Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Körper und Seele'

Generationskonflikt Teil 3

Frage: Aus welchen Gründen sind Freundschaft und Verbindung zwischen den Generationen möglich? Gibt es solche Dinge, die nicht von Zeit und Alter abhängen?

Antwort: Nur die Seele, die ewig ist, ist nicht von der Zeit abhängig. Der ganze Rest ist befristet. Nur die Seele kann sich gemeinsam zwischen den verschiedenen Generationen befinden, da hier wirklich einer für alle gilt. Für die Seele ist es egal, welcher Generation du angehörst: Babyboomer, X, Y, Z oder A.

Die Seele wird für alle zukünftigen Generationen immer die eine sein; sie ist höher als die Zeit und höher als Leben und Tod. Die Seele wird in allen Generationen, aus der Zeit der Dinosaurier, sogar des Urknalls, als wir in Form von winzigen Teilchen des Verlangens existierten, bis heute und bis zum Ende der Korrektur, allen gemeinsam sein. Darum gibt es nur in der Entwicklung der Seele ein gemeinsames Interesse oder eine Grundlage, auf der wir zusammenarbeiten, uns gegenseitig unterstützen und einander brauchen.

Frage: Bedeutet das, dass die Seele etwas Unveränderliches und Ewiges ist, was alle Generationen zusammenführt? Aber was ist die Seele und wie entwickelt man sie?

Antwort: Die Seele ist ein besonderes Verlangen eines Menschen, sich nicht in sich selbst zu spüren, sondern außerhalb von sich selbst. Solch ein Verlangen kann in euch entwickelt werden, indem ihr in einer Gruppe arbeitet, welche die Methode der Kabbala nutzt, die euch erlaubt, euch über euren eigenen Egoismus zu erheben. Dann werde ich die Welt nicht, wie ich es sonst wahrnehme, verzerrt von meinem Egoismus her sehen, sondern so wie sie wirklich ist – außerhalb von mir.

Ich passiere sie, wie durch einen Filter durch eine kleine Gruppe und beginne die Welt so zu sehen, wie sie nicht durch meine Selbstsucht getrübt wird. Das ist eine völlig andere Wirklichkeit, die spirituelle Welt genannt wird. Meine Seele ist die Wahrnehmung der spirituellen Welt.

Die Seele zu entwickeln bedeutet, in sich die Fähigkeit zu entwickeln, über seinem Egoismus zu stehen. Egoismus ist der Wunsch, alles in mir aufzunehmen, was mich daran hindert, die Welt außerhalb von mir zu fühlen.

Frage: Es stellt sich heraus, dass die Beziehung zwischen Eltern und Kindern in zwei Bereiche unterteilt ist. Einer ist äußerlich und ist nur eine materielle Sicherheit: Kinder füttern, sie ankleiden und alles Notwendige für ihre Existenz zu liefern. Es gibt aber auch noch eine innere Verbindung, welche das Materielle übersteigt. Gibt es in diesem inneren Bereich keinen Abstand zwischen den Generationen?

Antwort: Wir treffen uns alle außerhalb der spirituellen Welt, jenseits des anti -egoistischen Filters. Wir verlassen alle unsere kleinlichen, egoistischen Launen, die sich auf der tierischen Stufe und auf der Stufe der Menschen dieser Welt befinden. Die tierische Stufe ist das Verlangen nach Nahrung, Sex, Familie und die menschlichen Verlangen sind Geld, Macht und Wissen. All das lassen wir zurück und es bleiben nur die Verlangen der Seele zurück.

 

Von Kab TV „Ein neues Leben“ 18/4/17

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Damit Er bei dir keine Blöße sieht

Weil Gott, der Allmächtige, durch dein Lager geht, um dich zu erlösen und deine Feinde vor dir niederzuschlagen: dein Lager muss heilig sein, damit Er bei dir keine Blöße sieht und von dir zurückweicht. [Tora, Dwarim, „Ki Teze“].

In der Tora existiert eine Vielzahl von Gesetzen, die dem Menschen verbieten, nackt zu sein. Tag und Nacht soll er mit Kleidung bedeckt sein und sich erst dann entblößen, wenn er in die Mikwa (ein Becken für die Waschung) reingeht. Dafür gibt es auch bestimmte Regeln. Es geht nicht darum, dass man physisch sauber sein muss, obwohl das auch eine Bedeutung hat. Vielmehr sagt uns das, dass alles mit der spirituellen Waschung des Körpers in Übereinstimmung sein muss. „Der Körper“ ist ein Verlangen. Deswegen spricht die Tora darüber, wie man das Verlangen von den unreinen Schichten der egoistischen Absichten reinigt, damit man diese Verlangen nutzen kann, sobald sie die richtigen Absichten fürs Geben haben. Deswegen, presst all „die Exkremente“ aus dem Verlangen heraus, begrabt sie in der Erde und wascht euch. Es ist empfehlenswert, sich nicht abzutrocknen, sondern sich nur zu waschen. Apropos, dieses Gesetz ist bis in unsere Zeit in vielen asiatisch-russischen Völkern und in südlichen Ländern erhalten geblieben. Ich war öfters in Aserbaidschan, in Baku, wo in jedem WC ein Gefäß mit Wasser vorbereitet ist.

Es ist richtig, dass das, was der spirituellen Gesundheit entspricht, auch der physischen Gesundheit entspricht. 

