückführt.

Innerhalb des umgebenden Lichts gibt es Sefirot und eine Menge von Lichtern, die, auf uns einwirkend, uns verschiedene Formen verleihen. Von vornherein verwenden wir das rohe, ungeformte Verlangen als Material. Es gleicht unserem materiellen Körper, der sich aus den Stammzellen entwickelt, die dann beginnen, sich untereinander zu verbinden und verschiedene konkrete Organe zu bilden: Hände, Beine, Gehirn, Herz, Leber, Lungen.

Sie beginnen, die kompliziertesten Vereinigungen zu bilden und von der Mutter verschiedene Funktionen, die Typen der Arbeit zu übernehmen, um eigenständig für den Organismus zu sorgen. Zuerst versorgte nur die Mutter das Embryo mit dem Blut, und jetzt beginnt sein Herz zu schlagen, und so reihen sich in die Arbeit alle Organe außer den Lungen ein. Das Embryo beginnt wie ein lebendiger Organismus zu funktionieren. Nur einige Systeme funktionieren noch nicht. Wir werden später lernen, warum diese erst nach der Geburt aktiviert werden.

Es ist schon von der Forschung bewiesen, dass das Embryo die Welt durch das mütterliche Fleisch wahrnimmt. Außen schaltet man das Licht ein, und das Embryo reagiert darauf. Erinnerst du dich denn nicht, wie du die Augen zugemacht hast als du im Bauch der Mutter warst?

Deshalb darf man die Stufe des Embryos nicht vernachlässigen, denkend, dass es die einfache Annullierung ist. Alles hängt davon ab, auf welche Stufen ich mich erhebe und somit viele Nuancen der Wahrnehmung verspüre. Bei mir kommt das Licht der Unendlichkeit an, in mir erwachen verschiedene Stufen des Verlangens (von 0 – bis 4). Und in dem Maß, in welchem ich mein eigenes Verlangen annulliere, um innerhalb des Embryos zu bleiben, erlange ich die Wechselwirkung mit dem höheren unendlichen Licht in jedem winzigen Detail.

Außer der Atmung, die sich zur Stufe Bina verhält, beginnen alle übrigen Stufen, noch vor der Geburt zu arbeiten. Das Embryo ist ein sehr weiser Zustand, die Grundlage der gesamten weiteren Entwicklung aller Stufen. Alles fängt mit dem unbelebten Niveau (Embryo) an. [127349]

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zum Buch Sohar“, 12/02/14

Die Treppe zum schönen Gipfel

Sohar-Kongress – 2014. Lektion 1

Aus dem Artikel von Baal HaSulam „Vorwort zum Buch Sohar“: „Ich habe diese Kommentare „Sulam“ (Leiter) genannt, um zu zeigen, dass ihre Bestimmung einer Leiter gleicht.

Wenn vor dir ein schöner Gipfel zu sehen ist, dann fehlt es nur an einer Leiter, um dahin hinaufzusteigen, und alle Schätze der Welt  in Händen zu halten”

Wir beginnen unsere Arbeit mit der Bildung einer Gruppe aus zehn Menschen, die  eins werden wollen. Wenn wir diese zehn zu einem Menschen transformieren, dann beginnen wir, innerhalb dieser Verbindung die höhere Kraft zu offenbaren.

Danach beginnen wir, weitere äußere Kreise zu organisieren. Wir müssen diese Menschen so einschließen, dass sie sich auch als ein Ganzes verbinden.

Nach unserer Verbindung auf dem ersten Niveau, offenbaren wir das Licht Nefesh. Durch die Vereinigung im äußeren Kreis offenbaren wir das Licht Ruach.  Ruach offenbart sich aber  dann im innersten Kreis, wenn Nefesh in den äußeren Kreis übergeht.

