Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Die höhere Kraft aus der Sicht der Kabbala

Frage: Der größte Teil der Menschheit ist religiös. Sie haben ihre eigene Vorstellung von der höheren Kraft, von Gott, dem Schöpfer. Was ist die höhere Kraft in der Kabbala und worin besteht der fundamentale Unterschied?

Antwort: Die Menschheit hat sich immer vor etwas gefürchtet und tut dieses bis zum heutigen Tag. Sie versucht immer, eine Methode zu finden, um sich vor unerwarteten und grausamen Naturkräften zu schützen.

Das gleiche wird auch von Abraham gesagt, der erst ein Priester im alten Babylon war und später die höhere Kraft entdeckte, welche Natur oder der Schöpfer genannt wird; sie ist eine einzige und gute Kraft, die keine Rituale und Opfer fordert.

Basierend auf dieser Entdeckung führte er Forschungen und Klärungen durch und vielleicht unterrichtete er auch die Menschen. Auf diese Weise wurde die kabbalistische Sprache geformt; ihre Basis kam von dem ersten Kabbalisten Adam, der vor 5.777 Jahren lebte.

Seitdem entwickelte sich die Weisheit der Kabbala von Adam zu Abraham und von Abraham zu uns; sie erweitert ihr konzeptionelles System durch vier Sprachen, mit denen die Kabbalisten die höhere Welt beschreiben. Durch diese Sprachen nehmen wir allmählich wahr, was die Kabbalisten fühlten und beschrieben.

Aus dem russischen Unterricht, 22.01.2017

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Was erforscht die Wissenschaft der Kabbala?

Frage: Was sagt die Kabbala über das Geheimnis der dunklen Energie oder dunklen Materie?

Meine Antwort: Die Kabbala erforscht nicht die Phänomene unserer Welt. Man kann einige Parallele zwischen der Höheren Welt und unserer Welt ziehen, aber diese Vergleiche sind relativ und stehen nicht direkt in Verbindung zu einander.

Frage: Was erforscht die Kabbala dann? Könnte man sagen, dass diese Wissenschaft das Bewusstsein des Menschen und die Verbindung zwischen den Bewusstseinszuständen untersucht?

Meine Antwort: Nein. Die Kabbala studiert zwei Eigenschaften: die Eigenschaft des Gebens und die Eigenschaft des Empfangens. Beide liegen unserer Natur zugrunde. Die Wechselwirkung dieser beiden Eigenschaften/Verlangen – welche davon überwiegt, zu welchem Ausmaß etc. – erbaut alle Teile und Stufen der Schöpfung.

Frage: Was bedeutet „Die Kabbala erforscht nicht unsere Welt“?

Meine Antwort: Damit beschäftigt sich die herkömmliche Wissenschaft. Und die Wissenschaft der Kabbala erforscht die nächsten, so genannten Höheren Stufen. Aber dafür müssen wir uns auf der Stufe befinden, wo wir die Kabbala studieren wollen.

Aus der russischen Lektion, 25.12.2016

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Alle Wege führen zum Haus von Abraham

Angefangen beim ersten Mensch Adam, dann über 20 Generationen bis hin zu Abraham offenbart sich das Zerbrechen. Während dieser ganzen Zeit hat die Menschheit eine Verbindung mit einer höheren Kraft gesucht, mit dem Schöpfungsziel.

Zwanzig Generationen wurden benötigt, um aus dem Punkt des Zerbrechen, der in dem ersten Mensch hervorgetreten ist, zu einer wahren Offenbarung der höheren Macht zu kommen, das Abraham geschafft hat.

Abraham fand die richtige Methode der Arbeit, um den Schöpfer zu finden und sich selbst zu verwirklichen – der Höheren Kraft ähnlich zu werden, und sich an sie zu binden.

Frage: In welchen Moment wird aus Abraham, dem gewöhnlichen Menschen, der Urvater Abraham?

Antwort: Ab dem Moment, als er das Programm der Schöpfung zu verstehen beginnt. Er verwandelt sich in eine Grundlage, aus der eine weitere neue Stufe der Entwicklung des Menschen startet.