Deswegen kann man nicht sagen, dass irgendeine spirituelle Handlung der physischen Handlung einen Schaden zufügen könnte. Zum Beispiel treten bei den Völker, welche kein Brit (Beschneidung) durchführen, bei 20 -30% der Männer Krebserkrankungen auf. All das ist natürlich miteinander verbunden.

Frage: Kommt koscher auch der Gesundheit zugute?

Antwort: Ich finde, dass koscheres Essen eine absolute Wohltat ist. Wir können das noch nicht verstehen, weil wir nicht genügend Wissen darüber besitzen, warum es verboten ist, Schweine und Kamele zu essen.

Von wissenschaftlicher Seite aus betrachtet ist es nicht ungesund.

Doch es ist die Auswirkung der spirituellen Wurzel und wir werden irgendwann den Grund dieses Ereignisses offenbaren (wenn das überhaupt nötig ist). Alles kommt aus der spirituellen Welt, und wenn du die spirituellen Verbote übertretest, kommt es unmittelbar zu falschen Ergebnissen in unserer Welt.

Frage: Wieso ist es verboten nackt zu sein?

Antwort: Der Mensch muss ständig bekleidet sein, weil die Kleidung die Korrektur des Körpers symbolisiert. Die Kleidung ist die Schale, so wie der Schirm. Der Körper symbolisiert das Verlangen, welches mit dem Schirm bedeckt sein muss. Deswegen können manche Stellen des Körpers frei sein und andere verhüllt. Die notwendige Verhüllung dieser Teile bedeutet, dass auf diese Verlangen der Seele ein Schirm (Massach) erbaut werden muss. Das Gesicht des Menschen ist immer offen, weil es der Inbegriff der drei höheren Sefirot (Strahlende) ist, die das Licht Chochma ausstrahlen. Dabei muss der Kopf im Prinzip bedeckt sein. Die Kipa ist eine kleine Angleichung an die spirituellen Kriterien. Tatsächlich haben früher alle Männer den Kopf mit einem Tuch umwickelt oder haben ihn mit allen möglichen Überwürfen, wie z.B. dem Tallit, bedeckt. Die Frauen haben sich in lange Gewänder gekleidet, aber nicht in schwarze Gewänder, sondern in Weiße. 

 

Aus dem TV Programm „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“

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Altruismus – das Grundgesetz der Natur

Wir befinden uns in dem speziellen System, das „Natur“ oder „Schöpfer“ genannt wird, was ein und dasselbe ist.

Dies ist ein geschlossenes, perfektes und konstantes System. Die Menschheit empfängt davon Reaktionen und Einflüsse und entwickelt sich dadurch immer weiter. Das System arbeitet an uns. Es versucht uns in Übereinstimmung mit sich zu bringen, damit wir das Gefühl bekommen, durch unsere bewusste Entscheidung und Arbeit der Natur ähnlich und ein integraler Teil davon zu werden.

Ein Mensch sollte ein Meister dieses Systems sein – alle Menschen als ein Geschöpf. Um ein vollkommenes System der Natur zu werden, müssen wir uns zu einem Ganzen verbinden. Gegenseitiges Geben, gemeinsame Verbindung und Unterstützung, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist das Gesetz dieses einzigen Systems. Es arbeitet an uns, um uns zu seinem Zustand zu bringen.

Aus diesem Grund ist das Gesetz der Nächstenliebe ein zwingendes, dessen Entwicklung unabhängig von unserem Wunsch oder Widerstreben auf uns wirkt. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, wie wir dieses Gesetz erfüllen können und wie wir einen guten Weg der Übereinstimmung zwischen Schöpfer und Geschöpf finden, um voran zu schreiten. So wird unsere Entwicklung rasch und angenehm sein.

Früher oder später nähern wir uns – ob durch einen guten oder schlechten Weg – immer näher an die Eigenschaften dieses Systems der Natur an. Wir sehen, dass sich die Welt ständig verändert. Jedes Mal , wenn wieder aufgedeckt wird, dass die fortgeschrittenen Staaten die festgelegten gesetzlichen Bedingungen endlich erfüllen sollten. Altruismus ist eine allgemeine Verbindung, die sich über alle Unterschiede hinwegsetzt und die Basis der Natur bildet. Es sollte genauso auf die Menschen übertragen werden.

Unbelebte Materie, Pflanzen und Tiere haben keine Wahlfreiheit. Ein Mensch muss dieses Gesetz verstehen und damit einverstanden sein; selbst wenn er die Möglichkeit hat, etwas anderes zu wählen, sollte er trotzdem das altruistische Gesetz der vollständigen Verbindung mit anderen bevorzugen. Der Altruismus ist der Endzustand, zu dem wir durch die Evolution gelangen werden. Auf dem Weg dorthin passieren wir immer zwei Zustände, zwei Linien. Wir betreten die linke Linie und empfinden Leiden und Schwierigkeiten; dann verstehen wir, dass dies erforderlich ist, um uns rasch mit der rechten Linie zu verbinden.

Die Menschheit bewegt sich auf diese Weise: Manchmal entstehen brutale Regimes, ein anderes Mal freundlichere und barmherzigere. Nach und nach löst sich Böses und Gutes ab, bis man schließlich nach all den Leiden zum Zustand gelangt, wo es reicht und man endlich fähig wird, sich vollständig zu verbinden.

Frage: Warum reagiert das System auf das menschliche Verhalten so kompliziert? Ein Staat agiert auch nicht integral und das System schlägt ein anderes Volk. Alles ist so verwirrend, es ist schwierig voranzuschreiten.

