Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Evolution'

Von der Hilflosigkeit zum Schrei zum Schöpfer

Es gibt ein paar Übungen, um ein Gebet zum Schöpfer zu erreichen. Zuallererst ist es notwendig zu erkennen, dass wir wirklich eine Verbindung mit der höheren Kraft haben, und wir uns im Bereich ihrer Wirkung befinden. Ansonsten sind wir wie Kinder, die aus Naivität nicht einmal vermuten, dass die Mutter sie ständig beobachtet und denken, dass sie sich selbst überlassen sind. Die Gruppe muss uns immer das Gefühl geben, dass wir uns im Kraftfeld des Schöpfers befinden.
In Wirklichkeit füllt der Schöpfer die ganze Welt aus, aber dieses Gefühl ist vor uns verborgen. Dennoch sind Freunde und die Gruppe fähig, uns ein solches Gefühl zu geben. Und obwohl ich selbst meine Abhängigkeit vom Schöpfer nicht fühle, seine ununterbrochene Wirkung, wodurch er meine Existenz sichert, die mich lenkt und führt, kann die Gruppe diese Empfindungen in mir erwecken.
Wir müssen dem Freund zeigen, dass er eine Verbindung zum Schöpfer hat – und das ist das Wichtigste, alles andere ist lediglich ein Hilfsmittel. Dies führt zum Gefühl der eigenen Abhängigkeit von der höheren Kraft, zunächst noch egoistisch, für sich selbst, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Danach fange ich an zu denken, um für „uns“ etwas besser zu machen, denn allein ist es unmöglich, den Schöpfer zu erwecken, sondern nur im Zehner.
Je mehr Zehner daran arbeiten, desto größer ist unsere Wirkung, unsere Chancen, die höhere Kraft zu erwecken. Wir fühlen, wie der Schöpfer sich uns nähert. So entwickeln wir nach und nach unsere Empfindungen, darin ist unser ganzes Leben, ganze spirituelle Entwicklung.

Aus der Morgenlektion 06/26/2018

[#229072]

Dunkelheit vor der Morgendämmerung

Wir müssen nach solchen Veränderungen suchen, die uns zur Erkenntnis des Bösen, der Dunkelheit zwischen uns führen. Was bedeutet es, „die Morgendämmerung selbst zu erwecken (Dunkelheit vor der Morgendämmerung)“? Ich enthülle das Schwarze, die Dunkelheit, den Mangel in unseren Beziehungen, den ich wegen meiner Gewohnheiten zuvor noch nicht gesehen habe.
Aufgrund der vorgenommenen Änderungen wird es für mich unbequem, aber das bedeutet nicht, dass ich alles hinschmeiße und nicht mehr komme. Wenn wir die Morgendämmerung erwecken, schaffen wir einen Ort für das Gebet, wir lernen, den Schöpfer zu bitten. Denn das ist das Einzige, was wir brauchen: Mängel zum Vorschein zu bringen, die mit dem Weg zusammenhängen, deren Korrektur wir vom Schöpfer fordern, erbitten, damit Er uns voranbringt.
Wir werden uns in solchen Zuständen befinden, die wir alleine weder ändern noch korrigieren können. Aber wir werden herausfinden, was genau korrigiert werden muss, was mit uns passiert. Auf dem Weg der „Beschleunigung der Zeit“ (Achishena) muss man selbst nach der Dunkelheit suchen, wie ein gebückter alter Mann, der geht und nach etwas sucht, als ob er etwas verloren hätte. Wir müssen den Sonnenaufgang selbst erwecken, wir müssen lernen, selbstständig zu gehen, wie ein Baby, welches die ersten Schritte macht.
Das Ziel ist ein Gebet, um Hilfe vom Schöpfer zu bekommen. Wir können das beschleunigen, wenn wir den Sonnenaufgang selbst herbeiführen, indem wir die Dunkelheit vor dem Sonnenaufgang, den Mangel, enthüllen. Die Wahrnehmung des Mangels ist bereits ein Gebet, und vielleicht wird es so stark, dass wir eine Antwort vom Schöpfer erhalten und zu einem Dialog mit Ihm kommen, wie geschrieben steht: „Ich komme zum Geliebten und der Geliebte zu mir“.
Dies ist eine neue, sehr wichtige Phase: uns die richtige Einstellung gegenüber dem Schicksal, die richtige Anwendung der höheren Kraft beizubringen. Auf diese Weise tritt man in die Arbeit „Achishena“ ein, wenn wir nicht mehr einfach nach vorne gezogen oder von hinten geschoben werden, sondern unsere Schritte selbst initiieren und bestimmen.
Veränderungen zeigen Probleme auf, die im Inneren verborgen waren. Denn die gewohnten Mängel werden unauffällig und haben daher keine Chance auf eine Korrektur. Wenn aber diese Hindernisse plötzlich aufgedeckt werden, rufen sie ein Gebet zum Schöpfer um Hilfe wach, auf welches es eine Reaktion von oben gibt. Wir erheben MAN zum Schöpfer und empfangen von Ihm MAD. Dies sind bereits Handlungen, die uns mit dem Schöpfer verbinden und den Kontakt mit Ihm offenbaren.

 

Aus der Morgenlektion 06/26/2018

[#229072]

Gematria – Die Sprache für die Beschreibung der höheren Welt

Frage: Ist die Logik unserer Welt in der Spiritualität enthalten? Zum Beispiel, sind zwei plus zwei auch gleich vier?

Antwort: In der Spiritualität ist die Logik unserer Welt nicht enthalten. Dort gibt es keine Arithmetik, aber es gibt viele andere Berechnungen, abhängig davon, womit man arbeitet. Wir werden auf verschiedenen Stufen eine unterschiedliche Mathematik haben.

