Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Egoismus'

Wofür der Schöpfer bestraft

Frage (aus Facebook): Wenn der Schöpfer alles regelt, warum sollte ein Mensch dann bestraft werden? Schließlich hat er keine Freiheit in seinem Handeln.

Antwort: Wenn der Schöpfer alles regelt, haben wir anscheinend nichts zu tun. Er wird an alles denken und wir können es uns so bequem wie möglich machen, warten und schauen, was später passieren wird. Aber uns wurde der Egoismus gegeben, der dem Schöpfer entgegengesetzt ist. Wir müssen ihn ändern, so dass man Ihm gleichen wird. Das ist unsere Arbeit. Wenn wir uns damit beschäftigen, werden wir gute Antworten vom Schöpfer erhalten. Und wenn nicht, werden wir von Ihm bestraft und dazu gezwungen. Das ist das ganze Managementsystem.

Der Schöpfer führt uns dazu, zu verstehen, wo wir sind, was funktioniert, was uns beeinflusst und was von uns erwartet wird. Aber wir müssen ebenfalls, jeder einzelne von uns, mit Ihm als Partner zusammenarbeiten – Er und ich. Also müssen wir uns vorstellen, dem Schöpfer gegenüber zu stehen; und Er beeinflusst uns, indem Er unsere Gedanken und unsere Entwicklung fördert.

Alles, was wir sagen, denken und fühlen, kommt von Ihm. Aber Er erwartet auch eine eigene Antwort von uns. Obwohl Er auch derjenige ist, der die Antworten herbeiruft, müssen wir das verstehen und uns mit Ihm verbinden. Dann werden neue Zustände in unserem Leben enthüllt werden und wir werden erkennen, wie das Leben ruhiger, bequemer, ausgeglichener und sicherer wird. Das Einzige, was wir brauchen, ist in direkten Kontakt zum Schöpfer zu kommen.

Das ist etwas, das wir tun können

Aus KAbTV “News with Michael Laitman” 11/30/16

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Den Menschen bilden

Frage: Tausende Jahre haben Mensch viele Tiere domestiziert. Aber bei einigen besonders grausamen und gefährlichen wurde das nie versucht. Unter ihnen ist ein boshafter Zweibeiner, der sich selbst den unpassenden Namen „Homo Sapiens“ gab. Er vernichtet seine eigene Art in einem Ausmaß, welches bei keinem anderen fleisch- und pflanzenfressenden Bewohnern des Planeten beobachtet wird.

Um einen Menschen zu domestizieren braucht es nur eine Sache: Einander nicht zu töten. Diese Eigenschaft kann sehr einfach erlernt werden durch gute Bildung. Also warum bringt man uns seit dem Tag unserer Geburt durch Filme, Computerspiele, Lieder und Geschichten bei, die eigene Spezies in großem Maßstab zu töten ?

Weil wir auf ein Leben in einer Umwelt mit viel Konkurrenz vorbereitet werden, die sich jederzeit zu einem Krieg ausweiten kann? Diese Kultur nennt man Kapitalismus. Und macht sich jeder, der den Kapitalismus verteidigt, des Mordes mitschuldig?

Meine Antwort: Das Problem ist nicht der Kapitalismus, Sozialismus oder Kommunismus, keiner der „‑ismusse“ und nicht die Gesellschaft im allgemeinen. Die Wurzel des Problems ist eher die menschliche Natur, die sich stets zum Schlechteren wandelt. Seit wir die Höhlen verließen, verstreuten wir uns über die Erde und gründeten Völker, Gruppen und Klans, formten Staaten und Königreiche. Dies geschah unter dem Einfluss unseres „Egoismus“, der größere Gruppierungen, mehr Subordination und größeren Profit verlangte. Das geschieht nicht, weil wir es so wollen, sondern weil sich unsere Natur so entwickelt – aus dem Inneren.  

Die Natur lehrt uns, wie wir zu handeln haben. Philosophie und alles andere entwickeln sich, nachdem wir anders geworden sind und angefangen haben, über uns selbst zu lernen: was mit uns passiert ist. Die Natur gibt uns Konkurrenzdenken, die Notwendigkeit über einander zu triumphieren und andere zu besiegen. Und wir können nichts dagegen tun.

