Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Die Entwicklung der Seele beeinflussen

Frage: Die Tora spricht über ein Verbot der  Schicksalsvorhersage… sagt die Weisheit der Kabbala die Zukunft voraus?

Antwort: Wahrsager ruinieren nur unser Leben. Ein Mensch muss nicht über die Zukunft nachdenken und Fragen über die Aufrechterhaltung seines vergänglichen Körpers stellen. Wir müssen eine Seele erlangen. Wo ist unsere Seele? Es ist notwendig, sie zu entdecken und zu entwickeln, mit ihr in Verbindung zu treten, in ihr zu leben und nicht im Körper.

Frage: In der Tora wird gesagt, dass es notwendig ist, Wahrsager zu töten, zu verbrennen, zu exekutieren oder aufzuhängen. Was ist ihre Erklärung dafür? Was sind diese vier Arten des Todes gemäß der Tora?

Antwort:  Was die Tora dazu sagt, ist vollkommen irrelevant für unsere Welt. Wenn sie über die vier Arten des Todes spricht, bezieht sich das nicht auf den physischen Körper, sondern auf die Seele und wie sie durch den Menschen zerstört wird. Er ist der Einzige, der ihr schaden kann.

Niemand sonst ist fähig, die menschliche Seele zu erreichen und zu beeinflussen. Ein positiver Einfluss auf sie drückt sich in der Erhebung auf die Stufe des Schöpfers aus. Ein negativer Einfluss ist ein Abstieg durch vier Phasen, die durch Strangulation, Steinigung, Enthauptung und Opfer symbolisiert werden. Aber diese vier Arten von Bestrafungen der Seele treffen dann zu, wenn ein Mensch ihre Entwicklung vernachlässigt.

Frage: Was bedeutet der Einsatz dieser Tode im Hinblick auf Voraussagen meiner Zukunft?

Antwort: Eine Voraussage meines Todes symbolisiert, dass ich in mir ein Charakteristikum ausmachen muss, dass ich selbst korrigieren muss. Das ist eine innere Korrektur und nicht mehr.

Frage: Der Mensch muss seine eigene Seele korrigieren. „Verbrennt„ er dadurch seine unkorrigierten Wünsche?

Antwort: Niemand anderes als der Mensch selbst ist in der Lage, seine eigene Seele zu berühren. Wenn er tief in seine spirituelle Entwicklung einsteigt, kann er seine Seele in jeder Richtung beeinflussen, zum Schlechten wie zum Guten.

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Aus der russischen Kabbalalektion 1/1/16

Altruismus – das Grundgesetz der Natur

Wir befinden uns in dem speziellen System, das „Natur“ oder „Schöpfer“ genannt wird, was ein und dasselbe ist.

Dies ist ein geschlossenes, perfektes und konstantes System. Die Menschheit empfängt davon Reaktionen und Einflüsse und entwickelt sich dadurch immer weiter. Das System arbeitet an uns. Es versucht uns in Übereinstimmung mit sich zu bringen, damit wir das Gefühl bekommen, durch unsere bewusste Entscheidung und Arbeit der Natur ähnlich und ein integraler Teil davon zu werden.

Ein Mensch sollte ein Meister dieses Systems sein – alle Menschen als ein Geschöpf. Um ein vollkommenes System der Natur zu werden, müssen wir uns zu einem Ganzen verbinden. Gegenseitiges Geben, gemeinsame Verbindung und Unterstützung, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist das Gesetz dieses einzigen Systems. Es arbeitet an uns, um uns zu seinem Zustand zu bringen.

Aus diesem Grund ist das Gesetz der Nächstenliebe ein zwingendes, dessen Entwicklung unabhängig von unserem Wunsch oder Widerstreben auf uns wirkt. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, wie wir dieses Gesetz erfüllen können und wie wir einen guten Weg der Übereinstimmung zwischen Schöpfer und Geschöpf finden, um voran zu schreiten. So wird unsere Entwicklung rasch und angenehm sein.

