Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Evolution'

Die Geduld wächst gemäß der Größe der Geduld 

Frage: Einerseits brauchen wir ein ständiges inneres Brennen, anderseits aber auch Geduld. Wie können wir das vereinen?

Meine Antwort: Die Geduld wächst nur gemäß der Größe der Geduld. Anders kann man diese Eigenschaft nicht erlangen. Neben meinem Lehrer Rabash habe ich die unterschiedlichsten Perioden erlebt und manchmal bin ich wortwörtlich verbrannt vor Ungeduld. Im Endeffekt kann ich nicht sagen, dass ich mich daran gewöhnt habe (bezüglich der Spiritualität gibt es keine Gewohnheit), es kam einfach die Erkenntnis meines Zustandes.

Hier hilft eine Herangehensweise, die  „Demut“ heißt. Ohne sie ist es unmöglich. Wenn der Schöpfer gut gegenüber den Sündern und den Gerechten ist und wir befinden uns in Seiner Wahrnehmung, schon am Ende der Korrektur, dann vollzieht sich das ganze Geschehen nur in mir, in meinen Empfindungen. Wenn aber alles von meinen Verlangen abhängt, meinen Gefäßen (Kelim), bedeutet dies, dass meine gesamte Korrektur darin besteht, dass ich die höhere Lenkung richtig verstehe, meinen gegenwärtigen Zustand verstehe.

Wenn sich mein Zustand ändern wird und so zum Ende der Korrektur kommt, dann werde ich eine andere Welt sehen? Werde ich genau dieselben Gesichter um mich herum sehen? Sah  Baal HaSulam, der sich am Ende der Korrektur befand, diese Welt nicht so wie wir sie sehen? Sah er dieses ganze Entsetzen nicht?

Natürlich sah er das. Er hat aber diese Welt wie die absolut gute Welt angesehen und dabei hat er sich in unsere Verlangen eingekleidet und hat gespürt wie wir diese Welt in einer anderen Form wahrnehmen.

Die Geduld liegt darin, dass du verstehst, dass die Welt schon korrigiert ist, alles ist korrigiert. Es gibt aber noch einige Etappen der Korrektur, die denjenigen auferlegt werden, die diese Notwendigkeit spüren. Im Endeffekt kommt dieses Verständnis zu dir. Man kann die Stufen nicht überspringen und sofort dahinkommen. Man kann sich nur selber helfen, indem man sich in eine dafür geeignete Umgebung begibt, nicht mehr.

Gegen den Schöpfer kannst du keine Vorwürfe anbringen, weil Er von Anfang an alles korrigiert erschuf. Das Geschöpf muss aber in sich all diese Verlangen entwickeln, damit es Seine ganze Güte erfasst. Das kann man nicht schenken, ansonsten wird das Geschöpf den Endzustand nicht spüren.

Die Offenbarung des Bösen muss man durchlaufen und nicht in diesem Zustand verbleiben. Und durch die Offenbarung des Guten erfahren wir, dass wir uns darin befinden. Also am Anfang ist es notwendig, dass die Dunkelheit herrscht, die Verhüllung, die Offenbarung dieses Zustandes. Dieser Zustand ist nicht schlecht, weil dein Egoismus leidet, sondern weil es in diesem Zustand keine Verbindung mit anderen gibt, weil es kein Geben gibt.

 

Aus dem Unterricht „Vorwort zu TES“ 

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„Denn Feuer lodert auf meinem Antlitz“

„Denn Feuer lodert auf  meinem Antlitz und brennt zutiefst bis ins Scheol (Totenreich), verzehrt die Erde samt der Frucht und setzt der Berge Grund in Flammen.“ (Tora, „Debarim-Rückschau“, 32:22)

Alles, was der Mensch aus selbstsüchtigen Idealen tut, wird auf vier Arten verenden und zugrunde gehen. Das Buch Sohar beschreibt dies auf sehr unangenehme Weise.

Es heißt, dass das Feuer die Frucht der Erde verzehrt, d.h. am Ende wird nichts übrig bleiben. Jetzt denken wir, dass das goldene Zeitalter vor uns liegt: Roboter werden für uns arbeiten und wir werden den ganzen Tag am Strand liegen oder spazieren gehen und Spaß haben. Nein, das wird nicht passieren.

Im Gegenteil, die Menschen werden in tiefe Depressionen fallen, Tabletten und Drogen konsumieren! 

Sie werden die ganze Welt und sich selbst hassen, sie werden sterben wollen und es nicht können! Das Leben wird schlimmer als der Tod sein. Das ist wirklich die echte „Hölle“.

Ein Mensch, der unter Depressionen leidet, wird froh sein zu sterben. Und was soll er machen, wenn er nicht in der Lage ist, sein Leben zu beenden? Das Leben ist totales Elend.

Frage: Was bedeutet: „Und setzt der Berge Grund in Flammen.“?

Meine Antwort: „Berg“ kommt vom Wort „Irurim“(„Zweifel“) und bedeutet alle möglichen inneren Störungen. Wir sehen, dass all das vom Schöpfer kommt und wir nicht davon laufen können. Es geschieht, weil wir Seine Lenkung missachten und uns nicht über den Egoismus erheben wollen, um zur Liebe und zum Geben zu kommen. Deshalb werden wir fühlen, dass Er uns entgegengesetzt ist. Wir werden nicht leben, aber auch nicht sterben können und wir werden in jeder Sekunde Leid empfinden!

Solche Zustände werden letztendlich die Menschheit zur Korrektur führen, aber das ist ein sehr langer und schrecklicher Weg, der  „Der Weg des Leidens“ genannt wird.

