Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Kongress'

Die letzte Chance

Frage: Welche Hilfsmittel können wir bei der Vorbereitung auf den Arava-Kongress verwenden?

Meine Antwort: Versuche, dir vorzustellen, dass es deine letzte Chance ist.

Die Rede ist nicht vom materiellen Leben, auf welches viele bereit sind zu verzichten. Die Hälfte der Weltbevölkerung würde den Knopf des schmerzfreien Ausschaltens drücken, wenn es die Möglichkeit gäbe. Die Menschen haben nicht so sehr Angst vor dem Tod, sondern vor dem, was ihn begleitet.

Also müssen wir uns zum Nachdenken über die Bedingungen, die uns heute zur Verfügung stehen, verpflichten. Nach unseren Kongressen, nach den Vorbereitungen und der Verbindung gibt es einfach kein Zurück mehr. Die ganze Welt macht sich Sorgen um ihre Zukunft und weiß nicht, womit sie rechnen soll. Sie steht hilflos den Krisenprozessen gegenüber. Und wenn wir keine Kraft des Zusammenhalts finden, werden wir nichts mit uns selbst und mit der Welt tun können. Falls wir versagen, werden wir nicht dem materiellen, sondern dem spirituellen Leben ein Ende setzen.

Auch Frauen müssen das verstehen - sie sollen sich um uns sorgen und Druck auf uns ausüben. Männer müssen das ebenfalls verstehen. Wir müssen uns über alles erheben, was uns trennt, über Streitereien und Missverständnisse, über Reibereien und Konflikte. Mehr noch: soll es sie doch geben - das wird uns eine noch größere Möglichkeit geben, uns über sie zu erheben. Denn der Mensch wächst nur mit dem Wachstum des Egoismus, aus dem Gegensatz zu ihm. Soll er sich also immer höher auftürmen - wir brauchen nur Ausdauer, und wir werden jedes Mal Erfolge erzielen können.

Ich bin optimistisch gestimmt. Wir haben Kräfte in Israel und auf der ganzen Welt. Selbst wenn einige Gruppen schwierige Zustände durchlaufen, wird sich alles zum Besten fügen, so ist der Weg. Die Kinderkrankheiten lassen sich nicht umgehen - mehr noch: sie stärken unser Immunsystem für das ganze Leben.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 03.03.2012

Verlangen, das die Wüste erblühen lässt

Frage: Ende Februar fahren wir erneut in die Arava-Wüste. Wie können wir dabei das, was wir beim ersten Mal erreicht haben, nicht verwischen lassen?

Meine Antwort: Dieser Durchgang unterscheidet sich vom letzten. Ihr werdet sehen, dass sich beim ersten Mal alles plötzlich ereignet hat, mit einer kindlichen, unbefangenen Naivität. Damals haben wir einen Erfolg erzielt, doch diesmal ist der Erfolg nur nach vielen Problemen, großen Überlegungen und Zweifeln möglich.

Denn das Verlangen wird mit jedem Mal größer und schlauer, leistet einen immer größeren Widerstand. Wie hoch du auch aufsteigen magst, dein böser Trieb erhebt sich über dich. Aus diesem Grund können wir das, was war, nicht wiederholen.

Das Wichtigste ist, uns damit zu beschäftigen, uns vorzubereiten, zu begreifen, dass wir uns verbinden müssen, dass es keinen anderen Ausweg gibt, dass es sich anderenfalls noch nicht einmal lohnt, damit anzufangen. Es macht keinen Sinn, in die Wüste zu fahren, wenn wir kein wahres Verlangen mitnehmen. Und ein wahres Verlangen entsteht in einem zerbrochenen Herzen.

In der Wüste gewinnt und rettet sich derjenige, der sich wirklich an dem Weg festhält. Einerseits fühlt er sich innerlich leer, andererseits hat er das Fadenende. Und dieses Fadenende ist die Verbindung mit Freunden. Denn letztendlich verlassen wir nicht die Wüste - sie verwandelt sich von allein in das Land Israel, fließt wie Milch und Honig. Die gesamte spirituelle Fülle erhalten wir „an Ort und Stelle”, wenn wir uns verbinden. Dann verwandelt sich die Wüste, die zwischen uns liegt, in das gelobte Land, in die Absicht, die zum Schöpfer gerichtet ist. Und dort werden wir Ihn enthüllen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 03.02.2012

„Ich suche meine Brüder“

„Das Gebet eines Armen” ist genau das, was wir brauchen, wenn wir eine solche Handlung wie den Kongress in der Wüste vollbringen, und zwar das richtige Verlangen, den Mangel, finden wollen. Denn außer dem Verlangen brauchen wir nichts - wir existieren im Licht der Unendlichkeit, innerhalb des Verlangens des Schöpfers zu geben. Uns fehl nur das Gefäß, um dieses Geben empfangen zu können.

