Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Arbeit an der Weltkorrektur, Teil 3

rav_laitman_017Frage: In der Welt gibt es sehr viel Korruption, Betrug, Ungerechtigkeit und Ungleichheit zwischen Reichen und Armen, und das alles hindert uns daran, normal zu leben. Es ist offenbar, dass es gewisse Menschen gibt, die an diesem Zustand mehr Schuld tragen. Was kann man aber von einem einfachen Menschen verlangen?

Wieso behaupten Sie, dass jeder sich korrigieren muss? Wäre es nicht besser, diejenigen zu korrigieren, die wirklich Macht und Kraft in dieser Welt haben, und dann werden sie unsere Systeme korrigieren und unser Leben verbessern? Was hat ein einfacher Mensch damit zu tun?

Antwort: Der einfache Mensch leidet einfach und weiß überhaupt nicht wieso. Es geht darum, dass jeder mit Hilfe seines Egoismus gesteuert wird und er verpflichtet ist, sich zu korrigieren.

Frage: Wieso sollte man nicht nur diejenigen korrigieren, die das Problem verursachen?

Antwort: Sie sind nicht die Ursache des Problems, sie sind nur das Ergebnis von uns allen. Wenn wir ein paar Anführer auswechseln, kommen andere, die nicht besser sind. Man muss die gesamte menschliche Gesellschaft korrigieren und dann werden alle anderen Niveaus: tierisches,  pflanzliches und unbelebtes Niveau auch korrigiert, weil sie vom Menschen abhängen.

Frage: Was gibt es so besonderes in einem Menschen, dass er die gesamte Natur zerstört?

Antwort: Das ist das Verlangen des Menschen, seinen Erfolg zu Lasten der anderen aufzubauen.

Frage: Wir aber versuchen uns gegenseitig zu helfen. In unserer Zeit gibt es viele philanthropische Gesellschaften und niemand hungert. Wir kümmern uns also umeinander und wünschen uns gegenseitig das Gute.

Antwort: Das Problem liegt darin, dass sich jeder nach seiner Meinung richtet, und deswegen wundert er sich, wieso wir so viel Gutes füreinander tun, aber die Welt wird schlimmer und schlimmer? Wahrscheinlich wissen wir nicht, was es heißt, Gutes zu tun und was die Natur von uns verlangt. Wir verstehen nicht, dass die menschliche Gesellschaft nicht nach ihrer Meinung, sondern nach etwas höheren Ansprüchen, höher als unserem egoistischen Verstand, den egoistischen Gefühlen und Philosophien aufgebaut werden soll.  
Jeder Mensch hat seine Vorstellungen davon, wie die ideale Gesellschaft aussehen sollte. Man muss vor allem das richtige Format finden, die Form der Gesellschaft. Wir verstehen das nicht, und deswegen werden wir ständig in Diskussionen reingezogen, in Kriege und jeder denkt, dass er im Recht ist. Die Gerichte sind überfüllt mit Menschen, die ihr Recht behaupten.

Wer kann uns den Begriff der richtigen Form der Welt geben, damit alles objektiv ist und nicht eine persönliche Meinung von irgendjemandem? 

Wir alle sind nicht korrigierte Egoisten, wir sind voller Vorurteile, und vielleicht denken wir auch nur unbewusst immer an uns selbst und nicht an die anderen.
Deswegen müssen wir als erstes die richtige und objektive Form der Welt ermitteln. Dafür müssen wir uns an die Wissenschaft der Kabbala wenden, welche erklärt, was die höhere Kraft und Natur bedeuten und wie wir ihr ähnlich werden können. Nur so können wir zu einem guten Leben kommen. Die höhere Kraft der Natur ist höher als wir, und wir werden nicht fähig sein, sie zu ändern. Aber wir können uns ändern und uns in Übereinstimmung mit ihr bringen. Je mehr wir dieser höheren Kraft ähnlich werden, desto besser wird unser Leben.

[#209065]

Die Arbeit an der Weltkorrektur, Teil 2

ravFrage: Wieso wurde die Welt nicht korrigiert erschaffen?