 

Aus dem TV-Programm „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“, 01.02.2017

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Die kommende Formation  – die Vereinigung der Menschheit

Frage: Die materielle Arbeit, die uns ernährt, wurde vom Schöpfer erschaffen. Hat dies Geltung, um den Egoismus des Menschen, den bösen Trieb, zu korrigieren?

Meine Antwort: Natürlich, materielle Arbeit wurde vom Schöpfer erschaffen und im Laufe der Evolution weiterentwickelt, um uns der Korrektur näher zu bringen. Die Korrektur besteht jedoch nicht in der physischen Arbeit. Im Laufe der Evolution ist die Menschheit durch verschiedene soziale, politische und staatliche Entwicklungen gegangen, um zum jetzigen Zustand zu gelangen, wo die Welt zum ersten Mal seit tausenden Jahren ihre egoistische Entwicklung erlebt.

Aber heute geht es zu Ende. Geld wird allmählich seine Macht verlieren. Arbeit verliert ihren Wert, und es wird immer weniger Arbeit geben. Dementsprechend wird die Grenze zwischen Reichen und Armen, Starken und Schwachen verschwinden und  Hierarchien nehmen ab. Alle möglichen Ausschreitungen, die der Egoismus in der menschlichen Gesellschaft erschaffen hat, werden verwischen und an Wert verlieren. Darum wird die gewichtige Bedeutung von „Arbeit“, die auf Selbstsucht aufgebaut war, verschwinden.

Frage: Wird es weiter Arme und Reiche geben?

Meine Antwort: Nein. Jetzt gibt es noch diese Unterteilung der Bevölkerung, dass  aus der ganzen Menschheit vielleicht nur mehrere Tausende Menschen reich sind, und alle anderen arm. Das heißt, eine kleine Gruppe von Menschen wird an der Spitze sitzen und die restlichen Milliarden ganz unten. Aber die Menschheit wird  so nicht leben können.

Wir sprechen nicht über Sozialismus, Kommunismus, Gegensätze und dergleichen, denn die Natur wird uns selbst zur Verbindung treiben. Deshalb durchleben wir die Zustände der unterteilten Menschheit, damit wir verstehen, dass es so nicht weiter gehen kann.

Gemäß der Wissenschaft der Kabbala wird uns die Natur zur Erkenntnis bringen, dass die nächste Formation, die nächste Entwicklungsstufe, die Vereinigung der Menschheit ist, zu gleichen Bedingungen, weil Vermögen, Ego, Gehalt, nicht als Maß für den Erfolg stehen werden.

Für den Erfolg werden andere Rahmenbedingungen gelten. Er fließt aus der Hierarchie heraus nicht von unten nach oben, sondern von außen nach innen. Derjenige, der mehr für die Verbindung arbeitet, wird eine höhere Energie aus der Natur empfangen, einen besonderen Zustand, Harmonie, die Ähnlichkeit mit der Höheren Natur.

Diese Menschen werden wirklich groß, mächtig und reich werden. Aber das geschieht nur dann, wenn sie verstehen, dass der Reichtum die  Verbindung zwischen ihnen bedeutet. Die Aufmerksamkeit des Menschen wird sich auf die Arbeit für die Verbindung fokussieren. Und das wird eine echte Arbeit sein.

Frage: Aber der Wert, ob man glücklich ist oder nicht, bleibt?

Meine Antwort: Auf jeden Fall! Darüber hinaus bleiben die Höheren und die Niederen. Aber sie werden nach anderen Kriterien bewertet, danach, wie viel man in die Verbindung investiert.

Frage: Und dann werden sie glücklicher sein?

Meine Antwort: Sie werden nicht nur glücklicher sein, sondern auch respektiert und verehrt. Und dies wird zur Konkurrenz antreiben.

Frage: Was ist mit der Filmbranche, Theater, bleibt das?

Meine Antwort: Selbstverständlich. Alles bleibt, was in sich ein spirituelles Potenzial tragen kann, einschließlich der Kunst, die die inneren Impulse des Menschen zum Ausdruck bringt.

Und alles andere wird nur in dem Maße existieren, dass wir genug zum Anziehen haben, unseren Körper gut versorgen und ihm Schutz geben können.

 

Aus der Lektion auf Russisch, 18.12.2016

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Das Gesetz vom Management der Welt, Teil 1

Unsere ganze Wirklichkeit ist vollkommen dem Gesetz unterworfen und wird, gemäß der Weisheit der Kabbala, durch das alleinige Gesetz der Höheren Kraft, die Natur genannt wird, kontrolliert. Wir nennen diese Höhere Kraft auch der Schöpfer, weil er tatsächlich das gesamte Universum erschaffen hat.

Die Natur dieser Kraft arbeitet allein zum Wohle ihrer Geschöpfe; das heißt, sie ist absolut gut. Aber wenn wir das nicht sehen, liegt hierin der einzige Grund, warum wir den Schöpfer nicht verstehen können.

Kabbalisten sind Menschen, die diese Höhere Kraft erforschen und ihre vollkommene Güte offenbaren. Und selbst gewöhnliche Naturforscher sehen, dass, obwohl jeder den anderen in der Natur verschlingt, alles besonderen Gesetzen unterliegt und letztendlich der allgemeinen Entwicklung aller erschaffenen Wesen zugute kommt.

