Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das System der Ehrfurcht

Um die Stufe des Menschen zu verstehen, geben wir eine Deutung unserer Weisen bezüglich des Verses: ”Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte Gott und halte Seine Gebote! Denn das soll jeder Mensch tun.” (Prediger 12:13). Die Weisen sagten über die Strophe: “denn dies ist der ganze Mensch”, dass die Ursache des Geschöpfes “die Ehrfurcht vor dem Schöpfer” sei.

Im Buch “Matan Tora” heißt es: der Grund, warum die Geschöpfe weder Genuss noch Freude erhalten, auch wenn dies das Ziel der Schöpfung war, liegt im Unterschied der Eigenschaften zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen. Der Schöpfer ist derjenige, der gibt, und die Geschöpfe sind diejenigen, die empfangen. Es existiert jedoch ein Gesetz, nach welchem die Zweige den Wurzeln gleichen, von welchen sie abstammen. (Rabash, “Das Ziel der Gemeinschaft 1”)

Das Endziel unserer Entwicklung besteht darin, dass wir mit dem Schöpfer verschmelzen. Dafür müssen wir Ihm ähnlich sein. Um dabei Geschöpfe zu bleiben, müssen wir Ihm entgegengesetzt sein. Dies bedeutet, dass in uns gleichzeitig der absolute Gegensatz und die absolute Gleichheit existieren müssen.

Wie kann man in einem Menschen diese zwei Eigenschaften, die sich gegenseitig vernichten, vereinbaren? Mit diesem Ziel wurden wir dem Schöpfer entgegengesetzt erschaffen. Sowohl der Wunsch (weil wir genießen wollen und der Schöpfer uns den Genuss geben will) als auch die Absicht sind dem Schöpfer entgegengesetzt. Wir müssen über unser Verlangen so eine Absicht erschaffen, um zu genießen, damit wir Ihm Freude bereiten.

Die Lenkung der beiden entgegengesetzten Eigenschaften ist ein System, das große Behutsamkeit verlangt: wie kann ich für mich selber nicht empfangen und dem Schöpfer genug geben. So eine präzise Balance wie auf einem Seil heißt Ehrfurcht.

Diese Rolle übernimmt der Schirm, der sich zwischen dem egoistischen Verlangen und der altruistischen Absicht befindet. Die Ehrfurcht hängt einerseits von der Größe des egoistischen Verlangens des Menschen, andererseits von der Wahrnehmung der Erhabenheit des Schöpfers ab.

Der Mensch, der sich zwischen diesen entgegengesetzten Parametern bewegt wie auf einem Seil, muss sie in sich einschließen und so balancieren, dass sie sich gegenseitig ausbalancieren, aber sich nicht neutralisieren. Sie sollen nämlich das gesamte System des Verhaltens zeigen: das maximale Empfangen und das maximale Geben. Das richtig funktionierende System heißt “das System der Ehrfurcht”.

Frage: In welchem Moment beginnt es ausgeprägt wie ein Mechanismus zu arbeiten?

Antwort: Es beginnt erst dann zu arbeiten, wenn wir in der Gruppe eine besondere Atmosphäre schaffen, die jedem von uns und uns zusammen zeigt, wie man zwischen uns dieses System erschafft und sich richtig auf seine Resonanz einstellt.

Heute ist unsere Weltgruppe in einem großen Zustand angekommen. Sie steht am Eingang der höheren Lenkung.

Frage: Bedeutet das, dass sich die Ehrfurcht jetzt unserem Herzen annähern soll?

Meine Antwort: Nein. Das geschieht stufenweise, weil die Ehrfurcht erst viel später hervortritt. Jetzt sollen wir lernen uns zu annullieren, zu einem Embryo zu werden. Und erst danach, mit dem Wachstum des Embryos in uns, können wir ihn größer und größer machen, dann wird sich in uns eine größere Ehrfurcht bilden.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“, 26.12.2017

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Blitz-Antworten vom Kabbalisten

Frage: Welche Grundsätze bestimmen den Erfolg in  der Verwirklichung meines Punktes im Herzen?

