Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Zwischen den Meeresengen

Wir sind in einer sehr besonderen Zeit angekommen, die sogenannte „Zwischen den Meeresengen“ Periode, vom 17. Tammuz, als die Gesetzestafeln zerschlagen wurden, bis zum 9. Av, als der Tempel zerstört wurde. Im Rückblick können wir sehr vieles aus dieser Zeit lernen. Wir können sehen wie schwierig die Vereinigungsmethode zu akzeptieren und auszuführen ist. Dies bezeugen die Tage „Zwischen den Meeresengen“.

Wir erhielten die Tora, die Methode der Korrektur, symbolisiert durch Moses, der für vierzig Tage auf den Berg stieg und uns die Vereinigungsmethode von der Stufe „Bina“ (Schenken) brachte. Aber das Volk war unfähig dies zu akzeptieren. Obwohl alles von oben vorbereitet und gegeben wurde, sind wir unfähig, es zu empfangen.

In Wahrheit ist dies nicht unsere Schuld. Der Grund ist einfach der, dass unsere Wünsche noch nicht ausreichend das Gute und Böse integriert haben, um uns zu ermöglichen, das Eine durch das Andere zu korrigieren. Die Integration erfolgt mit dem Bruch. Nur eine Explosion kann die Grenzen zwischen zwei Gegensätzen, die sich gegenseitig ablehnen, brechen und diese zur Integration zwingen.

Die Integration muss komplett ungeordnet, chaotisch und unter dem Druck einer explosiven Kraft stattfinden, denn es kann bei der Integration von Gut und Böse keine Ordnung geben. Nur nachdem sie integriert wurden, kann Ordnung geschaffen werden. Innerhalb dieser Integration, mit Hilfe des Oberen Lichtes, kann alles eingeordnet und aussortiert werden. Und dann kann die richtige Verbindung und Konstruktion erreicht werden.

Ein komplexer Prozess erlaubt zwei Gegensätzen, sich in Harmonie und gegenseitiger Ergänzung zu verbinden. Genau dies passiert bei dem Prozess des Erhalts der Tora.

Die Neigung des egoistischen Verlangens, korrigiert zu werden, ist kurz nach der Flucht aus Ägypten sehr schwach. Und aufgrund dessen ist eine schnellere Korrektur unmöglich. Dieses Verlangen versteht, dass es korrigiert werden muss, erkennt jedoch nicht, inwiefern es dem korrigierten Zustand entgegengesetzt ist, weil noch keine gegenseitige Integration besteht.

Solange wir unter der Macht des Pharaos, des Egoismus sind, fühlen wir nicht, dass wir seine Sklaven sind. Unser Exodus geschieht durch eine äußere Kraft, die uns von dort herauszieht und uns zeigt, dass sich dies lohnt. Allerdings wird das Verlangen nicht von dieser Kraft korrigiert.

Wir sehen, was uns passiert: Jeden Tag entscheiden wir, endlich aus unserem Egoismus auszubrechen und an die Gruppe zu denken, sodass unsere Sorge nicht für uns selber auf einer persönlichen Ebene bleibt, sondern sich an alle richtet. Doch es gelingt uns nicht.

Wir bemühen uns immer mehr, und trotzdem finden immer wieder kleine Brüche statt. Dies geschieht als Folge mehrerer Zerstörungen und Korrekturen, die bereits in unseren Wurzeln stattfanden.

Die Tora erzählt uns von der Vorbereitung auf die Korrektur. Der Weg von sechstausend Jahren, den die Menschen durchliefen, war nur Vorbereitung. Die Korrektur wird erst am Ende erreicht, am Tag des absoluten Lichts. All diese Vorbereitungszustände wurden ebenfalls als Materie realisiert: Die Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels, sowie die Kriege innerhalb der israelischen Nation. Dies sind die Verkörperungen spiritueller Stufen.

Nach der vollständigen Integration, die auf Kosten vieler Kriege erreicht wurde, werden die Scherben des Willens zu genießen und des Willens zu geben vollständig ineinander integriert, und fallen sogar noch tiefer, bis zum tiefsten Grund. Nach vier notwendigen Exilen und drei Erlösungen erreichen wir das Ende des letzten Exils und den Beginn der endgültigen Erlösung.

Wenn man diesen Prozess betrachtet, ist es offensichtlich, dass die Tora nicht auf einmal empfangen werden kann. Und dies wird durch den Tag des 17. von Tammuz, dem Zerbrechen der ersten Tafeln angezeigt. Erst nach dem Bruch und der gegenseitigen Integration von spirituellen und materiellen Wünschen ist es möglich aufzusteigen, um eine andere Form zu erreichen.

Die erste Tora war „unkorrekt“. Das war notwendig, nur damit die Tafeln zerbrochen und korrigiert werden konnten. Die zweite Tora war korrigiert und in der Lage, die Integration der Wünsche zu geben und zu empfangen, zu regeln. Dies ist ein einzigartiger Prozess, der bezeugt, wie entgegengesetzt unsere Qualitäten von denen der oberen Kraft sind.

