Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Egoismus'

Die drei Parameter des Glaubens

Frage: Die Grundlage aller Religionen ist Glaube, kein Wissen. Mehr oder weniger alle Religionen erstellen Einschränkungen und sogar Verbote für das Erfassen der Gesetze des Universums. Warum?

Antwort: Weil Religionen sich nicht mit der Offenbarung einer höheren Macht beschäftigen, sie besitzen solche Möglichkeiten nicht. Sie existieren in der Dunkelheit. Wenn die Menschen die wahre Wirklichkeit begreifen würden, gäbe es keine Religionen; nur die Kabbala würde bleiben.

Deshalb sind Religionen am blinden Glauben der menschen interessiert. Auf diese Weise unterdrücken sie die Entstehung von Fragen über den Sinn des Lebens bei den Menschen. Ein religiöser Mensch schaut fanatisch nach vorne und bewegt sich ohne jeglichen Fokus in den Augen.

Replik: Aber aus den Religionen entstand doch der Begriff des Glaubens.

Antwort: Nein, man nennt etwas „religiösen Glauben“, wann der Mensch bedingungslos alle Postulate übernimmt, ohne sie tatsächlich wahrzunehmen oder sie zu fühlen.

Frage: In jedem Fall ist dies eine menschliche Stufe. Ist es schwierig, diese Stufe zu überwinden und zu dem Glauben über den Verstand zu kommen?

Antwort: Dies ist keine Stufe, sondern es sind kontinuierliche Missverständnisse und bedeuten einen Schritt zurück. Es gibt drei Parameter des Glaubens: 1) Glaube unter dem Verstand, 2) auf dem Wissensstand und 3) Glaube über Verstand. 

Der Glaube auf dem Wissensstand ist, wenn ich das glaube, was ich sehe.

Der Glaube unter dem Verstand ist, wenn ich keine Beweise brauche. Ich akzeptiere, was mir gesagt wird, und handle wie ein kleines Kind. Es ist Religion, mir wird gesagt und ich glaube daran, ohne etwas zu überprüfen. 

Und es gibt den Glauben über dem Verstand; wenn ich mich über meinen Egoismus erhebe und beginne, das Geschehene zu begreifen. Damit beschäftigt sich die Wissenschaft der Kabbala. Daraus ergibt sich der Gegensatz von dem Glauben unter dem Verstand, der Religion, und dem Glaube über dem Verstand, der Kabbala.

In der Kabbala strebt man nach Wissen und nicht nach Glauben. In der Kabbala ist es notwendig, zu begreifen, zu berühren, zu riechen, wie ein kleines Kind, das alles in den Mund nimmt, um es zu „kosten“. So sollten wir es auch versuchen. Es wird dann Offenbarung der höheren Welt „Ta’amim“ genannt wird, was „Geschmack“ bedeutet und aus dem Instinkt kommt: Wir kosten alles über den Mund, als zuverlässigstes, treuestes und nahe liegendstes Gefühl.

Un dich kann keine Schokolade in den Mund nehmen und sie als bitter bezeichnen, nur weil Sie behaupten, dass sie bitter ist. So gibt es keinen Raum für den Glauben.

Aus der Lektion in Russisch, 24.01.2016.

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Kabbala Blitz Tipps

Frage: Wie lernt man, in der Gegenwart zu leben und zu bleiben? Wie kann man den Verstand von dem Schmerz und den Erinnerungen an die Vergangenheit und von der Angst vor der Zukunft befreien?

Meine Antwort: Es bedeutet, dass Sie noch nicht das Höhere Licht durch Ihre Gruppe erhalten haben, sodass Sie keine Verbindung mit dem Schöpfer haben. Sobald Sie einen kleinen Verbindungspunkt mit dem Schöpfer einrichten, werden sofort alle Zweifel verschwinden und keine Fragen über Sie selbst auftauchen. Denn wenn Sie mit der höheren Macht, die alles bestimmt und Sie völlig unter Kontrolle hat, verbunden sind, müssen Sie sie nur mehr wahrnehmen. Sie werden sofort von Ihrem Egoismus befreit. Wir möchten diesen Zustand zuerst erreichen.

