Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Aufstieg/Abstieg'

Wir steigen auf einer Rolltreppe über die Stufen der Welt auf

Heute beginnt die Welt von unten nach oben aufzusteigen. Das erste Zeichen dieses Aufstiegs ist die Enthüllung der Verbindung zwischen uns – die Globalisierung und Integration, die jetzt in unserer Welt sichtbar werden. Mit jedem weiteren Tag wird diese Verbindung noch augenscheinlicher und klarer enthüllt werden, denn dieser Prozess geschieht, ob wir ihn wollen oder nicht.

Es ist, als ob wir uns auf einer aufsteigenden Rolltreppe durch alle Stufen der Welten hinauf bewegen würden. Auf jeder neuen Stufe wird uns ein neues Bild offenbart. Die Rolltreppe bewegt sich momentan mit der Geschwindigkeit, die als „zu vorgegebener Zeit“ (Beito) bezeichnet wird. Und obwohl es uns erscheint, dass die Veränderungen in der Welt extrem schnell geschehen, ist dies in Wirklichkeit erst der Anfang.

Bis jetzt hat sich die Welt noch nicht in einem Aufstieg befunden; sie hat sich lediglich innerhalb des Rahmens des Egoismus verändert, der von einer Generation zur nächsten angewachsen ist. Aber jetzt erkennen wir, dass unser Egoismus immer mehr verbunden wird – wir sehen bereits ein System von egoistischen Verbindungen zwischen allen Menschen in der Welt. Jedoch sind wir uns dieser Verbindung noch nicht vollständig bewusst. Und tatsächlich werden wir erkennen, dass wir unfähig sind, verbunden zu sein – das ist die Wahrheit über uns. Auf diese Weise enthüllt sich die spirituelle Welt den Menschen. [Rest des Beitrags lesen →]

Die Bedingung um den Schöpfer zu verstehen

 Frage: Wenn der Schöpfer als Quelle der Leiden empfunden wird, ist es schwer nach Ihm zu streben.  Wird es als Egoismus angesehen, wenn man zu fühlen versucht, dass Er gut ist und Gutes tut?

 

Antwort: Wir müssen das lösen. Durch die Zustände, die wir in der Gruppe schaffen möchten, legen wir den Grundstein zu Seiner Offenbarung.

In dem Maße, in dem wir die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, der Verbindung über unserem Ego erlangen, erschaffen wir die Bedingungen, d.h. das Kli (Gefäß), in welchem wir den Schöpfer begreifen.

Der Schöpfer enthüllt sich in dem von uns aufgebauten Kli, in dem Maß unserer Ähnlichkeit mit seiner Eigenschaft der Liebe und des Gebens.

 

(242047)

Der Schöpfer ist kein Mensch

Frage: Obwohl Sie bereits gesagt haben, dass es Gott als Mensch nicht gibt, wenden Sie sich an Ihn, als wäre er eine physische Person, die denken, wünschen, mitfühlen, sich freuen, traurig sein kann, usw.

Wie können wir Ihre Aussagen verstehen? Gibt es ein Individuum? Oder ist der Gott eine Kraft? Kräfte besitzen keine emotionalen Komponenten, daher sollten sie nicht für eine Beschreibung ihrer Manifestationen verwendet werden.

Antwort: Ich hatte früher ein altes Auto, welches mir sehr viel zu schaffen machte. Ich habe es häufig selbst repariert aber auch oft in die Werkstatt gefahren. Sowohl der Automechaniker als auch ich beschimpften es mit den letzten Worten und sprachen es als ein Lebewesen an.

Das heißt, wenn wir uns an etwas wenden, projizieren wir auf dieses Objekt, diese Kraft, dieses Phänomen immer unsere Eigenschaften, unsere Gefühle, die es  in diesem Gegenstand oder der Eigenschaft nicht gibt. Dies gilt auch für den Schöpfer.

In dem Maß, in dem ich in mir die Eigenschaft der Hingabe, Liebe, Verbindung aufbaue, kann ich diese Eigenschaft als Schöpfer bezeichnen. In der Tat gibt es außerhalb dieser Eigenschaft, die ich aufgebaut habe, keinen Schöpfer.