Wir sehen diese Konkurrenz in kleinen Kindern, wie sie miteinander kämpfen und nichts teilen wollen. Und wir sehen es in allen Beziehungen zwischen Erwachsenen in Gesellschaft, Wissenschaft – in allen Belangen. Besonders tritt dies in Schönheitswettbewerben, sportlichen Veranstaltungen oder bei den Olympischen Spielenes zu Tage. Es blüht bei der Arbeit, im Dienst, im internationalen Handel und Business.

Es ist überall – Konkurrenz und Kampf. Kampf zählt zur Normalität in unserem Leben. Die Beziehung einer Person mit der Bank, dem Chef, dem Leben, der Krankenversicherung, dem Bildungssystem, etc. – all das ist ein Kampf. Wir versuchen nicht, den Prozess aus einem positiven Standpunkt zu verstehen, wie wir unser Leben balancieren und es richtig aufbauen können; sondern wir sehen es als ein Resultat unserer Beziehungen und aus Angst, dass jemand vielleicht das größere Stück bekommt.

Es ist ein schreckliches Leben! Wenn wir es nüchtern betrachten, dann sehen wir, dass es ein ständiger Krieg ist, aber wenigstens ein Krieg, an den wir gewöhnt sind, und kein physischer, bei dem Menschenleben genommen werden. Die richtige Einschätzung von Ereignissen wäre, dass alles von der Natur kommt, die wir nicht ändern können. Wir können nur irgendwie miteinander besser zurechtkommen. Die Natur wird weiterhin die Menschheit in ihrer egoistischen Entwicklung vorwärts treiben.

Deswegen wird eine anti-egoistische Erziehung, über die Psychologen sprechen, der Menschheit nicht weiterhelfen. Nur die Lehre der vernünftigen Interaktion tut es. Wir fangen in kleinem Alter an, setzen ein Kind in einen Kreis und entwickeln langsam die Kenntnis,  dass es nicht „ich“ ist, sondern „wir“. Dieses Training ist sehr ernst. Ich habe es bisher nicht in seiner Reinform in der Psychologie gesehen. Die Kabbalah erklärt die Methode und wir haben sie seit langer Zeit angewandt.

Die Grundlage der Methode ist, dass ein Kind richtig mit einer Gruppe interagiert und versteht, dass in diesem Fall die Gruppe das persönliche „selbst“ darstellt. Gleichzeitig wird es untrennbar ein Teil der Gruppe, der Gesellschaft, es liebt es und es betrachtet es als zu Hause. Es beginnt, alle Mitglieder der Gesellschaft als sich selbst zu sehen. Und das ist die Aufgabe: Beziehungen aufbauen zwischen Menschen, bei denen sich alle als eine Person fühlen. Später, wenn eine Person zu einer anderen Gesellschaft kommt, nimmt sie ihre Gewohnheiten mit. Natürlich ist ein solcher Übergang nicht einfach; es ist wichtig vorher zu lernen wie.

Deshalb wird die richtige Interaktion mit anderen gelehrt, das Gefühl für den Mitmenschen oder einen Freund entsteht; die Wahrnehmung für die Menschen mit ihren Gedanken, Absichten und den Grad der Nähe zwischen ihnen entwickelt sich. Man fängt an, andere als sich selbst wahrzunehmen. Mit jeder anderen Person hat man einen momentanen Kontakt, entweder positiv oder negativ, aber wenigstens versteht man ihn. So wird aus Konkurrenz durch gemeinsame Aktivitäten und durch Partnerschaft mit Freunden Kooperation.

Frage: Entwickelt man ein Verlangen dafür, dass andere Erfolg haben?

Antwort: Das ist ein notwendiges Gefühl, das die gleiche Plattform für eine gute Verbindung schafft, in der man beginnt, das als einzige Wahrheit zu betrachten.

Frage: Aber Sie sagten, dieses Prinzip stünde gegen die menschliche Natur. Wie funktioniert das?

