Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Psychologie'

Die inneren Schurken

Frage von Facebook: Woher haben Sie die Idee, dass ein Mensch in den Menschen nur seine eigenen Mängel sieht? Auch bei Mördern?

Antwort: Ja. In jedem und in allem sehen wir uns, unser Spiegelbild. Warum? Da wir alles im Spiegel unseres Egoismus wahrnehmen. Unsere Wahrnehmung ist so strukturiert: Wir können nichts sehen, was nicht in uns ist. Das Bild der Welt ist im Inneren aufgezeichnet. Tatsächlich ist vor mir weißes Licht – die perfekte Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Auf diesem Hintergrund „zeichne“ ich meine eigenen Eigenschaften. Was auch immer auf den Bildschirm meines Bewusstseins projiziert wird, alles kommt von innen.  Das äußere Böse, das ich sehe, ist meine unkorrigierte Natur.

Nachdem ich alle Fehler in mir korrigiert habe, werde ich dasselbe weiße Licht, die ursprüngliche Liebe enthüllen. Auf diese Weise führt uns der Schöpfer zu Sich – durch eine allmähliche Erkenntnis der illusorischen Natur der äußeren Welt, so wie sie uns heute erscheint. Dies ist kabbalistische Psychologie.

 

Aus Kab TV „Nachrichten mit Michael Laitman“ 13.2.18

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Die Stufen der Unabhängigkeit

Das Erreichen der Unabhängigkeit ist im Prinzip die ganze Arbeit, die der Mensch auf dieser Erde verrichten muss. Der gesamte Prozess, von dem Moment unserer Geburt in diese Welt bis zum Eintritt in die spirituelle Welt und die weitere Entwicklung der Seele bis zur Endkorrektur, ist ein Voranschreiten in Richtung Unabhängigkeit.

Die Unabhängigkeit wird in der Ebenbürtigkeit mit der höheren Kraft, dem Schöpfer realisiert. Nicht mehr und nicht weniger. Solange der Mensch die Stufe des Schöpfers nicht erreicht, Seine Kraft, die Übereinstimmung in allen Eigenschaften mit Ihm, wird er seine Entwicklung nicht abschließen können und erlangt keine Unabhängigkeit.

Baal HaSulam „Vorwort zum Buch Panim Meirot uMasbirot“: Im Sohar steht geschrieben, dass dank dieses Buches die Söhne Israels aus dem Exil kommen. Und in vielen Quellen wird gesagt, dass wir nur mithilfe der Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala an alle Menschen der vollkommenen Befreiung würdig werden, weil das verborgene Licht in diesem Buch das einzige Mittel ist, das fähig ist, den Menschen zu seiner Quelle zurückzuführen.

Daraus folgt, dass man nur auf diese Weise die Unabhängigkeit, die wir so ersehnen, sogar im materiellen Sinn erreichen kann. Nur auf diese Weise können wir uns von der äußeren Bedrohung befreien, die uns nie verlässt und uns jedes Mal dazu zwingt, ums Überleben zu kämpfen.

Die Möglichkeit in ihr Land zurückzukehren, wird dem Volk Israel als eine Chance für einen bestimmten Zeitabschnitt gegeben. Diese Möglichkeit wurde ihnen gegeben, um Unabhängigkeit zu erlangen. Die Unabhängigkeit hängt von der Offenbarung der Wissenschaft der Kabbala für die ganze Menschheit ab.

Wir existieren innerhalb des Systems der Natur, in einem besonderen Netz, das nach seinen eigenen Gesetzen funktioniert. Man kann die einzelnen Ausformungen dieser Gesetze studieren: auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe. Die Physik befasst sich mit der unbelebten Form, die Botanik mit der pflanzlichen, die Biologie, Zoologie und Genetik mit der tierischen Form (also alles, was mit lebendigen Organismen zu tun hat).

Es gibt aber noch einen Teil, der sich auf die innere Welt des Menschen bezieht. Die Psychologie beschäftigt sich ein wenig damit, und auch die Psychiatrie. Ihre Möglichkeiten sind aber sehr begrenzt und im Prinzip bleibt dieser Bereich der Wissenschaft unerforscht.

