Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Israel'

Der Kampf um Unabhängigkeit vom Egoismus

ravWir müssen verstehen, was Unabhängigkeit für Israel bedeutet, weil es sich radikal von dem unterscheidet, was die Unabhängigkeit auf anderen Ebenen ist: der unbelebten, vegetativen, belebten und sogar der Ebene unter anderen Nationen der Welt.

Letztendlich muss die gesamte Menschheit die Unabhängigkeit im Verständnis Israels erreichen, weil diese Gruppe das Programm der Korrektur für die ganze Welt vornimmt, sowohl auf der vorbereitenden als auch auf der praktischen Stufe.

Daher sollte die Unabhängigkeit für diese Gruppe als der zukünftige Zustand der Unabhängigkeit für die ganze Welt angesehen werden. Und heute spürt man es besonders, wie sehr die Welt dieses braucht. Um zu verstehen, was Unabhängigkeit bedeutet, brauchen wir zuerst die Erfahrung, was es heißt, ein Sklave unseres eigenen Wunsches nach Genuss zu sein. Nach und nach wird den Menschen bewusst, dass uns unsere egoistische Natur in der Knechtschaft hält und uns gnadenlos benutzt und davon abhält, zu leben oder zu sterben. Als erbärmlich zerschlagene Kreaturen verbringen wir uns ganzes Leben und versuchen einfach, Leiden zu vermeiden. Kleine Freuden werden als glückliches Leben angesehen.

Darum müssen wir verstehen, dass Unabhängigkeit in erster Linie die Unabhängigkeit von unserer Natur, unserem Egoismus, bedeutet. Dieser Typ Unabhängigkeit hat Stufen. Anstatt unter der Kontrolle des Egoismus zu sein, müssen wir unter die Kontrolle einer neuen Kraft kommen, weil es unmöglich ist, ohne eine animierende Kraft zu sein, mit der man sein Leben kontrolliert. Aber wir müssen diese Kraft selbst wählen und sie vor allen anderen Möglichkeiten vorziehen.

So hat die Unabhängigkeit eine sehr breite und erhabene Bedeutung, in sich alle Realität einschließend.  Letzten Endes ist die Unabhängigkeit nur dem Schöpfer innewohnend, und wenn wir wirklich Unabhängigkeit erreichen wollen, dann müssen wir zu Seinem Zustand, Seinem Niveau, Seiner Natur aufsteigen. Diese Art Unabhängigkeit ist nicht leicht zu erreichen. Schließlich müssen wir nicht nur zur Natur des Gebens übergehen, sondern sie auch über unserer egoistischen Natur aufbauen.

Deshalb müssen wir, wenn wir die Unabhängigkeit erreichen wollen, zu einem unaufhörlichen Kampf mit unserem Egoismus bereit sein bis zum Ende der Korrektur. Wir können unsere Unabhängigkeit nur im Gegensatz zum Egoismus erreichen, weil einer dem anderen gegenüber steht: Unabhängigkeit gegen Sklaverei. Egal, welchen Zustand eine Person erlebt, es muss sich so anfühlen wie der Auszug aus Ägypten oder vor dem Auszug stehend.

Wir müssen das sehr ernst nehmen, denn, wenn wir geistig wachsen wollen, wird es erhebliche Kämpfe in uns gegen die Kräfte der Trennung geben, wie unser Egoismus offenbart wird. Diese Kräfte werden konstant wachsen und auf verschiedenen Wegen einen Keil zwischen uns treiben, um Konflikte zwischen uns hervorzurufen. Und über all diese Phänomene hinaus werden wir uns vereinen müssen.

In erster Linie müssen wir verstehen, dass das Einzige, was uns an der Unabhängigkeit hindert, die Sklaverei ist. Daher ist es unmöglich, Freiheit zu erlangen, ohne vorher Ägypten betreten zu haben. Vor diesem Dilemma steht Israel, die der ganzen Menschheit das Beispiel der Unabhängigkeit, der Einheit und der Korrektur wird zeigen müssen. Und danach werden alle Nationen das gleiche erreichen.

Daher feiern wir den Unabhängigkeitstag noch nicht, sondern vielmehr die Gelegenheit, sie zu erreichen!

 

Aus der Lektion: „Unabhängigkeitstag“

[206120]

Die zwölf Stämme in einem Volk, Teil 4

Frage: Die ganze Tora beruht auf dem Gesetz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Das widerspricht doch der Aufteilung des Volkes Israel in 12 Stämme: du gehörst zu dem Stamm, ich zum anderen, jeder hat seine Grenzen, die er nicht verlassen darf, jeder bleibt an seinem Platz?