Frage: Ist unser Wissen eine Täuschung des Verstandes?

Meine Antwort: Es hängt davon ab, was Sie mit „Wissen“ meinen. Wissen ist, was wir in unsere Welt erkunden und auf den Ergebnissen dieser Forschung basiert, damit wir darin existieren können. Das ist kein Irrtum. Kabbalah begrüßt es.

Frage: Was passiert, wenn man ein Déjà-vu erlebt?

Meine Antwort: Es existieren viele verschiedene Ereignisse, die geschahen, passieren und noch geschehen werden, die auch vorhergesagt werden können. Es gibt nichts in einem Menschen, das umsonst passiert und ohne eigene Reschimot (Spirituelle Gene) bleibt. Deshalb existieren solche Phänomene wie Déjà-vu. Es hängt alles davon ab, in welchen Eigenschaften sie von uns wahrgenommen werden. Es kann sein, dass die spirituellen Gene noch nicht zum Ausdruck gebracht wurden, ihre Form noch nicht gefunden haben, weil der  Schirm fehlt und die Aviut (Stärke des Verlangens), das reflektierte Licht und so weiter genauso fehlen.

Frage: Selbstmitleid – kommt es auch aus dem Egoismus?

Meine Antwort: Selbstmitleid ist der Höhepunkt des Egoismus.

Frage: Was werden Sie tun, wenn Millionen Menschen zur Kabbalah kommen und hunderttausende Fragen gestellt werden?

Meine Antwort: Ich werde genauso vor der Kamera sitzen und in die ganze Welt übertragen. Anstatt zehntausend Studenten hören dann eine Million oder 100 Millionen zu. Das ist nichts Erschreckendes, ich habe keine Angst.

Frage: Warum ist die Gruppe so wichtig?

Meine Antwort: Weil wir in einer Etappe sind, wo wir das Höhere Licht durch die Arbeit der verbundenen Zehner heranziehen können, die zur Vereinigung streben. Das höhere Licht fängt an, durch sie zu leuchten und wird weiter an die ganze Welt übertragen.

Frage: Wie empfindet man das Licht?

Meine Antwort: Das Beste ist ein Gefühl der Verbindung mit dem höheren Sinn und mit der Kraft, die alles abdeckt.

Frage: Nur ewig Lebende können die höhere Welt erreichen. Wenn wir wüssten, dass wir ewig leben würden,  gäbe es dann keine Depression?

Meine Antwort: Was hat es mit dem ewigen Leben zu tun? Was ist die Dimension der Zeit? Der Herzschlag? So was gibt es nicht. Ihr Körper lebt 70-100 Jahre, aber das Leben ist eigentlich ewig, stellt jedoch einen Übergang von einem Zustand zu einem anderen dar. Also, keine Sorge. Es gibt hier keine Wahl.

Aus der Lektion auf  Russisch, 15.05.2016

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Zum Glauben über dem Verstand

Frage: Ist es möglich, die Frequenz von Aufstiegen und Abstiegen zu erhöhen, um sie zur Lichtgeschwindigkeit und sogar noch darüber hinaus zu beschleunigen?

Meine Antwort: Es gibt keine Grenzen bei Auf- und Abstiegen. Sie sollten eine besondere Intensität in der Frequenz und Größe erreichen. Die Intensität der Auf- und Abstiege hängt von der Größe ab, multipliziert mit der Frequenz. Beide, die Größe und die Frequenz sind wichtig.

Die Größe und die Intensität bewirken beim Menschen die Wahrnehmung, dass alles, was ihm passiert, sogar die niedrigsten Zuständen, tatsächlich vom Schöpfer kommen. 

In diesem Zustand schließt sich der Mensch an den Schöpfer an, und steigt zum ersten Mal auf die Stufe „Glaube über dem Verstand“ auf.

