Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Liebe, die das Herz öffnet

Frage: Was bereitet dem Schöpfer mehr Genuss: wenn wir Seine Liebe spüren und sie an Ihn zurückgeben oder wenn wir sie weitergeben?

Meine Antwort: In Wirklichkeit wird die spirituelle Liebe ganz anders als die materielle empfunden. Natürlich, mit der menschlichen Sprache ausgedrückt, bereiten wir dem Schöpfer Genuss, wenn wir andere Menschen Ihm näher bringen, doch die Worte sind trügerisch.

Nur nachdem wir die Eigenschaft von Bina erlangt haben, werden wir verstehen, worum es geht. Ohne das Licht Chassadim kann der Mensch überhaupt nicht von Liebe sprechen. Denn er denkt ausgehend von den eigenen Verlangen und nicht von den Verlangen des Nächsten. Um welche Liebe kann es sich also handeln?

Liebe bedeutet, dass das Verlangen eines anderen sich wie mein eigenes öffnet, wenn ich das will, was der andere will, und zwar mehr, als ich es für mich selbst wollen würde. Die Distanz zwischen uns vergrößert nur meine Leiden, die durch die mangelnde Zufriedenheit des Nächsten hervorgerufen werden, und umso mehr möchte ich sein Verlangen erfüllen. Die Distanz wird zum Verstärker meines Mitgefühls.

Diese Einstellung entsteht von allein, automatisch: auf diese Weise denke ich, auf diese Weise nehme ich Verlangen wahr - genau das ist die Erlösung, das Wunder. Und um welche Liebe kann es sich bis dahin handeln? Wenn ich liebe, dann kümmere ich mich um die Verlangen meines Nächsten über meiner eigenen Abstoßung und Gegensätzlichkeit. Mir wird der Egoismus enthüllt, und ich arbeite in der mittleren Linie - das ist Liebe.

Denn in Wirklichkeit befindet sich meine Seele außerhalb von mir…

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zum Talmud Esser ha Sefirot, 15.01.2012

Die Liebe ist ein abgedroschenes Wort

Es gibt viele Wege, um zur Frage nach der Liebe und der Einheit zu gelangen. In der Regel bedeutet für uns das Wort “Liebe” etwas völlig Gegensätzliches: Unsere egoistischen Wünsche nach Essen, Sex, Familie, Reichtum, Ehre und Wissen zu erfüllen.

“Ich liebe” - ​bedeutet “ich will.” Ich will bekommen - das heißt, ich liebe etwas, ich wünsche, dass es meins ist, will es näher zu mir bringen, mir den Bauch damit vollschlagen. Darum geht es bei meiner “Liebe”. Im Kern ist der Begriff dieser “Liebe” definiert durch: “Ich will es um jeden Preis bekommen.”

Das ist so, weil wir uns in dieser Welt befinden, die sich infolge des Zerbrechens gebildet hat, wie uns die Wissenschaft der Kabbala erklärt. Unsere gesamte Welt ist vollkommen egoistisch, weshalb wir uns die Liebe als etwas ausschließlich auf uns selbst ausgerichtetes vorstellen.

Wenn ich etwas liebe, bedeutet das, dass ich es näher zu mir bringen will, um es zu besitzen, zu empfinden, mich damit zu erfüllen. Sich den eigenen Wunsch zu erfüllen, etwas Schönes zu genießen, nennen wir “ich liebe.”

Dabei vergessen wir vollständig die zweite Hälfte, die zweite Kraft, die in der Realität existiert - die Kraft des Gebens, worin das gleiche Wort “Liebe” vorhanden ist - wobei dieses Wort hier bedeutet, die anderen zu lieben, sie zu erfüllen, ihnen etwas zu schenken, was sie sich wünschen, und nicht was ich will. Dies ist genau entgegengesetzt zu unseren Vorstellungen über die Liebe.

