Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Belohnung und Bestrafung in unserem Leben Teil 1

Frage: Jeder von uns wünscht sich, im Leben eine Belohnung anstatt einer Strafe für seine Taten zu erhalten. Manchmal passiert es jedoch, dass wir unser Bestes tun, aber was auch immer wir versuchen, alles endet unglücklich, obwohl es unklar ist, warum. Gibt es eine Verbindung zwischen unseren Handlungen und den Ergebnissen, die wir in unserem Leben bekommen?

Antwort: Dies ist eine schwierige Frage, weil das ganze System vor uns verborgen ist. Wir erhalten Belohnungen und Strafen für all unsere Handlungen, aber wer weiß eigentlich genau, was eine Belohnung und was eine Strafe für uns ist?

Nur eines kann zweifellos gesagt werden: wir befinden uns in einem exakten System der Natur. Deswegen beeinflusst unser Verlangen, sowie seine Erfüllung, jede Realisation durch Worte oder Handlungen, jede unbewusste oder absichtliche Nuance in unserem Verhalten, jeden Gedanken – alles beeinflusst das System, und das System antwortet uns darauf.

Wir befinden uns in einem Spinnennetz. Das Problem besteht darin, dass wir dieses Netz nicht fühlen, aber zweifellos erhält man für alles eine Belohnung oder eine Bestrafung.

Das ganze System nennt man die “Realität” oder die “Welt”. Diese Welt ist echt und stellt nicht die Welt dar, die gerade vor unseren Augen erscheint. Wir sehen nur einen kleinen Ausschnitt, einen winzigen Teil der wahren Wirklichkeit.

Es ist unmöglich anhand des kleinen Teils des gesamten Systems, das wir fähig sind wahrzunehmen und das als “diese Welt” bezeichnet wird, sich das ganze System vorzustellen, um die Bedeutung unserer Handlungen zu verstehen. Deshalb wissen wir nicht, welche Reaktionen unser Handeln verursacht. Ich tue etwas und verstehe nicht, welche Auswirkung auf das System dabei entsteht, und ich habe auch kein Gefühl für die Reaktion des Systems in seiner vollständigen und wahren Form.

Darin liegt das ganze Problem der Verhüllung. Das ganze System ist vor uns verborgen, weshalb die Belohnung und die Bestrafung einen unerklärlichen Bereich darstellen, den wir nicht erforschen können. Je mehr wir das System der Natur mit Hilfe aller Wissenschaften studieren, desto mehr überzeugen wir uns davon, dass wir in tiefe innere Bereiche gelangen, die für uns unverständlich sind.

Die Natur bleibt vor uns verborgen und scheint uns noch vernebelter zu sein. Es gibt kein Ende für diese Vertiefung. Es ist daher unwahrscheinlich, dass wir anhand der Wissenschaft irgendwann die menschliche Natur offenbaren können. Früher hat man gehofft, durch die Psychologie weiter zu kommen, aber man ist schnell zu der Überzeugung gekommen, dass dieser Weg falsch ist, weil man in ein Gebiet eindringt, das für die wissenschaftliche Forschung nicht zugänglich ist.

Die Kabbala besagt, dass man sich von der Erforschung der Außenwelt zurückziehen soll. Die Außenwelt ist nur eine Illusion, die in unserem Inneren geformt wird, und zwar in unseren fünf Sinnesorganen. Diese Erkenntnisse ähneln einer Eisbergspitze, wobei 99% des Systems verborgen bleiben.

Deshalb sollten wir unsere Kräfte in die Offenbarung der inneren Wahrnehmung investieren, um unsere Wahrnehmung so zu erweitern, dass wir folglich das ganze System der Natur empfinden und enthüllen können.

Wenn wir beginnen dieses System zu enthüllen, dann werden wir empfinden, was Belohnung und Bestrafung bedeuten und welche Auswirkungen unsere Handlungen haben, d.h. welche gut und welche schlecht sind.  

