Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wie erreicht man die Liebe?

Kongresse in Amerika. Lektion Nr. 9 in Brasilien.

Frage: Wie können wir praktisch die Liebe erreichen?

Mein Antwort: Wenn du dich anstrengst und siehst, dass dir nichts gelingt, dann wirst du an den Schöpfer erinnert, und daran, dass Er helfen muss. Wenn du dich an Ihn wendest, dann siehst du, wie Er alles anordnet. Auf diese Weise kommt die Liebe zum Schöpfer zu dir.

Du siehst, mit welcher Liebe und Hingabe, mit welcher Fürsorge Er dir all die Hindernisse, Probleme und Unannehmlichkeiten bereitete. 

Aufgrund der Tatsache, dass „die Liebe alle Sünden bedeckt“, beginnst du Liebe für den Schöpfer zu empfinden. Denn du siehst, dass Er nie irgendwelchen Schaden bei dir  verursacht hat.

Wenn die Liebe sich offenbart und alle Übel bedeckt, dann siehst du, dass das Böse nie existierte. Es kam dir nur so vor, dass dieses Problem existiert, aber jetzt siehst du, dass es nicht so ist. Es sollte dir als existierend erscheinen, damit du die Liebe offenbarst.

Dies geschieht auch in unserer Welt. Manchmal streitest du, streitest dich mit jemandem, sagen wir mit deiner Frau. Du kochst! Und dann versöhnt ihr euch, und du  denkst, dass alles, was passiert ist, Unsinn war, da nichts Bedeutendes dran war. „Wie kann es sein, dass wir wegen dieser Kleinigkeit uns so sehr zerstritten haben, dass ich mich scheiden lassen und weglaufen wollte?!“

So ist das Leben. Aber was hast du damit erreicht?  Dass alles, was geschehen ist, wie unwirklich war, und jetzt genießt du die Nähe noch mehr. Daraus lernst du nicht sehr viel für die Zukunft, und dann wirst du dich wieder streiten.
Das heißt, wenn wir alles, was uns in unserem Leben, in der Familie und an jedem Ort passiert, so wahrnehmen, dass es vom Schöpfer kommt, damit wir lernen, alles mit Liebe zu bedecken, dann werden wir ein vollkommen anderes Leben sehen.

 

Aus der 9. Lektion vom Kongress in Brasilien am 30.04.2017

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Über die Liebe

Das wunderbarste Zeichen der Liebe ist das Geben. Wenn ich jemanden liebe, dann gebe ich. Ich genieße, weil ich dem anderen Genuss schenke. Wie kann ich es tun? Womit erfülle ich ihn? Mit meiner Zuwendung zu ihm. Wie kann er Genuss an meinen Handlungen empfinden? Nur, wenn er mich liebt; in diesem Fall genießt auch er durch meine Liebe zu ihm. Es beruht auf Gegenseitigkeit. Und wenn ich ihn nicht liebe, dann nehme ich all seine gute Zuwendung als negativ wahr und empfinde sogar Hass; und das stößt mich von ihm ab.

Der Schöpfer liebt uns seit unserer Erschaffung; darum zeigen wir Ihm unsere Liebe, wollen nur Gutes tun und Ihn erfüllen, weil ER uns liebt. Zwischen den Menschen ist dies schwierig. Nur wenn wir zwischen uns den Schöpfer offenbaren, wenn wir verbunden sein wollen, damit wir tatsächlich die Liebe zu Ihm fühlen können, entstehen Verbindung und Liebe zwischen uns.

Denn so eine Verbindung wird mit Seiner Liebe erfüllt, dass heißt, es müssen drei Kräfte vorhanden sein: Der Mitmensch – ich – der Schöpfer; ansonsten gibt es keine Grundlage für die Liebe. Es muss die dritte Kraft vorhanden sein, die uns mit Liebe erfüllt! Ohne die Einbeziehung des Schöpfers zwischen uns werden wir die Liebe nicht erreichen. 