Der Mensch suchte das Ziel der Schöpfung, das Ziel seines Lebens, fand jedoch nur trügerische Werte, wie geschrieben steht: „erzeugte Götzen und verkaufte diese“.

Er suchte nach einer Form der Entwicklung, für die es sich zu leben lohnt. Aber dann zerbricht er alle seine Phantasien, ein Idol nach dem anderen, weil er versteht, dass sie weder richtig noch lebenswert sind.

So bewegt er sich fort, bis er die richtige, endgültige Methode findet: das Prinzip des Guten und Bösen. Er weiß, wie man diese beiden in einer Mittellinie verbindet und zur Korrektur führt, zur Verschmelzung mit dem Schöpfer durch die Verbindung, durch das Geben um zu geben, und dann durch das Empfangen um zu geben.

Wenn man alle diese Grundlagen für seine spirituelle Arbeit findet, hat man Abraham in sich offenbart, den Urvater des Volkes (av a-am). Ab diesen Moment beginnt man eine neue Form in sich aufzubauen – die spirituelle Form.

Abraham ist das Symbol der spirituellen Arbeit, eine Kraft, die einen Teil der Wünsche aus der Macht Nimrods, des Egoismus, zu befreien. Und der Rest der Babylonier bleibt in Babylon. Und später werden wir alle diese Wünsche korrigieren. Heute muss die Menschheit wie in den Tagen Abrahams alle falschen Idole zerbrechen, die sie sich selbst erschaffen haben, sie zu Staub zu machen und daraus eine neue Form zu bauen – eine richtige.

Die Welt bewegt sich ständig zu dieser Korrektur. Die ganze Geschichte der Menschheit entfaltete sich nur wegen der endgültiger Korrektur. Menschen bilden sich ein, dass die Ereignisse sich aus dem Zufall ergeben, doch die Entwicklung ergibt sich aus den „Reshimot“ (spirituelle Gene/Erinnerungen), angefangen beim ersten Menschen, Adam, und so weiter.

Das Gleiche findet in jedem Menschen und in dem Volk Israels, des „Hauses Abrahams“ statt.  Im Bezug auf die Welt, und in der ganzen Welt im Allgemeinen. Alles ist wie Matrjoschkas ineinander verschachtelt. Wichtig ist, dass es eine höhere Kraft gibt, die Gutes trägt.

Und das Böse, der Gegensatz, kommt aus der gleichen Quelle und dient dazu, uns zu lehren, zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkelheit zu unterscheiden. Wenn wir es schaffen, diese beide entgegengesetzte Formen zu verbinden, dann finden wir genau dazwischen uns selbst und den Kontakt zu Schöpfer.

Die mittlere Linie verbindet den Schöpfer – oben mit dem Menschen – unten. Und zwei weitere Linien, die rechte und die linke, sind nur dazu da, um die mittlere zu erbauen – die Verbindung zwischen uns und der höchsten Kraft.
Jeder Mensch muss Abraham in sich finden – die Basis für die spirituelle Arbeit, die es erlaubt, den Schöpfer zu offenbaren und mit ihm zu verschmelzen. Das ist der Zweck der Schöpfung. Ebenso muss die ganze Welt und die gesamte Menschheit zu einer solchen Verbindung gebracht werden, damit diese Kraft, diese Idee, alle zusammen vereint.

Aus der Lektion „Vorbereitung für Pessach“, 28.03.2017

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Altruismus, Teil 2

Frage: Warum reagiert das System auf das menschliche Verhalten so kompliziert? Ein Staat agiert auch nicht integral und das System schlägt ein anderes Volk. Alles ist so verwirrend, es ist schwierig voranzuschreiten.

Antwort: Tatsächlich wird der Fortschritt nicht entsprechend unserem Verstand und unseren Gefühlen gemessen, sondern in Übereinstimmung mit der Ursache und dem Sinn für die höhere Stufe, die als „Glaube über den Verstand“ bezeichnet wird. Schließlich schreiten wir aufgrund der höheren Naturkräfte voran. Warum ist es so organisiert, dass wir auf diesem Weg nichts sehen können?

