Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Natur'

Ein Wunsch – zwei Absichten

„Und die Kinder stießen sich miteinander in ihrem Leibe“ (Tora, Bereschit, 25:22).

Man spricht hier über die Absichten. Der Schöpfer hat den Wunsch zu genießen geschaffen, wobei in diesem Wunsch in Wirklichkeit keinerlei Veränderungen geschehen.

Um uns zu helfen, sich selbständig zu behaupten, bleibt der Wunsch der Genüsse von uns verborgen. Er wird „in uns“ nur in jenem Maß gezeigt (obwohl wir ihn „vor uns“ empfinden), in welchem wir ihn beherrschen können.

Mit dem Wunsch zurechtzukommen – bedeutet, den „Esau“, d.h. die egoistische Absicht, die von der schlechten Umgebung herbeigerufen wird, durch den „Jakob“, durch die altruistische Absicht, die von der guten Umgebung herbeigerufen wird, zu ersetzen. Unsere Wahl ist die Wahl der Umgebung. Und der Wunsch bleibt derselbe.

Um, sagen wir, 10 Gramm des egoistischen, in mir aufwachenden Wunsches zu korrigieren, benutze ich alle Mitteln, die mir von oben geschickt werden: ich komme aus der schlechten Umgebung heraus in die gute, und stelle mich unter die Einwirkung der Gruppe, der Bücher und des Lehrers, bis sie für mich zum Schöpfer werden.
Mit anderen Worten, ich sehe dahinter die Höhere Kraft und beginne zu verstehen, dass es niemanden, außer dem Schöpfer gibt.

Und dank dieser Umgebung, wenn ich darin den Schöpfer enthülle, korrigiere ich die Absicht. Früher bekam ich etwas, oder gab etwas für das Erhalten zurück.

Jetzt mache ich die Beschränkung (Zimzum) auf die Absicht, und auf den Wunsch, der unter dieser Absicht gilt. Mit Hilfe des Lichtes beginne ich, für das Geben zu geben, und dann für das Geben zu erhalten.

Somit fallen auf einen Wunsch zwei Absichten an: entweder für sich zu bekommen, oder dem Nächsten zu geben. Gerade deshalb wird der Kampf geführt, worin die Umgebung alles entscheidet.

Wer wird in mir aufwachen: Esau oder Jakob? Die Absicht des Erhaltens oder die Absicht des Gebens? Sie kämpfen für einen Wunsch, für einen Menschen, „stoßen sich miteinander“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabasch, 01.11.2010

 

Kabbala Akademie

 

Aus der virtuellen Realität in die geistige

Die Besonderheit unseres „geistigen Stimulators“ liegt darin, dass er den Menschen von seinem Körper, von seiner Selbstsucht, vom ganzen Materiellen vollständig abstrahiert. Das System ermöglicht tatsächlich all das zu beseitigen, was den Menschen im gewöhnlichen Leben stört, wenn er sich den anderen Menschen anzunähern versucht.

Es stellt das gewisse abstrakte Wesen dar, das es in keinem von uns gibt, und gleichzeitig versuchen wir seine äußere Existenz in Form des allgemeinen Ganzen zu gewährleisten. Und da dieses Wesen sehr schwach ist, so kann man es in einem gewöhnlichen Leben, in der Kommunikation mit anderen Menschen nicht fühlen, weil es mit dem um vieles stärkeren tierischen Egoismus des Menschen überdeckt wird.

Aber wenn wir uns um dieses System, wie über „Tamagotchi“ sorgen werden, es für unser gemeinsames „Baby“ halten, dann wird es wachsen. Es scheint anfangs eine irrationale Handlung zu sein, die gegen alle logischen Begriffe des Menschen gilt, welcher diese virtuelle Realität eingeht. Aber im Ergebnis unserer allgemeinen Handlungen schaffen wir die abstrakte Gemeinsamkeit, welche sehr offenbar und intensiv auf uns einwirken wird.