Wenn wir in der Lage sind, uns an weitere äußere Kreise anzubinden, dann offenbaren wir im äußersten Kreis Nefesh, im mittleren – Ruach und im inneren – Neshama. (Angenommen, im ersten Kreis waren 10, im zweiten – 100, im dritten – 1000 Menschen.) Und so weiter, bis zum Licht Chaya und Yechida. Somit hängt unser Aufstieg also von der Ausweitung der äußeren Kreise ab.

Baal HaSulam bezeichnete dies in seinem Kommentar als „Leiter“. Denn je weiter wir voranschreiten und je mehr neue Freunde wir in uns aufnehmen, desto höher steigen wir die Leiter hinauf und verstärken unsere Verbindung. So verwandeln wir uns in ein größeres Gefäß, in dem sich das ganze Licht NaRaNChaY in unseren Gefäßen Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin, Malchut offenbart. Das Licht und die Gefäße werden zusammen in ein Ganzes vereinigt und mit dem Schöpfungsziel verbunden.

Jede dieser fünf Stufen, dieser fünf Kreise teilt sich auf fünf und noch weitere fünf auf,  so dass das Licht NaRaNCHaY de-NaRaNChAY de-NaRaNChaY  –  insgesamt 125 Stufen –  entsteht. Deshalb erklären alle Kommentare für das gesamte Buch Sohar, über seine ganze Größe bis zum Ende der Korrektur,  wie man mit Hilfe der Vereinigung aller offenbarten Verlangen auf  spirituelle Höhen hinaufsteigt. Gerade deshalb hat Baal HaSulam diesen Kommentar „Leiter“ genannt. [127123]

Auszug aus der 1. Lektion des Kongresses „Sohar – 2014“, 05/02/14

Tore des Begreifens der Weisheit

Buch Sohar. Das Vorwort. Artikel „Zwei Punkte“, Punkt 121:…Das ist die Bedeutung der Schlösser an den Toren. Zuerst trennen wir uns vom Schöpfer, all die vielen Widersprüche über Seine Einzigartigkeit, welche wir in dieser Welt schmecken. Dennoch, wenn man sich anstrengt die Tora und die Gebote mit Liebe einzuhalten, mit unserer Seele und Kraft, wie uns geboten ist—unserem Erschaffer Zufriedenheit zu geben—beeinflussen uns all jene Kräfte der Trennung nicht, irgendetwas von der Liebe zum Schöpfer mit unseren ganzen Seelen und unserer ganzen Kraft abzuziehen. Vielmehr wird in diesem Zustand jeder Widerspruch, den wir überwunden haben, zu einem Tor für die Erlangung Seiner Weisheit.

Frage: Was bedeutet „jeder Widerspruch, den wir überwunden haben, wird zu einem Tor für die Erlangung Seiner Weisheit“? Was bedeutet „Widerspruch“?

Antwort: Ein Widerspruch ist etwas, was du zwischen jenem und diesem lösen kannst. Der Widerspruch bedeutet, dass ich nicht sehen, nicht dem zustimmen, und nicht verstehen kann, wie so etwas in der Welt geschieht. Er kann mit Seiner Einzigartigkeit, mit „Es gibt niemanden außer Ihm“, mit dem Guten und das Gute schaffende nicht verbunden werden, es kommt nicht zusammen.

Ich bekomme die Schläge von verschiedenen Seiten, ob es richtig oder falsch ist – ist mir nicht bekannt, ich soll sie aber rechtfertigen. Wenn mir klar wäre, dass dies die Strafe ist und ich für das andere Verhalten die Belohnung bekommen hätte, dann ginge es noch, aber es entspricht nicht meiner Logik. Wie gesagt wird: „dem Gerechten geht es schlecht“. Was kann man tun?…

Diese Zustände heißen „Widersprüche“ – die Widersprüche in der Höheren Lenkung.

Frage: Was macht der Gerechte, dem es schlecht geht?

Antwort: Der Gerechte rechtfertigt den Schöpfer, obwohl es ihm schlecht geht.