Frage: Ist die spirituelle Arithmetik die Gematria der Worte? Ist sie mit dem Wunsch verbunden?

Antwort: Natürlich, weil jeder Buchstabe an sich die Kombination verschiedener Proportionen der Kräfte des Gebens und Empfangens darstellt. Jeder Buchstabe schafft die eine oder andere besondere Grundform. Deshalb sind die 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets die Grundlage.

Die ersten neun Buchstaben entsprechen den neun Sefirot von Bina, die zweiten neun Buchstaben sind die neun Sefirot von Seir Anpin und die vier letzten Buchstaben sind die vier Sefirot von Malchut. Es gibt noch fünf zusätzliche Buchstaben, die aus dem Parssa gebildet werden.

Frage: Alle Element der Buchstaben: Punkt, horizontale Linie, vertikale Linie – sind alle diese Kräfte?

Antwort: Ja. Buchstaben repräsentieren eine bestimmte Kombination von Kräften des Gebens und des Empfangens. Es gibt keine andere Kombination.

Der Schöpfer schuf den Wunsch zu empfangen (der schwarze Punkt). Während des Entwicklungsprozesses der Verlangen hat Er ständig Einfluss darauf genommen und alle möglichen Kombinationen Seines Einflusses gesammelt. Deshalb, wenn der schwarze Punkt auf dem Hintergrund des weißen Lichts reflektiert wird, zeigt er die Korrelation zwischen dem höheren Licht und sich selbst, seinen Wünschen. Dies erzeugt die 22 Muster.

Die Gesetze der Gematria sind überall gleich, die zehn Sefirot verändern sich nicht. Aber das spiegelt sich nicht in der Mathematik unserer Welt wider. Die Gematria ist eine der Sprachen, die die höhere Welt und ihre Prozesse beschreibt. Sie ist die Sprache der Kabbala.

 

Aus der Kabbala-Lektion in Russisch, 25.2.18

[229108]

Blitz Antworten vom Kabbalisten

Frage: Welche Charakteristika besitzt die Seele? Beziehen sich die unterschiedlichen Charakterzüge und Eigenschaften eines Menschen auf die Seele?

Meine Antwort: Nein. Die Seele ist nur die Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Sie steht in keinem Verhältnis zu dem, was wir unter der Liebe und dem Geben in unserer Welt verstehen: Der Peter liebt die Elke, die Elke liebt den Peter, oder der Manfred schenkt Lena ein Geschenk. Das ist nicht dieselbe Liebe und nicht dasselbe Geschenk, worum es hier geht.

Frage: Wie kann es sein, dass eine höhere Seele, die bedeutsamer und stärker ist, in keiner Weise auf das niedrigere und schwache weltliche Niveau Einfluss nimmt?

Meine Antwort: Sie wirkt, und wie! Sie wirkt aber so, dass diese niederen, schwachen Seelen sie nicht wahrnehmen. Mehr noch, sie nimmt an ihrer Entwicklung teil.

Frage: Gibt es im Weltall so einen Planeten, wo Adam mit einer vollkommener Seele erschaffen wurde, die nicht zerbrochen wurde und nicht solchen Kreisläufen der Körper durch Geburt und Tod ausgesetzt ist?

Meine Antwort: Sie werden nirgendwo, außer auf der Erde, solch ein Leben wie hier antreffen, ein Leben, welches in der spirituellen Welt seine Fortsetzung hat. Darin ist unser Planet einzigartig.

Frage: Welches sind die Gesetze der Seele?

Meine Antwort: Die Gesetze der höheren Welt: die Eigenschaft des Gebens, die Abhängigkeit von dem Massach (Schirm), Awiut (die Tiefe des Verlangens), Reshimot (Daten spiritueller Informationen). Alles, was wir in der Kabbala studieren, sind die Gesetze der Entwicklung der Seele.

Frage: Was die Reife der Seelen betrifft, kann es sein, dass in unserer jetzigen Manifestation einige Seelen bereits höher aufgestiegen sind, und andere haben keine Hoffnung und sind dazu bestimmt wiedergeboren zu werden?

Meine Antwort: Ja. Im Prinzip ist das so.

Frage: Wie wirkt die Religion auf die Entwicklung der Seele?

Meine Antwort: Gar nicht. Die Religion hat überhaupt keinen Einfluss auf die Entwicklung der Seele. Studieren Sie deswegen lieber die Kabbala.

Frage: Kann man sagen, dass ich zu Lebzeiten in die höheren Welten aufsteigen kann, indem ich eine Seele erlange und die höheren Kräfte anziehe? Kann ich selber weiter aufsteigen und die Menschheit erheben? Ist das der Sinn der Kabbala?

Meine Antwort: Ja. Das ist sehr gut formuliert.

Frage: Können sie auf unserer Erde bleiben, für Ihre Schüler und alle, die zu Schülern werden,  bis zu vollen Vereinigung der Seele von Adam?

Meine Antwort: Wir sind in jedem Fall verbunden. Wenn es nötig wird, werde ich verschwinden; wenn es nötig wird, werde ich zurückkehren.

Frage: Wenn der Mensch seine nächste fehlerhafte Wahl trifft, die der Entwicklung seiner Seele nicht hilft, lenken ihn dann die höheren Kräfte zur richtigen Wahl?

Meine Antwort: Nein. Die höheren Kräfte geben Ihnen nur die Möglichkeit, damit Sie mithilfe der Freiheit der Wahl wählen können, ob Sie voranschreiten wollen oder nicht.

Frage: Kann ein Verbrecher oder ein Dieb ein spiritueller Mensch sein?

Meine Antwort: Nein. Der spirituelle Mensch ist nicht fähig zu klauen. Er kann eine Handlung ausüben, die in unseren Augen wie das Böse aussieht, aber in Wirklichkeit dient das dem höheren Ziel.

