Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Es ist nicht einfach einen Menschen zu erschaffen

Es kommt uns seltsam vor, dass, wenn der Schöpfer, der doch diese Welt geschaffen hat und über alle Möglichkeiten verfügt, auch unsere Hilfe braucht. Es ist jedoch genau so wie bei einer Mutter, die von ihrem Kind abhängt. So ist Er auch von uns abhängig.

Wären wir auf dem unbelebten, pflanzlichen oder tierischen Niveau, würde Er uns hundertprozentig lenken.

Aber weil Er uns bis zur Stufe des Menschen wachsen lassen will, bis zu seinem Niveau, kann er uns einfach nichts Fertiges geben. Also müssen wir die Vernunft und die Gefühle, in uns, aus eigener Kraft entwickeln.

Demzufolge kommt unser „Erwachsen“ werden durch unsere selbständige Teilnahme zustande. Eben das heißt es, ein Mensch zu sein.

Wäre ich ein Tier, würde ich einfach nur von Ihm empfangen. Aber der Mensch steht qualitativ auf einer neuen Stufe, welche nur infolge von eigenen Klärungen, Analyse und Synthese und das Streben, um dem Schöpfer gleich zu werden, erreicht werden kann.

Auf diese Weise kommt man voran.

Und somit ergibt es sich, dass der Schöpfer auf uns wartet, von uns abhängt.

Wenn ein Kind nicht lernen will, sich auch kein Wissen aneignen will, um von der einen Klasse in die nächst höhere überzugehen, oder keine Hausaufgaben macht und Prüfungen nicht besteht, können die Lehrer auch nichts machen. Und so hängt alles hier nicht vom Schöpfer ab, sondern vom Menschen selbst.

Das ist das Einzige was Er nicht für uns tun kann – anderenfalls werden wir nicht erwachsen. Die Stufe des „sprechenden“ Menschen in uns, soll folglich durch unsere eigene vorläufige Arbeit, der Klärungen des Verständnisses und der Vernunft, wachsen.

Wir sollen den Verstand und das Herz selbst entwickeln und nur nicht darauf warten, bis der Schöpfer uns zum Menschen macht.

Die menschliche Stufe kann man nicht von außen geben, diese muss von unten und von innen, erobert werden.

Das Licht kann unsere Entwicklung nur bis zum Erhalt des Punktes im Herzen beschleunigen. Alle übrigen Wünsche sollen wir selbst verdienen.

Denn wenn der Schöpfer uns eigenständig in einen „Menschen“ einkleiden würde, dann würde es wohl eher ein Affe sein und kein Mensch.

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Das Feld, das der Schöpfer gesegnet hat

Unter Feld ist der Ort gemeint, an dem die Gaben der Erde angebaut werden sollten, um der ganzen Welt Nahrung zu geben. Feldarbeiten sind bekanntlich „ackern“, „säen“ und „ernten“.
Es wird von unseren Weisen gesagt: „Was mit Tränen gesät ist, wird freudig geerntet“. Und dies wird das Feld genannt, das der Schöpfer gesegnet hat. (Rabash, “Die Liebe der Freunde (1)“)

Das Feld symbolisiert das Ego eines Menschen, das gründlich gepflügt, mit „richtigen“ Samen gesät, und mit seinen “Tränen“ bewässert werden muss.

Dann muss man aus den gekeimten Weizenähren die Körner herausschlagen, die Schalen in den Wind streuen und viele andere Handlungen durchführen, die die spirituelle Arbeit zur Korrektur des Egoismus mit sich bringt. Es ist der Prototyp all unsere körperlichen Arbeiten auf dem Feld.

Die Körner werden von Mühlsteinen zermahlen, die von Tieren bewegt werden, die mit verbundenen Augen im Kreis herumgehen, um nicht zu sehen, dass sie nutzlose Arbeit für sich tun. Sie brauchen Getreide und nicht das Mehl, denn aus dem Mehl wird Brot gebacken und das ist Nahrung für den Menschen.

