Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Zwei Sprachen und ihre Höheren Wurzeln

Frage: Was ist so besonders an der hebräischen und der aramäischen Sprache, das in anderen Sprachen nicht existiert? Wie ergänzen sie sich gegenseitig?

Antwort: Nehmen wir an, dass es möglich wäre, die gesamte Weisheit der Kabbala in die englische Sprache zu übersetzen und sie in dieser Sprache zu erlernen, da es die am weitesten verbreitete Sprache ist, die wir heute benutzen. Es wäre sicher viel einfacher und leichter für alle auf der Welt, da dann grundsätzlich Millionen Menschen die Weisheit der Kabbala lernen könnten.

Das wäre jedoch nicht erfolgreich, weil es eine große Verwirrung zwischen den spirituellen Wurzeln und deren Abkömmlingen gäbe. Es gibt keine Sprache auf der Welt, die mit den höheren spirituellen Wurzeln verbunden ist, außer der Hebräischen und der Aramäischen. Alle Sprachen haben sich in ihrer Entwicklung verändert, außer den beiden.

Wenn jemand aus dem modernen Griechenland jemanden aus dem antiken Griechenland träfe, dann würden sie sich nicht verstehen. Selbst das mittelalterliche und das moderne Französisch sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und so ist es mit allen Sprachen, außer der Englischen, die nicht solche abrupten, revolutionären Veränderungen durchlaufen hat, weil die Briten konservativer sind.

Die hebräische Sprache stammt vollständig von spirituellen Wurzeln ab, daher ist sie unverändert. Wenn wir heute einen Menschen von vor 3000 Jahre träfen und mit ihm sprächen, dann würden wir mit ihm im selben Hebräisch sprechen.

Natürlich würde er Neologismen wie Flugzeug, Hubschrauber, Pistole usw. nicht verstehen. Aber alle Worte aus den spirituellen Wurzeln sind absolut identisch geblieben. Die Sprache und die Grammatik haben sich im Laufe der Zeit nicht verändert.

Wir lesen Bücher, die vor 3000 Jahren geschrieben wurden, z.B. Sefer Yetzira von Abraham, das vor 3500 Jahren geschrieben wurde, die Tora wurde vor 3000 Jahren geschrieben und der Babylonische Talmud vor 2500 Jahren. Nichts hat sich darin verändert. Wir lesen sie und alles ist verständlich.
Aus der russischen Kabbalalektion 7/24/16

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Die Wissenschaft über die richtigen Beziehungen der gesamten Menschheit

Frage: Kann die Weisheit der Kabbalah Menschen dazu erziehen, dass sie sich als Teil der menschlichen Gesellschaft und für die Spiritualität aller Völker verantwortlich fühlen, oder wird dieses Merkmal nur vom Schöpfer an Individuen gegeben?

Antwort: Kabbalah ist für die individuelle und die kollektive Erziehung der Menschen bestimmt. Durch sie dringen wir in das System ein, durch welches unsere Welt geleitet wird. Wir spüren, wie sie mit Hilfe zweier Kräfte, positiv und negativ, gelenkt wird. Das bedeutet, dass wir uns im Verhältnis zu diesen Kräften in den richtigen Zustand bringen müssen. Auf diese Weise regen wir die rasche Entwicklung der Welt und von uns allen an.

Die Kabbalah ist die Wissenschaft über die richtigen Verbindung zwischen den Menschen. Es ist für moderne Menschen, die den enormen und unbegrenzten Egoismus entdecken, welcher dringend ausgeglichen werden muss; sie ist eine pädagogische Methode.