Die Liebe kann nicht einseitig sein. Lieben bedeutet, dem anderen Genuss zu schenken, und dies ist möglich, wenn er mich auch liebt und aus meiner Beziehung zu ihm Genuss schöpft. Das heißt, die Liebe zwischen dem Schöpfer und dem Menschen existiert natürlich, weil der Schöpfer seine Geschöpfe liebt. Aber die Liebe zwischen den Menschen ist nur dann möglich, wenn der Schöpfer zwischen  ihnen existiert. Deshalb ist die Liebe zu Tieren, Menschen, Kindern ein Ausdruck unserer Beziehung zu ihnen. Ich erfülle die Verlangen des anderen nach etwas –  aber ich erfülle ihn nicht mit Liebe zu mir, weil die Liebe nicht da ist. Darum kann die Liebe nur dann entstehen, wenn der Schöpfer zwischen uns existiert, als Quelle der Liebe.

Darum verleiht die gegenseitige Bürgschaft (Arvut) jedem das Gefühl des Vertrauens, dass man mit Hilfe des Schöpfers zur gegenseitigen, alles verbindenden Liebe gelangt. Wenn es dem Menschen an nichts mangelt, kann man ihn mit Zuneigung erfüllen und ihm die Möglichkeit geben, seine Liebe zu zeigen. Wenn jeder Mensch das Gefühl der Unabhängigkeit und des Vertrauens in die Zukunft bekommt (Arvut), entsteht auch die Möglichkeit, die Liebe zum Nächten wachsen zu lassen und sie zum Ausdruck zu bringen.

Spirituelles Vergnügen

Frage: Baal Ha Sulam schreibt in einem seiner Briefe: „Sobald die Menschen das geringste Spirituelle Vergnügen enthüllen würden, wären sie einverstanden, sich ihre Hände und Beine sieben Mal am Tag abhacken lassen, nur um es nochmal zu fühlen.“ Warum?

Antwort: Dies ist ein bildlicher Ausdruck. Er meint, dass der geringste spirituelle Genuss nicht mit dem stärksten materiellen Genuss dieser Welt verglichen werden darf, da alle irdischen Zustände begrenzt sind. Spirituelles Vergnügen jedoch kennt keine Grenzen.

Dies ist keine quantitative Freude, die wir in unserer Welt bekommen. Es sind Genüsse unbegrenzten Umfangs und deshalb können sie nicht nach Methoden, Rahmen, Maßeinheiten unserer Welt bemessen werden. Man kann sie jedoch nach wenigen Jahren Kabbala Studium spüren.

Aus dem Unterricht auf Russisch, 28.08.2016.

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Der Unterschied zwischen Abstieg und Depression

Frage: Warum werden beim Studium der Kabbala Abstiege als Egoismus bezeichnet, ist das nicht eine gewöhnliche Depression?

Antwort: Es erscheint ihnen so, als wären es Depressionen. Sie erleben ein unbekanntes Gefühl, d.h. sie sind nicht daran interessiert, es zieht sie nicht an, trotzdem ist es keine übliche Depression durch den Mangel am Geschmack für die Welt, sondern ein echtes Eintauchen in die Dunkelheit. Dies ist eine undurchdringliche Dunkelheit, das Gefühl der Abwesenheit von jeglichem Verlangen. In anderen Worten, es wurde Egoismus hinzugefügt.

Der Mensch beginnt sein Leben in der Kabbala mit dem Zustand „Null“, mit dem normalen tierischen Egoismus in dieser Welt. Mit Wünschen nach Nahrung, Sex, Unterhaltung, Geld, Kontrolle und Wissen. Dies ist seine Ausgangsposition (DR). Dann erreicht der Mensch die Weisheit der Kabbala. Er erlebt dabei einen gewissen Aufstieg, er ist in einer Gruppe eingebunden, bereit für alles, das Leben ist wunderbar und alles ist gut. Er hat sich selbst gefunden. Bis dahin war er ein wenig traurig, es fehlte etwas, der Sinn des Lebens usw.. Und hier ist der erste Aufstieg, „Ich habe es gefunden!“

Aber dann fällt er in den entgegengesetzten Zustand, der ihn in einen dunklen Abgrund zieht. Es ist ein Vakuum, das seine Kräfte aussaugt; der Mensch kann kaum seinen Kopf drehen, er kann nicht leben. Es ist so, als hätte man ihm mit einem Staubsack auf den Kopf geschlagen; er fühlt Staub in seinem Kopf und in seinem Herz. Er beginnt Höhen und Tiefen, Höhen und Tiefen zu erleben.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Erreichung der höheren Welt auf dem Fehlen des egoistischen Verlangens basiert. Darum wird die Weisheit der Kabbala auch „die Weisheit des Empfangens“ genannt. Wie kann ich ohne Egoismus etwas empfangen? Wie kann ich ohne Verlangen, ohne einer brennenden Sehnsucht, ein wahrer und gesunder Egoist sein, der die höhere Welt begreifen und erfassen kann?