Meine Antwort: Ursprünglich existiert ein Gesamtsystem, das man nicht ändern darf, wie geschrieben steht: „Ich bin der Herr (HaWaYaH), ich ändere mich nicht“. Wir müssen dieses System wiederherstellen. Darum dürfen wir kein einziges Bruchstück verändern. Es gibt ein Berg von zerbrochenen Teilen, die man wie ein Puzzle zu einem Ganzen zusammenfügen muss.

An den Stücken selbst verändern wir nichts, um sie passend zu machen. Wir müssen nur die richtige Verbindung zwischen ihnen finden. Und jeder Stamm besteht wiederum auch aus 12 Teilen, die durch das Prinzip zerteilt sind. 

Stellen Sie sich vor, es gibt zwei Puzzle, jedes bestehend aus 1000 Teilen; eines ist 1×1 Meter, das andere 2×2 Meter. Selbst wenn der Unterschied nur in der Größe liegt, darf man nichts austauschen. Man sollten zuerst das eine oder das andere Puzzle vollständig zusammenbauen. 

Darum ist es notwendig, alle Grenzen zwischen den 12 Stämmen aufrechtzuerhalten, um die richtige Verbindung aufzubauen. Und innerhalb dieser Verbindung werden wir die Kraft, die alles zusammenhält, offenbaren. Diese Kraft nennt man „Schöpfer“.

Wir nehmen die Teile des Puzzles und versuchen, sie miteinander zu verbinden. Dazu müssen wir das Licht, das zur Quelle zurückführt, anziehen. Das Licht hilft uns zu verstehen, wie man die Teile miteinander verbindet. Und wenn alle Teile zusammengefügt sind, beginnt das Puzzle zu leuchten! Das Licht, das aus der korrekten Verbindung zwischen uns leuchtet, ist der Schöpfer.

Frage: Was müssen die Teile des Puzzles tun, um sich zu verbinden?

Antwort: Sie sollten die Methode der Kabbala zu realisieren: Studieren und Handlungen ausführen, die zur Verbindung führen. Der Sinn der Wissenschaft der Kabbala besteht darin, alle Teilchen unserer gemeinsamen Seele zu verbinden, einen Menschen mit dem anderen.

„Neues Leben“, Nr. 796   

202889

Malchut und Bina symbolisieren Salz- und Süßwasser

Frage: Was ist die spirituelle Wurzel vom Süßwasser? Wie unterscheidet sie sich von der Wurzel der Salzseen?

Antwort: Das Salz stellt Malchut dar, das Wasser entspricht Bina. Die Verbindung zwischen Malchut und Bina, das heißt der Aufstieg von Malchut zu Bina oder der Abstieg von Bina zu Malchut, gebiert das Leben. Dies ist die Differenz zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Leben.

Salzwasser ist Bina, die besondere Eigenschaften von Malchut erhalten hat. Auf der Erde herrscht Salzwasser vor und es gibt sehr wenig Süßwasser. Grundsätzlich wird Salzwasser über Filter entsalzt oder Salz fällt durch Verdampfung aus und so weiter. Im Allgemeinen gibt es viele Arten von Systemen, die Eigenschaften von Bina und Malchut ausgleichen.

Frage: Wenn wir die Geographie Israels ansehen, stellen wir fest, dass es auf seinem Gebiet Süßwasser gibt, den See Genezareth und Salzwasser, das Tote Meer …

Antwort: Ja, sie sind einander völlig entgegengesetzt. Der See Genezareth speist sich aus den Quellen, die von dem Berg Hermon kommen, von den Gletschern, von Tauwasser und Regenwasser.

Das Tote Meer ist der tiefste Punkt in der Welt, das in einer mit Salz bedeckten Bodenvertiefung liegt. Der Salzgehalt des Meeres ergibt sich aus dem Wasser, das das Salz aus der Erde ausschwemmt. Selbst das Süßwasser aus dem Genezareth, das in es reinfließt, wird salzig.

Somit hat das Salzwasser des Toten Meeres einen anderen Ursprung und Zusammensetzung als das Salzwasser der Ozeane.

Dies ist eine ganz besondere Physik in dieser besonderen geographischen Lage.

Aus der Lektion in Russisch, 14.08.2016.