Aus dem russischen Kabbalaunterricht, 3/7/16

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Zu welchem Ziel führt uns die Entwicklung, Teil1

Frage: Trotz allem materiellen Überfluss, den uns die fortgeschrittene Technologie ermöglicht, sind wir nicht glücklicher geworden als in früheren Zeiten. Ganz im Gegenteil! Depressionen und Stress nehmen zu, viele Menschen verlieren ihre lebenswichtige Bezugspunkte, wollen nicht heiraten oder Kinder haben, geschweige denn für irgendwelche materiellen Dinge arbeiten, die ihren Eltern noch sehr wichtig waren. Die Zukunft der Menschheit  ist unklar und vage. Wohin führt uns diese Entwicklung?

Meine Antwort: Der heutige Zustand ist sehr besonders, denn die Menschheit erkennt langsam das Ende der Entwicklung unseres egoistischen Verstandes, des Herzens, der Gedanken und der Verlangen. Der Egoismus trieb uns voran. Im Laufe der Geschichte entwickelten sich mit seiner Hilfe viele Arten von Wissenschaft und Technik: Vom einfachen Stock und Rad bis hin zu den genialsten und schwierigsten Technologien.

Wir erforschen den Weltraum, tauchen in die Tiefe des Ozeans, wir entwickeln leistungsfähige Computer, erschaffen wunderbare Gemälde, Musik und viele andere Kunstwerke, bauen Wolkenkratzer. Wir können die Erde mit einem Schiff oder einem Flugzeug umrunden. Man besteigt ein Flugzeug und fliegt von einem Kontinent zum anderen. Es scheint, als könnte man mit solchen unbeschränkten Möglichkeiten, ein wunderbares, erfülltes Leben führen. Eigentlich bräuchten wir angesichts dieser technologischen Entwicklung nur mehr wenige Stunden pro Tag arbeiten, um uns mit allem notwendigen zu versorgen – vielleicht sogar noch weniger.

Zugleich sehen wir, dass die Natur, die uns zu dieser Entwicklung brachte, uns auch dazu veranlasste, alle möglichen Mittel zur Zerstörung zu erfinden. Viele Erfindungen schaden uns letztendlich. Dies zeigt sich auch in der Musik, Malerei, Ballett, Sport, die sich von Spiel, Freude, und Schönheit in Zank und Wettbewerb verwandelten.

Die Religionen tragen ebenfalls zu gegenseitigem Hass bei und kehren die Unterschiede zwischen den Menschen in den Vordergrund anstatt sich drüber zu erheben. Die „Errungenschaften“ der Menschheit – von den materiellen bis zu angeblich spirituellen – sind nicht alle auf das Wohl der Menschen gerichtet. Der Grund dafür liegt in unserem egoistischen Fundament. Mit Hilfe unseres entwickelten Verstandes, unserer Gefühle und Fähigkeiten könnten wir eine ganze Menge nützlicher Dinge machen, doch letztendlich machen wir das meiste zu unserem Vorteil und zum Nachteil des Nächsten. So ist unsere Natur, darum sagt man auch „böser Trieb“.

Darum werden wir in unserer Entwicklung enttäuscht und die Krise wird größer. Aber auf der anderen Seite zeigt uns dieser Zustand auch, wie sehr wir eine Veränderung brauchen. Denn jede Innovation im sozialen Bereich oder in der Familie führt am Ende zu noch mehr Problemen als vorher. Darum sind wir verzweifelt und resignieren. Wir wollen nicht heiraten und auch keine Kinder haben. Die Regierungen verstehen, dass sie nicht in der Lage sind, etwas zu ändern, darum tuen sie nur so, als würden sie regieren.

Das bedeutet, dass wir in einer Entwicklungsphase sind, in welcher wir unseren „bösen Trieb“ erkennen. In dem Fall ist es besser zu sitzen und nichts zu tun, es zumindest nicht noch schlimmer zu machen. Die Menschen verzweifeln instinktiv und verlangsamen damit die Entwicklung. Dies ist vor allem in der Wirtschaft und im (inter)nationalen Handel zu spüren.