Wir werden beginnen, die Realität richtig wahrzunehmen. Möglicherweise nehmen wir heute alles wie kleine Kinder wahr, die Coca Cola und Süßigkeiten als Belohnung empfinden. Wir wissen aber, dass sie für den Körper eher eine Bestrafung darstellen, d.h. eine negative  Auswirkung haben und keine positive.

Deshalb hängt alles davon ab, wer die Richter sind. Wenn wir jedes Mal auf die höhere Stufe hinaufsteigen werden, wie die Mutter bezüglich der Kinder, die sie vor allen Problemen beschützt, dann tun wir nichts Falsches. Denn alles, was für das Kind eine Belohnung ist, ist für die Mutter eine Bestrafung.

So können wir uns immer von der höheren Stufe aus selbst prüfen, um später erforschen und entscheiden zu können, worin die eigentliche Belohnung und Bestrafung bestand. Die Wissenschaft der Kabbala hilft uns das zu erkennen und festzustellen, wobei es mehrerer Anstrengungen bedarf. Folglich erkennen wir das absolute Gegenteil, wie im Beispiel mit den Kindern. Die heutige Wahrnehmung für die Belohnung wird zur Bestrafung und die scheinbare Bestrafung wird zur gerechten Belohnung.

Tatsache ist, dass wir uns in einem trügerischen System befinden, das auf unserem Egoismus, auf dem Verlangen zu genießen basiert. Die ganze Wirklichkeit, das ganze System unterliegt einem anderen Gesetz – dem gegenseitigen Geben. Dies ist ein integrales System, wo sich jedes Element in vollkommener Harmonie mit allen anderen Teilen befindet.

In diesem System macht niemand eine selbstsüchtige Berechnung,  sondern nur zum Wohl des gesamten Systems. Das, was für das gesamte System gut ist, gilt als eine Belohnung für all seine Elemente. Und das, was zum Wohl des einzelnen Teils geschieht, der sich somit dem ganzen System entgegenstellt, gilt als Bestrafung.

Je nach unserem Aufstieg und der richtigen Anheftung ans ganze System werden wir unsere Wahrnehmung für Belohnung und Bestrafung ändern, um die Belohnung mit dem Wohl des gesamten Systems zu assoziieren.

Und das, was für mein Ego gut war, aber dem System schadet, werde ich als Strafe ansehen.

 

Aus KabTV “Ein Neues Leben” 2/2/17

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Die perfekte Frau auf dem Kongress

Frage: Wie soll eine Frau auf dem Kongress sein, um ihre Rolle perfekt zu erfüllen?

Antwort: Die perfekte Frau schließt alle Frauen unserer Welt-Gruppe in sich ein. Alle Frauen verbinden sich miteinander durch Aufhebung des eigenen Egoismus, den Wunsch zum Klatsch, Kritik, gegenseitige Abneigung.
Und nicht, weil sie sich die Mängel gegenseitig vergeben, sondern weil sie wirklich spüren, dass sie ein Körper sind. Unser Geist und unsere Gefühle trennen uns und führen uns von diesem gemeinsamen Organismus weg; sie geben jedem die Illusion, dass er von den anderen getrennt existiert.

Wir kommen zum Kongress, um die Wahrheit zu offenbaren und mit klarem Blick zu erkennen, dass die ganze Welt ein System ist. Es gibt nur das Material, das der Schöpfer „aus dem Nichts“ geschaffen hat, in dem seine Macht „Existenz aus Existenz.“ herrscht. Nur die Liebe und Verbindung herrschen in der Welt. Und die Tatsache, dass wir es anders sehen, liegt nur daran, dass wir selbst nicht so sind. Wenn ich mich verändere, um mich mit anderen zu verbinden, werde ich die Höhere Welt hier und jetzt fühlen. Nichts mehr ist notwendig – nur die eigene Wahrnehmung ist zu ändern.

Die ideale Bnei Baruch Frau  fühlt dieses Höhere System, schlisst sich ihm an und sieht die Welt durch korrigierte Augen. So stelle ich mir die perfekte Frau vor!

