Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Natur'

Politische Ansichten

Frage aus Facebook: Einerseits sagen Sie, dass sich die Menschheit auf die eine oder andere Art vereinigen wird, und dass es keine Grenzen mehr geben wird, und andererseits sagen Sie, dass jeder in seinen eigenen Grenzen leben und die Menschen bilden muss. Für welche politische Seite sind Sie, die Linke oder die Rechte?

Meine Antwort: Keine. Ich verstehe, wohin uns die Natur leitet und ich rate jedem, zu studieren und diese Veranlagung zu erforschen, und sich wirklich daran anzuhaften, weil es unmöglich ist, sich gegen die Natur zu stellen.

Kommentar: Entsprechend der Person, die diese Frage gestellt hat, befindet sich die Natur auf der extrem linken Seite, weil die Welt sowieso zur Einheit hin voranschreitet…

Meine Antwort: Die Natur kann nicht extrem links sein. Sie vereint uns über allen Unterschieden, weil sie nach dem Prinzip „Liebe wird alle Übertretungen überdecken“ arbeitet – was bedeutet, dass entgegengesetzte Parteien entdecken und verstehen müssen, dass sie mit allem Negativen richtig umgehen müssen. Sie müssen trotz der negativen Eigenschaften jeder Seite ernsthaft arbeiten, und so zwischen ihnen das richtige System der Verbindung aufbauen, bis sie die wirkliche Liebe erreichen.

Unsere eigentliche Natur ist, einander zu hassen. Wenn wir ein bisschen tiefer graben, können wir dieses Problem identifizieren. Jeder von uns ist ein absoluter Individualist, der von einer besonderen, getrennten Wurzel des allgemeinen Systems abstammte und abstieg. Deshalb sind wir vollkommen unterschiedlich und einander entgegengesetzt. Wir müssen lernen, jenseits aller Unterschiedlichkeiten und Meinungsverschiedenheiten eine Verbindung zu etablieren, so als würden wir ein zweites Stockwerk über uns erbauen. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns diese Regeln.
Aus KabTV “Neues mit Michael Laitman” 1/30/16

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Der Schöpfer als Freund

Was ist das für ein Bild, das sich vor uns entfaltet? Es ist die Natur, die mehr und mehr innerhalb und außerhalb von uns aufgedeckt wird. Wir entdecken die Natur in ihrer Tiefe und sehen, dass wir in diesem System existieren. Je nachdem wie wir darin existieren, führt uns das System zum Ziel. Auf der einen Seite ist der Mensch ein Produkt der Natur, auf der anderen Seite sind wir besondere Geschöpfe, welche ihren Schöpfer offenbaren können.

Wer hat uns erschaffen? Die Natur. Wer bringt uns voran? Die Natur. Wohin bewegt sie uns? Nach der Geschichte unserer Entwicklung und dem Prozess der Evolution zu urteilen, können wir herausfinden, in welche Richtung wir gehen. Lasst uns das also untersuchen und aufklären.

Die Weisheit der Kabbala unterscheidet sich von den Religionen dadurch, dass sie einem Menschen Werkzeuge für die Offenbarung der höheren Kraft gibt. Es wird ihm gesagt, was er anderes tun kann, anstatt alle möglichen Götzen anzurufen, die wir selbst in der Hoffnung erschaffen haben, um für ein gutes Leben zu bitten. Die erfolgreichste Art, einen Menschen zu helfen, ist das Studium der Weisheit der Kabbala. Das ist der Unterschied zwischen der höheren Kraft, wie sie sich die religiösen Menschen vorstellen, zu den und der Vorstellung der Kabbalisten, die die Beziehung zu dieser Kraft entdeckt haben. Kabbalisten können die höhere Kraft ansprechen, von ihr empfangen und mit ihr in Wechselwirkung treten.

Die höhere Kraft, damit ist die Natur gemeint, möchte in einer solchen Interaktion mit uns sein. Durch die Arbeit mit dem System der Natur beginnen wir allmählich den Geist und die Gefühle, die sich immer auf der nächst höheren Stufe befinden, zu offenbaren. Das Problem ist, dass wir uns nicht vorstellen können, dass die höhere Kraft nicht in Materie und Form gekleidet ist.