In vergangener Zeit waren die Menschen mit der Natur stärker verbunden und besaßen ein natürliches Gefühl dafür, dass es in ihr eine zweite Kraft gibt - die Kraft des Gebens, welche Nächstenliebe und Zuneigung beinhaltet. Die Kabbalisten haben diese Kräfte enthüllt - genauso wie es viele andere Menschen tun, denen eine achtsame Sensibilität für die Natur zuteil wurde. Und es gab viele Menschen außer den Kabbalisten, welche fühlten und für sich in allen möglichen Formen enthüllten, dass die Kraft des Gebens nicht weniger als die Kraft des Empfangens ist. In dieser zweiten Hälfte der Realität, in der Kraft des Gebens existieren die gleichen Handlungen, die auch in der Kraft des Empfangens vorhanden sind, aber ihre Deutungen sind anders, anders als in unserer Welt üblich ist.

Und wir befinden uns nur in einer Hälfte der Wirklichkeit, unter der Einwirkung der Kraft des Empfangens, unter der Macht des Verlangens, sich zu erfüllen, das als Folge der Teilung der Wünsche / Kelim gilt. Der Mensch befindet sich innerhalb dieser Teilung. Und die gesamte unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, wie Baal HaSulam in der “Einführung in die Wissenschaft der Kabbala (Pticha)” schreibt, steigt zusammen mit dem Menschen auf und ab in dem Ausmaß, in welchem die Natur den Veränderungen nachhelfen muss, welche der Mensch zu durchlaufen hat.

Die Religionen und die Weltanschauungen basieren seit ihrer Entstehung darauf, dass sie diese zweite Kraft enthüllen, die in der Natur existiert. In ihrem Kern sprechen sie von Liebe und die Einheit. So war es, solange sie auf wenige beschränkt blieben. Aber als sich diese Gedanken in großem Maß unter egoistischen Menschen ausgebreitet haben, welche weniger sensibel waren - haben sie sich in eine Ansammlung von Zeremonien, Ritualen und diversen anderen Handlungen verwandelt. Von diesem Punkt an wurden sie auf egoistische Weise genutzt: Um sich selbst zu erfüllen, statt um die Menschen zur Vereinigung, zur Liebe, zur Eigenschaft des Gebens zu führen, und die beiden Systeme auszubalanzieren.

Während die Zeit vorwärts strömte und die Menschheit sich im Laufe der Geschichte entwickelte, angetrieben durch das unaufhörliche Wachstum des Egoismus in jedem Einzelnen und in der Menschheit im Allgemeinen, haben wir uns weit von dem natürlichen Verständnis des Menschen entfernt, welches die Menschheit früher besaß. Dieses Verständnis für die Kraft des Gebens und die wahre Bedeutung der Liebe müssen wir heute enthüllen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 13/12/2011

Kabbalisten über die Nächstenliebe und die Liebe zum Schöpfer. Teil 7

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

Die Liebe zum Nächsten stellt ein Mittel zur Erreichung der Liebe zum Schöpfer dar.

Die Menschheit kennt kein anderes Mittel zu ihrer Korrektur, außer der Befolgung bzw. Erfüllung des Gesetzes der Höheren Lenkung „das Geben einem Nächsten um Schöpfers willen”, die aus zwei Etappen besteht:

1. „ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst” - bedeutet, dass die Sorge über das Wohlergehen der Gesellschaft nicht geringer sein soll, und der natürlichen Sorge über sich selbst vorgezogen werden soll.

2. „Liebe den Schöpfer von ganzem Herzem und ganzer Seele” - bedeutet, die Pflicht der Sorge über das Wohl des Nächsten und der Gesellschaft, und es nur mit der Absicht zu tun, um die Gunst in Augen des Schöpfers zu erlangen, was gleichzeitig seinen Wunsch erfüllt.

Baal HaSulam, „Frieden“.