Frage: Wieso sind genau wir für die Wissenschaft der Kabbala auserwählt und nicht jemand anderer?

Meine Antwort: Eure Seelen sind schon reif. Ihr seid die größten Egoisten, deswegen seid ihr reif für die Kabbala.

Frage: Gibt es besondere, auserwählte Seelen, und spüren sie ihre Einmaligkeit?

Meine Antwort: Die Einmaligkeit spürt jeder Mensch, weil seine Seele individuell ist. Die Einmaligkeit wird nur durch die Realisation überprüft. Deswegen muss man sich zur spirituellen Verwirklichung seriös vorbereiten, daran teilnehmen, sie initiieren.

 

Aus der täglichen Kabbalalektion in Russisch 1/14/18

[227066]

Auf der letzten Etappe der menschlichen Entwicklung

Frage: Wenn die Offenbarung der Spiritualität individuell ist, wie können dann die Resultate der Verbindung mit den anderen darauf Einfluss nehmen, dass ich alles, was ich in der Vergangenheit durchgemacht habe, nicht mehr wiederholen muss?

Meine Antwort: Wir sind die ersten auf der letzten Etappe der Entwicklung der Menschheit und wir müssen sie komplett durchlaufen.  

Weil die Kabbala verhüllt wurde, verborgen vor Millionen von Menschen über 2000 Jahre lang, müssen wir sie heute wieder beleben und beginnen sie zu verbreiten. Deswegen sind wir Wegbereiter, Pioniere in ihrer Verbreitung.

Die Frage lautet: Sind irgendwelche Korrekturen in der Vergangenheit gemacht worden, die wir jetzt nicht mehr durchmachen müssen? Man kann sagen, dass auf dem unbelebten, pflanzlichen und tierischen Niveau die Korrekturen der Seele praktisch abgeschlossen sind. Die letzte Stufe muss noch korrigiert werden.

 

Aus der Kabbala Lektion in Russisch 2/18/18

[229202]

Das Höhere Licht korrigiert alles

Frage: Ist es möglich, das Höhere Licht in so einem Ausmaß wahrzunehmen, dass ich beginne, in dieser Welt geheilt zu werden?

Antwort: Es ist möglich, aber das kann niemand versprechen. Es ist nicht einfach.
Das Höchste Licht korrigiert absolut alles auf allen Ebenen: der physischen, der moralischen, der psychologischen Ebene usw. Aber wir können das noch nicht gezielt beeinflussen. Es wird die Zeit kommen, ihr werdet ein wenig Erfahrungen sammeln und sehen, dass die Kabbala wirklich zu allem fähig ist.

Frage: Andererseits sagen Sie, dass man für sich selbst nicht beten darf. Oder gibt es dennoch Dinge,  wonach man für sich selbst bitten darf?

Antwort: Wenn ein Mensch nicht in der Lage ist, die höhere spirituelle Arbeit zu verrichten, weil ihn etwas hindert, dann kann er darum bitten, dass er sich über diese Störungen erheben kann.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 18.02.2018

[#228786]

Zusammen die Morgendämmerung erwecken

Wir bringen uns absichtlich selbst aus dem Gleichgewicht, damit wir spüren können, wie sehr wir den Schöpfer brauchen. Es steht geschrieben: „Israel beschleunigt die Zeit“. Deshalb können wir nicht da sitzen und darauf warten, dass etwas von allein geschieht. Wir müssen selbst handeln.

Wenn sich derselbe Zustand immer wieder wiederholt, nennt man das Tod. Das muss ich versuchen zu ändern. Es liegt in meiner Macht, mich Tag und Nacht zu verändern. All dies dient nur dazu, ein Bedürfnis nach dem Schöpfer aufzubauen. Wir wollen uns mit Kraft in Zustände versetzen, in denen wir ohne die Hilfe des Schöpfers nicht zurechtkommen.

Es geht nicht darum, Leid über uns selbst zu bringen. Dies sind aber keine schlechten Zustände. Das Böse ist das, was ohne unsere vorausgegangene Vorbereitung kommt, das, was vom Weg des Leidens kommt. Aber ich gehe auf dem Weg der Beschleunigung des Lichtes –Achishena – und erwecke mich selbst: „Ich wecke die Morgendämmerung.“ Ich möchte selber die Dunkelheit und die Dämmerung fühlen, weil ich dadurch einen Geschmack dafür entwickle. Und ohnedem habe ich keinen Geschmack, wie geschmackloses Essen ohne Salz und Pfeffer.

Das ist ein positiver Zustand, kein negativer, wo es sich anfühlt, als würde der Boden unter deinen Füßen verschwinden, Angst ergreift dich, dein Kopf ist vernebelt und deine ganze Grundlage ist weg. Zusammen mit diesem Zustand verstehe ich, irgendwo in einer weit entfernten Ecke des Geistes, dass dies nur geschieht, um mich voranzubringen, und deshalb freue ich mich. Das ist nicht der Weg des Leidens – zusammen erwecken wir die Morgendämmerung. Wir müssen den Raum frei machen, den der Schöpfer füllen wird. Und im nächsten Moment verschlingt mich wieder die Angst.

Wenn die Angst vor der Zukunft in mir erwacht und ich gleichzeitig verstehe, dass all dies vom Schöpfer so eingerichtet wird, um mich näher zu Ihm zu bringen, und ich an Ihm festhalte, dann rechtfertige ich meinen Zustand und meine Angst, wie kurz der Augenblick auch sein mag. Die Hauptsache ist, dass ich die Verbindung mit dem Schöpfer erreicht habe, und ich sehe, dass der Ausgangspunkt von allem, was passierte, in Ihm lag.