Früher oder später nähern wir uns – ob durch einen guten oder schlechten Weg – immer näher an die Eigenschaften dieses Systems der Natur an. Wir sehen, dass sich die Welt ständig verändert. Jedes Mal , wenn wieder aufgedeckt wird, dass die fortgeschrittenen Staaten die festgelegten gesetzlichen Bedingungen endlich erfüllen sollten. Altruismus ist eine allgemeine Verbindung, die sich über alle Unterschiede hinwegsetzt und die Basis der Natur bildet. Es sollte genauso auf die Menschen übertragen werden.

Unbelebte Materie, Pflanzen und Tiere haben keine Wahlfreiheit. Ein Mensch muss dieses Gesetz verstehen und damit einverstanden sein; selbst wenn er die Möglichkeit hat, etwas anderes zu wählen, sollte er trotzdem das altruistische Gesetz der vollständigen Verbindung mit anderen bevorzugen. Der Altruismus ist der Endzustand, zu dem wir durch die Evolution gelangen werden. Auf dem Weg dorthin passieren wir immer zwei Zustände, zwei Linien. Wir betreten die linke Linie und empfinden Leiden und Schwierigkeiten; dann verstehen wir, dass dies erforderlich ist, um uns rasch mit der rechten Linie zu verbinden.

Die Menschheit bewegt sich auf diese Weise: Manchmal entstehen brutale Regimes, ein anderes Mal freundlichere und barmherzigere. Nach und nach löst sich Böses und Gutes ab, bis man schließlich nach all den Leiden zum Zustand gelangt, wo es reicht und man endlich fähig wird, sich vollständig zu verbinden.

Frage: Warum reagiert das System auf das menschliche Verhalten so kompliziert? Ein Staat agiert auch nicht integral und das System schlägt ein anderes Volk. Alles ist so verwirrend, es ist schwierig voranzuschreiten.

Antwort: Tatsächlich wird der Fortschritt nicht entsprechend unserem Verstand und unseren Gefühlen gemessen, sondern in Übereinstimmung mit der Ursache und dem Sinn für die höhere Stufe, die als „Glaube über den Verstand“ bezeichnet wird. Schließlich schreiten wir aufgrund der höheren Naturkräfte voran. Warum ist es so organisiert, dass wir auf diesem Weg nichts sehen können?

Die Kabbalisten erklären es so: Hätten wir die Möglichkeit, alles zu sehen, würden wir niemals zu einer höheren Stufe aufsteigen. Wir würden nur den materiellen Horizont in unserer Stufe verlängern. Um die nächste Stufe zu erreichen, ist es notwendig, unser inneres Arbeitsprogramm, unsere Wünsche, Absichten und Gedanken, zu verändern. Es ist unmöglich, dies mit den herkömmlichen Wahrnehmungen und Motiven umzusetzen. Wir müssen Kraft von oben erhalten und uns ständig mit dieser Hilfe verbessern.

Mit den Werkzeugen, die wir derzeit haben, können wir keine spirituelle Entwicklung empfangen. Wir können uns nur materiell entwickeln. Es gibt schlaue, dumme, starke, schwache, erfolgreiche Menschen und Verlierer; nichts bezieht sich auf die qualitative Entwicklung.

Die qualitative Entwicklung ist der Übergang zur nächsten Stufe. Es ist wie der Unterschied zwischen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe oder wie zwischen einem Fisch, einem Käfer, einem Hund und einem Mensch. Das bedeutet, es gibt eine qualitative Entwicklung in der Wahrnehmung der Realität oder genauer gesagt an die Annäherung an die höhere, alles lenkende Kraft. Solch eine Entwicklung nähert die aktuelle Stufe mehr und mehr an die höhere Stufe an, daher können wir den qualitativen Aufstieg nicht durchführen.