Genau das brauchen wir. Wie können wir genau wissen, was uns der Schöpfer geben will? Worum sollen wir bitten? In der Tora steht über den Beginn des Weges geschrieben: „Da fand ihn ein Mann, dass er irreging auf dem Felde; der fragte ihn und sprach: Wen suchst du? Josef antwortete: Ich suche meine Brüder” - die Einheit mit den anderen.

Wie können wir die Einheit erreichen, wenn alle von Hass erfüllt sind und nicht wissen, wo sie sich befinden, wenn sie nicht begreifen, dass sie über ihr tierisches Dasein wachen - auf das Feld gehen, um zu jagen oder zu hüten; während derjenige, der dem Schöpfer ähnlich werden möchte, einen Menschen sucht - sich danach sehnt, denselben Teil von Adam (dem Schöpfer ähnlich) in dem anderen zu erkennen.

Damit beginnt man später, das Exil, den Pharao und die dringende Notwendigkeit zu enthüllen, seiner Gewalt zu entkommen. Alles wird in der Verbindung zwischen den Menschen enthüllt.

Deshalb, wenn wir auf das „vom Schöpfer gesegnete Feld” gehen wollen, und zwar genau für diese Arbeit - zu spüren, dass wir uns in der Wüste befinden und die Einheit erreichen müssen -, werden wir möglicherweise in dieser Verbindung enthüllen, dass wir von Hass erfüllt sind, dass der Pharao, die Schlange, sich unter uns befindet. Doch das wird uns dazu bewegen, den Schöpfer um Hilfe zu bitten. Wollen wir hoffen, dass es geschieht.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 02.02.2012

Spirituelles Gefäß ist keine Hosentasche

Frage: Wie soll das Ergebnis des Arava-Kongresses sein?

Meine Antwort: Das Wort „Ergebnis” an sich scheint darauf hinzudeuten, dass wir uns einen Profit davon erhoffen, dass wir etwas in die Finger bekommen wollen.

In Wirklichkeit muss ich mich über mich selbst erheben, mich verlieren und stattdessen uns wahrnehmen. Das ist alles, was wir brauchen - wir müssen das erste spirituelle Gefäß erlangen. Dieses Gefäß ist im Grunde das Verlangen, der Mangel und keine egoistische Beute. Uns wird eben das Verlangen enthüllt, zusammen mit den anderen zu sein, uns mit den anderen zu verbinden. Wenn es ständig in mir herrscht, dann bedeutet es, dass ich das Gefäß erlangt habe.

Ihr aber rechnet mit einer angenehmen Empfindung von unserer Verbindung, sprich mit einer egoistischen Erfüllung. Fangt an, nachzudenken und den Unterschied zu erkennen. Hier verbergen sich viele Details, und es ist gut, wenn ihr sie beim Analysieren und bei der Klärung der Wahrheit durcheinander bringt.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 30.01.2012

Bist du bereit zur Attacke?

Wir möchten uns auf den Kongress in der Arava-Wüste vorbereiten - wenn er stattfindet. Denn wir können die Kongresstermine nicht nach einem Kalender, sondern nur nach der Bereitschaft richten.

Aus diesem Grund müssen wir uns jeden Tag dieses Monats vor dem Kongress bewusst werden: sind wir wirklich bereit zur Attacke?

Sagen wir mal, es gibt einen Schneider. Er bekommt Aufträge und näht für die Menschen mal Hosen, mal Hemden, mal Kopfbedeckungen. So lebt er, und es reicht für ihn zum Leben. Lohnt es sich für ihn, Werbung für sich zu machen, oder nicht? Wenn er ein guter Schneider ist und etwas bieten kann, dann lohnt sich die Werbung für ihn. Wenn er aber keine richtigen Werbesprüche vorbereitet hat, wenn er nicht genau weiß, wie er sich präsentieren kann und nicht an den Erfolg glaubt, ist es besser für ihn, zu schweigen und dort zu bleiben, wo er ist. Denn wenn er Werbung für sich macht und es bekannt wird, dass er nicht arbeiten kann, wird er sich noch nicht einmal wie früher Brot verdienen können.