Die moderne Wissenschaft zeigt, dass die Natur allumfassend und ganzheitlich und alles darin  vollkommen miteinander verbunden ist. Nichts kann aus diesem Rahmen  herauskommen. Alle Zellen und Systeme arbeiten in Harmonie zusammen, wie in einem gesunden Körper, und bereiten alles auf ein höheres Ziel vor, das über unserer gewöhnlichen, körperlichen Existenz liegt. Wir finden dieses Gesetz in allen Formen der Natur und auf allen Ebenen.

Das Wissen dieser Gesetze ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Existenz. Die unbelebte Materie, Pflanzen und Tiere handeln nach ihren Instinkten, sie spüren die Ordnungen der Natur und führen sie unbewusst aus, beim Menschen hingegen ist es viel komplizierter.

Wir wissen nicht, wie wir uns verhalten sollen. Unsere Instinkte sind nicht stark genug, um unser richtiges Verhalten zu garantieren, obwohl wir uns nur von ihnen leiten lassen. Und das alles, weil der Mensch ein soziales Wesen ist und daraus rühren alle Schwierigkeiten.

Bei allem also, was mit der sozialen Ordnung zu tun hat, funktionieren Instinkte nicht mehr. Sie werden nicht länger durch die Natur reguliert.

Wünsche nach Nahrung, Sex und Familie sind mehr oder weniger verständlich und bereiten uns keine Probleme. Aber in allem, was die Gesellschaft betrifft, wie das Verlangen nach Reichtum, Macht und Wissen, sind wir sehr verwirrt. Unsere inneren Instinkte sagen uns nicht, wie wir uns hier verhalten sollen.

Wünsche nach Nahrung, Sex und Familie gehören zur tierischen Stufe, und deshalb können wir uns in diesem Bereich auf unsere Instinkte verlassen, sie sind wie bei allen anderen Tieren inhärent.

Aber in Bezug auf die rein menschlichen Wünsche müssen wir die richtige Richtung für unsere Entwicklung finden. Ansonsten erweisen sich sowohl Geld und Macht als auch Wissen als Ursache für all unsere Probleme. Durch die tiefgreifende Entwicklung unseres Verstandes erfinden wird die Waffen für unsere eigene Zerstörung.

In den früheren Jahrhunderten alter Geschichte entwickelte sich der Mensch instinktiv wie ein Tier. Unser Egoismus trieb uns stets voran und alles war sehr einfach. Die Entwicklung ging ihren natürlichen Weg, Schritt für Schritt, von einer Manifestation zur nächsten: Sklaverei, Feudalismus, Kapitalismus, und auch der Egoismus wuchs.

Aber heute ist die Zeit gekommen, in der unser Ego seine Entwicklung beendet hat und aufhörte, der Motor für die Evolution zu sein. Er scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben und es gibt nirgendwo einen weiteren Weg. Deshalb kommt alles in den Prozess der Stagnation: Wissenschaft, Produktion, junge Leute, die nicht heiraten und  keine Kinder wollen.

Es gibt eine allgemeine Ermüdung, weil ein Mensch fühlt, keine Antwort auf die Hauptfrage zu bekommen: “Wozu lebe ich?“

Schließlich wussten wir während der vergangenen Jahrtausende, in welche Richtung wir uns entwickelten und unser Egoismus verlangte nicht mehr als nötig. Er hatte sehr reale Bedürfnisse: eine gute Familie, ein Beruf, Kinder und Geld und wir entwickelten uns entsprechend dieser Verlangen. Heute allerdings hat unser Verlangen zu empfangen sein lineares Wachstum beendet und das ist das Problem.

In der Tat begann dieser Prozess vor fünfhundert Jahren zur Zeit des Ari: das Verlangen hörte einfach auf zu wachsen  und „verendete“. Alle Teile der Verlangen in Bezug auf die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur haben sich bis zu einer bestimmten Stufe entwickelt und müssen sich nun in der korrekten Form vereinen.

Das heißt, jetzt müssen wir uns verbinden. Wenn wir uns auf  die richtige Weise miteinander verbinden, werden wir die Eigenschaft des Gebens erlangen, die die Eigenschaft des Schöpfers ist und folglich die gemeinsame Kraft der Natur zwischen uns enthüllen. Diese Kraft zeigt sich gerade in der richtig korrigierten Verbindung zwischen uns.

 

aus: Kongress „Die Zukunft beginnt hier“ in Europa, 25.08.2017. Das Gesetz von der Führung der Welt, Lektion 1

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Der Begriff “Gott“ in der Kabbala

Frage auf Facebook: Einen zentralen Platz in allen Religionen nimmt der Begriff „Gott“ ein. Was ist Gott in der Kabbala?

Meine Antwort: Gott in der Kabbala ist die allgemeine Kraft der Natur, außer der nichts anderes existiert.

Für den Menschen ist das ein abstrakter Begriff. Wir können nicht über etwas reden, was sich außerhalb unserer Wahrnehmung befindet. Keiner hat das je wahrgenommen. So ein Zustand des Schöpfers ohne einen Bezug zu uns, d.h. wenn diese höhere Kraft selbständig existiert, kann von uns auf keinen Fall offenbart werden und deswegen heißt diese Kraft „Azmuto“, also Er an Sich.

Alles, was wir wahrnehmen und das, was uns zu offenbaren gegeben wird, sind die Handlungen der höheren Kraft an uns. Die Kabbala befasst sich mit den Offenbarungen dieser Handlungen an den Menschen.

