Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Baal HaSulam'

Wer wird der Menschheit den Weg weisen?

Der Aspekt von Lishma ist ein seelisches Bedürfnis. Man sollte dankbar sein, denn es gibt sehr wenige solcher Menschen, wie gesagt wird: „Ich sah, dass die Gerechten wenige sind… und setzte sie in jeder Generation ein“, was von Geburt an ihr Anspruch war.
Wahrlich, einige Menschen sind vom materiellen Leben angewidert, und wenn sie nicht das Ziel der Verschmelzung erreichen, werden sie ihrem Leben ein Ende setzen. (Baal HaSulam, „Die Letzte Generation“)

Ein zielloses Leben ist das grausamste Gefängnis: du wurdest unfreiwillig hineingesteckt, und du bist verpflichtet, darin zu existieren. Heute spürt die Menschheit unbewusst die globale Depression, indem sie die Wertlosigkeit der Existenz fühlt.
Hier wirken zwei Kräfte. Eine von ihnen weist darauf hin, dass du ein Nichts bist, der ohne Ziel lebt, und die zweite Kraft sollte dir den richtigen Weg zeigen.
Die Mehrheit der Menschheit kennt diesen Weg nicht. Es wird gesagt, dass sie keinen Kopf haben, lediglich einen leidenden Körper. Der Kopf müssen wir sein, Kabbalisten, die zeigen werden, dass es einen solchen Weg gibt. Sie werden zum Wegweiser – zum Moses, der die Menschheit nach vorne führt.
Durch immer größere Leiden erkennen die Massen, dass sie einen solchen Wegweiser brauchen, weil Moshe nur dann erscheint, wenn im Volk diese Notwendigkeit entsteht. Bis dahin findet die Vorbereitung der kabbalistischen Gruppe statt, die den Kopf der Menschheit darstellt.

Frage: Während dieser Vorbereitung muss der Mensch ständig den Druck der Gruppe sowie den Widerstand gegen diesen Druck spüren, andererseits aber muss er mit ihr einverstanden sein, zusammen gehen und darin arbeiten. Wird das ununterbrochen so sein?

Antwort: Ja. Wenn nicht, dann muss man dies so einrichten, damit es passiert. Der Mensch muss seine Augen schließen und sich in die Gruppe hineinwerfen, sich darin spurlos auflösen.

Frage: Wird das im Zeitalter der letzten Generation, wenn die meisten Menschen ihrem Nächsten zuliebe Handlungen des Gebens ausführen werden, dieser kleinen Gruppe, die den Kopf der Menschheit darstellt, hilfreich sein?

Antwort: Natürlich. Die Massen werden sie vorantreiben. Baal HaSulam schreibt, dass es in den Massen riesige gemeinschaftliche Verlangen gibt und in den wenigen gerechten Menschen – nur die Verbindung mit dem Schöpfer.
Die Massen sind groß in der Quantität, die Gerechten sind groß in der Qualität. Deshalb repräsentieren die Massen diesen riesigen egoistischen Teil, der mitgeschleppt werden muss. Diese Arbeit wird den Gerechten auferlegt.

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“, 19.12.2017

[# 227451]

Welche Verbindung nennt man „Klipa“?

Frage: Welche Beziehung zwischen den Freunden in der Gruppe heißt „Klipa“? Können Sie ein Beispiel nennen?

Meine Antwort: Die Klipa ist die ursprüngliche, grundlegend egoistische Kraft, die nur gegen die Enthüllung der Einheit, in der sich der Schöpfer offenbaren soll, handelt. Es gibt verschiedene Formen der Verbindung, die keine Überwindung seines bösen Triebes, seines Egoismus´ erfordern. Diese Formen der Verbindung erzeugen nicht seinen Widerstand, das Ego stört da nicht. Es gibt auch solche Formen der Verbindung, wo das Ego unterstützt wird, zum Beispiel beim Nationalsozialismus, Faschismus.

Deswegen ist die Überprüfung auf dem irdischen Niveau: handeln wir wirklich für die Verbindung und die Liebe ohne Grenzen oder nicht? Hier liegt der Unterschied.

Wenn du Güte deinem Volk und deinem Land bringen willst, die Außenwelt dich aber nicht interessiert, sogar umgekehrt, du wünschst ihr Übles, ist deine gesamte Verbindung gegen die Spiritualität gerichtet und deswegen wird sie zerbrochen und kann nicht existieren. Deswegen sagt Baal HaSulam, dass dies ein Fluch für die Generationen ist.