Viele junge Leute begnügen sich mit dem Wenigen, das sie haben und wollen auch nicht mehr. Sie bevorzugen es, bei den Eltern zu wohnen und keine Verpflichtungen zu haben.  Sie wollen nicht viel arbeiten und sind bereit, mit einem geringen Einkommen auszukommen;  sie entwickeln sich nicht, interessieren sich nicht für Geschichte, Kultur oder Kunst, weil sie darin keinen Sinn sehen. Ihnen ist klar, dass nichts davon eine Erfüllung bringt, sondern im Gegenteil alle neuen Erfindungen nur noch mehr zur Erkenntnis des Bösen führen.

Die heutige Generation ist verzweifelt und weiß nicht, wie sie das Problem lösen soll. Noch sind die Menschen sehr skeptisch und wollen auch keine Ratschläge hören. Die Verzweiflung über die Entwicklung ist schon da, aber der Schmerz ist noch nicht groß genug, um eine Veränderung einzuleiten. Nach und nach reift der Boden für die Saat einer neuen Entwicklung, die die Wissenschaft der Kabbala anbietet.

Fortsetzung folgt…

Aus der Sendung „Neues Leben“,Folge Nr.: 767

Die Entstehung der europäischen Zivilisation

Europa geht durch schwierige Zeiten: Wirtschaftskrise, Flüchtlingsströme, die Ausbreitung des Islam, die Wiederkehr des Nationalsozialismus – alle diese Probleme haben einen Schneeballeffekt.

Dennoch hatte Europa einen großen Anteil an der Entwicklung der Menschheit, vielleicht mehr als alle anderen Kontinente. Was ist der Grund dafür, dass sich so eine hohe Zivilisation in Europa entwickeln konnte?

Alte Zivilisationen entstanden im mittleren Osten, im alten Babylon, in Persien. Doch dann verlagerte sich alles nach Europa, nach Griechenland und Rom. Daraus entwickelte sich die europäische Zivilisation.

Aus Griechenland kamen die Wissenschaft und die Philosophie nach Europa, die die griechischen Gelehrten von den Juden während der Periode des ersten Tempels bis zur Zerstörung des zweiten Tempels übernahmen, etwa 1000 Jahre vor unserer Ära. Europäische Wissenschaftler und Philosophen schreiben selbst darüber.

Die Römer brachten das Sozialsystem, das Europa entwickelte. Dennoch war Europa zu Zeiten des Höhepunkts des römischen Reichs ein eher barbarischer Kontinent. Ohne die Römer, die bis weit in den Norden Europas vordrangen, würde die europäische Geschichte wohl anders aussehen.

Die Römer gaben Europa ein Staatssystem und errichteten ein Straßennetzwerk.Im Talmud steht geschrieben, dass die Römer die Macht und das Wissen Judäas übernahmen, als sie letzteres eroberten. Letztendlich kam alles aus Israel, aus der der Niederschlagung des jüdischen Volkes. Sein spirituelles Wissen, seine Errungenschaften und seine Stärke waren erschöpft und nur wenig blieb davon übrig.

Das jüdische Volk wusste nicht, damit umzugehen, da es nicht dazu erschaffen worden war, materielle Güter in dieser Welt anzuhäufen. Seine Aufgabe lag in der spirituellen Arbeit. Doch die Römer übernahmen das Wissen der Juden und nutzen es für die materielle Entwicklung des europäischen Kontinents.

Die Unternehmungen Alexanders des Größenunterstützten diese Entwicklung. Er selbst wollte diese modernen, wissenschaftlichen Errungenschaften in der ganzen Welt verbreiten. Das war der Zweck seiner vielen Eroberungen.

Auch das Christentum verbreitete den römischen Einfluss in ganz Europa. Die ersten Christen waren Juden, die nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zum damals neuen Christentum konvertierten.

Die Christen waren verpflichtet, die Religion weiterzuentwickeln, sie zu verbreiten und neue Seelen hinzuzufügen. Dadurch wurden auch die Römer inspiriert, Europa zu erobern, und Wissenschaft und Philosophie zu verbreiten.