Frage: Aber das Schöpfungsziel – ist doch der Schöpfung einen Genuss zu bereiten. Wie wird es ihm helfen, wenn ihm schlecht ist, und er den Schöpfer rechtfertigt?

Antwort: Offenbar, geht es ihm gut. Es ist richtig, dass in ihm Böses ist.. Es ist richtig, dass er deswegen leidet. Aber es stimmt auch, dass er den Schöpfer rechtfertigt. Und deshalb heißt er „Gerechter“. [125828]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. 13/01/14

Ein „F“ in der Relativitätstheorie

Baal HaSulam „Artikel zum Abschluss des Buches Sohar“: Und die Autoren des Sohar erlangten eine Stufe, die vollständig alle 125 Stufen beinhaltete, was an sich nicht vor der Enthüllung des Messias erlangt werden kann. Die Generationen vor der Offenbarung des Messias können keine gemeinsame Offenbarung mit den Autoren des Sohar erlangen. Der Sohar konnte nicht von den Generationen enthüllt werden, erst in der Generation des Messias ist dies möglich.

Das erklärt, warum Kabbalisten das Buch des Sohar verborgen haben. Im Grunde war es für die Generationen vor unserer nicht notwendig. Ihnen dieses Buch vorzulegen wäre ungefähr damit vergleichbar, Schulkindern oder Studenten Materialien auf dem Niveau von Nobelpreisträgern vorzulegen. Es würde die Menschen nur verwirren. Wenn wir zum  Beispiel versuchen würden, Kindern die Relativitätstheorie oder andere komplexe Systeme zu erklären, wären sie nicht im Stande, diese zu verdauen bzw. wäre es sogar möglich, das es ihrem Verstand Schaden zufügt.

Der Mensch erlangt allmählich die essentiellen Werkzeuge, um sich an schwierige Materialien anzunähern. Es ist nicht leicht. Einige Grenzbereiche der Wissenschaft sind nur für wenige Menschen verständlich und dadurch zugänglich und darunter sind die wenigsten in der Lage, mit diesem Material zu arbeiten oder es weiterzuentwickeln. Nicht jedermanns Verstand kann da mithalten. Deshalb sollte man den Menschen keine unreife Frucht aushändigen, aber auch keine Frucht, für die sie noch nicht reif sind. Alles muss aufbauend und stufenweise erlernt werden. Es wird gesagt: „Stelle kein Hindernis vor einen Blinden“ weil er fallen würde. Gib ihm eine Chance, sich stufenweise zu entwickeln.

Die Autoren des Sohar wussten genau, was sie taten. Sie befanden sich auf dem spirituellen Niveau, das ein Erbe aus der Zeit des Tempels war, auf der Stufe „Liebe den nächsten mehr als dich selbst“ und wegen der Liebe enthüllten sie den darin verborgenen Schöpfer. Sie schreiben ihre Erkenntnisse im Buch des Sohar nieder, erklären, wie sie sich miteinander organisiert haben und enthüllen den Schöpfer im Bezug dazu.

Wie auch immer, andere konnten nicht in dieser Weise arbeiten, weil sie dann eine zweitausend Jahre lange Periode des Exils betraten. Aus diesem Grund haben die Kabbalisten den Sohar bis heute verborgen. Heutzutage wird sich dieses Buch allen offenbaren. [123697]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, 23/12/13

Die zerbrochene Welt

Wir enthüllen nun die zerbrochene Welt. Mit anderen Worten, in unserer Welt sind wir nahezu am untersten Ende der Anwendbarkeit unseres Egoismus angelangt. Würde auch nur eine Ebene tiefer enthüllt werden, hätten wir keine Chance, dort wieder heraus zu finden. Leider erwarten uns wirklich schreckliche Verhältnisse, in welchen wir die menschliche Form verlieren werden.