 

Aus einem Gespräch in Island, 5/23/18

[228969]

Der Punkt der Berührung zwischen Hass und Liebe

Aus dem Brief Nr.11 von Baal HaSulam:

Ich bitte dich mehr Anstrengungen in die Liebe zwischen den Freunden zu unternehmen, indem du Methoden findest, um die Liebe zwischen den Freunden zu vermehren und die euch erlauben, das Streben zu materiellen Errungenschaften zu töten, weil genau das den Hass hervorruft. Und unter denen, die dem Schöpfer Genuss bereiten, kann es keinen Hass geben, umgekehrt, zwischen ihnen herrscht Barmherzigkeit und unbegrenzte Liebe. Diese Sachen sind einfach…Es ist empfehlenswert auf  meine Worte zu hören, weil davon euer Leben und eure Langlebigkeit abhängen.

Frage: Wie sollte man sein Verhältnis zu den Freunden, die in dir den Hass hervorrufen, korrigieren?

Meine Antwort: Man soll die Freunde, die du jetzt hasst, lieben. Das ist alles. Du bist verpflichtet so einen Zustand zu erreichen, wo sie für dich die teuersten, nahestehendsten und begehrenswertesten sein werden. Dabei soll aber der Hass zu ihnen bleiben.

Der Hass bleibt unten und du wirst dich ständig darum kümmern müssen, damit du ihn korrigierst und über ihm die Liebe aufbaust. Daran wird die spirituelle Spannung gemessen. Du offenbarst die spirituelle Welt im Punkt der Berührung des Hasses und der Liebe, diesen beiden Kräften!

Es gibt keine einfache Liebe und keinen einfachen Hass. Die Liebe und der Hass werden vom Licht erzeugt, das so oder so leuchtet. Du findest dich und offenbarst dich in der Verschmelzung mit dem Schöpfer in der Mitte zwischen diesen beiden Gefühlen.

 

[#100006]

Was war zuerst da: Form oder Materie?

Frage: Was ist aus Sicht der Kabbala ursprünglich entstanden, Form oder Materie?

Antwort: Natürlich Materie (Wunsch). Das Verlangen entwickelt sich bis seiner egoistischen Form, und dann durchläuft diese Form bestimmte Entwicklungsstufen. Mir wird bewusst, dass ich das Gegenteil des Schöpfers bin. Dann gelange ich zur Korrektur bis zur vollständigen Ähnlichkeit mit Ihm. Es ist alles eine Form.

Baal HaSulam hat einen sehr interessanten Artikel „Materie und Form in der Wissenschaft der Kabbala“ geschrieben. Ich rate dir, ihn zu lesen.

Frage: Sie sind also ein Materialist?

Antwort: Wir sind unfreiwillig Materialisten, weil wir mit der Materie arbeiten, mit dem Wunsch zu empfangen und zu genießen.

Bemerkung:  Spirituellen Praktiken, Kabbala usw. scheinen für den Menschen von der Materie losgelöst zu sein. Und plötzlich….

Antwort: Weil dies keine spirituellen Praktiken sind. Das ist vom Menschen eine gewisse Vorstellung von inneren psychologischen Phänomenen, nicht mehr.

 

Aus KabTV: “Neues mit Michael Laitman” 3/20/18

[# 226908]

JPost: „Warum denken wir uns Theorien und Philosophien über das aus, was nach unserem Tod passiert?“

Die Jerusalem Post veröffentlichte meinen neuen Artikel „Warum denken wir uns Theorien und Philosophien über das aus, was nach unserem Tod passiert?“

Warum muss ein lebendiger Mensch  Theorien und Philosophien über den Tod entwickeln? Er ist ein untrennbarer Teil des Lebens, also warum ist er vor uns verborgen?

Die unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebenen der Natur haben kein Bewusstsein über den Tod. Sie fühlen sich schwach, wenn sie dem Tod nahe sind, aber nur hinsichtlich ihres Überlebens, das zu Ende geht. Daher haben sie keine Fragen über den Tod hinaus, noch über die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft im Allgemeinen. Diese Fragen tauchen nur im Menschen auf, weil wir einen besonderen Punkt über dem körperlichen, tierischen Dasein haben.

Wir fühlen kein Leben, solange wir Keimzellen in unseren Eltern sind. Wir wissen nicht, wie sich unsere Eltern kennengelernt haben und die erste lebende Zelle zustande brachten, aus der wir uns entwickelt haben. Uns fehlt sowohl dafür das Gefühl, wie sich unser Körper allmählich auflöst, solange bis etwas seinen Tod verursacht, als auch dafür, was danach noch übrig bleibt.

