Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Verbindung der Generationen ist zerfallen

Einst schien es uns so zu sein, dass die Entwicklung des Menschen in seiner Selbstsucht grenzenlos werden kann. Wir träumten davon, die neuen wunderbaren Maschinen zu erfinden, damit jeder sein eigenes Flugzeug und unglaubliche Kommunikationsgeräte bekommen kann. Aber im Endeffekt hat ein Mensch, der diese Sachen konsumiert, begriffen, wie sinnlos sie sind. Dann stellte er sich die Frage: Wozu? Und er empfindet die Leere und die Abwesenheit der Erfüllung.

Warum brachte der technische Fortschritt keine Befriedigung? Die ständig wachsenden Wünsche der Menschen treiben den Entwicklungsprozess voran. Das Verlangen zu empfangen hat nun seine Endform erreicht! Wir empfinden in vielen Wünschen eine rückläufige Entwicklung.

Einst wollte der Mensch eine Familie, viele Kinder, sogar viele Frauen. Später reichte ihm nur eine Frau und zwei Kinder, dann sogar nur ein Kind. Und heute wollen Paare gar keine Kinder. Das Leben wird so schwer und kompliziert, dass in den entwickelten Ländern die Menschen das Elternhaus bis zum Alter von 30-40 Jahren nicht verlassen wollen.

Der Mensch arbeitet und verbraucht sein ganzes Geld nur für sich: warum soll er eine Frau und Kinder wollen? Er kann reisen, sich vergnügen, sich frei von jeglicher Verantwortung fühlen. Seine Mama sorgt für ihn und ihm geht es gut.

Wir haben eine Gesellschaft mit solcher Infrastruktur aufgebaut, dass man im Supermarkt ein Fertiggericht kaufen kann, es in der Mikrowelle aufwärmen kann und das Abendessen ist fertig. Es gibt keine Notwendigkeit die Wohnung mit noch jemandem zu teilen, man kann eine eigene haben und der Mensch fühlt sich frei. Für das Altwerden habe ich auch vorgesorgt, ich bekomme die Rente, die medizinische Versorgung, die Fürsorge im Krankenhaus und eine Stelle auf dem Friedhof - und was erwartet mich sonst? Ob es sich lohnt, das ganze Leben dafür zu schuften?

Unser Ego ist so riesig geworden, dass wir uns unfähig fühlen, uns mit anderen zu verbinden oder für sie zu sorgen, damit sie für uns sorgen. Ich fühle mich nicht in der Lage, mit jemandem eine wahre Verbindung aufzubauen.

Wenn wir uns vereinigen, dann nur unter günstigen Bedingungen. Wir leben wie zwei Freunde, zwei Partner in einem gemeinsamen Unternehmen. Unser Zusammenleben ähnelt nicht einer wahren Familie, welche sie einst war. Es ist eher eine Kooperationsgemeinschaft. Ich arbeite und sie arbeitet. Sie macht etwas im Haushalt, und ich mache etwas. Sie zahlt und ich zahle.

Als ob wir uns bei allen Aufgaben gleichmäßig einbringen würden. Es ist nicht mehr die Familie, in der der Mann einst Familienoberhaupt war und den Lebensunterhalt verdiente, wodurch er seiner Frau ermöglichte das Haus zu hüten und die Kinder großzuziehen. Heutzutage gehen sie beide morgens aus dem Haus hinaus, bringen ihre Kinder in die Krippen oder in den Kindergarten, kehren am Abend heim, holen die Kinder ab. Was bleibt ihnen zu Hause vom Tag übrig? Sie sehen sich fast nicht. Er sitzt vor dem Fernseher oder vor dem Computer, sie wird schnell etwas aufräumen, das Geschirr spülen, die Waschmaschine mit Wäsche beladen und das wars, der Tag ist vergangen.

Sie sind gleichberechtigt und nicht so wie früher, als der Mann Familienoberhaupt war. Das heißt, die Familie hat ihre ursprüngliche Bedeutung verloren und wurde einfach zur Partnerschaft. Wenn es nur ein Partnervertrag ist, dann werde ich es immer im Hinblick darauf sehen wollen, ob ich im Vorteil bin oder nicht? Wenn unser Zusammenleben die Vorteile bringt, dann bin ich dabei, wenn es nun die Nachteile bringt, dann bin ich raus. Deshalb lassen sich die Menschen scheiden und wollen gar nicht derartige Beziehungen eingehen.