Die Propheten sagten, dass dies möglich ist, wenn wir den Pfad der Zeit gehen und dass alles zu seiner Zeit erscheinen wird. Generell beschreibt der Tanach (die Tora, Propheten und Schriften) den Weg, der uns erwartet, wenn wir nicht „kooperieren“ und uns nicht an die Richtlinien halten. Genau genommen sprechen die Propheten über grauenhafte und unbeschreibliche Katastrophen. Baal HaSulam hat auch darauf hingewiesen, das wir im schlimmsten Fall ein globales Dorf werden, dass mit Massenvernichtungswaffen vollgestopft ist.

Was ist die Essenz des Niederganges, den wir heute erleben? Eigentlich bringt er uns dieser Dunkelheit näher, die das größte Licht benötigt, um korrigiert zu  werden. Wie kann man Licht und Dunkelheit verbinden? Dafür benötigen wir natürlich die Gruppe, den Lehrer und die Quellen als gemeinsames Zentrum. Trotzdem fehlt uns noch etwas.

Hier kommt uns der Sulam (Leiter) Kommentar zum Buch des Sohar zur Hilfe. Es gibt der Gruppe und jedem, der es sich wünscht, die Verbindung zum Licht. Es beschreibt unseren inneren Zustand in Kombination mit dem äußeren, den der Sohar beschreibt. Daraus resultiert, das wir die beiden Welten miteinander verbinden können: Die inneren Teile unserer Wahrnehmung mit den äußeren Bildern. Dies ermöglicht uns, dem Text näher zu kommen, ohne dabei zu vergessen, dass er uns mit der Spiritualität verbindet und er erklärt uns somit, was sich in unserem Inneren befindet. Allmählich manifestiert sich dieses Verständnis im Menschen.

Das bedeutet, dass wir es kaum ohne den Sohar oder den Sulam Kommentar schaffen können, weil sie zusammen die Verbindung zum größten Licht herstellen, welches den gesamten menschlichen Egoismus korrigiert. In Wahrheit ist der Sohar in der Lage, noch viel mehr als das zu tun. In unserer Welt, in Anbetracht der Tiefe unseres Egoismus zeigen wir nicht das spirituelle Verlangen, sondern das „animalische“. Durch den spirituellen Aufstieg enthüllen wir jedes Mal drastisch tiefere Verlangen. Diese Welt befindet sich im Mittelpunkt aller Welten und um aufzusteigen, müssen wir zuerst absteigen. Der Sohar ist für die hohen Stufen vorgesehen, die bei diesen Abstiegen durchlaufen werden. Verglichen mit ihnen ist diese Welt nur ein unbedeutendes Sandkorn. [123700]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, 23/12/13

Himmelsgewölbe, Gerechter und Ende der Korrektur

Das Buch Sohar. Kapitel „Bereschit“, Punkt 379: Im Abschnitt „Der Allmächtige hat das Himmelsgewölbe geschaffen“ wird über das höchste Himmelsgewölbe Azilut gesprochen. Jedoch wird die Struktur Azilut, auf alle Stufen der Welten BYА übertragen und erstreckt sich bis zum unteren Meer.

Frage: Was ist Himmelsgewölbe?

Antwort: Himmelsgewölbe ist eine Grenze, bis zu welcher das Geschöpf zum Höheren aufsteigen kann, um sich mit ihm zu verbinden. Höher befinden sich Gefäße, aus welchen die Schöpfung empfangen kann, aber wir leben im Raum zwischen Himmelsgewölbe und Erde, in АCHaP.

Frage: Nachdem ein Mensch die vollkommene Rechtfertigung des Schöpfers, den Zustand „des vollständigen Gerechten“ erreicht, wird er zum Himmelsgewölbe, das die höhere und die untere Welt miteinander verbindet?

Antwort: Der Gerechte befindet sich auf der Höhe des Himmelsgewölbes. Er offenbart die Eigenschaft des Gebens, die durch ihn fließt.

Frage: Ist der Schöpfer die Eigenschaft des Gebens?

