Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wissenschaft'

Verstand aus der Sicht der Kabbala

Frage: Was ist der Verstand aus der Sicht der Kabbala? Ist er das Einzige, was Menschen von Tieren unterscheidet?

Antwort: Der Verstand ist nur ein helfendes Element, das uns ermöglicht, ein Gefühl von einem anderen abzugrenzen.

An sich existiert der Verstand nicht. Da es verschiedene Verlangen mit ihren Füllungen gibt, gibt es den Verstand, um sie untereinander zu vergleichen. Er bedient sie, baut ein Vergleichssystem zwischen ihnen auf und hilft uns, uns anzupassen. Das Verlangen ist primär, der Verstand ist sekundär.
Je größer ein Verlangen ist, desto mehr entwickelt sich der Verstand, da er uns dazu drängt, das Kommunikationsnetzwerk wiederherzustellen. Daher ist nicht ein großes Verlangen wichtig, sondern viele verschiedene und entgegengesetzte Verlangen mit allen Arten von Füllungen und deren Vergleich untereinander.

Frage: Kann man seine Verlangen entwickeln?

Antwort: Natürlich. Menschen waren früher Enzyklopädisten, die sich mit allen Wissenschaften und Künsten beschäftigten. In unserer Zeit ist das unmöglich, weil du sonst nicht vorankommst. Aber im Prinzip, wenn wir uns heutzutage keine egoistischen Ziele gesetzt hätten, wären wir heute ebenfalls vielseitig entwickelt.

Die Wissenschaft der Kabbala steht einer einseitigen Entwicklung entgegen, weil alle vier Stufen in uns harmonisch verbunden sein müssen.

 

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Erhebe dich über das Universum

Frage: Wie wird die soziale Struktur der Gesellschaft unter der Annahme, dass jeder zum Kabbalisten wird, aussehen? Wie werden alle notwendigen Arbeitsarten, Führungspositionen, Ressourcen des Planeten verteilt?

Antwort: Auf eine absolut perfekte, rationale Art und Weise. Durch die Dicke von Materie, Energie und Information werden wir klar sehen, wie wir damit umgehen sollen, um darüber höher und höher die spirituellen Schichten zu bauen.

Und wir werden keine Probleme haben. Alles, was wir in der materiellen und der spirituellen Welt haben, werden wir in der optimalsten Form realisieren.

Frage: Was ist dann das Hauptgesetz der Gerechtigkeit?

Antwort: Das Hauptgesetz ist eine absolut gleiche Beziehung zu allen Ebenen der Natur und der spirituellen Welt, wie zum Schöpfer.

Frage: Also kann es hier keine ökologische Katastrophe geben?

Antwort: Nein! Wenn wir uns nur vorstellen könnten, was uns in diesem Fall erwartet! Das erhebt uns über das gesamte Universum.

Wir befinden uns schon jetzt in diesem Zustand. Unsere Welt, in der wir das Gegenteil fühlen, ist uns nur dafür gegeben, damit wir uns vernünftig und aus eigenem Willen dahin bringen können. 

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 18.03.2018

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Die Kabbala duldet keine Meditationen

Frage: Die Meditation ist auch eine innere Kontemplation. Wie unterscheidet sie sich von der kabbalistischen Meditation?

Antwort: In der Kabbala gibt es keine Meditation. Manchmal wird ein Gebet als Meditation bezeichnet, d.h. eine Bitte, ein Streben von der niedrigeren zur höheren Stufe. Eine solche Bitte zwingt die höhere Stufe, der niedrigeren Stufe zu helfen. Dies wird Gebet genannt. Es gibt keine andere Meditation.

Ich habe viel über Meditation gehört. Man hat sogar versucht, sie mir beizubringen. Aber all dies war schnell vorbei, weil ich nur die klassische Kabbala lerne und nur sie unterrichte.

Etwas, das der Mensch erfunden hat und ihm scheint, dass es existiert, ist kein Beweis für mich. Deshalb verstehe ich nicht, wie man meditieren kann, d.h. seine Phantasie bis zu dem Punkt zu entwickeln, dass sie auf ihn zu wirken beginnt: man wird in einen gewissen Zyklus eingeschlossen, wo man angeregt und angeblich in einen anderen imaginären Raum übergehen wird. Die Kabbala duldet das nicht, weil sie eine Wissenschaft ist.