[#200287]

Zwei Sprachen und ihre Höheren Wurzeln

Frage: Was ist so besonders an der hebräischen und der aramäischen Sprache, das in anderen Sprachen nicht existiert? Wie ergänzen sie sich gegenseitig?

Antwort: Nehmen wir an, dass es möglich wäre, die gesamte Weisheit der Kabbala in die englische Sprache zu übersetzen und sie in dieser Sprache zu erlernen, da es die am weitesten verbreitete Sprache ist, die wir heute benutzen. Es wäre sicher viel einfacher und leichter für alle auf der Welt, da dann grundsätzlich Millionen Menschen die Weisheit der Kabbala lernen könnten.

Das wäre jedoch nicht erfolgreich, weil es eine große Verwirrung zwischen den spirituellen Wurzeln und deren Abkömmlingen gäbe. Es gibt keine Sprache auf der Welt, die mit den höheren spirituellen Wurzeln verbunden ist, außer der Hebräischen und der Aramäischen. Alle Sprachen haben sich in ihrer Entwicklung verändert, außer den beiden.

Wenn jemand aus dem modernen Griechenland jemanden aus dem antiken Griechenland träfe, dann würden sie sich nicht verstehen. Selbst das mittelalterliche und das moderne Französisch sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und so ist es mit allen Sprachen, außer der Englischen, die nicht solche abrupten, revolutionären Veränderungen durchlaufen hat, weil die Briten konservativer sind.

Die hebräische Sprache stammt vollständig von spirituellen Wurzeln ab, daher ist sie unverändert. Wenn wir heute einen Menschen von vor 3000 Jahre träfen und mit ihm sprächen, dann würden wir mit ihm im selben Hebräisch sprechen.

Natürlich würde er Neologismen wie Flugzeug, Hubschrauber, Pistole usw. nicht verstehen. Aber alle Worte aus den spirituellen Wurzeln sind absolut identisch geblieben. Die Sprache und die Grammatik haben sich im Laufe der Zeit nicht verändert.

Wir lesen Bücher, die vor 3000 Jahren geschrieben wurden, z.B. Sefer Yetzira von Abraham, das vor 3500 Jahren geschrieben wurde, die Tora wurde vor 3000 Jahren geschrieben und der Babylonische Talmud vor 2500 Jahren. Nichts hat sich darin verändert. Wir lesen sie und alles ist verständlich.
Aus der russischen Kabbalalektion 7/24/16

[198775]

Fragen und Antworten

Aus der Sammlung des Blogs www.laitman.ru

Frage: Sie haben etwas über die Wichtigkeit der Gedanken gesagt. Wie kann man positives Denken erlernen?

Meine Antwort:  Wie kann man erlernen, positiv zu denken? Das größte Problem für den Menschen ist, dass sein Ego ihn am richtigen Denken hindert. Das Ego zeichnet uns das Leben stets in schwarzen Farben und wir sind mit allem unzufrieden. Letztendlich sind wir sogar mit dem Schöpfer unzufrieden, weil alles von Ihm kommt. Bewusst oder unbewusst nörgeln wir ständig: „Das ist schlecht und dies ist schlecht. Wir vermissen dies und das. Und überhaupt, wieso ist es so und nicht anders?“ Wir finden immer einen Grund zur Unzufriedenheit.

Wie kann der Mensch sich davon befreien? Indem er sehr eng mit der Gruppe verbunden ist. Das ist die produktivste Methode, aus den negativen Empfindungen auszutreten, aus dem negativen Bezug zum Schöpfer und aus den Beschuldigungen an Ihn. Wenn der Mensch alles schlecht findet und sich als Verlierer fühlt, ist er ist gereizt und nervös; er gehört einfach noch nicht zu einer Gruppe und engagiert sich auch nicht in die Arbeit der Verbreitung. Er hat nichts, das er zusammen mit seinen Freunden erlebt.

Wenn er sich aber in einer Gruppe befindet und sich an der Verbreitung beteiligt und dennoch auf sich selbst fixiert bleibt, hilft ihm das auch nicht. Der Mensch muss aus sich heraustreten. Wie eine Zelle im Organismus, die den letzteren bedient, sodass sich das Positive über den ganzen Körper verbreitet: die Energie und alles, was der Körper braucht. Das gleiche trifft auf den Menschen zu: wenn er versucht, sich richtig gegenüber der Gruppe zu positionieren, kommt er innerhalb kürzester Zeit ans Ziel und erlebt unterwegs nichts Negatives. Psychologisch gesehen ist das nicht einfach: man muss sich „umschalten“, aus sich herausgehen und in die Gruppe begeben.