Hier müssen wir uns richtig positionieren und verstehen, warum der Schöpfer als „Bore“ – „Bo-re“: „Bo“ – „Komme“, „re“ – „siehe“ bezeichnet wird.

Man muss kommen und sehen, d.h. einen Zustand erreichen, um diese Eigenschaft zu entdecken.

Wir bezeichnen diese Eigenschaft auch als „Elokim“. Sie besteht aus zwei Teilen der Seele. Ein Teil heißt ACHAP, der andere Teil heißt Galgalta ve Eynaim.

Was hat der Schöpfer damit zu tun, wenn es um die Seele geht? Hat es nichts mit einem Menschen zu tun, sprechen wir nicht über das was außerhalb des Menschen existiert?

Wir sprechen von der Erkenntnis innerhalb eines Menschen, wenn der Mensch die Eigenschaft des Gebens und der Liebe erreicht hat.

Diese Eigenschaft steht über dem Ego und es ist nicht einfach, sie in sich selbst zu erschaffen, zu entwickeln. Wenn wir uns diese Eigenschaft aneignen, bezeichnen wir sie als „Schöpfer“, dann können wir davon sprechen, dass wir den Schöpfer verstehen.

 

Aus dem Unterricht vom 23.12.2018

[244326]

Mitgefühl für die Schüler

Frage: Hat der Lehrer in der Kabbala Mitgefühl mit Menschen oder mit seinen Schülern?

Antwort: Ein Lehrer in der Kabbala erlebt alle Gefühle, die einem Menschen innewohnen- nur 620 Mal deutlicher. Um diesen gewaltigen Empfindungen standhalten zu können, verfügt er über die entsprechenden „Werkzeuge“.  Schon auf einer niedrigen Stufe empfindet er jedes Gefühl 620 Mal intensiver als ein gewöhnlicher Mensch.

Frage: Was bedeutet Mitgefühl für die Schüler?

Antwort: Wenn ein Lehrer einen Schüler sieht, der versucht eine spirituelle Handlung auszuführen, dabei aber versagt und fällt, aufstehen möchte und wieder fällt, ruft das Mitgefühl beim Lehrer hervor, da er ihm nicht helfen kann. Sie müssen geduldig warten. Natürlich hilft er seinem Schüler auf seine Weise, aber nicht auf der Stufe, auf der er diese Hilfe spürt.

Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen. Ich war in einem sehr schlechten Zustand. Mein Lehrer hatte Mitleid mit mir, half mir aber in keiner Weise.

Erst viele Jahre später wurde mir klar, dass er mir auf ganz andere Weise half. Es war unabhängig davon, wie ich vor ihm litt. Der Lehrer spürt die Leiden des gesamten Systems der Offenbarung des Schöpfers, nicht die persönlichen Leiden.

Verstehen Sie, nur die Verbindung in ihrem Zehner ist in der Spiritualität zu spüren. Es ist sinnlos, alleine zu sitzen und zu leiden. Schade für die verlorene Zeit.

Verbinden Sie sich schnell, um ihre Verlangen zu vereinen.

Aus dem russischsprachigen Unterricht 02.12.2018

[243015]

Kleidung ist der innere Ausdruck eines Menschen

Und mache heilige Kleider für deinen Bruder Aaron, damit man ihn ehrt und seine Pracht bewundern kann [Tora, „Exodus“, „Tezave“, 28:2].

Das Gewand (hebräisch „levusch“) symbolisiert die Korrekturen, die an den Verlangen des Menschen vorgenommen werden sollten. Wenn ich egoistische Wünsche habe, von den Größten, Ausgeprägten, den Stärksten bis zu den Schwächsten, dann sollten sie alle in die Gewänder verkleidet werden, das bedeutet sie in die Absicht um des Nächsten willen, um des Schöpfers willen, einzukleiden.