Die Kabbalisten erklären es so: Hätten wir die Möglichkeit, alles zu sehen, würden wir niemals zu einer höheren Stufe aufsteigen. Wir würden nur den materiellen Horizont in unserer Stufe verlängern. Um die nächste Stufe zu erreichen, ist es notwendig, unser inneres Arbeitsprogramm, unsere Wünsche, Absichten und Gedanken, zu verändern. Es ist unmöglich, dies mit den herkömmlichen Wahrnehmungen und Motiven umzusetzen. Wir müssen Kraft von oben erhalten und uns ständig mit dieser Hilfe verbessern.

Mit den Werkzeugen, die wir derzeit haben, können wir keine spirituelle Entwicklung empfangen. Wir können uns nur materiell entwickeln. Es gibt schlaue, dumme, starke, schwache, erfolgreiche Menschen und Verlierer; nichts bezieht sich auf die qualitative Entwicklung.

Die qualitative Entwicklung ist der Übergang zur nächsten Stufe. Es ist wie der Unterschied zwischen der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe oder wie zwischen einem Fisch, einem Käfer, einem Hund und einem Mensch. Das bedeutet, es gibt eine qualitative Entwicklung in der Wahrnehmung der Realität oder genauer gesagt an die Annäherung an die höhere, alles lenkende Kraft. Solch eine Entwicklung nähert die aktuelle Stufe mehr und mehr an die höhere Stufe an, daher können wir den qualitativen Aufstieg nicht durchführen.

Wir verstehen und spüren die höhere Stufe solange nicht, bis wir zu ihr aufgestiegen sind. Ein Stein fühlt nicht, wie eine Pflanze lebt. Es gibt eine Verbindung zwischen den Stufen, aber nicht in unserem Verstand und Gefühlen. Gerade wenn ich meinen Verstand und meine Gefühle annulliere, kann ich einen kleinen Vorgeschmack auf die nächste Stufe erhalten. So wie der Stein eine Pflanze und eine Pflanze ein Tier nicht fühlt, so kann auch ein Mensch die höhere Kraft nicht bemerken. Nur wenn wir daran arbeiten, uns der höheren Kraft anzunähern, verursachen wir eine Reaktion und werden schließlich in Kontakt mit ihr kommen. 

Der Mensch erklimmt zum ersten Mal in der Geschichte die höhere Welt, die Leiter der Natur. Der Unterschied ist hier nicht derselbe, wie zwischen einem Stein und einer Pflanze, sondern ist von viel größerer Qualität.

Aus dem 3. Teil der täglichen Morgenlektion vom 12/1/17

(201040)

Die perfekte Frau auf dem Kongress

Frage: Wie soll eine Frau auf dem Kongress sein, um ihre Rolle perfekt zu erfüllen?

Antwort: Die perfekte Frau schließt alle Frauen unserer Welt-Gruppe in sich ein. Alle Frauen verbinden sich miteinander durch Aufhebung des eigenen Egoismus, den Wunsch zum Klatsch, Kritik, gegenseitige Abneigung.
Und nicht, weil sie sich die Mängel gegenseitig vergeben, sondern weil sie wirklich spüren, dass sie ein Körper sind. Unser Geist und unsere Gefühle trennen uns und führen uns von diesem gemeinsamen Organismus weg; sie geben jedem die Illusion, dass er von den anderen getrennt existiert.

Wir kommen zum Kongress, um die Wahrheit zu offenbaren und mit klarem Blick zu erkennen, dass die ganze Welt ein System ist. Es gibt nur das Material, das der Schöpfer „aus dem Nichts“ geschaffen hat, in dem seine Macht „Existenz aus Existenz.“ herrscht. Nur die Liebe und Verbindung herrschen in der Welt. Und die Tatsache, dass wir es anders sehen, liegt nur daran, dass wir selbst nicht so sind. Wenn ich mich verändere, um mich mit anderen zu verbinden, werde ich die Höhere Welt hier und jetzt fühlen. Nichts mehr ist notwendig – nur die eigene Wahrnehmung ist zu ändern.