Frage: Mein Mann und ich haben eine sehr schöne Wohnung gefunden, die wir kaufen wollten. Das Problem ist, dass sie die Hausnummer 8 hat. Und meine Freundin hat mir erzählt, dass ein kabbalistischer Rav meinte, dass laut Kabbalah die Nummer 8 keine gute Zahl sei. Ich möchte wissen, ob das wahr ist und wenn ja, welche Nummer besser wäre?

Meine Antwort: Es gibt Menschen, die an Zahlen, Vorzeichen, Amulette, Steine und so weiter glauben. Aberglaube rührt aus alten Zeiten und alten Kulturen anderer Völker her. Wie das Buch „Sohar“ beschreibt, hat Abraham „Geschenke verteilt“-> er gab seinen Kindern unterschiedliche Glauben. Diese Aberglauben gibt es bis heute und sie erleben eine Renaissance, denn bevor etwas verschwindet, muss es noch einmal wiederbelebt werden und uns seine Nichtigkeit zeigen. So begreifen wir, dass wir sie nicht als Grundlage nutzen und daran glauben sollen. Aber bevor das geschieht, müssen wir es ein letztes Mal ausprobieren. Genau das passiert heute. Deswegen erleben wir eine Wiedergeburt des Aberglaubens. Tarot Karten verbreiten sich in der ganzen Welt, ebenso wie die Lehren und Praktiken der Indianer. All das kommt ein letztes Mal, damit es danach für immer verschwinden kann.

Die Kabbalah beschäftigt sich nicht mit diesen Fragen. Sie beschäftigt sich nur mit der inneren Entwicklung des Menschen, ohne an die Mystik zu glauben oder sie zu benutzen. In der Kabbalah gibt es keine magischen Symbole. Und die kabbalistischen Grafiken zeigen nur Ziffern und Zustände, welche die spirituelle Objekte durchlaufen. Wenn ein Mensch seinen spirituellen Zustand aufschreiben will, beschreibt er das mithilfe von Ziffern. Es hat jedoch nichts mit Mystik zu tun.

Keine der materiellen Objekte dieser Welt können uns dabei helfen, uns spirituell weiter zu entwickeln oder uns zu retten. All das birgt in sich nicht mehr als psychologische Kräfte. Wenn ein Mensch an etwas glaubt, erweckt es in ihm spirituelle Kräfte, die ihm in unangenehmen Situationen helfen.

Derselbe „Placebo-Effekt“ wird in der Medizin genutzt, wenn man eine einfache Tablette einnimmt, die keine Arznei beinhaltet. Aber mithilfe des Glaubens, dass er eine richtige Arznei genommen hat, wird der Patient gesund. Deswegen haben Zahlen, Tarot Karten und Amulette nur einen psychologischen Einfluss auf den Menschen.

Frage: Daraus folgt, dass über die Kabbalah viel Unsinniges geschrieben wurde, aber all das hat nichts mit der authentischen Wissenschaft der Kabbalah gemeinsam, oder?

Meine Antwort: Die Wissenschaft der Kabbalah befasst sich nur mit einer Frage, wie sich der Schöpfer dem Menschen offenbart.

Frage: Ich lebe schon fast 20 Jahre in den USA. Wenn ich dort bin, empfinde ich Sehnsucht nach Israel, wenn ich aber in Israel bin, will ich schon nach einer Woche zurück in die USA. Was soll ich tun?

Meine Antwort: Leider habe ich viele Menschen mit diesem Problem getroffen. Was kann man da raten? Finden Sie Ihren Platz! Natürlich beeinflusst der Platzt einen Menschen und wir lernen aus der Wissenschaft der Kabbalah, dass die einzige Freiheit des Menschen in der Wahl der Umgebung liegt. Welche Umgebung Sie für sich aussuchen, wird Sie beeinflussen und das beeinflusst auch Ihre Zukunft. Aber der Mensch allein soll seine Umgebung wählen. Weil er vor allem begreifen muss, welches Ziel sein Leben hat. Und im Einklang mit dem Ziel findet er die Umgebung, die ihm hilft, das Ziel zu erreichen.