Das heißt, hier geschieht die Akkumulation der Kraft, die hinter allen unseren Versuchen vereinigt zu werden steht. Diese Kraft kann man nicht begreifen, aber sie wird sich später als Reaktion auf unsere Bemühungen zeigen. Der Teilnehmer der allgemeinen Bemühungen wird individuell ihre Offenbarung fühlen. Der Unbefugte dagegen, wird nur erstaunt seine Augenbrauen hochziehen.

Man kann dem Menschen logischerweise diese Offenbarung nicht erklären, dafür kann man ihn einladen, daran teilzunehmen. Es ist eben der Anfang der Enthüllung des Schöpfers. Deshalb war für mich am Anfang die Bildung des Stimulators sehr schwierig, und es ist immer noch nicht leicht, die Menschen zum ersten Mal zu überzeugen, zum „Stimulator“ zu kommen, sowie zu beginnen, an diesem Prozess teilzunehmen. Seitens des Schülers ist es hier erforderlich, „Glauben über dem Verstand“ trotz der Überzeugung und dem Zweifel der natürlichen Vernunft einzuschalten, um damit anzufangen zu arbeiten. Aber sogar für den Fortgeschrittenen werden immer wieder die Hindernisse entstehen, sich an den Ort der Vereinigung zu begeben.

Kabbala Akademie

Wie man seinen Punkt im Herzen entwickelt

Frage: Was bedeutet die Vereinigung der Punkte im Herzen, die wir zu erreichen versuchen?

Antwort: Wenn ein Verlangen nach Geben, genannt der Punkt im Herzen, in einer Person erscheint, wird er zu Beginn vom Verlangen, Genuss zu erhalten, gelenkt. Vorerst befindet sich das Verlangen zu geben innerhalb unseres egoistischen Verlangens zu empfangen, und deshalb wird es als „Punkt im Herzen“ bezeichnet

Die Vereinigung der Punkte im Herzen, die wir zu erreichen versuchen, ist die Vereinigung unserer Verlangen zu geben. Sie müssen Ihren Punkt mit anderen Punkten vereinen, um einander zu beeinflussen. So wird sich Ihr Verlangen zu geben über das Verlangen zu empfangen erheben.

Wenn wir aus unserem Verlangen zu empfangen herauskommen und ein Netz zwischen uns darüber erschaffen, dann wird genau dieses Netz die Seele genannt. Alle Punkte, mit denen ich mich verbunden habe, werden sich in meine Seele verwandeln. Außerdem wird die Kraft der Seele dadurch bestimmt, wie verbunden ich mit anderen bin und wie groß mein Verlangen ist, ihnen zu geben.

Wenn wir das Verlangen nach Genuss mit der Kraft des Lichtes beeinflussen, dann wird dieses Verlangen nicht im Stande sein, unseren Fortschritt zu stören, da es keinen Kontakt mit dem Licht hat. Und dann können wir unseren Punkt im Herzen höher erheben. Das wird „der Exodus aus dem Exil“ genannt.

Kabbala Akademie

Die Ursache aller Probleme dieser Welt

Michael LaitmanFragen, die ich über die Ursache unserer Probleme und die Art sie zu lösen erhielt.

Frage: Ist die Ursache aller Probleme, die es auf der Welt gibt, mein Verlangen „für mich selbst zu empfangen“?

Antwort: Ja. Und das trifft auf jeden Einzelnen von uns zu.

Frage: Liegt die Lösung darin, dieses Verlangen umzuleiten, sodass es zum Wohle der Gesellschaft gebraucht wird?

Antwort: Ja. Dann wird es sich positiv auf Sie auswirken.

Frage: Muss ich das Verlangen zu Schenken entwickeln?

Antwort: Ja. Es ist tatsächlich das einzige Gebot (vom Schöpfer gegebene Anweisung).

Frage: Doch wenn ich dieses Verlangen nicht habe, wie kann ich wissen, was ich entwickeln muss?

Antwort: Vom Punkt im Herzen aus, mit der Hilfe der richtigen Umgebung.

Frage: Ich verstehe nicht: Welche Art von Verbindung habe ich mit dem Schöpfer?

