Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Krise'

Einsamkeit in einer Milliardenmenge  Teil 1

Frage: Einsamkeit ist der Fluch der modernen Gesellschaft. Im Menschen, der von unzähligen Menschenmengen umgeben ist, lebt ein inneres Gefühl der völligen Einsamkeit. Vor allem ist dieses Phänomen unter jungen Menschen verbreitet, und es nimmt an Schwung und Kraft zu.
Jugendliche, die einen halben Tag in der Schule verbringen, umgeben von vielen Menschen, und den zweiten Teil des Tages am Computer sitzen, in den virtuellen sozialen Netzwerken, bei alledem leiden sie unter Einsamkeit.

Eine andere Gruppe, die besonders stark von Einsamkeitsproblemen betroffen ist, sind die älteren Menschen ab 65 Jahren. Aber im Prinzip trifft die Einsamkeit alle Altersgruppen.

Selbst ein kleines Kind, das sich beklagt, dass ihm langweilig ist, bedauert in der Tat, dass es allein ist und niemanden zum spielen hat.
Es ist offensichtlich, dass die Einsamkeit ein rein inneres Gefühl ist, das nichts damit zu tun hat, ob viele Menschen um einen herum sind. Was ist der Grund dafür, dass die Menschen sich einsam fühlen?

Meine Antwort: Das Problem der Einsamkeit begann in der Mitte des letzten Jahrhunderts aufzutreten, und sie wuchs mehr und mehr, weil die Menschheit den Zenit der Entwicklung erreichte.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts hat der Mensch die „lineare“ Entwicklung seiner egoistischen Natur, die über Tausende von Jahren andauerte, vollendet. Das lineare Wachstum des Egoismus ist beendet, und die Welt ist integral, global, zu einem kleinen Dorf geworden, wo alle voneinander abhängig sind.
Die Entwicklung trug dazu bei, dass man heute einfach von einem Ende der Welt zum anderen fliegen kann. Früher waren die Menschen nur wegen Business und Handel unterwegs. In der modernen Welt fahren, fliegen, bewegen sich alle irgendwohin. Es scheint unrealistisch, sich dabei einsam zu fühlen? Der Tourismus ist das am weitesten entwickelte und leistungsfähigste Unternehmen in der Welt und zugleich bleibt der Mensch einsam.

Vielleicht ziehen wir deswegen die ganze Zeit umher, weil wir hoffen, dadurch diese innere Sehnsucht, dieses innere Verlangen zu betäuben? Aber das passiert nicht. Umgekehrt, der Tourist kommt in ein fremdes Land, um sich noch mehr von allen anderen zu trennen.
Scheinbar begibt man sich auf eine Reise, um die Welt zu sehen, andere Länder kennen zu lernen. Aber wohin man auch geht, bleibt man immer allein, fühlt man sich noch einsamer als zu Hause. Dies ist ein Paradox, ein Widerspruch, dass die Welt in der äußeren Form immer mehr verbunden ist, und innerlich immer individualistischer und voneinander getrennt ist.
Und genauso sind die Menschen voneinander abhängig, beim Business und in der Arbeit, beim gegenseitigen kulturellen Einfluss, aber niemand profitiert davon persönlich, oder hat dazu einen Mangel oder einen Wunsch.
Der Egoismus wächst in einer Person auf individuelle Weise, aber die Welt um ihn herum bildet ein globales System. Es entsteht eine Trennung  zwischen einer ganzheitlichen, wechselseitig verbundenen Welt, und den Menschen, die nichts miteinander zu tun haben wollen. Im Gegenteil, der Egoismus wächst in ihnen und verwandelt sie in immer größere Individualisten.

So sehen wir, dass der moderne Mensch diese Welt nicht annehmen will, und die Welt akzeptiert den Menschen nicht. Wir passen einfach nicht in den Rahmen, den die Natur für uns vorbereitet hat. Die Natur will, dass wir zusammen sind, verbunden durch gute Beziehungen. Aber wir wollen das nicht.
Die Welt kann uns einfach mit allem, was wir  brauchen, versorgen: Lebensmittel, Kleidung, Medizin, Unterkunft – alles was man will. Aber wir wollen uns nicht verbinden, was die Welt von uns einfordert, jeder will für sich bleiben. Früher konnte die ganze Familie in einem Raum leben und mehrere  Familien in einem Haus. Junge Paare lebten bei den Eltern. Aber heute muss jeder ein eigenes Zimmer haben, jeder Erwachsene und jedes Kind.

Und moderne Technologien fördern diesen Trend (selbstverständlich arbeiten sie für den Verbraucher). Daher hat jeder eine persönliche Handy-Nummer und eine persönliche E-Mail-Adresse.
Der Egoismus, der sich im Innern des Menschen entwickelt und ihn zunehmend von den anderen isoliert, zwingt ihn darüber nachzudenken, was er damit tun soll? Denn unser Wunsch zu genießen will Erfüllung, die man nur für sich selbst nicht erreichen kann.

Aus dem 846. Gespräch über ein Neues  Leben vom 04.04.2017

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Wie retten wir die Welt aus dem Meer von Lügen?