Zu uns kommen viele Menschen, die sich unseren Gruppen auf der ganzen Welt anschließen. In Los Angeles gibt es auch einen große Studien-Gruppe. Sie können zusammen mit uns studieren. Und so suchen Sie für sich eine Umgebung, die auf Sie den Einfluss nimmt und Sie allmählich ändern wird; dadurch können Sie Spiritualität bzw. höhere Werte anstreben. Und dann begreifen Sie, dass der Platz nicht wichtig ist. Ob in Los Angeles oder in Israel, der Mensch wird dennoch mit der spirituellen Entwicklung verbunden sein.

Die Russen verlassen Israel

Bemerkung: Mehr als 60% der Menschen, die Israel für immer verlassen, sind Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Nach der Statistik der vergangenen 25 Jahre verließen seit der letzten Rückkehr 150000-200000 Menschen das Land. Der Grund dafür war, dass die meisten nicht in der Lage waren, sich finanziell zu verwirklichen. Der Großteil der Menschen, die nach Kanada und in die USA auswanderten, waren Spezialisten in der Hi-Tech Branche.

Meine Antwort: Natürlich, weil es dort einfacher ist. Ich möchte aber auf eine andere Besonderheit hinweisen: In unsere Organisation kommen Menschen aus der ganzen Welt! Sowohl Juden als auch nicht Juden. Alle! Hätten wir heute die Möglichkeit, alle aufzunehmen, die nach Israel möchten, würden wir 5000-10000 Menschen hierher bringen. Und sie würden nicht fragen, wo sie einen guten Job bekommen könnten oder was sie machen sollten; sie würden nur zusammen sein wollen, um hier, in diesem Land eine neue vereinigte Gesellschaft aufzubauen. Es hängt alles vom Ziel ab. Aber wenn man kein spezielles hat, dann ist es sicherlich besser, sich woanders niederzulassen. Was macht es für ein Unterschied, wo?

Bemerkung: Es ist ja nicht so, dass sie nicht wissen, warum sie hierher kommen. Sie wollen einfach ein großes Haus haben, ein Auto…

Meine Antwort: Ja. Aber all das sind die gleichen Ziele, die Menschen überall in der Welt haben. Um sie zu verwirklichen, muss man nicht nach Israel ziehen. Man muss den Unterschied kennen zwischen den Menschen, die zu unserer Organisation „Bnei Baruch“ gehören und in der ganzen Welt verstreut sind – und den anderen. Wir haben ein gemeinsames Ziel, eine klare Richtung, die uns zeigt, was im Leben wichtig ist. Wenn die Wichtigkeit des spirituellen Ziels wächst, wird alles andere in den Hintergrund treten. Und wenn es tatsächlich so ist, entscheiden sich die Menschen, hierher zu kommen, egal unter welchen Bedingungen; wichtig ist, dass die Seele sich entwickelt kann. Und der Körper bekommt alles, was er braucht.

Frage: Bedeutet dies, dass die Zukunft Israels hauptsächlich im Erreichen des spirituellen Ziels liegt?

Meine Antwort: In Israel werden in Zukunft nur die Menschen leben können, die sich spirituell entwickeln wollen. Nur so! Sonst zu welchem Zweck? Egal wie stark der Antisemitismus in anderen Ländern ist, die Juden finden immer eine friedliche Gegend, wo sie leben können. Das sehe ich an den Menschen, die ich an vielen Orten in Amerika traf. Ich war dort auf einigen Kongressen von ehemaligen Israelis, hielt da einen Vortrag und sah, welche Menschen es sind. Ihnen ist es gleichgültig, wo sie leben: In Phoenix, Arizona, Nevada, in Wüstengebieten, wo das Klima schlimmer ist als in Israel. Das spielt keine Rolle, Hauptsache weit weg von Israel. Es kommt ihnen so vor, als wären sie hier in höchster Gefahr – woanders spüren sie angeblich weniger Bedrohung und Druck, sogar mehr Sicherheit. In der Tat aber kommt es laut Statistik dort zu mehr Vorfällen als hier. Der Grund ist, sie fühlen sich in Israel unerfüllt. Dieses Land ist nur für die Menschen bestimmt, deren Ideologie auf den Sinn des Lebens gerichtet ist. Daher sind wir die Zukunft!