Aus dem Unterricht in Russisch, 01.04.2018
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Was hat der Schöpfer damit zu tun?

Frage aus Facebook: Alles was Sie lehren, ist reine Psychologie der Beziehungen zwischen den Menschen. Was hat der Schöpfer, das Licht und alle anderen Eigenschaften damit zu tun?

Antwort: Der Schöpfer gelangt zwischen den Menschen, unter denen eine besondere Beziehung von Geben und Liebe entsteht. Damit ist nicht das irdische Geben, die irdische Liebe gemeint, sondern eine höhere Stufe, die über unserem Egoismus liegt.

Um auf die nächste Stufe zu gelangen, die sich über unserem Egoismus befindet, braucht es die Weisheit der Kabbala, die sich im Prinzip nur damit beschäftigt. Das ist Psychologie auf der nächsten, höheren Stufe.

In unserer weltlichen Psychologie braucht sich ein Mensch praktisch nicht zu verändern.

In der Kabbala muss der Mensch die höhere Kraft empfangen und sie erklärt ihm, wie er das machen soll. Durch das Empfangen dieser Kraft baut er über sich einen anderen Menschen auf, welcher im Geben und in der Liebe zu anderen, jedoch nicht für sich selbst, arbeitet. Auf der materiellen Stufe heißt das, „ich bin in mir selbst“, auf der spirituellen Stufe handle ich, „außerhalb meiner selbst“.

Die materialistische Psychologie kann damit nicht umgehen; sie hat dafür keine Werkzeuge, nicht die Kraft des Lichts, die einen Menschen umkehren könnte. Aus diesem Grund ist Psychologie die Psychologie und Kabbala die Kabbala.

Frage: Kann man behaupten, dass uns die materialistische Psychologie an die weltliche Psychologie und die kabbalistische Psychologie an die höhere Wirklichkeit anpasst?

Antwort: Sicher, ich passe mich an ein anderes Beziehungssystem an, welches auf eine völlige Trennung von meinem Egoismus und darüber hinaus, aufgebaut ist.

 

Aus Kab TV „Nachrichten mit Michael Laitman“ 10. 4. 18

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Was ist der Unterschied zwischen einem Kabbalisten und einem Wissenschaftler?

Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem Wissenschaftler unserer Welt und einem Wissenschaftler bei den Kabbalisten?

Antwort: Der Kabbalist ist ebenso ein Forscher wie der Wissenschaftler unserer Welt, er hat einfach universellere Werkzeuge der Erkenntnis in seinen Händen. Er steigt über seine tierische Natur auf und erforscht die sogenannte spirituelle Natur.
Die Wissenschaftler unserer Welt beschäftigen sich hingegen damit, was sie von Geburt an besitzen, und deshalb nehmen sie alles in den Grenzen unserer Welt wahr. Der Unterschied zwischen einem Kabbalisten und einem Wissenschaftler unserer Welt liegt ausschließlich im Bereich ihrer Erkenntnis. Daher ist der Kabbalist  derselbe Wissenschaftler, der sich hingegen mit der nächsten, der Höheren Welt beschäftigt.
Der Wissenschaftler in unserer Welt muss seine irdische Wahrnehmungen und den Verstand qualitativ sowie quantitativ entwickeln. Der Kabbalist muss dagegen in sich selbst absolut neue Verlangen, neue Gedanken und einen neuen Verstand entwickeln, die nicht im geringsten etwas mit der Materie zu tun haben. Ausschließlich in ihnen wird die Höhere Welt wahrgenommen und erforscht, und dementsprechend erscheint die Wissenschaft der Kabbala.

Frage: Um diese Welt zu studieren, werden verschiedene Werkzeuge, Mikroskope, Teleskope usw. gebaut. Welche Werkzeuge hat ein Kabbalist?

Antwort: Das Werkzeug der Erkenntnis für den Kabbalisten ist er selbst. Einzig und allein! Die Erweiterung seiner inneren Wahrnehmung ist nämlich sein Werkzeug.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 11/03/2018
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Zusammen die Morgendämmerung erwecken

Wir bringen uns absichtlich selbst aus dem Gleichgewicht, damit wir spüren können, wie sehr wir den Schöpfer brauchen. Es steht geschrieben: „Israel beschleunigt die Zeit“. Deshalb können wir nicht da sitzen und darauf warten, dass etwas von allein geschieht. Wir müssen selbst handeln.