Gegenwärtig durchläuft unsere Welt einen einzigartigen Prozess, bei dem alles, was in der Menschheitsgeschichte erreicht wurde, neu überdacht wird, und wir sehen, was für eine betrügerische Gesellschaft der Mensch erschaffen hat. Wir werden von allen Seiten betrogen und belogen. Die Medien sind im Besitz der reichen Elite und senden kein wahres Wort. Die Herrscher der Welt gehen ohne irgendeinen Gedanken an andere ihren persönlichen Geschäften nach. Sie tun nichts zum Wohl der Menschen, sondern nur zu ihrem eigenen Wohl.

Das enthüllt sich gerade jetzt, in unseren Tagen. Die Menschheit ist gewachsen und durchläuft eine schwierige Umgestaltung der menschlichen Gesellschaft. Das ist ein Ruf der Zeit. Deshalb habe ich Donald Trump so sehr bei den Wahlen und hinterher unterstützt. Es gibt nichts Besonderes an ihm, aber er ist ein Symbol für eine neue Zeit, eine Neugestaltung. Wir sehen, wie eine extreme Linie in der Welt eine andere extreme Linie hervorbringt: Extremer Liberalismus gebärt den zur Zeit ultra-rechten Flügel, den Nazismus. Und die Überprüfung geschieht in der Mitte zwischen ihnen. Deshalb sind die Medien und Regierungen für so eine Kritik anfällig und gegenseitige Anschuldigungen kommen von allen Seiten.

Die Menschen werden verstehen, wer sie kontrolliert, wen sie als Regierung wählen, und sie werden alle Täuschungen der Massenmedien und der großen öffentlichen Organisationen erkennen. Tatsächlich kümmert sich jeder nur um sich selbst und verschafft sich auf Kosten der normalen Menschen Vorteile. Das ist eine Erkenntnis des Bösen, die die Menschen vorher nicht haben konnten. Früher glaubten sie noch an die schönen Worte und blieben mehr oder weniger ruhig. Als Ergebnis dieser Revision werden wir verstehen, dass die ganze menschliche Gesellschaft in Lügen versunken und unfähig ist, den richtigen Zustand zu erbauen. Schließlich erschafft sie selbst solche Regierungen, Organisationen, Gewerkschaften, Bildungssysteme und Medien.

Deshalb braucht die Gesellschaft selbst Bildung und Anleitung. Nur nach der Integralen Bildung wird die Gesellschaft in der Lage sein, solche Organisationen ins Leben zu rufen, die zum Wohl der Menschen handeln. Und ohne diese vorausgegangene Vorbereitung wird die Gesellschaft immer ultralinke oder ultrarechte Allianzen schaffen – anders gesagt, ultraegoistisch in der einen oder anderen Richtung.

Die Kabbalisten erklären das der Welt, um es den Menschen nach und nach ins Bewusstsein zu bringen. Das hat nichts mit Politik zu tun. Die Weisheit der Kabbala offenbart sich jetzt der ganzen Menschheit, um ihr die Methode der Korrektur zu geben. Deshalb ist die Richtung, in der sich die Welt entwickelt, sehr wichtig. Ich sehe in Donald Trumps Machtergreifung verglichen mit dem Kurs von Obama ein Zeichen für eine gute Entwicklung. Bald werden die ultraliberalen Führer in Europa ebenfalls ersetzt werden. Das liegt an den Stufen der Enthüllung des Bösen, die die Menschheit durchläuft. Ich persönlich habe keine Vorlieben für irgendeine Partei. Ich schaue mir die Situation vom Gesichtspunkt der Nützlichkeit für die notwendigen Korrekturen an, die die menschliche Gesellschaft durchlaufen muss.

Die Menschen denken, dass die Kabbala eine Theorie ist, die nur über den Schöpfer und die entfernten Höheren Welten spricht. Aber das ist nicht so, denn Baal HaSulam schrieb im Artikel „Die letzte Generation“ über die Struktur der zukünftigen Gesellschaft und traf sich diesbezüglich mit Ben Gurion. Wir leben in einer Zeit, wo die Weisheit der Kabbala bereits für die gesamte Generation bestimmt ist, und deshalb ist es sehr wichtig, welche Richtung die Entwicklung nehmen wird. Deshalb ist es lohnend, den Menschen zu helfen, das herauszufinden. In der Tat hat die Kabbala keine Verbindung zur Politik. Wenn ich irgendwelche Einschätzungen abgebe, dann geschieht das nicht von einem politischen Standpunkt aus, sondern nur vom Standpunkt der Kabbala. Das heißt, von der Art, wie die Höheren Kräfte an der menschlichen Gesellschaft handeln und die Welt zur Korrektur bewegen.

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Wie viele Menschen sind nötig, um die Welt zu korrigieren?

Frage: Der Schöpfer erschuf einen großen Wunsch zu empfangen, der sich auf annähernd sieben Milliarden Menschen, die heute auf der Welt leben, aufteilt. Kann es sein, dass er sich nur in ein paar tausend oder sogar noch weniger Menschen einkleidet, wie Baal HaSulam in seinem Artikel „Die letzte Generation“ schreibt? Macht es irgendeinen Unterschied, wie viele biologische Körper die Korrektur des Wunsches zu empfangen herbeiführen werden? Oder sind zehn Menschen genug?