Wir nennen diese höhere Kraft „Schöpfer“, weil Er den Menschen erschaffen hat. Er hat im Menschen alle Eigenschaften erschaffen. Innerhalb dieser Eigenschaften nehmen wir unsere Welt wahr und wir können durch unsere Empfindungen den Schöpfer selber (der uns erschaffen hat) wahrnehmen. Wir können erforschen wieso Er uns mit solchen Eigenschaften erschaffen hat, mit solchen Beschränkungen oder umgekehrt mit solchen Möglichkeiten, und das was der Schöpfer von uns will.

Indem wir uns in diese Richtung entwickeln, beginnen wir Ihn selbst zu offenbaren, also den Schöpfer. Nicht Azmuto, nicht Ihn an Sich, sondern den Schöpfer gegenüber uns. Auf diese Weise erforschen wir Seine Handlungen, wie Er unsere Welt und andere Welten erschaffen hat, also ein bestimmtes System der Verbindungen zwischen Sich und uns.

Ein solches System der Verbindungen, allmählich absteigend zu unseren Stufen, heißt „die Welten“. Dieses System nimmt auf uns Einfluss.

Bei der Erforschung dieser Welten erforschen wir den Schöpfer, erforschen wir uns selbst, wir verstehen in welchen Zuständen wir uns in der Verbindung mit Ihm befinden. Wir können im Einklang mit diesen Zuständen handeln und unser Verhalten, unsere Handlungen ändern, damit wir uns noch mehr zu noch höheren Verbindungen erheben können. Mit dem Schöpfer unmittelbar verbunden zu sein, bedeutet wortwörtlich – Gesicht zu Gesicht.

Mit anderen Worten, wir können sehen, welche unserer Handlungen welche Reaktionen in Ihm hervorrufen und umgekehrt, welche Seiner Handlungen welche Reaktionen in uns hervorrufen und wir können eine absolut vollkommene, offene und gegenseitige Verbindung erreichen.

Sobald wir diese Möglichkeit zu offenbaren beginnen, sie allmählich offenbaren und erreichen, ändern wir natürlich unser Verhalten, das geschieht in der Übereinstimmung mit dem, was wir offenbaren. Dabei treten wir auf eine völlig andere Stufe unserer Entwicklung, indem wir uns hin zum Ebenbild des Schöpfers ändern. Unsere Welt und wir selber werden dabei radikal verändert und unser Zustand wird immer sicherer, angenehmer, richtiger, wahrhaftiger.

Frage: Wen nenne ich Gott, wenn ich Kabbala studiere?

Meine Antwort: Gott nenne ich die allgemeine Kraft der Natur. Sie heißt auch „Elokim“. Der Zahlenwert (Gematria) dieses Wortes ist „Tewa“, “der Natur“ gleich. Die gesamte Natur, welche ich offenbare, alles, was mich von außen beeinflusst, nenne ich Schöpfer. Und alles, was sich in meinem Inneren befindet, nenne ich die Ableitungen des Schöpfers.

Das Ziel unserer Arbeit, des Studiums und der unterschiedlichen Handlungen besteht darin, das absolute Ebenbild des Schöpfers in den Verlangen, Absichten und Handlungen zu erreichen, und so erreicht man auch eine vollkommen harmonische Verbindung.

So wie ich offenbare, dass alle Eigenschaften des Schöpfers das Geben und die Liebe sind, genauso erhebe ich mich zu diesen Eigenschaften. Das alles wird durch die Gefühle wahrgenommen, weil der Mensch ein fühlendes Geschöpf ist. Der Verstand wurde uns gegeben, um diese Gefühle zu lenken und sie zum Ebenbild des Schöpfers zu formen.

Wir sind nur dafür erschaffen. Damit wir aber zu dieser Erkenntnis kommen, zu dieser Folgerung und Handlung, müssen wir sehr lange Etappen der Geschichtsentwicklung durchlaufen: unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich.

Jetzt sind wir zur letzten Etappe der menschlichen Entwicklung gekommen. Wir sollen nur den Schöpfer offenbaren und uns zu seinem Ebenbild erschaffen. Dann werden wir, die Menschen, uns „Adam“ (übersetzt bedeutet das „Ähnlicher“) nennen.

 

Aus dem TV Programm „Neuigkeiten mit Dr. M. Laitman“ 

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Vor den Schlägen des Schicksals

Frage: Wenn es uns nur so erscheint, dass wir selbst unser Schicksal wählen, es aber in Wirklichkeit schon im Voraus geschrieben wurde, wie regelt dann dieses Programm mein Leben, wie lenkt es mich durch alle Vorkommnisse?

Meine Antwort: Du existierst als passives Element in diesem Programm. Es muss dich nicht einmal kontrollieren, da du darin wie ein Transistor im Prozessor enthalten bist. Es gehen verschiedene Signale durch diesen Transistor, es scheint, als würde er ein unabhängiges Leben leben. Aus diesem Grund fühlst du dein persönliches Leben als Fragment des gesamten Bildes.

Frage: Wie soll ich mich in diesem Fall auf die verschiedenen, traurigen und glücklichen Ereignisse in meinem Leben beziehen?

Meine Antwort: Tiere reagieren auf alles instinktiv, in Übereinstimmung mit den angeborenen Qualitäten, die in dem Programm enthalten sind. Sie können daher keine unabhängige Reaktion haben. Die Menschen haben sich über die Tiere entwickelt. Sie begannen Erfahrungen mit komplexen Gedächtnissystemen wahrzunehmen. Von dort aus erbauten sie, aus den Dingen, die in ihrem Leben geschahen, Antworten auf.