Antwort: Es gibt nur einen Grundsatz: über die Gruppe – zum Schöpfer. Alle anderen kabbalistischen Grundsätze kannst du nur in dem Maße anwenden, im welchem du die spirituelle Leiter aufsteigst.  Denn dann wirst du sehen, aus der Praxis heraus,  wie sie auf dich anwendbar sind.

Frage: Sind nach dem Gesetz „das Allgemeine und das Individuelle sind gleich“ alle kabbalistischen Grundsätze für alle Ebenen der Welten universell?

Antwort: Ja, weil der Unterschied zwischen den Stufen nur in der Stärke der Kraft des Gebens, des Empfangens und der Verbindung zwischen ihnen liegt.

Frage: Was ist mit Arbeit in der Kabbala gemeint? Wer ist der Arbeitgeber, wer ist der Arbeitnehmer, was ist das Wesen der Arbeit?

Antwort: Unter Arbeit in der Kabbala wird Arbeit mit dem Egoismus, mit seiner Korrektur verstanden. Der Egoismus wir vom Schöpfer, vom Höheren Licht  korrigiert. Mit Arbeiter ist der Mensch gemeint,  weil er den Schöpfer darum bittet. Nur in Übereinstimmung mit unserer Bitte, unserem Gebet, dem Erheben von MAN kommt das Licht von oben herab, welches die egoistische Absicht hin zur altruistischen korrigiert.

Frage: Welches ist die richtige Beziehung zur Umgebung?

Antwort: Unter Umgebung verstehen wir eine Gruppe, durch die ich die Verbindung mit dem Schöpfer erreiche. Die richtige Beziehung mit der Umgebung ist die gleiche Beziehung, die zwischen mir und dem Schöpfer existieren sollte.

Frage: Was bedeutet, den Egoismus zu manipulieren?

Antwort: Dies bedeutet, nicht den Egoismus an sich zu manipulieren, sondern die Absicht ihm gegenüber. Das heißt, den Egoismus soll man nur in dem Maße anwenden, in dem ich die Absicht habe, ihn für das Geben, für die Verbindung zu verwenden.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 26.11.2017

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Kommunikation durch ein einziges Gehirn des Universums

Aus den Nachrichten (Daily Mail):

„Professor Moran Cerf von der Northwestern Universität sagt:
„Die Wahl der richtigen Freunde ist wichtig, weil unsere Gehirnwellen denen ähneln, mit denen wir die meiste Zeit verbringen…

Das heißt, man beginnt, sich ihnen anzugleichen und ihre erstrebenswerten Verhaltensweisen sowie ihre Ansichten und Wege, die Welt zu sehen, aufzunehmen, ohne sich dessen bewusst zu sein.“

Je mehr wir die Verbindung studieren, sehen wir immer wieder, dass es ausreicht in der Nähe von bestimmten Leuten zu sein, dass sich deren Gehirne tatsächlich angleichen, sagt er.

Das bedeutet, dass die Menschen, mit denen man Umgang hat, tatsächlich einen Einfluss auf die Verbindung zur Realität haben, über das hinaus, was man erklären kann. Und eine der Auswirkungen ist, dass man sich einander angleichen wird.

Forscher haben zuvor behauptet, dass diese „neurale Kopplung“ ein Schlüsselelement der Kommunikation ist. Wenn wir mit jemandem auf derselben Wellenlänge sind, können wir vorhersehen, was er sagen könnte und ihn deshalb besser verstehen. Das wiederum hat einen evolutionären Vorteil, da wir dadurch besser und schneller im Team arbeiten können.

Mein Kommentar: Tatsächlich kommuniziert unser Gehirn mit der allgemeinen Intelligenz des Universums. Wir sind wie Modems damit verbunden. Es gibt ein gewaltiges System zwischen uns und jeder empfängt dadurch Informationen.

„Direkte“ Kommunikation ist häufig eine Illusion. Was ich sage und was beim Zuhörer ankommt, ist nicht dasselbe. Der Haupteinfluss der Umgebung durchläuft verschiedene Kanäle.

Deshalb möchte ich, dass meine Studenten nach einem System, aus denselben Quellen lernen, meinen Blog, Twitter usw. lesen. Nur so kommen wir uns näher.

 

Aus Kab TV`s „Nachrichten mit Dr. Michael Laitmann“ 13.3.18

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Wer ist ein wahrer Freund?