Antwort: Damit wir sie korrigieren! Denn wir dringen während des Prozesses der Korrektur  in die Tiefe der Welt ein und können so die Welt ergründen und damit auch verstehen, wie sie erschaffen wurde und wie sie arbeiten müsste, wenn sie schon korrigiert wäre. Also wir offenbaren all die inneren Gesetze der Welt.

Frage: Wäre es dann nicht besser sofort die Welt in korrigierter Form zu erhalten und ein gutes Leben zu führen?

Antwort: Überhaupt nicht. Wenn ich die korrigierte Welt erhalte, kann ich nur auf die Knöpfe drücken damit ich von der Welt das bekommen kann, was ich möchte. Wenn aber dieses „Gerät“ kaputt ist, bin ich gezwungen ins Innere einzudringen und zu studieren wie die Welt funktioniert, zu klären wieso und weswegen ein Ausfall kommt, wie man repariert und wie „das Gerät“ richtig arbeiten muss. Auf diese Weise lerne ich das gesamte System kennen. In dem Maße, wie ich das System von Anfang bis zum Ende korrigiere, werde ich zu seinem Herren.

Frage: Wofür brauchen wir das, die Herren des Systems zu sein?

Antwort:  Damit wir die Welt regieren. Der Mensch muss alles verstehen, fühlen und die ganze Realität regieren. Die Korrektur der Welt bedeutet die Korrektur des Menschen, und auf diese Weise erkenne ich, wer ich bin und werde mich korrigieren. Der Schöpfer hat mich angeblich „zerbrochen“ und ich korrigiere mich. Dank dem erkenne ich, was der Schöpfer gemacht hat und wie die richtige Form aussehen soll. Ich vergleiche mich mit Ihm in der Arbeit. Er hat zerbrochen und ich korrigiere.

So kommt es, dass ich dem Schöpfer gleich werde, indem ich mich auf Sein Niveau erhebe. Also der gesamte Prozess des Zerbruchs und der Korrektur ist dazu da, damit man den Menschen auf eine höhere Stufe der Realität und seiner Weltanschauung erhebt, hin zu einem anderen Leben.

[#209014]

Der Schöpfer ist eifersüchtiger als eine Frau

Der Schöpfer stellt uns mit  Absicht alle möglichen Hindernisse in den Weg, damit wir nicht mit ihnen klar kommen und sie auch nicht überwinden können. Wieso?

Damit wir uns an Ihn wenden, Ihn darum bitten, auf Ihn schauen und uns Ihm annähern! Er ist sehr eifersüchtig, wenn wir uns gegenseitig anschauen und nicht Ihn! Er ist eifersüchtiger als eine Frau! Ich spreche mit ganzer Seriosität darüber.

Das ist sehr wichtig! Deswegen stellt uns der Schöpfer in solche Situationen, die wir nicht überwinden können. Wir sollen uns nach Ihm sehnen, Ihn bitten uns zu helfen. So benehmen sich manchmal auch Eltern mit ihren Kindern. Einerseits wollen sie, dass ihre Kinder etwas selbständig tun, und anderseits sollen sie die elterliche Hilfe aber auch in Anspruch nehmen.

Es ist sehr einfach mit dem Schöpfer. Wenn wir uns von Anfang an auf unserem Weg richtig  bewegen, ist es nicht möglich ohne den Schöpfer irgendeinen Schritt zu unternehmen. Niemals! In unserem physischen Leben lernen wir zu gehen, danach laufen wir alleine und werden erwachsen.

In der Spiritualität ist es nicht so. In der Spiritualität sind wir immer auf den Schöpfer angewiesen. Jedes Mal mehr und mehr. Dann kommen wir wirklich zu noch größerer Verschmelzung mit Ihm. Das ist so, weil der Schöpfer uns das System offenbart und wir nicht wissen, wie wir uns in dieses integrieren sollen.

Nachdem wir Anstrengungen in der Verbindung zwischen uns unternehmen, offenbaren wir mehr und mehr den Platz, wo Er uns aufklären und ergänzen soll. Erst dann offenbart Er sich. Es ist die ständige Anforderung an Ihn! Es gibt niemanden außer Ihm.