Antwort: Sie sind mit Ihm durch die spirituelle „Nabelschnur“ verbunden und Sie werden das entdecken, indem Sie sich mit Freunden verbinden.

Frage: Wie können wir denen, die nicht zur Spiritualität streben, etwas Gutes tun?

Antwort: Erzählen Sie ihnen von der Ursache des Leidens in der Welt und wie man es in Freude umwandelt.

Kabbala Akademie
 

Jenseits aller Religionen dieser Welt

Frage: Warum greifen die religiösen Gelehrten diejenigen an, die Kabbala studieren?

Antwort: Es ist klar, dass diese Menschen nicht wollen, dass wir die Weisheit der Kabbala enthüllen, weil sie alles andere überflüssig macht. Die Welt wird weder andere Wissenschaften, Kultur, noch Poesie oder Literatur, weder Ballett noch Musik brauchen, nichts.

Die Verschmelzung mit dem Schöpfer gibt einem Menschen das Gefühl der höheren Harmonie, die ihn vollständig erfüllt. Alle versteckten Nischen der Seele werden mit dem Höheren Licht erfüllt, mit der natürlichsten und vollkommensten Freude. Insbesondere aus diesem Grund verneinen diejenigen, die sich mit den verschiedensten Bereichen aus Wissenschaft und Kunst beschäftigen, sofort die Weisheit der Kabbala. Daraus folgt, dass wir ihnen ihren Lebensunterhalt wegnehmen. Was bleibt für sie dann noch übrig?

In ähnlicher Weise wird auch nichts für die Religiösen bleiben, denn die Weisheit der Kabbala ist eine Methode, die sehr direkt mit dem größten allgemeinen Gesetz verbunden ist, wie in unseren Quellen und in der Tora angegeben wird, „Und du sollst deine Freunde lieben wie dich selbst “ (Leviticus 19,18).

Die Frage ist, ob religiöse Menschen diese allgemeine Regel korrekt durchführen und ihre Liebe für andere tatsächlich ausüben.

Aufgrund der Religionen gibt und gab es immer wieder Hass und Gewalt. Seit Tausenden von Jahren töten die Menschen im Namen Gottes. Offensichtlich ist dies nicht das Richtige für den Menschen, denn es gibt nur eine göttliche Mizwa (Gebot): „Und du sollst deinen Freund lieben“. Das fordert die Höhere Kraft (die Natur) – der Schöpfer – von uns allen und wir müssen ihm folgen.

Aber weil fundamental ausgelegte Religion ein Abkömmling des Ego`s ist, ist sie mit allen nur erdenklichen Dingen beschäftigt. Gute Beziehungen unter den Menschen jedoch sind ihr egal. Im Gegenteil, sie hetzt die Menschen gegeneinander auf. Heute ist es für den gewöhnlichen Menschen schwierig, dies zu verstehen, aber wenn er beginnt, die höhere Wirklichkeit zu erkennen, weiß er, wie tief er selbst in Hass versunken ist und wie sehr er sich ganz selbstverständlich daran gewöhnt hat.

Alle Religionen entstanden als Folge des Sturzes der Juden von dem Niveau „und du sollt deinen Nächsten lieben wie dich selbst“  auf das Niveau des gegenseitigen Hasses. Daraus entstand vor 2000 Jahren, nach der Zerstörung des Beit HaMikdash (Tempel) das moderne Judentum, dann das Christentum und zu einem späteren Zeitpunkt, im 6. bis 7. Jahrhundert, ging der Islam daraus hervor. Seit damals existieren die Religionen bis heute: Jede in ihrem eigenen Kreis und alle einander widersprechend und sich gegenseitig bekämpfend.

Jetzt ist die Zeit für Juden, Christen und Muslime gekommen, sich über alle Religionen hinweg zu erheben und sich zu einer einzigen Religion in dieser Welt zu vereinen, die unter der einen Mizwa, dem einen Gebot steht, wie Baal HaSulam schrieb: „Und du  sollt deinen Freund lieben wie dich selbst“.