Antwort: Ja. Deshalb heißt Er „BO-U-RE“ – „Komm und sieh“. Sobald in dir die Eigenschaft des Gebens offenbart wird, wird sich darin der Schöpfer offenbaren.

Frage: Somit ist der Schöpfer jene Kraft, die der Gerechte offenbart, wenn er die Eigenschaft „Himmelsgewölbe“ erreicht?

Antwort: Stimmt. Den Schöpfer kann man nur dann offenbaren, wenn Er sich in den Menschen kleidet. Der Mensch, der die Ähnlichkeit der Eigenschaften mit dem Schöpfer erreicht, heißt Gerechter. Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens, die den Menschen im Maß der Korrektur seiner Gefäße erfüllt. Ein Gefäß beinhaltet den Schirm und das reflektierte Licht, das heißt jenes Maß des Strebens zum Nächsten, in dem man dem Schöpfer, dem Licht gleich werden kann, das Licht des Gebens in sich offenbaren kann. Der Ort, an dem man Ihn offenbart, heißt Gefäß.

Wenn ich will, dass die Eigenschaft des Gebens von mir an meine Nächsten weitergegeben wird, dann bedeutet es, dass ich das Licht ausstrahle, welches durch mich auf die anderen wirken wird.

Frage: Und das alles wird in meinem Inneren begriffen? Alle Menschen, das heißt alle Gefäße, die mir äußerlich erscheinen, sind eigentlich meine inneren Verlangen?

Antwort: Alles befindet sich innerhalb des Menschen. Es gibt nichts Äußerliches. Aber gleichzeitig sehen wir das Bild unserer Welt, und sollen uns dazu richtig – wie zu den Geschehnissen außerhalb von uns verhalten; aber auch den Zustand erreichen, wo diese beiden Realitäten parallel existieren. Wenn ich also denke, dass die äußere Realität die einzige Wahrheit ist, dann lebe ich nur in dieser Welt. Und wenn ich denke, dass dieses Weltbild alle Teile meiner Seele beinhaltet und sich in mir befindet, dann verschwindet diese Welt. Ich soll allerdings in beiden Welten gleichzeitig existieren.

Bis ich das Ende der Korrektur (Gmar Tikun) erreicht habe, geht die Form dieser Welt nicht verloren, und es ist sogar verboten, dich davon absichtlich zu entfernen.

Frage: Das Ende der Korrektur ist ein Zustand am Ende jeder Stufe, wenn der Gerechte das Niveau des Schöpfers erreicht?

Antwort: Man kann anders fragen: Wann empfinde ich das Ende der Korrektur? Wenn ich die laufende Stufe beende. Aber das ist nicht das wahre Ende der Korrektur, sondern eine gewisse Empfindung nach der Vollendung einer Stufe. Das heißt, in jenen Gefäßen, mit denen der Mensch arbeitete, erreichte er die vollständige Korrektur.

Aber diese vollendete Korrektur ist immer eine Teilkorrektur, da er genau weiß, welchen Teil der Gefäße er nicht eingesetzt hat. Ein Teil der Gefäße ist Malchut der Unendlichkeit. Aus der gesamten Malchut der Unendlichkeit besitzen wir ein kleines Kli – Zehn Sefirot, die uns jetzt offenbart werden, und von ihnen schneide ich noch den Teil ab, in dem ich fähig bin, zu arbeiten.

Somit gibt es drei Teile: Das Kli, in dem ich arbeite; das Kli, in dem ich nicht arbeiten kann (man kann sagen, dass es GE und АCHaP, oder RAMACH und SHASA, die befehlenden und verbietenden Gebote usw.,), deren Summe die Zehn Sefirot darstellen, und es gibt außerdem das Kli, das die ganze Realität – die ganze übrige Malchut der Unendlichkeit – beinhaltet, die ich noch nicht fähig bin zu korrigieren.

Frage: Wenn ich die Zehn Sefirot korrigiere, dann verbinde ich sie zu einer Sefira?

