Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Leiden'

Meine Gedanken auf Twitter 17/04/2018

Die Gesetze der materiellen Natur besagen: derjenige, der sie nicht befolgt, wird bestraft.
Die Gesetze der spirituellen Natur beziehen sich auf die Angleichung an den Schöpfer. Sie funktionieren durch die Übereinstimmung der Form in der Entwicklung des Menschen. Das gleicht dem System der Rechtsprechung: es gibt eine Leiter und auf jeder Stufe gibt es ein bestimmtes Gesetz.

Anstatt die Stufen des Gebens und der Liebe zum Nächsten aufzusteigen und dadurch das Licht an die Völker der Welt weiterzuleiten, ist das Volk Israel mit den materiellen Verlangen der Völker durchdrungen. Die Völker leiden, weil Isra-El (direkt zum Schöpfer) die Offenbarung des Schöpfers nicht realisieren. Dahinter verbirgt sich der Antisemitismus in der Welt.

Wenn uns das Verlangen den Schöpfer zu offenbaren gegeben wird und wir zu seiner Realisation voranschreiten, erwecken wir unbewusst viele Leiden in der Welt, damit sie uns zur Notwendigkeit der Offenbarung des Schöpfers drängen. Indem wir uns weigern den Schöpfer zu offenbaren, lösen wir alles Leid in der Welt aus. 

Die Verlangen des Menschen entwickeln sich bis zu dem höchstentwickelten Verlangen überhaupt:“ direkt zum Schöpfer“ (Isra-El). Man spürt solange eine Unzufriedenheit im Leben bis man es erreicht. Dieses Verlangen offenbart sich zu unserer Zeit im Menschen in Form von offenen und verborgenen Depressionen. Gegen diese Depressionen gibt es keine Heilmitteln.

Dat (Religion) ist die Methode der Offenbarung des Schöpfers. Sie geschieht in der mittleren Linie der Seele: Sefirot Dat-Tiferet-Jessod, in Übereinstimmung mit der Korrektur des Verlangens zu empfangen zur Absicht zu geben. Das versteht die Kabbala unter Religion!

Die Fachbegriffe der Wissenschaft der Kabbala, der Wissenschaft der höheren Welt, stimmen mit unserer Welt nicht überein. Die Völker der Welt sind die egoistischen Verlangen jedes Menschen. Israel = Isra-El bedeutet: direkt zum Schöpfer und das ist das Streben eines Menschen zu der Übereinstimmung mit der Kraft des Gebens. Jude oder ewrej (ewer) ist das Verlangen zum korrigierten Zustand zu kommen. Das bezieht sich auf jeden Menschen auf der Welt.

 