Frage: Wer ist für mich ein wahrer Freund?

Meine Antwort: „Freund“ (Chawer) kommt vom Wort „Verbindung“ (Chibur). Ich meine damit nicht die Freunde, die sich verbunden haben, um zusammen Spaß zu haben: im Stadion oder in der Bar. In der kabbalistischen Gruppe nennt man einen Freund denjenigen, mit dem ich mich verbinde, damit ich zwischen uns ein gemeinsames Verlangen zum gegenseitigen Geben erbaue. Aus diesem Verlangen heraus wollen wir das offenbaren, was sich altruistische Eigenschaft nennt.

Danach, wenn wir erfahren, was die Eigenschaft des Gebens bedeutet, können wir unser Gefäß erweitern und vertiefen, wir können nach der höheren Kraft innerhalb der zwischen uns offenbarten Eigenschaft des Gebens suchen. So ein Fortschreiten verbindet uns miteinander: die Seele mit der Seele! Wir erfahren, dass wir einem System angehören, und dass sich unsere Seelen nahe stehen. Es ist eine Verbindung von Teilen einer einzigen Seele, deswegen sind wir zusammen gekommen, aus diesem Grund hat uns das höhere Licht in einer Gruppe versammelt.

Ich sehe keine Gesichter, ich schaue nicht darauf, wer mir gefällt und wer nicht, ob ich mich dementsprechend jemandem annähere oder ihn abstoße. Ich nehme alle an! Denn wenn er gekommen ist, muss er ein Teil dieses Puzzles sein und dadurch steht er uns nahe. Wir können ohne ihn dieses Puzzle nicht zusammenbauen. Mit jedem dazukommenden Menschen ergänzen wir das Puzzle, den Aufbau der gemeinsamen Seele.

Derjenige wird Freund genannt, mit dem wir uns seelisch verbinden und die gemeinsame Seele zwischen uns ergänzen. Nach der Annullierung des Egoismus, der uns trennt und uns daran hindert, unsere Puzzleteile zusammenzukleben, können wir uns aneinander „festkleben“. Das ist ein wahrer Freund.

Natürlich werden wir Aufstiege und Abstiege erleben und uns gegenseitig helfen. Ich verstehe den Freund, ich nehme ihn wahr, wenn er absteigt und Hilfe braucht. Irgendwann werde auch ich fallen und seine Unterstützung benötigen. Es ist alles erlaubt außer Zynismus gegenüber der Gruppe und dem spirituellen Weg. Wenn meinen Freund plötzlich so ein zynischer Geist erfasst hat, ist das ein Problem. Die Probleme auf dem Weg sind aber unausweichlich und wir überwinden sie zusammen. Deswegen werden wir Freunde genannt.

 

Kabbalalektion zu einem Artikel von Rabash 03.07.2013

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Die Welt außerhalb von dir wahrnehmen

Frage: Einerseits existiert das Prinzip „es gibt nichts außer dem, was die Augen des Richters sehen“, andererseits wurde gesagt, dass um uns herum nichts existiert außer dem weißen Licht, das alles erfüllt. Wie kann man die beiden Aussagen miteinander verbinden?

Meine Antwort: Wenn ihr das offenbaren wollt, haltet euch an das einfache Prinzip: verbindet euch in den Gruppen und versucht, die anderen nach der Methode der Kabbala wahrzunehmen. In ihnen beginnt ihr die spirituelle Welt zu fühlen.

Nehmen wir an, jetzt nehme ich nur mich wahr. Wenn ich mit meinen Sinnen aus mir heraustrete, in die Freunde, dann mache ich eine Einschränkung (Zimzum Alef) auf die Verlangen „für mich selbst“ und komme in die Eigenschaft des Gebens. Dann beginne ich jeden Freund außerhalb von mir wahrzunehmen, wie ein spirituelles Geschöpf, wie eine „Sefira“. Und alle zusammen werde ich als „Parzuf“ wahrnehmen, der mit dem Licht, welches „der Schöpfer“ heißt, gefüllt wird.

Und danach werde ich das alles außerhalb meines Tieres „Ich“ wahrnehmen: das Licht, der Schöpfer und die Summe der Sefirot wird dann „die Seele“ genannt. Daraus folgt, dass ich zusammen mit meinen Freunden meine Seele erschaffe. Und das macht jeder von ihnen in Bezug auf den andern.