Ein normaler Mensch möchte essen, sich mit seinem Handy beschäftigen oder sich unterhalten. Es ist nicht möglich, die spirituelle Welt auf diese Weise zu erobern. Dafür braucht man eine andere Waffe, ein riesiges Verlangen. Wenn ich brenne, bin ich zu allem bereit, ich möchte die höhere Welt gewinnen.

So wird der Egoismus dem Zustand des Egoismus 2 hinzugefügt. Dank diesem steige ich auf die 3. Stufe runter. Wegen der 3. Stufe steige ich tiefer zur 4. Stufe, weiter hinunter zur 5. Stufe und wieder weiter hinunter. Nach einer großen Anzahl von Auf- und Abstiegen erreiche ich beispielsweise die 9. Stufe. 

Und wenn ich mich im niedrigsten und unangenehmsten Zustand befinde, erlebe ich Angst, Niedergeschlagenheit und ein Gefühl, dass „der Tod besser ist als dieses Leben.“ Dies ist der Abschied von unserem körperlichen Egoismus, während wir noch am Leben sind.

Wenn ein Mensch eine gewisse Anzahl von Auf- und Abstiegen hinter sich hat, erreicht er den 10. Punkt. Vergleicht man Punkt 9 mit Punkt 10, sehe ich, dass wirklich alles vom Schöpfer kommt. „Es gibt nichts außer Ihm“ und „Er ist gut und Gutes tuend.“ Das wird Glaube über dem Verstand genannt, da Verstand (Wissen) sich innerhalb des Egoismus befindet und Glaube die Eigenschaft des Gebens ist. Das ist das erste Mal, dass ich einen spirituellen Parzuf baue, einen Samentropfen, den Embryo der Seele. Damit beginnt die Geburt der Seele. Wer diese Stufe erreicht, ist schon unterwegs!

Wer sie nicht erreicht hat, kann sagen was er will. Interessanterweise verlassen Menschen, die sich mitten auf dem Weg befinden, aber noch nicht den 10. Punkt erreicht haben, häufig das Studium der Kabbala. Sie verfluchen die Weisheit der Kabbala, mich und unser System. Wir müssen verstehen, dass die spirituelle Welt nicht so ist, wie es uns erscheint; sie wird als Methode, welche in den kabbalistischen Quellen beschrieben wird, wahrgenommen.

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Aus der russischen Kabbalalektion vom 15/5/16

Das Paradies in Europa

Meinung: Auf der einen Seite ist der Lebensstandard in Europa ziemlich hoch und sozial abgesichert. Auf der anderen Seite gibt es auf dieser Ebene doch sehr viele Probleme und die Menschen sind mit ihrem Leben unzufrieden. „Es scheint, man hat ein Paradies erschaffen, wo alle leiden.“ Hier gibt es einen Widerspruch.

Meine Antwort: Die Tatsache ist die: Ein Tier kann man füttern, anziehen, schlafen legen. Den Menschen in sich selbst kann man nicht ankleiden, füttern, schlafen legen. So wie ein kleines Kind, das am Abend nicht ins Bett gehen möchte. Er blickt auf sein Leben, sieht keinen Sinn und dass alles schlecht ist. Er verspürt keine Zufriedenheit.

Meinung: Früher war er zufrieden, heute nicht mehr.

Meine Antwort: Der Egoismus ist gewachsen.. Was kann man machen? Die Menschen sind reifer geworden. Lesen Sie Bücher, die vor 50 Jahren geschrieben wurden oder gucken Sie sich alte Filme an. Die sind nicht nur naiv, die sind anders. In der Menschheit gab es riesige Veränderungen! Europa befindet sich in einem Widerspruch zwischen dem materiellen Überfluss und der innerlichen Leere. Das ist das Problem unserer Zeit. Dieses Paradoxon führt zu Depressionen, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit usw.