Antwort: Tatsächlich wird der Fortschritt nicht entsprechend unserem Verstand und unseren Gefühlen gemessen, sondern in Übereinstimmung mit der Ursache und dem Sinn für die höhere Stufe, die als „Glaube über den Verstand“ bezeichnet wird. Schließlich schreiten wir aufgrund der höheren Naturkräfte voran. Warum ist es so organisiert, dass wir auf diesem Weg nichts sehen können?

Die Kabbalisten erklären es so: Hätten wir die Möglichkeit, alles zu sehen, würden wir niemals zu einer höheren Stufe aufsteigen. Wir würden nur den materiellen Horizont in unserer Stufe verlängern. Um die nächste Stufe zu erreichen, ist es notwendig, unser inneres Arbeitsprogramm, unsere Wünsche, Absichten und Gedanken, zu verändern. Es ist unmöglich, dies mit den herkömmlichen Wahrnehmungen und Motiven umzusetzen. Wir müssen Kraft von oben erhalten und uns ständig mit dieser Hilfe verbessern.

Mit den Werkzeugen, die wir derzeit haben, können wir keine spirituelle Entwicklung empfangen. Wir können uns nur materiell entwickeln. Es gibt schlaue, dumme, starke, schwache, erfolgreiche Menschen und Verlierer; nichts bezieht sich auf die qualitative Entwicklung.

Die qualitative Entwicklung ist der Übergang zur nächsten Stufe. Es ist wie der Unterschied zwischen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe oder wie zwischen einem Fisch, einem Käfer, einem Hund und einem Mensch. Das bedeutet, es gibt eine qualitative Entwicklung in der Wahrnehmung der Realität oder genauer gesagt an die Annäherung an die höhere, alles lenkende Kraft. Solch eine Entwicklung nähert die aktuelle Stufe mehr und mehr an die höhere Stufe an, daher können wir den qualitativen Aufstieg nicht durchführen.

Wir verstehen und spüren die höhere Stufe solange nicht, bis wir zu ihr aufgestiegen sind. Ein Stein fühlt nicht, wie eine Pflanze lebt. Es gibt eine Verbindung zwischen den Stufen, aber nicht in unserem Verstand und Gefühlen. Gerade wenn ich meinen Verstand und meine Gefühle annulliere, kann ich einen kleinen Vorgeschmack auf die nächste Stufe erhalten. So wie der Stein eine Pflanze und eine Pflanze ein Tier nicht fühlt, so kann auch ein Mensch die höhere Kraft nicht bemerken. Nur wenn wir daran arbeiten, uns der höheren Kraft anzunähern, verursachen wir eine Reaktion und werden schließlich in Kontakt mit ihr kommen. 

Der Mensch erklimmt zum ersten Mal in der Geschichte die höhere Welt, die Leiter der Natur. Der Unterschied ist hier nicht derselbe, wie zwischen einem Stein und einer Pflanze, sondern ist von viel größerer Qualität.

Aus dem 3. Teil der täglichen Morgenlektion vom 12/1/17

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Purim ist nicht das jüdische Halloween

Purim ist ein großartiges Fest: erst die große Furcht vor der Vernichtung, und dann die Riesenfreude nach der Erlösung, die zum Schluß erfolgt. Dieses Fest wird außergewöhnlich groß gefeiert, vor allem auch weil die Vorschriften des Feiertags uneingeschränkten Alkoholkonsum vorschreiben, damit man „nicht mehr zwischen dem bösen Haman und dem gerechten Mordechai unterscheiden“ kann.

Purim ist ein Fest der Symbole. Seine Hauptbotschaft liegt darin, dass selbst der Inbegriff des Guten, Mordechai, dem schlimmen Übel, dargestellt von Haman, hilflos gegenübersteht. Einzig und allein die Einheit kann das Böse überwinden. Als Mordechai Esther anfleht, den König um Gnade zu bitten, sagt selbst sie, dass sie sie nicht retten kann, es sei denn, Mordechai versammelt alle Juden und sie fasten und beten für sie. Dann, wenn sie wieder vereint sind, bemüht sie sich nach Kräften und hat Erfolg.

Bemerkenswert sind auch die Kostüme, ein weiteres Symbol. Purim ist nicht die jüdische Version von Halloween. Die Verkleidungen deuten auf das Verbergen der Kräfte hin, die dieses Szenario innerhalb eines jeden von uns ausspielen.

In seinem Buch Shamati, Ich hörte, erklärt Rav Jehuda Ashlag, der Autor des Sulam (Leiter) Kommentars zum Buch Sohar, dass der König Gott darstellt; Esther, die jüdische Königin, stellt den korrigierten Wunsch, uns mit Gott zu vereinen, dar. Darum erscheint sie, nachdem Königin Waschti vom rechten Weg abkommt und der König sich von ihr scheiden lässt.

Sie wird Esther (Ester, Hebr.) genannt, vom hebräischen Wort Hastarah her, Verhüllung, weil ihre jüdische Identität noch verborgen ist. Sie wird erst enthüllt, wenn sie die Juden retten muss. Daher auch das Wort Megilla (Schriftrolle, Buch) vom hebräischen Wort Gilui (enthüllen). Darum wird der Handlungsablauf im Buch Esther als „verborgenes Wunder“ bezeichnet, um sprachlich darauf hinzuweisen, was für ein Wunder diese Offenbarung von Gottes Macht im Verborgenen ist.