Das ist leider eine Tatsache. Und wir studieren ein wenig ihre Gründe. Unser Ego ist so gewachsen, dass wir solche Partnerbeziehungen, die Ehe genannt werden, nicht eingehen wollen.

Wegen des Egos hört der Mensch auf, seine Kinder so nah, wie die Teile seiner Seele zu empfinden. Die Kinder haben ihr eigenes Leben und ihre Lebenswelt ist von unserer sehr fern. Der Unterschied zwischen den Generationen ist so riesig geworden, dass die Kinder von den Eltern ganz abgetrennt sind. Sie haben eine andere Bildung, andere Interessen, so dass ich nur mit Mühe verstehe, worüber sie sprechen, womit sie sich beschäftigen und womit sie ihr Leben ausfüllen.

Die Verbindung zwischen den Generationen wurde unterbrochen. Deshalb ist mir unverständlich, warum ich überhaupt Kinder brauche? Welches Vergnügen bereiten sie mir? Später wollen sie von mir, dass ich ihnen Geld gebe und schweige. Die Kinder bereiten uns Freude, wenn sie noch klein sind. Wenn sie aber zwölf Jahre und älter werden, dann verlieren wir jede Verbindung zu ihnen.

In früheren Zeiten, nachdem eigene Kinder großgezogen wurden, beschäftigten sich die Großeltern mit den Enkeln. Das war ihre Lebensaufgabe, die ihnen viel Freude bereitete. Aber heute wollen unsere erwachsenen Kinder nicht heiraten und unsere Enkel werden nicht geboren.

Der Mensch macht keine dieser Berechnungen bewusst, aber es kommt zum Vorschein aus unserer entwickelten Selbstsucht, dass man die Familie nicht zu gründen braucht.

Die demografische Situation entwickelte sich einst sehr stürmisch, exponential, und plötzlich fing sie an, sich zu verlangsamen. Die Fachkräfte, die sich mit der Demographie beschäftigen und die Prognosen der Entwicklung der Menschheit machen, sagen voraus, dass die Bevölkerungszahl in der allernächsten Zeit beginnen wird, sehr heftig zu sinken. Die Zunahme wurde bis jetzt dank einiger Regionen gesichert - hauptsächlich, dank den arabischen Ländern mit ihren starken Traditionen und religiösen Geboten.

Aber jetzt gibt es selbst in den entwickelten arabischen Ländern anstelle der 10-15 Kinder heute nur noch 2-3. Das heißt, dass auch sie sich darin der ganzen Welt sehr schnell angleichen werden.

Aus dem ersten Gespräch über das “neue” Leben, 27.12.2011

Das Geheimnis einer integralen Familie

Frage: Wie unterscheidet sich die integrale Familie von der uns vertrauten traditionellen Familie?

Meine Antwort: Die Verlangen von Ehemann und Ehefrau, welche unterschiedlich geladen sind, sowie verschiedene Charaktere darstellen, sollten darauf ausgerichtet sein, miteinander einen Dipol zu erschaffen, d.h. eine solche Konstruktion der Beziehung, die zum Baustein des Universums werden könnte.

Wie in der Bibel gesagt wird, bilden der Ehemann und die Ehefrau eine Einheit, oder, um es anders auszudrücken “Der Ehemann und die Ehefrau sind das gleiche Übel”. Dennoch sind es tatsächlich zwei Menschen, die einander entgegengesetzt und untereinander verknüpft sind. Sie sind miteinander entweder auf natürliche Weise oder durch unsere spezielle Methode verbunden, da die Natur uns hier unsere umgekehrte Seite, die aus ganz gegensätzlichen Ausgangsdaten besteht, aufzeigt. Es ist sehr wichtig, diesen Daten Aufmerksamkeit zu schenken.

