Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Egoismus'

Wie man einen Tunnel in die spirituelle Welt baut

Wir versuchen, die Kabbala den Menschen näher zu bringen und zu erklären, dass dies eine Wissenschaft ist, die uns unser Leben erklärt, die dazu beiträgt, Probleme mit der Gesundheit, der Erziehung  und allem anderen zu lösen. Aber das alles ist nur der äußerliche Aspekt.

In Wirklichkeit spricht die Kabbala einzig und allein von der spirituellen Welt und reißt auf der Ebene von Bina de-Malchut de-Malchut der Welt von Assija ab. Zwischen dieser Bina und unserem Zustand in dieser Welt, Malchut de-Malchut de-Malchut der Welt von Assija, gibt es einen Riss.

Diesen Abgrund können wir weder überspringen noch die Distanz verkürzen oder ihn mit etwas auffüllen. Solange bis du diesen Riss nicht übersprungen hast, wird dir die Kabbala wie eine abstrakte Wissenschaft, Philosophie oder Mystik vorkommen, das heißt, als etwas Unwirkliches. In Wirklichkeit nimmst du ausschließlich das wahr, was du sehen und in die Hände nehmen kannst. Was kann man dir aber geben, wenn man dir weder rote Bändchen noch „heiliges Wasser“ verkaufen kann?

Dieser Riss zwischen unserem gegenwärtigen Zustand und der nächsten Bina wird nur durch intensivierte Arbeit im Inneren des eigenen Materials überwunden – dem egoistischen Verlangen zu genießen. Ich versuche dies mit Hilfe einer Umgebung zu tun, die anfangs selber egoistisch ist, mit Hilfe des Studiums, welches ich ebenfalls für mich selbst mache – aber ich versuche, mit meiner ganzen Kraft, wie ein kleines Kind, zu wachsen und über mich selbst hinaufzusteigen.

Die Kabbala wird niemals in der Lage sein, sich direkt in die Materie unserer Welt zu kleiden – du wirst immer zu ihr hinauf springen müssen! Mit dem allerletzten ACHaP (der untere Teil des höheren spirituellen Objekts) wirst du nie etwas machen können  – du hast keine Galgalta we Ejnaim, mit denen du dich in ihn einkleiden könntest.

So sind alle Welten und die ganze spirituelle Leiter aufgebaut: GE des Unteren kleiden sich in ACHaP des Höheren ein und dann können sie von ihm empfangen. Möge eine völlige Dunkelheit im ACHaP des Höheren herrschen, es ist unwichtig, ich bin dennoch bereit, diese Dunkelheit mit meinen GE zu empfangen, sie zu akzeptieren, damit ich mich an den Höheren anheften kann. Ich bin bereit, diese Dunkelheit dem Licht vorzuziehen, welches ich jetzt in meinen GE habe.

 

                                              

Aber ich habe keine GE für den letzten ACHaP zwischen Bina und Malchut de-Malchut de-Malchut de-Assija! Immerhin befinde ich mich mit meinem Egoismus unter diesem ACHaP – ich habe nichts, womit ich mich in den Höheren einkleiden kann. Ich kann nichts tun, und deshalb ist die Kabbala für mich vorerst ein abstraktes Wissen.

Die Spiritualität endet in der letzten Bina, auf dieser roten Markierung. ACHaP des Höheren ist für mich eine undurchdringliche Finsternis.  Wenn ich aber in diesen Zwischenraum „Gruppe, Bücher, Lehrer“ hineingehe und beginne mit ihnen zu arbeiten, dann habe ich eine Möglichkeit, mich mit dieser Bina zu verbinden.

Das bedeutet, dass diese Gruppe sich nicht einmal im Spirituellen befinden muss. Aber diese Mittel (Gruppe, Bücher, Lehrer) besitzen so eine wundertätige Eigenschaft (Segula), dass sie sich in meiner Vorstellung auf einer höheren Ebene befinden. Wenn ich mich ihnen anschließen möchte und mein Ego sich vor ihnen verbeugt, dann kristallisiert sich ihre  spirituelle Komponente aus ihnen heraus. Durch sie dringt aus GE des Höheren das Licht zu mir durch.