Wir verstehen erst recht nicht, dass wir unsere Existenz, im Gegensatz zu Tieren und Pflanzen, in etwas Höherem und Größerem als in unseren Körpern fühlen. Wir können dieses Gefühl nicht genau bestimmen, aber im Allgemeinen nennen wir es „Leben“.

Es gibt ein Auskommen, leben um des Überlebens und der Fortpflanzung willen, und es gibt Leben, das etwas Größerem zuliebe lebt.

Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens mit Betrachtungen, Untersuchungen und Forschungen über diesen Punkt, von dem das Leben stammt, und wie wir ein erfülltes Leben haben  können. Dieses zusätzliche Verlangen über unserem Überlebenswillen bedeutet uns viel. Wir sind bereit, dafür zu schuften und zu leiden.

Die Entwicklung der Menschheit führt uns allmählich zu einem zunehmend größeren Wunsch, nämlich, den Zusatz von Leben über unsere reinen Überlebensbedürfnisse hinaus zu verstehen. Was in unserer Zeit besonders offensichtlich wird, ist die Tatsache, dass die ewige Frage nach Sinn und Zweck des Lebens stärker erwacht als in irgendeiner anderen Ära, während wir einen Überfluss von Lebensnotwendigkeiten haben – mehr als in jeder anderen historischen Periode.

Die Antwort auf diese Frage ist jedoch schwer fassbar.

Die unzähligen Theorien, Phantasien und Methoden, die wir entwickelt haben, ob religiös oder säkular, sind alles unbegründete Spekulationen.

Warum?
Das liegt daran, dass die Form unseres gegenwärtigen Lebens in unserer angeborenen körperlich-materiellen Natur eingeprägt ist, die ein Verlangen ist, Genuss und Vergnügen zu empfangen. Wir fühlen und identifizieren uns mit diesem Verlangen und sind nicht fähig, uns etwas außerhalb davon vorzustellen.

Unsere Empfindungen, Gedanken, Sehnsüchte und Phantasien zielen auf die Erfüllung unseres Wunsches zu genießen ab.

Aber ist das unser einziger Wunsch? Wenn wir nur den Wunsch hätten zu genießen, dann wären wir wie Tiere, die ausschließlich in einem instinktiven Trieb gefangen sind, um uns in jedem Moment unseres Lebens maximal zu erfüllen.

Wir haben jedoch einen sehr kleinen Punkt, einen Funken, der von einer höheren Ebene kommt als unsere tierische Existenz. Aufgrund dieses Erwachens in uns stellen wir die Fragen: „Was ist der Sinn des Lebens?“ und „Wofür leben wir?“

Dieser Punkt erweckt auch negative Empfindungen in uns – Unzufriedenheit, Leere, Depression, Hilflosigkeit und Verzweiflung – die unsere Generation mehr als jede andere spürt. Wir haben unser Leben so organisiert, dass wir uns von Sorgen über die Versorgung unserer Bedürfnisse befreien können, und gerade deshalb kommt die Frage nach der Bedeutung des Lebens auf, wofür immer lautere Forderungen auftauchen. Infolgedessen entstehen viele neue Probleme in der menschlichen Gesellschaft.

Wir glauben, dass wir in der Menschheit alle möglichen Arten von Verlangen nach Geld, Ehre und Wissen haben, nach allen möglichen Dingen, die über das Niveau von Essen, Sex und Familie hinausgehen. Wir haben jedoch wirklich nur die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens, die eine Antwort erfordert.

Es gibt unterschiedliche Ebenen des Gefühls und des Bewusstseins für diese Frage in verschiedenen Menschen, und sie hat einen wichtigen Einfluss auf unser tägliches Leben.

Die verschiedenen Eigenheiten, Kulturen, Bräuche und Überzeugungen jeder Nation sind letztlich Antworten auf die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens. In unseren Grundbedürfnissen nach Nahrung, Sex und Familie sind wir im Wesentlichen alle gleich. In dem Moment, in dem wir unsere sozialen Wünsche nach Geld, Ehre und Wissen erfüllen, wird unser Leben von der Eigenschaft geprägt, wie die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens in uns auftaucht und wie wir darauf reagieren. Wir unterscheiden uns genau darin, wie wir auf diese Frage antworten.

Wir bewegen uns in verschiedene Richtungen und versuchen, die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens zu beantworten. Wenn uns jedoch eine wahre Antwort fehlt, die uns dauerhafte Erfüllung bringt, werden wir immer wieder leer und verzweifelt zurückbleiben. Als Folge davon erleben wir heute eine Minderung unserer mentalen und emotionalen Entwicklung. In früheren Epochen hatten wir einen viel größeren Respekt vor Philosophie, Wissenschaft und Kunst. Heute jedoch wendet sich die Gesellschaft dem erhöhten Komfort und der Bequemlichkeit zu und schätzt Technologien, die als Mittel zu diesem Zweck dienen können.