Antwort: Nein, das stimmt nicht. Das spirituelle System ist analog, darin ist jeder Teil mit allen übrigen durch zahlreiche Beziehungen verbunden. Man darf nicht sagen: „Jetzt befinde ich mich hier in diesen Zehn Sefirot, und dann erlange ich Zehn größere Sefirot usw..“ Nein. Du bist quasi entlang des ganzen Systems „verstrichen“. Selbst wenn du ganz winzig bist, bist du auch mit allen verbunden. Und wenn du wächst, dann wächst du in allerlei Eigenschaften – ein wenig in den einen, ein wenig in den anderen, wobei diesen Zustand nicht du, sondern das System und die Wurzel deiner Seele bestimmt. Auf diese Weise kommst du voran. [121065]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 20/11/13

Die Kraft des höheren Segens [108678]

Frage: Was versteht man unter dem Dialog zwischen den Buchstaben und dem Schöpfer, der im Buch Sohar, Kapitel „Die Buchstaben des Rabbi Hamnuna Saba“ beschrieben wird?

Meine Antwort: Wir wollen die Eigenschaft jeder Kraft (ein Buchstabe) in Bezug auf Keter klären (das Ziel, das weiße Licht), die im allgemeinen System unseres Universums – das vom Schöpfer geschaffen wurde – agiert. Das System definiert Beziehungen zwischen der Kraft des Gebens und der Macht zu Empfangen.

Es gibt zwei Kräfte: „etwas aus Existierenden“ (Yesh mi Yesh) und „etwas aus Nichts“ (Yesh mi Ain) und ein System, das die beiden zueinander bezieht. Wie ist es möglich, „etwas aus Nichts“ mit „etwas aus Existierendem“ vergleichbar zu machen? Wie kann das Verlangen zu empfangen dem Verlangen zu geben ähnlich werden? Das Verlangen zu empfangen kann sich nicht in ein gebendes verwandeln, aber es kann letzteres nachahmen, indem es ebenso handelt. Dieses Verhalten bezeichnet man als „empfangen, um zu geben“.

Deshalb brauchen wir eine Wahrnehmung des Gebenden, weil wir uns über Ihn noch keine Gedanken machen; alles, worum wir uns sorgen, ist unsere Erfüllung. Um zum Empfangen um zu geben zu kommen, müssen wir denjenigen fühlen, dem wir geben und unser Verlangen in Übereinstimmung mit dem, was der Geber will, verwenden.

Unser Verlangen verwandelt sich in eine Methode, die den Schöpfer erfreut und so brauchen wir Kraft und Eigenschaften, die wir vorher nicht hatten. Wir wollen mit Jenem, Dem wir geben, „bekannt werden“ und wir sollten verstehen, warum wir dies tun. Mit anderen Worten müssen wir uns von uns selbst loslösen und beginnen, die innere Welt von jemand anderem zu fühlen.

Welche Eigenschaften, Kräfte und Verbesserungen sind erforderlich, um dieses Ziel zu erreichen? Wir müssen dieses Problem lösen und einen bestimmten Prozess durchlaufen, um ans Ziel zu gelangen. Diese Frage wird uns durch die Buchstaben erläutert. Malchut fragt Keter, ob sie mit Hilfe des Buchstaben „Samech“ Keter gleich werden kann.

Keter antwortet Malchut, das dies nicht möglich ist. Sie kann lediglich einen Teil des Pfades zu Keter zurücklegen, sie kann nur ein Stück des Weges bis zu dem Ort gehen, wo Malchut sich von sich selbst absondert und Hilfe erhält (Simcha – Ableitung des Buchstaben „Samech“). An diesem Punkt ist Malchut nicht abhängig vom Verlangen, das sie am Anfang ihrer Reise hatte. Es ist, als ob sie in der Luft schweben würde.