Aber das ist nicht nur eine einfache Verbindung, die Bildung der Familie aus ihren Einzelteilen. Es geht um den Aufbau der Familie zwecks der Erreichung gemeinsamer Harmonie. Und deshalb geschieht es bei uns auf eine völlig andere Weise. Es ist eben sehr wichtig! In diesem Fall fühlen die Menschen nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch Verantwortung für die anderen Menschen, weil sie zum Teil eines größeren Ganzen werden, und ihre “Nichtzugehörigkeit” zum Ganzen verursacht negative Auswirkungen der Natur auf sie, deren Ausmaß genau dem Maß an Durcheinander entspricht, die sie in das System hineinbringen.

Wenn ich beispielsweise gemeinsam mit meiner Ehefrau in das Gesamtsystem ein Ärgernis im Ausmaß von 10 Gramm einbringe, da wir nur ein kleines Teilchen davon sind, dann werden diese 10 Gramm entsprechend ihrem Verhältnis zum gesamten Systems multipliziert, und verwandeln sich in Pfunde oder Tonnen. All das kommt auf uns zurück, übt Druck aus und zwingt uns zur Korrektur.

Auch die Fehler, die wir begehen, und begehen werden, verursachen korrekte Auswirkungen, die wir als unwillkommen, erzwungen und unangenehm empfinden. Aber gerade diese Folgen unserer Fehler stoßen uns in die richtige Richtung.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 12.12.2011

Mann und Frau – zwei Erfolgsfaktoren

Es gibt eine bestimmte Art der Verbindung und ebenso der Vorbereitung, die nur von den Männern vollbracht werden kann, wenn sie sich von der Familie, von den Frauen lösen und sich zurückziehen. Es ist ein besonderes Gebet, es sind besondere Empfindungen, wenn du die Grenzen aller Einschränkungen unserer Welt verlässt und nur in der Verbindung mit deinen Freunden existierst. Und das haben wir gespürt. Es ist wirklich so, und anders kann man es sich nicht vorstellen.

Die Vorbereitung von Frauen besteht nicht darin, sich selbst untereinander zu verbinden, sondern darin, den Männern dabei zu helfen; zu versuchen, dafür alle Bedingungen für sie zu schaffen, sie unauffällig zur Vereinigung anzutreiben. Die Frauen können ihnen dabei helfen, ihren Egoismus zu überwinden und zur Einheit zu gelangen.

Übrigens haben unsere Frauen auf der ganzen Welt es sehr gut verstanden. Sie unterstützen uns, sie sind immer an unserer Seite, und ich bin ihnen dafür sehr dankbar. Ihre Unterstützung war ständig zu spüren, und das muss man ihnen hoch anrechnen.

Der Kongress bedeutet bereits das Stehen am Berg Sinai, wo sich Frauen, Greise und Kinder befinden. Doch den Grundstock bilden die Männer, 600 Tausend Seelen, nicht was die Anzahl, sondern was die Stärke betrifft.

In der Kabbala wird alles in Stärke gemessen, weil es um die Vereinigung zu einem gemeinsamen Verlangen geht. Dieses gemeinsame starke Verlangen wird durch die Zahl „600 Tausend” dargestellt, die die Kraft unserer Verbindung symbolisiert. Zur Stufe von 600 Tausend aufzusteigen bedeutet, die vollkommene Enthüllung der Höheren Kraft, des Schöpfers zu erlangen.

Ich hoffe, dass wir es erreichen werden, weil es dafür alle Voraussetzungen gibt. Zumindest unternehmen wir dafür alle möglichen Anstrengungen. Außerdem braucht die gesamte Welt unsere Handlungen, und genau aus diesem Grund erhalten wir von oben eine solche Unterstützung. Uns gelingt alles, nicht weil wir so besonders und so erfolgreich sind, sondern weil die Welt eine Gruppe braucht, von der sie angeführt werden könnte.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 20.11.2011

Fragen über einen Ehepartner, die Barriere und das Böse

Frage: Ich habe eine Frage bezüglich meines Ehemannes. Wir nehmen beide unsere Arbeit sehr ernst, und mein Mann kommt oft an den Punkt totaler Frustration, großer Sorgen, Leid und sogar “Ärger” über den Zustand der Welt, über alles, was er in seinem Innern und außerhalb spürt, als ob er das Gewicht aller Welten auf seinen Schultern spürt, und er muss eine Lösung für all das “Chaos” finden.