Die einzige Wissenschaft, die sich wirklich mit der inneren Welt eines Menschen befasst, ist die Wissenschaft der Kabbala. Sie erforscht den Menschen als ein inneres System, das nach bestimmten Gesetzen funktioniert und sie erlaubt uns, diese Gesetze zu verstehen und zu benutzen, um die Natur des Menschen zu ändern und ihn auf diese Weise zu einer guten Form der Existenz zu bringen.

Wir können unseren Lebensraum dank dem Wissen über physikalische, chemische und andere Gesetze verbessern und das Leben komfortabler machen. Genauso können wir mithilfe des Wissens der Gesetze, die die Wissenschaft der Kabbala erklärt, die inneren Eigenschaften des Menschen verbessern.

Diese Gesetze ändern sich nicht und sind voll und ganz für unsere Generation vorbereitet. Das steht im Gegensatz zu den Gesetzen der Psychologie, die sich ständig ändern, d.h. morgen wird das, was heute als schädlich angenommen wird, als nützlich erklärt.

Die innere Natur des Menschen unterliegt absoluten und unveränderbaren Gesetzen. Diese Gesetze kommen von der Natur, aus der höchsten Kraft der gesamten, von uns offenbarten Natur. Sie breiten sich bis in die Tiefen der Schöpfung aus. Die Natur des Geschöpfes ist der Natur des Schöpfers entgegengesetzt.

Deswegen schreibt Baal HaSulam, dass nur mithilfe der Offenbarung der Wissenschaft der Kabbala die ganze Welt aus dem Exil in die Freiheit kommen kann. Das Volk Israel soll das als erstes tun und damit allen anderen Völkern ein Beispiel geben. Das nennt sich „das Licht für die Völker der Welt sein“.  

Auf diese Weise kommen wir aus allen Beschränkungen dieser Welt heraus anstatt in ihnen gezwungenermaßen zu existieren, nur um unseren Körper zu versorgen und ihm in jedem Augenblick den komfortabelsten Zustand zu gewährleisten. Wir verbringen unser ganzes Leben mit der Versorgung des Körpers, der im Endeffekt sowieso stirbt, und dabei werden all unsere Anstrengungen vernichtet.

Wir können aber damit beginnen so mit uns selber zu arbeiten, dass wir die echten, ewigen Stufen des Daseins erreichen. Diese Stufen sind höher als die Sorgen über den tierischen Körper. Dann wird zu unserer Hauptsorge die Offenbarung der höheren Kraft und die Übereinstimmung in der Eigenschaften mit ihr.

In dem Maß, in welchem wir uns dem Schöpfer angleichen, erlangen wir die Möglichkeit ewig zu sein, genauso wie Er. Danach beginnen wir die Stufen empor zu steigen und erreichen eine noch größere Kraft der Ewigkeit und Vollkommenheit. 

Das Wichtigste ist, sich über seinen Körper, der uns nur für eine begrenzte Zeitperiode gegeben wurde, zu erheben. Wenn ich mich der Sorge um den Körper widme, beschäftige ich mich mit einer aussichtslosen Arbeit, weil ich all meine Kräfte und mein ganzes Leben in das investiere, was unumgänglich sterben wird. Das heißt, dass all meine Anstrengungen nutzlos sind. Deswegen sind wir einfach dazu verpflichtet, die Möglichkeiten, die uns die Wissenschaft der Kabbala anbietet, zu realisieren.

 

Aus der Lektion zum „Unabhängigkeitstag“, 25.04.2017

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Wie werde ich unsterblich?

Bemerkung: Die Menschheit hat immer versucht zu verstehen was eine Seele ist, warum die Menschen auf alles unterschiedlich reagieren, warum sie die Welt genau so wahrnehmen und nicht anders. Das Studium darüber führte zur Entwicklung der Psychologie.

Mein Kommentar: Seit tausenden von Jahren haben die Kabbalisten sehr ernsthaft studiert, was eine Seele ist und sie offenbart. Sie führten nicht nur Forschungen durch und schrieben Bücher, sondern sie enthüllten sie absolut verlässlich aus ihrer eigenen Erfahrung.

Aber aufgrund der Tatsache, dass die Menschheit die Seele nicht offenbaren konnte, erfand sie Religionen, die dem Menschen Unsterblichkeit versprachen, wenn er bestimmte Handlungen in dieser Welt verrichtet.