So lange die Menschen nicht den Sinn des Lebens enthüllen, passiert nichts Gutes. Das ist die wichtigste Frage überhaupt. Allerdings ist den meisten Europäern noch nicht ganz klar, warum es ihnen schlecht geht. Doch diese Frage wird in jedem immer deutlicher. Und sie sollten aufschreien: “Wofür ist das alles?“. Die Natur bringt uns zu diesem Schrei. Und dann werden wir ausgerechnet mit Hilfe von Leiden das Verlangen haben, die Natur zu begreifen und den Sinn des Lebens zu offenbaren.

Frage: Also ist es möglich, in das Paradies zurückzukehren, das sie aufgebaut haben?

Meine Antwort: Nein. Während sie ihr bürgerliches Paradies erbaut haben, wuchsen sie innerlich und haben jetzt andere Verlangen. Die alten Verlangen erfüllen sie nicht mehr.

Frage: Es sieht so aus, als wäre das Paradies auf Erden nicht möglich?

Meine Antwort: Nein. Wenn wir die Entwicklung des Menschen und seinen inneren Verlangen stoppen könnten, dann wäre es alle in Ordnung. Aber wir berücksichtigen nur das quantitative Wachstum. Wir geben dem Menschen mehr von dem und dem. Aber er braucht das nicht. Er verlangt nach der höheren Materie. Darum wird der Mensch weitersuchen und immer mehr verlangen, und das ist der Sinn des Lebens.

Aus der Sendung  „Nachrichten mit Michael Laitman“

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Die Brücke zwischen Liebe und Hass

Frage: Müsste man unseren Charakter und Eigenschaften ändern, um im Leben glücklicher zu sein?

Meine Antwort: Nein, man sollten nur lernen, sich richtig zu verbinden. In so einer Verbindung wird der Schöpfer offenbart, dabei bleibt jeder wie er ist. Darüber hinaus soll man sich nicht verstümmeln und den Egoismus vernichten wollen. Es genügt, sich über sein eigenes Ego mit den anderen zu verbinden.

Frage: Was ist das für eine Art der Verbindung? Gibt es in unserer Welt ein Beispiel dafür?

Meine Antwort: Nehmen wir an, Sie empfinden Hass dem anderen gegenüber. Und stellen Sie sich vor, dass Sie denjenigen zugleich lieben. Wenn man die beiden Bezugspunkte in der Mitte miteinander verbindet: ich zu dir, du zu mir – dann entsteht das richtige System der Verbindung. Wir berücksichtigen, dass das unsre Natur ist, die wir nicht ändern können, aber wir können eine Brücke der Verbindung  darüber aufbauen. Und je größer die Differenz zwischen dem egoistischen Hass und der altruistischen Liebe ist, desto mehr offenbart man die Kraft des Schöpfers zwischen sich selbst und den anderen.

Frage: Ähnelt diese Verbindung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern?

Meine Antwort: Nein, auf keinem Fall. Die Bindung zwischen Eltern und Kindern basiert auf rein tierischer Basis.

Frage: Warum gibt es kein Beispiel für richtige Verbindung?

Meine Antwort: Weil wir noch keine Möglichkeit haben, die beiden Gefühle zu verbinden: Liebe und Hass, parallel. Um dies zu tun, braucht man eine Gruppe von Gleichgesinnten.

Aus dem Unterricht auf Russisch, 1.6.2016   184462

Erloschene Liebe

Frage: In Israel ist die Hauptursache für Scheidung die erloschene Liebe (36%), der zweite Grund sind finanzielle Probleme (32,5%) und die dritte Ursache ist Untreue (11,2%). Wie beziehen Sie das auf die verlorene Liebe?