Wenn die höhere Kraft die ganze Natur ist, dann wird sie unwahrnehmbar für uns. In der Verbindung zwischen uns jedoch offenbart sie sich in einer ganz klaren Weise. Wir müssen den Schöpfer als unseren Freund enthüllen.

Aus dem 3. Teil, der täglichen Kabbala-Lektion 18/1/17

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Zurück zur Natur

Kommentar: Wir müssen verstehen, dass die Methode der Verbindung, die die Kabbala vorschlägt, dem Menschen nichts aufzwingt, sondern tatsächlich nur etwas Gutes mit sich bringt. Es ist möglich, Schläge zu vermeiden, und stattdessen ein gutes Leben zu erreichen, denn es gibt nichts besseres, als mit der Natur im Einklang zu leben.

Mir ist es beispielsweise jetzt kalt, und jemanden neben mir ist heiß. Aber Tiere haben solche Empfindungen nicht: Weder bei 30 noch bei -30 Grad müssen sie sich aus- oder anziehen. Wir müssen uns mit der Natur ins Gleichgewicht bringen, aber wir blicken alle in verschieden Richtungen. Das ist das Problem. Man muss verstehen, was das Beste ist: Wir müssen die Gesetze der Entwicklung der Menschheit befolgen; dann werden wir stets in die gute Richtung segeln.

Die Natur ist ein Gesamtsystem, und darum betrifft sie Individuum und Kollektiv gleichermaßen. Je stärker wir in eine Richtung blicken, nach einem Ziel oder einer Meinung streben, desto mehr nähern wir uns der Natur an. Und dementsprechend werden wir mehr Güte bekommen. Wir können uns gar nicht vorstellen, welche Gesetze und Möglichkeit uns offenbart werden. Man würde keine Anstrengungen in der materiellen Welt mehr unternehmen müssen. Sogar jetzt sehen wir die Tendenz, dass man mit Hilfe einfacher Methoden viel mehr Energie und Aufnahmefähigkeit bekommen kann.

In der Natur sind solche Möglichkeiten verborgen; wir können zum Ursprung zurückkehren und den besten Zustand erreichen. Denn alles, was wir bis zum heutigem Tag gemacht haben, diente dem Schutz vor Schlägen und Unannehmlichkeiten und der Erfüllung notwendiger Bedürfnisse.

Doch wenn wir das Gleichgewicht mit der Natur erlangen, werden wir keinen derartigen Schutz mehr brauchen. Die Natur zeigt sich uns gegenüber dann von der gütigen Seite, und nicht mehr so feindlich wie heute. 

Aus der Lektion über der Broschüre „Die Krise und ihre Lösung“ (ein Forum, in Arosa, 2006)

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Eine gegenseitige Verbindung zwischen zwei Kräften

Frage: Was sind gute Beziehungen und wie beziehen sie sich auf die Spiritualität?

Meine Antwort: Die spirituelle Welt wird enthüllt, wenn jemand sich so ausrichten kann, dass er sich in einer korrekten, gegenseitigen Verbindung zwischen Gut und Böse befindet. Er tötet nicht das Böse und klebt nicht am Guten, sondern er schafft eine Verbindung, bei der die beiden Kräfte einander ergänzen. Es gibt nichts Böses ohne das Gute und nichts Gutes ohne das Böse; es gibt kein Licht ohne Dunkelheit und keine Dunkelheit ohne Licht. Die mittlere Linie muss sie korrekt stabilisieren.

Wenn jemand korrekt handelt, indem er sich zwischen diesen beiden Linien ausrichtet, dann wird sein Egoismus ständig wachsen. Auf diese Weise kann er eine positive Kraft erzeugen. Er stellt sich dem Egoismus entgegen und erbaut sich selbst in der mittleren Linie. Dies fasst die gesamte Methode der Weisheit der Kabbala zusammen, und das ist Erziehung des Selbst.

Sobald eine Person korrekt zwischen den zwei Linien arbeitet, fühlt sie dann die höhere Welt in der mittleren Linie. Das ist der Naturzustand, der aus der exakten Balance zwischen der positiven und der negativen Kraft besteht.