Antwort: Es steht gegen die menschliche Natur, aber es steht im Einklang mit der Erziehung, die der Mensch bisher genossen hat. Und gerade mit Handlungen, die gegen seine Natur gehen, erhebt er sich darüber. Er versteht, dass jetzt eine größere Kraft in seinen Händen liegt als die ablehnende egoistische Kraft. Das ist eine altruistische, anziehende, vereinende Kraft. Wenn diese Kraft dank seiner Anstrengungen anfängt zu dominieren, sieht er dass die zwei Kräfte, die altruistische und egoistische, einander erschaffen; sie sind dazu bestimmt, gemeinsam zu funktionieren wie plus und minus im elektrischen Strom, wie die Pole eines Magneten, wie Elektron und Proton in Materie. Die zwei Kräfte können nicht ohne einander existieren und der Mensch lernt, mit ihnen richtig zu arbeiten.

Das ist der Anfang einer höheren Psychologie. Psychologen können die positive Kraft nicht in unsere Welt bringen. Aber genau das ist unsere Hauptaufgabe, da unsere Welt vollständig auf der negativen Kraft aufbaut, wie es geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen“ (Traktat  Kiddushin 30b). Das ist die einzige Kraft, die in unserer Welt wirkt. Und sogar die positive Manifestation, die wir sehen, ist aus Konkurrenz heraus geboren.

Die Weisheit der Kabbalah lehrt, wie wir die versteckte positive Kraft in unsere Welt bringen. Wir können sie aufdecken und in unser tägliches Leben bringen. Dann können wir mit den beiden Kräften arbeiten, der Positiven und der Negativen, und dann wird es möglich sein, an uns selbst zu arbeiten.

Frage: Heißt das, dass man sich von Kabbahlisten leiten lassen muss?

Antwort: Es müssen Kabbalisten vereint mit Psychologen sein. Psychologen müssen verstehen, dass sie alleine nicht die Möglichkeiten haben, die Menschen zu verbessern. Das heißt, die Psychologie ist heute ebenfalls in der Krise.

Direkt auf das Ziel zugehen

Tora, Deuterononium 13:06: Der Prophet oder Traumseher aber soll mit dem Tod bestraft werden.

Der Mensch kann keiner seiner Eigenschaften und Sinne trauen: Weder Gedanken noch Berechnungen. Er sollte sich annullieren, an die höhere Lenkung anhaften und beginnen, alles von dort zu empfangen. Die Enthüllung der höheren Lenkung geht schrittweise in sein System ein, und nur in diesem Ausmaß kann sich der Mensch der höheren Kraft anpassen. Er ist bereit, mit dem Geben zu arbeiten, und dann mit den Wünschen zu empfangen.

Deshalb steht geschrieben: „Töte den Träumer“ in dir. Er wird dich ständig dazu verleiten, in eine andere Richtung zu gehen. Du solltest alle Eigenschaften, die dich vom Weg abbringen, ausrotten. Träume sind die Basis eines Mangels an Vertrauen in den Schöpfer, in den Glauben über dem Verstand. Schließlich können sich alle Gedanken, alles Wissen und alle Erfahrung sehr schnell ins radikale Gegenteil verwandeln, bis zu einem solchen Ausmaß, dass es kaum zu glauben ist.

Zum Beispiel beweisen bereits die Ergebnisse der modernen Entdeckungen in der Quantenphysik, dass es keine Zeit, keine Bewegung, keinen Raum usw. gibt. Alles in diesem Film geschieht solcherart, dass ein Mensch in seinem Makrokosmos absolut nicht mit dem Mikrokosmos übereinstimmt. Trotzdem muss er zustimmen, weil ihn die Grenzexperimente mit dem Mikrokosmos dazu zwingen.

Er kann diesen Ergebnissen nicht entkommen, und deshalb akzeptiert er sie, obwohl er sie nicht versteht. Und später versucht er, auf logische Weise seinen Verstand den Ergebnissen anzupassen. Er ist jedoch nur teilweise erfolgreich und nur für kurze Zeit. Die Wissenschaftler gelangen langsam in eine Sackgasse und verstehen, dass sie auf diesem Weg nicht mehr weiterkommen. Schließlich können wir uns mit unseren Sinnen keine Ereignisse vorstellen, die außerhalb von Zeit und Raum stattfinden. Wir sind eng miteinander verbunden, obwohl wir Billionen von Lichtjahren voneinander entfernt sind.

