Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das System der Ehrfurcht

Um die Stufe des Menschen zu verstehen, geben wir eine Deutung unserer Weisen bezüglich des Verses: ”Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte Gott und halte Seine Gebote! Denn das soll jeder Mensch tun.” (Prediger 12:13). Die Weisen sagten über die Strophe: “denn dies ist der ganze Mensch”, dass die Ursache des Geschöpfes “die Ehrfurcht vor dem Schöpfer” sei.

Im Buch “Matan Tora” heißt es: der Grund, warum die Geschöpfe weder Genuss noch Freude erhalten, auch wenn dies das Ziel der Schöpfung war, liegt im Unterschied der Eigenschaften zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen. Der Schöpfer ist derjenige, der gibt, und die Geschöpfe sind diejenigen, die empfangen. Es existiert jedoch ein Gesetz, nach welchem die Zweige den Wurzeln gleichen, von welchen sie abstammen. (Rabash, “Das Ziel der Gemeinschaft 1”)

Das Endziel unserer Entwicklung besteht darin, dass wir mit dem Schöpfer verschmelzen. Dafür müssen wir Ihm ähnlich sein. Um dabei Geschöpfe zu bleiben, müssen wir Ihm entgegengesetzt sein. Dies bedeutet, dass in uns gleichzeitig der absolute Gegensatz und die absolute Gleichheit existieren müssen.

Wie kann man in einem Menschen diese zwei Eigenschaften, die sich gegenseitig vernichten, vereinbaren? Mit diesem Ziel wurden wir dem Schöpfer entgegengesetzt erschaffen. Sowohl der Wunsch (weil wir genießen wollen und der Schöpfer uns den Genuss geben will) als auch die Absicht sind dem Schöpfer entgegengesetzt. Wir müssen über unser Verlangen so eine Absicht erschaffen, um zu genießen, damit wir Ihm Freude bereiten.

Die Lenkung der beiden entgegengesetzten Eigenschaften ist ein System, das große Behutsamkeit verlangt: wie kann ich für mich selber nicht empfangen und dem Schöpfer genug geben. So eine präzise Balance wie auf einem Seil heißt Ehrfurcht.

Diese Rolle übernimmt der Schirm, der sich zwischen dem egoistischen Verlangen und der altruistischen Absicht befindet. Die Ehrfurcht hängt einerseits von der Größe des egoistischen Verlangens des Menschen, andererseits von der Wahrnehmung der Erhabenheit des Schöpfers ab.

Der Mensch, der sich zwischen diesen entgegengesetzten Parametern bewegt wie auf einem Seil, muss sie in sich einschließen und so balancieren, dass sie sich gegenseitig ausbalancieren, aber sich nicht neutralisieren. Sie sollen nämlich das gesamte System des Verhaltens zeigen: das maximale Empfangen und das maximale Geben. Das richtig funktionierende System heißt “das System der Ehrfurcht”.

Frage: In welchem Moment beginnt es ausgeprägt wie ein Mechanismus zu arbeiten?

Antwort: Es beginnt erst dann zu arbeiten, wenn wir in der Gruppe eine besondere Atmosphäre schaffen, die jedem von uns und uns zusammen zeigt, wie man zwischen uns dieses System erschafft und sich richtig auf seine Resonanz einstellt.

Heute ist unsere Weltgruppe in einem großen Zustand angekommen. Sie steht am Eingang der höheren Lenkung.

Frage: Bedeutet das, dass sich die Ehrfurcht jetzt unserem Herzen annähern soll?

Meine Antwort: Nein. Das geschieht stufenweise, weil die Ehrfurcht erst viel später hervortritt. Jetzt sollen wir lernen uns zu annullieren, zu einem Embryo zu werden. Und erst danach, mit dem Wachstum des Embryos in uns, können wir ihn größer und größer machen, dann wird sich in uns eine größere Ehrfurcht bilden.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“, 26.12.2017

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Gnade und Wahrheit und unechte Gnade

Vor dem Exodus aus dem ägyptischen Exil tritt der Mensch in eine dunkle Periode ein, in der er sich jeden Tag immer tiefer in seinem Egoismus wiederfindet und immer weniger Kraft hat, dagegen anzukämpfen. Der Wunsch zu genießen sendet ihm alle möglichen fremden Gedanken, Wünsche und Handlungen, die immer mehr von der Spiritualität entfernt sind. Es scheint dem Menschen, dass er rückwärts anstatt vorwärts geht.