Mordechai steht für die Eigenschaft von Barmherzigkeit. Er ist reine Güte und will nichts für sich selbst. Wenn zwei Diener den Mord des Königs planen und Mordechai ihn durch Esther warnt, belohnt der König ihn nicht sofort, und Mordechai will auch keine Belohnung oder Anerkennung dafür.

Gottes Plan, die Eigenschaft der Barmherzigkeit – Mordechai – als Herrscher des Königreichs (sprich, der Welt) einzusetzen, ist ein weiteres wichtiges Element, das in der Geschichte verborgen ist. Würde die Welt von der Barmherzigkeit, dargestellt von Mordechai, regiert, würden Menschen glücklicher sein, als wenn sie von der Boshaftigkeit, dargestellt durch Haman, regiert werden würden. Doch Mordechai hat nicht den Wunsch, zu regieren, da er nichts für sich selbst will, und ist ganz froh darüber, anonym zu bleiben.

Um Mordechai nun endlich zur Aufgabe des Herrschers zu zwingen, muss der König eine Bedrohung ins Spiel bringen, die groß genug wäre, um Mordechai zum Handeln zu bewegen: die drohende Vernichtung, die nicht nur Mordechai, sondern auch das gesamte Volk betreffen würde. Diese Bedrohung personifiziert Haman, der das Gegenteil von Barmherigkeit darstellt, nämlich den rücksichtslosen Wunsch, zu verbrauchen, zu besitzen, und ohne Rücksicht auf Andere zu genießen. Kurz gesagt, Haman ist reiner Egoismus.

Hamans Vorwand dafür, die Juden umzubringen, besteht darin, dass diese nicht vereint sind: „Es gibt ein gewisses Volk, verstreut und abgesondert“. Die Juden wurden zu einem Volk, als sie versprachen, „wie ein Mensch mit einem Herzen“ vereint zu sein. Haman beschuldigt sie, sich „nicht an die Gesetze des Königs zu halten“, was vollkommen Sinn macht, weil das Gesetz ihrer Gründung als Nation von ihnen Einheit verlangt. Wenn sie verstreut sind, dann halten sie sich nicht an dieses Gesetz. Wenn dieser Zustand eintrifft, werden sie überflüssig, und Haman sagt dem König, dass dieser sie loswerden soll.

Die Juden waren in Schrecken versetzt. Weder hatten sie eine Vorstellung, wie sie sich retten sollten, noch wussten sie, was sie verkehrt gemacht hatten, um den Tod zu verdienen. Dann kommt Mordechai und versammelt sie im Gebet um Esthers Erfolg, und sie folgen ihm. Dadurch vereinen sie sich wieder und werden erneut zu einer Nation, genau wie damals am Fuß von Berg Sinai.

Das macht den Vorwand von Haman ungültig, da sie nicht länger „verstreut“ sind, und somit auch nicht mehr gegen das Gesetz des Königs verstoßen. Auf selbstverständliche Weise wird an dieser Stelle das Urteil wiederrufen.

Die Charaktere in diesem Stück erzählen uns über die verborgenen Kräfte, die in uns als Individuen und zwischen uns Menschen wirken. Sie sind immer vorhanden und tragen unsere spirituelle Entwicklung. So wie sie damals Haman ins Leben riefen, so bringen sie immer wieder neue Hamans zutage. Heutzutage gibt es etliche von ihnen in jedem Land und heute wie damals besteht das Gegenmittel in der Vereinigung. Wenn wir uns vereinen, sind wir gerettet; vergessen wird dies, werden wir bedroht und sogar vernichtet.

Dies führt uns nun zu der großen Freude an Purim, wo uns befohlen wird, Alkohol zu trinken, bis wir nicht mehr in der Lage sind, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Denn wenn wir uns vereinen, verbreiten wir diese Einigkeit im gesamten Königreich, womit die gesamte Schöpfung gemeint ist. Indem wir uns vereinen, werden wir zum Licht für die Völker, und verbreiten das Licht der Vereinigung.

Wenn alle Menschen sich vereinen, dann muss man nicht mehr auf der Hut sein oder einander misstrauen, da dann alle Menschen Eins sind. In diesem Zustand wird es sogar überflüssig, zwischen Haman und Mordechai zu unterscheiden, und die Betrunkenheit ist das Symbol dafür.

Die Hamantaschen oder Hamentaschen (Jiddisch für Hamans Taschen) stellen die Korrektur der egoistischen Wünsche da, die stattfindet, sobald sich alle Menschen vereint haben. Aus diesem Grund sind sie auch süß gefüllt: das symbolisiert die Freude der Einheit in nicht selbstbezogenen Wünschen.

Zum Schluss: Purim lehrt uns, dass alles Leid als Folge unserer Uneinigkeit kommt. Wenn wir uns nicht vereinen, werden wir verfolgt, so wie im Exil von Babylon, während all der Verfolgungen, die wir in der gesamten Geschichte erlitten, und die wir auch heutzutage wieder fühlen. Mit Einigkeit sind wir jedoch heil und gesund und beschwipst. Also: Wenn alles schief geht, vereinigt euch!

Huffington Post, 2015

Ein System, das nicht im Verstand erfasst werden kann

Tora, Deuteronomium 14:21: Ihr sollt kein Aas essen. Ihr könnt es dem Fremden geben, der in euren Städten ist, dass er es esse oder verkauft es an einen Ausländer; denn ihr seid ein heiliges Volk dem Herrn, eurem Gott…

„Der Fremde, der in euren Städten ist“ sind Eigenschaften, die Sie nicht als die Ihren beachten, von denen Sie befreit sind und die Ihnen außerhalb der Grenzen Ihres Wunsches gesandt werden. Es sollte dennoch existieren, denn die ganze Welt befindet sich innerhalb eines Menschen.