Ich verliere schnell wieder die Verbindung mit dem Schöpfer, und wieder bin ich ein Neugeborenes, das seine Mutter verloren hat, das sich umschaut und sie nirgendwo sieht. Dies ist ein egoistischer Ansatz, aber es ist bereits das richtige Verlangen nach dem Schöpfer.

 

Aus dem 1. Teil der täglichen Kabbala-Lektion am 24.6.18
Vorbereitung auf den Kongress in Italien 2018

Arbeit in Abstimmung mit dem Licht

Die Wissenschaft der Kabbala beschreibt das Geschöpf von dem Niveau der Unendlichkeit (Ejn Sof) angefangen. Darin ist alles beinhaltet und die Unendlichkeit existiert in Bezug auf den Schöpfer. In der Unendlichkeit gibt es das Licht und das Gefäß, die in einer wunderbaren Einheit existieren: sie sind gleich und unterstützen sich gegenseitig, sie formen einander. So gibt es kein Licht ohne Gefäß und kein Gefäß ohne Licht. Das ist ihr ständiger Zustand.

Und um fortan ein Gefäß zu erhalten, das in der Unendlichkeit erschaffen wurde und das in Einheit mit dem Schöpfer gründet, im Bewusstsein und Verständnis seines Zustandes, wurden fünf Welten (Verhüllungen) erschaffen:

Adam Kadmon (A’’K), Azilut, Brija, Yezira und Assija (ABYA).

Und diese Welt befindet sich unter allen Welten, abgetrennt von ihnen. Wir sind völlig von dem spirituellen System abgetrennt, wir verstehen absolut nicht wo wir uns befinden und was in diesem System geschieht.

Die Barriere über uns nennt sich “Machsom”. Er bestimmt die Realität, in die wir geboren werden und in der wir leben: unsere jetzige Stufe der Entwicklung, die von Generation zur Generation verläuft.

Ein einziges Licht der Unendlichkeit füllt das gesamte Gefäß der Unendlichkeit. Sie sind eine Einheit.

Auf uns aber wirkt das Licht der Unendlichkeit in Form des Umgebenden Lichtes (Or Makif – O’’M), das uns zur Entwicklung erweckt. Wir hängen von ihm ab und wir sollen auf dieser Etappe studieren, wie wir mit diesem Licht eine gemeinsame Sprache sprechen können.

Wir sollen wissen, wie man seine Wirkung auf sich zieht, wie man sich ihm annähert, dank welcher Handlungen wirkt es mehr oder wirkt weniger auf uns. Man soll ständig mit ihm “flirten”, sich ihm anpassen, so wie sich ein Mensch der Sonne zuwendet, um sich zu bräunen. Genauso müssen wir innerlich handeln.  

Es ist für uns noch unbekannt, wie man eine maximale Einwirkung des Lichtes bekommt. Und doch ist diese Wirkung immer positiv, sie bringt uns immer Güte und Glück in allen Sinnen. Das ist wahrhaftig die volle Fülle. Für uns aber ist das bis jetzt nur das Umgebende Licht, weil wir seinen inneren Eigenschaften nicht entsprechen.  

Der Gast des Schöpfers muss dem Gastgeber gleichen. Der Hausherr versorgt ihn mit allem und will nur geben, mehr und noch mehr geben. Der Gast schämt sich aber. Er ist nicht imstande das auszuhalten. Dann macht er eine Einschränkung auf sich selbst und sagt: „Zuerst muss ich mich nach dem Gesetz ausrichten, um dem Gastgeber zurückzugeben. Nur auf diese Weise und nur in dem Maße werde ich fähig sein, Deine Güte zu empfangen”.

So bekommen wir vom Schöpfer das innere Licht: in dem Maß, in dem wir Ihm geben können. Dies ist nur in der Beziehung zwischen Liebenden möglich. Indem ich meinem Liebsten wohltue, genieße ich mein Geben, wie die Mutter, die sich um ihr Kind sorgt. Das Geben ist das Zeichen der Liebe. Deswegen, wenn wir der Liebe, die wir vom Schöpfer erwarten, entsprechen werden, werden wir sie auch spüren.

Wie erreicht man das? Wie wird man zum Gast, der dem Gastgeber mit einer Erwiderung antworten kann? Wie lernt man das Geben? Wie versteht man, was das ist? Denn jetzt kenne ich das nicht, ich bin voll und ganz in Selbstliebe versunken, in das Empfangen für mich selbst.

Hier kann ich nur die vorbereitete Grundlage nutzen, die das Gefäß bei der Wechselwirkung mit dem Licht gelegt hat. Das Gefäß ist damals zerbrochen worden, es wurde in Bruchstücke zerschlagen, damit man offenbart, wie stark man sich vom Gastgeber unterscheidet. “Ich möchte all mein Böses offenbaren, denn nur auf diese Weise kann ich Dir jemals ähnlich werden”.

Am Anfang, in der Welt Adam Kadmon, war eine “Aufteilung” des Lichtes in NaRaNChaY und eine Aufteilung des Gefäßes in KaChaB und SON gemacht worden. Danach, zwischen den Welten A’’K und Azilut geschah das Zerbrechen der Gefäße. Dann wurde ein großes einzelnes Gefäß zerteilt, zersplittert in viele Scherben. Jede Scherbe ist in sich selbst eingeschlossen, im Verlangen für sich selbst zu empfangen. Sie ist so verschlossen, dass sie nicht bereit ist, unfähig ist zu spüren was “der Nächste” bedeutet. Sie nimmt nur das wahr, was in ihr selber passiert. So eine Natur hat sie jetzt.

All die Milliarden von Gefäßen sind abgestiegen bis sie in diese Welt gefallen sind. Daraus entstand unser Universum. Danach hat seine Materie angefangen sich von unten nach oben zu entwickeln. Im Laufe dieses Prozesses hat sich unsere Erde geformt und auf ihr die Flora, Fauna und das Menschengeschlecht.