Er ist dann versucht, sich der Religion zuzuwenden, die für jede Handlung eine Belohnung an Ort und Stelle verspricht, als ob eine einzige Handlung für die Korrektur ausreichen würde. Das ist natürlich attraktiv, und der Mensch geht weg.

Rabash schreibt, dass speziell solche Menschen, die sich lange Zeit mit der Kabbala beschäftigt haben, gute Fortschritte gemacht haben und dann gegangen sind ohne in die spirituelle Welt einzutreten, Gefahr laufen, die größten Gegner der Kabbala zu werden, sogar ihre Feinde. Auf der einen Seite scheinen sie zu verstehen, worum es geht und auf der anderen Seite haben sie nichts erreicht.

Es gibt keine andere Kraft als die des Schöpfers, die wirklich handelt. Er lässt nur das geschaffene Wesen erkennen, was mit ihm geschieht und was die höhere Kraft mit ihm macht. Das geschaffene Wesen muss alle Anstrengungen für diesen Punkt der Bewusstheit einsetzen. Aber tatsächlich, vorher, jetzt und in der Zukunft, zu allen Zeiten, auf allen Ebenen, hat nur der Schöpfer gehandelt,  und wird Er handeln.

Und wir haben den Auftrag, Seine Arbeit zu enthüllen. Wir beeinflussen die Arbeit selbst nicht, aber wir wollen sie schätzen und die gesamte Größe des Schöpfers erreichen.

Es steht geschrieben: „Ich und kein Bote“, was bedeutet, dass der Schöpfer uns selbst aus Ägypten herausführt. Dies bedeutet, dass wir in direktem Kontakt mit dem Schöpfer stehen, mit der höheren Kraft, ohne irgendeinen Vermittler. „Vermittler“ bedeutet, dass ich mich in meiner Forderung noch nicht unmittelbar vor dem Schöpfer fühle und nicht all meine Hoffnungen auf Erlösung nur mit Ihm verbinde.

Wir müssen jetzt enorme Anstrengungen unternehmen, damit jeder seinen eigenen Zustand prüft und fühlt, dass dies das ägyptische Exil ist. Das Zeichen des nahenden Exodus aus Ägypten ist ein Gefühl völliger Hoffnungslosigkeit in absolut allem, in jeder Hinsicht. In diesem Zustand der Verzweiflung offenbart sich der Schöpfer und rettet uns. Aber wir müssen diesen Zustand zusammen überprüfen – das muss unsere gemeinsame Entscheidung sein. Man kann Ägypten nicht alleine verlassen. Es ist nur durch die ernsthafte Bewusstheit im globalen Kli machbar.

Der Egoismus versichert einem Menschen, dass der Pfad nicht so schwierig und kompromisslos sein sollte, wie es die Weisheit der Kabbala andeutet. Warum quälst du dich mit deinem Egoismus? Es gibt viele psychologische Methoden, die es dir ermöglichen, dich zu beruhigen und mit deinem Verlangen zu genießen zurechtzukommen.

Das ist offensichtlich sehr attraktiv. Von dem Moment an, als die Weisheit der Kabbala auftauchte, entwickelten sich im Laufe der Geschichte viele verschiedene Methoden parallel dazu. Und als die Weisheit der Kabbala verhüllt wurde, wurde dies zu einem Grund für die Entstehung von drei Weltreligionen.

Die Religion versüßt das Leben eines Menschen, sie erlaubt ihm, äußere Handlungen statt innerer Handlungen auszuführen und verspricht eine Belohnung dafür in dieser Welt und in der zukünftigen Welt. Es ist klar, dass der Egoismus sich selbst kompensieren will.

Aber von oben ist es speziell so organisiert, dass es außer der Kabbala andere Systeme gibt, die helfen herauszufinden, was Egoismus in Bezug auf die Kraft des Gebens, auf die Kraft des Schöpfers ist. Daher werden alle Religionen und Methoden benötigt und nichts darf zerstört werden. Unsere Aufgabe besteht nur darin, den Wunsch des Höheren weiter zu klären.