In dieser Welt gibt es eine große Anzahl von Nationen und ethnischen Gruppen, die anderen Gesetzen und Bräuchen folgen. Warum? Es zeigt uns, woraus unsere Wünsche bestehen. Wir müssen daher verstehen, dass es hierarchisch eine Menge von allen möglichen Wünschen in uns gibt – von den unkorrigierten, die noch korrigiert werden müssen (heute befinden sie sich auf der Stufe der so genannten Nationen der Welt), bis hin zu den höchsten.

Die gesamte Hierarchie wird nur nach der Möglichkeit verwirklicht, die Wünsche zum Wohl der anderen zu verwirklichen. Ausländer und Fremde können entweder in Ihr Haus eintreten, das bedeutet die Wünsche, mit denen sie bereits für das Geben arbeiten, oder sie können draußen bleiben. Alles hängt davon ab, wie sie sich anpassen und korrigieren.

Frage: Können wir sie Klipot (unreine Wünsche) nennen?

Antwort: Klipot sind die Wünsche, die außerhalb Ihrer Stadt sind. Sie müssen noch genährt werden. Es gibt aber bestimmte Schritte bei deren Ernährung, die sich jedoch nur in dem Umfang offenbaren, wie sie für weitere Korrekturen und das Geben notwendig sind. Dies ist ein sehr ernstes, riesiges, globales System. Es ist unmöglich, es mit dem Verstand zu begreifen; man erfasst es nur innerlich, wenn es in den Sinnen auftaucht. Sie können schließlich das Ganze in Ihren Sinnen wahrnehmen, jedoch ist es unmöglich, es mit dem Verstand zu beschreiben.

Versuchen Sie doch, Ihre Beziehung mit der Gruppe oder Ihrer Familie zu beschreiben. Sie tragen sie in sich! Um sie nach außen darzustellen, bräuchten Sie zahlreiche Bände und könnten noch immer nicht alles beschreiben.

Frage: Ein Mensch denkt, dass dies alles sehr kompliziert ist. Wie können wir das aber erreichen?

Antwort: Es gibt nichts kompliziertes, wenn Sie versuchen, es mit Ihren Gefühlen und nicht mit Ihrem Verstand zu begreifen. Wenn ein Mensch versucht, alles in sich aufzunehmen, dann geschieht alles natürlich.

Von Kab TV „Geheimnisse des ewigen Buches“27/7/16

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Die drei Parameter des Glaubens

Frage: Die Grundlage aller Religionen ist Glaube, kein Wissen. Mehr oder weniger alle Religionen erstellen Einschränkungen und sogar Verbote für das Erfassen der Gesetze des Universums. Warum?

Antwort: Weil Religionen sich nicht mit der Offenbarung einer höheren Macht beschäftigen, sie besitzen solche Möglichkeiten nicht. Sie existieren in der Dunkelheit. Wenn die Menschen die wahre Wirklichkeit begreifen würden, gäbe es keine Religionen; nur die Kabbala würde bleiben.

Deshalb sind Religionen am blinden Glauben der menschen interessiert. Auf diese Weise unterdrücken sie die Entstehung von Fragen über den Sinn des Lebens bei den Menschen. Ein religiöser Mensch schaut fanatisch nach vorne und bewegt sich ohne jeglichen Fokus in den Augen.

Replik: Aber aus den Religionen entstand doch der Begriff des Glaubens.

Antwort: Nein, man nennt etwas „religiösen Glauben“, wann der Mensch bedingungslos alle Postulate übernimmt, ohne sie tatsächlich wahrzunehmen oder sie zu fühlen.

Frage: In jedem Fall ist dies eine menschliche Stufe. Ist es schwierig, diese Stufe zu überwinden und zu dem Glauben über den Verstand zu kommen?

Antwort: Dies ist keine Stufe, sondern es sind kontinuierliche Missverständnisse und bedeuten einen Schritt zurück. Es gibt drei Parameter des Glaubens: 1) Glaube unter dem Verstand, 2) auf dem Wissensstand und 3) Glaube über Verstand. 

Der Glaube auf dem Wissensstand ist, wenn ich das glaube, was ich sehe.

Der Glaube unter dem Verstand ist, wenn ich keine Beweise brauche. Ich akzeptiere, was mir gesagt wird, und handle wie ein kleines Kind. Es ist Religion, mir wird gesagt und ich glaube daran, ohne etwas zu überprüfen. 

Und es gibt den Glauben über dem Verstand; wenn ich mich über meinen Egoismus erhebe und beginne, das Geschehene zu begreifen. Damit beschäftigt sich die Wissenschaft der Kabbala. Daraus ergibt sich der Gegensatz von dem Glauben unter dem Verstand, der Religion, und dem Glaube über dem Verstand, der Kabbala.

In der Kabbala strebt man nach Wissen und nicht nach Glauben. In der Kabbala ist es notwendig, zu begreifen, zu berühren, zu riechen, wie ein kleines Kind, das alles in den Mund nimmt, um es zu „kosten“. So sollten wir es auch versuchen. Es wird dann Offenbarung der höheren Welt „Ta’amim“ genannt wird, was „Geschmack“ bedeutet und aus dem Instinkt kommt: Wir kosten alles über den Mund, als zuverlässigstes, treuestes und nahe liegendstes Gefühl.