Antwort: Ich verstehe nicht was das bedeutet! Als ich meine Frau zum ersten Mal sah, fragte ich mich, obwohl ich nicht religiös oder ein Kabbalist war: Ist sie der Mensch, der für eine sehr lange Zeit an meiner Seite stehen wird? Ich erkannte, dass sie es war und es für mich auch möglich wäre. Sie ist nachsichtig, fleißig, sie studiert gerne und war bereit, mich in den Jahren, in den mir die Einwanderung nach Israel verweigert wurde, zu begleiten. In diesen Tagen war es sogar gefährlich, darüber zu sprechen, nach Israel zu gehen. Ich erzählte ihr bei unserem ersten Treffen: „Ich gehe nach Israel, wirst du mitkommen? Es hätte ansonsten keinen Sinn gehabt, sich wiederzusehen, doch sie willigte ein.

Frage: Sie haben noch nichts über Liebe gesagt…

Antwort: Liebe ist eine Gefühl, das sich durch eine lange Verbindung zwischen den Menschen ergibt. Es entsteht, wenn sie sich gegenseitig unterstützen und sich umeinander kümmern. Wie in der Tierwelt sind es zunächst nur die Hormone, die Menschen zusammenbringen. Sie können so etwas in Naturfilmen sehen. Wenn es um Tiere geht, besteht die Verbindung nur eine gewisse Zeit lang. Wenn es sich um Menschen handelt, geht es für immer.

Ich glaube, dass Dichter und Schriftsteller den Begriff „Liebe“ erfunden haben, um den Mensch zu verwirren. Ich bin sicher, dass es vor ein paar Jahrhunderten keine Liebe gab, die Menschen waren einfach verbunden. Sie dachten „sie ist die Richtige oder er ist der Richtige für mich“. Sie waren aufeinander eingestimmt, fühlten sich einander nahe, verstanden sich und unterstützten sich, das ist alles.

Frage: Was meinen die Menschen, wenn sie sagen, dass die Liebe vergangen ist?

Antwort: Welche Liebe? Hormone können nicht für vierzig, fünfzig oder sechzig Jahre funktionieren, vor allem nicht bei Männern.

Frage: Warum funktionieren sie überhaupt? Warum leben Menschen Jahrzehnte lang zusammen?

Antwort: Menschen leben zusammen, weil sie zum Beispiel Kinder haben oder sich Eigentum miteinander teilen etc. Wir können nichts dagegen tun, da uns Gewohnheit von Oben gegeben wurde. Mit Liebe hat das nichts zu tun.

Frage: Also was ist Liebe?

Antwort: Liebe ist ein Gefühl von gegenseitigem Verständnis, Verbindung Verpflichtung und Treue. Es ist ein Gefühl der Partnerschaft, eine Verantwortung einem anderen Menschen gegenüber. Du wirst nicht dazu gezwungen, sondern du spürst einfach, dass du dich verpflichtest hast. Was noch mehr zählt, ist das Gefühl, dass dein Partner dich genauso behandelt. Das wird Liebe genannt. Wir haben diese Definition aus der Weisheit der Kabbala, in der Liebe als das Verlangen zu Geben für einen anderen verstanden wird und nicht umgekehrt. In unserer Welt besteht jedoch vielfach der Wunsch, etwas Materielles vom anderen zu bekommen, so viel und schnell wie möglich. Dies ist eine völlig egoistische Interpretation des Begriffs „Liebe“, die dem eigentlichen Sinn entgegengesetzt ist.

Frage: Es stellt sich also heraus, dass sich wahre Liebe entwickeln muss.

Antwort: Ja, aber nur auf der Grundlage des gegenseitigen Verständnisses, durch harte Arbeit zwischen uns.

Aus Kab TV „Neues von Michael Laitman“, 28/7/16

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Das Netz der Verbindung der gemeinsamen Seele

Numeri, 35:33f: Ihr dürft das Land, in dem ihr wohnt, nicht entweihen; denn Blut entweiht das Land, und man kann das Land von dem darin vergossenen Blut nur durch das Blut dessen entsühnen, der es vergossen hat. Verunreinigt nicht das Land, in dem ihr euch niedergelassen habt und in dessen Mitte ich selbst wohne; denn ich, der Herr, wohne mitten unter dem Volk Israel.

Blut ist das Licht Chochma. Wasser ist das Licht Chassadim. Es ist unmöglich, eine harmonische Gesellschaft und einen Zustand der Verbindung zwischen den Teilen der gemeinsamen Seele zu erreichen, solange wir uns gegenseitig nicht auf korrekte Weise egoistisch beeinflussen. Unsere egoistischen Teile müssen in angemessener Weise mit jedem verbunden sein.