Wir sollten eine ausgewogene Haltung zu diesen Tagen haben und sie nicht nur als Tage der Trauer und des Bruchs sehen, sondern als etwas Unvermeidliches, was wir durchmachen müssen. Die ganze Welt wird diese Zerstörung in der einen oder anderen Form durchmachen müssen. Wenn wir aber wissen, weshalb und für welchen Zweck wir dies tun, werden wir durch den Weg von Achishena (Beschleunigung) als Menschen alles durchmachen können.

 

Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts 7/11/17

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Die Arbeit der Korrektur der Welt  Teil 1

Frage: Es gibt viele verschiedene Ideen, wie die Welt korrigiert werden sollte. Alles läuft darauf hinaus, dass das Ziel sehr wichtig und erhaben ist. Religiöse Menschen erwarten die Ankunft des Messias und dass alle Menschen religiös werden.

„Die Grünen“ verstehen unter der Korrektur der Welt eine bessere Ökologie. Die Britische Nationalkommission für Umweltschutz veröffentlichte kürzlich einen Bericht, in dem die 50 dringlichsten Maßnahmen aufgelistet sind, um „die Welt zu retten“. Hier sind einige davon: radikale Verbesserung des Stromverbrauchs, Einführung eines weltweiten Gebrauchs von Solarenergie, Steigerung des öffentlichen Bewusstseins für die Reduzierung der Energieverschwendung. All diese Maßnahmen kommen von den Grünen.

Frage: Was bedeutet die Korrektur der Welt vom Standpunkt eines Kabbalisten?

Antwort: Die Kabbala ist eine sehr umfassende Wissenschaft, die an den Fundamenten der Welt rührt und die sich über die ganze Tiefe der Natur ausdehnt. Deshalb müssen wir herausfinden, was in der Welt verdorben ist, bevor wir über ihre Korrektur sprechen.

Jeder hat seine eigene Meinung darüber, was festgesetzt werden muss, weil sein Hauptanliegen dem eignen Leben gilt. Wenn du einen alten Menschen gegenüber einem Jungen, einen Mann gegenüber einer Frau, einen Verheirateten gegenüber einem Single befragst, wird dir jeder eine andere Antwort geben.

Deshalb müssen wir zunächst die Einsicht gewinnen, ob die Welt tatsächlich unvollkommen ist, und in welcher Weise genau. Ist diese Unvollkommenheit vom Menschen abhängig oder nicht? Und wenn sie es ist, folgt daraus, dass es der Mensch ist, der sich ändern muss und nicht die Welt.

Gemäß der Weisheit der Kabbala ist die Welt so schlecht, weil sie von Anfang an korrupt war. Jedem ist die Geschichte von Adam und Eva vertraut, die im Garten Eden lebten; alles war perfekt, bis sie das Verbot brachen und durch das Essen des Apfels vom Baum der Erkenntnis sündigten. Danach begann die Schlange, beziehungsweise unser Egoismus, die Welt zu regieren. Von da an begannen wir, anderen Böses zu wünschen und so ist es offensichtlich bis heute geblieben.

Offenbar wäre die Welt viel besser dran gewesen ohne die Sünde von Adam. Wenn die Menschen freundlicher zueinander wären, dann wäre unsere Welt, unsere Gesellschaft sicherlich besser gewesen.

Wenn man sich die Eigenschaften der gesamten Natur anschaut – unbelebt, pflanzlich und tierisch – dann wird man sogar da sehen, dass man den anderen benutzt und auf seine Kosten lebt. Deshalb läuft es darauf hinaus, dass auch hier ein Bedürfnis nach Korrektur besteht. Es gibt keine Spezies, die für sich selbst existiert. Besonders der Mensch verschafft sich sein eigenes Wohlergehen zum Nachteil anderer.

Daraus folgt, dass wir die allgemeine Natur korrigieren müssen, um die Welt zu korrigieren. Und die Kabbala erklärt, dass dann, wenn die menschliche Natur korrigiert ist, die ganze Welt korrigiert sein würde – alles wird in einem zusammenhängenden System vereint, und sogar Wölfe und Schafe werden friedlich nebeneinander leben, und ein kleines Kind wird sie anführen, wie es bei den Propheten geschrieben steht.

 

Aus KabTV´s  „Ein Neues Leben“ 6/13/17

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Einsamkeit in einer Milliardenmenge 2

Die moderne Gesellschaft besteht aus Individualisten, die sich nicht miteinander verbinden wollen, genauer gesagt, bindungsunfähig sind. Aber andererseits verstehen wir, dass wir ohne Verbindung miteinander leer und unglücklich bleiben.

Wir können das Leben in Einsamkeit nicht genießen, ohne Familie, ohne Kinder, ohne echte Freunde.
Alle leiden unter dem Problem der Einsamkeit, wissen aber nicht wie sie es lösen können.
Dafür ist ein neues, starkes und umfangreiches Bildungssystem notwendig, mit Spezialisten, die die Wurzel des Problems und die Wege zu dessen Lösung verstehen.
Ansonsten wird das Problem immer größer werden. Niemand wird heiraten und Kinder bekommen wollen, der Konsum von Drogen und Antidepressiva wird wachsen, und der Terrorismus wird wachsen, denn die Menschen werden jegliche Hoffnung auf eine gute Zukunft verlieren.