Wir verstehen und spüren die höhere Stufe solange nicht, bis wir zu ihr aufgestiegen sind. Ein Stein fühlt nicht, wie eine Pflanze lebt. Es gibt eine Verbindung zwischen den Stufen, aber nicht in unserem Verstand und Gefühlen. Gerade wenn ich meinen Verstand und meine Gefühle annulliere, kann ich einen kleinen Vorgeschmack auf die nächste Stufe erhalten. So wie der Stein eine Pflanze und eine Pflanze ein Tier nicht fühlt, so kann auch ein Mensch die höhere Kraft nicht bemerken. Nur wenn wir daran arbeiten, uns der höheren Kraft anzunähern, verursachen wir eine Reaktion und werden schließlich in Kontakt mit ihr kommen. 

Der Mensch erklimmt zum ersten Mal in der Geschichte die höhere Welt, die Leiter der Natur. Der Unterschied ist hier nicht derselbe, wie zwischen einem Stein und einer Pflanze, sondern ist von viel größerer Qualität.

Aus dem 3. Teil der täglichen Morgenlektion vom 12/1/17

(201040)

Malchut und Bina symbolisieren Salz- und Süßwasser

Frage: Was ist die spirituelle Wurzel vom Süßwasser? Wie unterscheidet sie sich von der Wurzel der Salzseen?

Antwort: Das Salz stellt Malchut dar, das Wasser entspricht Bina. Die Verbindung zwischen Malchut und Bina, das heißt der Aufstieg von Malchut zu Bina oder der Abstieg von Bina zu Malchut, gebiert das Leben. Dies ist die Differenz zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Leben.

Salzwasser ist Bina, die besondere Eigenschaften von Malchut erhalten hat. Auf der Erde herrscht Salzwasser vor und es gibt sehr wenig Süßwasser. Grundsätzlich wird Salzwasser über Filter entsalzt oder Salz fällt durch Verdampfung aus und so weiter. Im Allgemeinen gibt es viele Arten von Systemen, die Eigenschaften von Bina und Malchut ausgleichen.

Frage: Wenn wir die Geographie Israels ansehen, stellen wir fest, dass es auf seinem Gebiet Süßwasser gibt, den See Genezareth und Salzwasser, das Tote Meer …

Antwort: Ja, sie sind einander völlig entgegengesetzt. Der See Genezareth speist sich aus den Quellen, die von dem Berg Hermon kommen, von den Gletschern, von Tauwasser und Regenwasser.

Das Tote Meer ist der tiefste Punkt in der Welt, das in einer mit Salz bedeckten Bodenvertiefung liegt. Der Salzgehalt des Meeres ergibt sich aus dem Wasser, das das Salz aus der Erde ausschwemmt. Selbst das Süßwasser aus dem Genezareth, das in es reinfließt, wird salzig.

Somit hat das Salzwasser des Toten Meeres einen anderen Ursprung und Zusammensetzung als das Salzwasser der Ozeane.

Dies ist eine ganz besondere Physik in dieser besonderen geographischen Lage.

Aus der Lektion in Russisch, 14.08.2016.

[#200287]

Nur das Verlangen ist wichtig

Frage: Wird die Entwicklung des Studenten beschleunigt, wenn er stets Fragen an den Lehrer stellt?

Meine Antwort: Nein! Dies sagt nichts aus. Es gibt welche, die ständig fragen, weil sie alles ganz genau wissen wollen. Und es gibt solche, die im Gegenteil, nur schweigen. Man versucht sie zum reden zu bringen, aber sie schweigen dennoch. 

Es spielt keine Rolle, in welchem Stil die Studenten lernen: Einige schreiben jedes Wort auf, andere schauen herum, als hörten sie gar nicht zu. Für mich spielt es keine Rolle. 

Mir ist nur wichtig, dass die Student irgendwas von mir lernen will. Und gemäß seinem Verlangen nehme ich seinen Punkt im Herzen, sein kleines Kli (Gefäß) und fülle es. 