Gibt es etwas, dass ich als seine Frau tun kann, um die Arbeit zu erleichtern, ihm zu helfen, dass er sich ausgeglichen fühlt oder mehr Frieden und möglicherweise Verständnis für seine Verantwortung erlangt?

Meine Antwort: Eine Ehefrau kann ihren Mann besser als jeder andere beruhigen und stabilisieren. Er muss die Wahrnehmung der Welt und die Lenkung einer einzelnen Kraft tiefer untersuchen. Wir nehmen die Welt nur innerhalb von uns wahr, in unseren Eigenschaften. Mit anderen Worten: In dem Maße unserer Verdorbenheit nehmen wir anstatt den Schöpfer die Welt wahr. Wenn du dich selbst korrigierst, wirst du die Welt der Unendlichkeit in der Erscheinung des Schöpfers vor dir fühlen.

Frage: Wenn jemand die Barriere überschreitet, gibt es da einen Punkt, wo er sich bewegen muss, um einer Gruppe nah zu sein, und wenn er es nicht tut, wird er sich selbst schaden?

Meine Antwort: Die Barriere ist die Grenze zwischen dir und deinen Freunden.

Frage: Ich weiß, dass die Konfrontation mit dem bösen Trieb in mir Teil des Weges der Wahrheit auf dem Weg der Korrektur ist. Ich weiß ebenfalls, dass der Schöpfer mir zeigen will, dass ich mich im Gegensatz zu Ihm befinde, wenn ich dem bösen Trieb begegne und dass ich von der Eigenschaft des Gebens noch sehr weit entfernt bin.

Doch genügt es nicht, zu erkennen, dass ich böse bin? Wieso wächst das Böse zu solch einem riesigen Monster heran, das scheinbar alles kontrolliert? Ich fühle mich, also ob ich in meinem Leben schlechter als je zuvor bin, und ich tue vielen Menschen weh, die um mich sind.

Meine Antwort: Dies sind die Verlangen, die dir in dem Maße deiner Kraft enthüllt werden, um sie zu bewältigen und zu korrigieren.

Die Gegensätze ziehen sich nicht an

Mitteilung: (Gruppen von Forschern der Kalifornischen Universität in Berkeley): Menschen mit gegensätzlichen Charakteren und Temperamenten verbringen oft gerne miteinander die Zeit.

Aber in Wirklichkeit suchen wir in unseren potenziellen Partnern nach ähnlichen Charakterzügen. Und wir werden nicht von den Gegensätzen angezogen, sondern von denjenigen, die uns ähneln. Es wurde schon lange bewiesen, dass die Verliebten gemeinsame Interessen haben sollten, da ihr Bund ansonsten zum Scheitern verurteilt ist.

Die Analyse hat gezeigt, dass Menschen beim Vereinbaren eines Dates „Ihresgleichen” wählen und nicht die Gegensätze. Dies trifft auf Äußeres, Hobbies, den sozialen Status, die materielle Lage und die Popularität zu.

Kommentar: Das Grundgesetz des Universums, „ Das Gesetz der Ähnlichkeit von Eigenschaften” (Chok ischtawut azura), besagt, dass ähnliche Eigenschaften sich im Maße ihrer Ähnlichkeit bis zu einer Verschmelzung in ihrer vollständigen Gleichheit anziehen. Dies ist ein Gesetz und ist deswegen in unserer und der höheren Welt gerecht.

Die Einheit der Welt in der Harmonie zwischen Mann und Frau

Weltkongress in Moskau, Lektion 2

Auf keinen Fall darf die Beziehung zwischen Mann und Frau als gegensätzlich betrachtet werden. Im Gegenteil: wir müssen einander als Hilfe ansehen. Wenn wir über die Einheit der Welt sprechen, dann ist damit in erster Linie die gegenseitige Unterstützung ihrer beiden Teile - des männlichen und des weiblichen - gemeint.

Diese Teile entstammen der gemeinsamen Schöpfungswurzel: der Schöpfer, das Licht, und das Verlangen, das Gefäß, welches sich mit Licht erfüllt. Dabei durchläuft dieses Gefäß alle möglichen Formen seiner Veränderung. Und in diesem Gefäß müssen wir beide - der männliche und der weibliche Teil - integral zusammenarbeiten, wie in einer idealen Familie.