Also, der Mensch muss sich selbst beackern, mahlen, in der Gruppenarbeit reinigen und dabei die Augen vor seinen inneren, tierischen Eigenschaften verschließen, damit er für die Ernte arbeitet.

Als Resultat dieser Arbeit werden sich alle Eigenschaften eines Menschen darin konzentrieren, sich manifestieren und eine vollständige Korrektur erreichen.

Wenn du dich mit deinen Freunden in der Gruppe verbindest, findest du diese inneren egoistischen Eigenschaften und da wird die Verbindung zwischen ihnen repariert. Aber um sie miteinander zu verbinden, müssen sie die Eigenschaften des Schöpfers finden. Dies wird deine Haupteigenschaft sein, „Josef“, mit der du bis zum Ende der Korrektur kommen wirst.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“ 01.02.2018

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Die Weitergabe der Botschaft des Ari

Die Geschöpfe müssen den Gedanken des Schöpfers, Sein Programm, umsetzen und sich dem Zweck der Schöpfung zuwenden. In diesem Prozess gibt es eine Kette von Handlungen, die von den zerbrochenen Teilen der Schöpfung ausgeführt werden, die sich zu einer Seele sammeln und verbinden, so wie sie vor der Sünde des Baumes der Erkenntnis, vor dem Zerbrechen der gemeinsamen Seele war. Die verbundenen Teile der Seele werden Kabbalisten genannt.

Diese Teile der Seele, die sich sehr voneinander unterscheiden, durchlaufen Korrekturen des Zerbrechens, eine nach der anderen. Wir sehen, wie sich die Kabbalisten voneinander unterscheiden und wie sie ihre Mission erfüllen. Während der ganzen Geschichte und des Prozesses der Korrektur gab es spezielle, herausragende Seelen: die Seele von Adam HaRishon und dann seine Schüler, zwanzig Generationen von Abraham (Abraham, Isaak, Jakob, Moses, Aaron, Joseph, David …), über Rabbi Shimon, Rabbi Moshe De Leon, Rambam und anderen Kabbalisten bis heute.

In dieser Kette gibt es eine ganz besondere Seele, die für uns sehr wertvoll ist, sogar mehr als Rashbi und Baal HaSulam – der Ari (Isaac Luria). Dieser Mann öffnete uns die Weisheit der Kabbala. Ohne ihn hätte uns keine einzige Schrift der nachfolgenden Kabbalisten erreicht, und deshalb ist der Ari für uns als „die Nutzer“ der Kabbala besonders wichtig.

Ab dem Ari begann sich die Kabbala zu entwickeln und sich der modernen Zeit anzupassen, und aufgrund dieser Tatsache sehen wir uns heute der Erlösung näher – speziell dank des Ari. Dazu gehört natürlich auch das große Werk des Baal Schem Tov und dann Baal HaSulam und Rabash. Baal HaSulam war in der Art seiner Mission dem Ari ähnlicher, und Rabash ähnelte eher dem Baal Shem Tov. Und vor allen gab es Rashbi, der der Welt das Licht der letzten Korrektur brachte, das jedem zur endgültigen Korrektur hilft, schiebt und zieht.

Der Ari ist jedoch eine sehr wichtige Kraft in der Menschheitsgeschichte und wir schätzen diesen Kabbalisten und den Beitrag, den er für uns geleistet hat, oder vielmehr, wie der Schöpfer uns durch die Seele des Ari geholfen hat, uns dem Zweck unseres Daseins zu nähern.

Der Ari lehrte nur anderthalb Jahre lang in Nordisrael, dann starb er. Aber das war genug, um ein großes Licht in der Welt mit den Taten seiner Seele zu erwecken. Durch den Ari erreicht diese Erleuchtung jeden in Form von umgebendem Licht und gibt allen nachfolgenden Generationen ein großes Erwachen. Sein ganzes Leben, seine Schriften, seine Gruppe und die Werke, die er hinterlassen hat, sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form, sind äußerst verborgen und unbegreiflich. Jedoch kamen andere Seelen, wie Baal Shem Tov und Baal HaSulam, und setzten die Arbeit des Ari mit großer Hingabe und Stärke fort.