Darum ist es natürlich gut, wenn es uns nicht gelingt uns zu verbinden. Man darf aber nicht vergessen, wer uns diese Hindernisse in den Weg stellt. Er selber! Damit wir uns an Ihn wenden.

Kongressunterricht Lektion 9, Brasilien 2017

[#208164]

Lag ba-Omer – Feiertag der Kabbalisten

Lag ba-Omer ist in erster Linie ein kabbalistischer Feiertag, ein Feiertag des Lichtes. Lag ba-Omer bedeutet 33. Tag (lamed-gimel) nach Pessach, d.h. nach dem Auszug aus dem egoistischen Wunsch, zum Geben um zu  Geben, zu den gebenden Wünschen. Deswegen beginnt danach die Periode der Säuberung der Wünsche: 33 Tage von Pessach bis Lag ba-Omer und von da bis zu Shawuot. In diesen 50 Tagen beenden wir alle Korrekturen und sind für den Empfang der Tora bereit, d.h. des Lichtes, das die Wünsche zu empfangen korrigiert um zu geben.

Bis zum Tag Lag ba-Omer werden wir noch nicht als die angesehen, die vollständig aus Ägypten ausgezogen sind. Denn wir müssen die Wünsche mit den ägyptischen (egoistischen) Eigenschaften korrigieren. Aber am 33.Tag werden die Korrekturen  erreicht, und uns bleibt nur, den unteren Teil der Stufe, die empfangenden Wünsche, zu korrigieren. Deswegen können wir dann sicher sein, dass wir zweifellos zum Empfang der Tora kommen. Ab dem Tag Lag ba-Omer beginnt das Licht der Gabe der Tora bereits zu leuchten, wenn auch zunächst aus der Entfernung.

Deswegen ist der Tag Lag ba-Omer aus Sicht der Korrektur so wichtig. Vor dem Lag ba-Omer korrigieren und vollenden wir immer noch den Auszug aus Ägypten, und nach diesem Tag beginnen wir, uns für den Empfang der Tora in Shawuot vorzubereiten. Daraus folgt, dass Lag ba-Omer ein ganz besonderer „Tag“ ist, das heißt, ein Zustand, den ein Mensch auf dem Weg zur Korrektur durchläuft.

Der Auszug aus Ägypten passiert unter dem Einfluss des Höheren Lichts, dem großen Licht Chochma, das sich dank dem Erwachen des Menschen offenbart. Als Ergebnis erhebt er (der Mensch) sich über seinen Egoismus und trennt sich von ihm. Allerdings passiert das alles dank dem Licht, das von oben kommt. Die Wünsche bleiben noch egoistisch, aber das Licht ermöglicht es jenen, sich über den Egoismus zu erheben und geben zu wollen. Das alles ist nur dank dem Höheren Licht möglich, das uns wie ein Magnet zusammenhält.

Und jetzt muss man diese Korrektur realisieren, damit sie sich in allen unseren Wünschen ausdrückt. Insgesamt muss man in 50 Tagen von Pessach bis Shawuot 49 Sefirot korrigieren, aber wenn 33 Sefirot schon korrigiert sind, braucht man nicht mehr daran zweifeln, dass wir unsere Korrektur vollenden werden. Danach wird uns nichts mehr aufhalten.

Es ist bekannt, dass vierundzwanzigtausend Schüler von Rabbi Akiva an einem Tag an einer Epidemie gestorben sind. In ihnen ist so ein großer Egoismus zum Vorschein gekommen, dass sie anstelle der Liebe zum Nächsten, was der Lehrer geboten hat, in einen grundlosen Hass gefallen sind. Und deswegen konnten sie das Licht der Korrektur, das sich in diesen Tagen offenbaren sollte, nicht aushalten und sind gestorben. Nur an dem Tag Lag ba-Omer wurde die Epidemie beendet und die Schüler starben nicht mehr.