Die Sammelgestalt des Mannes und die Sammelgestalt der Frau müssen gemeinsam arbeiten und die Natur eines jeden von uns klar verstehen. Der Mann versteht sich selbst und die weibliche Natur, die Frau versteht sich selbst und die männliche Natur, und wir handeln vernünftig wie erwachsene, gebildete, ernsthafte, auf das gemeinsame Ziel gerichtete Teile um dieses Ziels willen.

Das Ziel wird in der Verbindung zwischen uns erreicht. Wie geschrieben steht: Mann und Frau und der Schöpfer zwischen ihnen. Das heißt, die Enthüllung des Schöpfers vollzieht sich gerade in der richtigen Verbindung zwischen uns, auf dem Schirm, der zwischen Licht und Verlangen entsteht. Auf diese Weise müssen wir uns ständig gegenseitig ergänzen.

Es gibt keinen einzigen Teil, kein einziges kleines Detail, keine einzige Erscheinung in der Natur, in unseren Beziehungen, weder in unserer Welt noch in den spirituellen Welten, wo auch nur im kleinsten Aspekt die gegenseitige Ergänzung, Verbindung, Verschmelzung des männlichen und des weiblichen Teils fehlen würde.

In unserer Welt kommt das gar nicht zum Vorschein, wir können uns diese gegenseitige Ergänzung, Vereinigung, Verschmelzung nicht vorstellen. In der spirituellen Welt ist das aber eine unerlässliche Bedingung. Und in Abhängigkeit davon, auf welchen Stufen wir uns befinden, werden diese Stufen gerade durch die gegenseitige Ergänzung, gegenseitige Vereinigung, bestimmt - bis zu unserer vollkommenen Verschmelzung.

Also ist das richtige Verständnis unserer gemeinsamen Arbeit die wichtigste Bedingung für unseren Erfolg.

Ich würde es so ausdrücken: es gibt kein einziges Problem, das separat von Männern oder von Frauen gelöst werden könnte; sie werden immer durch den jeweils anderen gelöst, d.h. Frauenprobleme werden durch Männer und Männerprobleme durch Frauen gelöst.

Diese fehlerhafte Sichtweise, dass man angeblich getrennt voneinander existieren kann - „Ach, lass sie!” (für gewöhnlich die Frauen) und „Wir werden selbst alles entscheiden, wir werden selbst alles tun!” - ist vonseiten der Männer vollkommen falsch. Natürlich ist es auch vonseiten der Frauen falsch, zu denken, dass „die Männer schon irgendwas machen, irgendwas entscheiden werden, und alles wird gut, und wir werden schon in ihrer Nähe etwas davon abbekommen”.

Von Anfang an, vom ersten Schritt, muss es einen klaren inneren Kontakt geben. Keinen äußeren, keinen physischen, auch keinen visuellen oder verbalen, sondern gerade einen inneren Kontakt, der nur durch die Höhere Kraft, durch die nächste Stufe und nicht unmittelbar zwischen uns zustande kommt. Und dann kommt diese höhere Stufe in einer solchen Verbindung zum Vorschein. Das heißt, es ist zu vergleichen mit Plus und Minus und einer Art Widerstand oder Vorrichtung zwischen ihnen, die gerade auf diese Weise zu arbeiten beginnt, mithilfe der an sie angeschlossenen Pole.

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Moskau, 10.06.2011

Begeistert die Männer!

Weltweiter Kongress in Moskau, Lektion 2

Frage: Was bedeutet, dass die Kraft des Empfangenden sich der Kraft des Gebenden unterwerfen soll? Bedeutet es, dass ich den Mann höher als mich selbst erheben soll?

Meine Antwort: Jeder von uns soll den anderen höher als sich selbst erheben. Genauso handle ich in Bezug auf die Gruppe, auf die Umgebung: ich setze mich selbst maximal herab und werde kleiner als sie - (-), andererseits versuche ich, ein Maximum an der Wichtigkeit des Ziels, der Gruppe, des Schöpfers, von ihnen zu bekommen - (+).