Vor langer Zeit war der Mensch ein soziales Wesen. Er lebte in der Gemeinde und fühlte, dass er von einem großen sozialen Netzwerk vieler Menschen unterstützt wurde. Aber heute haben wir uns so weit entwickelt, dass unser Egoismus nicht bereit ist zu kommunizieren, er macht uns zu vollkommenen Individualisten. Die moderne Entwicklung der Technik ermöglicht uns, friedlich alleine zu leben und die Zeit vorm Fernseher, Computer oder Smartphone zu verbringen.
Aber am Ende bringen all diese Spielzeuge dem Menschen keine seelische Zufriedenheit, und er bleibt einsam und unglücklich, er fühlt, dass er etwas braucht, um sich zu füllen. Es bleibt eine innere Leere in ihm zurück.
Es ist immer möglich ins Ausland zu verreisen, aber dann kommt man zurück und wird sich wieder alleine fühlen.
Das bedeutet, dass der Mensch versteht, dass er eine zusätzliche Füllung braucht. Daraus folgt, dass wir zu einer roten Linie in unserer Entwicklung gelangt sind, wo wir  entscheiden müssen, was weiter zu tun ist.

Frage: Wenn ein Mensch von Natur aus ein immer größerer Individualist wird, warum ist er dann nicht glücklich, wenn  er alleine bleibt? Warum leidet er unter Einsamkeit?

Meine Antwort: Der Egoismus entwickelt sich linear und macht aus uns immer größere Individualisten. Aber gleichzeitig, angefangen in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, fing das System an, sich in einem Kreis zu schließen und uns durch eine integrale Abhängigkeit zu verbinden. Das System verlangt von uns eine gute, innere Verbindung miteinander und nicht nur einfach ein Kennenlernen auf der Arbeit. Wir sind verpflichtet, unser Verlangen in einem System mit allen zusammen zu erfüllen. Dieses Verlangen ist den Menschen noch nicht klar. Es zeigt sich, dass er sich gleichzeitig in zwei Formen entwickelt, linear und kreisförmig, und unterbewusst wünscht er sich, dass diese beiden Formen einander unterstützen und zusammen arbeiten.

Der Mensch versteht nicht, warum sich die Welt plötzlich in ein kleines Dorf verwandelt hat. Er denkt, dass nur die Wissenschaftler, Politiker und Wirtschaftsunternehmen voneinander abhängig sind, und dass ihn das nicht betrifft. Aber wir sehen, dass die ganze Natur sich in einem Ring schließt. Auf einer Seite der Welt kommt es zu einer Explosion, und woanders sehen wir die Auswirkungen, weil alles voneinander abhängig ist. Die Natur zeigt uns, wie unpersönlich und integral sie ist.

Dieselbe Stufe der Integration entwickelt sich jetzt in der menschlichen Gesellschaft, aber sie fordert noch keine integrale Verbindung vom Individuum. Wir haben diese Notwendigkeit noch nicht erkannt, aber bald werden wir gezwungen sein, sie zu erkennen.  
Die Natur strebt danach, uns einander so anzunähern, dass wir keine andere Wahl haben. Wenn wir uns selbst für eine echte innere Zufriedenheit im Leben verbürgen wollen, müssen wir die richtige Formel unserer Verbindung untereinander finden.

 

Aus KabTV´s „Ein Neues Leben“ 04/04/2017

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Die Arbeit an der Weltkorrektur, Teil 3

rav_laitman_017Frage: In der Welt gibt es sehr viel Korruption, Betrug, Ungerechtigkeit und Ungleichheit zwischen Reichen und Armen, und das alles hindert uns daran, normal zu leben. Es ist offenbar, dass es gewisse Menschen gibt, die an diesem Zustand mehr Schuld tragen. Was kann man aber von einem einfachen Menschen verlangen?

Wieso behaupten Sie, dass jeder sich korrigieren muss? Wäre es nicht besser, diejenigen zu korrigieren, die wirklich Macht und Kraft in dieser Welt haben, und dann werden sie unsere Systeme korrigieren und unser Leben verbessern? Was hat ein einfacher Mensch damit zu tun?

Antwort: Der einfache Mensch leidet einfach und weiß überhaupt nicht wieso. Es geht darum, dass jeder mit Hilfe seines Egoismus gesteuert wird und er verpflichtet ist, sich zu korrigieren.

Frage: Wieso sollte man nicht nur diejenigen korrigieren, die das Problem verursachen?

Antwort: Sie sind nicht die Ursache des Problems, sie sind nur das Ergebnis von uns allen. Wenn wir ein paar Anführer auswechseln, kommen andere, die nicht besser sind. Man muss die gesamte menschliche Gesellschaft korrigieren und dann werden alle anderen Niveaus: tierisches,  pflanzliches und unbelebtes Niveau auch korrigiert, weil sie vom Menschen abhängen.

Frage: Was gibt es so besonderes in einem Menschen, dass er die gesamte Natur zerstört?

Antwort: Das ist das Verlangen des Menschen, seinen Erfolg zu Lasten der anderen aufzubauen.