Was folgt dann? Auf diese Art kann keine Korrektur erfolgen. Im Gegenteil, wenn Malchut voranschreiten will, muss sie empfangen um zu geben. „Samech“ will nicht empfangen. Dieser Buchstabe strebt zu nichts anderem als zum Geben, zu „Chafetz Chesed“. So, wie ein rechtschaffener Mann, der alleine in den Wäldern lebt und nicht einmal ein Hemd besitzt – und auch keines braucht.

Deshalb muss „Samech“ annulliert werden, weil die Kraft, die diesen Buchstaben umhüllt, für ihn zum Hindernis wird. Wir brauchen eine entwicklungsfähige Kraft des Buchstaben „Mem“, der aus zwei Buchstaben besteht: „Dalet“ (zwei Türen – Delet), der aufzumachen und den Fötus  hinauszulassen hat, damit er seine Entwicklung fortsetzen kann. Diese Tore sind zwei entgegengesetzte Kräfte, die miteinander kämpfen. Deshalb werden sie als Türscharniere (Tsirim) oder Geburtswehen (Tsirim) bezeichnet, im Sinne von Mühe der Weiterentwicklung. Die zweite Kraft, die „Samechs“ Schutz annulliert, wird stärker und der Fötus bekommt zusätzliches Verlangen sich zu erfreuen, das vorher unter der Macht des Egoismus stand, jetzt aber vom Empfangen zum Geben übergeht.

Es gibt nichts, das gänzlich gut ist. Es gibt keinen Buchstaben oder keine Kraft, die uns unter allen Umständen helfen kann. Ausgenommen der Buchstabe „Bet“, der so viel wie „Segen“ bedeutet. Der Buchstabe „Bet“ hängt von nichts außer dem Höheren ab. Wie man seinen Segen (im Sinne von zurückkehrendes Licht) erhält, kann durch „die Weisheit der Kabbala“ erlernt werden. Die übrigen Eigenschaften werden dank dieses Segens enthüllt und korrigiert.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. Das Vorwort, 27.05.2013

Das Begreifen anstelle des Wortspiels [117315]

Der Unterschied zwischen der Unreinheit (Klipa) und der Heiligkeit besteht darin, dass Klipa zuerst verstehen will – statt sofort zu handeln, um erst infolge der Handlung das Verständnis zu erreichen, wie gesagt wird: „An Deinen Handlungen haben wir Dich erkannt“. Die dunkle Kraft will in der Vernunft begreifen und sucht nicht das spirituelle Begreifen.

Der Unterschied ist sehr fein und erscheint unbedeutend, aber um ihn muss man die ganze Zeit kämpfen. Denn gerade hier verläuft der Schnitt zwischen der leeren Philosophie – den Besserwissern, die unsere Methode kritisieren, als würden sie selbst etwas von der Spiritualität verstehen – und dem wahren spirituellen Weg. Wie kann man etwas verstehen oder über etwas sprechen, ohne spirituelle Erkenntnis zu haben?

Die Menschen können nicht verstehen, dass es außer den intellektuellen Überlegungen noch spirituelle Erkenntnis – die Veränderung der Eigenschaften und der Wahrnehmung des Menschen – gibt, in welchen er Lichter, Parzufim und Welten offenbart; und über die kann er sprechen.

Und stattdessen nimmt der Mensch Worte aus der Kabbala, Worte der Kabbalisten, die die spirituellen Kräfte und Systeme offenbart haben und „jongliert“ mit ihnen, als würde er verstehen, worum es sich dabei handelt bzw. was hinter jedem Wort steht. Es handelt sich also nur um ein Spiel mit der spirituellen Welt, wie bei einem Kind, das mit den Spielzeugen, mit dem Auto oder dem Panzer, spielt. Die Kinder stellen sich vor, dass alles tatsächlich geschieht, aber wir schauen sie an und wissen, dass es nur ein Spiel ist.

Ebenso urteilen die Menschen über die Kabbala, obwohl sie nur oberflächliche Informationen haben und über keinerlei Erkenntnis verfügen. Jedoch gereicht diese Tatsache auch zum Vorteil, denn bald werden auch sie den Fehler erkennen und das wahre Wissen anstreben; sie werden sich uns anschließen wollen.