Antwort: Ja. Das Allerwichtigste ist, dass die zehn Leute den Inbegriff des universellen Egoismus symbolisieren sollten. Mit anderen Worten, der Egoismus der ganzen Menschheit wäre auf diese zehn konzentriert, die sich zusammenfinden, um den Egoismus zu neutralisieren und sich zu einem zusammenhängenden Ganzen zu verbinden. Diesen Zustand nennt man Adam, die eine, gemeinsame Seele.

Verständlicherweise ist es komplizierter und schwieriger, den Egoismus zu korrigieren, wenn er sich nur auf zehn Personen anstelle auf sieben Milliarden aufteilt. Deshalb ruft uns heute die Weisheit der Kabbala auf, zur Korrektur zu kommen.

Nach einem eventuellen Dritten Weltkrieg wäre alles viel schlimmer. Auch wenn ein Krieg Leiden mit sich bringt, so zwingt er doch die Menschen zu Verbindung; die Freiheit der Wahl wäre dennoch gegeben. Wir hätten das Problem, wie wir jedermann zu einer Entscheidung für die Vereinigung bringen. Aus diesem Grund müssen wir uns heute mit der Korrektur beschäftigen.
Aus der russischen Kabbalalektion 7/10/16

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Wohin führt uns das Programm der Entwicklung?

Teil 3

 Frage: Wie wird die Verbindung  im Kreis die Gefühle der Menschen beeinflussen ihnen Glück und Zufriedenheit bringen?

Antwort: In ihrer Verbindung werden die Menschen das Leben auf der ganzen Welt auf einer höheren Stufe spüren, wie geschrieben steht: „Du wirst deine Welt in diesem Leben sehen“

Noch während wir in dieser Welt in einem physischen Körper leben, gelangen wir zu einer Empfindung, zu einer neuen Realität in der wir sofort anfangen, eine neue Stufe, über unseren Körper hinaus zu empfinden. So gehen wir von den Empfindungen dieser Welt zu den Empfindungen der höheren Welt über. Irgendwann hat unser Körper wie bei jedem Tier, seinen Zweck erfüllt und stirbt, doch der Mensch in uns erreicht das spirituelle Leben. Das ist das Ziel der Weisheit der Kabbala, das ein Mensch nicht selbst erreichen kann. Wir müssen diese Methode von Oben, von der nächsten Stufe erhalten.

Frage: Warum müssen wir, um ein spirituelles Leben zu erreichen, in dieser Welt, in unseren physischen Körpern, einen so langen Entwicklungsprozess durchmachen?

Antwort: Wir müssen eine spirituelle Stufe für uns selbst erreichen. Wenn wir uns natürlich, intuitiv, wie das Pflanzliche aus dem Unbelebten, oder das Tierische aus dem Pflanzlichen entwickeln würden, wären wir innerhalb der Natur geblieben. Der Mensch hat die Möglichkeit, gegen seine Natur zu gehen und etwas zu konstruieren, was ihr entgegengesetzt ist. Die ganze Natur ist egoistisch, in ihr existiert alles nur für ihre oder seine Sache. Wir wollen eine neue Existenzform enthüllen. Dies ist die spirituelle Form des Menschen. Adam, ähnlich (Domeh) zu der höheren Kraft der Natur, die das reine Geben und Liebe ist.

Frage: Was ist die Beziehung zwischen der Wirklichkeit, die wir jetzt empfinden und dem spirituellen Zustand, in den wir uns einkleiden sollen? Werden wir weiterhin ein normales Leben in dieser Welt führen?

Antwort: Das ist eine absolut andere Form der Existenz, in einer anderen Dimension. Es ist ewig und vollkommen, jenseits aller Einschränkungen und Grenzen. Diese Form wird in der Kosmologie und Einsteins Relativitätstheorie erwähnt. Die Wissenschaften berühren ganz entfernt die Begriffe, die sich jenseits von Zeit, Bewegung und Raum befinden. Die menschliche Psychologie ist von allen diesen Einschränkungen befreit. Wir wechseln zu einer neuen Psychologie: vom Introvertierten zum Extrovertiertem, zu den Empfindungen außerhalb von uns.

Frage: Wie werden sich die Menschen untereinander verhalten, wenn sie über den künftigen Zustand der Menschheit sprechen?

Antwort: Jeder wird den anderen so behandeln wie sich selbst. Es wird eine Art Kreis sein, in dem alle gleichberechtigt sind.

Frage: Wenn wir nicht gleich sind, wie ist es dann möglich, dass jeder Mensch verbunden ist?

Antwort: Jeder ist von Natur aus einzigartig. Wir erreichen eine universelle Gleichheit, da wir einander lieben. Jeder entsprechend seiner Fähigkeiten.

Frage: Seit tausenden von Jahren spricht die Menschheit über die Nächstenliebe, aber sie hat sich nicht durchgesetzt. Wie kann das die Kabbala schaffen?