 

Aus dem 1. Teil der täglichen Kabbalalektion 3/28/18, Schriften von Rabash, Bd. 2, Artikel 8

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Was in einem Streit geboren wird?

Frage: Woher kommen alle Regeln des Seminars? Im Kreis nacheinander sprechen, sich annullieren und nicht kritisieren? Im Gegenteil, im Streit wird die Wahrheit geboren.

Antwort: Alle Regeln der Seminare basieren auf den Prinzipien, die von den Kabbalisten beschrieben wurden. Es begann mit dem Buch Sohar, als zehn große Kabbalisten in einer Höhle zusammenkamen und Schutz suchten. Dort schrieben sie dieses Buch. Von da an gibt es das Verständnis, was ein „Zehner“ ist, wie man sich darin verbindet und was man damit macht.

Später beschrieb mein Lehrer Rabash sehr detailliert die Beziehungen im Zehner. Er betonte, dass alle Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen den Menschen im Kreis nichts mit psychologischem Training zu tun haben.

Die Aussage, dass die Wahrheit in einem Streit geboren wird, ist absolut falsch. Wie kann in einem Streit Wahrheit entstehen, wenn alle Egoisten sind und falsch denken? Aus der Tatsache, dass sie streiten, werden aus ihren zehn egoistischen Meinungen zwanzig, dreißig und vierzig geboren.

Ich habe nie gesehen, dass die Wahrheit in einem Streit geboren wird. Dafür sollten die Menschen besonders sein und verstehen, wie es bei dieser begrenzten Kapazität möglich ist, dieses Prinzip anzuwenden.

In der Kabbala ist das völlig inakzeptabel. Es kann keine Streitigkeiten geben, weil die Wahrheit von der nächsten Stufe der Erkenntnis zu uns kommen muss, und nicht von unserer Stufe. Wir können nichts in uns selbst suchen. Es scheint mir, dass die Menschheitsgeschichte uns bereits deutlich gezeigt hat: wir können nichts aus uns selbst ausgraben.

Deshalb suchen wir nichts, auch nicht die “Wahrheit“. Wir müssen uns nur in der Weise versammeln, dass wir den höchsten Glanz, das höchste Licht auf uns ziehen. Und dann werden wir Erfolg haben.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 08.10.2017

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Das Licht der Erlangung an die Kette der Seelen weitergeben

Jeder hat das Recht zu prüfen, ob der Ort, wo er studieren möchte, gut für ihn ist. Nach einer kurzen Prüfung sollte er sich jedoch entscheiden und ohne weitere Zweifel am ausgewählten Ort in den Lernprozess einsteigen. Sonst wird er den Schöpfer und seine Welt nicht offenbaren können.

Es gibt Gruppen, die behaupten, dass sie nach ihrer eigenen Methode lernen. Aber wie kann es eine Methode geben, die nicht durch die Kette der Kabbalisten vom Meister an den Schüler weitergegeben wurde?

Es ist unmöglich, eine solche Methode für sich selbst zu erhalten. Nur Adam HaRishon erhielt diese Methode „sozusagen vom Himmel“ und entdeckte sie „für sich selbst“. Alle anderen, einschließlich Abraham, erhielten sie jedoch durch die Kette der Kabbalisten. Zuerst war Abraham „ein Götzenanbeter“, was bedeutet, dass er sich in einer besonderen, spirituellen Arbeit befand, nur in umgekehrter Form. Später erkannte er schließlich diese Mangelhaftigkeit. Zwanzig Generationen nach Adam HaRishon wurde die Kabbala an Abraham weitergegeben.

Die Methode des Erlangens kann nur durch das Festhalten an einem Lehrer erworben werden. So dehnt sie sich von oben nach unten durch die Seelenkette aus, von Seele zu Seele. Kannst du dich wirklich mit der Wurzel verbinden, wenn du nicht Adam HaRishon selbst bist? Nur Adam HaRishon ist direkt mit dem Schöpfer verbunden. Alle anderen Seelen müssen von ihm durch die Kette der Kabbalisten empfangen, abhängig vom Platz der Seele darin. Jeder empfängt von demjenigen, der vor ihm steht, und ist durch Kettenglieder mit einer Wurzel verbunden.