Es ist ein schrecklicher Zustand, wenn man das ganze kosmische Bild siehst und es mit dem Irdischen vergleicht: Was haben wir hier mit unserem kleinen Tier namens Egoismus gemacht?
Aus KabTV “Geheimnisse des Ewigen Buches” 7/13/16

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Täuscht uns der Schöpfer?

Frage: Was will der Schöpfer erreichen, in dem Er uns durch unsere egoistischen Wahrnehmungssinne, diese illusorische Realität vortäuscht?

Meine Antwort: Der Schöpfer täuscht uns nichts vor. Er zeigt uns eine gewisse Wahrnehmung der Realität, wo wir sehr eingeschränkt sind und alles nur in uns selbst spüren. Und das nur, damit wir zu einer anderen Wahrnehmung gelangen, um das wahrnehmen zu können, was außerhalb unserer fünf Sinnesorgane existiert.

Wir müssen aus uns herauskommen – in entgegengesetzter Richtung, um Ihm ähnlich zu werden, das heißt, unabhängig zu sein, selbstständig zu versuchen, neue Wahrnehmungsorgane zu entwickeln. Mit Hilfe unserer Anstrengungen können wir anfangen die Welt außerhalb von uns zu sehen, nicht durch unsere verzerrte egoistische Wahrnehmung, sondern durch die Eigenschaft des Gebens. Dies ist eine völlig andere Wahrnehmung.

Der Mensch sieht, dass etwas außerhalb, getrennt von ihm existiert: Er fühlt es nicht, er versteht es nicht. Wenn man in der Absicht des Gebens handelt, fängt man an, die Umwelt anders wahrzunehmen. In Wirklichkeit existiert die Umwelt nicht, man nimmt sie gemäß der Eigenschaft des Gebens wahr. Und dann kommt die Erkenntnis, dass das der Schöpfer ist.

Aus der Lektion in Russisch

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Empfangen um zu geben

Frage auf Facebook: Ich bin ein ganz normaler Mensch, der nur für sich selbst empfangen will. Was bedeutet, empfangen um zu geben?

Meine Antwort: In der Tat, ein normaler Mensch empfängt für sich selbst. Aber es gibt die Wissenschaft der Kabbala, die sagt, dass das Empfangen für sich selbst auf Grund der Evolution in dieser Welt nicht mehr geht. Heute befindet sich die Welt in so einem Zustand, in dem das Empfangen für sich selbst einfach nicht mehr möglich ist; es wird alles runder, wir sinken auf die tierische Stufe ab und damit berauben wir uns selbst. Wir können keinen Sinn im Leben erreichen, sehen keinen Ausweg aus unserer animalischen Existenz, erfinden irgendwelche technologischen „Spielzeuge“, Mode und alles Mögliche, um irgendwie unsere Existenz zu füllen, die eigentlich absolut leer ist.

Wenn wir die richtige Berechnung machen, wie viel Freude und Genuss wir im Leben bekommen haben und im Vergleich dazu sehen, wie viel Kraft, Energie, Leiden und Anstrengungen wir investiert haben, dann wäre es tatsächlich einfacher gewesen, gar nicht zu leben. Das ist allen klar, und nur unsere primitive Angst vor dem Sterben hält uns zurück. Wir müssen verstehen, dass es im Leben vollkommen andere Berechnungen gibt; es ist nicht das Ziel, gegen unseren Willen zu existieren. Denn wenn wir für uns den Sinn des Lebens offenbaren, werden wir sehen, dass wir in diesem Leben und darüber hinaus unendlich glücklich sein können.

Und die Methode, wie man dieses Glück erreicht kann, heißt „die Wissenschaft der Kabbala“. Sie lehrt darüber, wie man zu einem wahrhaftigen Genuss kommt, nicht nur in diesem vergänglichen Leben, so lange unser Körper existiert, sondern auch darüber hinaus, in dem wir das ewige Leben erlangen, während wir noch in dieser Welt leben. Und dies ist die Bedeutung von empfangen, um zu geben.