Un dich kann keine Schokolade in den Mund nehmen und sie als bitter bezeichnen, nur weil Sie behaupten, dass sie bitter ist. So gibt es keinen Raum für den Glauben.

Aus der Lektion in Russisch, 24.01.2016.

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„Stein“ ist ein unbelebter Zustand

Und du sollst ihn steinigen, dass er sterbe, weil er dich von Gott, deinem  Allmächtigen wegstoßen wollte, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus dem Hause der Knechtschaft. (Tora, „Dvarim“Ree„, 13:11)

Frage: Was heißt „sollst ihn steinigen“?

Antwort: „Stein“ bedeutet, dass Sie auf nichts Rücksicht nehmen außer auf Ihren unbelebten Zustand. Dabei nehmen Sie auch keine Rücksicht auf jegliche Überzeugung des Egoismus, keine Eigenschaften, keine Tricks – und handeln deutlich gemäß der kabbalistischen Methode.

Sie müssen allen Anweisungen genau folgen, weder Ihren Augen noch Ohren, noch dem Verstand trauen. Dieses Leistungsniveau nennt man „domem“, was „Stein“, unbelebtes Niveau, bedeutet.

„Lev a-Even“ (Herz aus Stein) ist eine echte Hinrichtung, da als Stein bezeichnet wird, was nicht zu ändern ist. Sie nehmen Ihre Eigenschaften, die Sie nicht ändern können und verwenden sie, um in sich den bösen Trieb zu töten.

TV Programm „Geheimnisse des ewigen Buches“, 13.07.2016.

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Kabbala Blitz Tipps

Frage: Wie lernt man, in der Gegenwart zu leben und zu bleiben? Wie kann man den Verstand von dem Schmerz und den Erinnerungen an die Vergangenheit und von der Angst vor der Zukunft befreien?

Meine Antwort: Es bedeutet, dass Sie noch nicht das Höhere Licht durch Ihre Gruppe erhalten haben, sodass Sie keine Verbindung mit dem Schöpfer haben. Sobald Sie einen kleinen Verbindungspunkt mit dem Schöpfer einrichten, werden sofort alle Zweifel verschwinden und keine Fragen über Sie selbst auftauchen. Denn wenn Sie mit der höheren Macht, die alles bestimmt und Sie völlig unter Kontrolle hat, verbunden sind, müssen Sie sie nur mehr wahrnehmen. Sie werden sofort von Ihrem Egoismus befreit. Wir möchten diesen Zustand zuerst erreichen.

Frage: Ist unser Wissen eine Täuschung des Verstandes?

Meine Antwort: Es hängt davon ab, was Sie mit „Wissen“ meinen. Wissen ist, was wir in unsere Welt erkunden und auf den Ergebnissen dieser Forschung basiert, damit wir darin existieren können. Das ist kein Irrtum. Kabbalah begrüßt es.

Frage: Was passiert, wenn man ein Déjà-vu erlebt?

Meine Antwort: Es existieren viele verschiedene Ereignisse, die geschahen, passieren und noch geschehen werden, die auch vorhergesagt werden können. Es gibt nichts in einem Menschen, das umsonst passiert und ohne eigene Reschimot (Spirituelle Gene) bleibt. Deshalb existieren solche Phänomene wie Déjà-vu. Es hängt alles davon ab, in welchen Eigenschaften sie von uns wahrgenommen werden. Es kann sein, dass die spirituellen Gene noch nicht zum Ausdruck gebracht wurden, ihre Form noch nicht gefunden haben, weil der  Schirm fehlt und die Aviut (Stärke des Verlangens), das reflektierte Licht und so weiter genauso fehlen.

Frage: Selbstmitleid – kommt es auch aus dem Egoismus?

Meine Antwort: Selbstmitleid ist der Höhepunkt des Egoismus.

Frage: Was werden Sie tun, wenn Millionen Menschen zur Kabbalah kommen und hunderttausende Fragen gestellt werden?

Meine Antwort: Ich werde genauso vor der Kamera sitzen und in die ganze Welt übertragen. Anstatt zehntausend Studenten hören dann eine Million oder 100 Millionen zu. Das ist nichts Erschreckendes, ich habe keine Angst.

Frage: Warum ist die Gruppe so wichtig?

Meine Antwort: Weil wir in einer Etappe sind, wo wir das Höhere Licht durch die Arbeit der verbundenen Zehner heranziehen können, die zur Vereinigung streben. Das höhere Licht fängt an, durch sie zu leuchten und wird weiter an die ganze Welt übertragen.

Frage: Wie empfindet man das Licht?

Meine Antwort: Das Beste ist ein Gefühl der Verbindung mit dem höheren Sinn und mit der Kraft, die alles abdeckt.

Frage: Nur ewig Lebende können die höhere Welt erreichen. Wenn wir wüssten, dass wir ewig leben würden,  gäbe es dann keine Depression?

Meine Antwort: Was hat es mit dem ewigen Leben zu tun? Was ist die Dimension der Zeit? Der Herzschlag? So was gibt es nicht. Ihr Körper lebt 70-100 Jahre, aber das Leben ist eigentlich ewig, stellt jedoch einen Übergang von einem Zustand zu einem anderen dar. Also, keine Sorge. Es gibt hier keine Wahl.