Wenn sich derselbe Zustand immer wieder wiederholt, nennt man das Tod. Das muss ich versuchen zu ändern. Es liegt in meiner Macht, mich Tag und Nacht zu verändern. All dies dient nur dazu, ein Bedürfnis nach dem Schöpfer aufzubauen. Wir wollen uns mit Kraft in Zustände versetzen, in denen wir ohne die Hilfe des Schöpfers nicht zurechtkommen.

Es geht nicht darum, Leid über uns selbst zu bringen. Dies sind aber keine schlechten Zustände. Das Böse ist das, was ohne unsere vorausgegangene Vorbereitung kommt, das, was vom Weg des Leidens kommt. Aber ich gehe auf dem Weg der Beschleunigung des Lichtes –Achishena – und erwecke mich selbst: „Ich wecke die Morgendämmerung.“ Ich möchte selber die Dunkelheit und die Dämmerung fühlen, weil ich dadurch einen Geschmack dafür entwickle. Und ohnedem habe ich keinen Geschmack, wie geschmackloses Essen ohne Salz und Pfeffer.

Das ist ein positiver Zustand, kein negativer, wo es sich anfühlt, als würde der Boden unter deinen Füßen verschwinden, Angst ergreift dich, dein Kopf ist vernebelt und deine ganze Grundlage ist weg. Zusammen mit diesem Zustand verstehe ich, irgendwo in einer weit entfernten Ecke des Geistes, dass dies nur geschieht, um mich voranzubringen, und deshalb freue ich mich. Das ist nicht der Weg des Leidens – zusammen erwecken wir die Morgendämmerung. Wir müssen den Raum frei machen, den der Schöpfer füllen wird. Und im nächsten Moment verschlingt mich wieder die Angst.

Wenn die Angst vor der Zukunft in mir erwacht und ich gleichzeitig verstehe, dass all dies vom Schöpfer so eingerichtet wird, um mich näher zu Ihm zu bringen, und ich an Ihm festhalte, dann rechtfertige ich meinen Zustand und meine Angst, wie kurz der Augenblick auch sein mag. Die Hauptsache ist, dass ich die Verbindung mit dem Schöpfer erreicht habe, und ich sehe, dass der Ausgangspunkt von allem, was passierte, in Ihm lag.

Ich verliere schnell wieder die Verbindung mit dem Schöpfer, und wieder bin ich ein Neugeborenes, das seine Mutter verloren hat, das sich umschaut und sie nirgendwo sieht. Dies ist ein egoistischer Ansatz, aber es ist bereits das richtige Verlangen nach dem Schöpfer.

 

Aus dem 1. Teil der täglichen Kabbala-Lektion am 24.6.18
Vorbereitung auf den Kongress in Italien 2018

Spirituelle Harmonie der hebräischen Sprache

Beim Studium der Kabbala ist die Kenntnis der hebräischen Sprache sehr wichtig. Darin ähnelt sie keiner Wissenschaft dieser Welt, nehmen wir zum Beispiel die Physik, die man in jeder Sprache studieren kann. Kabbalistische Begriffe im Hebräischen entsprechen hingegen den spirituellen Gefäßen, Lichtern, Handlungen.
Wenn wir einen kabbalistischen Text lesen, lesen wir nicht nur die Worte, sondern gehen von Verlangen zu Verlangen, wir offenbaren dabei durch den Wechsel der Buchstaben und ihrer Reihenfolge den Schöpfer.

Jeder Buchstabe ist ein spirituelles Symbol und jedes Wort ist eine Matrix. Er ist wie ein spezieller Geheimcode, eine Verschlüsselung. Jedes Wort, jeder Buchstabe, jede Wortstellung, jede Wurzel des Wortes kommt aus der Beziehung von Licht und Verlangen. Auf dieser Grundlage wurde die hebräische Sprache aufgebaut. Dies ist die einzige Sprache, die nicht für den materiellen Gebrauch entstanden ist, sondern von oben herabgeschickt wurde, um das Verhältnis von Licht und Verlangen zu beschreiben.

Daher hilft die Kenntnis der hebräischen Sprache, tiefer in die Kombination von Licht und Verlangen einzudringen, ihren Geschmack zu fühlen, zu verstehen, warum das so ist. Man kann fühlen, welche Harmonie in der hebräischen Sprache und in der inneren Verbindung der Naturkräfte enthalten ist, ausgedrückt durch ihre Buchstaben.