Antwort: Es stimmt, die Idee der Nächstenliebe gibt es schon lange. Wir haben in unserer Zeit den völligen Verdruss mit unserer Entwicklung und unserem Leben auf dieser Erde erreicht. Jetzt fragen sich die Menschen, „wofür leben wir und warum?“ Wenn früher ein Mensch mit dem beschäftigt war, was er kaufen und erwerben sollte, so fragt er heutzutage, was die Bedeutung seines Lebens ist. Angesichts des materiellen Reichtums fühlen die Menschen Verdruss und Leere, was sie noch weiter in sich selbst einschließt und noch mehr Trennung herbeiführt. Die zukünftige Form der Menschheit ist verbunden und integral, was genau das Gegenteil von unserem aktuellen Zustand ist. Deshalb ist dies die Methode, die eine besondere äußere Kraft anzieht, das Licht, das erneuert, die Macht des Lichts, welches auf uns wirkt und uns zusammenschweißt.

Ein Mensch muss nur wissen, wie sich alle miteinander verbinden können, um die höhere Dimension zu enthüllen.

Die Menschheit muss darin eintreten und in einer neuen Welt geboren werden. Deshalb wird das Wort „Krise“ als „Geburt“ übersetzt.

Aus dem Fernsehprogramm „Ein neues Leben“ 6/9/2016

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Du lernst das ganze Leben

Frage: Warum  lernt die Gesellschaft nichts aus der Geschichte? Warum sind die Menschen nicht in der Lage, klare und selbstverständliche Tatsachen zu verstehen, zu akzeptieren und daraus Rückschlüsse für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen?

Meine Antwort: Die Menschheit lernt schrittweise und nur aus ihren Fehlern. Das Leiden treibt die Menschen voran. Nachdem was in den Büchern der Weisheit der Kabbala beschrieben wird, musste es bis zur heutigen Zeit so sein. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Menschheit durch „Schläge“. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts begann sich die Welt zu verändern. Der Erste Weltkrieg  war der Beginn der Manifestation globaler Prozesse in der Welt. Dieser Trend entwickelte sich allmählich weiter und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg deutlicher. Heute leben wir bereits in einer globalen Welt mit unterschiedlichen integralen Verbindungen.

In unserer Zeit, in der die Menschheit ein solches, ganzheitliches Ego erreicht hat, sind wir vollkommen in gegenseitige Beziehungen eingetreten. Die Menschen können über die Meere und Kontinente Kontakt miteinander haben. Es ist bereits möglich, den Menschen zu erklären, dass sie nicht nur integral verbunden sind, sondern dass die aufgebauten Verbindungen schlecht sind. Schlecht gebaute globale Verbindungen sind voller Gefahren.

Die Weisheit der Kabbala offenbart und erklärt uns, dass wir uns auf unsere nächste Entwicklungsstufe erheben müssen. Wir müssen begreifen, dass wir die Welt zu einer gemeinsamen und gegenseitigen Verbindung zwischen uns bringen müssen, nicht nur persönlich durch unsere eigenen Sinne. Wenn dies geschieht, werden wir die Welt in einer völlig anderen Weise, auf einer anderen Ebene, in einer anderen Dimension wahrnehmen. Wir werden das als ein vollständig vernetztes System betrachten.

Es ist ein System, in dem eine einzige Kraft wirkt und die alles verwaltet. Ähnlich wie bei einem Schwarm Vögel. Es können Tausende sein und doch gehorchen alle einem einzigen Wunsch, einer Absicht und einer Bewegung. Zwischen ihnen gibt es eine kollektive Verbindung, eine kollektive Intelligenz, ein kollektives Gefühl, ein kollektives Ziel. Keiner von ihnen hat persönliche Ziele. Sie alle zielen instinktiv nur auf eine Zusammenarbeit, auf die Verwirklichung eines kollektiven Programms und auf das Erreichen eines gemeinsamen Ziels ab. Würden wir dieses gemeinsame System der gegenseitigen Verbindung zwischen uns trotz unseres Egoismus fühlen, dann würden wir die sogenannte „höhere Welt“ wahrnehmen. Wir würden das Gefühl einer gemeinsamen Natur, einen Zustand der Ewigkeit und Ganzheit erreichen.

Wir müssen diesen Zustand unabhängig, nicht wie Vögel, Fische, Bienen und dergleichen, instinktiv auf einer tierischen Stufe erreichen. Wir müssen das trotz unseres Egoismus erreichen, indem wir uns über ihn erheben und uns miteinander verbinden. Schließlich werden wir dann die Kraft bemerken, die alles leitet. Wenn sich die unterschiedlichen Arten wie Ameisen, Vögel oder Fische verbinden, werden sie von der allgemeinen, kollektiven Kraft geleitet. Das ist genauso eine höhere Kraft, die sich in solchen Momenten unter den Vögeln manifestiert.

Sie bewegen sich ohne sich zu unterhalten, genau innerhalb dieser allgemeinen, kollektiven Kraft. Genau das geschieht mit uns durch die richtige Verbindung. Das wird die Offenbarung des Schöpfers zwischen den Menschen genannt.