Tatsächlich müssen wir, um unsterblich zu werden, unseren Egoismus verlassen, weil er uns zerstört, uns auffrisst. Indem wir uns darüber erheben, erwerben wir die Eigenschaft des Gebens, wir treten in die nächste Dimension ein und auf diese Weise beginnen wir uns wirklich unsterblich zu fühlen.

Dies kann ein Mensch in unserer Welt erreichen, in diesem Leben, jetzt, und er muss keineswegs sterben, um das zu erfahren. Das ist das Ziel der Kabbala. Studiere es und du wirst sehen, wie nahe dir das gehen kann.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 9/3/17

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Zu einer neuen Gesellschaftsordnung

Frage: Sie sagten, dass die körperliche Welt keinen Kabbalisten interessiert. Kann ein Kabbalist gleichgültig dem gegenüber sein, was in der körperlichen Welt, in der er vorübergehend lebt, geschieht?

Antwort: Tatsache ist, dass die physische Welt eine Konsequenz unseres Verhaltens ist. Wir können unser Verhalten nur mit Hilfe der spirituellen Welt verändern. Aus diesem Grund sind alle menschlichen Versuche, etwas in dieser Welt zu tun, nutzlos. Es geht alles auf die Art und Weise zurück, wie es vorher war. Wir machen immer die gleichen Fehler und als Resultat erhalten wir die selben Schläge. Es wäre besser, wenn wir gar nichts tun würden. Das Beste für einen Menschen ist es, sich nur in seiner spirituellen Entwicklung zu engagieren. Deshalb ist diese Welt für die Kabbalisten uninteressant. Sie ist eine Art Reflexion ihres Fortschritts. Baal HaSulam schreibt, dass wir zu einer kommunistischen Gesellschaft werden. Nicht in der Art wie die Methoden von Lenin und Marx, sondern zu einer wirklichen, egalitären und gerechten Gesellschaft.

Diese Gesellschaft ist nicht das eigentliche Ziel, sondern sie ist ein Spiegelbild des inneren Zustands der Menschen, die auch in Zukunft auf dieser Welt leben werden. Die Beziehungen zwischen ihnen ermöglichen es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Menschen ebenbürtiger und sich näher sind, da das höhere Licht sie mehr und mehr beeinflussen und zu einer einheitlichen Struktur verbinden wird. Marx sah das genau vor sich; die Menschheit wird unweigerlich dazu zurückkehren. Er schrieb über eine neue Gesellschaft und verwies dabei nicht auf Russland oder irgendein anderes Land. Er glaubte an eine solche zukünftige Gesellschaft, da dies der natürliche Verlauf unserer Evolution ist; die Evolution führt uns dazu. Es stellte sich heraus, dass er Recht hatte. Dazu braucht man kein Prophet zu sein. Man muss nur den Verlauf unserer Evolution richtig verstehen.

Aus der russischen Kabbala Lektion, 1/1/17

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Kann ich 100% meines Gehirns nutzen?

Frage: Laut wissenschaftlichen Daten nutzen wir das Potenzial unseres Gehirns nur zu 3-5%. Nutzt ein Kabbalist sein Gehirn zu 100%?

Antwort: Nein, unser Gehirn wird erst dann voll genützt, wenn wir miteinander integral verbunden sind. Jeder von uns ist in ein System eingebunden, in dem außer ihm noch Milliarden anderer Teile vorhanden sind, die auch einen Wunsch und einen Verstand besitzen. Wir müssen uns alle miteinander verbinden und unsere Beziehungen mit Hilfe des höheren Lichtes errichten. Dann erst wird der Mensch eine größere Gehirnnutzung benötigen.

Wenn wir uns mit unseren Wünschen und unserem Verstand zusammenschalten, funktioniert unser Gehirn wie ein Modem. Doch zur Zeit haben wir nur rein tierische Wünsche und Gedanken an deren Realisierung.

Frage: Bedeutet das, dass ich, um die Wünsche von Milliarden Menschen erfüllen zu können, mein Gehirn auf die Nutzung zusätzlicher 97% tunen muss?

Antwort: Es geht nicht um Milliarden von Menschen. Es ist sehr einfach: dem einen kann ich nur dieses geben, dem anderen nur jenes. Das bedeutet, dass du beginnst, dich in eine unendliche Kette einzubinden und alle Varianten dieser Einbindung durchzurechnen.