Keine weiteren Schläge

Frage: Wir wurden für das Empfangen des Guten und der Freude gemacht. Warum müssen wir dann den Schmerz anderer fühlen? Denn wenn ich den Schmerz der ganzen Menschheit spüre, werde ich einen Schlag bekommen.

Meine Antwort: Glaubst du, dass eine Mutter nicht den Schmerz ihres Kindes kennen möchte, um zu lernen, was mit ihm oder ihr nicht stimmt? Liebe lässt sie fühlen, was ihrem Kind fehlt.

Und letztlich ist jeder Mangel Schmerz. Ich kann Schmerz empfinden, weil ich kein Leben habe oder nur, weil ich ein paar Süßigkeiten haben will. Wenn du liebst, möchtest du auf die eine oder andere Weise wissen, was dem, den du liebst, fehlt, sodass du es ihm oder ihr geben kannst und genießen, dies zu tun.

Offensichtlich sprechen wir nicht über Katastrophen, das Miterleben, wofür wir sicher einen Schlag verdienen.
Stell dir folgendes vor: Tausende deiner Sprösslinge sind tot und hunderttausende sind in Not. Du wärst nicht fähig, das zu ertragen. Und deshalb wird uns diese Art des Einfühlungsvermögens allmählich enthüllt.

Obwohl es im Moment unmöglich ist, das zu erklären, wenn du sie jetzt wirklich lieben könntest ist es in Wahrheit so, dass du sehen könntest, dass es ihnen allen gut geht. Wenn du die Liebe gefunden hast, wirst du die Wahrnehmung der Wirklichkeit entsprechend deiner neuen spirituellen Verlangen umwandeln.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 18.03.2011, über die Prinzipien globaler Erziehung

Das unerträgliche Zusammenleben

Frage: Sie sagen, dass ein Ehepaar eine korrigierte Familie vorspielen soll. Doch was soll man tun, wenn das Böse sich ständig zwischen den Ehepartnern enthüllt, wenn sie sich oft streiten, einander nicht respektieren oder nicht verstehen?

Meine Antwort: Leider hat keiner von uns eine notwendige Erziehung genossen, keiner wurde auf das Familienleben vorbereitet. Wir müssen sowohl den Mann als auch die Frau erziehen und ihnen die Herstellung von einer richtigen gegenseitigen Beziehung miteinander und mit den Kindern beibringen.

Das ist das Problem der egoistischen Entwicklung: jeder meint, er wüsste, was zu tun ist. Keiner bereitet den Menschen auf das Leben vor. Anstatt den Menschen zu erziehen, bringen wir ihm mit Müh und Not irgendeinen Beruf bei. Das ist der Grund, warum wir heutzutage eine so tiefgehende Krise haben.

Die familiäre Krise wird unerträglich. Nach den Versuchen, zusammenzuleben, versinkt die Welt in einer allgemeinen und totalen Verzweiflung. Dabei ist uns nicht klar, dass die Familie die Grundlage allen Lebens ist. Ohne sie wird das Leben nicht fortgesetzt.

Der Mensch wird nach einer Antwort suchen müssen, und diese Antwort klingt folgendermaßen: „Mann und Frau - die Shechina zwischen ihnen”. Wir müssen begreifen: die egoistische Entwicklung hat uns in eine Sackgasse geführt: wir können einander nicht mehr ertragen.

Uns wird nur die Wichtigkeit des Ziels helfen, welches wir nur erreichen können, wenn wir eine korrigierte Familie haben, die die Kinder richtig erzieht. Nur unter diesen Bedingungen erlangen wir die Ähnlichkeit mit der Natur, mit dem Schöpfer, enthüllen Ihn, verschmelzen mit Ihm und erlangen das ewige Leben auf der spirituellen Stufe.

Nur das spirituelle Ziel wird den Menschen dazu verpflichten, eine richtige Familie zu gründen - mit Kindern und mit einer richtigen gegenseitigen Beziehung zwischen den Ehepartnern.