Heute, am Tag des Ari-Gedenktages, müssen wir fühlen, wieviel wir dieser Seele schulden, durch die der Schöpfer uns die Weisheit der Kabbala so viel nähergebracht hat. Wir müssen die Nachricht des Ari erhalten und weiterleiten.

 

Aus dem 3. Teil der täglichen Kabbala Lektion 7/16/18, „Gedenktag des Ari“

Die Verbindung mit dem Schöpfer annulliert den Stress

Frage: Die Außenwelt bringt den Menschen in einen Zustand ständigen Stresses. Wie überwindet man dies?

Meine Antwort: Ich kann mir nicht vorstellen, was ein ständiger Stress ist, weil ich alles, was geschieht, mit dem Schöpfer verbinde. Was für einen Stress kann es geben, wenn wir uns in Seiner Macht befinden, in Seiner ständigen Wirkung auf uns? Man muss sich einfach entspannen und mit dem Strom Seiner Handlungen an uns schwimmen, nicht mehr.

Ich empfehle, ständig die Artikel von Baal HaSulam und Rabash zu lesen. Sie werden sehr schnell jeglichen Stress von euch nehmen. Ihr werdet verstehen, dass die Welt eine einzige gute Kraft lenkt und alles, was wir brauchen ist, nur in der Verbindung mit Ihr zu sein, alles dem Schöpfer zuzuschreiben.

 

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Das System der Ehrfurcht

Um die Stufe des Menschen zu verstehen, geben wir eine Deutung unserer Weisen bezüglich des Verses: ”Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte Gott und halte Seine Gebote! Denn das soll jeder Mensch tun.” (Prediger 12:13). Die Weisen sagten über die Strophe: “denn dies ist der ganze Mensch”, dass die Ursache des Geschöpfes “die Ehrfurcht vor dem Schöpfer” sei.

Im Buch “Matan Tora” heißt es: der Grund, warum die Geschöpfe weder Genuss noch Freude erhalten, auch wenn dies das Ziel der Schöpfung war, liegt im Unterschied der Eigenschaften zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen. Der Schöpfer ist derjenige, der gibt, und die Geschöpfe sind diejenigen, die empfangen. Es existiert jedoch ein Gesetz, nach welchem die Zweige den Wurzeln gleichen, von welchen sie abstammen. (Rabash, “Das Ziel der Gemeinschaft 1”)

Das Endziel unserer Entwicklung besteht darin, dass wir mit dem Schöpfer verschmelzen. Dafür müssen wir Ihm ähnlich sein. Um dabei Geschöpfe zu bleiben, müssen wir Ihm entgegengesetzt sein. Dies bedeutet, dass in uns gleichzeitig der absolute Gegensatz und die absolute Gleichheit existieren müssen.

Wie kann man in einem Menschen diese zwei Eigenschaften, die sich gegenseitig vernichten, vereinbaren? Mit diesem Ziel wurden wir dem Schöpfer entgegengesetzt erschaffen. Sowohl der Wunsch (weil wir genießen wollen und der Schöpfer uns den Genuss geben will) als auch die Absicht sind dem Schöpfer entgegengesetzt. Wir müssen über unser Verlangen so eine Absicht erschaffen, um zu genießen, damit wir Ihm Freude bereiten.

Die Lenkung der beiden entgegengesetzten Eigenschaften ist ein System, das große Behutsamkeit verlangt: wie kann ich für mich selber nicht empfangen und dem Schöpfer genug geben. So eine präzise Balance wie auf einem Seil heißt Ehrfurcht.