Darum habe ich viel Geduld und werde nicht müde. Ich bin bereit, jeden Tag zu unterrichten, und habe Angst, Zeit zu verschwenden: Wenn ich irgendwohin fliege, versuche ich Zeit aufzuholen, um zum Unterricht rechtzeitig da sein. Ich teile meine Tage nach Stunden auf, in denen ich unterrichte. 

Aus dem russ. Unterricht.

[#200355]

Purim ist nicht das jüdische Halloween

Purim ist ein großartiges Fest: erst die große Furcht vor der Vernichtung, und dann die Riesenfreude nach der Erlösung, die zum Schluß erfolgt. Dieses Fest wird außergewöhnlich groß gefeiert, vor allem auch weil die Vorschriften des Feiertags uneingeschränkten Alkoholkonsum vorschreiben, damit man „nicht mehr zwischen dem bösen Haman und dem gerechten Mordechai unterscheiden“ kann.

Purim ist ein Fest der Symbole. Seine Hauptbotschaft liegt darin, dass selbst der Inbegriff des Guten, Mordechai, dem schlimmen Übel, dargestellt von Haman, hilflos gegenübersteht. Einzig und allein die Einheit kann das Böse überwinden. Als Mordechai Esther anfleht, den König um Gnade zu bitten, sagt selbst sie, dass sie sie nicht retten kann, es sei denn, Mordechai versammelt alle Juden und sie fasten und beten für sie. Dann, wenn sie wieder vereint sind, bemüht sie sich nach Kräften und hat Erfolg.

Bemerkenswert sind auch die Kostüme, ein weiteres Symbol. Purim ist nicht die jüdische Version von Halloween. Die Verkleidungen deuten auf das Verbergen der Kräfte hin, die dieses Szenario innerhalb eines jeden von uns ausspielen.

In seinem Buch Shamati, Ich hörte, erklärt Rav Jehuda Ashlag, der Autor des Sulam (Leiter) Kommentars zum Buch Sohar, dass der König Gott darstellt; Esther, die jüdische Königin, stellt den korrigierten Wunsch, uns mit Gott zu vereinen, dar. Darum erscheint sie, nachdem Königin Waschti vom rechten Weg abkommt und der König sich von ihr scheiden lässt.

Sie wird Esther (Ester, Hebr.) genannt, vom hebräischen Wort Hastarah her, Verhüllung, weil ihre jüdische Identität noch verborgen ist. Sie wird erst enthüllt, wenn sie die Juden retten muss. Daher auch das Wort Megilla (Schriftrolle, Buch) vom hebräischen Wort Gilui (enthüllen). Darum wird der Handlungsablauf im Buch Esther als „verborgenes Wunder“ bezeichnet, um sprachlich darauf hinzuweisen, was für ein Wunder diese Offenbarung von Gottes Macht im Verborgenen ist.

Mordechai steht für die Eigenschaft von Barmherzigkeit. Er ist reine Güte und will nichts für sich selbst. Wenn zwei Diener den Mord des Königs planen und Mordechai ihn durch Esther warnt, belohnt der König ihn nicht sofort, und Mordechai will auch keine Belohnung oder Anerkennung dafür.

Gottes Plan, die Eigenschaft der Barmherzigkeit – Mordechai – als Herrscher des Königreichs (sprich, der Welt) einzusetzen, ist ein weiteres wichtiges Element, das in der Geschichte verborgen ist. Würde die Welt von der Barmherzigkeit, dargestellt von Mordechai, regiert, würden Menschen glücklicher sein, als wenn sie von der Boshaftigkeit, dargestellt durch Haman, regiert werden würden. Doch Mordechai hat nicht den Wunsch, zu regieren, da er nichts für sich selbst will, und ist ganz froh darüber, anonym zu bleiben.

Um Mordechai nun endlich zur Aufgabe des Herrschers zu zwingen, muss der König eine Bedrohung ins Spiel bringen, die groß genug wäre, um Mordechai zum Handeln zu bewegen: die drohende Vernichtung, die nicht nur Mordechai, sondern auch das gesamte Volk betreffen würde. Diese Bedrohung personifiziert Haman, der das Gegenteil von Barmherigkeit darstellt, nämlich den rücksichtslosen Wunsch, zu verbrauchen, zu besitzen, und ohne Rücksicht auf Andere zu genießen. Kurz gesagt, Haman ist reiner Egoismus.