Frage: Wir aber versuchen uns gegenseitig zu helfen. In unserer Zeit gibt es viele philanthropische Gesellschaften und niemand hungert. Wir kümmern uns also umeinander und wünschen uns gegenseitig das Gute.

Antwort: Das Problem liegt darin, dass sich jeder nach seiner Meinung richtet, und deswegen wundert er sich, wieso wir so viel Gutes füreinander tun, aber die Welt wird schlimmer und schlimmer? Wahrscheinlich wissen wir nicht, was es heißt, Gutes zu tun und was die Natur von uns verlangt. Wir verstehen nicht, dass die menschliche Gesellschaft nicht nach ihrer Meinung, sondern nach etwas höheren Ansprüchen, höher als unserem egoistischen Verstand, den egoistischen Gefühlen und Philosophien aufgebaut werden soll.  
Jeder Mensch hat seine Vorstellungen davon, wie die ideale Gesellschaft aussehen sollte. Man muss vor allem das richtige Format finden, die Form der Gesellschaft. Wir verstehen das nicht, und deswegen werden wir ständig in Diskussionen reingezogen, in Kriege und jeder denkt, dass er im Recht ist. Die Gerichte sind überfüllt mit Menschen, die ihr Recht behaupten.

Wer kann uns den Begriff der richtigen Form der Welt geben, damit alles objektiv ist und nicht eine persönliche Meinung von irgendjemandem? 

Wir alle sind nicht korrigierte Egoisten, wir sind voller Vorurteile, und vielleicht denken wir auch nur unbewusst immer an uns selbst und nicht an die anderen.
Deswegen müssen wir als erstes die richtige und objektive Form der Welt ermitteln. Dafür müssen wir uns an die Wissenschaft der Kabbala wenden, welche erklärt, was die höhere Kraft und Natur bedeuten und wie wir ihr ähnlich werden können. Nur so können wir zu einem guten Leben kommen. Die höhere Kraft der Natur ist höher als wir, und wir werden nicht fähig sein, sie zu ändern. Aber wir können uns ändern und uns in Übereinstimmung mit ihr bringen. Je mehr wir dieser höheren Kraft ähnlich werden, desto besser wird unser Leben.

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Die Arbeit an der Weltkorrektur, Teil 2

ravFrage: Wieso wurde die Welt nicht korrigiert erschaffen?

Antwort: Damit wir sie korrigieren! Denn wir dringen während des Prozesses der Korrektur  in die Tiefe der Welt ein und können so die Welt ergründen und damit auch verstehen, wie sie erschaffen wurde und wie sie arbeiten müsste, wenn sie schon korrigiert wäre. Also wir offenbaren all die inneren Gesetze der Welt.

Frage: Wäre es dann nicht besser sofort die Welt in korrigierter Form zu erhalten und ein gutes Leben zu führen?

Antwort: Überhaupt nicht. Wenn ich die korrigierte Welt erhalte, kann ich nur auf die Knöpfe drücken damit ich von der Welt das bekommen kann, was ich möchte. Wenn aber dieses „Gerät“ kaputt ist, bin ich gezwungen ins Innere einzudringen und zu studieren wie die Welt funktioniert, zu klären wieso und weswegen ein Ausfall kommt, wie man repariert und wie „das Gerät“ richtig arbeiten muss. Auf diese Weise lerne ich das gesamte System kennen. In dem Maße, wie ich das System von Anfang bis zum Ende korrigiere, werde ich zu seinem Herren.

Frage: Wofür brauchen wir das, die Herren des Systems zu sein?

Antwort:  Damit wir die Welt regieren. Der Mensch muss alles verstehen, fühlen und die ganze Realität regieren. Die Korrektur der Welt bedeutet die Korrektur des Menschen, und auf diese Weise erkenne ich, wer ich bin und werde mich korrigieren. Der Schöpfer hat mich angeblich „zerbrochen“ und ich korrigiere mich. Dank dem erkenne ich, was der Schöpfer gemacht hat und wie die richtige Form aussehen soll. Ich vergleiche mich mit Ihm in der Arbeit. Er hat zerbrochen und ich korrigiere.

So kommt es, dass ich dem Schöpfer gleich werde, indem ich mich auf Sein Niveau erhebe. Also der gesamte Prozess des Zerbruchs und der Korrektur ist dazu da, damit man den Menschen auf eine höhere Stufe der Realität und seiner Weltanschauung erhebt, hin zu einem anderen Leben.

[#209014]

Das Prinzip des Zehnten

Tora, Deuteronomium, 26:12 – 26:13: Wenn du den ganzen Zehnten deines Ertrages im dritten Jahr, dem Jahr des Zehnten, vollständig entrichtet hast und ihn dem Leviten, dem Fremden, der Waise und der Witwe gegeben hast, damit sie in deinen Toren essen und sich sättigen, dann sollst du vor dem HERRN, deinem Gott, sprechen: Ich habe das Geheiligte aus dem Haus weggeschafft und habe es auch dem Leviten und dem Fremden, der Waise und der Witwe gegeben nach all deinem Gebot, das du mir befohlen hast; ich habe deine Gebote nicht übertreten noch vergessen.