Frage: Haben die Vertreter der Religionen darin die Freiheit der Wahl?

Antwort: Nein, dies wird durch das Programm der Entwicklung bestimmt. Solange die Weisheit der Kabbala noch nicht vollständig enthüllt ist, werden alle Religionen dagegen sein. Erst nach der vollständigen Enthüllung werden sie keine Wahl mehr haben und mit der Weisheit der Kabbala übereinstimmen und sich in sie einzuschließen.

Frage: Was berichten die Religionen in Bezug auf das Ziel der Schöpfung?

Antwort: Die Religionen sind für die Erkenntnis des Schöpfungszieles erforderlich, damit ein Mensch die Weisheit der Kabbala von ihrer gegensätzlichen Form her verstehen kann. Die Religionen öffnen den Menschen und bringen ihn zu einem Zustand, in dem er zu fühlen, sehen und verstehen beginnt, dass es kein Zufall ist, dass er auf der Ebene dieser Welt ist. Es ist nur schwer vorstellbar, von welch tiefem Punkt aus die Menschen sich entwickeln.

Um die Entwicklung der Menschheit auf das Niveau zu bringen, auf dem sie die höhere Natur erlangt, sind viele Werkzeuge wie Religionen, Glaubensrichtungen, Philosophie, Musik, Kultur und Wissenschaft erforderlich. Die Hauptsache ist, dass die Menschheit in einen Zustand kommt, in dem sie fühlen kann, was die Weisheit der Kabbala ihr gibt.

Frage: Heißt das, dass Sie nicht gegen Kunst, Literatur und dergleichen sind?

Antwort: In keiner Weise; all dies öffnet die Menschen, einschließlich der Religionen. Sie wurden uns absichtlich gegeben, um die Menschheit zu entwickeln und sie bereiten uns auf das Bewusstsein des spirituellen Systems vor.
[174144]

Kabbala Akademie

 

Mit dem Schöpfer Verstecken spielen

LaitmanFrage: Warum ist Er verborgen? Manchmal bringt mich dieses Versteckspiel zur Verzweiflung… Ich versuche mit all meiner Stärke in Richtung der Eigenschaft des Gebens und der Enthüllung des Schöpfers voranzukommen, doch mein irdisches Leben behindert mich wirklich und bringt mich oft zum Fluchen. Wie kann ich die Tatsache akzeptieren, das alles was von oben kommt mir dabei hilft, dem Schöpfer näher zu kommen, wenn Er mir weiterhin Schläge schickt? Ich weiß, dass Er das aus Liebe tut, doch dies drängt mich weg, anstatt mit anzuziehen. Ich habe all diese Spiele und Lügen bereits satt! An wen kann ich mich wenden, wenn Er der einzige ist, der dies alles für mich arrangiert?

Antwort: Es gibt niemanden an den man sich wenden kann, außer an die Kraft (Licht), welche Sie korrigieren kann, wenn Sie dies wollen. Diese Kraft existiert in der Natur und sie wird Sie in dem Maße beeinflussen, wie Sie danach streben sich von einem „Empfänger“ zu einem „Geber“ zu verändern. Außerdem gibt es niemanden auf den man fluchen müsste. Das ist alles die Natur! Die Kraft, die Sie verändern kann, ist nur in einem Studium der Kabbala (Studium in einer Gruppe und Verbreitung) zu finden, in dem die Bücher von Baal HaSulam verwendet werden. Diese Kraft wird Or Makif (Umgebendes Licht) genannt. Streben Sie also danach!

Kabbala Akademie
 

Spielen bedeutet, einen Schritt ins Unbekannte zu tun

Die Bewegung einem neuen unbekannten Zustand entgegen, den wir erkennen bzw. aufbauen und uns für den notwendigen, richtigen entscheiden müssen, nennt sich „Spiel“. Ein Spiel ist eine ernsthafte Beschäftigung, die sich durch einen unbekannten Bestandteil auszeichnet. Dabei erforschen wir unsere Möglichkeiten, Neigungen, Bestrebungen und ihre Ergebnisse. Jedes Mal bewege ich mich einem unbekannten Zustand entgegen.