Wenn ein kabbalistischer Text ins Englische oder in eine andere Sprache übersetzt wird, geht das Wesentliche der Ausdeutung verloren, die im Wort enthalten ist. Eine Übersetzung gibt ein oberflächliches Verständnis der Handlung,  während das hebräische Wort die innere Bedeutung der Verlangen, ihre Verbindung untereinander und mit dem Licht, sowie die Form der Füllung ausdrückt.
Zusätzlich zu den Buchstaben gibt es im Hebräisch Punkte der Vokalisierung, Kronen über den Buchstaben – TANTA (Ta’amim-Nekudot-Tagin-Otiot – Geschmäcker-Punkte-Kronen-Buchstaben), sie zeigen, wie alle diese Eigenschaften anfangen sich zu entfalten.
Im Hebräischen gibt es 22 Buchstaben: 9 von Bina, 9 von Seir Anpin und Malchut noch 5 Buchstaben am Ende des Wortes, eigentlich sind das Symbole, die auf dem Parssa stehen. Der Austritt des Lichtes baut Punkte (Vokalisierungen) auf, die anschließend verschwinden. Vokalisierungen benutzt man kaum, sie sind aber gemeint.
Buchstaben, Punkte, Kronen über den Buchstaben – das alles ist sehr wichtig – sie können die ganze Wissenschaft offenbaren. Wenn wir die innere Bedeutung von Worten, die Reihenfolge von Worten und Buchstaben kennen würden – darin ist die gesamte Offenlegung des Schöpfers gegenüber der Schöpfung.

 

Aus dem Unterricht zum Shawuot Fest 14.05.2018

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Warum der Kommunismus gescheitert ist

Baal HaSulam,  Die Schriften der letzten Generation:    „…Dies setzte sich bis zur Zeit von Karl Marx durch, in der ein sehr  erfolgreicher Plan zur Ausbreitung des Kommunismus  ausgearbeitet wurde , nämlich die Unterdrückten selbst in den Krieg des Kommunismus mit einzubeziehen, damit sie an ihrer Seite gegen die kapitalistisch bürgerliche Regierung kämpfen würden. Da die Unterdrückten in diesem Krieg, aus egoistischen Gründen, nur an ihrem eigenen Wohl interessiert waren, haben sie diesen Plan sofort akzeptiert. Und so konnte sich der Kommunismus bei den Betrogenen und Unterdrückten auf allen Ebenen  verbreiten.

Da die Benachteiligten die Mehrheit in der Gesellschaft sind, ist es kein Wunder, dass es dem Kommunismus gelungen ist, ein Drittel der Welt einzuschließen.

Der Kommunismus konnte ein Drittel der Welt erobern – Aber wen?- die Unterdrückten, die Einfachen, solche in unterentwickelten sozialen Strukturen, in denen sich noch dazu alles extrem verschlechtert hatte.

Zu der Zeit, als Marx über den Kommunismus schrieb, wurde Russland vom Feudalismus regiert. Die kommunistischen Ideen inspirierten diejenigen, die den Weg der kapitalistischen Entwicklung noch nicht eingeschlagen hatten. Und sie begannen, diese Ideen mit Gewalt zu verwirklichen. Anders gesagt, der Kommunismus fand die Dritte Welt.

Jedoch diese Verbindung der altruistischen Kommunisten mit dem egoistischen Proletariat war zwar erfolgreich darin, die von beiden gehasste bürgerliche Regierung zu stürzen, aber sie scheiterte, eine kooperative Regierung mit einer gerechten Aufteilung der Güter zu gewährleisten. Dies geschah aus einem sehr einfachen Grund: Ein Mensch rührt keinen Finger, es sei denn, es gibt einen Zweck, der solch eine Bewegung erfordert.

Das Ziel dient als motivierende Kraft für die Bewegung, so wie Treibstoff eine Maschine antreibt. In Russland gab es keinen Kapitalismus und keine wirkliche Arbeiterklasse, die eine neue Generation nach einem altruistischen Programm hätte aufziehen können.