Von allen Schülern Rabbi Akivas ist nur eine kleine Gruppe unter der Leitung von Rabbi Shimon übrig geblieben. In dieser Gruppe waren zehn Menschen, die sich wie zehn Sefirot verbinden konnten und dank dieser Verbindung das Buch Sohar  geschrieben haben; das wichtigste kabbalistische Buch, ein Kommentar zum Pentateuch in der Tora.

Jedes Mal haben sie das Licht erhalten, das zur Quelle zurückführt, und sich mit seiner Hilfe korrigiert und ihre Korrekturen und Offenbarungen haben sie aufgeschrieben. Das bedeutet Kommentar zur Tora. Das eigentliche Licht zu beschreiben ist unmöglich. Aber wenn es die Wünsche beleuchtet, die nach Einheit streben, dann offenbart es neue Formen der Vereinigung. Und auf diese Weise offenbart es sich, das bedeutet – die Tora offenbart sich.

Es gibt eine Verbindung zwischen der spirituellen Wurzel und den materiellen Festen, und deswegen gibt es in unserer Welt Tage, da erscheint ein stärkeres, allgemeines Licht.

Deswegen muss man diese besondere Zeit des Feiertages Lag ba-Omer nutzen und mit allen Kräften versuchen, die Verbindung zu erreichen. Denn das ist der günstigste Moment dafür – alle Bedingungen sind auf die Korrektur ausgerichtet. Die Gruppe von Rabbi Shimon hat zu ihrer Zeit die Korrektur der zehn Sefirot geschafft. Aber jetzt muss die ganze Menschheit diese zehn Sefirot erreichen und dann offenbart auch sie diese Wünsche und die Lichter, den  gleichen Zustand. Die Tatsache, dass sich das Buch Sohar nach mehreren Jahrhunderten der Verborgenheit offenbarte, spricht dafür, dass unsere Wünsche schon für die Endkorrektur bereit sind, das wir in der Generation Mashiach leben.

Rabbi Shimon ist am Tag des Lag ba-Omer gestorben. Aber der Abgang des Gerechten aus dieser Welt ist kein Trauertag, sondern ein Feiertag, weil es dem Guten in der Welt dient, weil die Seele des Heiligen auf eine noch höhere Stufe aufstiegen ist, die wir nicht einmal erahnen können.

Lag ba-Omer ist ein Feiertag der Kabbalisten, ein Feiertag des Höheren Lichtes, das kommt und das sich in den Seelen der Menschen verwirklichen muss. Das ist nämlich das Licht, das in den vierundzwanzigtausend Schülern von Rabbi Akiva dank deren Verbindung existierte. Und dann, als sie ihren Egoismus nicht überwinden konnten und spirituell gestorben sind, verschwanden sie. Wie die Geschichte erzählt, starben sie deswegen auch physisch, an einer Epidemie. Dieses ganze Licht hat die Gruppe von Rabbi Shimon unter sich offenbart, sie ist auf 125 Stufen der spirituellen Leiter aufgestiegen, hat darüber in dem Buch Sohar geschrieben und das Buch bis zu unseren Tagen verborgen.

In unserer Zeit hat sich das Buch Sohar offenbart und mit dem Kommentar von Baal HaSulam wurde es unter dem Namen „Sulam“ (Leiter) vervollständigt. Dank dieser Ergänzungen können wir uns nach und nach dem Buch Sohar annähern und es offenbaren, bis wir alle 125 Stufen bis zur vollkommenen Korrektur erreichen.  

Aus dem Unterricht zum Thema „Feiertag Lag ba-Omer“, 14.05.2017

[#206759]

Gedanken und Wünsche

Baal HaSulam, Shamati 153: Der Gedanke hat allerdings eine besondere Aufgabe: er vergrößert den Wunsch.  Der Wunsch bleibt an seiner Stelle; er hat keine Kraft, sich auszudehnen und eine Handlung zu vollziehen. Doch weil der Mensch an eine Sache denkt, darüber nachsinnt und der Wunsch den Gedanken um Ratschläge bittet, damit sich der Wunsch verwirkliche, so wächst und verbreitet sich dadurch der Wunsch und entfaltet aktiv seine Wirkung…

Unsere Gedanken können sich erweitern oder vermindern, gemäß dem, worüber wir nachdenken und womit wir uns beschäftigen. Wenn ich an dem Gedanken über etwas festhalte, dann wachsen und entwickeln sich meine Wünsche hinsichtlich dieser Sache und ich lebe bereits in ihnen und ich beginne mit ihnen zu arbeiten.