Hamans Vorwand dafür, die Juden umzubringen, besteht darin, dass diese nicht vereint sind: „Es gibt ein gewisses Volk, verstreut und abgesondert“. Die Juden wurden zu einem Volk, als sie versprachen, „wie ein Mensch mit einem Herzen“ vereint zu sein. Haman beschuldigt sie, sich „nicht an die Gesetze des Königs zu halten“, was vollkommen Sinn macht, weil das Gesetz ihrer Gründung als Nation von ihnen Einheit verlangt. Wenn sie verstreut sind, dann halten sie sich nicht an dieses Gesetz. Wenn dieser Zustand eintrifft, werden sie überflüssig, und Haman sagt dem König, dass dieser sie loswerden soll.

Die Juden waren in Schrecken versetzt. Weder hatten sie eine Vorstellung, wie sie sich retten sollten, noch wussten sie, was sie verkehrt gemacht hatten, um den Tod zu verdienen. Dann kommt Mordechai und versammelt sie im Gebet um Esthers Erfolg, und sie folgen ihm. Dadurch vereinen sie sich wieder und werden erneut zu einer Nation, genau wie damals am Fuß von Berg Sinai.

Das macht den Vorwand von Haman ungültig, da sie nicht länger „verstreut“ sind, und somit auch nicht mehr gegen das Gesetz des Königs verstoßen. Auf selbstverständliche Weise wird an dieser Stelle das Urteil wiederrufen.

Die Charaktere in diesem Stück erzählen uns über die verborgenen Kräfte, die in uns als Individuen und zwischen uns Menschen wirken. Sie sind immer vorhanden und tragen unsere spirituelle Entwicklung. So wie sie damals Haman ins Leben riefen, so bringen sie immer wieder neue Hamans zutage. Heutzutage gibt es etliche von ihnen in jedem Land und heute wie damals besteht das Gegenmittel in der Vereinigung. Wenn wir uns vereinen, sind wir gerettet; vergessen wird dies, werden wir bedroht und sogar vernichtet.

Dies führt uns nun zu der großen Freude an Purim, wo uns befohlen wird, Alkohol zu trinken, bis wir nicht mehr in der Lage sind, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Denn wenn wir uns vereinen, verbreiten wir diese Einigkeit im gesamten Königreich, womit die gesamte Schöpfung gemeint ist. Indem wir uns vereinen, werden wir zum Licht für die Völker, und verbreiten das Licht der Vereinigung.

Wenn alle Menschen sich vereinen, dann muss man nicht mehr auf der Hut sein oder einander misstrauen, da dann alle Menschen Eins sind. In diesem Zustand wird es sogar überflüssig, zwischen Haman und Mordechai zu unterscheiden, und die Betrunkenheit ist das Symbol dafür.

Die Hamantaschen oder Hamentaschen (Jiddisch für Hamans Taschen) stellen die Korrektur der egoistischen Wünsche da, die stattfindet, sobald sich alle Menschen vereint haben. Aus diesem Grund sind sie auch süß gefüllt: das symbolisiert die Freude der Einheit in nicht selbstbezogenen Wünschen.

Zum Schluss: Purim lehrt uns, dass alles Leid als Folge unserer Uneinigkeit kommt. Wenn wir uns nicht vereinen, werden wir verfolgt, so wie im Exil von Babylon, während all der Verfolgungen, die wir in der gesamten Geschichte erlitten, und die wir auch heutzutage wieder fühlen. Mit Einigkeit sind wir jedoch heil und gesund und beschwipst. Also: Wenn alles schief geht, vereinigt euch!