Lenin brachte die kommunistischen Ideen aus Genf mit. Diese Ideen mochten  für Europa gut gewesen sein, wenngleich auch dieses nicht vorbereitet war  und keine Absicht hatte, sie umzusetzen. Wie auch immer, die Führer des Proletariats erkannten nicht die wahre Natur des Menschen und nicht das Ziel, auf das er ausgerichtet sein muss. Sie waren durch den Wunsch nach einer revolutionären Umwandlung und Machtübernahme getrieben. Auch wenn sie Idealisten waren, konnten sie nicht verstehen, dass die Arbeiterklasse, die Intelligentia und die Bauern nur das herrschende System stürzen wollten, aber nichts anderes weiter.

Frage: Baal HaSulam schreibt, dass zu dieser Zeit ein Drittel der Welt von diesen Ideen  entflammt war.

Antwort: Und bis heute werden die verbleibenden hungrigen Nationen dadurch begeistert, weil sie in erster Linie nur an sich selbst denken.

Frage: Heißt das, dass eine altruistische Idee in einer egoistischen Welt nicht verinnerlicht werden kann?

Antwort: Sie kann verinnerlicht werden, sogar in einer sehr egoistischen Welt, aber in einer, die bereits die Entwicklung des Egoismus durchlaufen hat und die seine Schattenseiten und Zerstörungen erkennt. Zeit ist nicht alles, was dazu nötig ist. Es wird auch eine besondere Vorbereitung benötigt, denn nicht nur ein Übergang von einer Form zur anderen muss gewährleistet sein, sondern auch ein inneres Gewahrwerden für die Dringlichkeit eines solchen Übergangs zur  nächsten Stufe.  Zum ersten Mal  in der Geschichte der Menschheit ist der Egoismus dabei, seine Herrschaft zu  beenden.

 

Aus Kab TV „Die letzte Generation“ 13.11.17

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JPost: „Warum denken wir uns Theorien und Philosophien über das aus, was nach unserem Tod passiert?“

Die Jerusalem Post veröffentlichte meinen neuen Artikel „Warum denken wir uns Theorien und Philosophien über das aus, was nach unserem Tod passiert?“

Warum muss ein lebendiger Mensch  Theorien und Philosophien über den Tod entwickeln? Er ist ein untrennbarer Teil des Lebens, also warum ist er vor uns verborgen?

Die unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebenen der Natur haben kein Bewusstsein über den Tod. Sie fühlen sich schwach, wenn sie dem Tod nahe sind, aber nur hinsichtlich ihres Überlebens, das zu Ende geht. Daher haben sie keine Fragen über den Tod hinaus, noch über die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft im Allgemeinen. Diese Fragen tauchen nur im Menschen auf, weil wir einen besonderen Punkt über dem körperlichen, tierischen Dasein haben.

Wir fühlen kein Leben, solange wir Keimzellen in unseren Eltern sind. Wir wissen nicht, wie sich unsere Eltern kennengelernt haben und die erste lebende Zelle zustande brachten, aus der wir uns entwickelt haben. Uns fehlt sowohl dafür das Gefühl, wie sich unser Körper allmählich auflöst, solange bis etwas seinen Tod verursacht, als auch dafür, was danach noch übrig bleibt.

Wir verstehen erst recht nicht, dass wir unsere Existenz, im Gegensatz zu Tieren und Pflanzen, in etwas Höherem und Größerem als in unseren Körpern fühlen. Wir können dieses Gefühl nicht genau bestimmen, aber im Allgemeinen nennen wir es „Leben“.

Es gibt ein Auskommen, leben um des Überlebens und der Fortpflanzung willen, und es gibt Leben, das etwas Größerem zuliebe lebt.

Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens mit Betrachtungen, Untersuchungen und Forschungen über diesen Punkt, von dem das Leben stammt, und wie wir ein erfülltes Leben haben  können. Dieses zusätzliche Verlangen über unserem Überlebenswillen bedeutet uns viel. Wir sind bereit, dafür zu schuften und zu leiden.

Die Entwicklung der Menschheit führt uns allmählich zu einem zunehmend größeren Wunsch, nämlich, den Zusatz von Leben über unsere reinen Überlebensbedürfnisse hinaus zu verstehen. Was in unserer Zeit besonders offensichtlich wird, ist die Tatsache, dass die ewige Frage nach Sinn und Zweck des Lebens stärker erwacht als in irgendeiner anderen Ära, während wir einen Überfluss von Lebensnotwendigkeiten haben – mehr als in jeder anderen historischen Periode.