 

  

 

So geschah die Entwicklung in unserer Welt: die von oben herabgefallenen Funken haben angefangen sich miteinander zu Klumpen von Materie zu verbinden, zu Sternen und Planeten, zu Galaxien und Nebel. Danach haben sie sich auf der Erde zu unterschiedlichen Arten von Pflanzen und Tieren verbunden, zu denen auch wir gehören. Wenn es früher einen Prozess des Zerfalls gegeben hatte, der ein Ergebnis des „Zerbruches der Gefäße“ war, so spricht man jetzt von der Verbindung der Substanzen und Materialien. Die Gefäße sind herabgefallen und haben angefangen sich zu verbinden.

Mit wessen Hilfe? Mit Hilfe des Einflusses des Umgebenden Lichtes. Dafür brauchen sie keine bewussten, vernünftigen Handlungen. Auf den Niveaus der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur verbinden sich die Teilchen “selbständig” zu Atomen, Atome zu Molekülen, die Moleküle zu komplizierten Strukturen in biologischen Körpern. So wandelt sich allmählich die unbelebte Materie in die pflanzliche und tierische Materie um.

Aber die Stufe des Menschen gehört nicht zu unserer Welt, sie ist weiter. Wir sind bis jetzt ein Teil der tierischen Welt, die am weitesten entwickelt ist. Unser Leben ist den klaren Prinzipien unterworfen: wir tun immer das, was für uns einen maximalen Nutzen verspricht. Jeder ist hinter seinem eigenen Wohl her. Selbstverständlich versuchen wir gut miteinander auszukommen, damit wir uns nicht gegenseitig “auffressen”. Im Endeffekt aber kümmert sich jeder nur um sich selber. So ein “Programm” ist in uns integriert.

Dabei werden wir diametral dem Inneren Licht entgegengesetzt. Aber das äußere Licht wirkt auf uns in einer besonderen Art und Weise und bringt uns trotzdem nach vorne, zu einer größeren Verbindung. Doch indem wir uns verbinden, werden wir noch egoistischer.

Für die unbelebte Natur reicht das aus, was es gibt, sie will sich nur vor der Zerstörung schützen. Um sie zu zerstören, muss daher eine Kraft auf sie einwirken, die stärker ist als ihre egoistische Kraft der Selbsterhaltung. Sie hat keine anderen Verlangen.

Für die pflanzliche Materie ist das zu wenig. Sie will wachsen, sie absorbiert alles Nützliche und sondert alles Schädliche ab, sie verbreitet und vermehrt sich. Sie hebt sich vom Egoismus der unbelebten Materie stark ab.

So verbindet das Umgebende Licht, indem es seine Energie einbringt, noch mehr Teile miteinander, sie werden komplizierter und es entstehen lebendige Zellen, die sich vermehren, die die Umgebung wahrnehmen und lernen, sie für ihr Wachstum zu nutzen. Auf diesem Niveau ist der Egoismus schon mit der Umgebung verbunden.

Die Vertreter der tierischen Stufe offenbaren nicht nur ihre Umgebung, sie bewegen sich und gebären Nachkommen, um die sie sich kümmern. Mit anderen Worten: in ihrem Egoismus ist die gebende Kraft verwurzelt, die dem Egoismus dient.

Und wir, Menschen, nutzen die Umgebung von allen Niveaus noch stärker: die unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Umgebung. Denn unser Egoismus ist am weitesten entwickelt und er setzt seine Evolution fort. Die tierischen Arten entwickeln sich nicht, nicht so wie wir, sie sterben einfach aus. Andererseits verändert sich der Mensch von Generation zu Generation und das geschieht mit steigenden Geschwindigkeit. Noch vor 500 Jahren war der Sohn dem Vater ähnlich und der Enkel wurde ihnen beiden ähnlich: das gleiche Leben, das gleiche Gewerbe, die gleiche Kleidung. Heutzutage ändert sich der Mensch ständig, als ob er wiedergeboren wird. Im Prinzip ist sein Leben die Geschichte mehrerer Generationen vor ihm.

Warum wirkt das Umgebende Licht auf uns, lenkt uns auf so eine Art und Weise? Damit wir immer komplizierter werden. Je komplizierter die Struktur, desto schwieriger ist es, sich um sie zu kümmern und sie zu unterstützen. Je komplizierter die Verbindung der Verlangen ist, umso egoistischer werden sie, da sie größere, stärkere, innere Kräfte erlangen. Die Außenwelt wird von ihnen noch eigennütziger betrachtet, man sucht nach Möglichkeiten, um aus allem Profit zu schlagen. Im Idealfall möchten wir die ganze Welt “verschlingen”. So hat uns das Höhere Licht erschaffen.  

Heute sind wir zu einer Krise gekommen: die Natur, oder mit anderen Worten, das Licht, der Schöpfer, leitet uns zur maximalen Entwicklung unserer ursprünglichen Natur. Wir offenbaren aber, dass es uns davon nur schlechter geht. Es stellt sich heraus, dass wir keine positiven Kräfte mehr haben, die uns erlauben miteinander auszukommen und ein größtmögliches Vergnügen zu haben.

Wir wären froh, wenn wir den Prozess in andere Bahnen lenken könnten, uns ist bewusst, dass unsere Kinder eine bessere Erziehung brauchen, das Institut der Ehe soll gefestigt werden, wir müssen uns ändern, um nicht so aggressiv zu sein, wir sollten eine gute, freundliche Gesellschaft erbauen…

Aber es kommt alles anders. Ein winziger Anteil von Reichen besitzt die Hälfte der Weltgüter. Sie fürchten sich selber, sie wissen nicht, was zu tun ist, aber auf der anderen Seite sind sie nicht imstande darauf zu verzichten, sie sind nicht bereit, irgendetwas zu verteilen. Ihre gesamte “Barmherzigkeit” ist auf ihr eigenes Wohl gerichtet: darauf, dass die Situation ein bisschen gemildert wird und nicht mehr. Und auch darin sind sie nicht erfolgreich.