Alles, was du den anderen geben kannst, musst du geben. Und das, was du nicht geben kannst, behälst du widerwillig für dich, weil dein Egoismus dir nicht erlaubt, mehr von dir abzutrennen. Deswegen wird empfohlen, den Zehnten abzugeben, mehr wird von dir nicht verlangt. Das ist aber eine starre Bedingung.

Der Zehnte ist der zehnte Teil des Nettoverdienstes von einem Erzeugnis, welches du anstatt es für dich zu verwenden, durch den Tempel für die Verwendung durch andere abgeben sollst.

„Durch den Tempel“ heißt, für das reine Geben, welches überhaupt keinen Bezug zu dir hat. Das bedeutet, dem Schöpfer zu geben. Du gibst uneigennützig, ohne irgendeinen Verdienst für dich, weil der für den Schöpfer bestimmt ist.

Frage: Und ich weiß überhaupt nicht, wohin das führt?

Antwort: Das ist nicht deine Sache! Du gibst ab und das war‘s. Nehmen wir an, du hast 100 Schafe, 10 davon gibst du ab. Das ist überhaupt nicht leicht. Als ob du etwas von dir abschneiden würdest. Für den Menschen ist das sehr schwer.

Sinn der Sache ist, dass dies nicht quantitativ, sondern qualitativ schwierig ist, weil du ständig trotz deines Egoismus abgeben musst. In unserer Welt vergeben viele Menschen verschiedene Stiftungen. Der Mensch versteht genau, dass das alles für ihn ist! Ansonsten könnte er sowas nicht tun, weil wir alle Egoisten sind.

Hier aber entsteht ein Zustand, wo du verstehst, dass du den Zehnten in die Leere gibst, in die zwischenplanetarische Leere. Deswegen trennt er sich mit so einer enormen Schwere davon.

Kommentar: Ihr sagt manchmal, dass, wenn der Mensch diese 10% nicht abgibt, sie ihm sowieso keine Freude bringen werden …

Antwort: In unserer Welt geschieht alles auf diese Weise: wenn du das, was du abgeben musst nicht freiwillig abgibst, wird es dir zwangsläufig genommen. Die Welt muss sowieso existieren und sie existiert nach den Gesetzen, in welchen das Prinzip des Zehnten herrscht. Und obwohl wir das nicht sehen und nichts davon wissen, wird es von uns genommen. Sogar auf so eine Art und Weise, dass wir dadurch leiden, wir wollen das nicht, aber wir sehen, dass wir verlieren. Und das alles anstatt im Gegenteil durch das Geben zu empfangen.  

 

Aus KabTV’s “Geheimnisse des Ewigen Buches” 11/9/16

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Einsamkeit in einer Milliardenmenge  Teil 1

Frage: Einsamkeit ist der Fluch der modernen Gesellschaft. Im Menschen, der von unzähligen Menschenmengen umgeben ist, lebt ein inneres Gefühl der völligen Einsamkeit. Vor allem ist dieses Phänomen unter jungen Menschen verbreitet, und es nimmt an Schwung und Kraft zu.
Jugendliche, die einen halben Tag in der Schule verbringen, umgeben von vielen Menschen, und den zweiten Teil des Tages am Computer sitzen, in den virtuellen sozialen Netzwerken, bei alledem leiden sie unter Einsamkeit.

Eine andere Gruppe, die besonders stark von Einsamkeitsproblemen betroffen ist, sind die älteren Menschen ab 65 Jahren. Aber im Prinzip trifft die Einsamkeit alle Altersgruppen.

Selbst ein kleines Kind, das sich beklagt, dass ihm langweilig ist, bedauert in der Tat, dass es allein ist und niemanden zum spielen hat.
Es ist offensichtlich, dass die Einsamkeit ein rein inneres Gefühl ist, das nichts damit zu tun hat, ob viele Menschen um einen herum sind. Was ist der Grund dafür, dass die Menschen sich einsam fühlen?

Meine Antwort: Das Problem der Einsamkeit begann in der Mitte des letzten Jahrhunderts aufzutreten, und sie wuchs mehr und mehr, weil die Menschheit den Zenit der Entwicklung erreichte.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts hat der Mensch die „lineare“ Entwicklung seiner egoistischen Natur, die über Tausende von Jahren andauerte, vollendet. Das lineare Wachstum des Egoismus ist beendet, und die Welt ist integral, global, zu einem kleinen Dorf geworden, wo alle voneinander abhängig sind.
Die Entwicklung trug dazu bei, dass man heute einfach von einem Ende der Welt zum anderen fliegen kann. Früher waren die Menschen nur wegen Business und Handel unterwegs. In der modernen Welt fahren, fliegen, bewegen sich alle irgendwohin. Es scheint unrealistisch, sich dabei einsam zu fühlen? Der Tourismus ist das am weitesten entwickelte und leistungsfähigste Unternehmen in der Welt und zugleich bleibt der Mensch einsam.