Auf den Stufen von unbelebt, pflanzlich und belebt kooperieren diese Kräfte miteinander auf natürliche Weise, instinktiv, was keinerlei Arbeit erfordert. Aber auf der menschlichen Stufe müssen wir diese gute Kraft in der Natur finden, um die negative Kraft dadurch auszubalancieren und uns so weiter zu entwickeln. Menschen, die die schlimmsten auf der Welt überhaupt sind, können gleichzeitig höher steigen als alle.

Die beiden Kräfte findet man scheinbar außerhalb des Menschen, aber wenn wir dem dann nachgehen, erkennen wir die negative Kraft in uns und wir fühlen, welche positive Kraft wir brauchen, mit der wir die negative Kraft ausbalancieren können. All dies ist nur möglich, wenn wir korrekt miteinander in einer Zehnergruppe arbeiten.

Aus der russischen Kabbalalektion 7/3/16

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Du lernst das ganze Leben

Frage: Warum  lernt die Gesellschaft nichts aus der Geschichte? Warum sind die Menschen nicht in der Lage, klare und selbstverständliche Tatsachen zu verstehen, zu akzeptieren und daraus Rückschlüsse für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen?

Meine Antwort: Die Menschheit lernt schrittweise und nur aus ihren Fehlern. Das Leiden treibt die Menschen voran. Nachdem was in den Büchern der Weisheit der Kabbala beschrieben wird, musste es bis zur heutigen Zeit so sein. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Menschheit durch „Schläge“. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts begann sich die Welt zu verändern. Der Erste Weltkrieg  war der Beginn der Manifestation globaler Prozesse in der Welt. Dieser Trend entwickelte sich allmählich weiter und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg deutlicher. Heute leben wir bereits in einer globalen Welt mit unterschiedlichen integralen Verbindungen.

In unserer Zeit, in der die Menschheit ein solches, ganzheitliches Ego erreicht hat, sind wir vollkommen in gegenseitige Beziehungen eingetreten. Die Menschen können über die Meere und Kontinente Kontakt miteinander haben. Es ist bereits möglich, den Menschen zu erklären, dass sie nicht nur integral verbunden sind, sondern dass die aufgebauten Verbindungen schlecht sind. Schlecht gebaute globale Verbindungen sind voller Gefahren.

Die Weisheit der Kabbala offenbart und erklärt uns, dass wir uns auf unsere nächste Entwicklungsstufe erheben müssen. Wir müssen begreifen, dass wir die Welt zu einer gemeinsamen und gegenseitigen Verbindung zwischen uns bringen müssen, nicht nur persönlich durch unsere eigenen Sinne. Wenn dies geschieht, werden wir die Welt in einer völlig anderen Weise, auf einer anderen Ebene, in einer anderen Dimension wahrnehmen. Wir werden das als ein vollständig vernetztes System betrachten.

Es ist ein System, in dem eine einzige Kraft wirkt und die alles verwaltet. Ähnlich wie bei einem Schwarm Vögel. Es können Tausende sein und doch gehorchen alle einem einzigen Wunsch, einer Absicht und einer Bewegung. Zwischen ihnen gibt es eine kollektive Verbindung, eine kollektive Intelligenz, ein kollektives Gefühl, ein kollektives Ziel. Keiner von ihnen hat persönliche Ziele. Sie alle zielen instinktiv nur auf eine Zusammenarbeit, auf die Verwirklichung eines kollektiven Programms und auf das Erreichen eines gemeinsamen Ziels ab. Würden wir dieses gemeinsame System der gegenseitigen Verbindung zwischen uns trotz unseres Egoismus fühlen, dann würden wir die sogenannte „höhere Welt“ wahrnehmen. Wir würden das Gefühl einer gemeinsamen Natur, einen Zustand der Ewigkeit und Ganzheit erreichen.