Frage: Was werde ich dann in dem Zustand „außerhalb von mir“ sehen?

Meine Antwort: Du wirst die Kräfte sehen, die das gesamte Weltall lenken und die auf eine riesengroße Anzahl von höheren Gesetzen einwirken; ihren Anfang, ihre Handlung, die Folge und ihr Ende. Diese Logik geht durch dein Verlangen hindurch und erfüllt es. Du nimmst die Erfüllung wie einen großen höheren Genuss deiner ewigen Existenz wahr.

 

[#227373]

Kläre alles mit dem Schöpfer

Frage: Sollte der Schüler der Gruppe voll und ganz zustimmen? Oder gibt es hier einen Platz für seinen inneren Kampf?

Antwort:  Selbst wenn der Schüler der Gruppe nicht zustimmt, muss er verstehen, dass seine Meinungsverschiedenheit vom Schöpfer kommt.
Warum sollte er die Gruppe bekämpfen? Er muss mit dem Schöpfer kämpfen, mit den Hindernissen, die von Ihm kommen!

Alles kommt vom Schöpfer! Ich muss alles mit Ihm regeln. Warum gibt Er mir solche Hindernisse? Damit ich den Kontakt zu Ihm aufbaue. Ich muss ihn mit Ihm aufbauen und nicht mit der Gruppe.

Der Schöpfer erweckt im Menschen alle möglichen negativen Eigenschaften. In der linken Linie nimmt er die schlechten Eigenschaften auf und in der rechten Linie die Guten. Deswegen bezieht er sich zur Gruppe in der Weise, dass beide Linien in ihm der Schöpfer sind, in der entgegengesetzten und in der direkten Form.  Er sollte beide in die Gruppe bringen und sie darin einschließen, um ihr die richtige Ausrichtung zu geben.

Und so arbeiten wir: es gibt zwei Linien und die Dritte wird aufgebaut, wenn man bereits in Kontakt mit der Gruppe ist und dem Schöpfer in ihr.

Die Menschen müssen sich ständig selbst kontrollieren, um nicht zu vergessen, dass all ihre Gedanken und Gefühle vom Schöpfer kommen, der ihnen die ursprünglichen Parameter und die Verlangen von jedem gibt. Mit diesen Gedanken und Gefühlen werden wir uns richtig zum Zehner verhalten und so den Schöpfer in ihm offenbaren.

 

Aus KabTV’s “Die Letzte Generation” 10/30/17

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Meine Gedanken auf Twitter 06/06/2018

Das Studium des Buches Sohar ist erhabener als alle anderen Studien. Auch wenn man nicht versteht was man liest, auch wenn man beim Lesen Fehler macht, ist das trotzdem eine große Korrektur der Seele. Das Buch Sohar beinhaltet verborgene Geheimnisse, und obwohl diese unverständlich sind, beschleunigen sie die Offenbarung des Geschöpfes. (ChIDA)

Das Studium des Buches Sohar ist gerade in unserer Zeit für unseren Schutz vorm Bösen äußerst notwendig. Wer sonst könnte uns denn in unserer Generation, die weit weg von der höheren Wurzel ist, beschützen, wenn nicht die Wissenschaft der Kabbala?! Damit wird alles Verborgene offenbar. (J. Zemach)

Es gibt viele Dumme, die vor den Geheimnissen des Buches Sohar, in denen unser ganzes Leben steckt, fliehen. Wenn ihr auf mich hören würdet, dann solltet ihr all eure Tage mit dem Studium des Buches Sohar und mit der Korrektur verbringen. Ihr würdet dabei alle Katastrophen abwenden und könntet das Licht der Fülle anziehen. (Nozach Chessed)

Die Bedeutung des Studiums des Buches Sohar ist bekannt. Wie der Ari sagte, gleicht ein Tag des Studiums des Buches Sohar und der Geheimnisse der Tora einem Jahr des Studiums von Pschat (die schriftliche Tora). (Vorwort zum Buch Sohar, Liborno Verlag)

Das Studium des Buches Sohar ist die größte Korrektur der Seele. Es erleuchtet die Seele und heiligt sie. (ChIDA)