Aus der TV-Sendung “News mit Michael Laitman“

[#180421]

Korrektur der zwischenmenschlichen Beziehungen

Das Problem in der Welt ist, dass es zwischen den Menschen keine richtige Verbindung gibt. Eine richtige Verbindung ist ein System, in dem sich alle in einer gegenseitigen und harmonischen  Beziehung  untereinander befinden und sich alle nicht um ihr eigenes Wohl sondern um einander kümmern; dies wäre ein perfektes System. Wenn die Menschen so eine Verbindung zwischen sich erreichen, spüren sie mehr die Natur und weniger sich selbst. Die Natur wird „Schöpfer“ genannt, durch den die Menschen ihre Seele und ihr Ziel entdecken.

Mit der Hilfe Abrahams erreichten die Menschen die Übereinstimmung mit der Natur durch eine enge gegenseitige Verbindung – so entdeckten sie den Schöpfer. Abrahams Schüler verhielten sich entsprechend dem allgemeinen Gesetz der Natur und näherten sie sich so dem Schöpfer an. Dieses Verhalten äußerte sich in den täglichen Aktivitäten, in der Beziehung zur Umgebung und leitete sich ganz natürlich und direkt von ihren Gefühlen ab. Die Arbeiten, welche die Mitglieder der Gruppe von Abraham durchführten, erschienen jedoch allen Außenstehenden als mechanische Handlungen.

Eine harmonische wechselseitige Verbindung zwischen den Menschen wird „Liebe“ genannt. Es wird gesagt: „Ich erschuf den bösen Trieb und die Torah als Gewürz“. Die Absicht des Wortes „Torah“ ist die Kraft des Schöpfers, der die Beziehungen zwischen uns korrigiert und die gegenseitige egoistische Ablehnung auflöst. Die Korrektur mit der egoistischen Natur eines Menschen zu verbinden, wird Einhaltung der Torah genannt; und das Studium der Torah wird als die Möglichkeiten für die Korrektur des Egos bezeichnet.

Die allgemeine Mitzvah (Gebot) des Schöpfers ist die Korrektur des Ego auf der Stufe „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Leviticus 19:18). Wenn ein Mensch die Verbindungsarbeit automatisch, ohne sich selbst zu korrigieren ausübt, wird dies als Einhalten der Regeln bezeichnet. Als die Menschen Israels von der Nächstenliebe auf die Stufe „grundloser Hass“ abfielen, sind sie in diesen Zustand der bloßen Einhaltung von Bräuchen übergegangen.

In ihrem innersten Wesen entspricht das Volk Israel aber jener Gruppe von Menschen, die sich auf gegenseitige Bürgschaft eingeschworen haben. Sie haben ein Verlangen danach, „ein Mensch mit einem Herzen“ zu sein und sich gegenseitige zu lieben und zu achten.

[179543]

Wieso sind unsere Führer keine Kabbalisten?

Frage: Wenn die Kabbalah so eine weise Wissenschaft ist, wieso wurde in Israel, in unserem Land, das für die Verbindung erschaffen wurde, diese Wissenschaft nicht zur Landesideologie? Wieso sind unser Premierminister und das ganze Kabinett der Minister keine Kabbalisten?

Meine Antwort: Weil nach seiner Natur der Mensch egoistisch ist. Und die Kabbalah spricht von der Erhebung über den Egoismus. Und deswegen sind wenige Menschen bereit zu kommen und zu lernen, wie man sich über das Ego erhebt, in der Verbindung, in der Liebe, und wie man ein völlig neues System der Zusammenwirkung zwischen uns erbaut. Das System ist aber insofern gut, dass es im Einklang mit der Natur sein wird und dann kann der Mensch sein Schicksal lenken. Und sonst lenkt der Mensch nicht, er stößt nur immer wieder gegen einer Wand.

Frage: Unsere Führer sind aber daran interessiert, dass dem Land es gut geht?!

Antwort: Wo haben sie solche Führer gesehen oder überhaupt jemanden, der sich um die Welt kümmert? Ich beschuldige keinen, weil unsere Natur absoluter Egoismus ist. Der Mensch denkt in jeder Sekunde seines Daseins nur an sein eigenes Wohl und was andere betrifft, ist es ihm absolut egal: Je schlechter es ihnen geht, desto besser wird es mir gehen. So sind wir programmiert! Es gibt keine schlechte oder gute Menschen – es ist die menschliche Natur. Damit wir das begreifen, braucht man nicht ein Kabbalist zu sein. Fragt die Psychologen, die werden euch das erklären.