Kabbala Akademie auf Twitter

Die Welt verbessert sich

Forscher des Projektes „Unsere Welt in Fakten“ (Our World in Data), haben mit Zahlen verifiziert, dass es in unserer Welt bedeutende Fortschritte über den Zeitraum der letzten zweihundert Jahre gegeben hat. Zum Beispiel lebten Anfang des 19. Jahrhunderts 94% der Weltbevölkerung in Armut, während diese Zahl heutzutage auf 9,6% abgesunken ist. (OurWorldinData.org)
Damals konnte einer von zehn Menschen über 15 Jahren lesen, während heute 85% der Menschen belesen sind. Vor zweihundert Jahren erreichten 43% der neugeborenen Kinder ihr fünftes Lebensjahr, heute ist die Kindersterblichkeit der Welt auf 4% gesunken.
In der Tat haben wir gelernt gut auf unsere Körper aufzupassen, und wir haben großen Erfolg dabei. Aber was mit dem Körper passiert ist nicht gerade gleichzusetzen mit dem, was mit dem Menschen passiert.
Früher kämpften die Menschen für ihr tägliches Überleben, und stellten selten Fragen über den Sinn ihres Lebens. Heute, wo die Grundbedürfnisse in den entwickelen Ländern praktisch für alle Menschen gewährleistet sind, entsteht die Frage: „Was ist der Sinn meines Lebens?“
Es gibt keine Antwort.
Mit der Zeit werden einige Menschen von dieser Frage richtig geplagt. Egal wie sehr wir versuchen dieser Frage zu entkommen oder sie zu unterdrücken, die Leere bleibt bestehen. Dahinter steckt nicht nur eine einfache Unklarheit, sondern ein Problem für die gesamte Menschheit: das Fehlen der Bedeutung ihrer wirklichen Grundlage.
Daher, obwohl das Leben leichter wird, wird es gleichzeitig auch schwerer. Im Unterbewusstsein tragen wir diese Last der unausgesprochenen Wahrheit in uns, den Makel im Fundament unseres Bewusstseins.
Wir können sicherlich mit unseren Statistiken und Zahlen protzen, doch in der Realität werden wir einsamer, sogar in unseren Familien, und wir kommunizieren immer weniger miteinander. Es gibt ein Vakuum um jeden Menschen. Anstatt im gemeinsamen Glück und Aufblühen zu sein, wandern wir zwischen unseren Schatten im Dunkeln. So wie wir materiell wachsen, werden wir spirituell ärmer.
Darum haben die Menschen aufgehört an eine bessere Zukunft zu glauben, trotz des wachsenden Standards unseres Lebens. Es ist kein Wunder, dass die Prozentzahl der Optimisten an einigen Orten unter zehn Prozent gefallen ist.
Unglücklicherweise realisiert nicht jeder, dass der Grund dafür der mangelnde Lebenssinn ist. Jedoch wird diese Frage ab einem bestimmten Punkt vorrangig für alle werden: „Wofür das alles? Wofür gibt es mich?“ Dann werden die Menschen hören, was die Wissenschaft der Kabbala, welche die höheren Systeme unserer Lenkung studiert, uns sagt. Es gibt keine anderen Antworten, alles andere ist nur ein Herumschieben und Hinauszögern.
Also führt uns die Frage der Sinnlosigkeit des Lebens und das Fehlen eines Ziels zur wahren Enthüllung und zum Aufstieg. Wenn wir in die Sicht der höheren Systeme eindringen und anfangen, auf bewusste Weise damit zu interagieren, wird unser Leben wahrlich produktiv werden. Wir werden aktiv an unserer eigenen Entwicklung teilhaben, und von einer unglücklichen, einsamen und kleinen Person zu großen, ewigen und perfekten Geschöpfen heranwachsen.

 

Aus KabTVs “News mit Michael Laitman” 1/30/18

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Ohne die Vergangenheit zu kennen, wirst du die Zukunft nicht begreifen

Und nach ihm kommt ein Mensch und „der Geist des Menschen steigt auf“, das heißt in die Vergangenheit. Er blickt in die Vergangenheit, als ob er in einen Spiegel schaut und die Notwendigkeit sieht, seine Mängel zu korrigieren.
So korrigiert auch der Geist, der die Vergangenheit anschaut, seine Wege von diesem Moment an und weiterhin. (Baal HaSulam, „Die Letzte Generation. Vorwort“)

„Der menschliche Geist erhebt sich, d.h. in die Vergangenheit“ – zu der Kraft, die ihn geschaffen hat.
Zuallererst will ein Mensch wissen „wo komme ich her“ und dann „wo bin ich“. Aber „wo bin ich“ kann er nicht sagen: wenn er seinen Beginn nicht erkennt, wird er auch das Ende nicht sehen.
Deshalb wendet er sich der Vergangenheit zu und möchte zu den Quellen kommen, zu dem Licht, das ihn geschaffen hat. Immerhin ist die Frage „Wer bin ich?“ – die Frage nach der Quelle des Menschen: „Wer hat mich erschaffen, wer führt mich, wer bestimmt?“ Und wenn er seine Quelle erkennt und studiert, dann begreift er seine Zukunft.
„Er blickt in die Vergangenheit, als ob er in einen Spiegel schaut und die Notwendigkeit sieht, seine Mängel zu korrigieren“, die von seiner Quelle extra dafür in ihm erschaffen wurden, damit er Ihn erkennt und versteht – von der Dunkelheit zum Licht, und somit die Zukunft erreicht. Und die Zukunft steht in Verbindung mit derselben Quelle.

 

Aus dem TV-Programm „Die Letzte Generation“, 11.09. 2017

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Meine Gedanken auf Twitter 21/03/2018

Spirituelles Wachstum geschieht durch die Vereinigung der Egos, der zerbrochenen Teile der Seele von Adam. Es gibt also nur ein Gebot „Liebe andere“ – um alle Teile zusammen zu sammeln. Ihr stufenweiser Aufbau bildet tatsächlich unseren spirituellen Weg bis zur endgültigen Korrektur, der Einheit.