Ein Tier reagiert lediglich auf die momentanen Bedingungen wie Regen, Schnee oder ein gefährliches Raubtier. Die Menschen fingen an, ihr Schicksal mit verschiedenen Kräften der Natur zu verbinden. Sie begannen die Sonne, den Mond und so weiter anzubeten. Sie opferten diesen Kräften und versuchten sie zu beschwichtigen. So entstanden Religionen.

Unser Vorfahre Abraham stellte auch Götzen her, bis ihm offenbart wurde, dass er sein Schicksal nicht auf diese Weise beeinflussen konnte. Die Religion bietet nur psychologische Hilfe an, was natürlich auch sehr wichtig ist. Religion beeinflusst in irgendeiner Weise die höheren Kräfte der Natur.

Frage: Durch was kann man die höheren Kräfte der Natur beeinflussen?

Meine Antwort: Ein Mensch existiert unter dem Einfluss innerhalb der Naturkräfte. Wenn er herausfindet, zu welchem Ziel sie ihn führen, wird er diesen Kräften vorangehen können. Wenn er Handlungen ausführen kann, bevor ihn diese Kräfte stoßen, dann wird er in der Lage sein, sich freiwillig dem ihm zugewiesenen Ziel zu überlassen.

Die Naturkräfte drängen ihn durch Leiden nach vorne. Sie drängen ihn von hinten, er wird durch sein eigenes Handeln vorankommen.

Frage: Wie kann ich herausfinden, zu welchem Ziel mich die Naturkräfte drängen?

Meine Antwort: Die Weisheit der Kabbala beschäftigt sich damit. Ein Mensch lernt durch das Studium, wie man zum Ziel kommt. Er wird eine Vision des Zustandes bekommen, in dem er sein sollte.

 

Von KabTV „Neues Leben“ 25/7/17

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Was beten wir an?

Tora, Deuteronomium 28:36:  Der HERR wird dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einer Nation wegführen, die du nicht gekannt hast, du und deine Väter. Und du wirst dort anderen Göttern, Göttern aus Holz und Stein, dienen.

Der Schöpfer wird dich in einen Zustand führen, in dem der Egoismus aufstrebt, weil du nichts anderes verdienst. Und du wirst „andere Götter aus Holz und Stein“ anbeten, was bedeutet, dass es keine Verbindung zur Wahrheit gibt.

Heute beten wir das Radio, den Fernseher, das Internet und alle Arten von pseudo-spirituellen Praktiken an. Wir befassen uns mit Erziehungsmethoden, die im Prinzip nutzlos sind und Wissenschaften, die nur unsere Welt untersuchen, was uns nur stärker in die Materie bringt (Egoismus).

Wir sind glücklich, dass wir Materie in alles verwandeln können. Aber wofür? Bringt uns das irgendetwas? Wir müssen unser Inneres mehr als das Äußere entwickeln. Dennoch sind wir den entgegengesetzten Weg gegangen. Seit zehntausend Jahren haben wir uns mit der Kontrolle der unbelebten, pflanzlichen und belebten Stufen der Natur beschäftigt, und wir existieren nur ihr zuliebe.

Jetzt jedoch ist eine besondere Zeit. Jetzt haben wir endlich eine Gelegenheit, uns der Sackgasse unserer Entwicklung bewusst zu werden, weil die Evolution die Menschheit zur Erkenntnis bringt, dass es nirgendwo hingeht.

Was liegt also vor uns? Arbeitslosigkeit und Leere, weil Roboter alle Jobs ersetzen. Sie ersetzen Fahrer, Ärzte und Arbeiter in der Dienstleistungsindustrie. Und was werden wir tun? Vielleicht werden wir abschalten und im Halbschlaf durch Drogenkonsum sein oder wir frieren uns selbst ein und warten tausend Jahre, bis uns jemand wieder auftaut? Das wird die Welt nach vorne bringen.

Was können wir tatsächlich anfangen mit unseren egoistischen Verlangen?

Wenn wir das Maximum erreicht haben, zwingt es uns praktisch, durch alle Arten von Illusionen zu gehen.

In der Zwischenzeit gucken die Menschen ständig TV-Shows und schreiben sich auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Aber im Prinzip erreichen wir einen Zustand, in dem ich besser eine Pille einnehme und einschlafe. Oder wir setzen eine Elektrode ins Ohr, die uns permanent Filme vorspielt während wir im Halbschlaf sind. Dieselbe Elektrode wird es uns erlauben, alle Arten von Geschmäckern, Gerüchen und Gefühlen zu empfinden.

Kommentar: Manchmal sehnen sich die Menschen nach diesem Zustand, um von allem abzuschalten.

Antwort: Natürlich tun sie das! Das ist egoistisch begründet.

Wenn die Menschheit in der Lage ist, es zu tun, dann tut sie es natürlich. Aber die Sache ist die, dass es ein Schöpfungsprogramm über uns gibt und das wird uns nicht erlauben, in diesen rosa Nebel einzutauchen.

Frage: Die Menschen werden also nicht in den Schlaf fallen?

Antwort: Es ist möglich, aber nur um der Verwirklichung des Bösen willen. Wir müssen uns dieser Möglichkeit ebenfalls bewusst werden, zusammen mit dem Bösen, das ihm innewohnt. Es ist möglich, dass eine Generation durch das Netz fällt, aber das spielt keine Rolle.

In unserer Welt werden Körper geboren und sterben, aber die Seelen sind immer im Umlauf. Deshalb werden wir das alles durchmachen.

 

Aus KabTV „Das Geheimnis des Ewigen Buches“

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Das Gesetz der Weltlenkung

Der Europäische Kongress „Die Zukunft beginnt jetzt“, Unterricht 1

Wir können unsere Verlangen nicht weiter vergrößern, jetzt müssen wir ihre Nutzung ändern. Die Menschheit versteht das aber nicht und dementsprechend wundert sie sich über unsere Zustände.