Aus dem Webinar auf der zahav.ru, 10.02.2016

[#178045]

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Terrorismus ruiniert das Image des Islam

Kommentar: Der iranische Präsident Hassan Rouhani sagte bei einer internationalen Versammlung in Teheran, dass viele Terror Organisationen tatsächlich muslimisch seien und dies der Niedergang des Islam sei. Er fügte hinzu, dass sich die islamische Welt in einer tiefen Krise befinde und eine Imagekorrektur erforderlich sei, denn Israel profitiere von diesem negativen Image des Islam.

Meine Antwort: Die Welt entwickelt sich entsprechend ihrer natürlichen Taktrate, die sich solange nicht ändert, bis die Höhere Kraft, die sie korrigieren kann, in der Welt wirken kann.

Es gibt zwei Optionen: Entweder lassen wir die Kraft weiterhin so wirken wie bisher – negativ, bezeichnet als der Weg des Leids – oder wir versuchen, die Kraft stärker anzuziehen, damit der Weg ein schneller und süßer wird, genannt Weg des Lichts. Entlang des Wegs des Leids haben wir keine Möglichkeiten irgendetwas zu ändern, da es sich um eine objektive Realität handelt. Der Islam ist die jüngste der drei Weltreligionen; er muss die gleichen Phasen durchlaufen wie das Christentum und das Judentum. Islam und Christentum wollen die Welt erobern. Während dieses Vorhaben im Christentum in den letzten Jahrzehnten abnahm und daher schon der Vergangenheit angehört, steht dieser Prozess dem Islam erst bevor. Der Islam will die Macht in der Welt übernehmen.

Das könnte schnell gehen, wobei der Islam im Prinzip eine Geisteshaltung von bestimmten Menschen in Bezug auf die Welt darstellt. Diese Geisteshaltung muss zunächst entwickelt und demonstriert – letztendlich aber wieder losgelassen werden. Das momentane Problem ist jedoch der extreme Fanatismus, welcher auf religiösen „Grundsätzen“ beruht und die Anwendung von Waffengewalt zur Erreichung des Ziels – die Eroberung der Welt – billigt. Daher werden die Worte Hassan Rouhanis nichts ändern und die Gewalt nicht verringern. Seine Sorge jedoch gilt eindeutig dem Krieg in der islamischen Welt.

Kommentar: Ja, er rief alle islamischen Staaten auf, auch jene, die gegeneinander Krieg führen, die Gewalt zu beenden und auf den richtigen Weg zurückzukehren.

Meine Antwort: Es ist unmöglich, diese Kriege zu vermeiden, denn der Weg des Islam in Richtung Einheit führt nicht an einem innerem Kampf vorbei. Die Moslems müssen sich einem ernsthaften Bruderkrieg stellen und erkennen, dass der Hass unter ihnen selbst viel größer ist als der Hass gegen die restliche Welt. Es ist ein natürlicher Prozess, gegen den nichts unternommen werden kann und der sich daher ungebrochen fortsetzt. Ich wünsche dem Islam, Weisheit walten zu lassen und die Sufis zu stärken, die den wahren Islam kennen und in ihm eine Religion der Brüderlichkeit, Liebe, Verbindung und Einheit sehen. Dies müsste Priorität haben und die Sufis müssten respektiert werden, denn es wäre eine Schande, würde dieser wahre Teil des Islam verschwinden.

Frage: Was würden Sie dem iranischen Präsidenten raten, wie er die Sufis unterstützen und stärken kann?

Meine Antwort: Einerseits wissen die Sufis bereits, wohin sich die Welt bewegt, doch andererseits erkennen sie jetzt deutlich, womit sie es tatsächlich zu tun haben. Es geht um das riesige Ego, das nun in der arabischen Welt aus dem Winterschlaf erwacht. Dagegen ist nichts zu machen und die Menschheit muss diese Phase durchlaufen.

Alles hängt von jenen ab, die sich in Israel und auf der ganzen Welt mit der Weisheit der Kabbala befassen; wenn jene richtig studieren und sich präzise in Richtung Ziel bewegen, welches darin liegt, die gesamte Menschheit zur Einheit zu führen, wird dies auch den Sufismus wiederbeleben. Und damit einher auch eine Bewegung der Nächstenliebe.

So werden wir eine große Hilfe von der arabischen Welt erhalten. Gemeinsam werden wir die Realität auf friedliche Weise ändern. Wir müssen nur versuchen, uns richtig zu verbinden, damit alle, die sich mit der islamischen Ideologie identifizieren, die wahre Wurzel erkennen, aus welcher sie abstammen.