Die Antwort auf diese Frage ist jedoch schwer fassbar.

Die unzähligen Theorien, Phantasien und Methoden, die wir entwickelt haben, ob religiös oder säkular, sind alles unbegründete Spekulationen.

Warum?
Das liegt daran, dass die Form unseres gegenwärtigen Lebens in unserer angeborenen körperlich-materiellen Natur eingeprägt ist, die ein Verlangen ist, Genuss und Vergnügen zu empfangen. Wir fühlen und identifizieren uns mit diesem Verlangen und sind nicht fähig, uns etwas außerhalb davon vorzustellen.

Unsere Empfindungen, Gedanken, Sehnsüchte und Phantasien zielen auf die Erfüllung unseres Wunsches zu genießen ab.

Aber ist das unser einziger Wunsch? Wenn wir nur den Wunsch hätten zu genießen, dann wären wir wie Tiere, die ausschließlich in einem instinktiven Trieb gefangen sind, um uns in jedem Moment unseres Lebens maximal zu erfüllen.

Wir haben jedoch einen sehr kleinen Punkt, einen Funken, der von einer höheren Ebene kommt als unsere tierische Existenz. Aufgrund dieses Erwachens in uns stellen wir die Fragen: „Was ist der Sinn des Lebens?“ und „Wofür leben wir?“

Dieser Punkt erweckt auch negative Empfindungen in uns – Unzufriedenheit, Leere, Depression, Hilflosigkeit und Verzweiflung – die unsere Generation mehr als jede andere spürt. Wir haben unser Leben so organisiert, dass wir uns von Sorgen über die Versorgung unserer Bedürfnisse befreien können, und gerade deshalb kommt die Frage nach der Bedeutung des Lebens auf, wofür immer lautere Forderungen auftauchen. Infolgedessen entstehen viele neue Probleme in der menschlichen Gesellschaft.

Wir glauben, dass wir in der Menschheit alle möglichen Arten von Verlangen nach Geld, Ehre und Wissen haben, nach allen möglichen Dingen, die über das Niveau von Essen, Sex und Familie hinausgehen. Wir haben jedoch wirklich nur die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens, die eine Antwort erfordert.

Es gibt unterschiedliche Ebenen des Gefühls und des Bewusstseins für diese Frage in verschiedenen Menschen, und sie hat einen wichtigen Einfluss auf unser tägliches Leben.

Die verschiedenen Eigenheiten, Kulturen, Bräuche und Überzeugungen jeder Nation sind letztlich Antworten auf die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens. In unseren Grundbedürfnissen nach Nahrung, Sex und Familie sind wir im Wesentlichen alle gleich. In dem Moment, in dem wir unsere sozialen Wünsche nach Geld, Ehre und Wissen erfüllen, wird unser Leben von der Eigenschaft geprägt, wie die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens in uns auftaucht und wie wir darauf reagieren. Wir unterscheiden uns genau darin, wie wir auf diese Frage antworten.

Wir bewegen uns in verschiedene Richtungen und versuchen, die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens zu beantworten. Wenn uns jedoch eine wahre Antwort fehlt, die uns dauerhafte Erfüllung bringt, werden wir immer wieder leer und verzweifelt zurückbleiben. Als Folge davon erleben wir heute eine Minderung unserer mentalen und emotionalen Entwicklung. In früheren Epochen hatten wir einen viel größeren Respekt vor Philosophie, Wissenschaft und Kunst. Heute jedoch wendet sich die Gesellschaft dem erhöhten Komfort und der Bequemlichkeit zu und schätzt Technologien, die als Mittel zu diesem Zweck dienen können.

Trotz all dieser Annehmlichkeiten und Ablenkungen bleibt es wahr, dass wir immer mehr leiden werden, wenn wir keine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens finden, während die jüngere Generation sich heute mehr auf Technologien konzentriert, doch das wird ein Ende haben. Mit immer weniger Antrieb, eine Familie zu gründen und Kinder zu gebären, wollen sie keine „gewöhnlichen Tiere“ sein, die wie in einer Herde leben, denn die Frage nach dem Sinn des Lebens lebt und atmet in ihnen. Bis jetzt antwortet die jüngere Generation passiv: „Wir sind nicht in euerm Spiel. Du willst leben und erfolgreich sein, also sei es. Das Spiel ist nicht für uns.“ Die nächste Stufe nach dieser Generation wird gescheiter sein und ihre Reaktion wird viel wütender ausfallen. Je mehr wir der Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens ausweichen, desto mehr werden wir den Aufstieg und Fall aller Arten von Verzerrungen sehen, die versuchen an ihrer Stelle zu erscheinen. Die Legalisierung und Förderung von harten Drogen wird zunehmen, um uns zu beruhigen. Es werden ständig neue Technologien entstehen, um unser Leben einfacher zu machen, damit wir Zufriedenheit empfinden, wenn wir den ganzen Tag in unseren Wohnungen sitzen. Aber solche Bemühungen werden nicht anhalten.