Frage: Wie können wir das Maximum schaffen? Auf was sollen wir unsere Aufmerksamkeit in der inneren Arbeit konzentrieren, um so schnell wie möglich dieses Idealbild zu erreichen?

Antwort: Wir fangen damit an, dass wir alle in der Gruppe vorhandenen, privaten Probleme wie ein gemeinsames Problem in der Familie wahrnehmen und korrigieren. Und wir sind noch mehr als eine Familie – wir sind ein Leib. Baal Sulam schrieb noch vor 100 Jahren, dass die Welt eine Familie sein soll, ein gut funktionierendes auf Liebe basierendes System. Doch bis jetzt ist noch nicht viel davon zu sehen.

Lassen Sie uns hoffen, dass sich unsere Gruppe endlich in eine vereinigte Frau und einen vereinigten Mann verwandelt. Und dann können diese beiden Hälften in einer großen Fusion verbunden werden, in der der Schöpfer sich enthüllt. Wir sind schon sehr nahe an diesem Zustand, lassen Sie uns unseren Aufstieg zu Ihm beschleunigen.
Ich erwarte, dass wir alle als Folge der Kongresse wachsen werden. Und die Frauen spielen dabei noch eine größere Rolle als die Männer. Wir wissen, dass die Frau die ganze Ordnung unseres Lebens definiert, ohne dass wir es merken.

Deshalb hoffe ich, dass die Frauen uns helfen werden, bei jedem Kongress zu wachsen. Wir treffen uns nach dem Kongress schon auf einer anderen Stufe. Ich wünsche allen viel Erfolg!
Aus dem TV Programm für die Vorbereitung auf den Kongress, 24.01.2014

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Die Kunst des Gleichgewichts

Frage: Wie sieht die Definition von gut und böse aus?

Antwort: Das Gute ist Gleichgewicht, Harmonie und Verbindung zwischen allen Naturkräften. Das Böse dagegen ist Ungleichgewicht und Leere. Und der Ausbruch einer der letzteren Kräfte führen zu Krieg oder Katastrophen.

Mit anderen Worten ist das Gute ohne das Böse auch schlecht. Ein Tag mit Sonnenschein erscheint uns besser als einer mit Unwettern. Zuviel davon jedoch kann in Gluthitze und Dürre enden. 

Das Gute verbirgt sich daher im Gleichgewicht. Das bedeutet, dass man die Balance auf drei Ebenen meines Daseins unterstützen muss: Da ist die körperliche Ebene („tierisch“ genannt), die menschliche Ebene und die spirituelle Ebene.

Die körperliche Ebene umfasst Gesundheit, Haushalt, gesunden Sex und empathisches Verhalten gegenüber der Familie. Der Mensch muss das alles erlernen, denn im Gegensatz zum Tier erfolgt bei ihm nicht alles aus dem Instinkt heraus.

Die menschliche Ebene beinhaltet die Wechselwirkungen mit der Gesellschaft und der Umgebung.

Die spirituelle Ebene betrifft die persönliche spirituelle Suche nach dem Ziel des Lebens, nach der Wahrnehmung der Wirklichkeit und die Vorstellungen über die Höhere Kraft.

Diese drei Ebenen müssen im Gleichgewicht sein. 

Frage: Wie erbauen wir das Gleichgewicht auf der menschlichen Ebene, in den Wechselwirkungen mit der Umgebung?

Antwort: Wir spüren keine Unterschiede zwischen uns, wir gehören zu einem menschlichen Organismus, zu einem System. Wir möchten zwischen uns ausgeglichene Beziehungen schaffen: Letztendlich trennt uns nichts, wir sind Eins. Wir sind voneinander abhängig, spüren aber diese Abhängigkeit nicht, da man auf alle Anfragen sofort Antwort erhält. Man bekommt also das, was man benötigt und gibt den anderen das, was diese brauchen.