Wenn ich mich selbst nicht herabsetze, werde ich nichts von der Gruppe empfangen können. Nur ein Kleiner kann von einem Großen empfangen. Also setze ich mich selbst herab, um ihre Verlangen, Gedanken, Bestrebungen, die Größe des höheren Ziels von ihnen empfangen zu können. Auf diese Weise bereichere ich mich. In dem Maße, in dem ich von ihnen empfangen und dieses ganze Plus an mich anschließen kann, wird es meine Bestrebung nach vorne bestimmen. Wenn ich dieses Plus jedoch von der Gruppe nicht bekomme, habe ich nichts, womit ich vorankommen kann.

Ich empfange das Verlangen, mit dem ich nach vorne strebe, jedes Mal nur von der Umgebung, weil ich lediglich ein vorgegebener Punkt bin, in dem es nichts mehr gibt; er wurde mir nur gegeben, um mit der Umgebung arbeiten zu können. Und mein ganzes spirituelles Gefäß/Kli, meine gesamte Seele, ist das, was ich von der Umgebung empfange - in mir selbst existiert es nicht.

Und wenn ich nichts von der Umgebung empfange, wenn ich hochnäsig herumlaufe und nichts von ihnen hören will, dann können diese zusätzlichen Verlangen nicht in mir entstehen, und ich werde keine Seele - keinen Ort, an dem ich den Schöpfer enthüllen kann - haben. Das ist sehr wichtig.

Das Gleiche gilt für den weiblichen und männlichen Teil. Der gesamte männliche und der gesamte weibliche Teil müssen aufeinander eingestimmt sein. Wir müssen uns in Bezug auf den anderen Teil herabsetzen, um ihre Verlangen zu hören, wahrzunehmen, dann werden wir von ihnen ihre Bestrebung erhalten können. Das heißt, wir müssen einander zuhören, uns selbst herabsetzen, um von der jeweils anderen Gruppe die Wichtigkeit des Ziels, das Verlangen, zu empfangen.

Wie kann man die Männer höher als sich selbst erheben? Ihr müsst der Männergruppe einfach zeigen, dass ihr sie bewundert, dass ihr Leistungen von ihnen erwartet, dass ihr davon überzeugt seid, dass sie einen Stern vom Himmel holen können, dass ihr an sie glaubt. Begeistert sie - und dann werden sie zu allem fähig sein! Wie eine Mutter, die ihrem Kind ständig sagt, wie groß, stark, geschickt und klug es ist, und es auf diese Weise zu einem guten Wachstum vorantreibt. Männer brauchen das, denn sie sind sehr von der Anerkennung der Frauen abhängig.

Keine Ruhe vor Frauen …

Weltweiter Kongress in Moskau, Lektion 2

Frage: Wenn sich alle Verlangen verändern und unterschiedliche Färbungen annehmen, soll ich dann etwas Bestimmtes anstreben oder das Verlangen in der Form, die mir in diesem Moment am nächsten ist, verstärken?

Meine Antwort: Nein. Das weibliche Verlangen muss zu einem gemeinsamen, integralen, globalen weiblichen Gruppenverlangen geformt und genau auf das Ziel ausgerichtet sein. Jede Frau muss ihre Verlangen analysieren und sie möglichst genau auf das Ziel ausrichten, soweit es auf jeder Stufe, in jedem Zustand, in dem sie sich befindet, möglich ist.

Nachdem sich diese Verlangen jedoch herausgebildet haben, müssen sie von Männern wahrgenommen werden. Und sie werden ganz gewiss von ihnen wahrgenommen - die Männer sind so erschaffen, dass sie das weibliche Verlangen unbewusst spüren. Es ist wie in einer Familie: die Frau muss ihrem Mann kein einziges Wort sagen, er aber spürt, wie sie schweigend Druck auf ihn ausübt, als würde sie auf etwas hindeuten, etwas wünschen, etwas von ihm erwarten.

Er spürt es und wird so lange nicht ruhen, bis er ihr Verlangen erfüllt hat - auf irgendeine Weise muss er es doch lösen. Das Gleiche müssen Männer von Frauen empfangen, und Frauen müssen ständig ein immer klareres Verlangen in sich herauskristallisieren.

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Moskau, 10.06.2011

Verbreitung ist vergleichbar mit Geburt in der Spiritualität

Weltweiter Kongress in Moskau, Lektion 2

Frage: Ich spüre nicht, dass mein Vorankommen von den Männern abhängt. Wie kann ich das Aufkommen einer solchen Empfindung beschleunigen?