Trotz all dieser Annehmlichkeiten und Ablenkungen bleibt es wahr, dass wir immer mehr leiden werden, wenn wir keine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens finden, während die jüngere Generation sich heute mehr auf Technologien konzentriert, doch das wird ein Ende haben. Mit immer weniger Antrieb, eine Familie zu gründen und Kinder zu gebären, wollen sie keine „gewöhnlichen Tiere“ sein, die wie in einer Herde leben, denn die Frage nach dem Sinn des Lebens lebt und atmet in ihnen. Bis jetzt antwortet die jüngere Generation passiv: „Wir sind nicht in euerm Spiel. Du willst leben und erfolgreich sein, also sei es. Das Spiel ist nicht für uns.“ Die nächste Stufe nach dieser Generation wird gescheiter sein und ihre Reaktion wird viel wütender ausfallen. Je mehr wir der Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens ausweichen, desto mehr werden wir den Aufstieg und Fall aller Arten von Verzerrungen sehen, die versuchen an ihrer Stelle zu erscheinen. Die Legalisierung und Förderung von harten Drogen wird zunehmen, um uns zu beruhigen. Es werden ständig neue Technologien entstehen, um unser Leben einfacher zu machen, damit wir Zufriedenheit empfinden, wenn wir den ganzen Tag in unseren Wohnungen sitzen. Aber solche Bemühungen werden nicht anhalten.

Wenn wir allerdings unsere Herzen antworten lassen, nur diese eine sehr berühmte Frage, dann bin ich sicher, dass alle Fragen und Zweifel am Horizont verschwinden werden, und du wirst auf ihren Platz schauen, um sie verschwinden zu sehen. Diese empörte Frage ist eine Frage, die die ganze Welt stellt, nämlich: „Was ist der Sinn des Lebens?“ Mit anderen Worten, diese zahllosen Jahre unseres Lebens haben uns so schwere und zahlreiche Schmerzen und Qualen gekostet, für die wir leiden, um sie gänzlich zu vervollständigen; wer ist es, der sie genießt? Oder noch genauer, wen erfreue ich? Es ist in der Tat wahr, dass die Historiker müde geworden sind, wenn sie darüber nachdenken, besonders in unserer Generation. Niemand möchte darüber nachdenken. Doch die Frage bleibt, bitter und vehement wie eh und je. Manchmal trifft es uns unerwartet, pickt uns in unsere Gedanken und erniedrigt uns in Grund und Boden, bevor wir den berühmten Trick finden, gedankenlos in den Strömen des Lebens für immer zu fließen. 
Yehuda Ashlag, Einführung in das Studium der Zehn Sefirot.

Vor Jahrhunderten prophezeiten das Buch Sohar und der berühmte Kabbalist des 20. Jahrhunderts, Yehuda Ashlag (Baal HaSulam), dass sich ab dem Ende des 20. Jahrhunderts die Frage nach dem Sinn des Lebens in der gesamten Menschheit intensivieren und immer mehr Menschen dazu auffordern wird, ihre wahre Antwort zu suchen. Diejenigen, die unzufrieden sind mit dem, was unsere Kultur in der Zwischenzeit ausprobiert, um diese Frage zu erörtern, werden immer wieder verschiedene Ansätze, Methoden und Umgebungen vergeblich untersuchen und irgendwann werden sie sich voraussichtlich in die Weisheit der Kabbala vertiefen. Die Weisheit der Kabbala ist eine Methode, die ewige Realität wahrzunehmen und das, während wir unser gegenwärtiges Leben leben. Eine solche Wahrnehmung zu erhalten, beantwortet schließlich Fragen wie „Was passiert, wenn du stirbst?“ und „Was ist der Sinn des Lebens?“, weil wir dadurch Zugang zu unserem spirituellen Leben haben, das nach dem Tod unserer Proteinkörper weiterlebt. Indem wir uns mit der Methode befassen, erfahren wir signifikante Veränderungen, die eine völlig andere Wahrnehmung der Realität enthüllen. Wir entdecken eine dauerhafte Erfüllung, eine tiefere Verbindung mit anderen und mit der kausalen Kraft der Realität, und wir entwickeln ein Gefühl der Ganzheit und Harmonie mit der Welt um uns herum. Diese wundersame Weisheit steht allen offen und erwartet jeden, der aufrichtig danach strebt, den Hauptgrund dafür zu finden, warum wir hier auf diesem Planeten erschienen sind.