Huffington Post, 2015

Basisprinzip für den Erfolg  entlang des spirituellen Weges

Frage: Wie kann ich von einem Lehrer unterstützt werden, der Kabbalist ist? Können Sie ein paar grundlegende Prinzipien nennen, wie wir eine solches Geschenk der Höheren Kraft nutzen können?

Antwort: Wenn Ihnen ein Lehrer etwas empfiehlt, sollten Sie versuchen, es zu erfüllen. Mein wichtigster Rat ist, an den täglichen Morgenlektionen teilzunehmen. Mein zweiter Rat ist, eine Gruppe von zehn zu finden. Vorzugsweise eine physische und nicht eine virtuelle Gruppe und zu versuchen, mit ihr in Kontakt zu sein, zusammen zu studieren und alles zu tun, was wir in einer Gruppe von zehn machen.

Wenn es in Ihrer Nähe einen Kongress gibt, sollten Sie alles, was in Ihrer Macht steht tun, ihn zu besuchen; und Sie sollten sich natürlich, so es Ihre Zeit zulässt, in der Verbreitung engagieren. Kurz gesagt, das Wichtigste ist die Morgenlektion, dann die Arbeit in der Zehnergruppe, Verbreitung und die Teilnahme an Kongressen. Es gibt nichts Weiteres, das Sie tun müssten.

Aus der Kabbala-Lektion auf Russisch

7/8/16

(199307)

Megilat Esther

Der folgende Abschnitt ist ein Auszug des Artikels von Rabash über den Feiertag von Purim, „Verhüllung und Enthüllung”:

„Dunkelheit ist das babylonische Exil, in welches sich das Volk Israel selbst gebracht hat, da der Schöpfer (Seir Anpin) schlief. Der Sünder Haman, welcher ein großer Sterndeuter war, warf das Los (Pur), um das Schicksal zu bestimmen. Haman und seine zehn Söhne sind die zehn Klipot (unreinen Kräfte), da er wusste, dass der Schöpfer schlief und somit Seine Höhere Lenkung das Volk Israel (all jene, die zum Schöpfer streben) nicht beschützte. Daher dachte Haman, dass nun die Zeit gekommen sei, um das Volk Israel zu vernichten.

Haman ist unser ganzer Wille zu empfangen, welcher im Gegensatz zum gesamten Licht von Chochma steht. Er weiß, dass das Licht sich offenbaren wird, aber was er nicht weiß, ist, dass dies nur in der mittleren Linie geschehen kann und später sogar wieder zurückgenommen wird, wenn der Übergang in den Zustand der ersten Einschränkung (Zimzum Alef) geschieht. Malchut vereinigt sich mit Seir Anpin in der mittleren Linie und sie steigen zu Bina auf, wo sie den Zustand der Endkorrektur erreichen.

Die Vernichtung des Volkes Israel bedeutet die Vernichtung der Absicht „um zu geben”, welche den Menschen daran hindert, das Licht von Chochma auf egoistische Weise zu empfangen. Mordechai ist die Absicht des Gebens, aber wenn er alleine handelt, ohne die Verlangen von Haman, so ist dies nur Geben in der Absicht um zu geben. Das heißt, dass er das Licht von Chochma zurückweist, damit dieses sich nicht enthüllt.

In anderen Worten, wenn der Mensch nicht in der mittleren Linie arbeitet, dann werden auch seine besten Handlungen des Gebens seinen Weg der Entwicklung nur blockieren. Daher braucht Mordechai die Verbindung mit Haman. Wenn sie beginnen, miteinander zu streiten (ein Streit zwischen der Absicht des Gebens und dem egoistischen Verlangen), fangen sie an zu verstehen, in welchem Ausmaß sie fähig oder nicht fähig sind, sich zu verbinden.

Die Absicht des Gebens macht es möglich, die Verlangen Hamans zu benutzen. Dennoch werden diese tatsächlichen Verlangen nicht erfüllt werden und das führt dazu, dass ein Konflikt zwischen Mordechai und Haman auftritt. Die Geschichte beschreibt, wie ein Mensch die richtige Einheit zwischen zwei streitenden Kräften oder zwei gegensätzlichen Absichten erschaffen kann. Sie beschreibt auch die Schlachten, Verwirrungen und Zweifel, welche uns auf dem Weg der Korrektur erwarten, bis wir die richtige Methode finden.