Auszug aus dem Gespräch über Frauen, 08.03.2011

Gibt es Liebe auf dieser Welt?

Was bedeutet Liebe in unserer materiellen Welt? Es ist die „tierische“, materielle, egoistische Liebe, mit deren Hilfe wir einander genießen.

Die Eltern lieben instinktiv ihre Kinder, und die Kinder lieben instinktiv ihre Eltern – in dem Maße, in dem sie von ihnen das Erwünschte bekommen. Und all das ist von der egoistischen Absicht durchdrungen.

Unterdrücke in einer Mutter den Mutterinstinkt zu ihrem Kind – und sie wird sich ihm gegenüber genauso wie gegenüber allen anderen Kindern verhalten. Soll es selbst vor Hunger sterben, es wird ihr egal sein. Also sind elterliche Gefühle keine Liebe, sondern ein Instinkt.

Die Liebe zwischen den Geschlechtern wird durch Hormone ausgelöst. Führe dem Menschen das entsprechende Mittel zu und du wirst sehen, wie seine Liebe plötzlich verschwindet oder im Gegenteil wie aus dem Nichts erwacht. Hier ist die Rede von der hormonellen Anziehung.

Das gehört alles zur tierischen Stufe, und es gibt hier nichts anderes. Genetiker und Biologen können ausführlich erklären, warum das so ist. Doch wir besingen dieses Gefühl natürlich und schreiben ihm ein spirituelles Wesen zu – aus dem einfachen Grunde, weil wir dadurch am meisten genießen und es dementsprechend in unseren Augen erheben wollen.

Außerdem gibt es maßlose Liebe, die einen großen Schaden mit sich bringt. Denn wenn die Liebe keine Grenzen kennt und der Ehrfurcht beraubt ist, führt sie zum Hass. Wenn mich jemand liebt, muss ich dafür sorgen, dass ich ihm nicht erlaube, mich zu sehr zu lieben, und er selbst muss seinerseits für das Gleiche sorgen. Alles muss das richtige Maß und das richtige Gewicht haben. Wenn die Liebe „ausufert“, annulliert sie mich, und dann beginne ich, den Liebenden zu hassen, ich stoße ihn von mir weg.

Wir sehen das am Beispiel von Eltern und Kindern: die maßlose Liebe zum Kind ruft in ihm Verachtung und Hass hervor. Und nicht das Kind, sondern der Erwachsene, der seine Liebe nicht eingrenzt, trägt die Schuld, er lässt sie sozusagen nicht vom Schirm begleiten. Wir müssen immer das Maß unserer gegenseitigen Beziehung kontrollieren. Nur in der Welt der Unendlichkeit, am Ende der Korrektur werden wir „grenzenlose“ Schirme erwerben können.

Also macht es in unserer Welt keinen Sinn, über die Liebe zu sprechen – wir nutzen lediglich einander wie gewohnt aus. Wir sollten nicht darauf verzichten oder es verachten – denn so ist unser Leben. Die Ehepartner leben zum Beispiel lange Jahre zusammen und kümmern sich umeinander.

Doch man sollte da unterscheiden: Letztendlich mache ich das aus Gewohnheit, die zur zweiten Natur wird, aus dem Verlangen, aus dem egoistischen Drang heraus, der in mir erwacht und dadurch erfüllt wird.

Und in der spirituellen Welt bedeutet Liebe das reine Geben.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema Liebe, 04.03.2011

Die wahre Ehrfurcht

Das erste uns gegebene Gebot ist das Gebot der Ehrfurcht. „Ehrfurcht“ bedeutet Angst darum, ob ich den spirituellen Weg gehe, ob ich die spirituelle Welt erlange, ob ich das Gelesene richtig verstehe, ob ich mich in der Gruppe richtig verhalte.