Das wäre Gleichgewicht in der menschlichen Gesellschaft, die Wechselwirkung, welche auf den beiden entgegengesetzten Kräften basiert. Und jeder von uns verfügt über diese Kräfte. Einer für alle und alle für einen

Frage: Wie gehen wir aber diesen Weg? Wie hält man die richtige Ausrichtung auf das Ziel?

Antwort: Als erstes müssen wir das erlernen. Wenn man auf diese Weise sein Leben in der Familie und in anderen Kreisen organisieren möchte, beginnt man, die Balance zwischen sich und der Umgebung zu spüren. In dieser näheren Umgebung offenbart sich eine gemeinsame Kraft, die gut und Gutes tuend ist.

Einerseits erschaffen wir sie und anderseits ist sie in der Natur enthalten, sie ist über uns. Eigentlich erbauen wir diese Kraft nicht selber, sondern wir schaffen vielmehr die Bedingungen für ihre Offenbarung. So sind wir daran beteiligt. Diese Kraft erfüllt uns und wir formen sie mehr und mehr. Bis vollkommene Harmonie zwischen uns und dieser Kraft entsteht.

Das ist das Ziel des Menschen „die absolute Güte“.

Frage: Was bedeutet, dass diese Kraft der Güte mein „Kompass“ sein soll, welcher sich in jeder Wechselwirkung zwischen mir und der Umgebung offenbart?

Antwort: Genau zwischen uns. Wir sind gleich, verschwinden förmlich und hinterlassen nur das gemeinsame Verlangen, diese Harmonie im Gleichgewicht zu halten.

Gemäß diesem gemeinsamen integralen Zustand zwischen uns ergeben sich die Begriffe „gut“ und „böse“. Das Gleichgewicht nennt man „gut“ und Ungleichgewicht heißt „böse“.  

Ich wiederhole, der Schwerpunkt liegt in der Harmonie mit der Umgebung auf Basis der Wechselwirkung. Hier prallen „Plus“ und „Minus“ aufeinander, das Geben und das Nehmen. Es gleicht dem Stoffwechsel, es sind Wechselwirkungen von Gefühlen und Beziehungen. Es ist das Gleiche wie auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebene, aber hier auf der geistig-spirituellen Ebene.

Auf dieser Ebene entwickeln wir in uns „Spürsinn“ für das Böse. Wir können das Böse durch die universellen Kriterien begreifen. Gleichgewicht zwischen den Menschen, sowie die gegenseitige Liebe und Verbindung sind gut, aber die Abkehr von der Einheit und die Entfernung von der Verbindung sind schlecht.

Das muss die Grundlage in der Bildung des modernen Menschen sein. Weil er im Prinzip nicht mehr braucht als das. Das wird ihm den Erfolg im Leben sichern.

Aus dem 393. Gespräch „Neues Leben“, 03.06.2014 – 6.07.2014

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Der hinterlistige Feind Amalek

Amalek ist der schlimmste Feind des die Spiritualität anstrebenden Menschen. Wenn dieser Amalek uns überwältigt, dann empfinden wir Mangel in der Wichtigkeit der Spiritualität, den Nebel, die Müdigkeit.

Er nimmt uns das Verlangen, uns zu bemühen, die Natur des Schöpfers zu enthüllen, um Ihm gleich zu werden. Wir finden eine Menge von Gründen, warum wir die Spiritualität nicht brauchen. Und dieser Zustand heißt „Macht des Amalek“.

Er steht uns nicht wie ein offener, bekannter Feind gegenüber, sondern schleicht sich unmerklich an und flößt uns die Müdigkeit, die Faulheit ein, und entzieht dem Spirituellen jede Wichtigkeit.

Wir beschäftigen uns dann lieber mit tausend verschiedenen Arbeiten, statt eine konkrete, wichtige Handlung zu setzen, die uns zum Ziel führt. Man ist mit allem einverstanden, nur nicht mit der Anstrengung! Genau das wird als Amalek bezeichnet.