Aus der Lektion auf  Russisch, 15.05.2016

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Arbeit im Zehner

Frage: Ich bin jetzt in einem virtuellen Zehner, der aus Frauen aus verschiedenen Zeitzonen besteht. Wir haben dabei aber sehr große Zeitunterschiede. Was sollen wir tun?

Antwort: Die Frau ist von jeglichem Unterricht, der mit der Zeit verbunden sind, befreit! Sie kann ruhig selbständig studieren, ohne Verbindung zu anderen Frauen. Und wenn sie eine freie Minute hat, kann sie sich mit anderen Frauen unterhalten, entweder auf Sviva Tova oder im Chat oder Skype u. a.

Frage: Ich habe gehört, dass man 6 Minuten stündlich in Gedanken dem Thema Arvut (Bürgschaft zwischen den Freunden) widmen sollte; bei den Frauen wie bei den Männern auch, in einem zeitlichen Abstand. Hat das einen Sinn?

Antwort: Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen, ich habe so etwas nie gesagt. Kein Mann und keine Frau sollen das tun. Sonst werdet ihr euch ständig unter Spannung befinden und schließlich werdet ihr alles hinschmeißen. Dieser Prozess muss harmonisch verlaufen und annehmbar für unser Leben sein. Stellt euch vor, dass der Straßenbahnfahrer seine Bahn jede Stunde für 6 Minuten stoppt; arbeitet er dann spirituell?

Jeder von euch muss die Arbeit in der für ihn passenden Zeit erledigen. Natürlich ist es gut, Schichtarbeit zu leisten, aber versteht bitte, dass ihr euch dabei in einer Anspannung befinden würdet. Das sind enorme mentale Anstrengungen. Und wofür?! Letztendlich führt es zu nervöser Verwirrung und anstatt eines guten Eindrucks von der spirituellen Arbeit werdet ihr die Last der Pflichterfüllung fühlen und euch in einem Zustand der Unruhe befinden. Das darf nicht sein!

Frage: Ich habe gehört, dass die Frauen genau wie die Männer im Zehner nach dem Unterricht und in der anderen Zeitzone die Werke von Rabasch lesen müssen.

Antwort: Trefft euch einmal pro Woche, wenn ihr alle einen freien Tag habt. Ihr fügt damit weder der Familie noch irgendjemandem anderen einen Schaden zu, und dann lest etwas. Macht euch eine Tasse Kaffee in häuslicher Atmosphäre, setzt euch ruhig an den Computer und lest zusammen mit den anderen den Artikel. Das ist Vergnügen und das ist gut.

Frage: Macht es Sinn, sich in gleichen Zeitzonen in den Zehnern zu verbinden?

Antwort: Wenn ihr euch nur am Wochenende trefft und das für euch günstig ist, verbindet euch von mir aus sogar in 10 Zeitzonen. Wenn es nicht möglich ist, tut es nicht. Die spirituelle Arbeit muss besonnen verlaufen! Sie muss systematisch und höchst bequem sein! Das Einzige, was unbequem ist, ist der Ausstieg aus dem Egoismus. Alles andere wird ohne Druck erfolgen. Man kann sich mit anderen auf dem Sofa liegend verbinden, weil wir innere Arbeit leisten. Deswegen macht es keinen Sinn, sich mit den Menschen aus verschiedenen Regionen und Zeitzonen zu verbinden (und dabei Arbeitszeit und Schlafenszeit unberücksichtigt zu lassen). Solch eine Verbindung kann nicht lange funktionieren. Der Mensch wird im Endeffekt abspringen. Die Arbeit in den Zehnern hat damit nichts zu tun.

Für die Zehner ist es genug, sich dreimal pro Woche für 15 Minuten zu treffen. Unsere Zehner in BB treffen sich 10 Minuten lang nach jedem Morgenunterricht und das war’s. Wenn es in eurer Region eine Möglichkeit gibt, sich abends für 10 Minuten zu treffen und etwas zu besprechen, sei es auch virtuell, dann ist das gut und das genügt. Das ist das Leben des Zehner.

Frage: Wir treffen uns aber nicht physisch, wir telefonieren jeden Abend miteinander, lesen den Artikel des Tages und realisieren unsere 6 Minuten. Jeder ist auf der Arbeit und konzentriert sich einfach darauf, dass er an die Zehner denkt. Das beeinträchtigt die Arbeit nicht. Muss man nun auf diese Übung verzichten und das, was Sie uns jetzt gesagt haben, befolgen?

Antwort: Ich kann einem Menschen während seiner Arbeitszeit nicht empfehlen, an etwas anderes zu denken. Ich weiß nicht, was dieser Mensch macht. Es könnte sein, dass er eine komplizierte, gefährliche Arbeit ausübt. Ihr interpretiert alles, was ich euch sage, auf extreme Art und Weise, was weit weg vom gesunden Menschenverstand ist.

Solche Anordnungen, dass der Mensch unter seiner spirituellen Arbeit leiden muss, existieren nicht. Er soll nicht leiden! Das Ziel der Schöpfung ist zu genießen, Genuss zu bereiten – nur im Geben.