Darum sollten wir gründlich darüber nachdenken, bevor wir den Sprung zum spirituellen Wachstum wagen: haben wir ein Mittel zum Aufstieg in der Hand oder nicht, haben wir das Verlangen, den Mangel, die Bereitschaft, haben wir etwas, womit wir in die Attacke gehen können?

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 30.01.2012

Mit wem soll ich in die Attacke gehen?

Frage: Was kann ich auf dem Kongress in der Arava erreichen?

Meine Antwort: Du erreichst das, was du willst, worauf du dich vorbereitest. Vielleicht wirst du dich darauf vorbereiten, die Arbeit der Feldküche zu würdigen?

In unserer Einheit wollen wir zum wahren Verlangen kommen - und mit der entsprechenden Bestrebung müssen wir zum Kongress fahren. Das muss uns bis ins Innerste klar sein.

Frage: Sollten wir uns eine Bedingung stellen, die wir vor dem Kongress erfüllen müssen? Würde uns das helfen, das richtige Verlangen zu klären?

Meine Antwort: Natürlich. Können wir etwa ohne Vorbedingungen auskommen? Heute können wir ohne Vorbereitungen nicht handeln. Wer sich nicht vorbereitet, sollte nicht hinfahren. Denn dadurch stellt er sich selbst und den Freunden ein Bein - und wird spirituell bestraft, wie ein Narr, der ein Loch ins gemeinsame Boot bohrt. Jeder soll sich über die Geschehnisse im Klaren sein, jeder hat Zeit, sich selbst entsprechend den Bedingungen, die ihr stellt, zu korrigieren.

Diese Bedingungen sollen jedem, den ihr für geeignet zur Attacke haltet, vorgelegt werden. Denkt also darüber nach, wen ihr mitnehmen solltet und wen nicht. Macht eine Namensliste. Als Kriterium sollte hier nicht das Wissensvolumen oder die Studienjahre, sondern die Intensität des Verlangens dienen: wie sehr der Mensch helfen will und kann.

Auf einem Schiff muss jeder seine Verpflichtungen erfüllen: vom Kapitän bis zum letzten Schiffsjungen. Die Frage ist nur, wie sehr alle auf das Ziel gerichtet sind.

Frage: Was ist das für eine spirituelle Bestrafung?

Meine Antwort: Wenn ich die Freunde durch meine unkorrekte Teilnahme im Stich lasse, werde ich natürlich dafür bestraft. Der Schaden, den ich zufüge, wird als Bumerang zu mir zurückkehren.

Genauso werde ich die Belohnung durch meine Freunde bekommen können, wenn ich zusammen mit ihnen voranschreite und Kraft, Ausrichtung, Versorgung, Hilfe von ihnen beziehe und lediglich eine Kleinigkeit von mir selbst hinzufüge. Genauso kann ich in unserer Welt meinen Lohn gegen Tausende von Waren und Dienstleistungen tauschen, die die anderen für mich zur Verfügung stellen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, versorge ich mich mit allem Nötigen für ein schönes Leben. In der Spiritualität ist es genauso: in irgendeiner entfernten Schiffsecke verrichte ich gewissenhaft meine Arbeit - und komme zusammen mit allen anderen im Zielhafen an. Hätte ich etwa alleine den Ozean überqueren können?

Frage: Wie kann ich prüfen, ob ich zum Kongress bereit bin?

Meine Antwort: Frag deine Freunde überall auf der Welt, was für sie Vorbereitung bedeutet? Ihr müsst es selbst aufschreiben, damit jeder sich selbst prüfen kann, unabhängig davon, ob er physisch kommt oder virtuell teilnimmt. Dabei sollten Frauen und Männer es getrennt voneinander aufschreiben und dann besprechen und die getroffenen Entscheidungen genauestens befolgen.

Das Wichtigste ist das Verlangen, wir brauchen nichts anderes. Die Rede ist also von der Klärung des Verlangens oder aber der Hindernisse auf dem Weg zum Verlangen: welche davon brauche ich, um sie mitzunehmen, zu verschärfen und zur Korrektur zu bringen?

Frage: Für wen soll ich während des Unterrichts um das Verlangen bitten: für mich selbst oder für alle?

Meine Antwort: Es steht geschrieben: „Wer für den Freund bittet, wird der Antwort als erster würdig”. Wenn du aber bittest, um den anderen zuvorzukommen, bekommst du keine Antwort. Denn das ist kein Gebet mehr für den Freund.