Also, im Endeffekt hat uns das Umgebende Licht dazu gebracht, dass wir das Böse erkennen. Deswegen stellen sich viele Menschen die Frage: “Wie soll es weitergehen? Was ist das für ein Leben?” Viele verfallen der Verzweiflung, nehmen Rauschgift, Beruhigungsmitteln, Antidepressiva. Solche Medikamente werden sogar den Schülern verabreicht. Und die leichten Rauschgifte werden sogar legalisiert. Nur um den Menschen zu beruhigen, und damit er leise erlischt…

Das wird noch nicht mal von dem Bösen Trieb erzeugt, sondern es ist eine Folge der Hilflosigkeit. Das alles ist das Resultat des Umgebenden Lichtes, weil es uns unseren wahren Zustand zeigen muss.

So, mit seiner Hilfe, sind wir zu einer gewissen Offenbarung des Bösen gekommen, zu den Fragen nach dem Sinn des Lebens. Manche werden von diesen Fragen zum Selbstmord oder zum Mord an anderen getrieben, oder zu Rauschgiften und so weiter. Manche nehmen diese Frage etwas empfindsamer wahr. Das hängt von den Reshimot ab, von dem “spirituellen Erbfaktor”, der im Menschen existiert und ihm eine neue Wahrnehmung gibt: ”Es muss eine Lösung, eine Antwort auf all das geben. Es ist notwendig für mich, zu einer besonderen Quelle vorzudringen, die mir die Antwort gibt, wofür ich lebe, was der Sinn meines Lebens ist”.

Wenn das Umgebende Licht den Menschen dazu bringt, ist das gut. Dann erweckt die Frage selber ein in ihm integriertes Potenzial und das Licht begleitet ihn weiter, dorthin, wo sich solche wie er versammeln. Das sind keine Körper, das sind Funken, sehnliche Fragen, innere Potenziale, die das Umgebende Licht versammelt hat. Es hat nur das die ganze Zeit getan: die Einzelteile verbunden. Egal, ob das die Elementarteilchen, Atome, Moleküle, Zellen und so weiter sind. Es macht seine Arbeit einfach weiter: es bringt alles zusammen.

Unser Kongress ist auch die Arbeit des Umgebenden Lichtes. Es sammelt die Verlangen, die nach oben streben.

Nachdem wir uns versammelt haben, suchen wir die Antwort, wie wir das Problem lösen können. Und hier, nachdem der Schöpfer den Menschen zum guten Schicksal gebracht hat und gesagt hat:” Nimm es dir”, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • entweder unterziehen wir uns unbewusst der Wirkung des Umgebenden Lichtes, das sich bisher um uns gekümmert hat
  • oder mithilfe der Gruppe, zusammen mit dem Licht, nehmen wir bewusst an dem Prozess teil mit Verständnis und Gespür.

Mit anderen Worten, wir sollen die Verbindung mit dem Umgebenden Licht herstellen. Wir sollen wissen, wie wir auf es einwirken und wie das Licht auf uns einwirkt, und wie man unsere Entwicklung mit seiner Hilfe steuern kann. Von hier und weiter bekommen wir die Freiheit der Wahl. Und deswegen muss man nur daran denken, wie es auf uns wirkt und wie wir seine Wirkung ändern, beschleunigen können. Das sollen wir studieren. Dafür sind wir zum Platz des Studiums geführt worden.   

Hier wird uns erklärt, dass wir im Endeffekt dieselbe Handlung ausführen sollen, welche das Umgebende Licht ausführt. Wie es die Materie versammelt hat, indem es kompliziertere Strukturen schuf, so müssen auch wir diese Arbeit weitermachen. Wir machen selber weiter, mit Hilfe der Mittel, die uns zur Verfügung stehen.

Das Licht hat mich zur Gruppe gebracht und ich bin verpflichtet, für ihre Verbindung in ein Ganzes, in ein System zu arbeiten. So gehe ich zusammen mit ihm und dann sehe ich in ihm einen Partner. Jetzt bewegt mich das Licht nicht mehr zu etwas, ich nutze es nicht als die entgegengesetzte Kraft, sondern als eine helfende Kraft, sie ist in meinen Händen.

Und hier befindet sich die gesamte Wissenschaft der Kabbala. Sie spricht darüber, wie wir von hier an und weiter unsere Verbindung auf solche Weise nutzen können, damit das Umgebende Licht sie fördert. Die am Anfang kleine Verbindung wird solange wachsen bis sie alle Menschen auf der Welt erreicht. Und dann werden wir auf diese Weise zurückgehen zur Unendlichkeit, um die Verbindung zu vervollständigen.  

Wenn wir aber nicht erfolgreich sind, wenn wir das nicht wünschen, wird uns das Umgebende Licht durch das unumstößliche Gesetz trotzdem korrigieren, weil wir die Endkorrektur in einer bestimmten Periode von 6000 Jahren erreichen müssen. Vieles ist inzwischen schon gemacht worden und für uns bleibt nur noch ein bisschen übrig.

Indem wir uns verbinden, müssen wir uns mithilfe des Umgebenden Lichtes in die Übereinstimmung mit der Eigenschaft des Inneren Lichtes bringen.