Diese Rolle übernimmt der Schirm, der sich zwischen dem egoistischen Verlangen und der altruistischen Absicht befindet. Die Ehrfurcht hängt einerseits von der Größe des egoistischen Verlangens des Menschen, andererseits von der Wahrnehmung der Erhabenheit des Schöpfers ab.

Der Mensch, der sich zwischen diesen entgegengesetzten Parametern bewegt wie auf einem Seil, muss sie in sich einschließen und so balancieren, dass sie sich gegenseitig ausbalancieren, aber sich nicht neutralisieren. Sie sollen nämlich das gesamte System des Verhaltens zeigen: das maximale Empfangen und das maximale Geben. Das richtig funktionierende System heißt “das System der Ehrfurcht”.

Frage: In welchem Moment beginnt es ausgeprägt wie ein Mechanismus zu arbeiten?

Antwort: Es beginnt erst dann zu arbeiten, wenn wir in der Gruppe eine besondere Atmosphäre schaffen, die jedem von uns und uns zusammen zeigt, wie man zwischen uns dieses System erschafft und sich richtig auf seine Resonanz einstellt.

Heute ist unsere Weltgruppe in einem großen Zustand angekommen. Sie steht am Eingang der höheren Lenkung.

Frage: Bedeutet das, dass sich die Ehrfurcht jetzt unserem Herzen annähern soll?

Meine Antwort: Nein. Das geschieht stufenweise, weil die Ehrfurcht erst viel später hervortritt. Jetzt sollen wir lernen uns zu annullieren, zu einem Embryo zu werden. Und erst danach, mit dem Wachstum des Embryos in uns, können wir ihn größer und größer machen, dann wird sich in uns eine größere Ehrfurcht bilden.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“, 26.12.2017

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Gnade und Wahrheit und unechte Gnade

Vor dem Exodus aus dem ägyptischen Exil tritt der Mensch in eine dunkle Periode ein, in der er sich jeden Tag immer tiefer in seinem Egoismus wiederfindet und immer weniger Kraft hat, dagegen anzukämpfen. Der Wunsch zu genießen sendet ihm alle möglichen fremden Gedanken, Wünsche und Handlungen, die immer mehr von der Spiritualität entfernt sind. Es scheint dem Menschen, dass er rückwärts anstatt vorwärts geht.

Er ist dann versucht, sich der Religion zuzuwenden, die für jede Handlung eine Belohnung an Ort und Stelle verspricht, als ob eine einzige Handlung für die Korrektur ausreichen würde. Das ist natürlich attraktiv, und der Mensch geht weg.

Rabash schreibt, dass speziell solche Menschen, die sich lange Zeit mit der Kabbala beschäftigt haben, gute Fortschritte gemacht haben und dann gegangen sind ohne in die spirituelle Welt einzutreten, Gefahr laufen, die größten Gegner der Kabbala zu werden, sogar ihre Feinde. Auf der einen Seite scheinen sie zu verstehen, worum es geht und auf der anderen Seite haben sie nichts erreicht.

Es gibt keine andere Kraft als die des Schöpfers, die wirklich handelt. Er lässt nur das geschaffene Wesen erkennen, was mit ihm geschieht und was die höhere Kraft mit ihm macht. Das geschaffene Wesen muss alle Anstrengungen für diesen Punkt der Bewusstheit einsetzen. Aber tatsächlich, vorher, jetzt und in der Zukunft, zu allen Zeiten, auf allen Ebenen, hat nur der Schöpfer gehandelt,  und wird Er handeln.

Und wir haben den Auftrag, Seine Arbeit zu enthüllen. Wir beeinflussen die Arbeit selbst nicht, aber wir wollen sie schätzen und die gesamte Größe des Schöpfers erreichen.

Es steht geschrieben: „Ich und kein Bote“, was bedeutet, dass der Schöpfer uns selbst aus Ägypten herausführt. Dies bedeutet, dass wir in direktem Kontakt mit dem Schöpfer stehen, mit der höheren Kraft, ohne irgendeinen Vermittler. „Vermittler“ bedeutet, dass ich mich in meiner Forderung noch nicht unmittelbar vor dem Schöpfer fühle und nicht all meine Hoffnungen auf Erlösung nur mit Ihm verbinde.