Wenn wir schon in solch einem Zustand wären, dann könnten wir die nächste Stufe unserer Entwicklung, eine Existenz, die nicht in unserem Körper, sondern außerhalb davon liegt, in unserer gemeinsamen, kollektiven Intelligenz und unserem Verlangen besprechen. Wir würden unsere gegenwärtige, egoistische Wahrnehmung der Wirklichkeit durchlaufen und dadurch zu einem einzigen Wesen in der höheren Welt, werden. Wir können das in unserer Welt und in unserer Zeit entweder gegen unseren Willen oder aber ganz bewusst umsetzen.

Nun taucht die Weisheit der Kabbala auf, die uns erklärt, dass wir diesen Zustand bewusst erreichen müssen, da wir sonst große Unruhen ertragen werden.

Aus einer Kabbala-Lektion am 10/7/16

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Was ist das versteckte Naturgesetz?

Aus meiner Kolumne in Ynet: „Was ist das versteckte Naturgesetz?“

Die Flügel eines Schmetterlings, der in Paris flattert, erzeugen eine kleine Veränderung in der Atmosphäre, die schließlich einen Tornado in Brasilien hervorrufen kann. Der „Schmetterlingseffekt“ eines integralen Systems hat eine positive Seite: Eine kleine Handlung unsererseits zum Wohle der Gesellschaft kann sich noch viel besser auf der anderen Seite des Globus auswirken.

Stellen Sie sich eine Person vor, die sich entscheidet, aus dem gesellschaftlichen Leben auszusteigen, um in einer Höhle oder in den Bergen oder auf einer einsamen Insel mitten im Ozean zu leben.

Dieser Mensch lebt von allem abgeschnitten: Kein Fast Food, kein Internet, kein Handy und keine Menschen um ihn herum; nur er selbst und die Natur, die ihn umgibt. Vermutlich ist er zunächst überglücklich über seine Freiheit, ein Traum wurde wahr! Doch sehr bald wird er merken, dass es schwer ist, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen: Nahrung, Schutz vor Feinden, Zuflucht bei Wetterwechsel, Schwierigkeiten bei der Versorgung von Verletzungen oder Krankheiten.. und niemand teilt mit ihm Momente der Trauer und Freude. Ironischerweise könnte dies jeden von uns betreffen. Sogar im globalen Zeitalter des 21. Jahrhunderts, in einer Gesellschaft, in der wir alle durch eine fortschrittliche Technologie miteinander verbunden sind, zieht sich jeder auf seine einsame Insel zurück. Der Mensch schneidet sich von anderen ab und kümmert sich nur um sich selbst, statt sich um die Zusammenarbeit mit seiner Umwelt zu kümmern. Auf diese Weise arbeiten wir aber gegen die Natur. Wir stören die globalen Gesetze. Die Folge davon ist, dass unsere Beziehungen in einer Krise bzw. Sackgasse stecken. Dies drückt sich durch hohe Scheidungsraten, Konflikte zwischen Nachbarn und Kollegen, Kriege zwischen Völker und Nationen, sowie Armut, Hunger und Mängel aus, was für viele Menschen mittlerweile zum Alltag wurde.

Wie haben wir diese absurde Situation in einer entwickelten Welt erreicht? Was können wir tun, um die Dinge zum Besseren zu verändern und was erwartet eigentlich die Natur von uns? Wie überleben wir diese Tage? Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen. Die Natur motiviert die Menschen seit Ewigkeiten dazu, unendliche soziale, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu erschaffen. Heute bekommt ein Mensch dank einem eng gewebten, globalen Netzwerk und durch den Klick auf eine Taste sofort das, was er braucht. Es scheint als würde die Natur zufällig, ohne einen bestimmten Zweck oder eine Richtung arbeiten, doch das ist falsch. Sie arbeitet nach einer festgelegten Ordnung von Gesetzen, die jedes Detail harmonisch auf ein Ziel lenkt: alle Teile der Menschheit in einer Gesellschaft zu verbinden.

Die Natur könnte uns perfekt zu unendlichem Glück und globaler Einheit verhelfen, in der wir wie in einer großen Familie leben; aber das ist nicht das, was wir sehen. Was hindert uns daran, uns auf diese Weise zu verbinden? Es ist unsere egoistische Natur. Das Herz eines Menschen ist von Anfang an verdorben. Die negative Kraft in uns stellt oft unser eigenes Wohlbefinden über das der anderen. Die Natur (die durch den Klimawandel und andere Hindernisse von außen auf uns drückt, um uns zu einem Ganzen zu vereinen) führt uns zusammen mit den Kräften, die von innen auf uns wirken (und durch negative Gefühle eine gegenseitige Ablehnung hervorrufen) letztendlich zum Aufprall.