Je heller, aggressiver und ernster das Verlangen ist, desto größere Korrekturen sollten dahingehend vorgenommen werden. Das heißt: „wunderschöne Kleidung“. Deshalb ist das unkorrigierte Verlangen „Aaron“ das Schlimmste.

Es heißt: „Wenn Israel fällt, fällt es unter alle Völker der Welt, und wenn es aufsteigt, steigt es zum Himmel auf.“ Denn mit großem egoistischem Verlangen, in ihrer korrigierten Form, kann man alles bis zur Stufe des Schöpfers tun. Und dann wird jeder ihre Pracht bewundern, denn diese Korrekturen, die jeder vornehmen sollte, sind nicht mit dem gewöhnlichen Volk vergleichbar, das heißt mit dem gewöhnlichen Verlangen innerhalb eines Menschen.

So sind Moshe und dann Aaron und seine Kinder, dann der Rest der Priester: die egoistischsten, die hellsten, die ekelhaftesten Verlangen im Menschen und in der Welt, wenn sie nicht korrigiert sind. Deshalb sehen wir die Einstellung der Menschheit  zu den Juden. Und im korrigierten Zustand wird es das Gegenteil sein.
Das ist die Grundhaltung der Völker der Welt gegenüber den Juden. Die Völker der Welt warten darauf, dass die Juden „Gewänder“ erwerben, sich erheben und mit all ihren besonderen Eigenschaften „für das Geben“ zuarbeiten, beginnen.

Deshalb sind Aarons Bekleidungen kein einfacher Begriff. Worin besteht im Prinzip der Unterschied zwischen den Menschen in unserer Welt? – Die Kleidung. Es kann Kleidung, Haus und das, was einen Menschen umgibt, sein – alles, was sein Niveau, seinen Zustand, seinen Aufstieg über andere betont oder umgekehrt. Das heißt, es ist ein Ausdruck des Status einer Person.

Frage: Bedeutet das, dass die moderne Mode ihre stärksten spirituellen Wurzeln hat?

Antwort: Natürlich, denn es kommt von der gleichen Natur. Egoismus nutzt dieses Mittel für seine Hervorhebung.
In der spirituellen Welt betont das Kleidungsstück das Maß deiner inneren Erhebung über die Welt, das Maß der Hingabe, Liebe und Selbstaufhebung. So sehr du dich auch selbst herabgesetzt hast, so sehr hast du dich auch erhoben. Und in unserer Welt, im Gegenteil, wie sehr du dich selbst aufbaust, indem du dich vor einem Spiegel wie ein Affe verziert hast.

Dies wird so lange andauern, bis wir erkennen, dass die Kleidungsstücke der innere Ausdruck eines Menschen sind. Schließlich ist die Tatsache, dass wir modische Kleidung tragen, keine Korrektur, sondern im Gegenteil eine Verzerrung.
Nach dem Sündenfall sagte der Schöpfer Adam, dass er Kleidung brauche, das heißt die Korrektur des Egoismus, die ihm helfen würde, sich selbst zu überwinden und zur Liebe zu kommen.
Die Tora sagt, dass der Schöpfer selbst Kleider für die Menschen genäht hat, das heißt ihnen das höhere Licht gegeben hat, dank dem das reflektierte Licht, die Absicht zu geben, den Egoismus verkleiden würde.

[#125968]

In das Wissen fallen und zum Glauben aufsteigen

Frage: Warum kehrt von Zeit zu Zeit die tierische Angst zurück, obwohl ich bereits überzeugt bin und fühle, dass vom Schöpfer nichts Böses kommt?

Antwort: Es spielt keine Rolle. Ich kann verstehen, dass alles vom Schöpfer kommt, Er ist es, der mit mir spielt. Und dann – auf einmal! Das war es, ich zittere wieder wie ein Kaninchen unter einem Busch.

Frage: Gibt es einen Ausweg?

Antwort: Indem man mit dem Glauben über den Verstand aufsteigt, muss man sich vorwärts bewegen, nur so. Man muss dem Schöpfer danken, dass Er uns mithilfe solcher tierischen Ängste führt. Auf diese Weise werden wir uns ständig fortbewegen.