Wir müssen jetzt enorme Anstrengungen unternehmen, damit jeder seinen eigenen Zustand prüft und fühlt, dass dies das ägyptische Exil ist. Das Zeichen des nahenden Exodus aus Ägypten ist ein Gefühl völliger Hoffnungslosigkeit in absolut allem, in jeder Hinsicht. In diesem Zustand der Verzweiflung offenbart sich der Schöpfer und rettet uns. Aber wir müssen diesen Zustand zusammen überprüfen – das muss unsere gemeinsame Entscheidung sein. Man kann Ägypten nicht alleine verlassen. Es ist nur durch die ernsthafte Bewusstheit im globalen Kli machbar.

Der Egoismus versichert einem Menschen, dass der Pfad nicht so schwierig und kompromisslos sein sollte, wie es die Weisheit der Kabbala andeutet. Warum quälst du dich mit deinem Egoismus? Es gibt viele psychologische Methoden, die es dir ermöglichen, dich zu beruhigen und mit deinem Verlangen zu genießen zurechtzukommen.

Das ist offensichtlich sehr attraktiv. Von dem Moment an, als die Weisheit der Kabbala auftauchte, entwickelten sich im Laufe der Geschichte viele verschiedene Methoden parallel dazu. Und als die Weisheit der Kabbala verhüllt wurde, wurde dies zu einem Grund für die Entstehung von drei Weltreligionen.

Die Religion versüßt das Leben eines Menschen, sie erlaubt ihm, äußere Handlungen statt innerer Handlungen auszuführen und verspricht eine Belohnung dafür in dieser Welt und in der zukünftigen Welt. Es ist klar, dass der Egoismus sich selbst kompensieren will.

Aber von oben ist es speziell so organisiert, dass es außer der Kabbala andere Systeme gibt, die helfen herauszufinden, was Egoismus in Bezug auf die Kraft des Gebens, auf die Kraft des Schöpfers ist. Daher werden alle Religionen und Methoden benötigt und nichts darf zerstört werden. Unsere Aufgabe besteht nur darin, den Wunsch des Höheren weiter zu klären.

 

Aus dem 1. Teil der täglichen Kabbalalektion 3/28/18, Schriften von Rabash, Bd. 2, Artikel 8

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Was in einem Streit geboren wird?

Frage: Woher kommen alle Regeln des Seminars? Im Kreis nacheinander sprechen, sich annullieren und nicht kritisieren? Im Gegenteil, im Streit wird die Wahrheit geboren.

Antwort: Alle Regeln der Seminare basieren auf den Prinzipien, die von den Kabbalisten beschrieben wurden. Es begann mit dem Buch Sohar, als zehn große Kabbalisten in einer Höhle zusammenkamen und Schutz suchten. Dort schrieben sie dieses Buch. Von da an gibt es das Verständnis, was ein „Zehner“ ist, wie man sich darin verbindet und was man damit macht.

Später beschrieb mein Lehrer Rabash sehr detailliert die Beziehungen im Zehner. Er betonte, dass alle Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen den Menschen im Kreis nichts mit psychologischem Training zu tun haben.

Die Aussage, dass die Wahrheit in einem Streit geboren wird, ist absolut falsch. Wie kann in einem Streit Wahrheit entstehen, wenn alle Egoisten sind und falsch denken? Aus der Tatsache, dass sie streiten, werden aus ihren zehn egoistischen Meinungen zwanzig, dreißig und vierzig geboren.

Ich habe nie gesehen, dass die Wahrheit in einem Streit geboren wird. Dafür sollten die Menschen besonders sein und verstehen, wie es bei dieser begrenzten Kapazität möglich ist, dieses Prinzip anzuwenden.