Es ist ein hierarchisches System ähnlich einem Baum. Ich bin dort an einem bestimmten Ort positioniert und kann nur von dem Menschen empfangen, der mir am nächsten und über mir steht. Dafür muss ich mich vor ihm annullieren, wie sich ein niedrigerer Parzuf vor dem Höheren in der geistigen Welt annulliert.

Wenn Menschen behaupten, dass sie „Licht oder Erleuchtung“ von Oben oder im Schlaf empfangen, dann gehen sie damit nicht ernsthaft um. Ein spiritueller Kontakt kann nur erreicht werden, wenn man zu Lebzeiten einem Kabbalisten nahe ist. Wenn es dir gelingt, mindestens einen solchen Kontaktpunkt zu erreichen, dann kannst du von diesem Punkt ausgehend alles Weitere entwickeln.

Aber ohne diesen Anfangspunkt wirst du nichts haben, von wo aus du voranschreiten kannst: Du bist vom ganzen Baum abgeschnitten, vom ganzen System der Seelen. Deshalb fragen die Leute immer: „Wer war dein Lehrer? Woher kommst du? “

Aus diesem Grund ist von allen Diplomen das wertvollste Stück Papier, das ich besitze, ein winziger Zeitungsartikel, wo ich als loyaler Schüler und die rechte Hand von Rabash genannt werde. Es zeigt zumindest, wie verbunden ich mit meinem Lehrer war.

 

Aus dem 4. Teil der täglichen Kabbalalektion 9/12/10, „Brief 38“

Die Frage ist das Streben nach Fülle

Frage: Wenn Ihr Lehrer jetzt bei Ihnen sein würde, würden Sie ihm dann Fragen stellen?

Meine Antwort: Nein. Fragen sind das, was in dir entsteht und du musst sie selber beantworten.

Frage: Wieso bitten Sie die Schüler Ihnen Fragen zu stellen?

Meine Antwort: Damit man die Wechselwirkung der Meinungen beschleunigt und dadurch die Verbindung. Je schneller ihr euch nach vorne bewegen könnt, desto besser. Die Geschwindigkeit hängt von der Annäherung zwischen euch ab und die Annäherung hängt von dem Maß der Besprechungen im Zehner ab. Deswegen versuche ich das alles in euch anzuregen.

Frage: Gibt es solche Fragen, auf welche Sie keine Antwort haben?

Meine Antwort: In der Kabbala gibt es viele Fragen, die unmöglich zu beantworten sind. Der Schüler muss sie in sich selbst wahrnehmen.

Die Frage ist ein Streben nach der Fülle des Herzens und des Verstandes. Das Erhalten der Fülle wird dabei die Antwort sein. Wenn das Herz und der Verstand nicht vorbereitet sind für das Erhalten der Fülle, wie bei einem Kind, dem du etwas erklärst und es versteht nicht, dann kann es das nicht annehmen, und da kann man nichts machen.  

Deswegen muss die Antwort (die Übermittlung) dem Gefäß entsprechen, dem Verlangen, der Absicht, welche der Schüler hat. Darin liegt das Problem.

Frage:  Haben Sie zu Ihrer Zeit Rabash viele Fragen  gestellt?

Meine Antwort: Ja. Ich habe für mich und für die anderen Fragen gestellt.

Frage: Und würden Sie heute keine Fragen mehr stellen?

Meine Antwort: Nein. Ich habe nichts zu fragen. Ich könnte ihm schon Fragen stellen. Wenn wir uns physisch begegnen würden, würden wir uns hinsetzen und schweigen.

 

[#225448]

Die ganze Welt ist Ägypten

Unsere ganze Welt, unser ganzes Leben ist Ägypten, der Ort des Exils.
Wir sind hier in einer falschen Realität geboren und aufgewachsen, weit von der Kraft des Gebens, der Liebe, der Selbstaufopferung, der Einheit, das heißt, der Eigenschaften des Schöpfers entfernt. Das Studium der Kabbala soll uns zu einer zunehmend korrekten Sicht der Welt führen, so dass wir sehen, dass es nur einen Menschen auf der Welt gibt. Jeder muss sich als diesen einzigen Menschen betrachten. Wenn er die ganze Menschheit integriert, dank der Einheit, der Liebe und durch verschiedene Korrekturen, die er in sich ausführen muss, dann sieht er, dass tatsächlich nur ein Mensch in der Welt existiert.