Keter ist der Glaube, und mein Zustand in Malchut ist Wissen.

Aus der russischen Kabbalalektion

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Arbeit im Zehner

Frage: Ich bin jetzt in einem virtuellen Zehner, der aus Frauen aus verschiedenen Zeitzonen besteht. Wir haben dabei aber sehr große Zeitunterschiede. Was sollen wir tun?

Antwort: Die Frau ist von jeglichem Unterricht, der mit der Zeit verbunden sind, befreit! Sie kann ruhig selbständig studieren, ohne Verbindung zu anderen Frauen. Und wenn sie eine freie Minute hat, kann sie sich mit anderen Frauen unterhalten, entweder auf Sviva Tova oder im Chat oder Skype u. a.

Frage: Ich habe gehört, dass man 6 Minuten stündlich in Gedanken dem Thema Arvut (Bürgschaft zwischen den Freunden) widmen sollte; bei den Frauen wie bei den Männern auch, in einem zeitlichen Abstand. Hat das einen Sinn?

Antwort: Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen, ich habe so etwas nie gesagt. Kein Mann und keine Frau sollen das tun. Sonst werdet ihr euch ständig unter Spannung befinden und schließlich werdet ihr alles hinschmeißen. Dieser Prozess muss harmonisch verlaufen und annehmbar für unser Leben sein. Stellt euch vor, dass der Straßenbahnfahrer seine Bahn jede Stunde für 6 Minuten stoppt; arbeitet er dann spirituell?

Jeder von euch muss die Arbeit in der für ihn passenden Zeit erledigen. Natürlich ist es gut, Schichtarbeit zu leisten, aber versteht bitte, dass ihr euch dabei in einer Anspannung befinden würdet. Das sind enorme mentale Anstrengungen. Und wofür?! Letztendlich führt es zu nervöser Verwirrung und anstatt eines guten Eindrucks von der spirituellen Arbeit werdet ihr die Last der Pflichterfüllung fühlen und euch in einem Zustand der Unruhe befinden. Das darf nicht sein!

Frage: Ich habe gehört, dass die Frauen genau wie die Männer im Zehner nach dem Unterricht und in der anderen Zeitzone die Werke von Rabasch lesen müssen.

Antwort: Trefft euch einmal pro Woche, wenn ihr alle einen freien Tag habt. Ihr fügt damit weder der Familie noch irgendjemandem anderen einen Schaden zu, und dann lest etwas. Macht euch eine Tasse Kaffee in häuslicher Atmosphäre, setzt euch ruhig an den Computer und lest zusammen mit den anderen den Artikel. Das ist Vergnügen und das ist gut.

Frage: Macht es Sinn, sich in gleichen Zeitzonen in den Zehnern zu verbinden?

Antwort: Wenn ihr euch nur am Wochenende trefft und das für euch günstig ist, verbindet euch von mir aus sogar in 10 Zeitzonen. Wenn es nicht möglich ist, tut es nicht. Die spirituelle Arbeit muss besonnen verlaufen! Sie muss systematisch und höchst bequem sein! Das Einzige, was unbequem ist, ist der Ausstieg aus dem Egoismus. Alles andere wird ohne Druck erfolgen. Man kann sich mit anderen auf dem Sofa liegend verbinden, weil wir innere Arbeit leisten. Deswegen macht es keinen Sinn, sich mit den Menschen aus verschiedenen Regionen und Zeitzonen zu verbinden (und dabei Arbeitszeit und Schlafenszeit unberücksichtigt zu lassen). Solch eine Verbindung kann nicht lange funktionieren. Der Mensch wird im Endeffekt abspringen. Die Arbeit in den Zehnern hat damit nichts zu tun.

Für die Zehner ist es genug, sich dreimal pro Woche für 15 Minuten zu treffen. Unsere Zehner in BB treffen sich 10 Minuten lang nach jedem Morgenunterricht und das war’s. Wenn es in eurer Region eine Möglichkeit gibt, sich abends für 10 Minuten zu treffen und etwas zu besprechen, sei es auch virtuell, dann ist das gut und das genügt. Das ist das Leben des Zehner.