Frage: Wenn ich den Wunsch habe, mich selbst zu füllen, und all meine Gedanken sind automatisch auf dieses Ziel ausgerichtet, dann kann ich nicht über etwas nachdenken, was meine Wünsche nicht erfüllt. Aber die Wünsche sind unter der Kontrolle des Schöpfers. Er erschuf sie und deshalb ist alles unter Seiner Kontrolle und Herrschaft. Also wo ist meine Freiheit?

Antwort: Nur im Beschleunigen deiner Entwicklung. Wenn du in der richtigen Gesellschaft bist, und sie beeinflusst dich auf korrekte Weise, dann beschleunigst du die Entwicklung deiner Wünsche. Der Schöpfer kann dann stärker auf dich einwirken; deine Wünsche werden dich schneller verändern, und auf diese Weise wirst du beginnen, immer schneller in der korrekten Richtung dem gewünschten Ziel entgegen, voranzuschreiten. Alles ist vorherbestimmt, aber die Geschwindigkeit und Art der Bewegung wird optimal sein.

Kommentar: Die ganze Korrektur besteht in der Tat darin, dass du an andere denken musst, aber ich kann nicht an andere denken, weil ich diesen Wunsch nicht habe und deshalb fehlen mir derartige Gedanken.

Antwort: Wenn du dadurch, dass du dich in der richtigen Gesellschaft befindest, das Umgebende Licht auf dich ziehst, dann werden Wünsche und Gedanken in dir auftauchen, die bestimmen, das es lebensnotwendig ist, mit dem Schöpfer in Kontakt zu sein.

Frage: Das bedeutet, dass es unmöglich ist, deine Gedanken und Wünsche zu verändern, ohne die Kraft des Schöpfers, ohne Seine Hilfe.

Antwort: Nein. Ohne die Hilfe des Schöpfers bleibt der Mensch ein Biest.
Aus der russischen Kabbalalektion 1/15/17

[206428]

Ergreife das Ende des Fadens, das zum Schöpfer zurückkehrt

Tora, Deuteronomium 17, 8-10: Wenn dir eine Sache unbekannt ist für den Rechtsspruch, zwischen Blut und Blut, zwischen Recht und Recht, und zwischen Schaden und Schaden, von den Streitsachen in deinen Toren; so mache dich auf und gehe nach dem Orte, den der Herr, dein Gott erwählen wird. Und begib dich zu den Priestern, den Leviten oder zu dem Richter, der in selbigen Tagen sein wird, und frage nach, dass sie dir künden den Ausspruch des Rechts; Und du tue gemäß dem Ausspruch, den sie dir künden werden von dem Orte aus, den der Herr erwählen wird, und beachte zu tun, ganz so wie sie dich unterweisen.

Ein Mensch kann sich niemals selber entscheiden wie er handelt. Die Lösung des Problems kann nur auf der nächsten Stufe gefunden werden: entweder auf der Stufe der Leviten (Aufstieg zu Bina), oder auf der Stufe von Cohanim (Aufstieg zu Chochma). Dies ist der einzige Weg, auf dem wir Stärke für unsere eigene Korrektur ansammeln können.

Es steht geschrieben: „Wenn dir eine Sache unbekannt ist für den Rechtsspruch, zwischen Blut und Blut, zwischen Recht und Recht, und zwischen Schaden und Schaden…“ Es geht dabei um die Überprüfung der Eigenschaften eines Menschen; schließlich weiß er nicht, was ihn antreibt: richtige oder falsche Eigenschaften, oder richtige oder falsche Gedanken. Es ist nicht bekannt, wo sich sein Egoismus verbirgt, wie er ihn anstiftet und ihm eine Art von Bestechungsgeschenk gibt.