Wenn wir allerdings unsere Herzen antworten lassen, nur diese eine sehr berühmte Frage, dann bin ich sicher, dass alle Fragen und Zweifel am Horizont verschwinden werden, und du wirst auf ihren Platz schauen, um sie verschwinden zu sehen. Diese empörte Frage ist eine Frage, die die ganze Welt stellt, nämlich: „Was ist der Sinn des Lebens?“ Mit anderen Worten, diese zahllosen Jahre unseres Lebens haben uns so schwere und zahlreiche Schmerzen und Qualen gekostet, für die wir leiden, um sie gänzlich zu vervollständigen; wer ist es, der sie genießt? Oder noch genauer, wen erfreue ich? Es ist in der Tat wahr, dass die Historiker müde geworden sind, wenn sie darüber nachdenken, besonders in unserer Generation. Niemand möchte darüber nachdenken. Doch die Frage bleibt, bitter und vehement wie eh und je. Manchmal trifft es uns unerwartet, pickt uns in unsere Gedanken und erniedrigt uns in Grund und Boden, bevor wir den berühmten Trick finden, gedankenlos in den Strömen des Lebens für immer zu fließen. 
Yehuda Ashlag, Einführung in das Studium der Zehn Sefirot.

Vor Jahrhunderten prophezeiten das Buch Sohar und der berühmte Kabbalist des 20. Jahrhunderts, Yehuda Ashlag (Baal HaSulam), dass sich ab dem Ende des 20. Jahrhunderts die Frage nach dem Sinn des Lebens in der gesamten Menschheit intensivieren und immer mehr Menschen dazu auffordern wird, ihre wahre Antwort zu suchen. Diejenigen, die unzufrieden sind mit dem, was unsere Kultur in der Zwischenzeit ausprobiert, um diese Frage zu erörtern, werden immer wieder verschiedene Ansätze, Methoden und Umgebungen vergeblich untersuchen und irgendwann werden sie sich voraussichtlich in die Weisheit der Kabbala vertiefen. Die Weisheit der Kabbala ist eine Methode, die ewige Realität wahrzunehmen und das, während wir unser gegenwärtiges Leben leben. Eine solche Wahrnehmung zu erhalten, beantwortet schließlich Fragen wie „Was passiert, wenn du stirbst?“ und „Was ist der Sinn des Lebens?“, weil wir dadurch Zugang zu unserem spirituellen Leben haben, das nach dem Tod unserer Proteinkörper weiterlebt. Indem wir uns mit der Methode befassen, erfahren wir signifikante Veränderungen, die eine völlig andere Wahrnehmung der Realität enthüllen. Wir entdecken eine dauerhafte Erfüllung, eine tiefere Verbindung mit anderen und mit der kausalen Kraft der Realität, und wir entwickeln ein Gefühl der Ganzheit und Harmonie mit der Welt um uns herum. Diese wundersame Weisheit steht allen offen und erwartet jeden, der aufrichtig danach strebt, den Hauptgrund dafür zu finden, warum wir hier auf diesem Planeten erschienen sind.

 

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Wie man einen Tunnel in die spirituelle Welt baut

Wir versuchen, die Kabbala den Menschen näher zu bringen und zu erklären, dass dies eine Wissenschaft ist, die uns unser Leben erklärt, die dazu beiträgt, Probleme mit der Gesundheit, der Erziehung  und allem anderen zu lösen. Aber das alles ist nur der äußerliche Aspekt.

In Wirklichkeit spricht die Kabbala einzig und allein von der spirituellen Welt und reißt auf der Ebene von Bina de-Malchut de-Malchut der Welt von Assija ab. Zwischen dieser Bina und unserem Zustand in dieser Welt, Malchut de-Malchut de-Malchut der Welt von Assija, gibt es einen Riss.