Dies ist es, worüber in „Megillat Ester” (die Rolle der Esther) erzählt wird.

Der Krieg gegen Amalek

Sohar, Beshalach: „Solange Mose seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er aber die Hand sinken ließ, war Amalek stärker. Als dem Mose die Hände schwer wurden, holten sie einen Steinbrocken, schoben ihn unter Mose und er setzte sich darauf. Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links, sodass seine Hände erhoben blieben, bis die Sonne unterging.

Die Rechte bedeutet Chessed (Eigenschaft der Barmherzigkeit), und das Wichtigste, das wir brauchen, ist das Licht Chassadim. Es muss in uns herrschen, denn gerade dieses Licht verbindet uns miteinander. Er herrscht in unserem Kli, es deckt sich mit der Absicht des Gebens. Und durch die Absicht des Gebens kann sich das Licht ins Kli Chochma – die Anwesenheit des Schöpfers – einkleiden. 04Aber vor der Enthüllung des Schöpfers müssen wir die Gleichheit der Form mit Ihm erreichen. Das tut gerade das Licht Chassadim – das Licht des Gebens und der Barmherzigkeit (Chessed), das wir durch MaN erreichen müssen.

Deshalb besteht der ganze Krieg von Moses gegen Amalek (Amalek ist ein Akronym für die Worte Um des Empfangens willen – „Al Men At LE Kabel“) darin, dass Moses zuerst das Licht der Barmherzigkeit fordert – die Kraft Chassadim – die Kraft von Aron, der ihn von der rechten Seite unterstützt. Dann beginnt Moses seine schwere Arme, die „Hände des Glaubens“ heißen, hochzuheben. Warum sind sie schwer? Weil sein Verlangen zu genießen groß ist und wegen Amalek ständig wächst.

Sobald im Menschen wieder das Verlangen zu genießen erwacht, sinken seine Arme – die Symbole des Gebens – wieder nach unten und die Absicht „um zu empfangen“ gewinnt. Also muss man die Arme von Moses stützen. Deshalb treten gegen Amalek die höhere Kräfte auf: Die Rechte – Aron und die Linke – Hur, und von Oben kommt das Licht und kleidet sich in das Verlangen des Menschen, der durch den Glauben (das Licht Bina) korrigiert wurde. Dann gelingt es Moses, seinen Egoismus (=Amalek) zu besiegen.

So geschieht es in vielen Situationen in unserer Arbeit, das Verlangen zu genießen wächst und wir müssen dagegen ankämpfen.

Aus dem Soharunterricht, 15.11.2010

Der hinterlistige Feind Amalek

Amalek ist der schlimmste Feind des die Spiritualität anstrebenden Menschen. Wenn dieser Amalek uns überwältigt, dann empfinden wir Mangel in der Wichtigkeit der Spiritualität, den Nebel, die Müdigkeit.

Er nimmt uns das Verlangen, uns zu bemühen, die Natur des Schöpfers zu enthüllen, um Ihm gleich zu werden. Wir finden eine Menge von Gründen, warum wir die Spiritualität nicht brauchen. Und dieser Zustand heißt „Macht des Amalek“.

Er steht uns nicht wie ein offener, bekannter Feind gegenüber, sondern schleicht sich unmerklich an und flößt uns die Müdigkeit, die Faulheit ein, und entzieht dem Spirituellen jede Wichtigkeit.

Wir beschäftigen uns dann lieber mit tausend verschiedenen Arbeiten, statt eine konkrete, wichtige Handlung zu setzen, die uns zum Ziel führt. Man ist mit allem einverstanden, nur nicht mit der Anstrengung! Genau das wird als Amalek bezeichnet.