Das kann nicht linear realisiert werden; es geht nur auf spirituelle Art! Und die Berechnung passiert nicht in unserem Verstand sondern in unserem Verlangen; und daraus ergibt sich eine elementare integrale, miteinander verbundene, unendliche Kette.

Durch das Studium der Wissenschaft Kabbala erkennen wir nämlich die Verbindungen zwischen den Parzufim und den Welten, wo jedes Teilchen, in dem Änderungen passieren, Änderungen im ganzen System hervorruft. Jede Änderung bewirkt buchstäblich eine Erschütterung des ganzen Systems. Und deswegen werden für alle Berechnungen, Neuberechnungen, Empfindungen, wie alles in die unendliche ewige Harmonie überfließen kann, große Gefühle und Verstand benötigt.

Ein Kabbalist sieht, auf welche Art und Weise alle Teilchen eines gemeinsamen Wunsches nach und nach immer wieder neu verteilt werden, sowie im Meer, in das unendliche Tropfen fließen. Das nennt man das Leuchten der Shechina.

Aus dem Unterricht in russischer Sprache, 21.08.2016    

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Zurück zur Natur

Kommentar: Wir müssen verstehen, dass die Methode der Verbindung, die die Kabbala vorschlägt, dem Menschen nichts aufzwingt, sondern tatsächlich nur etwas Gutes mit sich bringt. Es ist möglich, Schläge zu vermeiden, und stattdessen ein gutes Leben zu erreichen, denn es gibt nichts besseres, als mit der Natur im Einklang zu leben.

Mir ist es beispielsweise jetzt kalt, und jemanden neben mir ist heiß. Aber Tiere haben solche Empfindungen nicht: Weder bei 30 noch bei -30 Grad müssen sie sich aus- oder anziehen. Wir müssen uns mit der Natur ins Gleichgewicht bringen, aber wir blicken alle in verschieden Richtungen. Das ist das Problem. Man muss verstehen, was das Beste ist: Wir müssen die Gesetze der Entwicklung der Menschheit befolgen; dann werden wir stets in die gute Richtung segeln.

Die Natur ist ein Gesamtsystem, und darum betrifft sie Individuum und Kollektiv gleichermaßen. Je stärker wir in eine Richtung blicken, nach einem Ziel oder einer Meinung streben, desto mehr nähern wir uns der Natur an. Und dementsprechend werden wir mehr Güte bekommen. Wir können uns gar nicht vorstellen, welche Gesetze und Möglichkeit uns offenbart werden. Man würde keine Anstrengungen in der materiellen Welt mehr unternehmen müssen. Sogar jetzt sehen wir die Tendenz, dass man mit Hilfe einfacher Methoden viel mehr Energie und Aufnahmefähigkeit bekommen kann.

In der Natur sind solche Möglichkeiten verborgen; wir können zum Ursprung zurückkehren und den besten Zustand erreichen. Denn alles, was wir bis zum heutigem Tag gemacht haben, diente dem Schutz vor Schlägen und Unannehmlichkeiten und der Erfüllung notwendiger Bedürfnisse.

Doch wenn wir das Gleichgewicht mit der Natur erlangen, werden wir keinen derartigen Schutz mehr brauchen. Die Natur zeigt sich uns gegenüber dann von der gütigen Seite, und nicht mehr so feindlich wie heute. 

Aus der Lektion über der Broschüre „Die Krise und ihre Lösung“ (ein Forum, in Arosa, 2006)

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Selbstkontrolle

Frage aus Facebook: Wie können wir negative Charaktereigenschaften kontrollieren lernen?

Antwort: Wenn sich ein Mensch in der richtigen Umgebung befindet, die ihn unterstützt und einen positiven Einfluss auf ihn hat, kann er seine Charakterzüge kontrollieren. Es geht nicht anders. Kann man eine andere gegensätzliche Kraft anwenden, um den Charakter eines Menschen zu ändern? Es funktioniert weder persönliches Training noch Selbstüberzeugung.

Alles was ein Mensch tut, macht er nur für sich selbst, daher sind alle seine Charakterzüge negativ. Nur die richtige Umgebung kann einem Menschen zu verstehen geben, wie er Balance erreichen kann.

Frage: Wie beeinflusst die richtige Umgebung negative Charaktereigenschaften? Was ist zum Beispiel mit einem geizigen Mensch?