Es gibt in unserer Welt kein größeres Vergnügen für den Schöpfer, als wenn man sich mit der Weisheit der Kabbala beschäftigt. Und mehr noch: der Mensch ist nur dafür erschaffen worden, um die Weisheit der Kabbala zu studieren.  (MARChU)  

Raschbi konnte das Buch Sohar dank dem Leuchten schreiben, welches er bei seiner Korrektur in der Höhle bekommen hat.  Es ist ein großes und furchterregendes Werk. Es offenbart die gesamte Tiefe der Geheimnisse klarer als die Tora selbst und heißt die Offenbarung der inneren Tora. (Ramchal)

Es heißt, das Buch Sohar –  das Buch des Scheins. Weil das Licht, das von ihm ausgeht, aus dem höheren Scheinen ausströmt. Durch dieses Licht wirken die Studierenden auf die höhere Lenkung ein, damit die Geheimnisse der Tora für sie offenbart werden. Deswegen heißt das Buch Sohar, weil Sohar vom Wort Schein kommt. (Ramack)

Der Mensch hat immer die Möglichkeit, sich an den Schöpfer zu wenden und die Korrektur auszulösen, WENN er das ganze Geschehen als vom Schöpfer kommend annimmt und all seine eigenen Taten als vom Schöpfer kommend sieht. Versuch so zu denken und beobachte, wie sich dein Leben ändern wird!

Je unterschiedlicher die Menschen in einer Gruppe sind, desto schneller werden sie den Widerstand spüren und sie werden gezwungen sein, ihn zu überwinden. In ihrer Unterschiedlichkeit werden sie die Kraft der Verbindung und die Größe der Offenbarung des Schöpfers wahrnehmen. Aber auch zwischen charakterlich gleichen Menschen organisiert der Schöpfer Hindernisse.

Diejenigen, die das Buch Sohar erfassen, werden durch ihre Rückkehr zur Quelle wie das Firmament erstrahlen.

Kabbala Akademie auf Twitter

Was in einem Streit geboren wird?

Frage: Woher kommen alle Regeln des Seminars? Im Kreis nacheinander sprechen, sich annullieren und nicht kritisieren? Im Gegenteil, im Streit wird die Wahrheit geboren.

Antwort: Alle Regeln der Seminare basieren auf den Prinzipien, die von den Kabbalisten beschrieben wurden. Es begann mit dem Buch Sohar, als zehn große Kabbalisten in einer Höhle zusammenkamen und Schutz suchten. Dort schrieben sie dieses Buch. Von da an gibt es das Verständnis, was ein „Zehner“ ist, wie man sich darin verbindet und was man damit macht.

Später beschrieb mein Lehrer Rabash sehr detailliert die Beziehungen im Zehner. Er betonte, dass alle Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen den Menschen im Kreis nichts mit psychologischem Training zu tun haben.

Die Aussage, dass die Wahrheit in einem Streit geboren wird, ist absolut falsch. Wie kann in einem Streit Wahrheit entstehen, wenn alle Egoisten sind und falsch denken? Aus der Tatsache, dass sie streiten, werden aus ihren zehn egoistischen Meinungen zwanzig, dreißig und vierzig geboren.

Ich habe nie gesehen, dass die Wahrheit in einem Streit geboren wird. Dafür sollten die Menschen besonders sein und verstehen, wie es bei dieser begrenzten Kapazität möglich ist, dieses Prinzip anzuwenden.

In der Kabbala ist das völlig inakzeptabel. Es kann keine Streitigkeiten geben, weil die Wahrheit von der nächsten Stufe der Erkenntnis zu uns kommen muss, und nicht von unserer Stufe. Wir können nichts in uns selbst suchen. Es scheint mir, dass die Menschheitsgeschichte uns bereits deutlich gezeigt hat: wir können nichts aus uns selbst ausgraben.

Deshalb suchen wir nichts, auch nicht die “Wahrheit“. Wir müssen uns nur in der Weise versammeln, dass wir den höchsten Glanz, das höchste Licht auf uns ziehen. Und dann werden wir Erfolg haben.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 08.10.2017

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Ein temporärer Rückzug, um noch einmal zu springen

Frage: Wenn ich das Ego in mir enthülle, fühle ich manchmal, dass ich es nicht loswerden kann, dass ich das Ziel nicht erreichen kann.