Kurz gesagt, ob ich Erfolg erzielen werde. Diese Sorge muss mich die ganze Zeit begleiten. Wenn ich mich beruhigt habe, gehe ich sofort von dem Weg ab, der mich zum Ziel führt.

In unserer Welt zählt die Psychologie über 800 Arten von Angst. Verdiene ich genug? Bin ich gesund? Wird mir etwas Schlimmes widerfahren?

Doch wir sprechen hier nicht von den abgeleiteten Ängsten, sondern von der wahren Angst: Bewege ich mich dem Ziel entgegen? Werde ich geben können? Das ist bereits die Sorge um etwas, worin ich nicht die geringste Notwendigkeit verspüre.

Werde ich diese Notwendigkeit spüren? Werde ich sie im ausreichenden Maße haben, um Anstrengungen unternehmen und mich auf das Ziel ausrichten zu können? Ich muss einen ganzen Prozess realisieren: Von der kleinsten, noch nicht definierten Unruhe bis hin zur vollwertigen Angst, die wie die Spitze eines Pfeils genau auf das Ziel gerichtet ist und mich an die Realisierung heranführt: „Gebe ich dem Schöpfer genug? Gleichen wir uns dadurch einander an? Stehe ich nicht tiefer, ähnlich einem Gast, der ein Mahl von dem Gastgeber auf eine solche Art und Weise annimmt, um der Scham zu entgehen?“

Genau diese Angst bedeutet Ehrfurcht und das ist das erste Gebot. Eine solche Ehrfurcht muss ich erlangen, die gibt es in mir nicht von Anfang an. Das Ziel ist nicht zu erkennen, und ich will nichts von der Eigenschaft des Gebens wissen. Brauche ich etwa die Nächstenliebe? Dabei muss ich sie so sehr brauchen, um Angst haben zu können: „Was ist, wenn ich sie nicht erreichen werde?“

Aus der Sicht des Egoismus ist das dem Wahnsinn gleich. Es ist etwas Unnatürliches.

Doch mit Hilfe der Umgebung und des Lichts, das zur Quelle zurückführt, können wir es erreichen – wir können es mittels Angst erreichen: „Werde ich das Licht empfangen können, damit es aus mir einen Menschen macht, der um des Gebens willen fürchtet?“

Also liegt vor uns ein großer Prozess des Aufbaus von notwendigen Bedingungen. Obwohl er in Wirklichkeit sehr schnell realisiert werden kann – alles hängt von dem Ausmaß der Anstrengungen ab, die wir investieren.

Als erstes muss ich wirklich Angst um meinen spirituellen Weg haben: „Schreite ich richtig zum Ziel voran?“ Und zweitens, erst nachdem ich die Angst erlangt habe, erlange ich die Eigenschaft der Liebe. Denn es gibt keine Liebe ohne Ehrfurcht.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema Liebe, 04.03.2011

Einfach über Liebe

Eine Frage: Was ist die wahre Liebe und gibt es sie überhaupt?

Die Antwort: Wir sind so kompliziert Geschaffen, dass wir den Mann, die Frau, die Eltern, die Kinder, uns umgebende Menschen, die Menschheit, den Schöpfer nicht lieben können, wenn sich nicht alles vereint!

Wir entwickeln uns so, dass unsere Natur uns nicht erlaubt nur einen bestimmten Menschen zu lieben. Es scheint dem Menschen, dass er seine Kinder, seine Frau, irgendwelche Freunde liebt, aber das stimmt nicht. Es wird ihm bewusst, dass seine Liebe nicht vollkommen ist, sie zerbricht, obwohl er lieben möchte! Warum nur?!

Hier eröffnet uns die Kabbala das Geheimnis, sie sagt, dass es nur absolute gemeinsame Liebe geben kann! Wenn du nicht alle Menschen liebst, dann wirst du keine Liebe zu jemandem empfinden können.

Es bedeutet alles existierende zu lieben: den Schöpfer, die Menschheit, die Welt, Bekannte und Fremde,wie ein Ganzes, nur so kann die Liebe erlangt werden. Anders geht es nicht, es tut mir leid, aber es ist so.