Die ideale Bnei Baruch Frau  fühlt dieses Höhere System, schlisst sich ihm an und sieht die Welt durch korrigierte Augen. So stelle ich mir die perfekte Frau vor!

Frage: Wie können wir das Maximum schaffen? Auf was sollen wir unsere Aufmerksamkeit in der inneren Arbeit konzentrieren, um so schnell wie möglich dieses Idealbild zu erreichen?

Antwort: Wir fangen damit an, dass wir alle in der Gruppe vorhandenen, privaten Probleme wie ein gemeinsames Problem in der Familie wahrnehmen und korrigieren. Und wir sind noch mehr als eine Familie – wir sind ein Leib. Baal Sulam schrieb noch vor 100 Jahren, dass die Welt eine Familie sein soll, ein gut funktionierendes auf Liebe basierendes System. Doch bis jetzt ist noch nicht viel davon zu sehen.

Lassen Sie uns hoffen, dass sich unsere Gruppe endlich in eine vereinigte Frau und einen vereinigten Mann verwandelt. Und dann können diese beiden Hälften in einer großen Fusion verbunden werden, in der der Schöpfer sich enthüllt. Wir sind schon sehr nahe an diesem Zustand, lassen Sie uns unseren Aufstieg zu Ihm beschleunigen.
Ich erwarte, dass wir alle als Folge der Kongresse wachsen werden. Und die Frauen spielen dabei noch eine größere Rolle als die Männer. Wir wissen, dass die Frau die ganze Ordnung unseres Lebens definiert, ohne dass wir es merken.

Deshalb hoffe ich, dass die Frauen uns helfen werden, bei jedem Kongress zu wachsen. Wir treffen uns nach dem Kongress schon auf einer anderen Stufe. Ich wünsche allen viel Erfolg!
Aus dem TV Programm für die Vorbereitung auf den Kongress, 24.01.2014

[#126268]

Die Kunst des Gleichgewichts

Frage: Wie sieht die Definition von gut und böse aus?

Antwort: Das Gute ist Gleichgewicht, Harmonie und Verbindung zwischen allen Naturkräften. Das Böse dagegen ist Ungleichgewicht und Leere. Und der Ausbruch einer der letzteren Kräfte führen zu Krieg oder Katastrophen.

Mit anderen Worten ist das Gute ohne das Böse auch schlecht. Ein Tag mit Sonnenschein erscheint uns besser als einer mit Unwettern. Zuviel davon jedoch kann in Gluthitze und Dürre enden. 

Das Gute verbirgt sich daher im Gleichgewicht. Das bedeutet, dass man die Balance auf drei Ebenen meines Daseins unterstützen muss: Da ist die körperliche Ebene („tierisch“ genannt), die menschliche Ebene und die spirituelle Ebene.

Die körperliche Ebene umfasst Gesundheit, Haushalt, gesunden Sex und empathisches Verhalten gegenüber der Familie. Der Mensch muss das alles erlernen, denn im Gegensatz zum Tier erfolgt bei ihm nicht alles aus dem Instinkt heraus.

Die menschliche Ebene beinhaltet die Wechselwirkungen mit der Gesellschaft und der Umgebung.

Die spirituelle Ebene betrifft die persönliche spirituelle Suche nach dem Ziel des Lebens, nach der Wahrnehmung der Wirklichkeit und die Vorstellungen über die Höhere Kraft.

Diese drei Ebenen müssen im Gleichgewicht sein. 

Frage: Wie erbauen wir das Gleichgewicht auf der menschlichen Ebene, in den Wechselwirkungen mit der Umgebung?

Antwort: Wir spüren keine Unterschiede zwischen uns, wir gehören zu einem menschlichen Organismus, zu einem System. Wir möchten zwischen uns ausgeglichene Beziehungen schaffen: Letztendlich trennt uns nichts, wir sind Eins. Wir sind voneinander abhängig, spüren aber diese Abhängigkeit nicht, da man auf alle Anfragen sofort Antwort erhält. Man bekommt also das, was man benötigt und gibt den anderen das, was diese brauchen.