Deshalb sollte jeder immer auf solch eine Stufe aufsteigen, wo er über seine Taten und Absichten mithilfe eines äußeren Maßstabs entscheiden könnte. Dafür ist eine besondere Kraft erforderlich: die nächste Stufe, der Aufstieg zu ihr, die Akzeptanz ihrer Eigenschaften und Ratschläge, sodass sie den Menschen ändern, erproben und unterwerfen möge. Dann wird er sicher sein, dass er sich korrekt fortbewegt.

Auf diese Weise schreiten wir voran in einem ständigen Widerspruch „zwischen Blut und Blut, zwischen Schaden und Schaden“. Wie sonst? Wenn ein Mensch von Beginn der Schöpfung bis zu ihrer vollständigen Korrektur ein Egoist ist, dann wird ein immer größerer Egoismus in ihm enthüllt.

Sagen wir, du hast dich selbst zu 90% korrigiert, aber die enthüllten 91%, die korrigiert werden müssen, sind größer als alle vorausgegangenen. Deshalb kannst du dich auf nichts verlassen, und jedes Mal befindest du dich in einem absoluten Unverständnis, wunderst dich, und bist über alles, was dir passiert, erstaunt.

Jedes Mal verschwindet der einzigartige, freundliche Schöpfer völlig aus deinen Sinnen, und an Stelle von Ihm gibt es eine Vielzahl aller möglichen Hasser, Verräter und boshaften Hunden. All dies musst du wieder in Beziehung mit dem Schöpfer bringen, um wegen des Mangels an Verbindung mit Ihm aufzusteigen. Das heißt, dies sind Eigenschaften, die eigens in dir erschaffen sind, damit du näher zum Schöpfer kommen mögest. Du hast keine Wahl.

Alles ist so erstaunlich angeordnet, dass du widerwillig, bewusst oder unbewusst, oder als Ergebnis von großen Problemen, Sorgen, schlaflosen Nächten, Suchen und inneren Kämpfen mit dir selbst, schließlich das Ende dieses Fadens ergreifst, das dich zur Einzigartigkeit des Schöpfers und Seiner absoluten Güte zurückbringt.

Derart ist der Weg der Bewusstwerdung – einerseits beängstigend und andererseits schön – weil du auf der Stufe des Schöpfers geboren bist und Ihm ähnlich wirst.
Aus KabTV “Geheimnisse des Ewigen Buches” 8/24/16

[200170]

Alles offenbart sich in der Einheit

Frage: Auf welche Weise wird unsere Verbindung zur Grundlage für die Offenbarung der spirituellen Stufen?

Antwort: Jede Stufe ist eine Welt, die du wahrnimmst. Die Welt, welche aus der Verbindung zwischen allen Seelen gewebt ist. Die Grundverbindung, welche aus der Welt der Unendlichkeit entsteht, verminderte sich nach und nach bis sie zersprang und in unserer Welt völlig zerbrochen wurde. Von hier aus beginnen wir wieder mit dem Aufsteigen auf dieselbe Stufen der Verbindung. Du muss nur diese Verbindung offenbaren. 

Das „Material“ für die Seelen ist das Verlangen zu empfangen, und die Verbindung zwischen ihnen ist dieses System, welches wir erforschen. Die Zehn Sefirot, die spirituellen Parzufim, sind nur die unterschiedlichen Arten der Wechselwirkung der Seelen zwischen einander. 

Im Grunde genommen entsteht daraus ein Ganzes, wenn wir zur Welt Malchut der Welt der Unendlichkeit aufsteigen und alle diese Verbindungen mit Geben durchdringen, ohne jegliche Grenzen und Mängeln. Dann verschwindet der Widerstand in den Übergängen zwischen uns und die Verbindung wird mit unendlichen Geschwindigkeit realisiert. Das ist der Zustand der Unendlichkeit.

Die Verschmelzung bedeutet, dass das, was ich habe auch du augenblicklich besitzt und umgekehrt. Solche Kommunikation ist grenzenlos, sie ist nicht durch Zeit und den Widerstand des Egoismus begrenzt. „der Widerstand“ zwischen uns verschwindet und unsere Verlangen agieren frei in ihrem vollen Volumen miteinander. 