In der Zwischenzeit entdecken wir in der Welt eine Vielzahl von Kräften, die sich widersprechen und einander gegenüberstehen. Wir müssen sie alle an eine Quelle binden, an einen Wunsch, an eine Kraft, neben der nichts existiert. So werden wir nach und nach zu dem Schluss kommen, dass die Selbstannullierung die einzige Handlung ist, die wir in jedem Moment machen müssen. Ich muss alle Kräfte abschaffen, die von mir kommen, von anderen, von jedem, nur die eine höhere Kraft, die alles beherrscht, bleibt bestehen. Dieser Zustand stellt uns vor den Schöpfer, an seine Seite, um uns an Ihn zu haften und in Ihm aufgenommen zu werden.

 

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbalaunterrichts  vom 27.3.18, Schriften von Rabash

(224071)

Jeden Tag Ägypten verlassen

Man muss sich vor allem an den Schöpfer anheften und dann durch diesen Punkt der Verschmelzung alle Störungen wahrnehmen. Man braucht diese Probleme, um mit ihrer Hilfe die Verschmelzung mit dem Schöpfer zu verstärken, ohne sich in die Lebensprobleme zu vertiefen.

Ich muss all meine Ängste und Sorgen loslassen und mich an „Es gibt niemanden außer Ihm“ anheften. Ich bin im Schöpfer, in dieser einzigen existierenden Realität, als ein Punkt enthalten, wie am Anfang der Schöpfung.

„Wisse, dass es vor der Schöpfung nur das höhere, alles erfüllende Licht gab“… Danach hat sich in diesem höheren Licht ein schwarzer Punkt verdichtet, der dem Licht mit seinem Verlangen zu genießen entgegengesetzt ist.

Aber das Geschöpf annulliert sich vollständig vor dem Licht und möchte genauso wie es sein! Nachdem ich schon die Verschmelzung mit dem Licht in einem Punkt erreicht habe, sehe ich in allem, was mit mir geschieht, nur den Schöpfer. Dann werde ich fähig sein, meinen Verstand und mein Herz zu öffnen, meine Gedanken und Verlangen in dem Maße zu offenbaren, in welchem ich sie dem Schöpfer zuschreiben kann.

Ich selber besitze nichts, ich bleibe nur dieser Punkt. All meine Wahrnehmungen gehören nicht mir, sondern werden mir vom Schöpfer gesendet, damit ich noch mehr an Ihm festhalte. Dann beginnt sich mein Punkt der Verschmelzung über all diesen Hindernissen auszudehnen und mein Bereich der Verschmelzung mit dem Schöpfer wird mehr und mehr wachsen. Dann stellt sich heraus, dass dies keine Hindernisse sind, sondern „Hilfen der Gegenseite“, weil diese Hilfen gegen mich gerichtet sind, mir aber dabei helfen, unsere Verschmelzung immer mehr zu verstärken.

Es gelingt mir nicht immer alles dem Schöpfer zuzuschreiben, obwohl ich verstehe, dass es so sein sollte. Es können derartige Ängste und Probleme auftauchen, dass ich unfähig bin, mich in der Verschmelzung mit dem Schöpfer zu halten. Das Zeichen der Verschmelzung ist die Freude, dass es niemanden gibt außer Ihm, der gut und Gutes tuend ist. Wenn ich mit Ihm verschmolzen bin, fühle ich mich vollkommen, weil jeder, der mit der Vollkommenheit verschmilzt, selbst vollkommen ist.

Wenn es keine Freude gibt, bedeutet das, dass ich mich im Exil befinde und die Zeit verschwende. Jemand hat sich alle diese Unterrichte ausgedacht und ich soll mein ganzes Leben damit verpulvern. Es gibt keine Wahl, ich muss weitermachen, aber mit der Absicht, dass ich dabei ständig mit dem Schöpfer verschmelze, indem ich mich vor Ihm annulliere. Und dies geschieht genau dank dieser Probleme und der Arbeit, dank dieser illusorischen Welt, die mir die Möglichkeit gibt, meine Verschmelzung zu verstärken.

Wenn ich die Verschmelzung erreiche, höre ich auf diese Welt wahrzunehmen, sie verschwindet. Anstatt uns zu trennen wird sie zu der verbindenden Welt. Der Schirm, der verbirgt, wird zu einem Schirm, der offenbart.