Meine Antwort: Es gibt viele Frauen, die selbstgenügsam sind - sie nehmen an der Verbreitung teil, schauen Unterrichte, sind mit Herz und Seele mit uns allen. Sie spüren keine Anhängigkeit von Männern. Es ist nicht wichtig. Sie schließen sich trotzdem unserem gemeinsamen Verlangen, Kli, an, sie sind trotzdem mit uns zusammen.

Selbst wenn die Frau sich vollkommen einer konkreten Arbeit hingibt - den Übersetzungen, der Materialbearbeitung, etwas anderem - diese Beteiligung gleicht alles aus, weil Verbreitung praktisch die wichtigste Anwendung des weiblichen Verlangens ist, sie ist vergleichbar mit der Geburt in unserer Welt.

Also ist die Beteiligung von Frauen an der Verbreitung ihre beste Handlung in der Korrektur. Und es gibt sehr viele Frauen, die irgendwo getrennt, ohne Kontakt zu den anderen leben. Vielleicht ist ein besserer virtueller Kontakt nötig. Und ich bin dafür, dass eine gute virtuelle Verbindung besteht. Doch selbst wenn eine Frau allein ist und sich auf irgendeine Weise an der Verbreitung beteiligt, befindet sie sich trotzdem im gemeinsamen Bestreben nach vorn, und sie empfindet sehr genau und bewegt sich mit uns zusammen.

Ich habe ganz viele Beispiele dafür. Ich arbeite mit sehr vielen Frauen am Blog, an der Materialbearbeitung, an den Übersetzungen, an der Herausgabe von Büchern, auf unterschiedlichsten Gebieten zusammen. Und ich schätze diese Arbeit sehr. Es sind sehr treue, loyale Helfer, und ich sehe ihr Vorankommen. Selbst wenn die Frauengruppe noch nicht sehr gut organisiert ist, kommen sie trotzdem voran, und zwar sehr schön mit allen zusammen - zumindest zusammen mit der Männergruppe.

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Moskau, 10.06.2011

Zwei Welten, zwei Pole

Weltweiter Kongress in Moskau, Lektion 2

Frage: Wodurch unterscheidet sich die Einwirkung der kabbalistischen Quelle auf einen Mann und auf eine Frau?

Meine Antwort: Die Quelle wirkt auf jeden Menschen entsprechend der Wurzel seiner Seele ein. Es gibt also keine absolut identischen Frauen oder Männer.

Auf jeden Menschen übt die Quelle eine unterschiedliche Einwirkung aus. Jeder hat seinen eigenen Schöpfer, weil ich Ihn in meinem korrigierten Verlangen enthülle. Deshalb ist Er in jedem von uns anders, und wir können Ihn nicht vergleichen.

Wenn sich unsere Verlangen miteinander verbinden und das Verlangen eines jeden von uns zu einem gemeinsamen Verlangen wird, d.h. jeder nur ein einziges gemeinsames Verlangen wahrnimmt, dann wird der Schöpfer, dieses gemeinsame Licht, für alle gleich. Doch bis dahin weichen unsere Interpretationen ständig voneinander ab: was ist denn nun dieses Licht? Wir können unsere Empfindungen nicht vergleichen, und wir müssen sie auch nicht vergleichen.

Das Gleiche betrifft Männer und Frauen - sie empfinden unterschiedlich. Denn auch diese Welt wird von Mann und Frau vollkommen unterschiedlich wahrgenommen. Wir verstehen einander nicht, wir stammen aus verschiedenen Welten. Wir denken unterschiedlich, wir nehmen alles unterschiedlich wahr. Wir haben einfach gelernt, es zu kompensieren und nebeneinander zu leben. In Wirklichkeit sind wir einander überhaupt nicht ähnlich.

Genauso ist es auch in der spirituellen Welt. Bis zur vollständigen Korrektur und Verschmelzung aller Empfindungen, Seelen und Verlangen zu einem Ganzen, bis zu diesem Moment stellt jeder von uns, und insbesondere der männliche und der weibliche Teil, zwei Pole dar.

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Moskau, 10.06.2011