Er wird uns nicht als Feind offenbart, der uns angreift, weil er uns hasst und gegen den wir uns verteidigen müssen. 

Auszug aus der Stunde nach dem Artikel von Rabasch, 02.09.2011

Das schwierige Leben eines Kabbalisten

Frage: Wie kann ein Kabbalist trotz aller Probleme immer in guter Stimmung sein?

Antwort: Ich werde meine Erfahrungen mit Ihnen teilen. Ich bin sehr beschäftigt und ich versuche auch, immer beschäftigt zu sein. Ich stehe früh auf, manchmal um Mitternacht. Morgens gebe ich von 3 bis 6 Uhr Kabbala-Unterrichte. Nach der Lektion gehe ich mit meiner Frau spazieren, frühstücke und schlafe für eine Stunde.

Wenn ich aufstehe, arbeite ich am Computer. Anschließend werden von 10- 11 Uhr Videofilme gedreht, es geht weiter bis zum Abend mit Pausen und Treffen zwischendurch. Des Weiteren muss ich Artikel schreiben, meinen Blog verwalten und Präsentationen vorbereiten. Genauso habe ich auch meine eigenen Studien von Talmud Eser Sefirot, von Baal HaSulam und anderen Büchern, manchmal sehe ich mir auch noch andere Quellen durch.

Auf jeden Fall sehe ich mir die neuesten Nachrichten und einige Kommentare an. Ab und zu sehe ich mir Programme über die Natur an. Mein Zeitplan ist voll.

Frage: Waren Sie jemals traurig? Haben Sie schon einmal geweint?

Antwort: So seltsam es klingen mag, ich bin auch ein Mensch. Ich habe Gefühle, Gedanken, Schwächen und Erfolge, etc..

Ich bin mit vielen Menschen auf der ganzen Welt verbunden, ich mache mir Sorgen um das Schicksal der Welt, obwohl ich es eher als Weg sehe, die höhere Welt zu entdecken. Ich habe die gleichen Gefühle, die Sie haben; glauben Sie nicht, dass ich eine Puppe bin. Sie können nicht sehen, was in mir vor sich geht.

Ich wunderte mich zunächst auch über meinen Lehrer, bis ich ihm näher kam und erkannte, was hinter seiner äußeren Gleichgültigkeit oder Heiterkeit verborgen war. Kabbalisten erleben sehr intensive Auf- und Abstiege. Sie haben sehr emotionale Zeiten, Perioden der Loslösung, das Abreißen von der Welt und den Menschen. Sie offenbaren solch eine Leere des Universums, die sonst kein gewöhnlicher Mensch fühlen kann.

Das bedeutet, dass es Momente gibt, in denen man Verzweiflung empfindet, depressiv wird, als wäre man vom Leben abgetrennt; dies fühlt ein Kabbalist tausendmal stärker und tiefer als die gewöhnlichen Menschen. Er hat jedoch die richtigen Werkzeuge, die ihm helfen, mit diesen Zuständen fertig zu werden, obwohl er sie immer noch hat und fühlt.

Der Egoismus eines Kabbalisten ist viel größer als der des gewöhnlichen Menschen. Es steht geschrieben: „Er, der größer als sein Freund ist, dessen Verlangen ist größer als er“, das bedeutet, je größer ein Mensch ist, um so größer ist sein Egoismus. In der Tat ist ein Kabbalist ein großer Mensch mit großen Unzulänglichkeiten, aber gleichzeitig mit entsprechend großen Vorteilen, was heißt, dass er alles hat.

Aus der russischen Kabbala- Lektion, 9/6/16

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Und ihr sollt euch über alle eure Bestrebungen freuen

In der Tora steht geschrieben: „Und ihr sollt euch über alle eure Bestrebungen freuen…“ (Deuteronomium, 12:7).