Zuvor war Europa in den Händen heidnischer Barbaren. Das Christentum brachte ihnen Struktur und Bücher. Die Künste entwickelten sich, da es notwendig war, den Analphabeten die Ideen über Gemälde und Zeichnungen zu vermitteln.

Religiöse Strömungen und Philosophie blühten auf den Ruinen des Zweiten Tempels, da die Juden nicht mehr in der Lage waren, das spirituelle Gedankengut weiterzuführen. Sie fielen und wurden am Erdball zerstreut. Die gesamte europäische Zivilisation erwuchs aus den letzten Fragmenten der verborgenen Weisheit der Juden.

Aus Kab TV, Neues Leben, 18.8.2016

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Die Weisheit der Kabbala und die wissenschaftliche Arbeit

Frage: Wenn die Befriedigung meiner materiellen Bedürfnissen von meiner wissenschaftlichen Arbeit abhängt, warum sollte ich sie aufgeben? Wie kann man es anstellen, alles Notwendige für das Leben zu organisieren, um sich frei von Sorge mit der Spiritualität befassen zu können?

Meine Antwort: Wenn das dein Job ist und du niemandem damit schadest, dann kannst du dich weiterhin im notwendigen Maß damit beschäftigen. Gleichzeitig solltest du dich mit der Weisheit der Kabbala beschäftigen. Dann wirst du verstehen, wie sehr alles harmonisch miteinander verbunden ist. Auf diese Weise kannst du dein restliches Leben gestalten. Es ist durchaus möglich, sich neben der Kabbala mit etwas anderem zu beschäftigen. Du wirst herausfinden und sehen, dass dein Wissenschaftsfeld und die Weisheit der Kabbala kompatibel sind. Es könnte sein, dass du plötzlich entdeckst, dass du eines dem anderen hinzufügen kannst. Du erklärst die Weisheit der Kabbala mit der Wissenschaft und die Wissenschaft mit der Weisheit der Kabbala.

Frage: Warum gibt der Schöpfer dem Menschen Talente, wenn er diese in der Weisheit der Kabbala nicht braucht?

Meine Antwort: Jedes  Talent ist nichts wert im Vergleich zu dem, was die Weisheit der Kabbala enthüllt. Ich verstehe die Ängste dabei. Ich habe dieselben Zweifel durchlebt. Wenn es so aussieht, dass sich etwas Unbekanntes und Geheimes vor dir enthüllt und du dich danach sehnst, dann versuche es zu entdecken. Aber nach und nach wird das verschwinden. Wenn du dich in deiner Wissenschaft engagierst, dann kann es sein, dass du ihr mithilfe der Weisheit der Kabbala neue Facetten hinzufügen kannst; du wirst tatsächlich neue wissenschaftliche Entdeckungen machen, je nachdem wie du dich darauf einlässt. Das ist durchaus möglich.

Ich habe einige Studenten, die auf unterschiedlichen Fachgebieten wissenschaftlich arbeiten und sie versuchen alle, die Weisheit der Kabbala beruflich zu nutzen. Übrigens begrüße ich die Wissenschaft. Wir organisieren mehrmals im Monat im Studio Gespräche mit Wissenschaftlern. Wir sprechen mit ihnen darüber, wie man die Weisheit der Kabbala mit ihrer Wissenschaft verbinden kann und wie sie sich gegenseitig ergänzen.

Aus der russischen Kabbalalektion 4/10/16

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Die Formel der menschlichen Entwicklung

Frage: Nach der anerkannten Definition von Wissenschaft ist die Weisheit der Kabbala ein Mittel, um die Welt um uns herum zu beschreiben und zu verstehen. Was möchte man erreichen, wenn man nicht die Wissenschaft fördert, sondern lediglich eine Perspektive auf die Struktur der Welt?