Frage: Wir treffen uns aber nicht physisch, wir telefonieren jeden Abend miteinander, lesen den Artikel des Tages und realisieren unsere 6 Minuten. Jeder ist auf der Arbeit und konzentriert sich einfach darauf, dass er an die Zehner denkt. Das beeinträchtigt die Arbeit nicht. Muss man nun auf diese Übung verzichten und das, was Sie uns jetzt gesagt haben, befolgen?

Antwort: Ich kann einem Menschen während seiner Arbeitszeit nicht empfehlen, an etwas anderes zu denken. Ich weiß nicht, was dieser Mensch macht. Es könnte sein, dass er eine komplizierte, gefährliche Arbeit ausübt. Ihr interpretiert alles, was ich euch sage, auf extreme Art und Weise, was weit weg vom gesunden Menschenverstand ist.

Solche Anordnungen, dass der Mensch unter seiner spirituellen Arbeit leiden muss, existieren nicht. Er soll nicht leiden! Das Ziel der Schöpfung ist zu genießen, Genuss zu bereiten – nur im Geben.

Aus dem 6ten Unterricht des Kongresses im Krasnojarsk , 16.06.2013

ZWISCHEN DEN ATOMEN

Das österreichische Magazin NZZ veröffentlichte mein Interview mit dem Titel „Zwischen den Atomen“ mit Michael Fleischhacker, Journalist, Moderator, Chefredakteur von NZZ und früherer Chefredakteur von „Die Presse“.

Mein GottSie ist eine der ganz alten Weisheitslehren der Menschheit und immer noch voll im Trend: die Kabbala. Einer der prominentesten Vertreter der Kabbala erklärt im Gespräch, warum wir uns ein Instrument bauen müssen, um Gott zu entdecken.

Interview Michael Fleischhacker und Michael Laitman

Michael Fleischhacker Wir haben für dieses Magazin einige österreichische Künstler gebeten, uns ein Bild zu zeichnen. Das Bild sollte zeigen, was auch der Titel des Magazins ist: Mein Gott. Auch Zenita Komad hat ein Bild für uns gezeichnet. Aus diesem Bild lese ich heraus, dass in ihrem Verständnis Gott eigentlich Kommunikation ist, dass Gott nicht dadurch entsteht, dass vereinzelte Atome herumirren – sondern dadurch, dass zwischen diesen Atomen Kommunikation aufgebaut wird, und erst, wenn die hergestellt ist, klärt sich Gott auf oder wird Gott sichtbar, wenn man so will. Teilen Sie diese Sicht?

Michael Laitman Das ist absolut richtig. Ich stimme Zenita zu. Gott ist keine Persönlichkeit, sondern eine Kraft; die allgemeine Kraft, die alle Naturkräfte in sich vereint. Diese Kraft verbindet und beinhaltet die gesamte Schöpfung. Leitet alles, lenkt alles, organisiert alles, ordnet alles. Alles in allem ist sie Energie. Um diese Kraft zu entdecken, müssen wir einen Detektor bauen, wie in unserer Welt, wo man ein Instrument braucht, um etwa eine magnetische oder radioaktive Kraft zu messen. Zum Beispiel spüren wir an uns selbst die Schwerkraft. Eine magnetische Kraft spüren wir nicht, dazu brauchen wir ein Instrument. Genauso ein Instrument müssen wir in uns herstellen, um Gott, diese allgemeine Kraft, zu fühlen und zu entdecken.

Ich stelle mir das gerade sehr technisch-praktisch vor. Wie in einer „Universum“-Sendung, wo der Mensch beginnt, sich so einen Gottesdetektor zu bauen, der etwa aussieht wie die Roboter aus Star Wars?

Ja, genauso ist es, aber im Unterschied dazu muss das im Innersten des Menschen gebaut werden.