Die Hände repräsentieren die egoistischen Wünsche eines Menschen, die die ganze Welt besitzen wollen. Wenn wir aber mit unseren egoistischen Händen altruistisch handeln, indem wir altruistische Absichten für unser Handeln schaffen, dann können wir in Heiligkeit den Schöpfer aufnehmen. Wir können Ihn dann wahrnehmen, Ihn offenbaren, uns Ihm annähern, mit Ihm in Kontakt treten, uns anheften und in die Qualität des Gebens eintreten.

Es steht geschrieben: „Freut euch in all euren Anstrengungen“, denn „freuen“ ist die Offenbarung des Schöpfers. Wir enthüllen Ihn in unseren korrigierten, richtig angesammelten Wünschen. Der Schöpfer kommt aus dem, was wir zwischen uns und unseren zerbrochenen Teilen zusammensetzen können.

Mit anderen Worten gibt uns die gewisse Beschaffenheit der Verbindung zwischen uns ein entsprechendes Bild des Gebens und der Liebe. Das wird „der Schöpfer“ genannt. Eine andere Beschaffenheit gibt uns ein anderes Bild von Ihm. Daher wird im Buch Sohar und anderen Quellen geschrieben, dass der Schöpfer zwischen uns in unterschiedlicher Gestalt aufgedeckt wird. Diese Bilder sind nicht materiell.

Aus Kab TV „Geheimnisse des ewigen Buches“ 30/6/16

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Der Unterschied zwischen Abstieg und Depression

Frage: Warum werden beim Studium der Kabbala Abstiege als Egoismus bezeichnet, ist das nicht eine gewöhnliche Depression?

Antwort: Es erscheint ihnen so, als wären es Depressionen. Sie erleben ein unbekanntes Gefühl, d.h. sie sind nicht daran interessiert, es zieht sie nicht an, trotzdem ist es keine übliche Depression durch den Mangel am Geschmack für die Welt, sondern ein echtes Eintauchen in die Dunkelheit. Dies ist eine undurchdringliche Dunkelheit, das Gefühl der Abwesenheit von jeglichem Verlangen. In anderen Worten, es wurde Egoismus hinzugefügt.

Der Mensch beginnt sein Leben in der Kabbala mit dem Zustand „Null“, mit dem normalen tierischen Egoismus in dieser Welt. Mit Wünschen nach Nahrung, Sex, Unterhaltung, Geld, Kontrolle und Wissen. Dies ist seine Ausgangsposition (DR). Dann erreicht der Mensch die Weisheit der Kabbala. Er erlebt dabei einen gewissen Aufstieg, er ist in einer Gruppe eingebunden, bereit für alles, das Leben ist wunderbar und alles ist gut. Er hat sich selbst gefunden. Bis dahin war er ein wenig traurig, es fehlte etwas, der Sinn des Lebens usw.. Und hier ist der erste Aufstieg, „Ich habe es gefunden!“

Aber dann fällt er in den entgegengesetzten Zustand, der ihn in einen dunklen Abgrund zieht. Es ist ein Vakuum, das seine Kräfte aussaugt; der Mensch kann kaum seinen Kopf drehen, er kann nicht leben. Es ist so, als hätte man ihm mit einem Staubsack auf den Kopf geschlagen; er fühlt Staub in seinem Kopf und in seinem Herz. Er beginnt Höhen und Tiefen, Höhen und Tiefen zu erleben.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Erreichung der höheren Welt auf dem Fehlen des egoistischen Verlangens basiert. Darum wird die Weisheit der Kabbala auch „die Weisheit des Empfangens“ genannt. Wie kann ich ohne Egoismus etwas empfangen? Wie kann ich ohne Verlangen, ohne einer brennenden Sehnsucht, ein wahrer und gesunder Egoist sein, der die höhere Welt begreifen und erfassen kann?

Ein normaler Mensch möchte essen, sich mit seinem Handy beschäftigen oder sich unterhalten. Es ist nicht möglich, die spirituelle Welt auf diese Weise zu erobern. Dafür braucht man eine andere Waffe, ein riesiges Verlangen. Wenn ich brenne, bin ich zu allem bereit, ich möchte die höhere Welt gewinnen.