Antwort: Geiz ist keine schlechte Eigenschaft. Es ist von der Sichtweise abhängig. Möglicherweise ist dieser Mensch nicht geizig, sondern vorsichtig, rücksichtsvoll und klug. Ist es besser, alles zu verschwenden oder wahllos wegzugeben? Sicher nicht.

Zuerst muss die Umgebung einen Menschen erziehen. Sie veranlasst ihn, das persönliche Ego zu verlassen und sich darüber zu verbinden. Die Umgebung ist in der Lage, einem Mensch den richtigen Mittelweg zu zeigen.

Der Aufbau der richtigen Gesellschaft, welche sich auf einer höheren Stufe als die der heutigen Gesellschaft befindet, ist eine gute und gesegnete Umgebung. Unsere Aufgabe ist es, uns auf diese Ebene zu erheben.

Aus KabTV „Neues mit Michael Laitman“ 23/1/16

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Die Mysterien und Wunder

Neues Leben 473 – Die Mysterien und Wunder

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Zusammenfassung

Was ist nach der Weisheit der Kabbala ein Wunder? Was ist das Besondere am Chanukka-Wunder? Was können wir tun, damit dieses Wunder auch in unseren Tagen geschieht und alle Schwierigkeiten und Ängste in der Welt beseitigt werden?

Ein Wunder ist etwas, das gegen die Gesetze der Natur stattfindet. Die Tora, genauer gesagt die Weisheit der Kabbala, die als Weisheit der Wahrheit gilt, erklärt, was ein Wunder ist. Es scheint, dass die Welt von der Macht des Egos geleitet wird. Ein Wunder ist es, wenn die Wirkung der entgegengesetzten Kraft, die Kraft der Liebe aufgedeckt wird. In unserer Entwicklung gibt es zwei Linien: Den natürlichen egoistischen Fluss und die darüberstehende, verborgene Kraft der Liebe.

Glücksbringer, Segenswünsche etc. haben nichts mit Wundern oder Übernatürlichem zu tun. Das sind einfache Dinge, die Menschen psychologische Macht geben. Wir müssen die Macht des uns trennenden Egos bekämpfen. Wir sollten uns in Liebe verbinden, um die Griechen zu besiegen. Ein Wunder geschieht erst nach großen Anstrengungen, wenn wir uns über das Ego erheben. Es gelingt uns nicht, wir brauchen dazu Hilfe. Der gleiche Krieg wiederholt sich in jeder Generation. Die Macht des Egos beherrscht uns und wir müssen uns in Liebe verbinden.

In Israel gibt es schreckliche Korruption und Verdorbenheit. Tatsächlich wird uns das Licht durch die größte Dunkelheit offenbart. Wenn die Menschen sich verbinden, wird die ganze Welt ihre Haltung gegenüber uns ändern, sie wird uns in ihren Armen tragen. Wir verhalten uns heute nach dem egoistischen, griechischen Ansatz. Aus diesem Grund hasst uns die Welt.

Jeder Mensch leidet unter dem Mangel an Verbindung. Israel muss ein Beispiel für das Zusammenleben und die Liebe sein. Das ist die Bedeutung des Lichts für die Völker der Welt. Das wird das große Chanukka-Wunder unserer Zeit sein.

Um uns zu helfen, wie wir uns trotz unseres großen Egos verbinden können, wird uns heute die Weisheit der Kabbala offenbart. In der Weisheit der Kabbala gibt es einen besonderen Verdienst: Es zielt auf das Erreichen eines Wunders ab, das heißt auf den Wechsel in der menschlichen Natur.

Von KabTV „Neues Leben“

14/12/14

Den Menschen bilden

Frage: Tausende Jahre haben Mensch viele Tiere domestiziert. Aber bei einigen besonders grausamen und gefährlichen wurde das nie versucht. Unter ihnen ist ein boshafter Zweibeiner, der sich selbst den unpassenden Namen „Homo Sapiens“ gab. Er vernichtet seine eigene Art in einem Ausmaß, welches bei keinem anderen fleisch- und pflanzenfressenden Bewohnern des Planeten beobachtet wird.

Um einen Menschen zu domestizieren braucht es nur eine Sache: Einander nicht zu töten. Diese Eigenschaft kann sehr einfach erlernt werden durch gute Bildung. Also warum bringt man uns seit dem Tag unserer Geburt durch Filme, Computerspiele, Lieder und Geschichten bei, die eigene Spezies in großem Maßstab zu töten ?