Gibt es irgendwo Bauanleitungen dafür, oder muss man das selbst erfinden? Kann man sich das aus dem Internet herunterladen? Anleitungen für das Star-Wars-Lego meines Kindes zum Beispiel kann ich aus dem Internet laden …

Natürlich gibt es die. Darum geht es ja in der Weisheit der Kabbala. 6000 Jahre fast schon spricht sie darüber, wie wir unsere Verbindungen bauen, um die Göttlichkeit zu entdecken. [Rest des Beitrags lesen →]

Wurzel und Zweig

Es gibt das Gesetz der Wurzel und Zweig

Geschichtlich betrachtet kamen wir einst aus Ägypten, durch die Wüste, in das Land Israel. Wir bauten den ersten Tempel, dann den Zweiten usw. All dies ist bereits passiert.

Aber wir sprechen nicht über geschichtliche Abläufe. Schließlich mussten sie genau so ablaufen. Wir sprechen über das Gesetz, als die spirituelle Wurzel notwendigerweise ihre irdische „Antwort“, oder den irdischen Zweig, berühren musste. Wurzeln und Zweige müssen sich miteinander verbinden, aber nur einmal!

Für die Wurzel reicht es aus, wenn sie den Zweig leicht berührt. Damit verrichtet sie bereits die Arbeit in ihm und schafft eine Verbindung. Deshalb müssen wir nicht nach Ägypten zurückkehren. Wir müssen kein Flugticket kaufen, um unseren Pharao, der über uns regiert, dort zu treffen. Das ist nicht mehr notwendig.

Es bleibt für uns nur noch das zu tun, was wir tun müssen, d.h. uns zu korrigieren. All dies existiert bereits in den Wurzeln und wir müssen es jetzt in den Zweigen verwirklichen. Deshalb sind wir im Land Israel, im Egoismus, und jetzt müssen wir das alles selbst durchleben, um es zu korrigieren.

Frage: Was bedeutet es dann, dass ein Mensch sich so fühlen sollte, als lebte er jeden Tag in Ägypten?

Antwort: Der Exodus aus Ägypten ist ein Aufstieg über unseren Egoismus. Es gibt 613 egoistische Wünsche (Taryag) im Egoismus, die zu altruistischen Wünschen korrigiert werden müssen. D.h., die Wünsche von Hass, Wettstreit und Feindseligkeit werden zu Wünschen von Verbindung und Liebe. Das bedeutet, die Gebote der Korrektur der Wünsche zu beachten.

Und das müssen wir täglich tun, weil der Mensch immer wieder auf eine neue Ebene aufsteigt. Jede dieser Ebenen kennt dieselben 613 Wünsche, allerdings in einer anderen und stärkeren Ausprägung. Deshalb muss sich der Mensch jeden Tag vorstellen, dass er Ägypten verlässt und das Recht hat, diese Wünsche zu korrigieren.

Aus KabTV “Geheimnisse des Ewigen Buches” 5/11/16

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Der Weg zum Garten Eden

Tora, „Deuteronomium“, 8:7 – 8:8, 8:10: Denn der Herr, dein Gott bringt dich zum Guten, in ein Land mit Bächen voll Wasser, Quellen und Fülle, die in den Tälern und Bergen entstehen, ein Land mit Weizen und Gerste, Wein und Feigen und Granatäpfel, ein Land der Öl produzierenden Oliven und Honig. Du wirst essen und satt werden und du sollst den Herrn, deinen Gott für das gute Land, dass er dir gegeben hat, preisen.

Frage: Die Tora gibt uns ein Ziel und sagt, dass du es nicht bereuen wirst, wenn du es erreichst.

Meine Antwort: Es hängt davon ab, ob du es bekommst. Wenn du solch einen korrigierten Zustand erreichst, welcher tatsächlich mit dem höheren Licht gefüllt ist, dann bekommst du Wein, Oliven, Sonne und Honig, kurz gesagt, ist dies das Paradies.

Immerhin wurde alles schon in vorangegangenen Handlungen korrigiert.