Wenn man die Stufe des Gebens erlangt, existiert man in dem Zustand weiterhin außerhalb des Körpers.

Von der TV-Sendung „News mit Michael Laitman“ 2016.11.09

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Die drei Parameter des Glaubens

Frage: Die Grundlage aller Religionen ist Glaube, kein Wissen. Mehr oder weniger alle Religionen erstellen Einschränkungen und sogar Verbote für das Erfassen der Gesetze des Universums. Warum?

Antwort: Weil Religionen sich nicht mit der Offenbarung einer höheren Macht beschäftigen, sie besitzen solche Möglichkeiten nicht. Sie existieren in der Dunkelheit. Wenn die Menschen die wahre Wirklichkeit begreifen würden, gäbe es keine Religionen; nur die Kabbala würde bleiben.

Deshalb sind Religionen am blinden Glauben der menschen interessiert. Auf diese Weise unterdrücken sie die Entstehung von Fragen über den Sinn des Lebens bei den Menschen. Ein religiöser Mensch schaut fanatisch nach vorne und bewegt sich ohne jeglichen Fokus in den Augen.

Replik: Aber aus den Religionen entstand doch der Begriff des Glaubens.

Antwort: Nein, man nennt etwas „religiösen Glauben“, wann der Mensch bedingungslos alle Postulate übernimmt, ohne sie tatsächlich wahrzunehmen oder sie zu fühlen.

Frage: In jedem Fall ist dies eine menschliche Stufe. Ist es schwierig, diese Stufe zu überwinden und zu dem Glauben über den Verstand zu kommen?

Antwort: Dies ist keine Stufe, sondern es sind kontinuierliche Missverständnisse und bedeuten einen Schritt zurück. Es gibt drei Parameter des Glaubens: 1) Glaube unter dem Verstand, 2) auf dem Wissensstand und 3) Glaube über Verstand. 

Der Glaube auf dem Wissensstand ist, wenn ich das glaube, was ich sehe.

Der Glaube unter dem Verstand ist, wenn ich keine Beweise brauche. Ich akzeptiere, was mir gesagt wird, und handle wie ein kleines Kind. Es ist Religion, mir wird gesagt und ich glaube daran, ohne etwas zu überprüfen. 

Und es gibt den Glauben über dem Verstand; wenn ich mich über meinen Egoismus erhebe und beginne, das Geschehene zu begreifen. Damit beschäftigt sich die Wissenschaft der Kabbala. Daraus ergibt sich der Gegensatz von dem Glauben unter dem Verstand, der Religion, und dem Glaube über dem Verstand, der Kabbala.

In der Kabbala strebt man nach Wissen und nicht nach Glauben. In der Kabbala ist es notwendig, zu begreifen, zu berühren, zu riechen, wie ein kleines Kind, das alles in den Mund nimmt, um es zu „kosten“. So sollten wir es auch versuchen. Es wird dann Offenbarung der höheren Welt „Ta’amim“ genannt wird, was „Geschmack“ bedeutet und aus dem Instinkt kommt: Wir kosten alles über den Mund, als zuverlässigstes, treuestes und nahe liegendstes Gefühl.

Un dich kann keine Schokolade in den Mund nehmen und sie als bitter bezeichnen, nur weil Sie behaupten, dass sie bitter ist. So gibt es keinen Raum für den Glauben.

Aus der Lektion in Russisch, 24.01.2016.

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Kabbala Blitz Tipps

Frage: Wie lernt man, in der Gegenwart zu leben und zu bleiben? Wie kann man den Verstand von dem Schmerz und den Erinnerungen an die Vergangenheit und von der Angst vor der Zukunft befreien?

Meine Antwort: Es bedeutet, dass Sie noch nicht das Höhere Licht durch Ihre Gruppe erhalten haben, sodass Sie keine Verbindung mit dem Schöpfer haben. Sobald Sie einen kleinen Verbindungspunkt mit dem Schöpfer einrichten, werden sofort alle Zweifel verschwinden und keine Fragen über Sie selbst auftauchen. Denn wenn Sie mit der höheren Macht, die alles bestimmt und Sie völlig unter Kontrolle hat, verbunden sind, müssen Sie sie nur mehr wahrnehmen. Sie werden sofort von Ihrem Egoismus befreit. Wir möchten diesen Zustand zuerst erreichen.