Das Innere Licht ist das Geben und die Liebe. Wir wissen nicht was das ist. Hier muss man verstehen, dass in jeder Welt ein besonderes “Netz” existiert, ein Modell, eine Schablone, nach der wir uns in einer Gruppe verbinden sollen: jedes Mal anders. In der Welt Assija verbinden wir uns, sagen wir, in Form einer Ellipse, in der Welt Yezira als Dreieck, in der Welt Brija in Form eines Quadrates, in der Welt Azilut in Form eines Kreises… Jedes Mal erhält die Verbindung zwischen uns, die Verbindung der Gruppe eine mehr und mehr qualitative Form.

 

 

Indem wir uns darum bemühen, fügen wir uns in eine Art “Muster” ein. Das ist nicht leicht, ungemütlich, unangenehm, aber wir haben keine andere Wahl, wir sind verpflichtet uns einander noch näher zu bringen. Jeder “stockt auf”, schränkt sich ein, jeder heftet sich mehr und mehr an die anderen an und so, peu à peu, erbauen wir eine qualitativ höhere Struktur der Einheit.

Das Umgebende Licht hilft uns dabei. Wenn wir uns bemühen, uns in das neue Format einzubringen, dann hilft es uns. Es hilft uns auch, wenn wir uns irren, es “drückt” ein bisschen auf uns, aber auf eine gute Weise, wie ein Schullehrer.

Wenn wir aber faulenzen, wird seine Wirkung negativ und sie bringt uns das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen. So lernen wir, ohne dass wir dabei eine Wahl haben, aus dem Negativen das Positive.

So oder so wird alles von dem Umgebenden Licht gemacht. Das Gebet zu erheben bedeutet, dass wir in Bezug auf das Umgebende Licht ein Verlangen enthüllen. Die Antwort auf das Gebet bedeutet, dass die Lichter zu uns kommen und uns nach vorne ziehen. In dieser Arbeit schreiten wir voran.

Das Wichtigste ist: sich jeden Augenblick daran zu erinnern und sich vorzustellen, dass wir eine neue Form der Verbindung annehmen sollen, jedes Mal eine neue Form aufbauen sollen. Dann werde ich selber formen, mich selber erschaffen, die Materie meiner Verlangen verlassen und darin die Materie sehen, wo ich der Schöpfer bin.

Das ist das Besondere in der Art und Weise dieser Methode, die Erbauung, die unvergleichbaren Genuss gibt, den Genuss von der Stufe des Schöpfers, der das Geschöpf formt. Das ist das Höhere Licht, NaRaNChaY, das kommt und uns füllt. Es gibt keinen größeren Genuss im ganzen Geschöpf als uns selbst als Schöpfer zu sehen. Einerseits bist du mit dem Material nicht nur von fern bekannt, andererseits annullierst du dich, trittst aus ihm heraus  und beginnst, daran von außen zu arbeiten, damit du diesen “Esel” in den “Stall”, in die richtige Form bekommst, ob als Ellipse, Dreieck, Quadrat oder Kreis Es ist verständlich, dass hier nicht die Rede von geometrischen Figuren ist, sondern von Eigenschaften: sie werden in uns geboren, wir gebären eine nach der anderen und spüren wie wir uns ändern…

Und wirklich, das ist eine besondere Arbeit, ein großes Geschenk vom Schöpfer, der uns erlaubt zu fühlen, wie es eigentlich ist Er zu sein. Und das alles ist uns auferlegt.  

Indem wir schließlich aus uns das Ebenbild des Schöpfers erschaffen, spüren und verstehen wir das gesamte Geschöpf und wir kommen zur Verschmelzung, die der Sinn der Endkorrektur und das Ziel des Geschöpfes ist.  

Indem wir beginnen an der Bürgschaft in der Gruppe zu arbeiten, begreifen wir diese Aufgabe und arbeiten die ganze Zeit in der Gegenwart des Umgebenden Lichtes in Ausrichtung auf das Innere Licht. Wir streben dazu, mithilfe des Umgebenden Lichtes dem Inneren Licht ähnlich zu werden.

Inzwischen verstehen wir noch besser, dass es niemanden gibt außer Ihm. Er wirkt in uns, Er ruft in uns alle Gedanken und Verlangen hervor, Er gibt uns alle Möglichkeiten durch die Umgebung, Er erweckt alles, außer einem Punkt: dem Punkt unserer freien Wahl.

So finde ich durch die Verbindung in der Gruppe meine neue Form. Er hat mich bis hierhin geformt und die Suche nach der nächsten Form ist „mein wahres Selbst“. Ich mache eine Analyse und befinde mich in der Entwicklung, auf der Suche nach meiner vollkommenen Form.

Das bedeutet das Prinzip “Es gibt niemanden außer Ihm”: wir handeln mithilfe des Umgebenden Lichtes, um zum Inneren Licht zu kommen.

 

Vom “Welt Sohar Kongress,” 2. Tag, Lektion 4, 2/6/14

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Blitz Antworten vom Kabbalisten

Frage: Nach einem Tag ohne Kabbala bin ich unglücklich. Wieso beeinflusst mich die Kabbala wie eine Droge, die mir ein Glücksgefühl verleiht?

Meine Antwort: Weil ihr euch ansonsten nicht in das System, das euch erfüllen kann, einschaltet.

Frage: Wenn die Welt vollkommen ist, und ich willentlich verdorben bin, sind Konflikte wie zwischen “Plus” und “Minus“ unausweichlich. Wie gleicht man das Gute mit dem Bösen in sich aus?

Meine Antwort: Beurteilt auf keinen Fall, weder das Gute noch das Böse. Hebt keines von beiden auf, sondern versucht ihre Verbindung, Verschmelzung, Ergänzung zu erreichen. Die Vollkommenheit befindet sich zwischen den beiden, in der mittleren Linie.

Frage: Sind die egoistischen Altruisten in unserer Welt glücklicher als die einfachen Egoisten?