Aus KabTV „News mit Michael Laitman“, 28.12.2015

[173314]

Kraft gegen ISIS

Zusammen können wir eine Kraft gegen ISIS bilden

Frage: Diese Woche hat die Organisation „Ha Tovim“ in Israel eine neue Aktion gestartet „Zusammen sind wir eine Kraft – und ISIS wird sich fürchten“. Wieso soll sich ISIS fürchten, wenn sich Israel verbindet?

Antwort: „Israel“ wird übersetzt als „Kopf für mich“( li- rosh) im Bezug auf die ganze Welt, die den Körper darstellt. Alle zusammen sind wir eine Seele, die sich „Erster Mensch“ oder Adam, nennt. Was im Kopf geschieht, wird an den Körper weitergeleitet. Daher besteht ein Zusammenhang zwischen den spirituellen Handlungen im Kopf „Israels“ und dem, was in der Welt geschieht.

Wenn jemand im Volk Israel in Gedanken seinen Kameraden tötet, verflucht oder schlecht über ihn denkt – selbst wenn es unbewusst geschieht – manifestiert sich das in der Handlung der Völker der Welt. Und deswegen beklagen sie sich zurecht über die Juden. Daraus folgt, dass ein „verbundenes Volk Israel“ für ISIS eine Bedrohung darstellt. ISIS gründet sich auf verbrecherischen Handlungen, die andere zerstören und die sie befähigen, über andere zu herrschen. Und darin sie sind erfolgreich.

Wir müssen die Wichtigkeit unserer Einheit in jeder Situation erkennen. „Eine verbundene Stadt kann man nicht besiegen“, so wird es gesagt. Die Kraft der Einheit ist die Kraft des Schöpfers. Wenn die Verbrecher sich verbinden, weilt zwischen ihnen der Schöpfer. ISIS benutzt diese Eigenschaft und wir müssen verstehen, dass diese Kraft gegen uns gerichtet ist: Die Kraft der verbrecherischer Verbindung gegen der Kraft unserer Einheit.

Wenn wir, das Volk Israel, uns verbinden, benutzen wir die Kraft des Lichtes, die direkt vom Schöpfer kommt. Denn wir wünschen uns die Verbindung der ganzen Welt und benutzen diese Kraft direkt, vom Kopf in den Körper. ISIS ist uns jedoch entgegengesetzt. Ihre Absicht richtet sich gegen unsere Verbindung. Und wenn wir uns verbinden, ist das für sie ebenfalls bedrohlich.

Wir werden noch feststellen, dass ISIS mit keinen anderen Möglichkeiten zerstörbar ist, denn „eine Stadt, die verbunden ist, kann man nicht besiegen“. Man kann mit allen möglichen Mitteln dagegen ankämpfen, sie werden aber immer wieder aufstehen. Sie werden mehr und mehr Menschen rekrutieren, die bereit sind, für sie zu sterben, weil ihre Einheit sehr verlockend wirkt. Viele junge Männer und Frauen, die an Universitäten studieren, schließen sich plötzlich ISIS an, um für sie zu kämpfen. Sie werden davon angezogen, weil ihre Verlangen zu empfangen von der dort herrschenden Einheit angezogen werden – sie finden nirgendwo einen Sinn, denn in der ganzen Welt herrscht Zerstrittenheit.

Deswegen verschwindet ISIS nicht. Nur das Volk Israel kann sie durch seine Verbindung eindämmen. Und dann besteht die Möglichkeit, dass sie zerfallen – nur durch unsere Verbindung und Einheit und durch nichts anderes.

Russland hat sich in diesen Kampf ebenfalls vergeblich eingeschaltet. Die Amerikaner versuchen es schon 2 Jahre lang und werden vermutlich noch 20 Jahren erfolglos kämpfen. Daher ist die Einheit des Volkes Israel wichtig. Deswegen startete „Ha Tovim“ diese Aktion: „Zusammen sind wir eine Kraft – und ISIS wird sich fürchten“.

Das wichtigste für uns ist, die richtige Absicht zu halten. Israel ist der Kopf für alles und wenn wir mit der richtigen Absicht arbeiten, erzeugen wir eine gute Verbindung in der ganzen Welt gegen ISIS. Aber das ist nur unter einer Voraussetzung möglich – wenn wir an unsere Einheit denken, durch welche wir die Höhere Kraft erlangen. Damit wir der Welt Frieden und Glück bringen können und dadurch dem Schöpfer Freude bereiten.

Aus dem Unterricht vom 25.12.2015, Artikel „Die Gabe der Thora“