Die Kräfte stören das Gleichgewicht in unseren Beziehungen und führen zum Zerfall der sozialen Struktur und damit zu all den Problemen und Katastrophen, denen wir heute begegnen. Wir müssen die Kraft der Verbindung antreiben, die das Ego überwindet und die schlechten Beziehungen zwischen uns ausbalanciert. Wenn wir an einem runden Tisch zusammensitzen und unsere Gespräche auf den inneren Punkt konzentrieren, der uns verbindet, wenn wir darüber reden, wie wir gemeinsam die einsame Insel verlassen können, dann wird sich die positive Kraft zeigen, die in der Verbindung zwischen uns verborgen liegt. Wir werden in einem Gefühl von Liebe und Wärme gehüllt werden. Dieses Miteinander wird sich gut und angenehm anfühlen, doch es ist nur der erste Schritt in diesem Prozess. Je stärker die Verbindung zwischen uns wird, um so mehr Verbindung werden wir erzeugen. Es wird ähnlich den Verbindungen funktionieren, die in der Natur vorherrschen.

Eine Beziehung zwischen Geben und Nehmen.

Am runden Tisch werden wir etwas über die verbindende Kraft der Natur lernen.

Es gibt nur zwei Gesetze: Geben und Empfangen. Das Gesetz des Empfangens verpflichtet jeden Einzelnen in der Gesellschaft, seine Grundbedürfnisse erfüllt zu bekommen, um so für sein Wohlbefinden und seinen Wohlstand zu sorgen. Auf der anderen Seite verpflichtet das Gesetz des Gebens, sich um das Gedeihen und um das Wohl der Gesellschaft zu kümmern. So wie das Gesetz der Schwerkraft ist in uns auch das Gesetz des Empfangens eingepflanzt. Natürlich befolgen wir es, denn wenn wir das nicht tun, werden wir „bestraft“ (wir fallen zu Boden, wenn wir das Gesetz der Schwerkraft ignorieren). Ein Mensch, der seine Arbeit an den Nagel hängt, wird bald mit wirtschaftlichen Problemen konfrontiert sein. Das Leben zwingt uns, das Gesetz des Empfangens einzuhalten.

Das Gesetz des Gebens zu erfüllen ist viel komplizierter. Unser Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft trägt nicht immer sofort Früchte; manchmal dauert es einige Zeit, bis das Gute zu uns zurückkommt. Wir haben daher kein großes Verlangen und kein natürliches Bedürfnis, uns um das Gesetz des Gebens zu kümmern und uns um den Wohlstand der Gesellschaft zu sorgen. Wenn wir dieses Gesetz aber nicht befolgen, werden wir bestraft. Baal HaSulam, Rav Yehuda Ashlag schreibt darüber in seinem Artikel „Der Frieden“: „Daher brät die Menschheit in einem höllischen Feuer, und Zerstörungen, Hunger und ihre Folgen haben bis zum heutigen Tage nicht von ihr abgelassen.

Und es ist erstaunlich, dass die Natur uns wie ein professioneller Richter entsprechend unserer Entwicklung bestraft, weil offensichtlich ist, dass im Maße der Entwicklung der Menschheit und der Erreichung des wirtschaftlichen und technischen Fortschritts die Leiden und das Unglück sich anhäufen werden. Dies ist die wissenschaftliche – praktische – Basis dafür, dass wir durch die Lenkung des Schöpfers in unserem ganzen Naturell dazu bestimmt wurden, das Gebot des „Gebens an den Nächsten“ in ganzer Präzision zu erfüllen. Und zwar so, dass jeder von uns keineBemühungen scheuen und in vollem Umfang arbeiten sollte, wie es für den Wohlstand und die Wohlfahrt der Gesellschaft notwendig ist. Und solange wir hadern, dies in vollem Umfang auszuführen, wird die Natur nicht aufhören, uns dafür zu bestrafen und sich an uns rächen.“

Das Gesetz des Gebens ist absichtlich vor uns verborgen, da wir dank dieser Verhüllung eine Chance haben, uns unabhängig zu entwickeln und so die große Weisheit, die in der Natur verborgen ist, zu erhalten. Die flatternden Flügel eines Schmetterlings schaffen kleine Veränderungen, die schließlich durch die Atmosphäre in Brasilien einen Tornado auslösen können. Der „Schmetterlingseffekt“, der in einem integralem System arbeitet hat außerdem eine zuversichtliche Seite: eine kleine Handlung unsererseits zum Wohl der Gesellschaft, kann viel mehr Güte auf der anderen Seite des Globus auslösen. Diese Güte wird früher oder später zu uns zurückkehren. Die Natur ist stärker als alle unsere Kräfte, sie wird uns weiterhin „schlagen“, bis wir uns verbinden und das Gesetz des Gebens erfüllen. Dann werden wir uns den sicheren Weg zum Glück ebnen.

Basierend auf dem Artikel „Der Frieden“ von Rav Yehuda Ashlag (Baal HaSulam

Aus dem Ynetartikel 2/6/16

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Von der physischen Welt in die spirituelle

Wenn ich beginne mit der Gruppe zu arbeiten, bekomme ich nach und nach alle möglichen Probleme. Damit offenbart der Schöpfer mir ein Tätigkeitsfeld, alle Probleme lösen zu können, um Brücken der Liebe zu bauen und um die Bedingungen für seine Offenbarung in der Gruppe zu schaffen.