Alles hängt von der Gruppe ab, davon, inwieweit man im Glauben über den Verstand aufsteigt.

Frage: Hat auch ein Kabbalist Angst?

Antwort: Der Kabbalist hat noch tiefere Ängste, besonders bei den Abstiegen. Er kann sich schließlich nicht immer im Glauben über dem Verstand befinden. Er muss in das Wissen fallen und danach zum Glauben aufsteigen. Er ist mit allem einverstanden.

Er durchläuft Zustände, die viel akuter und widersprüchlicher sind als bei einfachen Menschen. Seine Zustände von Angst und Hingabe an das Ziel werfen ihn buchstäblich vom Abgrund an die Spitze.

Zwischenbemerkung: Ich habe gehört, dass ein Kabbalist keine  Angst um sich hat, sondern sich davor fürchtet, dem Schöpfer zu schaden.

Antwort: Wie kann er keine Angst um sich selbst haben? Wenn er keine solchen Zustände hat, woran wird er sich dann messen? Wie es heißt: „Du hast dein Antlitz vor mir verborgen und ich erschauderte“. Der Schöpfer gibt ihm solche Zustände.

Aus dem russischsprachigen Unterricht von 14.10.2018

[240309]

Übertragung von kabbalistischen Informationen.

Frage: Was ist für einen Kabbalisten eine Formel?  Sind Kabbalisten manchmal traurig?

Antwort: Formeln sind eine Art von Gefühlen. In der Kabbala haben Empfindungen immer einen bestimmten mathematischen Ausdruck.

Ich kann diesen Eindruck als Formel aufschreiben, an dich per Fax oder E-Mail versenden und wenn du das verstehst, heißt es, dass du diese Formel bereits kennst, d.h. du kannst sie in dir reproduzieren und fühlst was ich fühle. Wir haben dann die gleichen Gefühle. So geben wir kabbalistische Informationen an einander weiter.

In unserer Welt können wir uns gegenseitig sinnliche Informationen übermitteln, die unterschiedliche Gefühle in uns auslösen können. So wird z.B. eine Symphonie gespielt, die jeder anders wahrnimmt. Die Töne rufen Gefühle hervor, die man auf sich selbst projiziert, sie nach den eigenen Erfahrungen, seiner Vergangenheit usw. interpretiert.

In der Kabbala ist das nicht der Fall. Bei der Reproduktion einer kabbalistischen Information trittst du sinnlich in sie ein, du gibst dich diesen Informationen völlig hin, sie spielen in dir. Sie modellieren und formen ein Material aus dir und du wirst zu einem Teil dieses Prozesses.

Aus dem russisch sprachigen Unterricht, 11.11.2018

 

(240029)

Blitz-Antworten des Kabbalisten

Frage: Wenn die Anzahl unserer Zustände die Zeit wären, heißt es dann, dass Abstieg eine Rückwärtsbewegung und Aufstiege eine Vorwärtsbewegung auf der Zeitskala wären?

Antwort: Nicht unbedingt. Es gibt Abstiege, welche die Vorwärtsbewegung beschleunigen. Wir müssen die Qualität der Bewegung richtig bewerten, nicht ihren Vektor und nicht ihre quantitative Einschätzung.

Frage: Ist die spirituelle Materie eine Kraft? Sind die materiellen Kräfte auf einer anderen Stufe oder befinden sie sich parallel zu den spirituellen Kräften?

Antwort: Materielle Kräfte sind egoistische Kräfte, es gibt sie nicht in der spirituellen Welt. Wir können nicht sagen, dass sie parallel zu den spirituellen Kräften bestehen, denn unsere Welt existiert dort nicht. Unsere Welt heißt „Olam a-medume“ – eine imaginäre Welt, die Welt die wir uns einbilden.

Frage: Gibt es auch Zwischenwelten oder nur materielle und spirituelle Welten?