Wir müssen diesen Zustand unabhängig, nicht wie Vögel, Fische, Bienen und dergleichen, instinktiv auf einer tierischen Stufe erreichen. Wir müssen das trotz unseres Egoismus erreichen, indem wir uns über ihn erheben und uns miteinander verbinden. Schließlich werden wir dann die Kraft bemerken, die alles leitet. Wenn sich die unterschiedlichen Arten wie Ameisen, Vögel oder Fische verbinden, werden sie von der allgemeinen, kollektiven Kraft geleitet. Das ist genauso eine höhere Kraft, die sich in solchen Momenten unter den Vögeln manifestiert.

Sie bewegen sich ohne sich zu unterhalten, genau innerhalb dieser allgemeinen, kollektiven Kraft. Genau das geschieht mit uns durch die richtige Verbindung. Das wird die Offenbarung des Schöpfers zwischen den Menschen genannt.

Wenn wir schon in solch einem Zustand wären, dann könnten wir die nächste Stufe unserer Entwicklung, eine Existenz, die nicht in unserem Körper, sondern außerhalb davon liegt, in unserer gemeinsamen, kollektiven Intelligenz und unserem Verlangen besprechen. Wir würden unsere gegenwärtige, egoistische Wahrnehmung der Wirklichkeit durchlaufen und dadurch zu einem einzigen Wesen in der höheren Welt, werden. Wir können das in unserer Welt und in unserer Zeit entweder gegen unseren Willen oder aber ganz bewusst umsetzen.

Nun taucht die Weisheit der Kabbala auf, die uns erklärt, dass wir diesen Zustand bewusst erreichen müssen, da wir sonst große Unruhen ertragen werden.

Aus einer Kabbala-Lektion am 10/7/16

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Über die Liebe

Das wunderbarste Zeichen der Liebe ist das Geben. Wenn ich jemanden liebe, dann gebe ich. Ich genieße, weil ich dem anderen Genuss schenke. Wie kann ich es tun? Womit erfülle ich ihn? Mit meiner Zuwendung zu ihm. Wie kann er Genuss an meinen Handlungen empfinden? Nur, wenn er mich liebt; in diesem Fall genießt auch er durch meine Liebe zu ihm. Es beruht auf Gegenseitigkeit. Und wenn ich ihn nicht liebe, dann nehme ich all seine gute Zuwendung als negativ wahr und empfinde sogar Hass; und das stößt mich von ihm ab.

Der Schöpfer liebt uns seit unserer Erschaffung; darum zeigen wir Ihm unsere Liebe, wollen nur Gutes tun und Ihn erfüllen, weil ER uns liebt. Zwischen den Menschen ist dies schwierig. Nur wenn wir zwischen uns den Schöpfer offenbaren, wenn wir verbunden sein wollen, damit wir tatsächlich die Liebe zu Ihm fühlen können, entstehen Verbindung und Liebe zwischen uns.

Denn so eine Verbindung wird mit Seiner Liebe erfüllt, dass heißt, es müssen drei Kräfte vorhanden sein: Der Mitmensch – ich – der Schöpfer; ansonsten gibt es keine Grundlage für die Liebe. Es muss die dritte Kraft vorhanden sein, die uns mit Liebe erfüllt! Ohne die Einbeziehung des Schöpfers zwischen uns werden wir die Liebe nicht erreichen. 

Die Liebe kann nicht einseitig sein. Lieben bedeutet, dem anderen Genuss zu schenken, und dies ist möglich, wenn er mich auch liebt und aus meiner Beziehung zu ihm Genuss schöpft. Das heißt, die Liebe zwischen dem Schöpfer und dem Menschen existiert natürlich, weil der Schöpfer seine Geschöpfe liebt. Aber die Liebe zwischen den Menschen ist nur dann möglich, wenn der Schöpfer zwischen  ihnen existiert. Deshalb ist die Liebe zu Tieren, Menschen, Kindern ein Ausdruck unserer Beziehung zu ihnen. Ich erfülle die Verlangen des anderen nach etwas –  aber ich erfülle ihn nicht mit Liebe zu mir, weil die Liebe nicht da ist. Darum kann die Liebe nur dann entstehen, wenn der Schöpfer zwischen uns existiert, als Quelle der Liebe.