Meine Antwort: Jede materielle Wissenschaft ist eine mögliche Perspektive der Struktur der Welt, während nach der Weisheit der Kabbala der gesamten Natur und allen Geschöpfen der Wunsch, Genuss zu empfangen, gemeinsam ist. Dabei ist es egal, ob wir das mit materiellen oder psychologischen Parametern ausdrücken. Es stellt sich heraus, dass wir durch das System unserer herkömmlichen Wissenschaften sehr begrenzt sind.

Schaut, was mit uns passiert. Wir wissen nicht, woher wir kommen, und wir können nicht voraussagen, was am nächsten Tag passieren wird, in der nächsten Minute oder in ein paar Jahren. Welchen Nutzen hat die Wissenschaft, wenn sie den Menschen kein Verständnis für den Umgang mit der Welt übermittelt?

Das Allerwichtigste ist die Kenntnis der Formel unserer Entwicklung und was mit uns geschieht. Wir wissen noch nicht einmal, wie die Maschine arbeitet, die uns vorwärts bewegt. Wie Einstein sagte, sind wir wie Kinder, die am Strand mit Kieselsteinen spielen, während das Meer selbst für uns unerreichbar ist. Und deshalb gleicht unser Anspruch, dass wir scheinbar bestimmen, was Wissenschaft ist, einem Spiel von Kindern.

Im Großen und Ganzen gründet sich die Wissenschaft auf unsere menschliche Wahrnehmung, weil hinter jeder Herangehensweise ein menschliches Wesen steht, das alles durch seinen Verstand und sein Herz fühlt und versteht. Wenn wir das als Variablen unserer Bewertungen in Betracht ziehen, dann sehen wir die Welt als ein sich ständig veränderndes System, das wir „beherrschen“. Wir können es messen, fühlen und mit ihm arbeiten. Wir können verschiedene Parameter in das System einfügen und schauen, was passiert. Dies ist bereits eine systematische, kybernetische Herangehensweise. Der Mensch kann die Natur nicht beeinflussen ohne seine Parameter zu ändern, weil er nicht weiß, wie er sich anpassen soll und wie er das Ergebnis sehen kann.

Aus der russischen Kabbalalektion 2/28/16

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Der unglückliche Weise

Frage: Das Wissen ist die höchste Stufe, die die ganze Realität erfassen lässt. Gerade so dachte Ecclesiastes im gleichnamigen Buch des Königs Salomo. Er kam jedoch zum Schluss, dass „ein Mensch, der sein Wissen multipliziert, auch seine Trauer vertieft“, und „der Weise stirbt genauso wie der Dumme“. Warum haben ihm die Weisheit und das Wissen nicht das erwünschte Glück gebracht?

Meine Antwort: Die Weisheit und das Wissen sind nur Mittel für das Glück. Unser ganzes Leben besteht einzig aus dem Verlangen, glücklich zu sein. Man will schließlich sein Leben genießen. Ich kann das auf allerlei Dinge, Ereignisse, Erscheinung beziehen, letztendlich will ich genießen. Unter dem Genuss verstehe ich die Erfüllung des Lebens, weil ich nichts anderes besitze. Deshalb will ich mein Leben als angenehm empfinden. Was bedeutet, dass ein Mensch lebt? Er verfügt über einen bestimmten Geist, der ihn entweder erdrückt oder erfreut. Er will, dass dieser Geist mit Lebenskraft erfüllt ist. Dafür muss der Mensch sich immer wieder erneuern. Wenn er deshalb Reichtum, Macht, Wissen oder Familie, Sex und Essen verlangt, tut er das nur mit dem Ziel, den Zustand zu genießen.