 

[228956]

Jerusalem ist die Hauptstadt der vereinten Menschheit

Jerusalem ist der Ort des Tempels und zugleich ein Ort des Zerfalls. Wir müssen den Zustand erreichen, wo Jerusalem, welches „die vollkommene Ehrfurcht“ bedeutet (Ira Shlema), in unseren Herzen und unseren Verlangen vorherrschen wird.  Mit dem Erlangen der Absicht des Gebens werden wir dort ein vollkommenes spirituelles Gefäß namens „Tempel“ errichten.

Das erste spirituelle Gefäß: Empfangen um zu Geben und das zweite: Geben um zu Geben, gehörten nur zum Kopf der gemeinsamen Seele. Das dritte Gefäß wird hingegen sowohl Geben um zu geben als auch Empfangen um zu Geben für alle Völker beinhalten, wie geschrieben steht: „Mein Haus wird ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt“, was das komplette Verlangen nach Genuss bedeutet, erschaffen auf der menschlichen Ebene.

Es werden alle die Offenbarung der höheren Kraft in der gemeinsamen Vereinigung im gleichen Umfang erhalten. Der Unterschied zwischen den Menschen wird verschwinden und diese Welt wird am Ende der Korrektur auch verschwinden – so schreibt es Baal HaSulam. Es wird nur das gemeinsame Verlangen bleiben, in welchem alle in perfekter Einheit miteinander  verbunden sind, vollständig mit dem Höchsten Licht erfüllt.

Alle werden sich in vollkommener Erkenntnis der Höheren Kraft befinden, wie ein Herz, ohne einen einzigen Unterschied. Im Gegenteil, die frühere Trennung wird die Einheit stärken, wie geschrieben steht: „Alle Sünden werden mit Liebe bedeckt.“

So  muss das wiederhergestellte Jerusalem sein. In der Zwischenzeit sehen wir, dass es komplett in Trümmern liegt. In der ganzen Welt gibt es keine zweite Stadt mehr, die so uneinheitlich ist, zerrissen durch stärkste Konfrontationen und Widersprüche. All dies muss  sich als Material für die Korrektur enthüllen.

Der Tag Jerusalems erinnert uns an die Korrektur, die wirklich notwendig ist. Folglich besteht dieser Feiertag keinesfalls zu Ehren der Stadt selbst, sondern zu Ehren der Gelegenheit, die uns für die Erlösung gegeben wurde.

Genau dies  feiern wir: der Tag Jerusalems als einen Ort für die Arbeit, der uns gegeben wurde, und einen Ort, an welchem in Zukunft die Korrektur stattfinden wird. Dann werden sich das Volk Israel und alle anderen Nationen, sowie das Land Israel und die ganze Welt in Verschmelzung mit dem Schöpfer offenbaren.

Dadurch wird Israel seine Bestimmung, das Licht für alle Völker zu werden, erfüllen.  Die Mission vom Volk Israel als spiritueller Parzuf in Bezug auf den Körper, besteht darin, die gesamte Menschheit zu korrigieren. Die Korrektur muss sich aber auf alle Völker ausweiten und die Enthüllung des Schöpfers in seiner ganzen Macht findet genau im Körper der gemeinsamen Seele statt, nämlich in den Völkern der Welt.

Es steht geschrieben, dass sich am Ende der Korrektur das Land Israel auf die ganze Welt ausweiten wird. Das bedeutet, dass sich das Verlangen nach Genuss, welches der Erkenntnis des Schöpfers angehört, auf das gesamte Universum ausweiten wird. Alle werden sich miteinander verbinden und werden zum Volk des Schöpfers, wie geschrieben steht: alle werden mich erfahren, von Groß bis Klein“.

Jerusalem bezieht sich nicht nur auf die Vereinigung von Israel, sondern auf die Vereinigung der ganzen Menschheit.  Das ist ein besonderer Punk,  diese Stadt gab es schon bevor unsere Vorfahren ins Land Israel kamen, sie erschufen sie nicht von Grund auf neu.

Die Tatsache, dass die Völker der Welt, wie die USA und andere, ihre Botschaften nach Jerusalem verlegen,  ist ein Symbol. Aber das führt keinesfalls die eigentliche Korrektur herbei – die Korrektur ist dem Volk Israel auferlegt. Jetzt ist die Zeit für alle gekommen, die sich auf der Stufe von Israel (Yashar-Kel) befinden, diejenigen, die nach der Offenbarung des Schöpfers streben, sich untereinander und mit dem Schöpfer zu verbinden, indem sie zum Kopf des spirituellen Parzufs werden. Das Wichtigste ist unsere Verbindung. Es gibt nichts Wichtigeres.