Auf diese Weise verbinde ich mich mit den anderen Mitgliedern der Gruppe, wie in den Zehn Sefirot, und erschaffe den Raum für die Enthüllung des Schöpfers zwischen uns.Deshalb müssen wir uns ständig gegenseitig daran erinnern, denn der Schöpfer setzt uns regelmäßig in den irdischen Alltag zurück. Von dort müssen wir wieder herausklettern und uns an die spirituelle Umgebung ausrichten, um eine korrekte Darstellung der Situation zu bekommen.

Dies ist unsere ständige Arbeit – uns aus der verwirrten Welt, die der Schöpfer speziell für uns erschafft, zu einem neuen Zustand zu erheben.

Aus dem russischen Unterricht Nr. 4 beim Kongress in Moskau am 03.05.2016

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ZWISCHEN DEN ATOMEN

Das österreichische Magazin NZZ veröffentlichte mein Interview mit dem Titel „Zwischen den Atomen“ mit Michael Fleischhacker, Journalist, Moderator, Chefredakteur von NZZ und früherer Chefredakteur von „Die Presse“.

Mein GottSie ist eine der ganz alten Weisheitslehren der Menschheit und immer noch voll im Trend: die Kabbala. Einer der prominentesten Vertreter der Kabbala erklärt im Gespräch, warum wir uns ein Instrument bauen müssen, um Gott zu entdecken.

Interview Michael Fleischhacker und Michael Laitman

Michael Fleischhacker Wir haben für dieses Magazin einige österreichische Künstler gebeten, uns ein Bild zu zeichnen. Das Bild sollte zeigen, was auch der Titel des Magazins ist: Mein Gott. Auch Zenita Komad hat ein Bild für uns gezeichnet. Aus diesem Bild lese ich heraus, dass in ihrem Verständnis Gott eigentlich Kommunikation ist, dass Gott nicht dadurch entsteht, dass vereinzelte Atome herumirren – sondern dadurch, dass zwischen diesen Atomen Kommunikation aufgebaut wird, und erst, wenn die hergestellt ist, klärt sich Gott auf oder wird Gott sichtbar, wenn man so will. Teilen Sie diese Sicht?

Michael Laitman Das ist absolut richtig. Ich stimme Zenita zu. Gott ist keine Persönlichkeit, sondern eine Kraft; die allgemeine Kraft, die alle Naturkräfte in sich vereint. Diese Kraft verbindet und beinhaltet die gesamte Schöpfung. Leitet alles, lenkt alles, organisiert alles, ordnet alles. Alles in allem ist sie Energie. Um diese Kraft zu entdecken, müssen wir einen Detektor bauen, wie in unserer Welt, wo man ein Instrument braucht, um etwa eine magnetische oder radioaktive Kraft zu messen. Zum Beispiel spüren wir an uns selbst die Schwerkraft. Eine magnetische Kraft spüren wir nicht, dazu brauchen wir ein Instrument. Genauso ein Instrument müssen wir in uns herstellen, um Gott, diese allgemeine Kraft, zu fühlen und zu entdecken.

Ich stelle mir das gerade sehr technisch-praktisch vor. Wie in einer „Universum“-Sendung, wo der Mensch beginnt, sich so einen Gottesdetektor zu bauen, der etwa aussieht wie die Roboter aus Star Wars?

Ja, genauso ist es, aber im Unterschied dazu muss das im Innersten des Menschen gebaut werden.

Gibt es irgendwo Bauanleitungen dafür, oder muss man das selbst erfinden? Kann man sich das aus dem Internet herunterladen? Anleitungen für das Star-Wars-Lego meines Kindes zum Beispiel kann ich aus dem Internet laden …

Natürlich gibt es die. Darum geht es ja in der Weisheit der Kabbala. 6000 Jahre fast schon spricht sie darüber, wie wir unsere Verbindungen bauen, um die Göttlichkeit zu entdecken. [Rest des Beitrags lesen →]

Die Legalisierung von Cannabis erzielt Milliarden Dollar

Kommentar: Heutzutage wird Cannabis auf der ganzen Welt zunehmend legalisiert. Jetzt beispielsweise in London. Man sagt, dass das Land dabei eine Milliarde Dollar durch die Besteuerung von Cannabis erzielt. Abgesehen davon sinken dadurch Kriminalität und Verwaltungsaufwand.

Meine Antwort: Cannabis zu legalisieren wird die Menschen beruhigen. Sich dagegen zu entscheiden wäre völlig irrational.

Frage: Was erwartet uns dann in Zukunft?

Meine Antwort: Unsere Zukunft gleicht einem Rauschschlaf. Die Einnahme weicher Drogen wird die richtige Arznei für solche Zustände sein, die wir jetzt langsam erleben. Weil wir starkem Stress ausgesetzt sind und uns in einer ständigen Krise befinden. Und deren Lösung liegt nicht auf unserer Ebene. Das Ego frisst sich selber, ähnlich wie die Schlange, die ihren Schwanz frisst. Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns zu beruhigen. Deswegen billigt man den Stressabbau mithilfe einigermaßen harmloser Rauschgifte.