Wie kann ich mich auf etwas Unbekanntes zubewegen? Wenn der Ausgangs- und der Endzustand bekannt sind, dann existieren sie bereits in mir, und ich setze sie lediglich um, gehe vom ersten Zustand zum zweiten über.

Das bedeutet aber nicht, dass ich wachse. Die Bewegung einem bekannten Zustand entgegen ist keine Erlangung von etwas Neuem, sondern lediglich Akkumulierung. Denn wenn mir der zweite Zustand bekannt ist, dann ist er bereits in mir drin, ich befinde mich bereits in ihm.

„Wachstum“ bedeutet, dass ich beabsichtige, einen vollkommen neuen Zustand zu erlangen, das zu werden, was ich noch nicht bin.

Wie kann man das auf eine vernünftige, reife, richtige Art und Weise umsetzen, wenn nicht durch ein Spiel, durch eine Simulation? Die Natur selbst spornt uns ständig an, spielerisch zu lernen.

Das gleiche geschieht auch auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe. Um Schritt für Schritt zu wachsen, vollzieht eine Pflanze in ihrem Inneren die gleichen Handlungen wie in einem Spiel.

Wenn man ihr Verhalten während des Wachstumsprozesses erforscht, stellt sich heraus, dass es unserem Verhalten auf der tierischen oder menschlichen Stufe gleicht.

Ich muss mir meinen nächsten Zustand in meinem Inneren vorstellen, und zwar dermaßen richtig, dass ich daraus die Wachstumskraft schöpfe. Deshalb ist die Anwesenheit des Schöpfers in jeder Schöpfung unerlässlich!

Denn ich kann nur dann einen Schritt nach vorne tun, wenn er sich bereits in mir drin befindet. Ich muss bewusst und zielgerichtet die Kraft des Schöpfers, meiner verhüllten höheren Hälfte, auf mich herbeirufen.

Darum erschaffe ich ein Modell meines nächsten Zustandes – die Gruppe, einen Simulator der Welt der Unendlichkeit, der spirituellen Zustände, des gegenseitigen Gebens.

Und nun, während ich alle möglichen Handlungen vollziehe, erwarte ich, dass das Licht an mir arbeitet. Das würde bedeuten, dass ich aus allen möglichen Zuständen meinen richtigen nächsten Zustand gefunden, eingefangen habe. Wann wird das geschehen? Wenn das Licht sich in ihn eingehüllt hat.

Das Licht befindet sich in einem vollkommenen Ruhezustand. Ich muss nur meine Ähnlichkeit mit ihm finden.
Sobald ich aus allen möglichen Formen die Ähnlichkeit mit ihm gefunden habe, erfüllt es mich sofort, und wir sind miteinander verbunden. Das nennt sich der nächste Zustand. So schreiten wir voran.

Kabbala Akademie

Welchen Weg wirst du gehen?

Der Artikel von Baal haSulam „Das Vorwort zum Buch Panim Meirot„, Punkt 7: Und daraus sollst du verstehen, was die Weisen im Vers meinten: „Ich bin der Schöpfer, Boita (Leiden) und Achischena (Genüsse)“. D.h., es existieren zwei Wege der Erreichung des erwähnten Ziels:

– Entweder werden sie selbst darauf aufmerksam, was als der Weg der Rückkehr bezeichnet wird. Und wenn sie würdig werden, so werden sie den Weg der Genüsse beschreiten, d.h., es gibt keine bestimmte Zeit dafür, und sobald sie sich reinigen werden, wird die Korrektur augenblicklich vollendet sein.

– Und wenn sie nicht würdig werden, aufmerksam zu werden, so gibt es einen anderen Weg, der als der Weg der Leiden bezeichnet wird. Wie die Weisen des Sanhedrin sagten: „Ich werde einen König über euch stellen, einen solchen wie Aman und er wird euch zwingen, an die Quelle zurückzukehren“. Doch dann existiert bereits eine Beschränkung in der Zeit.