Das wäre Gleichgewicht in der menschlichen Gesellschaft, die Wechselwirkung, welche auf den beiden entgegengesetzten Kräften basiert. Und jeder von uns verfügt über diese Kräfte. Einer für alle und alle für einen

Frage: Wie gehen wir aber diesen Weg? Wie hält man die richtige Ausrichtung auf das Ziel?

Antwort: Als erstes müssen wir das erlernen. Wenn man auf diese Weise sein Leben in der Familie und in anderen Kreisen organisieren möchte, beginnt man, die Balance zwischen sich und der Umgebung zu spüren. In dieser näheren Umgebung offenbart sich eine gemeinsame Kraft, die gut und Gutes tuend ist.

Einerseits erschaffen wir sie und anderseits ist sie in der Natur enthalten, sie ist über uns. Eigentlich erbauen wir diese Kraft nicht selber, sondern wir schaffen vielmehr die Bedingungen für ihre Offenbarung. So sind wir daran beteiligt. Diese Kraft erfüllt uns und wir formen sie mehr und mehr. Bis vollkommene Harmonie zwischen uns und dieser Kraft entsteht.

Das ist das Ziel des Menschen „die absolute Güte“.

Frage: Was bedeutet, dass diese Kraft der Güte mein „Kompass“ sein soll, welcher sich in jeder Wechselwirkung zwischen mir und der Umgebung offenbart?

Antwort: Genau zwischen uns. Wir sind gleich, verschwinden förmlich und hinterlassen nur das gemeinsame Verlangen, diese Harmonie im Gleichgewicht zu halten.

Gemäß diesem gemeinsamen integralen Zustand zwischen uns ergeben sich die Begriffe „gut“ und „böse“. Das Gleichgewicht nennt man „gut“ und Ungleichgewicht heißt „böse“.  

Ich wiederhole, der Schwerpunkt liegt in der Harmonie mit der Umgebung auf Basis der Wechselwirkung. Hier prallen „Plus“ und „Minus“ aufeinander, das Geben und das Nehmen. Es gleicht dem Stoffwechsel, es sind Wechselwirkungen von Gefühlen und Beziehungen. Es ist das Gleiche wie auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebene, aber hier auf der geistig-spirituellen Ebene.

Auf dieser Ebene entwickeln wir in uns „Spürsinn“ für das Böse. Wir können das Böse durch die universellen Kriterien begreifen. Gleichgewicht zwischen den Menschen, sowie die gegenseitige Liebe und Verbindung sind gut, aber die Abkehr von der Einheit und die Entfernung von der Verbindung sind schlecht.

Das muss die Grundlage in der Bildung des modernen Menschen sein. Weil er im Prinzip nicht mehr braucht als das. Das wird ihm den Erfolg im Leben sichern.

Aus dem 393. Gespräch „Neues Leben“, 03.06.2014 – 6.07.2014

[#139000]

 

 

 

Dann soll man das Mädchen hinausführen

Wenn der Vorwurf aber zutrifft, wenn sich keine Beweisstücke für die Unberührtheit des Mädchens beibringen lassen, soll man das Mädchen hinausführen und vor die Tür ihres Vaterhauses bringen. Dann sollen die Männer ihrer Stadt sie steinigen und sie soll sterben (5. Mose, 22:20)

„Es wurden keine Beweise der Jungfrauschaft bei dem Mädchen gefunden“  bedeutet, dass es nicht mein persönliches Verlangen ist. Ich wähle und analysiere, ob es mir gehört oder nicht. Schließlich ist ein Mensch ein Punkt im Herzen, und alles andere sind Verlangen. 

In dem Licht, das von den Eltern des Mädchens herabsteigt – der Stufe Aba we Ima – sehe ich, dass das Verlangen nicht meins ist. 

„Dann sollen die Männer ihrer Stadt sie steinigen und sie soll sterben“- das bedeutet die Korrektur des Verlangens. Weil das Verlangen so egoistisch und unrein ist, befindet es sich in Lew Ha Ewen (steinernes Herz) – im unkorrigierten Zustand.  