Antwort: Das stimmt. Aber das ist schon die nächste Ebene. Zum Beispiel brachte ich gestern einem Freund ein Geschenk und ich dachte, dass ich ihn wirklich liebte und dass ich ihm sehr ergeben war. Und heute entdecke ich, was ich gestern nicht verstanden habe: Es stellt sich heraus, dass ich das getan habe, um die Sache für meinen eigenen Vorteil zu berechnen. Gestern konnte ich meinen Gedanken nicht bis zum Ende sehen, ich konnte mein Verlangen nicht erkennen, nur meine Liebe zu dem Freund wurde mir offenbart. Und nun stellt sich heraus, dass ich an dieser Liebe mein eigenes Interesse verfolgt habe.

Was gestern vor mir verborgen war, offenbart sich heute. Was soll ich jetzt tun?

Erstens bereue ich nicht, was gestern passiert ist. Ich tat, was ich tat, gemäß meinen Kräften, und dank meiner Handlung kann ich heute die nächste Ebene enthüllen, ein stärkeres Verlangen, das viel tiefer ist in der Absicht, für mich selbst zu empfangen. Na und? Jetzt nähere ich mich der Korrektur.

Das passiert immer wieder und so heißt es: „Was für den Oberen Verschwendung ist, ist für den Niederen Nahrung.“ Jetzt versuche ich mich zu bemühen, mich dem Oberen anzugleichen, und Er gibt mir ein Beispiel: „Schau, das bin Ich, kannst du wie Ich sein, was bedeutet, nicht die Gefäße des Empfangens zu benutzen, sie einzuschränken und an Mir festzuhalten, und dein Bestes zu geben, um so zu handeln wie Ich“.

Das bedeutet, dass ich mein ACHaP einschränke und mit meinen GE an Sein ACHaP anhafte und so aufsteige. Zuerst muss ich meine GE von meinem ACHaP isolieren. Ich annulliere sie und führe die erste Einschränkung (Zimzum Alef – SA) darauf aus und benutze nur die Gefäße des Gebens gegenüber dem ACHaP des Oberen.

Wenn wir gleich werden, werden meine GE und Sein ACHaP zu zehn Sefirot. Dadurch halte ich mich am Oberen fest und „komme“ zu Ihm, und werde jetzt ein „Embryo (Ubar)“ genannt, und der obere ACHaP wird für mich zum Mutterleib. So steige ich ständig zu Ihm auf, indem ich mich immer mehr annulliere.

Frage: Aber gerade in diesem Moment möchte ich normalerweise aus der Gruppe fliehen. Wie kann ich drinnen bleiben? Wie kann ich trotz allem die Arbeit fortsetzen?

Antwort: Ich kann nur eines sagen: Dein Drang, aus der Gruppe zu fliehen, zeigt an, dass der Schöpfer, das Licht, dir mehrere zusätzliche Wünsche zeigt, durch die du nun in den Oberen eintreten kannst. Ohne diese Störungen könntest du in Ihn nicht eindringen. So entwickelst du jetzt die richtige Einstellung zu Ihm.

Die Flucht ist auch notwendig, da du sonst das zusätzliche Verlangen nicht spüren würdest. Du musst das zusätzliche Verlangen spüren, es bereuen, wieder zu der Gruppe zurückkehren und anfangen zu arbeiten, um das Licht zu empfangen, das das Verlangen korrigiert. Wenn du den zusätzlichen Wunsch korrigierst, wirst du wieder in den oberen Teil aufgenommen. Ein solcher Kreis sollte gezeichnet werden.

Angenommen, du haftest dich an den Oberen, aber du hast die obere Welt noch nicht betreten. Jetzt kommt eine gewisse Störung: (Boom!), und von dem Schlag, den du auf den Kopf bekommst, vergisst du alles. Dies geschieht, damit du den gesamten Kreis durchläufst, dich wieder mit der Gruppe verbindest, zum Ausgangspunkt zurückkehrst und fortfährst.