Weil wir auf ein Leben in einer Umwelt mit viel Konkurrenz vorbereitet werden, die sich jederzeit zu einem Krieg ausweiten kann? Diese Kultur nennt man Kapitalismus. Und macht sich jeder, der den Kapitalismus verteidigt, des Mordes mitschuldig?

Meine Antwort: Das Problem ist nicht der Kapitalismus, Sozialismus oder Kommunismus, keiner der „‑ismusse“ und nicht die Gesellschaft im allgemeinen. Die Wurzel des Problems ist eher die menschliche Natur, die sich stets zum Schlechteren wandelt. Seit wir die Höhlen verließen, verstreuten wir uns über die Erde und gründeten Völker, Gruppen und Klans, formten Staaten und Königreiche. Dies geschah unter dem Einfluss unseres „Egoismus“, der größere Gruppierungen, mehr Subordination und größeren Profit verlangte. Das geschieht nicht, weil wir es so wollen, sondern weil sich unsere Natur so entwickelt – aus dem Inneren.  

Die Natur lehrt uns, wie wir zu handeln haben. Philosophie und alles andere entwickeln sich, nachdem wir anders geworden sind und angefangen haben, über uns selbst zu lernen: was mit uns passiert ist. Die Natur gibt uns Konkurrenzdenken, die Notwendigkeit über einander zu triumphieren und andere zu besiegen. Und wir können nichts dagegen tun.

Wir sehen diese Konkurrenz in kleinen Kindern, wie sie miteinander kämpfen und nichts teilen wollen. Und wir sehen es in allen Beziehungen zwischen Erwachsenen in Gesellschaft, Wissenschaft – in allen Belangen. Besonders tritt dies in Schönheitswettbewerben, sportlichen Veranstaltungen oder bei den Olympischen Spielenes zu Tage. Es blüht bei der Arbeit, im Dienst, im internationalen Handel und Business.

Es ist überall – Konkurrenz und Kampf. Kampf zählt zur Normalität in unserem Leben. Die Beziehung einer Person mit der Bank, dem Chef, dem Leben, der Krankenversicherung, dem Bildungssystem, etc. – all das ist ein Kampf. Wir versuchen nicht, den Prozess aus einem positiven Standpunkt zu verstehen, wie wir unser Leben balancieren und es richtig aufbauen können; sondern wir sehen es als ein Resultat unserer Beziehungen und aus Angst, dass jemand vielleicht das größere Stück bekommt.

Es ist ein schreckliches Leben! Wenn wir es nüchtern betrachten, dann sehen wir, dass es ein ständiger Krieg ist, aber wenigstens ein Krieg, an den wir gewöhnt sind, und kein physischer, bei dem Menschenleben genommen werden. Die richtige Einschätzung von Ereignissen wäre, dass alles von der Natur kommt, die wir nicht ändern können. Wir können nur irgendwie miteinander besser zurechtkommen. Die Natur wird weiterhin die Menschheit in ihrer egoistischen Entwicklung vorwärts treiben.

Deswegen wird eine anti-egoistische Erziehung, über die Psychologen sprechen, der Menschheit nicht weiterhelfen. Nur die Lehre der vernünftigen Interaktion tut es. Wir fangen in kleinem Alter an, setzen ein Kind in einen Kreis und entwickeln langsam die Kenntnis,  dass es nicht „ich“ ist, sondern „wir“. Dieses Training ist sehr ernst. Ich habe es bisher nicht in seiner Reinform in der Psychologie gesehen. Die Kabbalah erklärt die Methode und wir haben sie seit langer Zeit angewandt.

Die Grundlage der Methode ist, dass ein Kind richtig mit einer Gruppe interagiert und versteht, dass in diesem Fall die Gruppe das persönliche „selbst“ darstellt. Gleichzeitig wird es untrennbar ein Teil der Gruppe, der Gesellschaft, es liebt es und es betrachtet es als zu Hause. Es beginnt, alle Mitglieder der Gesellschaft als sich selbst zu sehen. Und das ist die Aufgabe: Beziehungen aufbauen zwischen Menschen, bei denen sich alle als eine Person fühlen. Später, wenn eine Person zu einer anderen Gesellschaft kommt, nimmt sie ihre Gewohnheiten mit. Natürlich ist ein solcher Übergang nicht einfach; es ist wichtig vorher zu lernen wie.