Frage: Wie muss sich das während der Seminare offenbaren?

Antwort: Unsere Verschmelzung während der Seminare ist eine Anstrengung. Wir möchten miteinander so eng verschmelzen, wie wir uns nur vorstellen können. Damit jeder dabei  das Gefühl des „Ichs“ verliert und wir ein einzelnes Verlangen spüren, eine Absicht, ein Ganzes. Aus diesen Bedingungen heraus, aus dem Punkt der Einheit überlegen wir uns die Lösung der Frage, die uns der Lehrer gestellt hat. Die Antwort verbirgt sich genau dort, in der Verbindung.

Dazu streben wir während des Seminars an, mithilfe der Verbindung die Antwort zu finden. Jedes Mal während der Suche nach der Lösung möchten wir sie genau dank der Verbindung finden, ohne jegliche Logik anzuwenden. Wir werden dabei nicht die Worte der Kabbalisten logisch überprüfen und analysieren.

Ohne Verbindung macht es keinen Sinn, sich in einen Kreis zu setzen. Wozu brauchen wir dann den Kreis? Für ein kluges Gespräch oder eine wissenschaftliche Diskussion? Nein, unsere Aufgabe ist nur, zwischen uns die Verbindung zu realisieren auf dem Niveau der Gefühle, damit diese Verbindung neue Eigenschaften erschafft. Dann wirst du in der gemeinsamen Wahrnehmung die Lösung sehen. 

Das Seminar ist dazu da, um ein gemeinsames Gefäß zu erschaffen, welches zu einer höheren Stufe gehört. Wir versuchen mit aller Kraft, sie zu erreichen. Wenn wir aber keine Lösung finden, haben wir versagt. Es ist sinnlos, während des Seminars an die Verbindung zu erinnern, denn sie muss zu einer grundsätzlichen Einstellung werden.

Aus dem Unterricht nach Rabasch Artikeln, 13.07.2012

[#83843]

Versklavung durch den Pharaoh

Baal HaSulams „Kommentar zur Pessach Haggada“ (Aus dem Artikel „Dies ist für Juda“): „Dieses Brot, das unsere Väter im Lande Ägypten aßen“ (Die Pessach-Haggada): …daraus folgt, dass ihnen die Mizwa, eine Matza zu essen, gegeben wurde, als sie noch versklavt waren und der Zweck der Mizwa war für die Zeit der Erlösung, weil sie dann in Eile weggingen.

Dies geschieht immer, wenn wir die gegenwärtige Stufe verlassen und von einem Zustand in den nächsten überwechseln: versklavt in Ägypten, beherrscht durch unser Ego, dem Pharao, unserem störrischen „bösen Trieb“, der uns gefangen hält und uns davon abhält, uns über unseren Neid, unseren Hass, unsere Lust und Begierde zu erheben.

Wie sehr wir es auch versuchen mögen, können wir uns noch nicht über diese egoistischen Eigenschaften erheben und fesseln uns selbst, was der Stufe, die dem Exodus aus Ägypten vorausgeht, entspricht. Wir sind noch immer nicht fähig, zu „einem Mann mit einem Herzen“ zu werden und die Bürgschaft einzuhalten, so dass die integrale Kraft der Liebe und des Gebens, die wir als Schöpfer bezeichnen, enthüllt wird.

Während wir also noch immer durch den Pharao versklavt sind, müssen wir uns den nächsten Zustand vorstellen und damit spielen, wie Kinder, die erwachsen sein spielen. So müssen wir versuchen, das Leben eines „spirituell Erwachsenen“ spielen.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Unterrichtes, 18.04.2011, „Dies ist für Juda“

Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?

Frage aus Facebook: Was bedeutet „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich“? Das widerspricht dem, was Sie immer sagen: „Es gibt nichts außer Ihm“.

Antwort: Wenn wir darüber nachdenken, dann ist es tatsächlich wahr: wenn ich nicht für mich bin, wer wird mir dann helfen. Ein Mensch muss sich um sich selbst in dem Maß kümmern, wie er es zum Leben braucht und um normal zu funktionieren.