Wir sind in eine Periode eingetreten, wo wir keine großen Verlangen mehr brauchen. Deswegen ist die heutige Generation so müde und enttäuscht darüber wie ihre weitere Entwicklung aussieht. Die jungen Leute streben nicht mehr nach Karriere und Familie, sie möchten nicht über die Zukunft nachdenken. Sie ist für alle unklar.

Dies alles sieht deswegen so aus, weil statt dem linearen Wachstumsgesetz des Egoismuswachstums, bei dem jeder alleine agierte, ein neues Gesetz zu wirken beginnt. Das ist das integrale Gesetz, das von uns die Verbindung untereinander verlangt. Ab jetzt wird die Entwicklung der Welt von der Kraft unserer Verbindung abhängen, wie bei den Zellen eines Organismus. Je mehr Güte und Anteilnahme es in unseren Wechselwirkungen gibt, desto weiter werden wir voranschreiten.

Wir sehen genau so eine Tendenz in der Technik: je komplizierter die Programme und Mechanismen werden, je mehr innere Komponenten sie beinhalten, desto vollkommener sind die Geräte. Der Fortschritt geschieht nicht mithilfe der Vertiefung in einzelne Details, sondern mithilfe ihrer größeren gegenseitigen Verbindung. Die ganze Entwicklung der Technik in den letzten Jahrzehnten ist auf dem Erschaffen neuer Verbindungen zwischen den Elementen aufgebaut.

In der menschlichen Gesellschaft sind wir nicht im Stande so eine Entwicklung durchzuführen, weil wir selber seine Elemente sind. Wir wollen uns aber nicht miteinander verbinden. Deswegen verstehen wir nicht, was dieses Gesetzt der Entwicklung von uns will. Das ist das größte Problem der Menschheit heutzutage, welche aus dem Unverständnis kommt, dass wir in die neue Epoche eingetreten sind. 

Baal HaSulam nennt diese Periode „die letzte Generation“, weil die Menschen anfangen zu verstehen, dass die individuelle Entwicklung, die egoistische Entwicklung beendet ist und der weitere Progress ist nur dank der Entwicklung der richtigen Verbindungen zwischen uns möglich. Wir sind verpflichtet zu verstehen, dass wir einem System angehören, in welchem das Gesetz der gegenseitigen Anteilnahme herrscht, des gegenseitigen Verständnisses.

Alle Menschen müssen sich als die Zellen oder Organe eines Organismus fühlen. Sie müssen sich auf richtige Weise verbunden fühlen. Sobald wir solch eine Verbindung erschaffen, spüren wir in ihr die gemeinsame Kraft, welche die gesamte Natur durchdringt. Diese Kraft heißt „Schöpfer“. Wir erschaffen diese Kraft selber mit unserer richtigen Verbindung. Und wir offenbaren sie in dieser Verbindung.

Darin besteht die Berufung des Menschen in dieser Welt und dazu verpflichtet uns unsere Zeit. Die Menschheit ist verpflichtet sich zu diesem Zustand zu erheben. Je schneller wir diese Etappen begreifen und sie realisieren wollen, desto gütiger und angenehmer wird unsere Entwicklung sein. Wir werden verstehen, welches Ziel sich vor uns befindet und wir werden die richtige Reaktion der Natur auf all unsere Handlungen sehen.

Der Endzustand existiert bereits in der Natur und wir sind ideal darin miteinander verbunden. Solch ein System heißt „Adam“, der erste Mensch, (vom hebräischen Wortstamm Dome abgeleitet  „ist ähnlich“) welcher der Naturkraft ähnlich ist.  Die Naturkraft ist die Kraft des Gebens und der Einheit. Die richtige gegenseitige Verbindung heißt die Liebe. Dabei erkennt jeder die Bedürfnisse des Anderen und kann richtig mit ihnen in Wechselwirkung treten.

Zu lieben heißt zu wissen, wie man dem Anderen das sicherstellt, was er benötigt und er seinerseits kann mir das geben, was mir fehlt. Auf diese Weise realisieren wir den allgemeinen integralen Mechanismus der gesamten Menschheit. Man muss verstehen, dass in der Welt nichts Überflüssiges erschaffen wurde. Wenn wir das System kennen, finden wir einen  geeigneten Platz für jeden und diesen Platz muss man lediglich ausfüllen.

Wenn ein Kind Legosteine zusammenbaut, bleiben bei ihm oft die angeblich überflüssigen Detailsteine übrig. Das ist nur deswegen so, weil es das ganze System nicht kennt. Derjenige, der dieses System aber erschuf, wusste genau, wohin man jedes seiner Teile ankuppeln muss und welche wahre Funktion es hat.

So auch wir, wenn wir uns mit dem System bekannt machen werden, werden wir verstehen, wie wichtig jeder von uns darinnen ist. Daraus werden wir den richtigen Bezug zueinander finden, weil in der Natur nichts Überflüssiges erschaffen wurde.

Wenn wir verstehen, dass in Wirklichkeit das System der Natur integral ist, vollkommen ist, ideal verbunden ist, wir das aber nicht sehen können, so heißt die Devise: „Glaube über dem Verstand“.

Das bedeutet, dass ich mich nicht von dem was ich sehe leiten lasse, wie das Kind, welches das Puzzle nicht zusammenbauen kann. Ich versuche stattdessen den richtigen Ankupplungsplatz für jedes Detail zu finden, damit ich sie zu einem vollkommenen System verbinde. Das nennt sich die Arbeit „über dem Verstand“.