Meinerseits  bringe ich das Verlangen (das egoistische Verlangen!) ein, als Antwort darauf kommt Licht zu mir. Wir treffen uns in dem Bereich, der „Lehrer, Bücher, Gruppe“ genannt wird. Es handelt sich dabei um einen qualitativen Begriff und nicht um physische Menschen oder Bücher. Es ist genau dieser Ort, an dem ich den ACHaP des Höheren, der spirituellen Welt offenbare.  

Deswegen muss ich mir vorstellen, dass sie erhaben und groß sind und dass sich in ihnen der Schöpfer befindet. Nur in dieser Form kann ich mir den ACHaP des Höheren vorstellen – eine höhere Stufe, und mich an ihr festhalten, denn ich habe weder GE noch eine andere Möglichkeit.

 

Aus der Lektion nach dem Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“, 26.01.2011

[#34131]

„Ich schlafe, aber mein Herz ist wach…“

Jeder Mensch entscheidet selbst, was er als Tag und was er als Nacht betrachtet: was gut, was schlecht für ihn ist. Manchmal wird ihm Erweckung zuteil, Erhebung des Geistes, großes Licht und er versteht, wie wunderbar es ist, sich der Spiritualität zu nähern und sich an ihr zu erfreuen. Er nennt es Tag, aber in Wirklichkeit ist es nur Licht in seinem egoistischen Verlangen. Egoismus genießt und das wird nicht spiritueller Fortschritt genannt.

Oder vielleicht fühlt er sich im Dunkeln, erschöpft, aber gefühlsmäßig versteht er, dass dieser Zustand dem Vorankommen nützlich ist. Und obgleich es ihn zu genießen verlangt, durchlebt er unangenehme Gefühle; es wird gesagt: “Ich schlafe, aber mein Herz ist wach…“ Das  Verlangen nach Genuss führt zum Gefühl der Dunkelheit, aber der Punkt im Herzen empfindet Licht. Dieser Mensch versteht, dass die Dunkelheit nützlich für ihn ist, der Abstieg geht dem Aufstieg voran, und er soll sogar noch größere Verlangen dafür vorbereiten. Und das Verlangen kommt aus der Erfahrung der Dunkelheit.

Daher hängt alles davon ab, wie ein Mensch bewertet, was er als Tag und was er als Nacht ansieht – in seinem schlafenden egoistischen Herzen oder im Punkt im Herzen, der brennt und sich nach Spiritualität sehnt.

Wenn der Mensch dann beginnt, das eine vom anderen zu trennen, dann hat er zwei Bezugspunkte, gemäß derer er streben und sich exakt auf das Ziel ausrichten kann. Ein Punkt ist das Ego. Und es ist gut, dass Egoismus sich schlecht anfühlt. Je schlechter ich mich in meinem Egoismus fühle, desto größer wird mein Verlangen (Awiut), über welchem der Punkt, der das Ziel sucht, existiert.

Die Hauptsache besteht darin, diese zwei Punkte zu trennen und sie die ganze Zeit genau einander gegenüber zu halten, um herauszufinden, mit welchem ich mich identifiziere. Wähle ich die Richtung, die mich zum Schöpfer führt, obwohl mein Weg in der Dunkelheit liegt, halte ich das für richtig?     Dann kann ich sicher sein, dass ich mich richtig bewege, denn mein Egoismus hat kein Interesse, sich dorthin zu stürzen, vergleichbar einem Dieb, der allen Leuten voranläuft und ruft:“Haltet den Dieb!“

Mein Ego will keine Dunkelheit, und ich erhebe mich übers Ego, über den Verstand und wünsche mir mein Geben, um über dem Empfangen zu stehen. Und das ist ein guter Zustand, in welchem mein Tag und der Tag des Schöpfers identisch sind.