 

Lektion von Baal HaSulam nach dem Artikel „Ein Gebot“, 13/05/2018

[#226670]

Echte Verbreitung

Frage: Wie haben sich Kabbalisten in der Vergangenheit ohne Verbreitung gehalten? Wie können wir das Licht verbreiten, das wir von der Gruppe erhalten, ohne seine Eigenschaften zu verlieren, während wir mit den Massen interagieren?

Antwort: Schauen wir uns an, was es bedeutet zu verbreiten. Wenn wir denken, dass die Seele außerhalb unseres Körpers existiert, dann bedeutet dies, dass alle sieben Billionen „Außenstehenden“ Teile der Seele dieses Menschen darstellen. Es geht nicht um schöne Worte; das ist die Wahrheit!

Was sollen wir damit machen? Wir müssen verbreiten. Wenn man diese Teilchen nicht mit sich selbst verbindet, erhält man keinen Platz, kein Kli, Gefäß, in dem man die obere Welt wahrnehmen wird.

Wie kann ich all diese Teilchen mit mir verbinden? Ich kann das nur tun, wenn ich ihnen gebe, wenn ich sie als Teile von mir behandle. Darum heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, dann wird er ein innerer Teil von dir werden. In dem Maße, in dem wir uns gemäß diesem Prinzip mit der Welt verbinden können, wird uns eine Chance gegeben, unsere Seele zu spüren. Sie ist in den anderen „lokalisiert“, obwohl wir diese Tatsache nicht erkennen. Indem wir unseren Egoismus neutralisieren und unsere Einstellung gegenüber allen sieben Billionen „Außenstehenden“ ändern, werden wir zu unserer eigenen Seele gelangen. Das erklärt, warum wir diesen Prozess nicht „Nächstenliebe“ nennen können. Und zwar deswegen nicht, weil wir versuchen, unser eigenes ewiges und perfektes Selbst zu entdecken.

Die Weisheit der Kabbala erscheint uns als das „lukrativste Geschäft“ aller Zeiten. Es gibt nichts „Gewinnreicheres“ als Ewigkeit, Vollkommenheit und Unendlichkeit. Natürlich erfordern all diese Dinge viele Betrachtungen. Wir sollten über diese Themen nachdenken bis wir alle Fragen und Zweifel vollständig „verdaut haben“. Allerdings muss man verstehen, dass es niemanden außerhalb von uns gibt und dass jeder und alles (Menschen und die ganze Natur) nur unser äußeres Kli ist, ein Gefäß.

In der Kabbala erfahren wir, dass die Seele aus Shoresh, Neshama, Guf, Lewush und Heichal besteht. Unsere inneren Wünsche bestehen aus Shoresh, Neshama und Guf, während unsere äußeren Kelim Lewush und Heichal sind, was „Kleider“, „Hallen“ und „Paläste“ bedeutet. Sie repräsentieren die äußeren Wünsche. Wenn wir uns mit ihnen identifizieren, fangen wir an, das höhere Licht, das höhere Leben und unsere ewige Existenz in ihnen zu spüren.

Deshalb sollte man die Welt niemals als Äußerlichkeit betrachten. Es sieht nur so aus, als wenn sie außerhalb von uns wäre, aber tatsächlich ist die ganze Welt in uns. Wir studieren die „Einführung in das Buch Sohar“, in der Baal HaSulam erklärt, dass alles, was uns als Äußerlichkeit erscheint, tatsächlich in uns ist. Mit anderen Worten, jeder ist in mir.

Etwas, das uns äußerlich erscheint, ist eine Illusion, die so schnell wie möglich zerstört werden sollte, indem wir uns auf alles und jeden mit Liebe beziehen. Nur unter dieser Bedingung können wir anderen als „Übermittler“ des höheren Lichts dienen. Es wird uns durchdringen und uns die ewige Vollkommenheit spüren lassen.

 

Aus einer virtuellen Lektion 3/3/13

[101998]

Zwei Vektoren des Weltalls

Frage: Wie kann man Egoismus von Altruismus unterscheiden?

Antwort: Baal HaSulam definiert Egoismus als Selbstliebe: wenn der Mensch nur seinen eigenen Wünschen nachkommt und keine Rücksicht auf die Wünsche der anderen nimmt.

Der Altruismus ist ein Verlangen, den Wünschen der anderen nachzukommen, alles zu geben, was man hat. Trotz eigener Wünsche handle ich nicht um meiner selbst willen, sondern um dem Wunsch des Freundes nachzukommen.

Im Weltall existieren nur zwei Vektoren: eine Kraft, die entweder auf sich selbst oder auf andere gerichtet ist. Ihre Kombination bewirkt alles, was in der Natur auf allen Ebenen existiert: unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Materie.