Frage: Ist unser Wissen eine Täuschung des Verstandes?

Meine Antwort: Es hängt davon ab, was Sie mit „Wissen“ meinen. Wissen ist, was wir in unsere Welt erkunden und auf den Ergebnissen dieser Forschung basiert, damit wir darin existieren können. Das ist kein Irrtum. Kabbalah begrüßt es.

Frage: Was passiert, wenn man ein Déjà-vu erlebt?

Meine Antwort: Es existieren viele verschiedene Ereignisse, die geschahen, passieren und noch geschehen werden, die auch vorhergesagt werden können. Es gibt nichts in einem Menschen, das umsonst passiert und ohne eigene Reschimot (Spirituelle Gene) bleibt. Deshalb existieren solche Phänomene wie Déjà-vu. Es hängt alles davon ab, in welchen Eigenschaften sie von uns wahrgenommen werden. Es kann sein, dass die spirituellen Gene noch nicht zum Ausdruck gebracht wurden, ihre Form noch nicht gefunden haben, weil der  Schirm fehlt und die Aviut (Stärke des Verlangens), das reflektierte Licht und so weiter genauso fehlen.

Frage: Selbstmitleid – kommt es auch aus dem Egoismus?

Meine Antwort: Selbstmitleid ist der Höhepunkt des Egoismus.

Frage: Was werden Sie tun, wenn Millionen Menschen zur Kabbalah kommen und hunderttausende Fragen gestellt werden?

Meine Antwort: Ich werde genauso vor der Kamera sitzen und in die ganze Welt übertragen. Anstatt zehntausend Studenten hören dann eine Million oder 100 Millionen zu. Das ist nichts Erschreckendes, ich habe keine Angst.

Frage: Warum ist die Gruppe so wichtig?

Meine Antwort: Weil wir in einer Etappe sind, wo wir das Höhere Licht durch die Arbeit der verbundenen Zehner heranziehen können, die zur Vereinigung streben. Das höhere Licht fängt an, durch sie zu leuchten und wird weiter an die ganze Welt übertragen.

Frage: Wie empfindet man das Licht?

Meine Antwort: Das Beste ist ein Gefühl der Verbindung mit dem höheren Sinn und mit der Kraft, die alles abdeckt.

Frage: Nur ewig Lebende können die höhere Welt erreichen. Wenn wir wüssten, dass wir ewig leben würden,  gäbe es dann keine Depression?

Meine Antwort: Was hat es mit dem ewigen Leben zu tun? Was ist die Dimension der Zeit? Der Herzschlag? So was gibt es nicht. Ihr Körper lebt 70-100 Jahre, aber das Leben ist eigentlich ewig, stellt jedoch einen Übergang von einem Zustand zu einem anderen dar. Also, keine Sorge. Es gibt hier keine Wahl.

Aus der Lektion auf  Russisch, 15.05.2016

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Zum Glauben über dem Verstand

Frage: Ist es möglich, die Frequenz von Aufstiegen und Abstiegen zu erhöhen, um sie zur Lichtgeschwindigkeit und sogar noch darüber hinaus zu beschleunigen?

Meine Antwort: Es gibt keine Grenzen bei Auf- und Abstiegen. Sie sollten eine besondere Intensität in der Frequenz und Größe erreichen. Die Intensität der Auf- und Abstiege hängt von der Größe ab, multipliziert mit der Frequenz. Beide, die Größe und die Frequenz sind wichtig.

Die Größe und die Intensität bewirken beim Menschen die Wahrnehmung, dass alles, was ihm passiert, sogar die niedrigsten Zuständen, tatsächlich vom Schöpfer kommen. 

In diesem Zustand schließt sich der Mensch an den Schöpfer an, und steigt zum ersten Mal auf die Stufe „Glaube über dem Verstand“ auf.

Keter ist der Glaube, und mein Zustand in Malchut ist Wissen.