Vielleicht ziehen wir deswegen die ganze Zeit umher, weil wir hoffen, dadurch diese innere Sehnsucht, dieses innere Verlangen zu betäuben? Aber das passiert nicht. Umgekehrt, der Tourist kommt in ein fremdes Land, um sich noch mehr von allen anderen zu trennen.
Scheinbar begibt man sich auf eine Reise, um die Welt zu sehen, andere Länder kennen zu lernen. Aber wohin man auch geht, bleibt man immer allein, fühlt man sich noch einsamer als zu Hause. Dies ist ein Paradox, ein Widerspruch, dass die Welt in der äußeren Form immer mehr verbunden ist, und innerlich immer individualistischer und voneinander getrennt ist.
Und genauso sind die Menschen voneinander abhängig, beim Business und in der Arbeit, beim gegenseitigen kulturellen Einfluss, aber niemand profitiert davon persönlich, oder hat dazu einen Mangel oder einen Wunsch.
Der Egoismus wächst in einer Person auf individuelle Weise, aber die Welt um ihn herum bildet ein globales System. Es entsteht eine Trennung  zwischen einer ganzheitlichen, wechselseitig verbundenen Welt, und den Menschen, die nichts miteinander zu tun haben wollen. Im Gegenteil, der Egoismus wächst in ihnen und verwandelt sie in immer größere Individualisten.

So sehen wir, dass der moderne Mensch diese Welt nicht annehmen will, und die Welt akzeptiert den Menschen nicht. Wir passen einfach nicht in den Rahmen, den die Natur für uns vorbereitet hat. Die Natur will, dass wir zusammen sind, verbunden durch gute Beziehungen. Aber wir wollen das nicht.
Die Welt kann uns einfach mit allem, was wir  brauchen, versorgen: Lebensmittel, Kleidung, Medizin, Unterkunft – alles was man will. Aber wir wollen uns nicht verbinden, was die Welt von uns einfordert, jeder will für sich bleiben. Früher konnte die ganze Familie in einem Raum leben und mehrere  Familien in einem Haus. Junge Paare lebten bei den Eltern. Aber heute muss jeder ein eigenes Zimmer haben, jeder Erwachsene und jedes Kind.

Und moderne Technologien fördern diesen Trend (selbstverständlich arbeiten sie für den Verbraucher). Daher hat jeder eine persönliche Handy-Nummer und eine persönliche E-Mail-Adresse.
Der Egoismus, der sich im Innern des Menschen entwickelt und ihn zunehmend von den anderen isoliert, zwingt ihn darüber nachzudenken, was er damit tun soll? Denn unser Wunsch zu genießen will Erfüllung, die man nur für sich selbst nicht erreichen kann.

Aus dem 846. Gespräch über ein Neues  Leben vom 04.04.2017

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Generationskonflikt Teil 3

Frage: Aus welchen Gründen sind Freundschaft und Verbindung zwischen den Generationen möglich? Gibt es solche Dinge, die nicht von Zeit und Alter abhängen?

Antwort: Nur die Seele, die ewig ist, ist nicht von der Zeit abhängig. Der ganze Rest ist befristet. Nur die Seele kann sich gemeinsam zwischen den verschiedenen Generationen befinden, da hier wirklich einer für alle gilt. Für die Seele ist es egal, welcher Generation du angehörst: Babyboomer, X, Y, Z oder A.

Die Seele wird für alle zukünftigen Generationen immer die eine sein; sie ist höher als die Zeit und höher als Leben und Tod. Die Seele wird in allen Generationen, aus der Zeit der Dinosaurier, sogar des Urknalls, als wir in Form von winzigen Teilchen des Verlangens existierten, bis heute und bis zum Ende der Korrektur, allen gemeinsam sein. Darum gibt es nur in der Entwicklung der Seele ein gemeinsames Interesse oder eine Grundlage, auf der wir zusammenarbeiten, uns gegenseitig unterstützen und einander brauchen.

Frage: Bedeutet das, dass die Seele etwas Unveränderliches und Ewiges ist, was alle Generationen zusammenführt? Aber was ist die Seele und wie entwickelt man sie?

Antwort: Die Seele ist ein besonderes Verlangen eines Menschen, sich nicht in sich selbst zu spüren, sondern außerhalb von sich selbst. Solch ein Verlangen kann in euch entwickelt werden, indem ihr in einer Gruppe arbeitet, welche die Methode der Kabbala nutzt, die euch erlaubt, euch über euren eigenen Egoismus zu erheben. Dann werde ich die Welt nicht, wie ich es sonst wahrnehme, verzerrt von meinem Egoismus her sehen, sondern so wie sie wirklich ist – außerhalb von mir.

Ich passiere sie, wie durch einen Filter durch eine kleine Gruppe und beginne die Welt so zu sehen, wie sie nicht durch meine Selbstsucht getrübt wird. Das ist eine völlig andere Wirklichkeit, die spirituelle Welt genannt wird. Meine Seele ist die Wahrnehmung der spirituellen Welt.

Die Seele zu entwickeln bedeutet, in sich die Fähigkeit zu entwickeln, über seinem Egoismus zu stehen. Egoismus ist der Wunsch, alles in mir aufzunehmen, was mich daran hindert, die Welt außerhalb von mir zu fühlen.