So wird der Egoismus dem Zustand des Egoismus 2 hinzugefügt. Dank diesem steige ich auf die 3. Stufe runter. Wegen der 3. Stufe steige ich tiefer zur 4. Stufe, weiter hinunter zur 5. Stufe und wieder weiter hinunter. Nach einer großen Anzahl von Auf- und Abstiegen erreiche ich beispielsweise die 9. Stufe. 

Und wenn ich mich im niedrigsten und unangenehmsten Zustand befinde, erlebe ich Angst, Niedergeschlagenheit und ein Gefühl, dass „der Tod besser ist als dieses Leben.“ Dies ist der Abschied von unserem körperlichen Egoismus, während wir noch am Leben sind.

Wenn ein Mensch eine gewisse Anzahl von Auf- und Abstiegen hinter sich hat, erreicht er den 10. Punkt. Vergleicht man Punkt 9 mit Punkt 10, sehe ich, dass wirklich alles vom Schöpfer kommt. „Es gibt nichts außer Ihm“ und „Er ist gut und Gutes tuend.“ Das wird Glaube über dem Verstand genannt, da Verstand (Wissen) sich innerhalb des Egoismus befindet und Glaube die Eigenschaft des Gebens ist. Das ist das erste Mal, dass ich einen spirituellen Parzuf baue, einen Samentropfen, den Embryo der Seele. Damit beginnt die Geburt der Seele. Wer diese Stufe erreicht, ist schon unterwegs!

Wer sie nicht erreicht hat, kann sagen was er will. Interessanterweise verlassen Menschen, die sich mitten auf dem Weg befinden, aber noch nicht den 10. Punkt erreicht haben, häufig das Studium der Kabbala. Sie verfluchen die Weisheit der Kabbala, mich und unser System. Wir müssen verstehen, dass die spirituelle Welt nicht so ist, wie es uns erscheint; sie wird als Methode, welche in den kabbalistischen Quellen beschrieben wird, wahrgenommen.

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Aus der russischen Kabbalalektion vom 15/5/16

Die Brücke zwischen Liebe und Hass

Frage: Müsste man unseren Charakter und Eigenschaften ändern, um im Leben glücklicher zu sein?

Meine Antwort: Nein, man sollten nur lernen, sich richtig zu verbinden. In so einer Verbindung wird der Schöpfer offenbart, dabei bleibt jeder wie er ist. Darüber hinaus soll man sich nicht verstümmeln und den Egoismus vernichten wollen. Es genügt, sich über sein eigenes Ego mit den anderen zu verbinden.

Frage: Was ist das für eine Art der Verbindung? Gibt es in unserer Welt ein Beispiel dafür?

Meine Antwort: Nehmen wir an, Sie empfinden Hass dem anderen gegenüber. Und stellen Sie sich vor, dass Sie denjenigen zugleich lieben. Wenn man die beiden Bezugspunkte in der Mitte miteinander verbindet: ich zu dir, du zu mir – dann entsteht das richtige System der Verbindung. Wir berücksichtigen, dass das unsre Natur ist, die wir nicht ändern können, aber wir können eine Brücke der Verbindung  darüber aufbauen. Und je größer die Differenz zwischen dem egoistischen Hass und der altruistischen Liebe ist, desto mehr offenbart man die Kraft des Schöpfers zwischen sich selbst und den anderen.

Frage: Ähnelt diese Verbindung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern?

Meine Antwort: Nein, auf keinem Fall. Die Bindung zwischen Eltern und Kindern basiert auf rein tierischer Basis.

Frage: Warum gibt es kein Beispiel für richtige Verbindung?

Meine Antwort: Weil wir noch keine Möglichkeit haben, die beiden Gefühle zu verbinden: Liebe und Hass, parallel. Um dies zu tun, braucht man eine Gruppe von Gleichgesinnten.