Vor uns existieren zwei Wege der Erreichung des erwähnten Ziels, und wir befinden uns auf ihrer Kreuzung. Jeden Augenblick muss man sich auf einem Kreuzweg stehend empfinden, auf einem Kreuzweg, der unsere Freiheit des Willens bestimmt, wobei die Auswahl sehr einfach ist: entweder auf dem Wege des Lichtes oder auf dem Wege des Leidens zu bleiben.

Es existiert kein dritter Weg! Wir sind gezwungen, auf einem dieser zwei Wege voranzukommen und jeden Augenblick muss man sich entscheiden, wie der folgende Schritt sein sollte. Dein Bein ist schon in der Luft hängen geblieben – wähle jetzt aus, wohin du es stellen möchtest: auf den Weg des Lichtes oder des Leidens?!

Im nächsten Augenblick musst du dieselbe Auswahl treffen. Von oben wird dein Bein erhoben, und du bist gezwungen, den Schritt zu machen und entscheidest, wohin du es senken wirst. Und in Abhängigkeit von deiner Wahl wirst du die Kräfte und die Mittel für den Aufstieg bekommen; denn du bleibst weiterhin verpflichtet, dich vorwärts zu bewegen.

Aber wenn du mittels „Beito“ (der natürlichen Entwicklung mit der Zeit) vorwärts kommst, dann stoßen dich die Kräfte der Natur an, gegen deine Selbstsucht; denn du willst immer nach deinem Ego entscheiden. Und deshalb wirken auf dich die Kräfte ein, die deine Selbstsucht bekämpfen, um dich im Geben zu unterrichten.

Und mittels „Achischena“ (die Zeit beschleunigend) beginnst du, dich selbst mit Hilfe der Umgebung zu überzeugen, dass es sich lohnt, im Geben zu sein; denn dadurch wird das umgebende Licht herangezogen, das dich zum Guten zurückführt.

Auf dem Weg „Beito“ bekommst du die Schläge, durch die du lernst, letztendlich die Bitte zu erreichen, das Gebet über die Korrektur, um mittels „Achischena“ voranzukommen.

Wenn du aber gleich den Weg des Lichtes gehst, dann sparst du die Zeit auf dem ersten Teil des Weges ein, die du verlieren würdest, weil du nicht zugehört und die eigenen Anstrengungen nicht gemacht hast.

Es gibt keine Zeit für die Überlegung, welchen Weg der Fuß betreten soll! Alles hängt von der Vorbereitung der Umgebung ab.

Kabbala Grundkurs

Einheit unter Menschen ist in der Natur einzigartig

Frage: Warum kann unsere menschliche Gesellschaft den Zustand der Bürgschaft nicht auf natürliche Weise erlangen, während sie sich wie Zellen in einem Körper auf der tierischen Stufe befindet?

Antwort: Ein menschliches Wesen ist ein viel zu kompliziertes Geschöpf, als dass es sich auf diese Weise mit anderen verbinden könnte.

Der Egoismus wird auf jeder Stufe der Natur qualitativ größer, angefangen mit der unbewegten Stufe, zur pflanzlichen, zur tierischen und der menschlichen Stufe. Je größer der Egoismus einer Sache ist, umso individualistischer ist er und umso weniger ist er in der Lage, sich mit anderen zu verbinden. Daher fühlt man sich von anderen mehr getrennt, wenn man sich entwickelt.

Heutzutage entdecken nicht nur die Psychologen und Soziologen, sondern auch die Ökonomen und Politiker, dass die Welt miteinander verbunden ist und wir – die Menschheit – uns miteinander verbinden müssen. Jedoch glauben sie, dass sie das durch eine Methode der körperlichen Ebene tun können und dass sich alles beruhigt, wenn wir eine Weltbank, eine Weltregierung, eine Welt-Bildung und eine weltweite Verbindung schaffen.

Doch wenn sie ein paar Treffen mehr haben, wie vor kurzem den G-20 Gipfel, werden sie anfangen zu verstehen, dass sie keine Methode haben, um sich zu verbinden.