Ägypten verwandelt sich in eine Wüste, da du all deine ägyptischen, egoistischen Wünsche jetzt ablehnst. Du möchtest nichts mehr für dich empfangen. Du bist in Übereinstimmung mit der Wüste. Du isst nur so viel Manna und trinkst Wasser, um dich selbst ein wenig zu unterstützen.

Dann bereitest du dich auf eine neue Stufe vor, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe außerhalb von dir.

Dies bedeutet, dass die gleichen großen Verlangen, die sich in deinem inneren spirituellen Zustand enthüllen und Ägypten genannt werden, sich allmählich zu der Stufe Wüste hin bewegen. Du steigst darüber auf, da dies der Weg ist, wie er sein soll. Von diesem Verlangen baust du die Qualität des Gebens und der Liebe auf. Wenn du über dich hinauswächst, um anderen zu geben, wirst du es genießen, dass du jeden mit Güte füllst.

Aus Kab TV, „Die Geheimnisse des ewigen Buches“

27/4/16

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Das Tor der Tränen

Das Tor der Tränen ist das Tor, das zum Schöpfer führt. Es gibt viele Tore zum Schöpfer, aber nur eines davon öffnet sich.

Der Sohar erklärt das sehr einfach: es gibt nur einen Eingang zum Schöpfer und man sollte nicht herumirren und aus der Bahn ausbrechen. Der Mensch kommt in Kontakt mit der höheren Kraft erst dann, wenn er wirklich vor Kraftlosigkeit weint, weil er so nicht mehr weiter leben kann und er wirklich alles gegeben hat, was er konnte. Erst dann bricht er in Tränen aus und der Schöpfer offenbart sich ihm.

Einst habe ich von ganzem Herzen versucht, vor dem Rabash in Tränen auszubrechen. Er hat mir ins Gesicht gelacht. Ich war damals sehr wütend. Aber was kann man hier machen? So war es auf der früheren Etappe der Lehre.

Alle Tore außer dem Tor der Tränen sind verschlossen. Nach der Offenbarung seines ganzen Egos, seines gesamten Verlangens, und nachdem er alles dem Schöpfer zugerechnet hat, erreicht der Mensch seinen letzten Zustand: „Schluss! Mehr kann ich nicht machen!“

Erhält er aber keine Antwort, bedeutet das, dass er Krokodilstränen vergossen hat, wie ein Kind, das bei jeder Gelegenheit weint. Dann muss er weiter arbeiten und irgendwann wird ihm alles offenbart.

Das richtige Verlangen äußert sich nicht darin, dass ein Mensch in Tränen ausbricht. Eher darin, dass sich ein Mensch einerseits im Zustand der Kraftlosigkeit befindet, andererseits aber einen enormen Wunsch danach hat, dem Schöpfer das zu geben, was er für Ihn vorbereitet hat; der Schöpfer aber will es nicht annehmen.

In solch einem Zustand beginnt der Mensch plötzlich zu offenbaren, dass er ein materielles egoistische Verlangen besitzt, welches tief in ihm verborgen ist, in seinen „sauberen“ seelischen  Bestreben. Doch dann beginnt er damit, es aus sich herauszuholen; er reinigt sich davon.

16.06.2016 Kongress in Moskau, Unterricht 3

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Das Netz der Verbindung der gemeinsamen Seele

Numeri, 35:33f: Ihr dürft das Land, in dem ihr wohnt, nicht entweihen; denn Blut entweiht das Land, und man kann das Land von dem darin vergossenen Blut nur durch das Blut dessen entsühnen, der es vergossen hat. Verunreinigt nicht das Land, in dem ihr euch niedergelassen habt und in dessen Mitte ich selbst wohne; denn ich, der Herr, wohne mitten unter dem Volk Israel.

Blut ist das Licht Chochma. Wasser ist das Licht Chassadim. Es ist unmöglich, eine harmonische Gesellschaft und einen Zustand der Verbindung zwischen den Teilen der gemeinsamen Seele zu erreichen, solange wir uns gegenseitig nicht auf korrekte Weise egoistisch beeinflussen. Unsere egoistischen Teile müssen in angemessener Weise mit jedem verbunden sein.