Betrachtest du dich als Sünder, der des Schöpfers unwürdig ist? Wisse, du bist immer halb Sünder, halb Gerechter und kannst dich immer mit einer einzigen Handlung rechtfertigen! Aber dein Ego wird immer wachsen, so dass in dir gut = böse ist und du hast einen freien Willen, um dich zu bemühen, Gutes zu tun.

Unter 4 Söhnen ist derjenige besonders, der nicht weiß wie man bittet. Es gibt also kein Verlangen nach dem Licht des Schöpfers, nicht einmal die Bitte um ein Verlangen wie „ein Nadelöhr“. Das Verlangen wird nach dem Leiden für seine Erfüllung gemessen! Ein größeres Verlangen wird mit dem Licht selbst kommen.

Der Einzug und die Arbeit in Ägypten streben nach Einheit, obwohl wir Egoisten sind und versuchen, uns egoistisch zu verbinden. Aber durch Anstrengungen (Studium, Einheit, Selbstanullierung) ziehen wir das Licht an, das reformiert und wir erhalten von ihm die Kraft, das Ego, den „Pharao“ zu überwinden.

Es ist von größter Wichtigkeit, zu der Verbindung zurückzukehren, die vor dem Zerbruch in dem System Adam existierte. Aber wenn wir diese Verbindung mit unseren Egos erreichen, dann wird sie 620 mal größer sein. So werden wir nicht das kleine Licht von Adam, sondern das gesamte Licht von NARANHAY, dem Schöpfer, enthüllen.

Das Joch des Exils ist die Unfähigkeit, die richtige Absicht zu erreichen. Wir versuchen es, aber jedes Mal offenbaren wir, dass wir selbstsüchtig sind. Schließlich will der Schöpfer uns zur Erkenntnis des Bösen führen, dahin dass wir alleine, ohne eine Bitte und ohne Seine Hilfe nicht erfolgreich sein werden.

Der Hauptunterschied der Kabbala in der Definition der Arbeit des Schöpfers (Awodat HaShem) ist ihr Ziel, die Menschen zu vereinigen, den Nächsten zu lieben, sie zum Modell von Adam, dem System der gemeinsamen Seele zu bringen, und dann von der Liebe zum Nächsten zur Liebe zum Schöpfer“.

Der Pharao ist zwischen uns. Wir müssen ihn in die Offenbarung des Schöpfers umwandeln. Pharao und Schöpfer werden nicht in uns offenbart, sondern nur in der Verbindung zwischen uns! Der Pharao löst sich ab, und der Schöpfer ist das Netzwerk der Liebe, das uns verbindet.

Die Tora muss die Räume zwischen uns wie Wasser ausfüllen.

Schlucke Maror nicht ohne zu kauen, d.h. wir müssen an der Einheit arbeiten, auch wenn wir sie durch uns selbst nicht erreichen können.

Wenn die Gruppe zustimmt, sich zu vereinigen, dann „kam sie nach Ägypten“, das heißt, sie haben wie Josephs Brüder erkannt, dass es keinen anderen Weg zum Schöpfer gibt!

Um die Wahrheit zu sehen: es wird einem gezeigt, dass man ein Egoist ist, der vom Schöpfer entfernt ist und der den langen Weg verlassen möchte; nicht bereit, die Sklaverei zu verlassen.

Jeder muss Kabbala studieren oder wieder in diese Welt kommen. Ohne sie wird man nicht das Ziel des Lebens erreichen, den Schöpfer. Die Kabbala lehrt, wie man das Höhere Licht empfängt, den Schöpfer offenbart, und man lernt alle Methoden des Einflusses des Schöpfers auf uns. Kabbala ist die Summe dieses Wissens.

Es ist wichtig, dass das Streben nach Spiritualität qualitativ ist. Es wird nur durch Streben nach Einheit in der Gruppe geboren. Schon ein bisschen davon beeinflusst das reformierende Licht OM durch seine Eigenschaften, während ein Einzelgänger vergeblich sein ganzes Leben vergeuden wird.