Unglücklicherweise werden die Menschen durch großes Leid gehen, einschließlich fehlender Sicherheit, dem Gefühl von Desorientierung, völliger Machtlosigkeit und weltweiter Trauer, bevor sie das erkennen. Die Menschen können es nicht ertragen, in einem Zustand der Unsicherheit zu sein, denn ständig beängstigt zu sein, ist schlimmer als der Tod. Unser Geist kann unter solchen Umständen nicht arbeiten. Doch all das geschieht, um uns erkennen zu lassen, dass der einzige Weg, unter uns Vereinigung zu erreichen, die Erhebung über unsere egoistische Natur ist.

Auf den unbewegten, pflanzlichen und tierischen Stufen ist das nicht der Fall, wo die ganze Natur und alle ihre Teile instinktiv und natürlich miteinander verbunden sind. Sie ergänzen einander und interagieren harmonisch, ohne freie Wahl und ohne Entscheidungen zu treffen.

Vereinigung zwischen Menschen jedoch kann nur erreicht werden, wenn jeder dies bewusst tut. Anders als bei den anderen Stufen der Natur, hat uns der Schöpfer nicht die Instinkte gegeben, um uns nur miteinander zu verbinden. Unsere Vereinigung ist nur möglich, wenn wir die Eigenschaften des Geben und der Liebe erlangen, wo jeder teilnimmt und sich mit jedem verbindet. Um das zu tun, müssen wir uns über uns selbst und unseren Egoismus erheben und das biblische Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erreichen.

Auf diese Weise wird die Eigenschaft des Schöpfers unter uns enthüllt und wir werden Ihm gleich. Dann werden wir verstehen, warum Er in Bezug auf uns, auf diese Weise gehandelt hat.

Kabbala Grundkurs

Wie man die Empfindung, einzigartig zu sein, für das Wohl der ganzen Welt nutzt

Um den Zweck der Schöpfung zu erreichen, benötigen wir eine besondere Kraft – eine externe, außerhalb von uns existierende. Ohne ihre Hilfe werden alle unsere Anstrengungen, zur Höheren Welt zu gelangen (mit anderen Worten, Handlungen der Liebe und des Gebens zu vollziehen), vergeblich sein. Das ist so, weil unsere ganze Natur aus dem Willen zu empfangen besteht. Demzufolge geschieht jede Handlung, die wir vollziehen, um uns selbst zu erfüllen. Selbst wenn wir die Bedürfnisse der anderen als wichtig erachten, tun wir es aus Furcht oder weil die Person, der wir geben, uns so nahe steht, dass wir sie als einen Teil von uns empfinden.

Der Antrieb aller unserer Handlungen ist Selbstliebe. Folglich können wir nicht wirklich für andere sorgen und ihnen geben. Wir haben das Verlangen, uns selbst auf Kosten anderer zu erfüllen, was man „Egoismus“ nennt. Durch dieses Verlangen unterscheidet sich die menschliche Ebene von der tierischen.

Wenn man unkorrigiert ist, ist man schlimmer als ein Tier, jedoch wenn man Korrektur erlangt, wird man dem Schöpfer gleich. Jede Person in der Welt fühlt sich einzigartig und außergewöhnlich, jedoch wenn dieses Empfinden mit dem Egoismus gekoppelt ist, wird es zur schlimmsten, destruktivsten Kraft der Natur.

Aber auch das hat einen Zweck. Wir müssen die äußerste Niedrigkeit dieses Zustands entdecken, um die verdorbene Art des Gefühls, einzigartig, exklusiv und außergewöhnlich zu sein, aussondern zu können. Dann werden wir in der Lage sein, wirklich zum Schöpfer zu flehen, die Art zu ändern, wie wir diese Empfindung nutzen. Dies wird sich dann in Gutherzigkeit und Liebe zu allen umwandeln, wo jedermanns Liebe für jeden einzigartig und besonders sein wird.

Kabbala Grundkurs