Inzwischen suche ich nach anderen geeigneten Verlangen und analysier, mit wessen Hilfe ich voranschreiten kann, und mit wessen nicht. So realisiere ich ein Verlangen nach dem anderen, bis alle 613 Verlangen korrigiert sind. 

Aus der TV-Sendung „Die Geheimnisse der Tora“.

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Alles offenbart sich in der Einheit

Frage: Auf welche Weise wird unsere Verbindung zur Grundlage für die Offenbarung der spirituellen Stufen?

Antwort: Jede Stufe ist eine Welt, die du wahrnimmst. Die Welt, welche aus der Verbindung zwischen allen Seelen gewebt ist. Die Grundverbindung, welche aus der Welt der Unendlichkeit entsteht, verminderte sich nach und nach bis sie zersprang und in unserer Welt völlig zerbrochen wurde. Von hier aus beginnen wir wieder mit dem Aufsteigen auf dieselbe Stufen der Verbindung. Du muss nur diese Verbindung offenbaren. 

Das „Material“ für die Seelen ist das Verlangen zu empfangen, und die Verbindung zwischen ihnen ist dieses System, welches wir erforschen. Die Zehn Sefirot, die spirituellen Parzufim, sind nur die unterschiedlichen Arten der Wechselwirkung der Seelen zwischen einander. 

Im Grunde genommen entsteht daraus ein Ganzes, wenn wir zur Welt Malchut der Welt der Unendlichkeit aufsteigen und alle diese Verbindungen mit Geben durchdringen, ohne jegliche Grenzen und Mängeln. Dann verschwindet der Widerstand in den Übergängen zwischen uns und die Verbindung wird mit unendlichen Geschwindigkeit realisiert. Das ist der Zustand der Unendlichkeit.

Die Verschmelzung bedeutet, dass das, was ich habe auch du augenblicklich besitzt und umgekehrt. Solche Kommunikation ist grenzenlos, sie ist nicht durch Zeit und den Widerstand des Egoismus begrenzt. „der Widerstand“ zwischen uns verschwindet und unsere Verlangen agieren frei in ihrem vollen Volumen miteinander. 

Frage: Wie muss sich das während der Seminare offenbaren?

Antwort: Unsere Verschmelzung während der Seminare ist eine Anstrengung. Wir möchten miteinander so eng verschmelzen, wie wir uns nur vorstellen können. Damit jeder dabei  das Gefühl des „Ichs“ verliert und wir ein einzelnes Verlangen spüren, eine Absicht, ein Ganzes. Aus diesen Bedingungen heraus, aus dem Punkt der Einheit überlegen wir uns die Lösung der Frage, die uns der Lehrer gestellt hat. Die Antwort verbirgt sich genau dort, in der Verbindung.

Dazu streben wir während des Seminars an, mithilfe der Verbindung die Antwort zu finden. Jedes Mal während der Suche nach der Lösung möchten wir sie genau dank der Verbindung finden, ohne jegliche Logik anzuwenden. Wir werden dabei nicht die Worte der Kabbalisten logisch überprüfen und analysieren.

Ohne Verbindung macht es keinen Sinn, sich in einen Kreis zu setzen. Wozu brauchen wir dann den Kreis? Für ein kluges Gespräch oder eine wissenschaftliche Diskussion? Nein, unsere Aufgabe ist nur, zwischen uns die Verbindung zu realisieren auf dem Niveau der Gefühle, damit diese Verbindung neue Eigenschaften erschafft. Dann wirst du in der gemeinsamen Wahrnehmung die Lösung sehen. 

Das Seminar ist dazu da, um ein gemeinsames Gefäß zu erschaffen, welches zu einer höheren Stufe gehört. Wir versuchen mit aller Kraft, sie zu erreichen. Wenn wir aber keine Lösung finden, haben wir versagt. Es ist sinnlos, während des Seminars an die Verbindung zu erinnern, denn sie muss zu einer grundsätzlichen Einstellung werden.

Aus dem Unterricht nach Rabasch Artikeln, 13.07.2012

[#83843]

Weswegen werden uns Probleme geschickt?