Dr. Michael Laitman auf Twitter

Meine Gedanken auf Twitter 09/03/2018 Teil 1

Das individuelle Verlangen, den Schöpfer zu erlangen, ist nicht die Seele. Es ist nur ein kleiner Teil der gemeinsamen Seele, der das Geistige nicht fühlen kann, sondern nur das Verlangen, den Schöpfer zu fühlen. Danach besteht die Realisierung, den Schöpfer zu erreichen, in der Erlangung der Einheit, indem sich die Teile der Seele vereinigen.

Wenn man sich als Ziel nur auf einen Grundsatz ausrichtet, dass alles, was in deiner Welt vorkommt, von einer einzigen höheren Kraft ausgeht und „Es gibt niemanden außer Ihm“, dann ist jeder Schmerz ein Signal, dass man sich auf den Schöpfer, die Einheit, genauer gesagt, auf die Güte ausrichten muss.

In die obere Welt einzutreten heißt, sich nicht in dem natürlichen Verlangen des Egos zu fühlen, d.h. zu empfangen, sondern in einer neuen Eigenschaft, dem Verlangen zu geben. Der Übergang vom Empfangen von Informationen, Gedanken und Gefühlen für sich selbst zum altruistischen Verlangen geschieht unter dem Einfluss des oberen Lichts.

Warum schafft der Schöpfer Situationen, die mich beim Studium der Kabbala beschämen? Er erschafft sie und macht sie dann sichtbar. – Um dir zu zeigen, wo dein Ego noch präsent ist. Scham ist ein Indikator für das Ego. Entscheide dich für die Scham des Widerwillens gegen die Korrektur dessen, was Er dir aufzeigt.

Was kann Israel gegen seinen „Brain Drain“ (Abwanderung von hochqualifizierten Arbeitskräften) tun? Ich verstehe, was im Herzen von Wissenschaftlern, Akademikern und anderen großen Köpfen vorgeht, die die Entscheidung treffen, Israel zu verlassen.

Wie kann ich mein Ego annullieren, wenn ich nur das Ego in mir habe? Deshalb sind wir in einer Gruppe organisiert, in einer Verbindung mit Freunden, damit mein Ego ihnen dient und ihre Egos mir helfen. Gegenseitige Inklusion schafft ein anti-egoistisches Feld!

Wie kann ein tierischer Körper in die geistige Arbeit eingreifen? Ein tierischer Körper kann stören, wenn er außer Kontrolle gerät. Aber wenn es eine Person im Griff hat, egoistische Wünsche zur Korrektur zu benutzen, so dass geistige Motive ihn antreiben, dann entwickelt er sich!

Was riet die Kabbala den Juden, was sie während des Holocaust´ tun sollten? – Alle Kabbalisten der 20-30er Jahre des 20. Jahrhunderts forderten die Juden auf, Europa zu verlassen. Aber niemand hat auf uns gehört, genauso wie heute! Niemand möchte erkennen, dass unsere Uneinigkeit den Antisemitismus erschafft.

Wenn ich mich auf alles so beziehe wie ich mich zu mir selbst beziehe, dann gibt es keinen Unterschied zwischen mir und dem, was außerhalb von mir ist, dann fühle ich die Welt als Ganzes, ich spüre das Licht, das sie erfüllt, die vereinheitlichende Kraft des Schöpfers; ich enthülle die Wahrheit, deretwegen ich in dieser Welt existiere.

Wir studieren nicht das Licht selbst, sondern uns vor dem Hintergrund dieses Lichtes; wir spüren, dass wir dem Licht entgegengesetzt sind und wir erhalten den Wunsch, um die Ähnlichkeit mit ihm zu bitten. Leuchtend offenbart das Licht in uns ein egoistisches Verlangen und dass dies eine böse Neigung ist, die das Böse in sich trägt.

Das Verlangen zu empfangen und das Verlangen zu geben – nur die beiden, ihre Kombinationen, formen die spirituelle Welt und alles, was sie erfüllt. Wir müssen die Qualitäten des Gebens erwerben, um die spirituelle Welt und ihre Kräfte zu sehen. Unsere Welt existiert nur in unserer Vorstellung.