Frage: Es stellt sich heraus, dass die Beziehung zwischen Eltern und Kindern in zwei Bereiche unterteilt ist. Einer ist äußerlich und ist nur eine materielle Sicherheit: Kinder füttern, sie ankleiden und alles Notwendige für ihre Existenz zu liefern. Es gibt aber auch noch eine innere Verbindung, welche das Materielle übersteigt. Gibt es in diesem inneren Bereich keinen Abstand zwischen den Generationen?

Antwort: Wir treffen uns alle außerhalb der spirituellen Welt, jenseits des anti -egoistischen Filters. Wir verlassen alle unsere kleinlichen, egoistischen Launen, die sich auf der tierischen Stufe und auf der Stufe der Menschen dieser Welt befinden. Die tierische Stufe ist das Verlangen nach Nahrung, Sex, Familie und die menschlichen Verlangen sind Geld, Macht und Wissen. All das lassen wir zurück und es bleiben nur die Verlangen der Seele zurück.

 

Von Kab TV „Ein neues Leben“ 18/4/17

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Generationskonflikt Teil 2

Frage:  Jede Generation zeichnet sich durch unterschiedliche Werte aus: einige durch den Geldwert, andere über Wissen. Jede nachfolgende Generation wird diese Werte immer weniger schätzen, sondern wird zunehmend nach inneren Werten suchen.

Der Konflikt zwischen den Generationen ist so groß, dass es unklar ist, wie heute Eltern eine Generation in einer für uns völlig nicht familiären Welt aufziehen kann. Immerhin sind wir in der alten Welt aufgewachsen, die vielleicht schon in die Geschichte eingegangen ist.

Antwort: Das ist richtig bemerkt. Stellen Sie sich vor, ein Dinosaurierpärchen hätte einen Affen geboren, welcher eine neue Ära kennzeichnet, die viele tausende von Jahren voraus ist. Diese Dinosaurier schauen auf den Affen und wissen nicht, was sie damit anfangen sollen. Es ist noch nicht einmal klar, was der Affe isst, wie man mit ihm spielt, worüber man mit ihm spricht.

Heute fühlen wir uns oft so, wie in der Rolle der Eltern-Dinosaurier, deren Affenbaby tausendmal schlauer geboren wurde als wir. Ebenso sieht ein Kind seine Eltern an und versteht nicht, was sie von ihm wollen. Seine Eltern verstehen ihn nicht und haben keine Verbindung zu seiner Welt. Sie sind mit ihm nur finanziell verbunden, also wartet er darauf, gefüttert zu werden, Geld zu bekommen und alleine gelassen zu werden.

Immerhin will er sich, wie jede Generation,  im Leben verwirklichen, um seine Wünsche zu erfüllen. Diese Wünsche sind nicht die seiner Eltern. Die Eltern wollen sich gut anziehen und der junge Mann denkt nicht über Kleider nach.

Die Eltern genießen klassische Musik und das Kind bekommt davon Juckreiz und versteht nicht wie man so etwas anhören kann. Die gesamte Kultur der Eltern ist der Kultur der Kinder so entgegengesetzt, dass es kein Verständnis zwischen ihnen gibt.

Manche können den Anderen nicht verstehen. Sie begegnen sich nur auf der Ebene von Nahrung und Geld – soweit körperliche Verlangen betroffen sind. Es gibt auch in den körperlichen Verlangen Unterschiede zwischen uns; was wir essen ist nicht dasselbe, die Auffassung von Arbeit, Geld und Karriere, in der für uns vertrauten Weise, ist für die jüngere Generation nicht mehr vorhanden.

Das Kind folgt seiner eigenen Natur und möchte sich nicht an die Natur seiner Eltern anpassen. Es denkt, da ihn seine Eltern geboren haben sind sie jetzt verpflichtet, für ihn zu sorgen, möglicherweise bis zum Ende des Lebens.

Die Eltern haben sich beeilt einen Beruf zu bekommen, zu arbeiten um eine Familie zu gründen. Ihre Kinder haben diese Gedanken und Beweggründe nicht; sie sind bereit, ihr gesamtes Leben im Haus ihrer Eltern, in ihrem Zimmer, mit ihrem Computer zu verbringen.

Frage: Was raten sie den Eltern, in dieser Situation zu tun?

Antwort: Nichts kann getan werden, wenn Eltern und Kinder nicht die gleiche Tiefe erreichen. Um das zu tun, müssen sie eine ähnliche Stufe einer inneren Entwicklung bekommen, damit sie eine Art von „gemeinsamen Nenner“ bekommen. Im Moment haben wir keinen gemeinsamen Nenner; es kommt auf die Zukunft an, wie die jüngere Generation ihre Seele entwickelt.

In jedem Menschen gibt es einen Teil, der ewig, nicht der Zeit unterworfen ist und sich nicht mit den Jahren verändert. Wenn ich jetzt mit siebzig Jahren anfange, mit meinem Enkel, der jetzt zehn Jahre alt ist, mit unseren Seelen zusammenzuarbeiten, werden wir einen gemeinsamen Platz haben, ewig und perfekt.