Aus der russischen Kabbalalektion

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Arbeit im Zehner

Frage: Ich bin jetzt in einem virtuellen Zehner, der aus Frauen aus verschiedenen Zeitzonen besteht. Wir haben dabei aber sehr große Zeitunterschiede. Was sollen wir tun?

Antwort: Die Frau ist von jeglichem Unterricht, der mit der Zeit verbunden sind, befreit! Sie kann ruhig selbständig studieren, ohne Verbindung zu anderen Frauen. Und wenn sie eine freie Minute hat, kann sie sich mit anderen Frauen unterhalten, entweder auf Sviva Tova oder im Chat oder Skype u. a.

Frage: Ich habe gehört, dass man 6 Minuten stündlich in Gedanken dem Thema Arvut (Bürgschaft zwischen den Freunden) widmen sollte; bei den Frauen wie bei den Männern auch, in einem zeitlichen Abstand. Hat das einen Sinn?

Antwort: Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen, ich habe so etwas nie gesagt. Kein Mann und keine Frau sollen das tun. Sonst werdet ihr euch ständig unter Spannung befinden und schließlich werdet ihr alles hinschmeißen. Dieser Prozess muss harmonisch verlaufen und annehmbar für unser Leben sein. Stellt euch vor, dass der Straßenbahnfahrer seine Bahn jede Stunde für 6 Minuten stoppt; arbeitet er dann spirituell?

Jeder von euch muss die Arbeit in der für ihn passenden Zeit erledigen. Natürlich ist es gut, Schichtarbeit zu leisten, aber versteht bitte, dass ihr euch dabei in einer Anspannung befinden würdet. Das sind enorme mentale Anstrengungen. Und wofür?! Letztendlich führt es zu nervöser Verwirrung und anstatt eines guten Eindrucks von der spirituellen Arbeit werdet ihr die Last der Pflichterfüllung fühlen und euch in einem Zustand der Unruhe befinden. Das darf nicht sein!

Frage: Ich habe gehört, dass die Frauen genau wie die Männer im Zehner nach dem Unterricht und in der anderen Zeitzone die Werke von Rabasch lesen müssen.

Antwort: Trefft euch einmal pro Woche, wenn ihr alle einen freien Tag habt. Ihr fügt damit weder der Familie noch irgendjemandem anderen einen Schaden zu, und dann lest etwas. Macht euch eine Tasse Kaffee in häuslicher Atmosphäre, setzt euch ruhig an den Computer und lest zusammen mit den anderen den Artikel. Das ist Vergnügen und das ist gut.

Frage: Macht es Sinn, sich in gleichen Zeitzonen in den Zehnern zu verbinden?

Antwort: Wenn ihr euch nur am Wochenende trefft und das für euch günstig ist, verbindet euch von mir aus sogar in 10 Zeitzonen. Wenn es nicht möglich ist, tut es nicht. Die spirituelle Arbeit muss besonnen verlaufen! Sie muss systematisch und höchst bequem sein! Das Einzige, was unbequem ist, ist der Ausstieg aus dem Egoismus. Alles andere wird ohne Druck erfolgen. Man kann sich mit anderen auf dem Sofa liegend verbinden, weil wir innere Arbeit leisten. Deswegen macht es keinen Sinn, sich mit den Menschen aus verschiedenen Regionen und Zeitzonen zu verbinden (und dabei Arbeitszeit und Schlafenszeit unberücksichtigt zu lassen). Solch eine Verbindung kann nicht lange funktionieren. Der Mensch wird im Endeffekt abspringen. Die Arbeit in den Zehnern hat damit nichts zu tun.

Für die Zehner ist es genug, sich dreimal pro Woche für 15 Minuten zu treffen. Unsere Zehner in BB treffen sich 10 Minuten lang nach jedem Morgenunterricht und das war’s. Wenn es in eurer Region eine Möglichkeit gibt, sich abends für 10 Minuten zu treffen und etwas zu besprechen, sei es auch virtuell, dann ist das gut und das genügt. Das ist das Leben des Zehner.