Aus dem 6ten Unterricht des Kongresses im Krasnojarsk , 16.06.2013

Wenn die Wissenschaft schweigt, spricht die Kabbalah

Aus den News: „Wieso existiert das Weltall? Unser Erscheinen im Weltall ist ein kurioses Ereignis. Das Gehetze in unserem Alltag zwingt uns, unsere Existenz als etwas Selbstverständliches anzunehmen. Die Philosophen sind zu dem Anthropischen Prinzip (AP) gekommen. Dementsprechend erscheint unser Universum in dieser Form, weil wir als Beobachter in ihm existieren.“

Antwort: Die Ursache der ganzen Existenz ist der Gedanke. Der ist primär und erschafft die Materie bzw. das Verlangen, sich zu füllen. Der Gedanke übergibt diesem Verlangen (der Materie) seine Eigenschaften. Infolgedessen strebt die Materie (das Verlangen) danach, dem Gedanken und damit seinem Schöpfer gleich zu sein.

Frage: Ist unser Universum real? Woher sollen wir wissen, dass wir um uns herum die Realität sehen und nicht die größte Illusion, die eine unsichtbare Kraft erschuf? Könnte es sein, dass wir ein Produkt der absichtlichen Simulation sind und unsere Zivilisation eine Illusion ist? Was nehmen wir als „Realität“ an?

Antwort: Der Anfang zeigt sich in unseren Empfindungen und es gibt keine andere Möglichkeit, etwas außer uns aufzudecken. Die Kabbalah entwickelt in einem Menschen die Möglichkeit, etwas außerhalb von sich zu fühlen – „Glaube über dem Verstand“. Damit gibt sie die Möglichkeit, auf diese Fragen zu antworten.

Frage: Haben wir einen freien Willen? Werden unsere Handlungen gelenkt oder realisieren wir die Lösungen selber? Forschungen in der Neurobiologie zeigen uns, dass das Gehirn schon Lösungen vornimmt bevor sie überhaupt in unser Bewusstsein gelangen. Die Quantenmechanik nimmt an, dass wir in dem Wahrscheinlichkeits-Weltall existieren und jeglicher Determinismus von Vornherein unmöglich ist.

Antwort: Es gibt den freien Willen, unseren Weg der Entwicklung zu erforschen und ihm zu folgen. Entweder erzwungenermaßen durch Leiden oder bewusst mit Freude.

Frage: Existiert Gott?

Antwort: Wir können nicht erfahren, ob Gott existiert oder nicht. Wir kennen die innere Arbeit des Universums nicht. Deswegen können wir keine grandiosen Vorträge über die Natur der Realität halten, ob sich eine höhere Kraft hinter den Kulissen verbirgt oder nicht. Man muss den Schöpfer offenbaren. Nur so löst sich das Problem! Die Methode der Offenbarung des Schöpfers heißt Kabbalah.

Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Antwort: Wir können die Verstorbenen nicht befragen, uns bleibt nur die Spekulation. Die Materialisten vermuten, dass es kein Leben nach dem Tod gibt, aber auf wissenschaftlicher Basis kann man das nicht bestätigen. Das biologische Leben wird geboren, lebt und stirbt. Das „Ewige“ ist das „Verlangen“, das während es mit dem „biologischem Körper“ verbunden ist, die Etappen des Wachstums durchlaufen muss. Das Wachstum des Verlangens erfolgt durch die Einbeziehung der es erschaffenden Kraft des Schöpfers. Das Leben ist uns gegeben, um den höheren Zustand in uns zu offenbaren. Das ist die Erlangung der „Stufe des Schöpfers“.

Frage: Kann man irgendetwas objektiv annehmen?

Antwort: Die Umgebung kann nur durch den Filter unserer Gefühle und Überlegungen in unserem Verstand beobachtet werden. Alles, was wir empfinden, gelangt durch einen mehrschichtigen Filter  der physiologischen und kognitiven Prozesse. Die Auffassung der Welt ist subjektiv. Die einzige Möglichkeit das zu überprüfen ist, die Welt durch das Bewusstsein eines anderen Menschen zu betrachten. Das Weltall kann man nur mit dem Gehirn beobachten und nur subjektiv interpretieren. Die Kabbalah entwickelt in uns außerkörperliche Empfindungsorgane, mit deren Hilfe wir die wirklich existierende Realität erfassen können: Die Höhere Welt und ihre Ursache – den Schöpfer. Die Anstrengungen in der Verbindung mit einer Gruppe zieht das Licht der Korrektur an (Or Makif). Es entwickelt im Menschen ein Sinnesorgan außerhalb seiner egoistischen, subjektiven Filter. Das heißt die „Offenbarung des Schöpfers und der höheren Welt im Menschen“.

Frage: Welches Wertesystem ist das beste?

Antwort: Wir schaffen es nie, die richtige Grenze zwischen „guten“ und „schlechten“ Taten zu ziehen. Das Leben ist komplizierter als es sich das universelle System der moralischen und absoluten Werte vorstellen könnte. Unsere Betrachtung des Schlechten und des Guten wechseln sich ab. Wir haben keine wahre Normen, sondern nur die Offenbarung der Wahrheit außerhalb von uns in der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, wird uns die Möglichkeit gegeben, uns bezüglich der Wahrheit zu messen und uns zu korrigieren. Unseren Egoismus in die Liebe zu den Geschöpfen zu verändern.

Frage: Warum gibt es die Ziffern? Sind die Ziffern reale Objekte oder beschreiben sie lediglich die Beziehungen, die alle Strukturen vereinen?

Antwort: Die Ziffern helfen uns, das Universum zu erklären. Die Ziffern sind die Sprache der Beziehungen zwischen zwei Eigenschaften: Die Eigenschaft des Gebens (Schöpfer) und die des Nehmens (Geschöpf). Sie entstehen aus der Verbindung und werden durch deren Beziehung gemessen. Sie beschreiben die Beziehung zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen.

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