 

Dr. Michael Laitman auf Twitter (englisch)

Meine Gedanken auf Twitter 05/03/2018

Auf dem Weg, sich selbst und die Welten kennen zu lernen, offenbart man, dass ihn der Schöpfer mit einer guten und einer bösen Kraft, die anzieht und zurückweist, kontrolliert. In dem Maße, wie er das Böse rechtfertigen kann, zeigt ihm der Schöpfer, dass dieses Böse von Ihm kommt, dass es außer Ihm niemanden gibt!

Psalm 92. Ein Lied für Shabbat.  Es ist gut, dem HERRN zu danken, am Morgen zu verkünden Seine Gnade, und bei Nacht Seine Treue. Deine Feinde werden umkommen. Der Gerechte wird sprossen wie die Palme, wie eine Zeder aus dem Libanon wird er emporwachsen. Gepflanzt in Seinen Höfen, werden sie aufblühen, um zu verkünden, dass der HERR gerecht ist und kein Unrecht ist in Ihm.

Um meine Liebe und mein Geben zu offenbaren, muss ich in vollkommener Verhüllung des Schöpfers sein. Nur dann wird meine Haltung Ihm gegenüber selbstlos sein, so wie Seine Einstellung mir gegenüber. Und wir können gleich und auf diese Weise vereint sein. Über dem Ego, in vollständiger Korrektur (Erlösung).

Es gibt verborgene Perioden in der spirituellen Entwicklung, wenn der Mensch das Gefühl hat, dass er nicht voranschreitet. Spirituelle Handlungen sind schließlich Geben und Lieben. Und während ein Egoist diese Eigenschaften nicht besitzt, spürt er keine spirituellen Handlungen. Selbst wenn er sich darauf vorbereitet, den Glauben über dem Verstand zu entwickeln.

Spirituelle Arbeit im Morgenunterricht
Der Schöpfer „machte Licht und Dunkelheit.“ Ich erwachse aus der Dunkelheit, der Unvollkommenheit. Und ich muss die Enthüllung der Unvollkommenheit in mir als Vollkommenheit betrachten.
Der Schöpfer ist eins. Deshalb, bitte ich für andere, wenn ich Ihn anspreche, wende ich mich mit Sicherheit an den Schöpfer und nicht an einen Götzen.

Spirituelle Arbeit im Morgenunterricht
Wenn ich mich nicht darum sorge, dass ich den Schöpfer erlange, sondern nur zusammen mit den Freunden, dann schreite ich voran zu Ihm. Wenn ich an mich selbst denke, distanziere ich mich von Ihm. Während mich das Ego dazu drängt, für mich selbst zu bitten, muss man widerstehen und sich an die Freunde wenden, um den Schöpfer zu erlangen und nicht das Gegenteil.

Ausblicke aus der Morgenlektion
Die letzte Generation ist eine Generation, die anfängt, den Menschen selbst, seine Natur zu korrigieren und ihn zur Vollendung zu bringen, zur vollkommenen Ähnlichkeit mit dem Schöpfer.
Es ist richtiger zu sagen, dass die „Letzte Generation“ die letzte egoistische Generation ist.

 

Dr. Michael Laitman auf Twitter (englisch)

In Verbindung mit dem Schöpfer

Frage: Was ist die Angst vor Veränderungen im Leben?

Meine Antwort: Die Angst vor Veränderungen im Leben ist ein kleines egoistisches „Tierchen“, das existiert und fürchtet, aus seinem Nerz herauszukommen. Alles ist gut für es, zumindest ist ihm alles vertraut. Es ist von schlechten Nachrichten schon ermüdet. Das ist die Angst vor Veränderungen.

Und bei einem Kabbalisten ist es umgekehrt, wenn ich meine Augen zumache und sage, dass alles vom Schöpfer kommt, habe ich keine Angst vor Veränderungen, egal,  wie sie sein werden. Ich verbinde mich mit dem Schöpfer, von dem alles kommt, und alle negativen Veränderungen sind nützlich für mich. Indem ich mich über sie erhebe, verbinde ich mich noch fester mit Ihm. Dabei mag und wertschätze ich jene Veränderungen, die sich in mir vollziehen.

Frage: Heißt das, dass ich sie sogar will?