Frage: Wir treffen uns aber nicht physisch, wir telefonieren jeden Abend miteinander, lesen den Artikel des Tages und realisieren unsere 6 Minuten. Jeder ist auf der Arbeit und konzentriert sich einfach darauf, dass er an die Zehner denkt. Das beeinträchtigt die Arbeit nicht. Muss man nun auf diese Übung verzichten und das, was Sie uns jetzt gesagt haben, befolgen?

Antwort: Ich kann einem Menschen während seiner Arbeitszeit nicht empfehlen, an etwas anderes zu denken. Ich weiß nicht, was dieser Mensch macht. Es könnte sein, dass er eine komplizierte, gefährliche Arbeit ausübt. Ihr interpretiert alles, was ich euch sage, auf extreme Art und Weise, was weit weg vom gesunden Menschenverstand ist.

Solche Anordnungen, dass der Mensch unter seiner spirituellen Arbeit leiden muss, existieren nicht. Er soll nicht leiden! Das Ziel der Schöpfung ist zu genießen, Genuss zu bereiten – nur im Geben.

Aus dem 6ten Unterricht des Kongresses im Krasnojarsk , 16.06.2013

ZWISCHEN DEN ATOMEN

Das österreichische Magazin NZZ veröffentlichte mein Interview mit dem Titel „Zwischen den Atomen“ mit Michael Fleischhacker, Journalist, Moderator, Chefredakteur von NZZ und früherer Chefredakteur von „Die Presse“.

Mein GottSie ist eine der ganz alten Weisheitslehren der Menschheit und immer noch voll im Trend: die Kabbala. Einer der prominentesten Vertreter der Kabbala erklärt im Gespräch, warum wir uns ein Instrument bauen müssen, um Gott zu entdecken.

Interview Michael Fleischhacker und Michael Laitman

Michael Fleischhacker Wir haben für dieses Magazin einige österreichische Künstler gebeten, uns ein Bild zu zeichnen. Das Bild sollte zeigen, was auch der Titel des Magazins ist: Mein Gott. Auch Zenita Komad hat ein Bild für uns gezeichnet. Aus diesem Bild lese ich heraus, dass in ihrem Verständnis Gott eigentlich Kommunikation ist, dass Gott nicht dadurch entsteht, dass vereinzelte Atome herumirren – sondern dadurch, dass zwischen diesen Atomen Kommunikation aufgebaut wird, und erst, wenn die hergestellt ist, klärt sich Gott auf oder wird Gott sichtbar, wenn man so will. Teilen Sie diese Sicht?

Michael Laitman Das ist absolut richtig. Ich stimme Zenita zu. Gott ist keine Persönlichkeit, sondern eine Kraft; die allgemeine Kraft, die alle Naturkräfte in sich vereint. Diese Kraft verbindet und beinhaltet die gesamte Schöpfung. Leitet alles, lenkt alles, organisiert alles, ordnet alles. Alles in allem ist sie Energie. Um diese Kraft zu entdecken, müssen wir einen Detektor bauen, wie in unserer Welt, wo man ein Instrument braucht, um etwa eine magnetische oder radioaktive Kraft zu messen. Zum Beispiel spüren wir an uns selbst die Schwerkraft. Eine magnetische Kraft spüren wir nicht, dazu brauchen wir ein Instrument. Genauso ein Instrument müssen wir in uns herstellen, um Gott, diese allgemeine Kraft, zu fühlen und zu entdecken.

Ich stelle mir das gerade sehr technisch-praktisch vor. Wie in einer „Universum“-Sendung, wo der Mensch beginnt, sich so einen Gottesdetektor zu bauen, der etwa aussieht wie die Roboter aus Star Wars?

Ja, genauso ist es, aber im Unterschied dazu muss das im Innersten des Menschen gebaut werden.

Gibt es irgendwo Bauanleitungen dafür, oder muss man das selbst erfinden? Kann man sich das aus dem Internet herunterladen? Anleitungen für das Star-Wars-Lego meines Kindes zum Beispiel kann ich aus dem Internet laden …

Natürlich gibt es die. Darum geht es ja in der Weisheit der Kabbala. 6000 Jahre fast schon spricht sie darüber, wie wir unsere Verbindungen bauen, um die Göttlichkeit zu entdecken. [Rest des Beitrags lesen →]