Antwort: Es gibt keine Zwischenwelten. Eine spirituelle Welt besteht aus fünf Stufen: Asia, Ezira, Bria, Azilut und Adam Kadmon die Welt der Unendlichkeit, die wir über 125 Stufen erreichen müssen. Diese Welten unterscheiden sich in der Qualität der Verbindung zwischen ihren Bestandteilen und ihren Elementen. 

Frage: Wenn mein Schicksal das Werk des vollkommenen Schöpfers ist, warum sollte ich es dann beeinflussen und verändern?

Antwort: Da der Schöpfer dich so erschaffen hat, dass du dich selbst verändern musst! Er verpflichtet dich dazu.

Frage: Erzieht uns der Schöpfer, wenn wir in unserer materiellen Welt Schmerz und Leid empfinden? Erfahren wir das, wenn wir uns nicht selbst korrigieren wollen?

Antwort: Richtig! Wir empfinden Schmerz, wenn wir uns nicht selbst erziehen und korrigieren wollen!

Frage: Wenn ich durch das System unreiner Welten genährt werde, was kann mich dann aus der Macht des egoistischen Königreichs in die spirituelle Welt ziehen?

Antwort: Damit wir unsere Zustände verstehen lernen, können uns dieselben spirituellen Kräfte, von der spirituellem Stufe vertreiben.

Frage: Was heißt es einem Lehrer/ Kabbalisten ähnlich zu werden, wenn sich der Lehrer in der Spiritualität  und ich mich noch in der materiellen Welt befinde?

Antwort: Hilf ihm, indem du verstehst was er von dir will. In dieser Welt ist das die wichtigste Arbeit eines Menschen, der einen Lehrer hat. Es ist besser als andere Handlungen durchzuführen und auf Anweisungen zu warten.

Frage: Wie kommt man dazu, sich einen spirituellen Fortschritt zu wünschen?

Antwort: Schließe dich der Gruppe an. Nur wenn man in die Gruppe eingeschlossen ist und sich zusammen mit ihr entwickelt, kann man ernsthaft vorankommen. Ohne die Freunde gibt es keine Kraft voranzukommen.

Frage: Erinnert sich die Seele an ihr vergangenes Leben und kann das nach dem Tod des Körpers, ihre Korrektur beeinflussen?

Antwort: Was hindert die Seele daran, ihre Korrektur vorzunehmen, wenn der Körper lebt? Für die Seele gibt es in Bezug auf den Körper keine Begrenzung. An der Seele ändert sich nichts, auch wenn „dein Tierkörper“ stirbt.

 

Aus dem russischen Unterricht, 19.08.2018

(238840)

Vage Silhouetten in der Dunkelheit

Frage: Was bedeutet es, mit dem Schöpfer in ständigem Dialog zu stehen?

Antwort: Der Mensch muss sich stets aufs Neue bemühen, die Realität in die richtige Form zu bringen, statt sie so wahrzunehmen, wie sie sich in ihrem gegenwärtigen Zustand anfühlt.

Auch bei den spirituellen Stufen sollte er die ganze Zeit über versuchen, sich und die Realität auf der jeweils nächsthöheren Stufe zu sehen, so, wie sie dort ausgeprägt ist.

Für dieses Ziel beginnt er, sich an allen dafür erforderlichen Größen auszurichten: an sich selbst, der Gruppe, dem Studium, dem Lehrer – und dem Schöpfer.

Hierbei gibt es drei zentrale Größen:

  • den Menschen selbst

  • das, was zwischen ihm und dem Schöpfer steht – also die ganze Welt, einschließlich  der Gruppe, dem Lehrer, all die Schwierigkeiten und Probleme und die Unterstützung.

  • der Schöpfer

Alle Formen der Verhüllung, die mir offenbart werden – sind wie vage Silhouetten in der Dunkelheit.

Aber dank ihrer bin ich bereits in der Lage zu erkennen, dass es hier etwas gibt. Obwohl ich sie in einer unnatürlichen, falschen, irreführenden Form sehe, ist es doch schon eine Erkenntnis. Das bedeutet, dass man sich bereits im Zustand von „Lo LiShma“ befindet, der zur Vorbereitung dient. Und nun bitte ich, dass diese Formen sich enthüllen.