Frage: Nehmen wir an, ein Mensch hat eine Brieftasche mit Geld verloren. Und plötzlich kommen ihm Gedanken, dass es deswegen passiert, weil er nicht zum Unterricht gegangen ist oder etwas Schlimmes getan hat. Wie soll man so etwas interpretieren?

Antwort: Gar nicht. Das ist dumm! Machen Sie auf keinen Fall derartige Schlussfolgerungen und verbinden Sie nicht solche Sachen miteinander. Sie werden später sehen, dass Sie sich geirrt haben. Und es beschränkt und verwirrt Sie. Sie stellen Verbindungen her, wo es keine gibt.

Frage: Weswegen werden mir solche Probleme dann geschickt?

Antwort: Weil Sie ein Egoist sind. In erster Linie sollten Sie ihre Verbindungen zu den Freunden der Gruppe stärken und das Höhere Licht des Guten anziehen, das Sie korrigiert. Dann werden sie keine Brieftaschen verlieren, wenn es nicht nötig ist. Und wenn nötig – doch.

Frage: Das heißt, ich kann von Morgen bis Abend in meiner Zehner sitzen und jeden Tag meine Brieftasche verlieren? Und es ist sinnlos, nach dem Grund dafür zu suchen.

Antwort: Das ist nicht nur sinnlos, es ist sogar verboten! Solange sich Ihnen nicht das ganze System enthüllt, erkennen Sie sowieso weder Gründe noch Folgen.

Frage: Aber die eigentliche „Heilung“ geschieht über den Zehner? Kann ich sagen, dass ich Probleme bekomme, wenn ich nicht genug in die Liebe zu Freunden investiere?

Antwort: Investieren Sie auf jeden Fall in den Zehner und „treffen Sie den Zehner!“

Aus der Kabbalah-Lektion in russisch.

[#205194]

Zu einer neuen Gesellschaftsordnung

Frage: Sie sagten, dass die körperliche Welt keinen Kabbalisten interessiert. Kann ein Kabbalist gleichgültig dem gegenüber sein, was in der körperlichen Welt, in der er vorübergehend lebt, geschieht?

Antwort: Tatsache ist, dass die physische Welt eine Konsequenz unseres Verhaltens ist. Wir können unser Verhalten nur mit Hilfe der spirituellen Welt verändern. Aus diesem Grund sind alle menschlichen Versuche, etwas in dieser Welt zu tun, nutzlos. Es geht alles auf die Art und Weise zurück, wie es vorher war. Wir machen immer die gleichen Fehler und als Resultat erhalten wir die selben Schläge. Es wäre besser, wenn wir gar nichts tun würden. Das Beste für einen Menschen ist es, sich nur in seiner spirituellen Entwicklung zu engagieren. Deshalb ist diese Welt für die Kabbalisten uninteressant. Sie ist eine Art Reflexion ihres Fortschritts. Baal HaSulam schreibt, dass wir zu einer kommunistischen Gesellschaft werden. Nicht in der Art wie die Methoden von Lenin und Marx, sondern zu einer wirklichen, egalitären und gerechten Gesellschaft.

Diese Gesellschaft ist nicht das eigentliche Ziel, sondern sie ist ein Spiegelbild des inneren Zustands der Menschen, die auch in Zukunft auf dieser Welt leben werden. Die Beziehungen zwischen ihnen ermöglichen es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Menschen ebenbürtiger und sich näher sind, da das höhere Licht sie mehr und mehr beeinflussen und zu einer einheitlichen Struktur verbinden wird. Marx sah das genau vor sich; die Menschheit wird unweigerlich dazu zurückkehren. Er schrieb über eine neue Gesellschaft und verwies dabei nicht auf Russland oder irgendein anderes Land. Er glaubte an eine solche zukünftige Gesellschaft, da dies der natürliche Verlauf unserer Evolution ist; die Evolution führt uns dazu. Es stellte sich heraus, dass er Recht hatte. Dazu braucht man kein Prophet zu sein. Man muss nur den Verlauf unserer Evolution richtig verstehen.

Aus der russischen Kabbala Lektion, 1/1/17

(201963)