Ich verwandle das Exil nur dadurch in eine Erlösung, indem ich alles dem Schöpfer zuschreibe und dies genügt. Der ganze Unterschied zwischen Ägypten und Israel liegt darin, dass ein und dasselbe Verlangen, welches sich in Ägypten offenbart hat, beim Durchqueren der Wüste seine Absicht geändert hat, um in das Land Israel zu kommen. Deswegen muss man sich jeden Tag als „Ägypten verlassend“ sehen.

Man muss jeden Tag danach streben, die Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erreichen.  Und dann werde ich offenbaren, dass ich mich im Exil befinde. Deswegen werde ich tagtäglich daran arbeiten,  mich über alle Entfernungen hinweg an den Schöpfer anzuheften und meinen bösen Trieb, den Todesengel, in den guten Trieb, den Lebensengel zu verwandeln.

 

Unterricht nach einem Rabash Artikel „Das wahre Gebet über das wahre Verlangen“

[#222939]

Unterschiedlich wie das Leben und der Tod

Der Unterschied zwischen Mordechai und Haman ist wie der Unterschied zwischen Leben und Tod. Das Verlangen zu genießen ist von Anfang an als dem Schöpfer entgegengesetzt erschaffen worden. Je mehr ich bekomme, desto mehr töte ich mich selbst, indem das Verlangen erlischt. Das Empfangen neutralisiert das Verlangen. Das zeigt sich in unserer Welt, die voll von Enttäuschung, Depression und Hilflosigkeit ist.

Die Schlange frisst sich selber und deswegen wird sie „verdammt“ genannt. Wir dachten, wir könnten eine Gesellschaft schaffen, in der jeder verdienen und gedeihen kann. Aber das Verlangen zu genießen ist in seiner Grundlage dazu unfähig.

Die Ideologen des Kapitalismus und der Gesellschaft des freien Wettbewerbs haben die menschliche Natur nicht verstanden. Sie haben nicht verstanden, dass man mit ihr nichts machen kann und deswegen waren sie gezwungen, in der modernen Gesellschaft alle möglichen künstlichen Systeme wie Geld und Arbeit zu etablieren.

All unsere Unternehmen sind nicht natürlich. 30% der produzierten Güter braucht kein Mensch, wir zerstören nur die Natur. Wieso arbeiten wir, wenn wir das nicht brauchen? Sogar in der Urgesellschaft haben die Menschen nicht gearbeitet und saßen vor dem Feuer und kümmerten sich um ihre Kinder. Sie haben nicht vom Morgen bis zum Abend gearbeitet wie der moderne Mensch. Wofür braucht man das?

Man findet, dass jeder mit Arbeit beladen werden muss. Aber wieso? Wir haben eine falsche Kultur erschaffen. Deswegen ist das Verlangen zu genießen verdammt und frisst sich selbst. Wir begreifen nicht oder wollen nicht zugeben, dass Haman wirklich verdammt ist.

Andererseits offenbart er sich nicht und auch darin liegt seine Verdammnis. Das Verlangen zu genießen ist viel größer als wir denken, aber es ist verborgen. Damals, in meiner Jugendzeit, haben alle von Weltraumflügen zum Mond, zum Mars oder zu anderen Sternen geträumt. Heutzutage interessiert sich keiner mehr dafür. Wenn ich eine Pizza, eine Coca und mein Mobiltelefon habe, dann brauche ich nichts weiter.

Das Verlangen zu genießen kann sich nicht mehr weiter entwickeln und kann nicht mehr genießen, weil das Verlangen durch die Erfüllung erlischt. Es ist unmöglich, zwei oder drei Mittagessen zu essen. Deswegen ist der Egoismus verdammt. Er ist nicht nur unschön, sondern auch von Natur aus begrenzt: er kann nicht wachsen und kann sich nicht annullieren.

Mordechai aber ist nicht verdammt, im Gegenteil, er ist gesegnet, weil der Schöpfer gesegnet genannt wird. Mordechai erlangt die Übereinstimmung mit dem Schöpfer und bekommt die Füllung nicht in das Verlangen zu genießen, sondern er genießt den Status des Schöpfers, indem er sich auf Sein Niveau erhebt. Das ist ein echter Segen.