Gäbe es diese schemenhaften Formen nicht, so könnte ich keine Anstrengungen unternehmen und wünschen, dass sich mir die wahren Formen offenbaren. Das hieße, ich würde die wahren Formen und den Schöpfer nicht enthüllen können. Denn schließlich muss Er seine wahren Formen offenbaren. Doch sind das nicht Seine Formen, sondern Formen, durch die Er sich mir offenbart. Denn Ihn Selbst, die Quelle, bin nicht ich in der Lage zu offenbaren – man benötigt eine Hilfsform, HaWaYaH. Deswegen beginne ich mit dem Gericht, um darauf zur Barmherzigkeit zu gelangen. Alle schlechten Formen der Verhüllung muss ich offenbaren und ergründen, um anschließend wahrnehmen und erkennen zu können, wie sie die richtige, die wahre Form annehmen – die Form der Enthüllung. Diese umgekehrte Form ist auch eine Enthüllung des Schöpfers.

Aus diesem Grund wollen wir nicht, dass die Schatten aus der Welt verschwinden. Denn sonst könnten wir keine Verbindung zum Schöpfer aufnehmen und wären nicht in der Lage, Ihn zu fühlen. Deswegen gab es das Zerbrechen der Gefäße, damit wir, bei den Versuchen, alle Formen des Zerbrechens wieder zu verbinden, den Unterschied zwischen uns offenbaren: Das ist das Wichtigste. Wir ergründen nicht das ganze Gefäß in seiner Tiefe, sondern wie man einzelne Teile miteinander verbindet, das heißt, wir ermitteln seine Risse. Und sie geben uns einen Anhaltspunkt für die Höhere Macht.

Man muss nur den Schöpfer darin erkennen, der durch solch unangenehme Formen der Verhüllung zu uns spricht, und sie annehmen wie eine Einladung – oder als einen Wink, der uns zu verstehen gibt, wie man sich richtig an den Schöpfer wendet. Und man muss sich bewusst sein, dass wenn alle negativen Formen in positive verwandelt und diese Gerichte somit „versüßt“ werden, wir auf diese Weise den Schöpfer enthüllen.

Deshalb besteht unsere ganze Arbeit darin, mit allen Mitteln der Absicht zu folgen, die Formen der Verhüllung durch Formen der Enthüllung zu ersetzen – und das auf der Basis von Lehrer, Gruppe, Büchern, Studium und Verbreitung. In den Formen der Enthüllung jedoch muss ich mich der Eigenschaft des Gebens, der des Schöpfers angleichen. In dem Maße, wie ich die Eigenschaft des Gebens erlangen will, werden die Gerichte „versüßt“.

[130135]

Kabbala Akademie

Purim bezeichnet die Geburt einer korrigierten Welt

Jeder neue Zustand wird nur unter der Bedingung geboren, dass sich der vorherige vollständig erschöpft hat, gleich wie bei einem Getreidekorn, welches in die Erde gepflanzt wurde, um vollständig zu verotten, damit ein ein neuer Lebensabschnitt aus dem vorherigen geboren wird, der dann als unnötig und nutzlos wahrgenommen wird. Darum steht über die Feiertage von Purim geschrieben, dass Seir Anpin schläft, während Malchut in der Dunkelheit versinkt. Nur aus diesem Zustand der Dunkelheit erlangen wir das größte Licht, den Zustand, der Purim genannt wird, welcher sich auf das Ende der Korrektur bezieht.

Wenn Seir Anpin kein Licht zu Malchut bringt, fühlen wir uns im Exil und können uns nicht auf Malchut abstimmen und uns verbinden. Allerdings zwingen uns Leid und Dunkelheit, dass wir Kraft von Seir Anpin anfordern, um unsere Vereinigung durchzuführen, damit wir mit Malchut, der gemeinsamen Seele, im Einklang sind. So erreichen wir den Aufstieg zu unserer nächsten Stufe.

 

Kabbala Akademie