Darüber hinaus denken wir, dass Liebe etwas höheres, auf den Wolken existierendes ist. In Wirklichkeit ist die Liebe tierisch, sehr einfach, die körperliche Vereinigung. Wenn wir aber über die „tierische Liebe” hinaus wachsen wollen, müssen wir ihr ein Futter geben, das „gegenseitig nachgeben” heißt.

Ich gebe dir nach, und damit füttere ich unsere Liebe, bis sie dicker wird. Dann gibst du mir nach, und so wächst unsere Liebe. Denn solange wir Egoisten sind, ist es unsere einzige Handlung, die uns in dem Wachstum unserer Liebe helfen kann.

Wir sollen lernen nachzugeben! Es gibt immer zwei Prinzipien der Liebe: erstens - die Liebe lernen nachzugeben, zweitens - es gibt nur eine gemeinsame Liebe, dann kann man auch jemand Bestimmten lieben…

Aus dem Gespräch mit Arkadi Duchin 22.12.10

Es möge zwar anstrengend sein, aber wunderbar!

Eine Frage, die ich erhielt: Der wöchentliche Artikel „Waigash” ist voller Tränen, Treffen und dramatischen Ereignissen, welche viele Menschen bewegen. Was ruft die Nervosität bei Ihnen in diesem Artikel hervor?

Meine Antwort: Der Mensch geht sehr tragische, akute Zustände durch, die Zustände der Unbegreiflichkeit, der Desorientierung… Er ähnelt einem Kleinkind, welches sich im Wald oder einem absolut unbekanntem Platz vorfindet. Es weiß nicht was zu tun ist, an wen es sich wenden kann, es befindet sich in besonders erschreckenden Situationen, es ist ganz verwirrt…

Für Gewöhnlich durchleben wir etwas, indem wir uns an die Zustände erinnern, die wir im Leben durchgegangen sind, das Gleiche ist es in der Spiritualität, wenn ich mich daran erinnere, fühle ich die Aufregung.

Jetzt haben diese Erinnerungen, eine gewisse Leichtigkeit, du schaust auf die Vergangenheit mit Liebe zurück, wie auf ein Kind, aber damals waren es sehr anstrengende Zustände! Der Mensch weiß nicht, wie er da raus kommen kann, und ohne die Unterstützung des Lehrers, der sich in der Nähe befindet, wäre es meiner Ansicht nach, noch unmöglicher.

Heute sollte die gesamte Welt zu der Korrektur kommen, aus diesem Grund haben wir eine Gruppe und die Verbreitung, denn das ist eine viel stärkere und breitere Unterstützung von Millionen von Menschen, die sich mit uns in einem System befinden. Doch damit, sollte sie trotzdem individuell bleiben, und jeder durchgeht sie auf der Basis seiner inneren Eindrücke. (Damit ist wohl die Welt gemeint)

Das sind unglaubliche Zustände! Sogar wenn sie zu der Zeit sehr unangenehm sind und in dem du diese durchgehst, sind sie trotzdem wunderbar! Sie geben dir die Tiefe der Begreiflichkeit, die Tiefe der Empfindung der gesamten Schöpfung, welche später kommt!

Der Mensch fängt an, endlich zu sehen, zu empfinden und sich einzuschalten gleichzeitig in alle Welten! Deswegen sollte darauf nicht verzichtet werden, wir sollen voranschreiten, und wir kommen in „ das gelobte Land”.

Aus dem Programm „Wochenabschnitt”, 9.12.10

Dort, wo das Herz ist…

Eine Frage, die ich erhielt: Wie sollen wir das Licht darum bitten, uns zu verändern, wenn wir es nicht wahrnehmen?

Meine Antwort: Das stimmt, als erstes muss das Verlangen vorhanden sein, und erst dann kann man sich an das Licht wenden.