 

Aus dem Unterricht nach dem Rabash Artikel „Purim: bis man nicht unterscheidet…“

[#222500]

Ich bringe die ganze Welt zurück in mein Inneres

Ich richte mich immer nach „Es gibt niemanden außer Ihm“. Er ist  die Ursache für alles, was mit mir geschieht. Ich sehe allerdings zwischen mir und dem Schöpfer diese imaginäre Welt, die mir alle möglichen Probleme bereitet.

Ich muss mir diese Welt als eine Widerspiegelung meiner inneren Eigenschaften vorstellen. Entsprechend der Wahrnehmung der Wirklichkeit  sehe ich meine inneren Eigenschaften außerhalb von mir, um mich herum.

Wenn ich dich vor mir sehe, bedeutet dies, dass du dich in mir als eine bestimmte Art von Verlangen mit bestimmten Eigenschaften befindest. Insofern ich mein äußeres Verhalten dir gegenüber korrigiere, bringe ich dich sozusagen in mein Inneres zurück. Du fügst dich in mich ein und ich höre auf, dich außerhalb von mir zu sehen.

In dieser Welt beginnt das Leben mit einem Fötus in der Mutter, dann wird das Kind geboren und Schritt für Schritt wächst es heran bis zum erwachsenen Alter. Hier geschieht hingegen ein umgekehrter Vorgang des Zurückkehrens zur inneren Quelle. Auf diese Weise studieren wir die innere Tora und dringen ins Innere durch.

Ich muss mich bemühen, die ganze Welt, die ich außerhalb von mir sehe, in mir als meine inneren Eigenschaften zu finden.

Wenn ich in dieser Welt alle möglichen Erscheinungen sehe, sowohl gute als auch schlechte, dann ist es wünschenswert, sie mir innerhalb von mir vorzustellen und mein Verhalten ihnen gegenüber zu ändern, das heißt  das Verlangen ins Geben zu verwandeln.

Wenn das Verlangen auf das Geben ausgerichtet ist und ich darin dem Schöpfer angeglichen bin, dann verbinden wir uns mit dem Schöpfer zu einem Ganzen. Das wird als Verschmelzung bezeichnet.

Es ist wünschenswert sich vorzustellen, dass uns die äußere Realität auf diese Weise  ausschließlich wegen unserer mangelhaften Korrektur erscheint. In Wirklichkeit muss diese Realität eine Innere Realität sein. Wir studieren den inneren Teil der Tora. Wir lernen, dass alles sich innerhalb von uns befindet und die Korrektur muss innerhalb des Menschen stattfinden.

 

Aus dem Unterricht nach einem Rabash Text 4.03.2018

 [#222549]

Meine Gedanken auf Twitter 09/03/2018 Teil 3

Rabash sagte: Maza Shmura (die Wächter) – das weist darauf hin, dass es notwendig ist,  sich beim Ausführen von spirituellen Handlungen, den Handlungen für die Korrektur des Egoismus,  vor dem Egoismus zu hüten und sich von ihm zu entfernen. Denn wenn wir nicht wissen, wie wir uns vor dem Egoismus hüten können, dann ersetzen wir das Wesentliche in der Tora durch Nebensächliches…!

Die Notwendigkeit der Tora ist ein Werkzeug zur Korrektur des Egoismus. Sie entsteht, wenn der Mensch entdeckt, dass er ein Egoist ist und der Egoismus – das Böse ist! Davor studiert er nicht die Tora, die Methode zur Korrektur des Egoismus, um „von der Liebe zum Menschen zur Liebe zum Schöpfer“ zu gelangen, sondern er studiert lediglich mit dem Interesse zu wissen (Chochma ba goim Taamin).

Im Menschen beginnen Erneuerungen mit dem Auszug aus Ägypten, der Macht des Egoismus, des Pharao. Davor versteht er nicht, worüber in der Tora die Rede ist. Denn er befindet sich unter der Herrschaft des Egoismus, er kann sich weder unter der Macht des Schöpfers befinden noch IHN verstehen. Mit dem Auszug aus Ägypten ist er fähig, die Tora zu erhalten und für den Schöpfer zu arbeiten.

 

aus: Dr. Michael Laitman auf Twitter (russisch)

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