Meine Antwort: Die egoistischen Altruisten sind noch weniger eingeschränkt. Damit man aber zu einem Altruisten in unserer Welt wird, muss man als Altruist geboren werden oder in so eine Klicke kommen, wo du einer “Gehirnwäsche” unterzogen wirst. Und dann kannst du ein Altruist sein und glücklich darüber sein. Das ist aber eine Art von Suggestion und keine innere Suche des Menschen.

Frage: Was bedeutet es die Eigenschaft des Gebens zu erlangen? Erklären Sie das bitte so gefühlsmäßig wie möglich.

Meine Antwort: Fragen Sie eine Mutter, die sich um ihr Kind sorgt, wie glücklich sie ist, ihm zu geben, etwas für es zu tun. Seht wie sie sich um es kümmert, achtet, es ständig berühren will, ihm etwas zurecht macht. Das ist eine tierische Eigenschaft des Gebens, die uns zeigt, dass dies auf der materiellen Ebene möglich ist. Zum Teil ist das zeitlich begrenzt, aber es ist möglich. 

Frage: Was wünschen Sie ihren Schülern?

Meine Antwort: Ihr solltet zur mittleren Linie streben und in ihr alles entscheiden: die Hausaufgaben, die Aufgaben in der Gruppe, in der Küche, auf der Arbeit, eure Einstellung zum Leben. Das Wichtigste aber ist die Beziehung zwischen euch. Alles muss in der mittleren Linie sein: es gibt nichts Schlechtes und nichts Gutes, es gibt alles nur zum Wohl der spirituellen Entwicklung.

 

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Die kochende Lava der Einheit

Zur  Vereinigung kann man nur durch eine Attacke kommen. Wir haben nämlich eine Kraft, die sich auf jede mögliche Weise der Vereinigung widersetzt. Aber in den Grenzen von dieser Welt hindert uns diese Kraft in nichts. Der Egoismus eines Menschen behindert ihn nicht in dieser Welt, sondern trägt allein zur Entwicklung bei.
Deshalb ist es nicht schlimm, dass es in uns den Egoismus gibt. Ganz im Gegenteil, wenn ein Kind nichts möchte, nicht danach strebt, die ganze Welt zu erobern, dann ist es unterentwickelt, und das ist alarmierend.
Je größer der Egoismus in einem Menschen dieser Welt ist, desto größer sind seine Möglichkeiten im Leben voranzukommen. Es ist aber notwendig, sein Ego in die richtige Richtung zu lenken, damit es nicht destruktiv wird und der Gesellschaft nicht schadet. Aber wenn er, dank dem Egoismus, eine große Arbeit leistet und viel erreicht, ist es zum Vorteil für ihn und für die Welt.
Genauer gesagt ist das nicht einmal „Egoismus“, sondern die Entwicklungskraft, die im Evolutionsprogramm, in der ganzen Natur, in jedem Menschen eingebettet ist. Der wahre Egoismus, von dem gesagt wird: „Ich erschuf den bösen Trieb und dazu die Tora als ein Mittel zu seiner Korrektur“, kommt erst dann zum Vorschein,  wenn wir nach Vereinigung streben. Innerhalb dieser Verbindung offenbaren wir die Kraft, die ihn hemmt.

Das Verlangen, uns zu vereinen ist unser Streben, das System der gemeinsamen Seele, das System vom ersten Menschen, Adam, der zerbrochen wurde, zu korrigieren. Es ist unsere Pflicht, dies zu korrigieren, denn der Schöpfer hat uns das Zerbrechen als einen Ort der Arbeit vorbereitet, damit wir alle zerbrochenen Teile verbinden können.
Indem wir versuchen, sie zu vereinen, enthüllen wir die Kraft, welche die Vereinigung verhindert. Genau diese Kraft ist der Egoismus. Gegen sie gibt es eine Kraft namens Tora, das Licht, welches zur Quelle zurückführt. Man muss wissen, wie man diesen bösen Anfang in sich aufdeckt, diese Schlange, die uns daran hindert, uns zu vereinigen.
Es ist notwendig, diese Kraft zu schätzen, die sich der Verbindung widersetzt und man darf sie auf keinen Fall zerstören. Wir müssen diese Kräfte von jedem einzelnen einsammeln und versuchen, sie zu überwinden. Dann werden wir herausfinden, dass wir sie aus eigener Kraft nicht zähmen können, weil dies eine vom Schöpfer geschaffene Kraft ist,  deswegen wird hier die Tora, das Licht der Korrektur benötigt.
Nur jene Menschen, die das Bedürfnis nach Einheit erkannt haben, benötigen die Tora und das Höhere Licht, welches uns zur Einheit und Korrektur führt.
Trotz der enormen Widerstandskraft des Egoismus vereint die Kraft der Tora unsere steinernen Herzen miteinander, wärmt sie auf, schmilzt sie und verwandelt sie in eine kochende Lava, in eine geeinte Kraft. Dann kommen wir zu einem spirituellen Gefäß (Kli) aus den zehn Sefirot, zum Parzuf, zum Teil von Adam HaRishon, welchen der Schöpfer erschuf und zerbrach.
So schreiten wir voran und alles beginnt mit unserem Wunsch nach Vereinigung. Du kannst nirgendwo sonst nach dem bösen Anfang suchen, sondern nur innerhalb der Vereinigung. In diesem Fall wird er sich offenbaren. Wir suchen nicht das Böse, sondern das Gute, die Verbindung, die Einheit, dann aber offenbaren wir das Böse.
Wir folgen immer der rechten Linie, und wenn sich in ihr die linke Linie offenbart, dann muss sie parallel zur Rechten existieren und ist für uns notwendig. Dann arbeiten wir an der mittleren Linie, um die linke und die rechte Linie als ein Ganzes richtig zu verwenden.

 

Aus der Lektion zum Thema „Attacke auf die Vereinigung“, 08.06.2018

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