In der Kabbala ist das völlig inakzeptabel. Es kann keine Streitigkeiten geben, weil die Wahrheit von der nächsten Stufe der Erkenntnis zu uns kommen muss, und nicht von unserer Stufe. Wir können nichts in uns selbst suchen. Es scheint mir, dass die Menschheitsgeschichte uns bereits deutlich gezeigt hat: wir können nichts aus uns selbst ausgraben.

Deshalb suchen wir nichts, auch nicht die “Wahrheit“. Wir müssen uns nur in der Weise versammeln, dass wir den höchsten Glanz, das höchste Licht auf uns ziehen. Und dann werden wir Erfolg haben.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 08.10.2017

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Das Licht der Erlangung an die Kette der Seelen weitergeben

Jeder hat das Recht zu prüfen, ob der Ort, wo er studieren möchte, gut für ihn ist. Nach einer kurzen Prüfung sollte er sich jedoch entscheiden und ohne weitere Zweifel am ausgewählten Ort in den Lernprozess einsteigen. Sonst wird er den Schöpfer und seine Welt nicht offenbaren können.

Es gibt Gruppen, die behaupten, dass sie nach ihrer eigenen Methode lernen. Aber wie kann es eine Methode geben, die nicht durch die Kette der Kabbalisten vom Meister an den Schüler weitergegeben wurde?

Es ist unmöglich, eine solche Methode für sich selbst zu erhalten. Nur Adam HaRishon erhielt diese Methode „sozusagen vom Himmel“ und entdeckte sie „für sich selbst“. Alle anderen, einschließlich Abraham, erhielten sie jedoch durch die Kette der Kabbalisten. Zuerst war Abraham „ein Götzenanbeter“, was bedeutet, dass er sich in einer besonderen, spirituellen Arbeit befand, nur in umgekehrter Form. Später erkannte er schließlich diese Mangelhaftigkeit. Zwanzig Generationen nach Adam HaRishon wurde die Kabbala an Abraham weitergegeben.

Die Methode des Erlangens kann nur durch das Festhalten an einem Lehrer erworben werden. So dehnt sie sich von oben nach unten durch die Seelenkette aus, von Seele zu Seele. Kannst du dich wirklich mit der Wurzel verbinden, wenn du nicht Adam HaRishon selbst bist? Nur Adam HaRishon ist direkt mit dem Schöpfer verbunden. Alle anderen Seelen müssen von ihm durch die Kette der Kabbalisten empfangen, abhängig vom Platz der Seele darin. Jeder empfängt von demjenigen, der vor ihm steht, und ist durch Kettenglieder mit einer Wurzel verbunden.

Es ist ein hierarchisches System ähnlich einem Baum. Ich bin dort an einem bestimmten Ort positioniert und kann nur von dem Menschen empfangen, der mir am nächsten und über mir steht. Dafür muss ich mich vor ihm annullieren, wie sich ein niedrigerer Parzuf vor dem Höheren in der geistigen Welt annulliert.

Wenn Menschen behaupten, dass sie „Licht oder Erleuchtung“ von Oben oder im Schlaf empfangen, dann gehen sie damit nicht ernsthaft um. Ein spiritueller Kontakt kann nur erreicht werden, wenn man zu Lebzeiten einem Kabbalisten nahe ist. Wenn es dir gelingt, mindestens einen solchen Kontaktpunkt zu erreichen, dann kannst du von diesem Punkt ausgehend alles Weitere entwickeln.

Aber ohne diesen Anfangspunkt wirst du nichts haben, von wo aus du voranschreiten kannst: Du bist vom ganzen Baum abgeschnitten, vom ganzen System der Seelen. Deshalb fragen die Leute immer: „Wer war dein Lehrer? Woher kommst du? “

Aus diesem Grund ist von allen Diplomen das wertvollste Stück Papier, das ich besitze, ein winziger Zeitungsartikel, wo ich als loyaler Schüler und die rechte Hand von Rabash genannt werde. Es zeigt zumindest, wie verbunden ich mit meinem Lehrer war.