Darum verleiht die gegenseitige Bürgschaft (Arvut) jedem das Gefühl des Vertrauens, dass man mit Hilfe des Schöpfers zur gegenseitigen, alles verbindenden Liebe gelangt. Wenn es dem Menschen an nichts mangelt, kann man ihn mit Zuneigung erfüllen und ihm die Möglichkeit geben, seine Liebe zu zeigen. Wenn jeder Mensch das Gefühl der Unabhängigkeit und des Vertrauens in die Zukunft bekommt (Arvut), entsteht auch die Möglichkeit, die Liebe zum Nächten wachsen zu lassen und sie zum Ausdruck zu bringen.

Wie machen wir den Schöpfer glücklich?

Frage: Wie können wir den Schöpfer glücklich machen, wenn der Schöpfer ein System ist? Es ist wie der Versuch, das Gesetz der Schwerkraft glücklich zu machen.

Antwort: Alles hängt von unserer Einstellung gegenüber dem Schöpfer ab, da wir unsere Gefühle in dieses System einbringen. Wenn wir an einem Computer arbeiten, werden wir manchmal wütend, fluchen und wollen aufhören. Warum? Dies geschieht, da wir unsere Emotionen auf jene Objekte übertragen, die mit diesen Kräften umgehen, mit denen wir interagieren. Das gleiche geschieht mit dem Schöpfer. Der Schöpfer ist vollkommen. Das Vollkommene ändert sich nicht. Er wird nicht von unseren Wünschen beeinflusst und er kann nicht mit uns interagieren, da er vollkommen ist.

Frage: Heißt das, dass wir nur das Gefühl haben, ihn glücklich zu machen?

Antwort: Ja. In unseren korrigierten Gefühlen ist der Schöpfer etwas, das auf mich zutrifft. Wir können behaupten, dass etwas außerhalb von uns existiert und wir für den Schöpfer arbeiten müssen, da wir so die Gesamtheit spüren. Wenn wir ihn erreichen, werden wir verstehen, was in diesen Worten verborgen liegt, was es bedeutet, den Schöpfer Zufriedenheit zu geben und ob dies möglich ist. Das ist es, was uns in der Zukunft erwartet.

Frage: Wenn der Schöpfer die Verbindung zu jedem ist, wie kann dann diese Verbindung glücklich sein?

Antwort: Wenn wir miteinander verbunden sind, entsteht eine Verbindung über und zwischen uns, obwohl sie aus unseren Gefühlen, Gedanken, Absichten und Beziehungen gewebt ist. Diese Verbindung liegt nicht im Individuum. Sie wird durch den Abstand zwischen uns geschaffen, durch dieVerbindung zwischen zwei Menschen. Sie ist nicht in einer bestimmten Person oder in mir, sondern zwischen uns. Die Leere, die in den wechselseitigen Beziehungen offenbart wird, zeigt uns das Bild des Schöpfers.

Aus der russischen Kabbalalektion 19/6/16

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Das Paradies in Europa

Meinung: Auf der einen Seite ist der Lebensstandard in Europa ziemlich hoch und sozial abgesichert. Auf der anderen Seite gibt es auf dieser Ebene doch sehr viele Probleme und die Menschen sind mit ihrem Leben unzufrieden. „Es scheint, man hat ein Paradies erschaffen, wo alle leiden.“ Hier gibt es einen Widerspruch.

Meine Antwort: Die Tatsache ist die: Ein Tier kann man füttern, anziehen, schlafen legen. Den Menschen in sich selbst kann man nicht ankleiden, füttern, schlafen legen. So wie ein kleines Kind, das am Abend nicht ins Bett gehen möchte. Er blickt auf sein Leben, sieht keinen Sinn und dass alles schlecht ist. Er verspürt keine Zufriedenheit.

Meinung: Früher war er zufrieden, heute nicht mehr.

Meine Antwort: Der Egoismus ist gewachsen.. Was kann man machen? Die Menschen sind reifer geworden. Lesen Sie Bücher, die vor 50 Jahren geschrieben wurden oder gucken Sie sich alte Filme an. Die sind nicht nur naiv, die sind anders. In der Menschheit gab es riesige Veränderungen! Europa befindet sich in einem Widerspruch zwischen dem materiellen Überfluss und der innerlichen Leere. Das ist das Problem unserer Zeit. Dieses Paradoxon führt zu Depressionen, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit usw.