Meine Antwort: Natürlich. Und wie kann ich mich als ein Egoist mit dem Schöpfer ohne negative Einflüsse verbinden? Ich werde mich Ihm niemals nähern, wenn ich nicht vor etwas Negativem weglaufen muss.

Frage: Das heißt, ein Kabbalist nimmt alle Veränderungen, Störungen und Probleme als eine Herausforderung des Schöpfers wahr?

Meine  Antwort: Nein. Da ich weiß, dass dies von Ihm kommt, habe ich keine Angst vor irgendetwas, es sei denn, dass ich schlechte Taten begehe. Man muss nur verstehen, wie und warum man uns erlaubt, so zu handeln.

Da alles im Voraus vom Schöpfer stammt, wo liegt das Problem, solange du nur ständig mit Ihm verbunden bist? Darin liegt unsere Rettung, unser Wohlergehen, unser gutes Leben.

Wenn du mit Ihm in Verbindung bist, wirst du dich die ganze Zeit in einer anderen Welt,  in einem anderen Zustand, in Verbindung mit der höchsten Kraft empfinden. Und deswegen wirst du alles, was vor deinen Augen, Ohren, Empfindungen in dieser Welt geschehen wird, als etwas Nebensächliches fühlen, als jenes Bild, über dem du mit Ihm die ganze Zeit verbunden sein musst.

Du erlebst die größten Empfindungen in der Verbindung mit Ihm. Und das Bild unserer Welt wird allmählich neblig, unwirklich, bis es vollkommen verschwindet, und es bleibt nur die Verbindung des Menschen mit dem Schöpfer. Das ist schon der ewige Zustand.

 

Aus dem russischen Unterricht, 13.08.2017

[#217797]

Scham ist das stärkste Gefühl

Frage: Scham ist das stärkste und meistgehasste Gefühl für einen Menschen. Es gibt Menschen, die zu einem Selbstmord bereit sind, nur, um diesem Gefühl zu entgehen. Was ist die Wurzel dieses schmerzvollen Phänomens?

Antwort: Die Gegensätzlichkeit zum Schöpfer.

Die erste Scham und die erste Einschränkung rührten von der Tatsache, dass sich das Verlangen zu genießen wie das Empfangen anfühlt, was das Gegenteil vom Geben ist, also das Gegenteil vom Schöpfer. So erscheint die Scham als ein Gefühl von Gegensätzlichkeit. Wir sehen also, dass Scham das stärkste Gefühl ist, das jedes andere Verlangen kontrollieren kann.

Frage: Es ist unklar, wie dies mit dem Schöpfer zusammenhängt. Ein Mensch kann beschämt werden, weil er Seinen Namen oder Seine Güte verunglimpft hat.

Antwort: Scham erniedrigt und löscht ihn vollkommen aus und annulliert sein „Ich“.

Der Schöpfer ist einzigartig, ewig und vollkommen. Ein Mensch, der Scham fühlt, fühlt sich unvollkommen, sterblich und nicht existierend. Scham löscht nicht nur alles in ihm aus, sondern führt in auch zu einer vollkommenen Erniedrigung anderen Menschen gegenüber. Es ist die Niederlage unseres Egos, die schlimmer ist als der Tod.

Du musst einen Menschen noch nicht einmal töten. Es reicht, ihn in einen Käfig zu sperren und ihm das Gefühl zu vermitteln, in den Augen der Anderen erniedrigt zu sein und unfähig, sich selbst zu rechtfertigen. Das ist das Schlimmste. Er würde den Tod vorziehen, nur um dieses Gefühl loszuwerden. Das ist echtes Leiden, das für uns vorbereitet ist, damit wir aus unserem Egoismus herauskommen und alles erreichen.

Frage: Kennen Sie solche Menschen, denen es peinlich ist, nicht ewig und nicht wie der Schöpfer zu sein?

Antwort: Tatsache ist, dass sich ein Mensch immer selbst rechtfertigt. Jeder Mörder, jeder Dieb rechtfertigt sich im Voraus. Und wenn jemand sich nicht rechtfertigen könnte, würde er eine gewaltige Scham empfinden.

Frage: Ist es notwendig, eine Gesellschaft aufzubauen, in der im Menschen ein Gefühl von Scham entsteht, so dass nichts Ungehöriges getan wird?