Frage: Warum wurde ein solches Mehrebenensystem erschaffen?

Antwort: Vier Ebenen der Natur verkörpern vier Stadien der Entwicklung des direkten Lichtes. Die unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche Natur entsprechen der ersten, zweiten, dritten und vierten Ebene des Verlangens.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 04.02.2018

[#227078]

Die gute Absicht entscheidet alles

Es ist so wie bei dem reichen Mann, der seinen alten Vater nicht unterstützen wollte. Er wurde vor Gericht gebracht und ein Urteil wurde erlassen, dass er seinen Vater mit Respekt an seinem Tisch zu versorgen hat, in keinem geringeren Maß als er seine Hausangehörigen versorgt. Andernfalls wird er streng bestraft.
Selbstverständlich nahm er seinen Vater in sein Haus auf und musste ihn bestmöglichst versorgen. Aber sein Herz füllte sich mit Kummer. Sein Vater sagte zu ihm: „So oder so, du gibst mir alle Köstlichkeiten der Welt von deinem Tisch. Was für einen Unterschied macht es für dich und was wirst du verlieren, wenn du dabei auch eine gute Absicht hast, eine die  für jeden anständigen Menschen annehmbar ist, nämlich glücklich darüber zu sein, dass du die Gelegenheit hast, deinem Vater gegenüber Respekt zu zeigen, der seine ganze Kraft in dich investiert und dich zu einem angesehenen Menschen gemacht hat?
Warum plagst du dich damit so hartnäckig? Kannst du dich irgendwie davon befreien? „
So ist der Stand der Dinge. Letztendlich führen wir Handlungen des Gebens an die Gesellschaft durch, und nur die Gesellschaft profitiert von unserem Leben, denn jeder Mensch, von klein bis groß, stockt  das gesellschaftliche Lager auf und bereichert die öffentliche Kasse.
Wenn der Mensch Leid und Genuss, die er erhält, selbst abwägt, wird das Ergebnis ein großes Defizit sein. Folglich führst du Handlungen des Gebens an den Nächsten durch – aber mit Schmerz im Herzen, mit großen und bitteren Leiden. Welchen Unterschied macht es also für dich, wenn du dabei eine gute Absicht haben wirst? (Baal HaSulam, „Die Letzte Generation“)

In der Parabel geht es darum, dass wir die Einstellung von Verachtung, Hass, Distanz und Ablehnung  gegenüber allen Menschen auf der Welt in Liebe umwandeln müssen. Unter der Fürsorge für den Vater ist die Fürsorge für die ganze Welt gemeint, für den Menschen, der dir am nächsten steht.

Jeder weiß, dass die Tora verlangt, „deinen Nächsten wie dich selbst zu lieben“, aber bis heute reißt sich niemand  darum, diesem einen Gebot nachzukommen, weder in einer Religion, noch in irgendeiner Zivilisation. Alle sprechen flammende Worte über die Liebe, und dann stechen sie ein Messer in den Rücken des Nachbarn. Daher gibt es keinen Nächsten für den Menschen. Der einzige Nächste für jedermann ist er selbst.

Frage: In der Parabel sagt der Vater: „Du kannst dich darüber freuen, eine Möglichkeit zu haben, deinem Vater Respekt zu zeigen.“ – Wie kann man plötzlich zur Freude kommen?

Antwort: Es ist notwendig, die Tiefe dieser Geschichte zu verstehen. Man macht eine Berechnung: „Wenn ich, um den Garten Eden zu betreten, gegenüber meinem Vater Respekt zeigen muss, dann lohnt sich die Sache, denn wie lange hat mein Vater noch zu leben … Ich werde formell ihm gegenüber Respekt zeigen – über das Herz hat man aber keine Macht.

Möglicherweise kann man diese Macht doch gewinnen, denn wenn ich beginne, mir jeden Tag vorzustellen, welche „Paradiespaläste“ mich im Jenseits erwarten, dann werden sich sicherlich bei mir bestimmte Gefühle zum Schöpfer einstellen, weil ich diese Paläste durch Ihn verdiene.