Frage: Das letzte Mal vor der Fahrt in die Wüste wurde uns die Möglichkeit zur Überwindung geboten. Diesmal müssen wir ein solches Verlangen selbst in uns entfachen. Wird uns dieses Minimum reichen?

Meine Antwort: Heute wird von euch viel mehr gefordert. Damals habt ihr eine gewisse Enthüllung erwartet, wir haben aber nicht darüber gesprochen, was genau sich enthüllen soll. Und jetzt sprechen wir darüber: Wir müssen das Verlangen, den Mangel enthüllen. Ich brauche nichts außer diesem Verlangen.

Worauf ist es denn gerichtet? Auf die Enthüllung des Schöpfers? Nein. Es ist auf das Geben gerichtet. Keiner von uns hat das Verlangen zu geben - und wir wollen, dass es sich in allen enthüllt. Denn das mich erfüllende Verlangen zu geben ist eben das Licht. Ich freue mich darauf, geben zu wollen, und ich brauche nichts anderes. Selbst wenn der Schöpfer mir keine Möglichkeit zu geben gibt, das Verlangen an sich erfüllt mich und bereitet mir Genuss.

Und später beginnen wir, Details zu erkennen - auf den Berg zu steigen, auf dem der königliche Palast steht.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Wir haben die Möglichkeit, das richtige Verlangen zu erreichen, welches auch zur Erfüllung wird. Mehr brauchen wir nicht.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 29.01.2012

Sturm in der Wüste

Frage: Wir nähern uns dem Kongress in der Arava-Wüste …

Meine Antwort: Seine Durchführung steht immer noch in Frage. Ihr bereitet den Kongress vor, aber bereitet ihr euch selbst vor? Bei dem richtigen Verlangen wird auch der Kongress stattfinden. Wird es kein richtiges Verlangen geben, so macht das Essen den Kongress auch nicht aus.

Frage: Wie können wir dieses Verlangen aufbauen?

Meine Antwort: Wozu fahrt ihr dorthin? Mangelt es euch wirklich an etwas oder ist es einfach ein schöner Ausflug? Hier ist eine äußerst ernste Einstellung erforderlich, diese Stufe muss im Sturm erobert werden, mit Blut und mit Tränen in den Augen. Denn das Wort Tränen (hebr. Dmaot) stammt vom Wort Blut (hebr. Dam).

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 25.01.2012

Jeder Punkt im Kreis ist sein Gipfel

Frage: Die höheren Parzufim kleiden sich ineinander ein, wie die Stufen einer Treppe. Es gibt immer den höchsten und den niedrigsten Parzuf. Ist die Gruppe auch nach diesem Prinzip aufgebaut oder sind wir alle innerhalb der Gruppe gleich?

Meine Antwort: In der Gruppe verbinden sich alle chaotisch miteinander. Aber im Endeffekt bilden alle zusammen einen Kreis. Wir sollen uns darüber keine Gedanken machen, denn die Struktur ist hier schon vorgegeben. Sie kann nicht geändert werden. Wir haben nur Einfluß auf die Intensität, mir der wir versuchen, uns mit anderen Freunden zu verbinden. Die Reihenfolge, wer sich wann an wen anschließt, können wir nicht verändern. Diese Struktur stammt noch aus Malchut der Welt der Unendlichkeit.

Wir können die Realität nicht verändern! Wir ermöglichen oder verhindern nur den Fluss der Ströme des Lichtes, weil dieser nach der ersten Kontraktion (Zimzum Alef) von unseren Absichten abhängt.

Aber die Struktur des Systems ändert sich niemals. Sogar wenn es darum geht, dass irgendwelche spirituellen Objekte (Parzufim) aufsteigen oder herabfallen, sich miteinander verbinden oder später geteilt werden, handelt es sich nur um den Fluss des Lichtstromes. Es ist nicht die Lage der Objekte in der allgemeinen Struktur gemeint.

Die Gruppe gleicht einer metallischen Netzkonstruktion, in der zwar manche Stellen zerreißen können, es aber dennoch unmöglich ist, ihre Gesamtstruktur zu verändern. Denn alles ist gemäß der Abfolge der spirituellen Stufen aufgebaut, die sich von oben nach unten erstrecken.

Sogar bei “Shwirat Kelim” (dem Zerbrechen der Gefäße) wurde eine bestimmte Ordnung beibehalten. Diese Ordnung bestimmt, wie die Funken, Lichter und Gefäße verteilt werden. Es ergibt sich, dass jeder nicht nur wichtig ist, sondern absolut notwendig!