Und wenn ich daran leide, mich schlecht zu fühlen und kein Interesse an Fortschritten zu haben, bedeutet es, dass ich meinem Verlangen nach Genuss, meinem Ego folge. Ich laufe dorthin, wo mich mein egoistisches Herz, aber nicht der Punkt im Herzen mich ruft. Das ist der Unterschied.

Wir sollen versuchen, uns in zwei Teile zu teilen: Da ist der Punkt im Herzen, der treu am Ziel festhält, am Geben in jeder Situation, was auch immer geschieht, und da ist das Herz selbst, immer begierig zu empfangen. Sein Appetit wächst ständig. Dunkelheit herrscht in meinem Herzen, aber da ist ein Lichtstrahl im Punkt im Herzen, das bedeutet, dass ich die richtige Richtung eingeschlagen habe. Und ich vollende diesen Weg mit der Hilfe der Umgebung, der Gruppe, der Kraft von außen, die nötig sind, um den Punkt im Herzen aus dem egoistischen Herzen heraus zu ziehen und ihn in die Richtung des Ziels zu bringen.

 

Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbalaunterricht 4/5/12

[74550]

Spirituelle Erlangung der Frauen

Frage: Männer gehen durch die Reinkarnation der Seelen. Und was ist mit den Frauen? Hat eine Frau eine unsterbliche Seele oder wird sie einfach ausgelöscht und das wars?

Antwort: Es gibt keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Mehr noch, wenn eine Frau ihr Ego überwinden und sich mit anderen Frauen in gegenseitiger Unterstützung verbinden kann, dann können sie die Männer in ihrer spirituellen Erlangung  überholen.

Ich würde sagen, dass der Schöpfer Frauen mehr liebt als Männer.

Aus dem Unterricht in Russisch, 14.01.2018

[#226216]

Warum braucht die Seele eine Korrektur?

Frage: Warum braucht die Seele eine Korrektur?

Meine Antwort: Ursprünglich existiert ein einziges Geschöpf, das die „Seele“ heißt. Damit das Geschöpf sich unabhängig wahrnehmen und seine größte Blütezeit erleben kann – die Stufe des Schöpfers – muss es das Zerbrechen und die Korrektur durchlaufen.

Deswegen erhalten wir in unserer Welt unsere Seele nur stückchenweise. In jedem von uns ist ein kleiner Teil der gesamten Seele, die Adam HaRishon heißt oder einfach Adam (das Verlangen). Die Füllung der Seele ist das Licht.

Bild 1. rechts oben: das Verlangen, rechts unten: das Licht

Das ursprünglich erschaffene Geschöpf hat sich selber nicht wahrgenommen, weil es nur ein sehr kleines Verlangen hatte und ein sehr schwaches Licht.

Damit man es zu den Zustand bringt, der dem Schöpfer ähnelt, wurde die Seele in 600 000  Hauptteile und viele weitere „Splitter“ (als Resultat der weiteren Entfernung) zerbrochen.

Bild 2. 1: das Verlangen, 2: das Licht

Jeder Splitter, also  jede „persönliche“ Seele, hat auch ihr Verlangen (den Mangel) und ihre Füllung.
Beim Zerbrechen haben sich die Splitter als selbständig wahrgenommen, zwischen ihnen sind „Trennwände“ entstanden, wie zwischen den Menschen. Und so beginnen wir uns abgeschnitten, abgestoßen voneinander zu spüren. Diese Abstoßung voneinander nennt man Egoismus.

Und jetzt müssen wir alle Splitter sammeln und sie zu ihrem ursprünglichen Zustand bringen: sie in einem gemeinsamen Verlangen miteinander verbinden und mit einem gemeinsamen Licht füllen.

Bild 3

Wohin verschwindet dann aber der Egoismus, der uns trennt, wo jeder wie in seiner Klipa (Schale) gefangen ist? Nirgendwohin! Wir müssen uns gegen den Egoismus miteinander verbinden und dann erhalten wir das Licht, das 613 Mal größer ist als vorher.