Auszug aus dem Unterricht „Vorwort zum Buch Sohar“, 18.08.2013

Den Schöpfer kann man weder verstehen noch messen [117146]

Im Buch Sohar steht geschrieben: „Unter allen Weisen der Völker gibt es niemanden wie dich“. Es handelt sich dabei um Eigenschaften innerhalb eines Menschen. Cohen (Priester), Lewi, Israel – werden „Juden“ weil sie zur Einheit (Jehud) streben, welche im Hebräischen die selbe Wurzel haben. Wissenschafter oder Philosophen streben dasselbe an, doch es ist reine Theorie ohne jegliches Verlangen danach, sich zu ändern oder zu korrigieren.

Das ist nur Arbeit im Verstand und nicht im Herz. Aber wir müssen das Herz, das heißt die Verlangen des Menschen korrigieren. „Die Philosophen“ wollen dasselbe mit dem Verstand erreichen und werden deshalb verwirrt; sie beschäftigen sich mit „Götzendienst“ und erzeugen in ihren Köpfen allerlei Phantasien.

Alle Eigenschaften außer Israel (die direkt zum Schöpfer gerichtet ist) heißen „Völker der Welt“, da sie nicht danach streben, mit dem Schöpfer verbunden zu sein, um Ihn zu erfreuen. Die Völker der Welt werden auf 70 Völker und Israel auf 12 Stämme und noch eine Menge andere Teile unterteilt; das bedeutet, diese Teilung nimmt kein Ende. Dabei schließt jeder von uns alle anderen ein. Dies ist die Folge des Zerbrechens der Gefäße und dient uns als Vorbereitung.

Wenn wir deshalb im Buch Sohar über einen Philosophen oder Gerechten lesen, müssen wir diese auf Eigenschaften in uns beziehen. Die gesamte Tora schreibt über einen Menschen, der in sich die ganze Welt einschließt. Die Frage besteht darin, ob dieser Mensch dazu als etwas erschaffen wurde, das den Schöpfer aufgrund der ihm gegebenen, inneren Gefäße begreift: Seinem Verlangens zu empfangen und die Weisheit seines Verstandes.

Natürlich, nicht! Die Erweiterung unserer Verlangen, durch die wir den Schöpfer erfassen und nicht über Ihn philosophieren, wie es die Weisen aus den „Völkern der Welt“ tun, geschieht nur mit Hilfe der höheren Kraft, die uns den Schirm und das reflektierte Licht vermittelt. Das ist eine ganz andere Erweiterung der Gefäße verglichen mit jenen, die wir durch Weisheit vergrößern.

Wenn ein Mensch eine Wissenschaft logisch studiert dann wachsen nur sein Verstand und seine intellektuellen Fähigkeiten. Dabei werden aber seine Gefäße der Wahrnehmung für das Höhere System, das göttliche System, nicht besser. Er erforscht nicht die Kräfte, die ihn lenken und kann den Schöpfer nicht begreifen. Man kann den Schöpfer nur nach dem Erwerb Seiner Eigenschaften begreifen. Und wenn ein Mensch seine Eigenschaften nicht ändert, dann befindet er sich unter der Macht des Verlangens zu empfangen; und der Verstand, welcher der Sklave des Verlangen zu empfangen ist und ihm dient, versucht stets, es zu befriedigen.

So arbeiten wir in dieser Welt und man kann nichts dagegen tun. Solange keine Hilfe von oben kommt, die unsere Gefäße der Wahrnehmung ausdehnt, und wir auch keine neuen Verlangen des Gebens bekommen, werden wir den Schöpfer nicht erfassen. Wir werden nicht die geringste Vorstellung davon haben, was die spirituelle Welt ist.

Auszug aus dem Unterricht „Vorwort zum Buch Sohar“, 18.08.2013