Deswegen lernen wir, befinden uns ständig auf der Suche, erlernen die Gesetze der Natur, versuchen uns gegenseitig kennenzulernen, und wie wir uns in irgendeiner Form verbinden können. Dabei entdecken wir unsere Unterschiede. Genau wie die Kinder, die Puzzleteile drehen und sie nicht zusammenfügen können.  

Dabei muss man verstehen, dass all diese „Puzzleteile“ bei jedem Menschen in unserer Zeit für den Endzustand schon entwickelt sind. Er kann sich nicht weiterentwickeln. Wenn wir auf ihn Druck ausüben, ihn zwingen werden sich wie früher zu entwickeln, kommen in ihm Mutationen und bösartige Formen zutage.

Das ist genau das, was wir in unserer Gesellschaft und in unseren Kindern sehen, weil wir ihnen nicht die richtige Form der gegenseitigen Verbindung geben. Und das muss unsere nächste Etappe sein. Nur wenn wir die Gesetze der richtigen Wechselwirkungen zwischen uns erlernen, werden wir daraus die Gesetze der Weltlenkung verstehen und wir werden im Stande sein unser Leben zu verbessern.

[#212595]

Die Kluft zwischen den Generationen Teil 3

Frage: Unter welchen Bedingungen sind Freundschaft und Verbindung zwischen den Generationen möglich? Existieren solche Aspekte, die nicht vom Alter und von der Zeit abhängig sind?

Meine Antwort: Nur die Seele, die ewig ist, ist von der Zeit unabhängig. Alles andere ist vergänglich. Nur die Seele kann als etwas Gemeinsames zwischen den unterschiedlichen Generationen existieren, weil sie wirklich eine für alle ist. Deswegen ist es für die Seele nicht wichtig, aus welcher Generation du bist: Baby-Boomer oder X, Y, Z oder A.

Die Seele wird immer eine für alle kommenden Generationen sein –  sie steht höher als die Zeit und höher als das Leben und der Tod, in allen Generationen, seit der Periode der Dinosaurier und dem Urknall, als wir noch in Form von winzigen Teilchen des Verlangens existierten. Bis zur heutigen Zeit und weiter bis zum Ende der Korrektur wird die Seele eine für alle sein.

Deswegen gibt es keine anderen Interessen und keine andere Grundlage als die Entwicklung der Seele, auf welcher wir zusammen in gegenseitiger Unterstützung und in Abhängigkeit voneinander arbeiten werden.

Frage: Dann kommt es mir so vor, dass die Seele etwas Unveränderliches und Ewiges ist, etwas, was alle Generationen miteinander verbindet? Was ist aber die Seele und wie kann man sie entwickeln?

Meine Antwort: Die Seele ist ein besonderes Verlangen des Menschen, sich nicht in seinem Innern zu füllen, sondern außen. Dieses Verlangen kann man in sich entwickeln, indem man in der Gruppe nach der Methode der Kabbala arbeitet. Diese Methode erlaubt es, sich über sein eigenes Ego zu erheben. Dann werde ich die Welt ohne Verunstaltung von meinem Egoismus sehen. Ich werde die Welt nicht so sehen, wie ich sie normalerweise in mir sehe, sondern so wie sie wirklich ist – außerhalb von mir.

Ich gehe durch eine kleine Gruppe von Menschen wie durch einen Filter und hinterlasse in ihr meinen Egoismus. Dabei fange ich an, die Welt ungetrübt von meinem Ego zu sehen. Das ist eine komplett andere Realität und sie heißt die spirituelle Welt. Die Wahrnehmung der spirituellen Welt ist meine Seele.

Die Seele zu entwickeln bedeutet, in sich die Fähigkeit zu entwickeln über seinem Egoismus zu existieren. Der Egoismus ist ein Verlangen, alles in sich zu verschlingen und das hindert mich daran, die Welt außerhalb von mir zu sehen.

Frage: Dann ist es so, dass sich die Verhältnisse zwischen Eltern und Kindern auf zwei Gebiete aufteilen: eine äußerliche, einfach materielle Versorgung (die Kinder zu füttern, anzukleiden, alles nötige zu besorgen) und das zweite Gebiet ist die innere Verbindung, welche über den materiellen Grenzen liegt.  Existiert keine Kluft zwischen den Generationen in dieser inneren Verbindung?

Meine Antwort: Die innere Verbindung ist effektiver, sie ist nicht an den Menschen selbst gebunden. Natürlich existieren auch da Unterschiede zwischen uns, das hängt davon ab, inwieweit jeder von uns aus seinem Egoismus austreten kann, sich über ihn erheben und anfangen kann, die höhere Realität zu fühlen.

Frage: Was erlaubt uns, uns auf diesem Gebiet mit der jüngeren Generation zu verbinden, im Gegensatz zu der materiellen Seite?

Meine Antwort: Wir treffen uns dort, hinter der Grenze, in der spirituellen Welt, auf der anderen Seite des antiegoistischen Filters. Wir lassen auf diesem Filter all unsere kleinlichen, egoistischen Kapriolen, die zur tierischen Stufe und zur Stufe des Menschen dieser Welt gehören. Die tierische Stufe sind die Verlangen nach Essen, Sex, Familie und die menschlichen Verlangen sind Geld, Macht und Wissen. Das alles schmeißen wir weg und es bleiben nur die Verlangen der Seele.