                               

So „verdaust“ du den Wunsch, der erwacht ist, der dich in verschiedene Richtungen wirft. Plötzlich kommst du nicht mehr in den Unterricht oder du nutzt deine Freizeit nicht gezielt (du gehst ins Kino anstatt zu verbreiten). Du musst das starke Verlangen, das du empfangen hast, spüren (+), es bereuen (-) und dich der Gruppe zuwenden. Dann, wenn die Gruppe dich durch das reformierende Licht (O“M) beeinflusst, entscheidest du dich, wieder am Oberen anzuhaften, egal was passiert.

Schließlich kehrst du zurück, nachdem du eine größere Kraft erlangt hast, die es dir ermöglicht, die Störung zu überwinden, du gelangst wie ein Embryo in die obere Welt und bleibst an der „Wand der Gebärmutter“ anhaften.

Nach den theoretischen Erklärungen kann dir nur eine starke vereinte Gruppe helfen, nur darin kannst du Fortschritte machen. Dementsprechend sollte sich ein Mensch, der weit weg von den Freunden lebt, darüber noch mehr Sorgen machen.

Es ist nicht gut, wenn ein Mensch über große Entfernungen mit Freunden in Kontakt treten muss; es ist noch schlimmer, wenn er nicht live am Unterricht teilnehmen kann, und was noch schlimmer ist, wenn er nicht zu einer Gruppe gehört. Man sollte ständig darauf achten, dass die Störungen in der Verbindung zwischen uns vorteilhaft und nicht schädlich sind.

 

Aus dem 4. Teil der täglichen Kabbalalektion, Shamati 9 vom 1/23/13

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Meine Gedanken auf Twitter 29/05/2018  Teil 2

Der Zehner erschafft mithilfe des gegenseitigen Gebens ein Netz (Kli). Dieses Netz ist kein individuelles Geben von jedem für alle, sondern ein gegenseitiges Geben unter den Gruppen. Dadurch erlangen sie ein neues Niveau des Gebens. Das gemeinsame Geben lässt Keter, den Schöpfer, erscheinen und auch die gemeinsame Malchut: das gemeinsame Verlangen, Ihm zu geben.

Indem ich mir wünsche, dem Licht ähnlich zu sein, anderen zu geben, verwandle ich mich in einen spirituellen Parzuf. Denn ich schränke dadurch mein Verlangen zu genießen ein und verbinde mich mit den anderen Verlangen, die sich in meine neun Sefirot verwandeln.

Es gibt keinen größeren Genuss als die Offenbarung des Schöpfers. Dieser Genuss durchdringt den Horizont. Alles wird nur vor diesem Hintergrund gesehen, der die gesamte Realität erhellt. Wir sollen die gesamte Realität mit dem Schöpfer verbinden und sie nur als Mittel für die Offenbarung Seiner Erhabenheit annehmen.

Der Schöpfer genießt, wenn die Geschöpfe Ihn voll auskosten. Die Ähnlichkeit zum Schöpfer bedeutet, Ihm den Genuss zu bereiten. Ich muss mich überprüfen, ob ich die Erhabenheit des Schöpfers wahrnehme. Wenn ich nicht mit der Freude erfüllt bin, dass ich in einer Welt des Schöpfers lebe, heißt das, dass es mir an Seiner Erhabenheit mangelt.

Der Verstand des Schöpfers ist das Geben, der Glaube. Der Verstand des Menschen ist das Wissen, das Empfangen. Den Verstand des Schöpfers zu erlangen heißt, das Verlangen des Gebens und des Liebens zu bekommen.

Wenn ich ein Problem wahrnehme, verstehe ich, dass es vom Schöpfer kommt, damit man mich erweckt, auf Seine Stufe aufzusteigen. Deswegen bitte ich um die Kraft Seiner Erhabenheit, um auf die Stufe des Glaubens über dem Verstand (des Gebens über dem Problem) aufzusteigen.

Wann hört der Mensch von dem Schöpfer: „Lass uns zum Pharao gehen“?

Dann, wenn er versteht, dass das Böse nur dafür offenbart wird, um über dieses Böse zum Schöpfer zu streben. Man braucht den Schöpfer als Partner, um in jedem Zustand den Schöpfer im Glauben (das Geben) über den Verstand (das Empfangen) zu erheben.

 

Kabbala Akademie auf Twitter