Gäbe es keinen Genuss am Essen, würde der Mensch notgedrungen essen, nur um seinen Körper am Leben zu erhalten – wie ein Kranker die Medizin nimmt. Fände der Mensch kein Vergnügen an Sex, wäre das Fortleben der Menschheit bedroht; der mesnch wäre ungklücklich und ließe sich medizinisch behandeln. Gäbe es keine Freude in der Familie gibt, würde man aufhören zusammen zu leben. Das Gleiche betrifft den Reichtum. Wir streben danach, weil wir hoffen, dadurch Unabhängigkeit und Sicherheit zu erlangen. Wir sehen aber auch, dass alles plötzlich verschwinden kann. Auch die Macht ist heute nicht so beständig und absolut, wie es früher zur Zeit der Monarchen war.

Du erlangst die Weisheit und siehst, was passiert. Was erkennst du? Wenn du alle Quellen des Genusses analysierst, erkennst du, dass es darin keinen echten Genuss gibt, nicht einmal in der Weisheit selbst. Was hast du nach der Erkenntnis der ganzen Schöpfung erreicht? Alles funktioniert und alles ist doch leer. Du fühlst dich in einer Sackgasse und stehst mit dem Rücken zur Wand, kannst dich nicht mehr bewegen. Wenn du ein Weiser geworden bist und die Folgen deiner Handlung erkennst, dann begehst du sie nicht mehr. Du hast nichts mehr zu tun.

Heute sprechen wir von der Wissenschaft als Offenbarung der ganzen Welt. Das bedeutet, dass du nicht nur ein Gelehrter bist, der sich mit Mücken oder elektronischen Teilen beschäftigt, sondern du wirst zum großen Philosophen – zu einem Weisen. Und das ist eine ganz andere Weisheit.

Auszug aus dem 187. Gespräch über das neue Leben, 23.05.2013

Wie lange braucht es, bis man ein Kabbalist wird?

Frage: Es dauert ziemlich lange, bis man ein bestimmtes Wissenschaftsgebiet versteht. Da die Weisheit der Kabbala auch eine Wissenschaft ist, wie lange dauert es, um die richtige Wahrnehmung der Realität zu erreichen?

Meine Antwort: Man muss etwa zwanzig Jahre ernsthaft studieren, um ein echter Wissenschafter der Kabbala zu werden. Vielleicht dauert es auch nicht so lange, aber ich möchte den Menschen keine falschen Hoffnungen oder Illusionen machen. Wenn jemand wirklich studieren möchte, dann muss er sich der Weisheit der Kabbala wie ein Wissenschafter annähern. Schließlich studiert man sie nicht, um eine Dissertation zu schreiben, eine Medaille zu bekommen oder um mit seinem Doktortitel anzugeben.

Frage: Für einen akademischen Grad dauert das Studium fünf Jahre, weitere fünf Jahre, um eine Dissertation zu schreiben, und weitere fünf Jahre für den Doktortitel. Dann besteht eventuell die Chance, dass der Mensch einen Nobelpreis bekommt.

Meine Antwort: Gewöhnliche Wissenschafter lassen sich von der Gesellschaft animieren, aber das Studium der Weisheit der Kabbala ist etwas anderes. Ein Mensch, der zwanzig Jahre oder sogar sein ganzes Leben dem Studium der Weisheit der Kabbala widmet, weiß schließlich, wofür er lebt.

Aus der russischen Kabbalalektion 2/28/16

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Wieso sind unsere Führer keine Kabbalisten?

Frage: Wenn die Kabbalah so eine weise Wissenschaft ist, wieso wurde in Israel, in unserem Land, das für die Verbindung erschaffen wurde, diese Wissenschaft nicht zur Landesideologie? Wieso sind unser Premierminister und das ganze Kabinett der Minister keine Kabbalisten?

Meine Antwort: Weil nach seiner Natur der Mensch egoistisch ist. Und die Kabbalah spricht von der Erhebung über den Egoismus. Und deswegen sind wenige Menschen bereit zu kommen und zu lernen, wie man sich über das Ego erhebt, in der Verbindung, in der Liebe, und wie man ein völlig neues System der Zusammenwirkung zwischen uns erbaut. Das System ist aber insofern gut, dass es im Einklang mit der Natur sein wird und dann kann der Mensch sein Schicksal lenken. Und sonst lenkt der Mensch nicht, er stößt nur immer wieder gegen einer Wand.