 

Aus dem 851. Gespräch über das neue Leben

[#206208]

Zwischen den Meeresengen

Wir sind in einer sehr besonderen Zeit angekommen, die sogenannte „Zwischen den Meeresengen“ Periode, vom 17. Tammuz, als die Gesetzestafeln zerschlagen wurden, bis zum 9. Av, als der Tempel zerstört wurde. Im Rückblick können wir sehr vieles aus dieser Zeit lernen. Wir können sehen wie schwierig die Vereinigungsmethode zu akzeptieren und auszuführen ist. Dies bezeugen die Tage „Zwischen den Meeresengen“.

Wir erhielten die Tora, die Methode der Korrektur, symbolisiert durch Moses, der für vierzig Tage auf den Berg stieg und uns die Vereinigungsmethode von der Stufe „Bina“ (Schenken) brachte. Aber das Volk war unfähig dies zu akzeptieren. Obwohl alles von oben vorbereitet und gegeben wurde, sind wir unfähig, es zu empfangen.

In Wahrheit ist dies nicht unsere Schuld. Der Grund ist einfach der, dass unsere Wünsche noch nicht ausreichend das Gute und Böse integriert haben, um uns zu ermöglichen, das Eine durch das Andere zu korrigieren. Die Integration erfolgt mit dem Bruch. Nur eine Explosion kann die Grenzen zwischen zwei Gegensätzen, die sich gegenseitig ablehnen, brechen und diese zur Integration zwingen.

Die Integration muss komplett ungeordnet, chaotisch und unter dem Druck einer explosiven Kraft stattfinden, denn es kann bei der Integration von Gut und Böse keine Ordnung geben. Nur nachdem sie integriert wurden, kann Ordnung geschaffen werden. Innerhalb dieser Integration, mit Hilfe des Oberen Lichtes, kann alles eingeordnet und aussortiert werden. Und dann kann die richtige Verbindung und Konstruktion erreicht werden.

Ein komplexer Prozess erlaubt zwei Gegensätzen, sich in Harmonie und gegenseitiger Ergänzung zu verbinden. Genau dies passiert bei dem Prozess des Erhalts der Tora.

Die Neigung des egoistischen Verlangens, korrigiert zu werden, ist kurz nach der Flucht aus Ägypten sehr schwach. Und aufgrund dessen ist eine schnellere Korrektur unmöglich. Dieses Verlangen versteht, dass es korrigiert werden muss, erkennt jedoch nicht, inwiefern es dem korrigierten Zustand entgegengesetzt ist, weil noch keine gegenseitige Integration besteht.

Solange wir unter der Macht des Pharaos, des Egoismus sind, fühlen wir nicht, dass wir seine Sklaven sind. Unser Exodus geschieht durch eine äußere Kraft, die uns von dort herauszieht und uns zeigt, dass sich dies lohnt. Allerdings wird das Verlangen nicht von dieser Kraft korrigiert.

Wir sehen, was uns passiert: Jeden Tag entscheiden wir, endlich aus unserem Egoismus auszubrechen und an die Gruppe zu denken, sodass unsere Sorge nicht für uns selber auf einer persönlichen Ebene bleibt, sondern sich an alle richtet. Doch es gelingt uns nicht.

Wir bemühen uns immer mehr, und trotzdem finden immer wieder kleine Brüche statt. Dies geschieht als Folge mehrerer Zerstörungen und Korrekturen, die bereits in unseren Wurzeln stattfanden.

Die Tora erzählt uns von der Vorbereitung auf die Korrektur. Der Weg von sechstausend Jahren, den die Menschen durchliefen, war nur Vorbereitung. Die Korrektur wird erst am Ende erreicht, am Tag des absoluten Lichts. All diese Vorbereitungszustände wurden ebenfalls als Materie realisiert: Die Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels, sowie die Kriege innerhalb der israelischen Nation. Dies sind die Verkörperungen spiritueller Stufen.

Nach der vollständigen Integration, die auf Kosten vieler Kriege erreicht wurde, werden die Scherben des Willens zu genießen und des Willens zu geben vollständig ineinander integriert, und fallen sogar noch tiefer, bis zum tiefsten Grund. Nach vier notwendigen Exilen und drei Erlösungen erreichen wir das Ende des letzten Exils und den Beginn der endgültigen Erlösung.

Wenn man diesen Prozess betrachtet, ist es offensichtlich, dass die Tora nicht auf einmal empfangen werden kann. Und dies wird durch den Tag des 17. von Tammuz, dem Zerbrechen der ersten Tafeln angezeigt. Erst nach dem Bruch und der gegenseitigen Integration von spirituellen und materiellen Wünschen ist es möglich aufzusteigen, um eine andere Form zu erreichen.

Die erste Tora war „unkorrekt“. Das war notwendig, nur damit die Tafeln zerbrochen und korrigiert werden konnten. Die zweite Tora war korrigiert und in der Lage, die Integration der Wünsche zu geben und zu empfangen, zu regeln. Dies ist ein einzigartiger Prozess, der bezeugt, wie entgegengesetzt unsere Qualitäten von denen der oberen Kraft sind.

Wir sollten eine ausgewogene Haltung zu diesen Tagen haben und sie nicht nur als Tage der Trauer und des Bruchs sehen, sondern als etwas Unvermeidliches, was wir durchmachen müssen. Die ganze Welt wird diese Zerstörung in der einen oder anderen Form durchmachen müssen. Wenn wir aber wissen, weshalb und für welchen Zweck wir dies tun, werden wir durch den Weg von Achishena (Beschleunigung) als Menschen alles durchmachen können.

 

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts 7/11/17

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