Solange wir Egoisten bleiben, erbaut jeder altruistische Verbindungen zu anderen, die sich schließlich zu einem altruistischen Netzwerk zusammenfügen. Ich handle dir gegenüber von meinem Egoismus aus altruistisch und du machst es in gleicher Weise mit mir. Jeder bleibt dabei innerlich in seinem Verlangen verhaftet. Wir überwinden dieses Verlangen, arbeiten darüber und bauen Brücken über den Egoismus.

Das Wichtigste ist es, auf sich selbst eine Einschränkung zu machen, einen Schirm und eine richtige Einstellung anderen gegenüber zu entwickeln. Dann stellen wir praktisch alle Verbindungen, die sich kreuzen, an die Spitze unserer Handlungen – und nicht uns selbst.

Dieses riesige, mehrschichtige, Übertragungsnetz der Verbindung wird als die „gemeinsame Seele“ bezeichnet – einer für Alle! Jeder einzelne von uns ist individuell gesehen nichts; nur durch die Teilnahme an diesem „universellen Netz“ können wir den Schöpfer enthüllen.

Aus KabTV „Geheimnisse des ewigen Buches“ 16/12/15

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Man muss Altruist werden

Kommentar: Nur Wenigen in dieser Welt gelingt es, gemäß dem alten Prinzip der Nächstenliebe „Füge deinem Nächsten nicht das zu, was dir selbst verhasst ist“ (Shabbat 31a) zu leben. Leonardo Christov-Moore und Marco Lacoboni, Wissenschafter der Universität von Kalifornien, kamen zu dem Ergebnis, dass es eine Methode gibt, welche die Menschen weniger egoistisch sein lässt und ihnen die Erfahrung ‚uneigennütziger zu werden’ vermittelt. Dieses Ergebnis wurde nach vielen Studien herausgefunden, deren Ergebnisse zeigten, das es möglich wäre, einem Menschen einen Impfstoff zu injizieren, um ihn zu sozialerem Verhalten anzuregen.

Meine Antwort: Ich würde es anders sagen. Ein Mensch ist in erster Linie ein hoch entwickeltes Tier. Es ist möglich, ihm besondere Handlungen beizubringen, damit er sein Haus „nicht verschmutzt“. Für diesen Zweck ist es wichtig, ihn richtig auszubilden und ihm das Konzept genau zu vermitteln. Dadurch versteht er, dass er für manche Handlungen bestraft und für andere belohnt wird. Wir erfahren Schmerz als Strafe und Freude als Belohnung. Dies erzeugt elektrische Impulse, die uns durchströmen und verschiedene Aminosäuren bilden.

So wird es möglich, ein Gerät zu erfinden, das ein Signal mit einer besonderen Frequenz sendet. Der Mensch, der diesen Sensor bekommt, wird entsprechend seiner guten oder schlechten Handlungen Freude oder Schmerz empfinden. Auf diese Weise wäre es möglich, einen Menschen in einen „Pavlov’schen Hund“ zu verwandeln.

Wenn wir mit der Ausbildung gemäß der Weisheit der Kabbala begännen, käme jedoch ein anderer Blickwinkel ins Spiel. Die Kabbala schlägt vor, dass ein Mensch die Stufe des „Geräts“ erreicht, welches ihn belohnt oder bestraft. Zugleich muss er begreifen, woraus er besteht und wie er sich zum höchsten Zustand, in dem er keine Bestrafung sondern nur immense Belohnung erhält, entwickeln kann.

Der Mensch wird dann verstehen, dass dieser erhabene Zustand nur möglich wird, wenn er mit anderen stark verbunden ist und eine organische Einheit mit ihnen bildet. In anderen Worten müssen wir uns zu einem Zustand verhelfen, bei dem die positiven Impulse, die in der Natur vorkommen, uns immer ausfüllen. Die negativen Impulse haben die Aufgabe, von uns schrittweise den „Abfall“ zu entfernen. Es ist der übrig gebliebene Müll von unseren „guten“ Anstrengungen. Zurück bleibt ein Zustand, welcher mit allem Wundervollem und Ewigen erfüllt werden könnte.