Frage: Unsere Führer sind aber daran interessiert, dass dem Land es gut geht?!

Antwort: Wo haben sie solche Führer gesehen oder überhaupt jemanden, der sich um die Welt kümmert? Ich beschuldige keinen, weil unsere Natur absoluter Egoismus ist. Der Mensch denkt in jeder Sekunde seines Daseins nur an sein eigenes Wohl und was andere betrifft, ist es ihm absolut egal: Je schlechter es ihnen geht, desto besser wird es mir gehen. So sind wir programmiert! Es gibt keine schlechte oder gute Menschen – es ist die menschliche Natur. Damit wir das begreifen, braucht man nicht ein Kabbalist zu sein. Fragt die Psychologen, die werden euch das erklären.

Aus dem Webinar auf der zahav.ru, 10.02.2016

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Die Tür zur Wissenschaft Kabbala

Frage: Wo überschneidet sich die Kabbala mit dem einfachen Leben?

Meine Antwort: Sie überschneidet sich nicht. Das einfache Leben fließt in der Kabbala. Wie zum Beispiel die Atmosphäre die Erde umgibt, so ist die Kabbala auch einer Atmosphäre vergleichbar, die unser Leben umgibt. Die Kabbala ist ein System, in dem wir existieren und es hängt nicht davon ab, ob wir davon wissen oder nicht, oder irgendwelche Vorstellung darüber haben oder nicht. Die Kabbala ist ein Steuersystem unserer Welt.

Frage: Jede Wissenschaft muss das Leben des Menschen erleichtern. Kann man das auch über Kabbala sagen?

Meine Antwort: Es gibt Leute, die sich mit Kabbala beschäftigen, weil sie etwas verstehen und erkennen wollen – das sind Philosophen. Die Kabbala wird auf 1800 Fakultäten der Welt studiert, jedoch nur aus der Sicht der Philosophie, ohne praktische Anwendung. Aber es gibt auch Menschen, die Kabbala studieren, um sie praktisch anzuwenden. Sie heißen Kabbalisten. Im Prinzip beschäftigt sich Kabbala damit, dass sie uns die Lenkung unserer Welt enthüllt. Und deshalb beginnt der Mensch zu sehen, zu verstehen, zu spüren und prüft sich selbst, die Umgebung und die Umwelt, ob es so wirklich ist. Der Mensch, der die Kabbala studiert, wird zum „Naturforscher“.

Frage: Wie kann man in die Kabbala eindringen? Wo ist diese Tür, an die man klopfen kann? Muss man eine Adresse kennen und kann man allein kommen?

Meine Antwort: Als ich ein Teenager war, war ich von Physik und Elektronik begeistert. Dann erschienen Computer, und ich interessierte mich für sie und studierte diesen Beruf an einer Hochschule. Dann fand ich, dass nicht die Computer, sondern ihre biologischen Modelle interessant sind, und ich begann mich mit der Biokybernetik zu beschäftigen. Der innere Wunsch führt den Menschen durch das Leben. So ist es auch in der Kabbala. Die Menschen kommen von weitem, sie verstehen nicht wie und warum; sie haben einfach etwas über die Kabbala gehört, interessant gefunden, ein Buch gelesen oder die Bekannten haben davon erzählt und so weiter. Zur Kabbala kommen unbewusst jene, die nach dem Sinn des Lebens suchen.

Frage: Aber es ist die Frage, auf die es keine Antwort gibt. Und wenn die Kabbala diese Antwort gibt, dann wahrscheinlich, auch nicht sofort?

Meine Antwort: Man kann sofort hören, aber nicht sofort begreifen. Um den Sinn des Lebens zu begreifen, muss man „das Salz schmecken“.

Aus dem Webinar auf zahav.ru, 10.02.2016

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