Bild 4

Genau so, anstatt nur einen winzigen Teil des Lebens wahrzunehmen: hier ist es kalt, dort ist es warm, ein bisschen Licht, ein wenig Schatten, wir werden beginnen, überwältigende Zustände wahrzunehmen. Wir werden spüren, mit wem wir es eigentlich zu tun haben, wer uns Kraft und Liebe gibt. Wie soll man sich gegenüber dem Schöpfer verhalten und in einen Zustand mit Ihm eintreten? „Ich zu dem Höheren, und Er zu mir“. Mit anderen Worten, wir beginnen den Schöpfer zu offenbaren und auf Sein Niveau aufzusteigen.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 23.04.2017

[#211405]

Was bestimmt die Ebene einer Seele?

Frage: Hinsichtlich der Entwicklung einer Seele, handelt es sich dabei um eine Entwicklung des Wunsches, das Licht des Schöpfers zu empfangen?

Meine Antwort: Ja. Der Schöpfer gibt nur. Wir können nur empfangen. Indem wir empfangen um zu  geben, verwandeln wir das Empfangen ins Geben. Deshalb wird die Eigenschaft des Empfangens mit der Absicht um zu geben ”Seele” genannt wird.

Frage: Was bestimmt die Ebene einer Seele?

Meine Antwort: Es gibt fünf spirituelle Welten —Assija, Yezira, Brija, Azilut, und Adam Kadmon— auf die eine Welt der Unendlichkeit folgt. Jede Welt hat 25 Stufen, also insgesamt 125 Stufen. Sie treten aus der Zusammenführung von Licht und Verlangen hervor; folglich stellen wir diese Tatsache einfach nur fest.

Die Ebene der Seele wird durch die Anzahl, d.h. durch die Stärke meines Verlangens von 0 bis 125 bestimmt.

Die Stärke des Verlangens wird danach bestimmt, wo ich mich befinde.

Wenn ich meinem Verlangen die richtige Absicht geben kann, dann tritt das Licht des Schöpfers ein, und alle drei Komponenten – das Licht, das mich erfüllt, meine Absicht und mein Verlangen – werden eine „Seele“ genannt.

Frage: Welche Arten von Seelen gibt es, denn es heißt, es gibt unbelebte, pflanzliche und belebte Ebenen?

Meine Antwort: Das sind einfach Stufen, die für uns irrelevant sind. Man soll nicht denken, dass es eine Tierseele in einem Tier, eine menschliche Seele in einem Menschen und eine unbelebte Seele in einem Felsen gibt. Es bedeutet, dass jedes Verlangen fünf Komponenten enthält: unbelebt, pflanzlich, belebt, menschlich und universell.

Darauf basierend sagen wir: „Seine Seele hat sich in einem Tier oder einer Pflanze niedergelassen“. Das sind nichts anderes als Ebenen des Verlangens. Genauso wie ich Lust  habe, sagen wir, 100 Gramm von einer Sache und einem Kilogramm von einer anderen zu verbrauchen, so ist der Unterschied zwischen dem belebten Verlangen und dem Menschlichen.

Dies sind einfach Namen, die keine Verbindung mit unserer Welt haben.

In der Tat ist alles genau reguliert, buchstabiert und quantitativ nach Energieniveaus und Stärken aufgeteilt.

 

Aus dem Kabbala Unterricht in Russisch 1/14/18

[225217]

Feingefühl für Spiritualität

Frage: Seit dem Jahr 1995 hat die Kabbala mit ihrer Enthüllung an die breiten Massen begonnen. Bedeutet dies, dass die Kinder, die nach 1995 geboren wurden, auf einem höheren spirituellen Niveau sind als wir und für die Spiritualität empfänglicher sind? Oder tragen sie einen noch größeren Egoismus in sich, was es für sie noch schwieriger macht sich zu korrigieren?

Meine Antwort: Es spielt keine Rolle welchen Egoismus sie in sich tragen, ob er größer, kleiner oder von welcher Art auch immer ist… Jede weitere Generation ist jedoch empfänglicher für abstrakte Begriffe als ihre vorangegangene.

In unsere Welt steigen immer niedrigere Seelen ab. Anderseits erreichen sie, indem sie sich korrigieren, sogar noch höhere Gipfel.