Antwort: Ein Mensch braucht die Scham vor dem Schöpfer. Diese zu erlangen ist ein weiter Weg der Korrektur. Wenn du fühlst, dass du nicht wie Er bist, wird dich das vollkommen korrigieren.

Frage: Er hat mich doch so gemacht. Wofür sollte ich mich schämen?

Antwort: Das ist eine gute Entschuldigung, aber sie funktioniert nicht. Nur das Gefühl, das in dir aufsteigt, funktioniert. Du kannst nichts machen.

Wir schämen uns vor dem Schöpfer, weil wir Ihn nicht fühlen. Er versteckt sich, nur um uns zu helfen. Wenn wir den Gegensatz zu Ihm fühlen würden, könnten wir einfach nicht existieren.

Frage: Hilft uns die Scham vor den Freunden, uns der Scham vor dem Schöpfer anzunähern?

Antwort: Ja, wenn wir uns in dieser Form auf die Freunde ausrichten, so dass wir für sie ein Beispiel werden, dann wird jeder entgegengesetzte Zustand als Leiden empfunden und uns helfen.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 13.8.2017

[217556]

„Denn Feuer lodert auf meinem Antlitz“

„Denn Feuer lodert auf  meinem Antlitz und brennt zutiefst bis ins Scheol (Totenreich), verzehrt die Erde samt der Frucht und setzt der Berge Grund in Flammen.“ (Tora, „Debarim-Rückschau“, 32:22)

Alles, was der Mensch aus selbstsüchtigen Idealen tut, wird auf vier Arten verenden und zugrunde gehen. Das Buch Sohar beschreibt dies auf sehr unangenehme Weise.

Es heißt, dass das Feuer die Frucht der Erde verzehrt, d.h. am Ende wird nichts übrig bleiben. Jetzt denken wir, dass das goldene Zeitalter vor uns liegt: Roboter werden für uns arbeiten und wir werden den ganzen Tag am Strand liegen oder spazieren gehen und Spaß haben. Nein, das wird nicht passieren.

Im Gegenteil, die Menschen werden in tiefe Depressionen fallen, Tabletten und Drogen konsumieren! 

Sie werden die ganze Welt und sich selbst hassen, sie werden sterben wollen und es nicht können! Das Leben wird schlimmer als der Tod sein. Das ist wirklich die echte „Hölle“.

Ein Mensch, der unter Depressionen leidet, wird froh sein zu sterben. Und was soll er machen, wenn er nicht in der Lage ist, sein Leben zu beenden? Das Leben ist totales Elend.

Frage: Was bedeutet: „Und setzt der Berge Grund in Flammen.“?

Meine Antwort: „Berg“ kommt vom Wort „Irurim“(„Zweifel“) und bedeutet alle möglichen inneren Störungen. Wir sehen, dass all das vom Schöpfer kommt und wir nicht davon laufen können. Es geschieht, weil wir Seine Lenkung missachten und uns nicht über den Egoismus erheben wollen, um zur Liebe und zum Geben zu kommen. Deshalb werden wir fühlen, dass Er uns entgegengesetzt ist. Wir werden nicht leben, aber auch nicht sterben können und wir werden in jeder Sekunde Leid empfinden!

Solche Zustände werden letztendlich die Menschheit zur Korrektur führen, aber das ist ein sehr langer und schrecklicher Weg, der  „Der Weg des Leidens“ genannt wird.

 

Aus dem TV-Programm „Die Geheimnisse des Ewigen Buches“, 01.02.2017

[#215556]

Aus der Welt der Illusion in die wahre Welt

Frage: Wie geschah der Übergang aus der unsichtbaren spirituellen Welt in die materielle Welt?

Meine Antwort: Es gibt keine Materie und keine Materialisation. Alles, was uns umgibt, existiert in unserer Einbildung, nur in uns, in unseren Empfindungen.

Das ist absolut subjektiv, weil wir nur in bestimmten Koordinaten existieren und alles nur in Bezug auf uns empfinden.

Frage: Wieso ist unsere illusorische Welt, unsere Einbildung so grausam und die Leiden der Millionen so unerträglich?

Meine Antwort:  Damit man uns da raus und nach oben hinauf wirft, in die bessere Welt. Bis wir das selber wollen, werden wir hier bleiben und leiden.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 3/19/17

[# 211891]