In der Gruppe gibt es sowohl den “oberen”, als auch den “unteren Platz”, wobei jeder beide gleichzeitig einnimmt, und alle zusammen bilden einen Kreis. Alle verbinden sich in ein Bündnis mit der Absicht der Eigenschaft des Gebens. Und das gelingt ihnen, obwohl sie alle so unterschiedlich sind!

Vielleicht werdet ihr an diesem Beispiel verstehen, inwiefern sich jeder von allen unterscheidet. Jeder verfügt über einzigartige Eigenschaften, die den anderen fehlen, aber absolut notwendig für das Erreichen des Zieles sind. Darin besteht die Besonderheit von jedem, darin ist gerade er der Kopf “Rosh”. Deshalb ist es unmöglich, etwas zu verändern oder zu tauschen. Es darf keine Eigenschaft aus der Welt verschwinden, weil es ohne sie eben keine Vollkommenheit mehr geben wird!

Auszug aus dem Unterricht nach dem “Talmud Esser Ha Sefirot”, 23.01.2012

Der Gute und Gutes Vollbringende

Der Schöpfer kann nur durch das Prisma der Umgebung als gut und Gutes vollbringend gesehen werden. Ohne die Gruppe erschaffst du nur eine Puppe, einen Götzen, der nichts mit der Realität zu tun hat. In Wirklichkeit ist der „Gute und Gutes Vollbringende” jene Kraft, die das System der gegenseitigen Beziehungen zwischen uns füllt. Diese Kraft existiert an keinem anderen Ort.

Der „Schöpfer” (Bore) bedeutet „komme und siehe” (Bo-Re). Wo sollen wir also hinkommen? - In das korrigierte Netz, das sich zwischen uns erstreckt. Dort enthüllen wir die Lichter von NaRaNCHaY und ihre Gesamtheit, genannt „der Schöpfer”.

Auf diese Weise kommt die Kraft, die unsere korrigierten Beziehungen erfüllt, als der Gute und Gutes Vollbringende vor mir zum Vorschein.

Frage: Während unserer Kongresse, unter dem starken Einfluss der Umgebung, scheinen wir den Guten und Gutes Vollbringenden wahrzunehmen. Warum erreichen wir dabei nicht die Enthüllung?

Meine Antwort: Für die Enthüllung brauchen wir das vollständige Gefäß. Wir versuchen, die Eigenschaft des Gebens zu enthüllen, damit sie über uns herrscht - mehr oder weniger. Dieser Zustand muss nicht ideal sein, aber er muss „geformt” werden. Wir müssen wirklich wollen, dass es geschieht, doch noch fehlt uns der Druck, das Gefühl der Notwendigkeit.

Es kann aber auch sein, dass wir, wenn wir zusammenkommen und uns verbinden, es zu sehr genießen und somit der Absicht die Schärfe nehmen. Du singst, tanzt, umarmst die Freunde, es geht dir gut - und womöglich lässt es keinen Raum für die Frage, für die Forderung. Freude und Forderung müssen währenddessen Hand in Hand gehen. Hier hängt alles von der Vorbereitung ab.

Frage: Was bedeutet nun in Wirklichkeit „der Gute und Gutes Vollbringende”?

Meine Antwort: Das bedeutet, dass ich in den empfangenden und in den gebenden Gefäßen enthülle, dass der Schöpfer alles zu Seinen Ehren erschaffen hat. Dann werde ich die ganze Güte empfangen, sie genießen und alles darauf ausrichten können, Ihm Genuss zu bereiten.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung in den Talmud Esser ha Sefirot, 22.01.2011

Kein Leidensweg, aber auch kein Picknick

Frage: Warum schätzen wir nicht den Weg, den wir gehen? Warum genießen wir nicht jeden Augenblick? Selbst wenn wir es nicht leicht haben, sind wir dennoch in der Gruppe, alle zusammen, und das bedeutet an sich schon Glück.

Meine Antwort: In Wirklichkeit brauchen wir beide Seiten der Medaille.

Wenn du wegen des Essens und des freundschaftlichen Miteinanders herkommst, wird alles nur darauf hinauslaufen. Dein Egoismus wird es dir nicht erlauben, etwas anderem entgegen zu streben.

Andererseits, wenn du dich hier unwohl fühlst, wird der Egoismus dich nicht herkommen lassen, und anstelle des Morgenunterrichts wirst du im Bett liegen bleiben.