Es liegt an uns, mit der höheren Natur verbunden zu sein – aber weder mit Hilfe von Sensoren, noch mit Menschen, die diese Sensoren steuern.

Von Kab TV „Neues  von Michael Laitman 28/3/16

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Väter und Söhne

Es wurden Forschungen des Adler Instituts in Sachen Kindererziehung durchgeführt. 48% der israelischen Eltern reden fast nie mit ihren Kindern. Laut Umfrage unter 300 israelischen Kindern und Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahre bestätigten 40% der Befragten, dass sie mit den Eltern keinen richtigen verbalen Kontakt haben. Sie kennen weder ihre Geschichte noch die Geschichte der Vorfahren – Nichts.

Meine Antwort: Das ist klar. Denn in der jetzigen Zeit steigen wir in unserer Entwicklung über die tierische Ebene, in der alles auf der traditionellen häuslichen Erziehung aufgebaut war. Eltern und Kinder waren sehr eng miteinander verbunden. Der Sohn übernahm häufig das Handwerk des Vaters, hatte sein Haus neben dem Hau des Vaters erbaut und so weiter.

Wir sind jetzt aus diesem Zustand längst heraus. Mit der Entwicklung der industriellen Produktion sowie der damit entstandenen beruflichen Perspektiven zog die Jugend vermehrt in die Städte. So ist die Verbindung „Vater – Sohn“ zerbrochen.

Durch die rasante Entwicklung in den Generationen ändern sich die Weltanschauungen der Kinder und auch der Eltern im Vergleich zu früher sehr rasant. Während früher die Kinder mit 18 – 20 Jahren aus dem Haus waren und Eigenverantwortung übernahmen, sind die Kinder heutzutage mit 11 – 12 Jahren schon nicht mehr in der Lage, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Sie sind im ständigen Verlangen, von den Eltern zu bekommen. Auch die Eltern können ihren Kindern nicht mehr vermitteln, was diese heutzutage brauchen. Ebenso in der Bildung. Die Kinder brauchen eine ganz andere Bildung, eine ihrer Generation entsprechende, damit sie in ihrem Leben voranschreiten können.  

Wir befinden uns in einem sehr interessanten Zustand, in dem die Notwendigkeit der Verbindung zwischen den Generationen neu entstehen muss. Dies geschieht beim Übergang von einer Generation zur anderen. Ein guter Übergang ergibt sich dann, wenn ein gemeinsames Verlangen entsteht, Die Kabbala gibt uns die Möglichkeit, das zu erlangen, was notwendig ist, damit sich die Kinder von den Eltern „ernähren“ können. 

Die Eltern werden den Kindern geben, was sie brauchen. Diejenigen, die vom Säuglingsalter an diese häusliche Bildung kriegen, werden das richtige Fundament fürs ganze Leben haben. Die Kinder und die Eltern werden in einem Streben sein, im Fluss, in innerer und äußerer Bewegung. Sie werden etwas zu sagenuni etwas weiterzugeben haben.

Die Verbindung zwischen den Generationen wird nicht mehr auf der tierischen Ebene geschehen, wie es während der bisherigen Menschheitsgeschichte der Fall war, sondern auf der spirituellen Ebene – auf der Ebene der „Seelenverbindung“. Dann wird sich ihre tiefe spirituelle Verbindung offenbaren. Warum sind genau dies meine Eltern und das genau meine Kinder? Wieso sind zwischen ihnen genau solche Kontakte entstanden – auf materieller sowie auf der Körperebene? Jetzt geschieht das alles auf der Seelenebene. 

Frage: Welches Ziel wird dabei offenbart?

Meine Antwort: Das Ziel der Menschheit besteht darin, zu einer einheitlichen Verbindung zu kommen, die mithilfe der spirituellen Verkettung fester wird. Die materiellen Verbindungen werden auf dem gleichen Niveau bleiben und werden noch selbständiger.

Es ist ein total anderes System der Zusammenwirkung, das die gesamte Gesellschaft übernehmen wird. Dadurch wird zwischen den Eltern und den Kindern ein neues Verhältnis – die „neue“ Verbindung entstehen.

Aus dem TV Programm „Nachrichten mit Michael Laitman“ vom 29.02.2016

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