Aus dem Unterricht auf Russisch, 1.6.2016   184462

Die spirituellen Wurzeln der menschlichen Eigenschaften

Frage: Es gibt offene, extrovertierte Menschen auf der Welt und verschlossene, unsoziale und introvertierte Menschen. Wie erklärt das die Kabbala? Aus welchen spirituellen Wurzeln stammt das?

Meine Antwort: Jeder ist anders. Es hängt ab von den Sefirot im allgemeinen Körper des Individuums. Wenn die Sefirot von Chessed und Nezach im Menschen vorherrschen und ihn kontrollieren, dann sind die Sefirot verantwortlich für die Verbreitung und Ausdehnung. Andererseits sind die Sefirot Gwura und Hod Eigenschaften der Introvertiertheit, Wachsamkeit und Verteidigung.

Die Sefira Jessod ist die allgemeine Einheit aller Sefirot. Diese Sefira führt zum korrekten Gebrauch aller Eigenschaften, von beiden, den „Negativen“ und „Positiven“, weil man nicht eine ohne die andere haben kann. Durch ihre gegenseitige Ergänzung wird die Perfektion, die wir erreichen müssen, geboren.

Frage: Befähigt uns ein Aufstieg auf eine höhere Stufe dazu, alle zwischenmenschlichen Beziehungen zu regeln oder nur bis zu einem bestimmten Ausmaß?

Meine Antwort: Ein Aufstieg auf eine höhere Stufe befähigt dich, alle zwischenmenschlichen Beziehungen und alle Beziehungen zum Schöpfer zu regeln.

Aus der russischen Kabbalalektion vom 5/1/16

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Wurzel und Zweig

Es gibt das Gesetz der Wurzel und Zweig

Geschichtlich betrachtet kamen wir einst aus Ägypten, durch die Wüste, in das Land Israel. Wir bauten den ersten Tempel, dann den Zweiten usw. All dies ist bereits passiert.

Aber wir sprechen nicht über geschichtliche Abläufe. Schließlich mussten sie genau so ablaufen. Wir sprechen über das Gesetz, als die spirituelle Wurzel notwendigerweise ihre irdische „Antwort“, oder den irdischen Zweig, berühren musste. Wurzeln und Zweige müssen sich miteinander verbinden, aber nur einmal!

Für die Wurzel reicht es aus, wenn sie den Zweig leicht berührt. Damit verrichtet sie bereits die Arbeit in ihm und schafft eine Verbindung. Deshalb müssen wir nicht nach Ägypten zurückkehren. Wir müssen kein Flugticket kaufen, um unseren Pharao, der über uns regiert, dort zu treffen. Das ist nicht mehr notwendig.

Es bleibt für uns nur noch das zu tun, was wir tun müssen, d.h. uns zu korrigieren. All dies existiert bereits in den Wurzeln und wir müssen es jetzt in den Zweigen verwirklichen. Deshalb sind wir im Land Israel, im Egoismus, und jetzt müssen wir das alles selbst durchleben, um es zu korrigieren.

Frage: Was bedeutet es dann, dass ein Mensch sich so fühlen sollte, als lebte er jeden Tag in Ägypten?

Antwort: Der Exodus aus Ägypten ist ein Aufstieg über unseren Egoismus. Es gibt 613 egoistische Wünsche (Taryag) im Egoismus, die zu altruistischen Wünschen korrigiert werden müssen. D.h., die Wünsche von Hass, Wettstreit und Feindseligkeit werden zu Wünschen von Verbindung und Liebe. Das bedeutet, die Gebote der Korrektur der Wünsche zu beachten.

Und das müssen wir täglich tun, weil der Mensch immer wieder auf eine neue Ebene aufsteigt. Jede dieser Ebenen kennt dieselben 613 Wünsche, allerdings in einer anderen und stärkeren Ausprägung. Deshalb muss sich der Mensch jeden Tag vorstellen, dass er Ägypten verlässt und das Recht hat, diese Wünsche zu korrigieren.

Aus KabTV “Geheimnisse des Ewigen Buches” 5/11/16

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