Solange wir Egoisten bleiben, erbaut jeder altruistische Verbindungen zu anderen, die sich schließlich zu einem altruistischen Netzwerk zusammenfügen. Ich handle dir gegenüber von meinem Egoismus aus altruistisch und du machst es in gleicher Weise mit mir. Jeder bleibt dabei innerlich in seinem Verlangen verhaftet. Wir überwinden dieses Verlangen, arbeiten darüber und bauen Brücken über den Egoismus.

Das Wichtigste ist es, auf sich selbst eine Einschränkung zu machen, einen Schirm und eine richtige Einstellung anderen gegenüber zu entwickeln. Dann stellen wir praktisch alle Verbindungen, die sich kreuzen, an die Spitze unserer Handlungen – und nicht uns selbst.

Dieses riesige, mehrschichtige, Übertragungsnetz der Verbindung wird als die „gemeinsame Seele“ bezeichnet – einer für Alle! Jeder einzelne von uns ist individuell gesehen nichts; nur durch die Teilnahme an diesem „universellen Netz“ können wir den Schöpfer enthüllen.

Aus KabTV „Geheimnisse des ewigen Buches“ 16/12/15

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Das Ziel des Lebens

Frage: Kann man sagen, dass der Unterschied zwischen der spirituellen und der materiellen Welt das bewusste bzw. unbewusste Dasein ist? Sogar die Wissenschafter in unserer Welt sprechen davon, dass wir unbewusst existieren.

Meine Antwort: Es ist in der Tat so, dass wir absolut unbewusst leben und überhaupt nicht verstehen, wer wir sind, was wir sind und wofür wir existieren. Alle unsere Organe, Zellen, alles, was uns umgibt und sich vor uns abspielt, nehmen wir nicht wirklich wahr. Deswegen haben wir keine Möglichkeit etwas zu verändern, denn es gibt keinerlei Willensfreiheit; alles ist vorbestimmt und wir durchleben einfach verschiedene Zustände.

Warum ist das so? Damit wir irgendwann in unserem Leben zur Enttäuschung gelangen. Und zur Erkenntnis, dass wir uns leer fühlen. Dies führt uns aber  letztendlich zur Frage nach dem Sinn unseres Lebens. Dieser liegt nur darin, dass wir die Möglichkeit wahrnehmen, uns bewusst über diese materielle Welt zu erheben und eine andere, spirituelle Dimension kennen lernen.

Frage: Was heißt bewusst? In unserer Welt erwachen in mir ständig Wünsche, die ich nur unter großem Aufwand und Stress stillen kann. Und was ist in der spirituellen Welt? Muss ich die Wünsche und Verlangen dafür selber erfinden?

Meine Antwort: Irgendwann wirst du es satt haben, deine Verlangen zu befriedigen; du wirst aufhören, dich mit ihnen zu identifizieren. Das ist zwar kein angenehmes Gefühl, du willst aber nicht mehr, dass es dich dominiert und du sehnst dich diesbezüglich nach mehr Freiheit.

Dann fängst du an zu überlegen: „Wie kann ich mich über das alles erheben? Wieso renne ich ständig den Vergnügen hinterher und verkaufe mich buchstäblich dafür? Ist das tatsächlich alles, was mein Leben mir bietet? Alles ist vergänglich, Sekunde um Sekunde, Genuss um Genuss.

Frage: Was gibt es als Alternative in der spirituellen Welt?

Meine Antwort: Du durchschaust den Sinn von allem, was existiert. Diese Offenbarung erfüllt uns mit spiritueller Harmonie, Wahrheit und Ziel. All das gibt es in der materiellen Welt nicht. In der spirituellen Welt offenbarst du den Sinn des ganzen Geschehens. Du erzeugst in dir einen Zustand von Vollkommenheit, Harmonie, Gleichgewicht und Ewigkeit.

Aus dem Unterricht vom 21.02.2016

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