 

[#222309]

Warum der Schöpfer kein Egoist ist?

Frage: Entwickelt und verändert sich der Schöpfer?

Antwort: Der Schöpfer ändert sich nicht. Wir sind diejenigen, die sich in Relation zu Ihm verändern. Wir können Ihm diese Veränderungen zuschreiben. In Wirklichkeit gibt es in Ihm keine Veränderungen. Er ist ein absolut reines und unveränderliches höheres Licht. Wir können das mit der Sonne vergleichen, deren Licht sich nicht verändert, ob wir sie abwechselnd mit einer Sonnenbrille betrachten oder nicht.

Frage: Warum ist der Schöpfer kein Egoist?

Antwort: Weil Er vollkommen ist. Er ist eine Kraft, deren Natur aus der Eigenschaft des Gebens und des Liebens besteht. Er kann nicht negativ sein, da er keinen Wunsch hat, auf Kosten von jemand anderem etwas zu empfangen oder zu genießen.

 

Aus dem russischen Kabbalaunterricht vom 21.1.18

(226219)

Echte Verbreitung

Frage: Wie haben sich Kabbalisten in der Vergangenheit ohne Verbreitung gehalten? Wie können wir das Licht verbreiten, das wir von der Gruppe erhalten, ohne seine Eigenschaften zu verlieren, während wir mit den Massen interagieren?

Antwort: Schauen wir uns an, was es bedeutet zu verbreiten. Wenn wir denken, dass die Seele außerhalb unseres Körpers existiert, dann bedeutet dies, dass alle sieben Billionen „Außenstehenden“ Teile der Seele dieses Menschen darstellen. Es geht nicht um schöne Worte; das ist die Wahrheit!

Was sollen wir damit machen? Wir müssen verbreiten. Wenn man diese Teilchen nicht mit sich selbst verbindet, erhält man keinen Platz, kein Kli, Gefäß, in dem man die obere Welt wahrnehmen wird.

Wie kann ich all diese Teilchen mit mir verbinden? Ich kann das nur tun, wenn ich ihnen gebe, wenn ich sie als Teile von mir behandle. Darum heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, dann wird er ein innerer Teil von dir werden. In dem Maße, in dem wir uns gemäß diesem Prinzip mit der Welt verbinden können, wird uns eine Chance gegeben, unsere Seele zu spüren. Sie ist in den anderen „lokalisiert“, obwohl wir diese Tatsache nicht erkennen. Indem wir unseren Egoismus neutralisieren und unsere Einstellung gegenüber allen sieben Billionen „Außenstehenden“ ändern, werden wir zu unserer eigenen Seele gelangen. Das erklärt, warum wir diesen Prozess nicht „Nächstenliebe“ nennen können. Und zwar deswegen nicht, weil wir versuchen, unser eigenes ewiges und perfektes Selbst zu entdecken.

Die Weisheit der Kabbala erscheint uns als das „lukrativste Geschäft“ aller Zeiten. Es gibt nichts „Gewinnreicheres“ als Ewigkeit, Vollkommenheit und Unendlichkeit. Natürlich erfordern all diese Dinge viele Betrachtungen. Wir sollten über diese Themen nachdenken bis wir alle Fragen und Zweifel vollständig „verdaut haben“. Allerdings muss man verstehen, dass es niemanden außerhalb von uns gibt und dass jeder und alles (Menschen und die ganze Natur) nur unser äußeres Kli ist, ein Gefäß.

In der Kabbala erfahren wir, dass die Seele aus Shoresh, Neshama, Guf, Lewush und Heichal besteht. Unsere inneren Wünsche bestehen aus Shoresh, Neshama und Guf, während unsere äußeren Kelim Lewush und Heichal sind, was „Kleider“, „Hallen“ und „Paläste“ bedeutet. Sie repräsentieren die äußeren Wünsche. Wenn wir uns mit ihnen identifizieren, fangen wir an, das höhere Licht, das höhere Leben und unsere ewige Existenz in ihnen zu spüren.