Er wird uns nicht als Feind offenbart, der uns angreift, weil er uns hasst und gegen den wir uns verteidigen müssen. 

Auszug aus der Stunde nach dem Artikel von Rabasch, 02.09.2011

Was überliefert uns die Tora?

Es ist unmöglich, den Text der Tora unmittelbar zu verstehen. Deshalb erschienen Religionen und all ihre Verdrehungen aus ihrem Missverständnis, und sie wollen uns weismachen, dass wir ihre Regeln in unserem körperlichen Leben erfüllen sollten.

Und die Tora sagt, dass die von Abraham gegründete Gruppe nach Ägypten aufbrach, d.h., sie fühlten nun einen größeren Egoismus.

Dann entschlossen sie sich, den Egoismus zu verlassen, darüber zu steigen, was der Exodus aus Ägypten genannt wird. Sie sind dazu bereit, sich untereinander zu verbinden, um sich über ihren Egoismus zu erheben, mit anderen Worten, sie akzeptieren die Bedingung der gegenseitigen Bürgschaft.

Um jedoch diese Bedingung zu erfüllen und dann den Egoismus zu korrigieren, indem man ihn in der Absicht des Gebens und der Liebe realisiert, brauchen wir noch die höhere Kraft namens Tora, was Licht bedeutet. Und sie bekommen sie. Das Licht sollte in ihre egoistischen Wünsche eintreten, und deshalb bauten sie zwangsläufig das Goldene Kalb.

Moses ist der Teil, der sie vereint, sie über den Berg Sinai erhebt, was Berg des Hasses bedeutet. Er teilte das Licht und es tritt in ihre Wünsche ein, die das Goldene Kalb genannt werden, er vermischt sie, und erhält die Mischung von sehr starken, gegenseitigen, egoistischen Wünschen, in denen das Höhere Licht existiert.

Nun können sie anfangen, mit dieser schrecklichen Mischung zu arbeiten, indem sie nach und nach die erforderlichen Teile aus ihr extrahieren und sie mit dem korrekten System verbinden.

Das geschieht, wenn Moses zum zweiten Mal mit den neuen Bundestafeln von Jom Kippur (dem Tag der Buße) vom Berg Sinai herunterkommt, zehn Tage nach Rosh HaShanah (Neujahr), das heißt, nach der Realisierung der inneren Erhebung und dem Auftreten vollkommen anderer Ziele, Gedanken und Kräfte für die Korrektur – die Existenz eines neuen Systems.

Mit anderen Worten, in zehn Tagen, d.h. in zehn Sefirot nach Keter, erreichen sie Malchut, und sie erlangen vollkommen das System, in dem sie existieren. Deshalb beurteilen sie sich an Jom Kippur selbst, sie verstehen, was sie tun müssen, und sie entscheiden, wie sie weiter leben möchten. Und die tatsächliche Korrektur beginnt nach dem Tag der Buße.

Die ersten Bundestafeln sind das unveränderliche Licht von Chochma, das stärkste Licht, welches schließlich alle Wünsche erfüllen muss und den Zustand der Welt der Unendlichkeit erreicht, unendliche Erfüllung. Sie symbolisieren Zimzum Alef (die erste Einschränkung).

Die zweiten Bundestafeln sind nach der Bedingung von Zimzum Bet (die zweite Einschränkung) gebaut, wenn wir uns vollständig, furchtlos, ohne Fehler zu machen, korrigieren können, weil das Höhere Licht nicht mit derselben Kraft wie beim ersten Mal zu uns kommt, und dann fühlen wir, welche Wünsche miteinander verbunden werden können und wie wir uns selbst richtig korrigieren.

Mit anderen Worten, die zweiten Tafeln symbolisieren den kleinen Zustand, währenddessen wir unsere Natur durch graduelle Handlungen korrigieren. Die ganze Wanderung durch die Wüste spricht genau über diesen Weg.

Aus KabTV’s “Geheimnisse des Ewigen Buches” 8/31/16

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