Und darüber hinaus kümmert er sich um das Wohl der anderen. Das geht aber erst, wenn er sich mit dem Lebensnotwendigen versorgt hat, denn „ohne Mehl gibt es keine Tora“.

Frage: Wo passt der wichtigste Grundsatz „Ws gibt nichts außer Ihm“ in diese Gleichung?

Antwort: Nach diesem Grundsatz sollten wir wie folgt handeln: An mich selbst muss ich nur in dem Maß denken, mich um das Lebensnotwendige zu kümmern und nicht mehr als das. Und ich sollte alles darüber hinaus (über das Lebensnotwendige hinaus) anderen geben, weil mich die Höhere Lenkung dazu verpflichtet.

Schließlich gibt es nichts außer Ihm, außer der höheren Lenkung, der wir untergeordnet sind, und wir sollten all ihre Bedingungen erfüllen, um angemessen zu leben.

Aus KabTV “Neues mit Michael

[202759]

Megilat Esther

Der folgende Abschnitt ist ein Auszug des Artikels von Rabash über den Feiertag von Purim, „Verhüllung und Enthüllung”:

„Dunkelheit ist das babylonische Exil, in welches sich das Volk Israel selbst gebracht hat, da der Schöpfer (Seir Anpin) schlief. Der Sünder Haman, welcher ein großer Sterndeuter war, warf das Los (Pur), um das Schicksal zu bestimmen. Haman und seine zehn Söhne sind die zehn Klipot (unreinen Kräfte), da er wusste, dass der Schöpfer schlief und somit Seine Höhere Lenkung das Volk Israel (all jene, die zum Schöpfer streben) nicht beschützte. Daher dachte Haman, dass nun die Zeit gekommen sei, um das Volk Israel zu vernichten.

Haman ist unser ganzer Wille zu empfangen, welcher im Gegensatz zum gesamten Licht von Chochma steht. Er weiß, dass das Licht sich offenbaren wird, aber was er nicht weiß, ist, dass dies nur in der mittleren Linie geschehen kann und später sogar wieder zurückgenommen wird, wenn der Übergang in den Zustand der ersten Einschränkung (Zimzum Alef) geschieht. Malchut vereinigt sich mit Seir Anpin in der mittleren Linie und sie steigen zu Bina auf, wo sie den Zustand der Endkorrektur erreichen.

Die Vernichtung des Volkes Israel bedeutet die Vernichtung der Absicht „um zu geben”, welche den Menschen daran hindert, das Licht von Chochma auf egoistische Weise zu empfangen. Mordechai ist die Absicht des Gebens, aber wenn er alleine handelt, ohne die Verlangen von Haman, so ist dies nur Geben in der Absicht um zu geben. Das heißt, dass er das Licht von Chochma zurückweist, damit dieses sich nicht enthüllt.

In anderen Worten, wenn der Mensch nicht in der mittleren Linie arbeitet, dann werden auch seine besten Handlungen des Gebens seinen Weg der Entwicklung nur blockieren. Daher braucht Mordechai die Verbindung mit Haman. Wenn sie beginnen, miteinander zu streiten (ein Streit zwischen der Absicht des Gebens und dem egoistischen Verlangen), fangen sie an zu verstehen, in welchem Ausmaß sie fähig oder nicht fähig sind, sich zu verbinden.

Die Absicht des Gebens macht es möglich, die Verlangen Hamans zu benutzen. Dennoch werden diese tatsächlichen Verlangen nicht erfüllt werden und das führt dazu, dass ein Konflikt zwischen Mordechai und Haman auftritt. Die Geschichte beschreibt, wie ein Mensch die richtige Einheit zwischen zwei streitenden Kräften oder zwei gegensätzlichen Absichten erschaffen kann. Sie beschreibt auch die Schlachten, Verwirrungen und Zweifel, welche uns auf dem Weg der Korrektur erwarten, bis wir die richtige Methode finden.

Dies ist es, worüber in „Megillat Ester” (die Rolle der Esther) erzählt wird.