So lange die Menschen nicht den Sinn des Lebens enthüllen, passiert nichts Gutes. Das ist die wichtigste Frage überhaupt. Allerdings ist den meisten Europäern noch nicht ganz klar, warum es ihnen schlecht geht. Doch diese Frage wird in jedem immer deutlicher. Und sie sollten aufschreien: “Wofür ist das alles?“. Die Natur bringt uns zu diesem Schrei. Und dann werden wir ausgerechnet mit Hilfe von Leiden das Verlangen haben, die Natur zu begreifen und den Sinn des Lebens zu offenbaren.

Frage: Also ist es möglich, in das Paradies zurückzukehren, das sie aufgebaut haben?

Meine Antwort: Nein. Während sie ihr bürgerliches Paradies erbaut haben, wuchsen sie innerlich und haben jetzt andere Verlangen. Die alten Verlangen erfüllen sie nicht mehr.

Frage: Es sieht so aus, als wäre das Paradies auf Erden nicht möglich?

Meine Antwort: Nein. Wenn wir die Entwicklung des Menschen und seinen inneren Verlangen stoppen könnten, dann wäre es alle in Ordnung. Aber wir berücksichtigen nur das quantitative Wachstum. Wir geben dem Menschen mehr von dem und dem. Aber er braucht das nicht. Er verlangt nach der höheren Materie. Darum wird der Mensch weitersuchen und immer mehr verlangen, und das ist der Sinn des Lebens.

Aus der Sendung  „Nachrichten mit Michael Laitman“

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Man muss Altruist werden

Kommentar: Nur Wenigen in dieser Welt gelingt es, gemäß dem alten Prinzip der Nächstenliebe „Füge deinem Nächsten nicht das zu, was dir selbst verhasst ist“ (Shabbat 31a) zu leben. Leonardo Christov-Moore und Marco Lacoboni, Wissenschafter der Universität von Kalifornien, kamen zu dem Ergebnis, dass es eine Methode gibt, welche die Menschen weniger egoistisch sein lässt und ihnen die Erfahrung ‚uneigennütziger zu werden’ vermittelt. Dieses Ergebnis wurde nach vielen Studien herausgefunden, deren Ergebnisse zeigten, das es möglich wäre, einem Menschen einen Impfstoff zu injizieren, um ihn zu sozialerem Verhalten anzuregen.

Meine Antwort: Ich würde es anders sagen. Ein Mensch ist in erster Linie ein hoch entwickeltes Tier. Es ist möglich, ihm besondere Handlungen beizubringen, damit er sein Haus „nicht verschmutzt“. Für diesen Zweck ist es wichtig, ihn richtig auszubilden und ihm das Konzept genau zu vermitteln. Dadurch versteht er, dass er für manche Handlungen bestraft und für andere belohnt wird. Wir erfahren Schmerz als Strafe und Freude als Belohnung. Dies erzeugt elektrische Impulse, die uns durchströmen und verschiedene Aminosäuren bilden.

So wird es möglich, ein Gerät zu erfinden, das ein Signal mit einer besonderen Frequenz sendet. Der Mensch, der diesen Sensor bekommt, wird entsprechend seiner guten oder schlechten Handlungen Freude oder Schmerz empfinden. Auf diese Weise wäre es möglich, einen Menschen in einen „Pavlov’schen Hund“ zu verwandeln.

Wenn wir mit der Ausbildung gemäß der Weisheit der Kabbala begännen, käme jedoch ein anderer Blickwinkel ins Spiel. Die Kabbala schlägt vor, dass ein Mensch die Stufe des „Geräts“ erreicht, welches ihn belohnt oder bestraft. Zugleich muss er begreifen, woraus er besteht und wie er sich zum höchsten Zustand, in dem er keine Bestrafung sondern nur immense Belohnung erhält, entwickeln kann.