Deshalb wird die richtige Interaktion mit anderen gelehrt, das Gefühl für den Mitmenschen oder einen Freund entsteht; die Wahrnehmung für die Menschen mit ihren Gedanken, Absichten und den Grad der Nähe zwischen ihnen entwickelt sich. Man fängt an, andere als sich selbst wahrzunehmen. Mit jeder anderen Person hat man einen momentanen Kontakt, entweder positiv oder negativ, aber wenigstens versteht man ihn. So wird aus Konkurrenz durch gemeinsame Aktivitäten und durch Partnerschaft mit Freunden Kooperation.

Frage: Entwickelt man ein Verlangen dafür, dass andere Erfolg haben?

Antwort: Das ist ein notwendiges Gefühl, das die gleiche Plattform für eine gute Verbindung schafft, in der man beginnt, das als einzige Wahrheit zu betrachten.

Frage: Aber Sie sagten, dieses Prinzip stünde gegen die menschliche Natur. Wie funktioniert das?

Antwort: Es steht gegen die menschliche Natur, aber es steht im Einklang mit der Erziehung, die der Mensch bisher genossen hat. Und gerade mit Handlungen, die gegen seine Natur gehen, erhebt er sich darüber. Er versteht, dass jetzt eine größere Kraft in seinen Händen liegt als die ablehnende egoistische Kraft. Das ist eine altruistische, anziehende, vereinende Kraft. Wenn diese Kraft dank seiner Anstrengungen anfängt zu dominieren, sieht er dass die zwei Kräfte, die altruistische und egoistische, einander erschaffen; sie sind dazu bestimmt, gemeinsam zu funktionieren wie plus und minus im elektrischen Strom, wie die Pole eines Magneten, wie Elektron und Proton in Materie. Die zwei Kräfte können nicht ohne einander existieren und der Mensch lernt, mit ihnen richtig zu arbeiten.

Das ist der Anfang einer höheren Psychologie. Psychologen können die positive Kraft nicht in unsere Welt bringen. Aber genau das ist unsere Hauptaufgabe, da unsere Welt vollständig auf der negativen Kraft aufbaut, wie es geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen“ (Traktat  Kiddushin 30b). Das ist die einzige Kraft, die in unserer Welt wirkt. Und sogar die positive Manifestation, die wir sehen, ist aus Konkurrenz heraus geboren.

Die Weisheit der Kabbalah lehrt, wie wir die versteckte positive Kraft in unsere Welt bringen. Wir können sie aufdecken und in unser tägliches Leben bringen. Dann können wir mit den beiden Kräften arbeiten, der Positiven und der Negativen, und dann wird es möglich sein, an uns selbst zu arbeiten.

Frage: Heißt das, dass man sich von Kabbahlisten leiten lassen muss?

Antwort: Es müssen Kabbalisten vereint mit Psychologen sein. Psychologen müssen verstehen, dass sie alleine nicht die Möglichkeiten haben, die Menschen zu verbessern. Das heißt, die Psychologie ist heute ebenfalls in der Krise.

Die Wissenschaft über die richtigen Beziehungen der gesamten Menschheit

Frage: Kann die Weisheit der Kabbalah Menschen dazu erziehen, dass sie sich als Teil der menschlichen Gesellschaft und für die Spiritualität aller Völker verantwortlich fühlen, oder wird dieses Merkmal nur vom Schöpfer an Individuen gegeben?

Antwort: Kabbalah ist für die individuelle und die kollektive Erziehung der Menschen bestimmt. Durch sie dringen wir in das System ein, durch welches unsere Welt geleitet wird. Wir spüren, wie sie mit Hilfe zweier Kräfte, positiv und negativ, gelenkt wird. Das bedeutet, dass wir uns im Verhältnis zu diesen Kräften in den richtigen Zustand bringen müssen. Auf diese Weise regen wir die rasche Entwicklung der Welt und von uns allen an.

Die Kabbalah ist die Wissenschaft über die richtigen Verbindung zwischen den Menschen. Es ist für moderne Menschen, die den enormen und unbegrenzten Egoismus entdecken, welcher dringend ausgeglichen werden muss; sie ist eine pädagogische Methode.

Aus dem russischen Kabbalaunterricht, 3/7/16

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