Wenn ich mir aufs Papier schreibe: „Ich muss das Licht bitten!” und es hundertmal durchlese, wird nichts geschehen. Es wird zur Gewohnheit, ich werde diese Worte automatisch wiederholen und nicht mehr.

Doch uns ist die Möglichkeit gegeben worden, das Verlangen mit Hilfe der Umgebung zu verändern. Denn wir existieren nicht allein, sondern unter anderen Menschen.

Wenn ich ihnen zuhöre und sie durch das Prisma des Neides, der Leidenschaft und des Ehrgeizes - all jener Eigenschaften, die in meinem Verlangen zu genießen enthalten sind - betrachte, will ich alles Gute, was sie haben, von ihnen bekommen und höher als sie aufsteigen.

Wenn sie danach streben, Diebe zu werden, will ich der wichtigste, der stärkste und der erfolgreichste Dieb werden, denn sie schätzen das.

Wenn meine Umgebung der Erreichung der Eigenschaft des Gebens Wichtigkeit beimisst, werde ich natürlich mehr Erfolg als alle Anderen dabei haben wollen, denn das wird wichtig für mich sein.

Aus diesem Grund kann ich das Verlangen meines Herzens mit Hilfe der Umgebung verändern. Und deshalb steht geschrieben: „Wir werden tun und wir werden hören!”, weil ich in der Lage bin, Handlungen auszuführen, infolge deren ich plötzlich das haben wollen werde, was nicht von Anfang an in mir enthalten ist: an den Anderen geben, dem Wichtigkeit beimessen, auf irgendeine Weise egoistisch ein Verlangen danach entwickeln, mich im Geben befinden zu wollen.

Denn ich befinde mich in einer egoistischen Gesellschaft, und wenn diese Gesellschaft anfängt, mich zu überzeugen, dass es sich zu geben lohnt, beginne ich natürlich ebenso wie alle meine Freunde zu denken, dass es sich wirklich zu geben lohnt.

Doch dabei denke ich, dass es für mich von Vorteil sein wird - ich werde wichtig für sie, groß sein, erlange die höhere Welt, bekomme den Schöpfer in die Finger. Geben - OK, das Wichtigste ist, ich kann daran verdienen. Das nennt sich „lo liShma”.

Wenn ich, von einem solchen Bestreben getrieben, dennoch will, dass das Licht kommt und mich verändert, beginnt es, mich zu verändern, und ich stecke mich plötzlich mit irgendeinem „Virus” an - ich erlange das, was ich vorher nicht hatte, nicht wollte und nicht vorhatte, zu erhalten. Ich beginne plötzlich tatsächlich zu denken, dass das Geben etwas Besonderes, Gutes und Erhabenes ist.

Woher kommt das? Es entsteht wie eine Krankheit, mit der man gar nicht gerechnet hat. Ich beginne, ernsthaft darüber nachzudenken, dass es gut ist, nicht an sich, sondern an die Anderen zu denken, ohne jegliches Nutzen und Belohnung für sich selbst.

Natürlich gibt es hier eine Abfolge von Veränderungen, die ich durchlaufe. Zuerst denke ich, dass ich mich von meinem egoistischen Verlangen zu genießen losreißen sollte - dadurch würde ich mich besser und freier fühlen.

Dann denke ich, ich sollte an die Anderen geben, weil ich dadurch immerhin irgendeinen Vorzug erhalte, denn letztendlich werde ich dem Schöpfer nah sein, und das hat auch seinen Wert…

Und so weiter, bis das Licht schrittweise so auf mich einwirkt, dass ich eine reine Absicht, genannt „liSchma”, erlangt habe - ausschließlich „um des Gebens willen”, ohne jegliche Rückkehr an mich selbst. Und ich spüre es, ich überprüfe, dass das ohne jegliche Rückkehr an mich selbst geschieht.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 26.11.2010

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