Deshalb brauchen wir beides - sowohl Freude als auch Unzufriedenheit. Denn hier gibt es immerhin Menschen, von denen die meisten die linke Linie, sprich die kritische Analyse besitzen. Sie stellen sich die Fragen: „Was kann ich wirklich vom Leben bekommen? Ich will nicht einfach nur ein Anhänger von jemandem oder von etwas sein - ich möchte vorankommen. Die Anhänger geben sich auf jeder Stufe damit, was sie haben, zufrieden und wollen nichts. Doch wenn ich nichts will, wie soll ich dann vorankommen? Wie soll ich das zusätzliche Verlangen erlangen?”

Das Gleiche wollte Abraham vom Schöpfer wissen: „Wie kann ich wissen, dass ich das Land erben werde?” Mit anderen Worten: Wie kann ich ein Verlangen nach dem spirituellen Aufstieg erlangen? Die Eigenschaft von Abraham ist die Barmherzigkeit, Sefira Chessed. Deshalb machte er sich Sorgen darum, wie er das Verlangen nach dem Aufstieg zu den Höhen, die unerreichbar zu sein scheinen, erlangen kann.

Der Schöpfer antwortete ihm: „Du wirst es auf dem Leidensweg erreichen”.

Doch von welchen Leiden ist die Rede? Von jenen, die du durch „die Tora und die Gebote”, mit Hilfe des Lichts, erfährst. Das sind nicht einfach nur schlechte Erfahrungen im Leben. „Das ägyptische Exil” ist kein Synonym für Arbeitslosigkeit, Geldnot oder gesundheitliche Probleme. „Das ägyptische Exil” ist ein Gefühl des Mangels, das durch die Kehrseite des Lichts hervorgerufen wird, wenn du spürst, dass es dir an Spiritualität, Liebe, Verschmelzung mangelt. Das sind Leiden, zu denen wir kommen müssen, hier ist schwere Arbeit nötig.

Genau damit haben wir ein Problem. Wenn wir exakt die Verlangen, die konsolidieren müssen, offenbaren, werden wir sie auf einer anderen, einer spirituellen Stufe wahrnehmen. Stattdessen senken wir unseren Blick ständig auf das materielle Leben. Lass dieses Tier in Ruhe, nicht davon ist die Rede. Die Rede ist von der spirituellen Verzweiflung, die über alles, was wir hier und heute haben, hinausgeht. Gerade im Geist werden das Exil und die Erlösung enthüllt, in den spirituellen Bestrebungen errichtest du deinen Tempel.

Lasst uns also alles auf die richtigen Kriterien beziehen, während wir prüfen, ob es uns gut oder schlecht geht und was wir genießen. Es geht hier nicht um die Mahlzeiten und Freundesversammlungen an sich, sondern um ihren Inhalt, um den inneren Inhalt.

In Kürze wollen wir wieder in die Arava-Wüste fahren. Dafür müssen wir eine neue Kraft, die Einheit auf einer höheren Stufe erreichen. Wir müssen schnell und energisch unsere Anstrengungen vereinen, um neue Wahrnehmungsdetails, neues Verlangen, das auf das spirituelle Gefäß gerichtet ist, zu erlangen - „das Gebet vor dem Gebet” sozusagen.

Anderenfalls werden wir einfach nur ein Picknick in der Arava haben. Wenn dieser Ort uns auch nur ein wenig an unsere vorige Fahrt erinnert, lohnt es sich noch nicht einmal, damit anzufangen. Wir müssen uns in einem ganz neuen Zustand finden - in einem nie dagewesenen, unbekannten, noch nie erprobten Zustand. Wir brauchen eine absolut neue spirituelle Stufe, die das gewohnte materielle Bild verhüllt…

Im Großen und Ganzen müssen wir die Zeit des „Exils” durchlaufen, die als Vorbereitung auf das Betreten des „gelobten Landes” dient - des Landes Israel, sprich des Verlangens, das direkt zum Schöpfer (Yashar El) gerichtet ist. Dort wartet auf uns bereits das Beste, die ganze Erfüllung - doch jetzt brauchen wir eben das richtige Verlangen, das Bedürfnis danach. Stattdessen sehnen wir uns nach allen möglichen „unnützen Sachen” dieser Welt.

Wollen wir hoffen, dass wir wirklich das spirituelle Verlangen brauchen werden. Dann werden wir für den wahren Zusammenhalt in die Wüste ziehen - nur um uns untereinander zu verbinden, nachdem wir unsere persönlichen Verlangen auf diesen Ruck vorbereitet haben.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Land erben”, 20.01.2011