 

Aus dem 4. Teil der täglichen Kabbalalektion 9/12/10, „Brief 38“

Die Frage ist das Streben nach Fülle

Frage: Wenn Ihr Lehrer jetzt bei Ihnen sein würde, würden Sie ihm dann Fragen stellen?

Meine Antwort: Nein. Fragen sind das, was in dir entsteht und du musst sie selber beantworten.

Frage: Wieso bitten Sie die Schüler Ihnen Fragen zu stellen?

Meine Antwort: Damit man die Wechselwirkung der Meinungen beschleunigt und dadurch die Verbindung. Je schneller ihr euch nach vorne bewegen könnt, desto besser. Die Geschwindigkeit hängt von der Annäherung zwischen euch ab und die Annäherung hängt von dem Maß der Besprechungen im Zehner ab. Deswegen versuche ich das alles in euch anzuregen.

Frage: Gibt es solche Fragen, auf welche Sie keine Antwort haben?

Meine Antwort: In der Kabbala gibt es viele Fragen, die unmöglich zu beantworten sind. Der Schüler muss sie in sich selbst wahrnehmen.

Die Frage ist ein Streben nach der Fülle des Herzens und des Verstandes. Das Erhalten der Fülle wird dabei die Antwort sein. Wenn das Herz und der Verstand nicht vorbereitet sind für das Erhalten der Fülle, wie bei einem Kind, dem du etwas erklärst und es versteht nicht, dann kann es das nicht annehmen, und da kann man nichts machen.  

Deswegen muss die Antwort (die Übermittlung) dem Gefäß entsprechen, dem Verlangen, der Absicht, welche der Schüler hat. Darin liegt das Problem.

Frage:  Haben Sie zu Ihrer Zeit Rabash viele Fragen  gestellt?

Meine Antwort: Ja. Ich habe für mich und für die anderen Fragen gestellt.

Frage: Und würden Sie heute keine Fragen mehr stellen?

Meine Antwort: Nein. Ich habe nichts zu fragen. Ich könnte ihm schon Fragen stellen. Wenn wir uns physisch begegnen würden, würden wir uns hinsetzen und schweigen.

 

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Die ganze Welt ist Ägypten

Unsere ganze Welt, unser ganzes Leben ist Ägypten, der Ort des Exils.
Wir sind hier in einer falschen Realität geboren und aufgewachsen, weit von der Kraft des Gebens, der Liebe, der Selbstaufopferung, der Einheit, das heißt, der Eigenschaften des Schöpfers entfernt. Das Studium der Kabbala soll uns zu einer zunehmend korrekten Sicht der Welt führen, so dass wir sehen, dass es nur einen Menschen auf der Welt gibt. Jeder muss sich als diesen einzigen Menschen betrachten. Wenn er die ganze Menschheit integriert, dank der Einheit, der Liebe und durch verschiedene Korrekturen, die er in sich ausführen muss, dann sieht er, dass tatsächlich nur ein Mensch in der Welt existiert.

In der Zwischenzeit entdecken wir in der Welt eine Vielzahl von Kräften, die sich widersprechen und einander gegenüberstehen. Wir müssen sie alle an eine Quelle binden, an einen Wunsch, an eine Kraft, neben der nichts existiert. So werden wir nach und nach zu dem Schluss kommen, dass die Selbstannullierung die einzige Handlung ist, die wir in jedem Moment machen müssen. Ich muss alle Kräfte abschaffen, die von mir kommen, von anderen, von jedem, nur die eine höhere Kraft, die alles beherrscht, bleibt bestehen. Dieser Zustand stellt uns vor den Schöpfer, an seine Seite, um uns an Ihn zu haften und in Ihm aufgenommen zu werden.

 

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbalaunterrichts  vom 27.3.18, Schriften von Rabash

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