Menschen, die nach vorne schreiten möchten, erlangen Erkenntnis der höheren spirituellen Ziele. Und alle anderen bleiben auf ihrem bisherigen Niveau, bis auch sie endlich begreifen werden. Wir sehen, dass die Menschheit mit weichen Drogen und Antidepressiva ganz natürlich umgeht. Die Menschen unterdrücken ihre schlechte Laune oder verbessern sie ein wenig mithilfe von Alkohol und Fußball. Es ist unwichtig womit, denn die Menschen nutzen alle Möglichkeiten, um die Hoffnungslosigkeit in sich zu dämpfen und die Stimmung irgendwie zu heben.

Frage: Es klingt so, als ob Sie jede Beschäftigung in dieser Welt als Rauschgift bezeichnen würden.

Meine Antwort: Ich weiß nicht, wo hier die Grenze liegt. Im Prinzip muss jeder Mensch diese Grenze für sich selber festlegen, solange er damit den anderen nicht schadet. Und außerdem hängt alles von der Erziehung ab! Mit der richtigen Bildung kann man die Gesellschaft langfristig ändern. So, dass sie sich selber einen gewissen Rahmen stellt und ihr Verhältnis zum höheren Ziel betrachtet: Wie sie sich an das Ziel herantasten kann und wann sie „Beruhigungsmittel“ braucht.

Heute aber ist die Zivilisation noch nicht bereit, ohne Drogen auszukommen. Die Menschen können nicht entsprechend dem Ziel leben, wenn es ihnen noch nicht offenbart wurde. Sie begreifen nicht, dass sich gerade jetzt das Tor zum höheren Zustand bzw. in die Höhere Welt vor ihnen öffnet. Und deswegen haben sie gar keine andere Wahl, als diese Aussichtslosigkeit irgendwie zu betäuben.

Aus dem TV Programm „Nachrichten mit Michael Laitman“ 13.03.2016

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Frei von Leid

Frage: Verursacht ein Mensch Krankheit und Leid selbst?

Meine Antwort: Man kann nicht behaupten, dass wir Leiden als Bestrafung bekommen. Wir müssen es als Enthüllung betrachten, als Einfluss des Lichtes, auf Grund des großen Egoismus in uns. Das umgebende Licht ist vom Ego entfernt und da es deswegen nicht eintreten kann, fühlt das Ego Leiden. Je näher das Licht herankommt, um so größer wird die Qual. Der Mensch beginnt darüber nachzudenken, wie er diesen Schmerz vermeiden und sein Ego schützen kann; vielleicht verschwindet es auch, wenn sein Verstand aufhört und er über nichts mehr nachdenkt. Viele Menschen nehmen Drogen, konsumieren Alkohol oder flüchten in verschiedenartige Bereiche, wie Wissenschaft, Kunst, Sport und so weiter; Hauptsache Flucht und nicht über den Sinn des Lebens nachdenken.

Das Licht zeigt uns den Sinn des Lebens. Wir beginnen zu verstehen, dass wir ohne Schmerz die Reise nicht beginnen können. Dies zeigt uns, dass wir dem Licht einen Schritt entgegen gehen müssen, damit es in uns eintreten kann. Wenn ich eine Methode suche, die mich vom Leiden befreit und die mir sagt, wie ich den Sinn des Lebens finde, werde ich auf die Weisheit der Kabbala stoßen. Letzten Endes kommen nur diejenigen dorthin, die eine Leere in dieser Welt verspüren. Sie haben bereits viele Erfahrungen mit Problemen, Schmerzen und Misserfolgen in vorherigen Inkarnationen gemacht. Auch in diesem Leben leiden sie hauptsächlich unter einer nicht füllbaren Leere.

Frage: Vor ein paar Jahren wurde ich ernsthaft krank. Dieses Leiden ließ mich die Bibel studieren und schließlich die Wissenschaft der Kabbala. Ich hatte keine Schmerzen mehr, da ich nicht mehr darauf achtete. Kann ich so gesund werden?

Meine Antwort: Das ist kein Problem, wenn du so weiter machst, wird sich dir das Höhere Licht annähern. Tatsächlich leiten sich alle Probleme von der Tatsache ab, dass das Licht vor dir ist, aber nicht eintreten kann.

Frage: Ist damit gemeint, dass wenn ich mich dem Licht freiwillig annähere, die Leiden reduziert werden?

Meine Antwort: Nein. Die Qualität wird sich nur stufenweise, wenn ein Bedarf vorhanden ist, verändern. Denn die Entwicklung auf das Licht zu wird nicht schwächer, immerhin sind wir alle Egoisten. Wie sonst soll es möglich sein, mit dem Ego zu arbeiten? Man kann nur mit einem spitzen Stock, der „Antrieb“ genannt wird, voran geschubst werden. Man sagt, wenn ein Mensch über einen Fortschritt, ob nun gut oder schlecht, gleichermaßen dankbar sein kann, schreitet er in der richtigen Weise voran.

Es ist egal, woher die Leiden kommen, sie kommen in jedem Fall ausschließlich vom Schöpfer:„Es gibt nichts außer Ihm“ (Deuteronomium 4:35). Wenn ein Mensch dankbar für diese Einflüsse ist, wird er nicht von dem vorgeschriebenem Weg abweichen, sondern wird direkt zum Schöpfer voranschreiten.

Aus der russischen Kabbala Lektion 3/1/16

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