Der Mensch wird dann verstehen, dass dieser erhabene Zustand nur möglich wird, wenn er mit anderen stark verbunden ist und eine organische Einheit mit ihnen bildet. In anderen Worten müssen wir uns zu einem Zustand verhelfen, bei dem die positiven Impulse, die in der Natur vorkommen, uns immer ausfüllen. Die negativen Impulse haben die Aufgabe, von uns schrittweise den „Abfall“ zu entfernen. Es ist der übrig gebliebene Müll von unseren „guten“ Anstrengungen. Zurück bleibt ein Zustand, welcher mit allem Wundervollem und Ewigen erfüllt werden könnte.

Es liegt an uns, mit der höheren Natur verbunden zu sein – aber weder mit Hilfe von Sensoren, noch mit Menschen, die diese Sensoren steuern.

Von Kab TV „Neues  von Michael Laitman 28/3/16

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Wie komme ich in den Himmel?

Frage: Was ist der Unterschied zwischen dem Weg der Tora und dem Weg der Leiden, wenn beide ein Beispiel für Leiden sind?

Meine Antwort: Alles strebt danach, das Ziel zu erreichen. Ein Terrorist schneidet einem Menschen den Bauch auf, um ihn zu töten, während ein Chirurg, der ebenso einem Menschen den Bauch aufschneidet, letzteren retten will. Ein kranker Mensch willigt einer Operation ein, er bezahlt sogar dafür und ist bereit, den Schmerz zu ertragen, bis er gesund wird. Ein Mensch, der sich einer Operation unterzieht, nimmt jegliche Schmerzen in Kauf, da er weiß, dass dies sein Leben retten wird, während ein Mensch, der von einem Terroristen getötet wurde, sein Leben verloren hat. Deshalb hängt alles von der Art ab, wie du das Leid beurteilst, ob es dir das Leben gibt oder nimmt.

Frage: Der Terrorist wendet sich selbst dem Leiden und dem Tod zu, da er meint, so den Himmel zu erreichen. Was ist dann hier der Weg des Lichts?

Meine Antwort: Für den Terroristen ist das genau der Weg des Lichts. Daran glaubt er. Es gibt eine Menge Theorien darüber, wie Menschen sich auf Leiden einstellen, um zukünftige Genüsse zu bekommen. Gemäß der Weisheit der Kabbala sollte man versuchen, anderen Menschen näher zu kommen, jedoch nicht um nach dem Tod eine Belohnung für das nächste Leben zu erhalten. Der materielle Körper hat nichts damit zu tun. Der Zustand, dass du in einem Körper lebst und dich mit ihm identifizierst, ist ein falsch.

Du musst einen ganz anderen Existenzzustand erreichen, nämlich den in der Welt der höheren Kraft. In dieser Welt spürst du die Auswirkung der höheren Kräfte und wirst dich nie wieder mit deinem Körper identifizieren. Es ist so, als würdest du deine Körperlichkeit verlieren, wie eine Schlange die sich häutet.

Es bleibt nur die Seele übrig, die in Anheftung zur höheren Kraft steht. Dieser Zustand wird Garten Eden oder Himmel genannt und ist der Zustand, den wir hier und jetzt erreichen sollten, nicht im nächsten Leben. Du brauchst niemanden zu töten, um dies zu erreichen.

Frage: Es stellt sich heraus, dass Religionen, die aktiv von Menschen betrieben werden, den Religiösen ermöglicht, Leid durch das Festhalten an einem Idol wie Gott oder Allah zu vermeiden.

Antwort: Sicher, Menschen erschaffen sich Religionen, um sich ihr Leben zu versüßen und sich ein bestimmtes Ziel zu ermöglichen. Das Judentum, Christentum und dann der Islam tauchten nach dem Abfallen der Juden auf die egoistische Stufe auf. Diese Stufe wird Zerstörung des Tempels genannt. Religion ist die körperliche, egoistische Reflexion des spirituellen Wegs. Stufenweise bringt sie die Menschheit zur Erkenntnis, dass wir zur Spiritualität aufsteigen müssen. Aus dem Grund, dass Religionen ihren Höhepunkt erreichen und dann aus der Welt verschwinden, sollte ein Mensch über den wahren Sinn des Lebens nachdenken.

Aus dem russischen Kabbala Unterricht  3/1/16

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