Aber in jedem Fall ist dies keine einfache Übereinkunft, selbst im egoistischen Sinn – denn all dies wartet auf mich in der zukünftigen Welt, mich einsetzen, mich opfern, muss ich aber in dieser Welt. Dazu sind wirklich nur wenige fähig. Wo sind sie, diese Menschen, die anderen Gutes tun würden, um das Paradies zu erreichen? Ich möchte sie sehen, mich unter ihnen befinden, mögen sie durch mich das Paradies verdienen.“

Der Mensch wurde so erschaffen, dass keine Tricks, keine Überredungskünste auf seinen Egoismus einwirken können. Es ist für ihn sehr schwierig seine Einstellung zu ändern, sogar gegenüber den eigenen Eltern, Verwandten und Nächsten, geschweige denn gegenüber der Gesellschaft  – gegenüber den unterschiedlichen Fremden, ihm entgegengesetzten Menschen, einschließlich seiner Feinde. Eine Veränderung der Absicht wird ausschließlich mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala erreicht.

Baal HaSulam schreibt: „Welchen Unterschied macht es also für dich, wenn du eine gute Absicht haben wirst?“ Wenn ein Mensch dahin kommt zu verstehen, was es bedeutet, seine Absicht zu ändern, sieht er, wie schwer das ist, weil Handlungen keine Bedeutung haben, die Absicht entscheidet alles.

Die richtige Absicht ist nämlich der Übergang von unserer Welt in die spirituelle Welt, dies ist die Offenbarung der Höheren Welt.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“, 10/09/2017

[#224231]

Niemand ist näher dran als ein Kabbalist

Deswegen wird der Mensch, der den Kontakt mit dem Schöpfer erreicht, natürlicher, er wird einfach und bescheiden. Man kann sagen, bevor er würdig wurde, war dieser Mensch genau wie die Massen, er befand sich außerhalb der einfachen Natur.
Jetzt aber ist er ihr gleich und natürlich, er versteht alle Menschen, indem er mit ihnen eine enge Beziehung pflegt. Es gibt keinen, der natürlicher und Ihm näher wäre als er und man muss ihn lediglich lieben, weil es keinen Bruder gibt, der Ihm näher steht als er.
(Baal HaSulam „Die Letzte Generation“)

Der Mensch, der die Menschen, die Gruppe, die Menschheit anführt, ist für sie der wichtigste und größte auf der Welt. Weil er für sie die Verbindung mit dem Schöpfer sichert, er erklärt ihnen das höhere Wissen. Er offenbart nichts neues, sondern erlaubt den Menschen ihre Möglichkeiten zu erweitern, durch ihn wird das höhere Wissen geleitet.

Frage: Was bedeutet es, dass der Mensch, der für den Kontakt mit dem Schöpfer würdig ist, gleich und natürlich wird?

Meine Antwort: Damit er mit der Menschheit und mit dem Schöpfer in Kontakt treten kann, muss er nach den Gesetzen der Kommunikation einerseits den Massen gleich sein, andererseits muss er mit der höheren Sphäre verbunden sein.

Es heißt, dass der Kontakt erst dann zustande kommt, wenn die Massen „ihn lediglich lieben, weil sie außer ihm keinen Bruder haben, der Ihm näher steht.“ Das bedeutet, dass die Massen eine Haltung wie die des Kindes dem Vater gegenüber haben sollten: manchmal ist es Liebe, manchmal Hingabe, manchmal Gehorsam und manchmal auch anspruchsvoll zu sein. Die Gesamtheit aller Zustände.

Replik: Der Maggid aus Witebsk hat einmal gesagt, dass er vor allem denjenigen dankt, die ihn antreiben.

Meine Antwort: Es ist so, dass der Mensch dank seinen Hassern aufsteigt. Und umgekehrt, diejenigen, die ihn verehren, schwächen ihn.

Ich finde, dass es für einen Kabbalisten unmöglich ist, sich für die Massen zu offenbaren und sich in ihren Augen zu erheben. Nur dann, wenn es notwendig ist, sie aus großen Problemen rauszuholen. Damit sie auf ihn hören, ihm folgen, buchstäblich hinter ihm her rennen, und sich so von den Leiden entfernen. Dann kann er sich erlauben in einer begrenzten Art zu zeigen, welches die Träger der besonderen Kräfte ist. Ansonsten ist es nicht möglich.

Diejenigen, die sich neben dem Kabbalisten befinden, spüren ihn ein wenig, sehen etwas, beginnen zu ahnen, zu spüren, das sind aber Mikrodosen.

Frage: Baal HaSulam schreibt, dass der Kabbalist alle Menschen versteht und mit ihnen eine enge Beziehung pflegt. Wird hier die innere Annäherung oder die Beziehung im materiellen Sinne gemeint?

Meine Antwort: Der Kabbalist benimmt sich bei der Kontaktaufnahme mit den Schülern, mit den Verwandten, mit jedem betont einfach. Er hat ausschließlich wegen ihrer gemeinsamen Interessen Kontakt mit ihnen.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“, 10/09/2017

[#224780]