Für das Kind wird es sehr wichtig sein. In der Tat ist dieses Thema viel näher an der modernen Generation dran, als an den Vorangegangenen. Durch sie können wir Kontakt, Verbindung, gegenseitiges Verständnis und Unterstützung –  ein wirklich globales Leben erreichen.

Ich sehe, dass zwei meiner Kinder, wie ich selbst, in der Kabbala engagiert sind. Es gibt deshalb kein Missverständnis zwischen uns, da sie fühlen, dass die Kabbala über den Sinn des Lebens spricht, über ihre Absicht und Arbeit, die niemals veraltet.

 

Aus Kab TV „Ein neues Leben“ 18/4/17

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Generationskonflikt Teil 1

Frage: Das ewige Thema:  Väter und Söhne – die Kluft zwischen den Generationen. Warum sind wir so unterschiedlich und verstehen uns nicht? Alle 10-15 Jahre kommt eine neue Generation, die sich durch ihre Wahrnehmung der Welt von der vorangegangenen Generation unterscheidet. Was wird uns helfen, dass wir in Frieden mit allen unterschiedlichen Sichtweisen zusammen leben können? Im Grunde hat die Generation der Väter die gesamte materielle Basis für unser Leben geschaffen. Die nachfolgenden Generationen werden immer weniger dazu verpflichtet, sich im Materiellen zu engagieren, sondern sich mehr mit der inneren, menschlichen Forschung zu beschäftigen. Wie tief ist in Wirklichkeit der Konflikt zwischen den Generationen?

Antwort: Der Abstand zwischen den Generationen sollte nicht in quantitativen, sondern nach qualitativen Indikatoren gemessen werden. Es ist sehr schwierig die Qualität zu beurteilen, um die Mängel zu messen. Wonach strebt diese Generation, was ist das Wichtigste für sie, wo setzt sie ihre Prioritäten?

Wenn wir die grundlegenden Verlangen wie Nahrung, Sex, Familie, Geld, Macht und Wissen klar sehen und bemessen können, auf welcher Stufe sie sich in jeder Generation befinden und wo ihre Prioritäten liegen, dann können wir uns ein Bild von jeder Generation machen. Ich glaube aber nicht, dass jemand mit solch einer Untersuchung beschäftigt war. Die Weisheit der Kabbala studiert das menschliche Verlangen, vergleicht sie aber nicht von Generation zu Generation. Es ist für sie nicht so wichtig. Wir wissen, dass sich die Menschheit ständig weiterentwickelt und sich einer großen Krise nähert.

Schließlich werden die Wünsche nach Nahrung, Sex, Familie, Geld, Macht und Wissen, keinem Mensch irgendeine Erfüllung bringen, er wird sich darüber hinaus entwickeln wollen. Die Weisheit der Kabbala soll dazu beitragen. Solange die Menschheit sich nicht mit dieser Entwicklung des Menschen beschäftigt, kann sie viele Jahre und sogar Jahrhunderte, wenn sie ihre Verlangen an kurzlebige Dinge hängt, steckenbleiben. Wir denken immer, dass wir auf der nächsten Stufe der Verlangen, den Sinn unseres Lebens begreifen werden. Als ob das Geheimnis des Lebens in Reichtum, Ehre, Wissen liegen würde und wenn wir das enthüllen, wir dann glücklich werden würden.

Schrittweise reift so die Menschheit heran, bis sie schließlich enttäuscht von ihrer Entwicklung ist, die hauptsächlich zwischen diesen sechs Grundverlangen gesponnen wurde. Wir können jedoch die für unsere Entwicklung benötigte Zeit verkürzen. Wir können schon sehen, dass uns diese Entwicklung zu einer globalen Krise führt. Sie zerstört einen Mensch völlig, bis er schwört, lieber zu sterben, als solch ein Leben zu führen.

Ein Mensch kann nicht ohne Freude leben. Denn der moderne Mensch ist nicht in der Lage, Genuss zu empfangen, da das egoistische Verlangen seine Entwicklung beendet. Der Mensch bleibt ohne Verlangen verzweifelt, er weiß nicht, wohin er weitergehen soll. Die Kabbala erklärt, dass alle menschlichen Entwicklungsschritte von Anfang an eine absolut verlorene Sache waren.

Wenn wir das realisieren, verkürzen wir auf der Stufe der Einzelnen, der Familien und des Staates unseren Leidensweg für viele hundert Jahre und vermeiden Kriege, Streitigkeiten, große Leiden und Tragödien. Mit Hilfe der integralen Bildung kann die Kabbala die Menschheit zur Erkenntnis all ihrer Fehler führen ohne dass sie alles am eigenen Leib erfahren muss.

Empfehlung von der Kabbala an den Menschen:

Gib einem Menschen sobald als möglich die richtige Erziehung, damit er versteht, dass ihm das Rennen nach den sechs materiellen Götzen: Nahrung, Sex, Familie, Geld, Ehre und Wissen, keinen Erfolg bringt. Erst dann wird das Rennen danach kurz durchdacht, schnell enden und ein positives Ergebnis hervorbringen. Dies führt zur Erkenntnis des Bösen.

Aus KabTV’s “Neues Leben”, #851, 4/17/17
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