Deshalb sollte man die Welt niemals als Äußerlichkeit betrachten. Es sieht nur so aus, als wenn sie außerhalb von uns wäre, aber tatsächlich ist die ganze Welt in uns. Wir studieren die „Einführung in das Buch Sohar“, in der Baal HaSulam erklärt, dass alles, was uns als Äußerlichkeit erscheint, tatsächlich in uns ist. Mit anderen Worten, jeder ist in mir.

Etwas, das uns äußerlich erscheint, ist eine Illusion, die so schnell wie möglich zerstört werden sollte, indem wir uns auf alles und jeden mit Liebe beziehen. Nur unter dieser Bedingung können wir anderen als „Übermittler“ des höheren Lichts dienen. Es wird uns durchdringen und uns die ewige Vollkommenheit spüren lassen.

 

Aus einer virtuellen Lektion 3/3/13

[101998]

Liebe zur Liebe

Frage:  Liebe ist das stärkste Gefühl, wofür es sich zu leben lohnt. Wie fühlen Sie sich dabei?

Antwort:  Positiv. Für eine Weile füllt es den Menschen.

Frage: Also kann die Liebe nicht der ewige Sinn des Lebens sein?

Antwort: Natürlich nicht. Das Leben endet und die Liebe endet auch. Hormone verändern sich und es verändert sich das Objekt der Liebe. Jeder Mensch kann im Laufe des Lebens viele solcher Hobbys haben.

Frage:  Ist die Liebe das größte Vergnügen, stärker als  Macht und Geld usw.?

Antwort: Kommt darauf an, manche lieben mehr das Geld, manche die Musik und andere lieben mehr die hormonelle Liebe; es geht dabei um den inneren Wunsch des Menschen.

Anmerkung: Der Wunsch des Menschen geliebt zu werden ist stärker als selbst zu lieben.

Antwort: In unserer Welt wird die Befriedigung von hormonellen Wünschen Liebe genannt. Alles beginnt und endet mit dem Menschen. Es geht nicht um jemanden außerhalb.  Wenn ich bezüglich dieses „Externen“ einen hormonellen Wunsch habe, dann bin ich davon angezogen, und wenn nicht, dann nicht.

Daher hat die Liebe auf der materiellen Ebene nichts mit dem Spirituellen zu tun. In der Kabbala ist die größte Freude die Liebe zum Schöpfer.

Frage:  Wenn nach der Kabbala der Sinn des Lebens darin besteht, die Eigenschaft der Liebe für den Nächsten zu erlangen, bedeutet das, dass die Liebe der Sinn des Lebens ist?

Antwort: Nein. Der Sinn des Lebens ist das Verstehen der Liebe zur eigenen Wurzel. Und dies geschieht durch die Liebe zum Nächsten und weiter von der Liebe zum Nächsten zur Liebe zum Schöpfer.

Den Schöpfer zu lieben heißt zu genießen, dass er dich füllt.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 28.01.2018

[225974]

Zwei Vektoren des Weltalls

Frage: Wie kann man Egoismus von Altruismus unterscheiden?

Antwort: Baal HaSulam definiert Egoismus als Selbstliebe: wenn der Mensch nur seinen eigenen Wünschen nachkommt und keine Rücksicht auf die Wünsche der anderen nimmt.

Der Altruismus ist ein Verlangen, den Wünschen der anderen nachzukommen, alles zu geben, was man hat. Trotz eigener Wünsche handle ich nicht um meiner selbst willen, sondern um dem Wunsch des Freundes nachzukommen.

Im Weltall existieren nur zwei Vektoren: eine Kraft, die entweder auf sich selbst oder auf andere gerichtet ist. Ihre Kombination bewirkt alles, was in der Natur auf allen Ebenen existiert: unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Materie.

Frage: Warum wurde ein solches Mehrebenensystem erschaffen?

Antwort: Vier Ebenen der Natur verkörpern vier Stadien der Entwicklung des direkten Lichtes. Die unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Natur entsprechen der ersten, zweiten, dritten und vierten Ebene des Verlangens.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 04.02.2018

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