Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die schwer fassbare Vollkommenheit des Schöpfers erlangen

Die vierte Stufe des Verlangens, Bchina Dalet, welche das geschaffene Geschöpf ist, ist in seinen Eigenschaften dem Schöpfer am weitesten entfernt, aber gleichzeitig mit seiner Fähigkeit Ihn zu erreichen am nächsten. Die anderen Stufen können diesbezüglich nicht bewertet werden, da sie kein reflektiertes Licht enthalten. Es erscheint nur, wenn Bchina Dalet mit ihnen arbeitet.

Sagen wir, dass mein Egoismus und ich von einer bestimmten Melodie, Malerei oder Geschichte geprägt werden. Diese Werke haben selbst keine Gefühle. Indem ich sie jedoch in meinen Egoismus integriere, gebe ich ihnen ein Gefühl und erreiche durch sie den Schöpfer. Sie selbst besitzen es nicht und das ist die Bedeutung der „ersten neun Sefirot“. Die ersten neun Sefirot sind die Eigenschaften, die mir, zusammen mit meinem Ego, die Qualitäten des Schöpfers zu entdecken helfen. Er zeigt sie mir, d.h. meiner Wahrnehmung.

Die Schwierigkeit den Schöpfer wahrzunehmen besteht darin, dass er in Kreisen handelt (ohne jegliche Einschränkung), während das Geschöpf Ihm „in einer geraden Linie“ antworten muss, d.h. mit einem Schirm, der den Egoismus einschränkt. Wenn wir durch den Glauben über dem Verstand von einer Stufe zur nächsten aufsteigen, ist das ein kontinuierlicher, „analoger“ und ganzheitlicher Aufstieg. Wenn wir die nächste Stufe erreichen, sind wir in der Lage, sie als eigenständig, als eine besondere Stufe zu erkennen. Wir enthüllen immer etwas aus Kreisen, aus der Vollkommenheit des Schöpfers, indem wir einen Aufstieg im Glauben über dem Verstand machen. Der Glaube über dem Verstand lässt uns durch die gerade Linie des Geschöpfes der runden Vollkommenheit des Schöpfers immer näher kommen.

Die Kraft der Verbindung kommt aus dem endlosen Licht zu uns. Wenn wir mit Hilfe des Lichts, der Kraft der runden Vollkommenheit, bei der alle gleich sind, das kleinste Maß des Gebens erreichen, bilden wir die Wünsche, die dem Kreis, dem Schöpfer nahe sind. Sie werden durch die gerade Linie in uns geformt.

Durch die gerade Linie erreichen wir allmählich den Kreis. Uns fehlt ein schwer fassbares Hilfsmittel. Wenn wir versuchen den Infinitiv zu berechnen, wird der Bereich in viele Rechtecke, die sich einer Kurve nähern, zerlegt. Der schwer fassbare Rest bleibt immer erhalten.

Ein Mensch erhält den Wunsch von oben, die Absicht baut er aber durch seine eigenen Anstrengungen auf. Die Absicht enthält einen Teil der verbundenen Gefäße, die er von den Freunden bekommen hat, denn die Klipa steht ihm immer im Weg und nervt ihn. Er enthüllt die zusätzliche Absicht, wie ein Kind, das zornig und schnaufend etwas erreichen möchte, und auf diese  Weise lernt er. Durch unsere Bemühungen bauen wir eine Ergänzung zu unserem Wunsch auf, welche als Absicht bezeichnet wird.

 

Aus dem 2. Teil des täglichen Kabbalaunterrichts vom 19/3/18