Diesen Abgrund können wir weder überspringen noch die Distanz verkürzen oder ihn mit etwas auffüllen. Solange bis du diesen Riss nicht übersprungen hast, wird dir die Kabbala wie eine abstrakte Wissenschaft, Philosophie oder Mystik vorkommen, das heißt, als etwas Unwirkliches. In Wirklichkeit nimmst du ausschließlich das wahr, was du sehen und in die Hände nehmen kannst. Was kann man dir aber geben, wenn man dir weder rote Bändchen noch „heiliges Wasser“ verkaufen kann?

Dieser Riss zwischen unserem gegenwärtigen Zustand und der nächsten Bina wird nur durch intensivierte Arbeit im Inneren des eigenen Materials überwunden – dem egoistischen Verlangen zu genießen. Ich versuche dies mit Hilfe einer Umgebung zu tun, die anfangs selber egoistisch ist, mit Hilfe des Studiums, welches ich ebenfalls für mich selbst mache – aber ich versuche, mit meiner ganzen Kraft, wie ein kleines Kind, zu wachsen und über mich selbst hinaufzusteigen.

Die Kabbala wird niemals in der Lage sein, sich direkt in die Materie unserer Welt zu kleiden – du wirst immer zu ihr hinauf springen müssen! Mit dem allerletzten ACHaP (der untere Teil des höheren spirituellen Objekts) wirst du nie etwas machen können  – du hast keine Galgalta we Ejnaim, mit denen du dich in ihn einkleiden könntest.

So sind alle Welten und die ganze spirituelle Leiter aufgebaut: GE des Unteren kleiden sich in ACHaP des Höheren ein und dann können sie von ihm empfangen. Möge eine völlige Dunkelheit im ACHaP des Höheren herrschen, es ist unwichtig, ich bin dennoch bereit, diese Dunkelheit mit meinen GE zu empfangen, sie zu akzeptieren, damit ich mich an den Höheren anheften kann. Ich bin bereit, diese Dunkelheit dem Licht vorzuziehen, welches ich jetzt in meinen GE habe.

 

                                              

Aber ich habe keine GE für den letzten ACHaP zwischen Bina und Malchut de-Malchut de-Malchut de-Assija! Immerhin befinde ich mich mit meinem Egoismus unter diesem ACHaP – ich habe nichts, womit ich mich in den Höheren einkleiden kann. Ich kann nichts tun, und deshalb ist die Kabbala für mich vorerst ein abstraktes Wissen.

Die Spiritualität endet in der letzten Bina, auf dieser roten Markierung. ACHaP des Höheren ist für mich eine undurchdringliche Finsternis.  Wenn ich aber in diesen Zwischenraum „Gruppe, Bücher, Lehrer“ hineingehe und beginne mit ihnen zu arbeiten, dann habe ich eine Möglichkeit, mich mit dieser Bina zu verbinden.

Das bedeutet, dass diese Gruppe sich nicht einmal im Spirituellen befinden muss. Aber diese Mittel (Gruppe, Bücher, Lehrer) besitzen so eine wundertätige Eigenschaft (Segula), dass sie sich in meiner Vorstellung auf einer höheren Ebene befinden. Wenn ich mich ihnen anschließen möchte und mein Ego sich vor ihnen verbeugt, dann kristallisiert sich ihre  spirituelle Komponente aus ihnen heraus. Durch sie dringt aus GE des Höheren das Licht zu mir durch.

Meinerseits  bringe ich das Verlangen (das egoistische Verlangen!) ein, als Antwort darauf kommt Licht zu mir. Wir treffen uns in dem Bereich, der „Lehrer, Bücher, Gruppe“ genannt wird. Es handelt sich dabei um einen qualitativen Begriff und nicht um physische Menschen oder Bücher. Es ist genau dieser Ort, an dem ich den ACHaP des Höheren, der spirituellen Welt offenbare.  

Deswegen muss ich mir vorstellen, dass sie erhaben und groß sind und dass sich in ihnen der Schöpfer befindet. Nur in dieser Form kann ich mir den ACHaP des Höheren vorstellen – eine höhere Stufe, und mich an ihr festhalten, denn ich habe weder GE noch eine andere Möglichkeit.

 

Aus der Lektion nach dem Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“, 26.01.2011

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