Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Feiertage'

„Lob des Wunders“ von Chanukka

Immer habe ich irgendeine Einstellung dazu, was mit mir, mit meiner Umgebung, mit meinen Verwandten und mit der Welt passiert.

Wenn ich zu dieser Einstellung den Schöpfer hinzufüge, vertiefe ich mich in Klärungen: Warum, wofür, für wen usw.

Und hier werde ich in einen Krieg für jeden Zustand hineingezogen! Ich kann innerhalb des Wissens klären, was ein „griechisches“ Herangehen heißt, also meiner Vernunft, Empfindung, Verständnis, allen meinen Vorstellungen entsprechend. Oder ich gehe mit dem Glauben über den Verstand und suche nach der Kraft des Gebens, indem ich alles aus dieser Sicht sehen will.

Also ich will nicht in den in mir erwachenden Wünschen das Wissen und die Erfüllung bekommen, sondern will mit Hilfe von diesen Wünschen aus mir selbst herauskommen, nach außen, in die Anderen, und dort das ganze Wissen und die ganze Erfüllung erhalten, mit dem Glauben über dem Verstand, in Kelim des Gebens.

Die Erfüllung, die ich innerhalb von mir erhalten kann, heißt „diese Welt“. Alles, was ich ausserhalb von mir empfangen kann, heißt die „höhere Welt“. Und ich kämpfe für das Herangehen, dem ich folgen will – das nennt sich der Krieg der Makkabäer gegen die Griechen.

„Griechen“ sind einfach ein Symbol von dem ganz rationalen Denken, das in dieser Welt existiert: Menschliche Vernuft des wissenschaftlichen Herangehens. Die Makkabäer sind über diesen Dingen, denn sie repräsentieren die Arbeit des Hohepriesters, Kohen, die sich nur auf das Geben bezieht.
Der Mensch muss ständig diesen Krieg führen, bis er sich über das Schlachtfeld erhebt. In diesem Krieg hast du noch „Späher“, die du auf den „Markt“, also auf die Stelle (Verlangen), wo sich „Vielherrschaft“ etabliert hat, schickst.

Denn unter deinen Gedanken und Wünschen gibt es noch solche, über welche „viele“ herrschen, und sie werden mal zu einer, mal zu der anderer Seite, um seines Egoismus Willen, geneigt.

Bis in all deinen Wünschen sich nur eine Macht etabliert! Das heißt, dass du den „Markt“ verlässt und in dein Haus eintrittst.
Der Markt selbst wird zum Haus, die Späher verlassen es, wie es geschrieben steht: „Bis der letzte Fuß den Markt verlässt“. Und du bleibst unter vier Augen mit dem Schöpfer, in einer Verschmelzung, in deinem Verlangen/Haus.

In der spirituellen Welt bewegen wir uns nicht von einer Stelle zur anderen – es existiert nur eine Stelle/ ein Verlangen. Aber du modifizierst und baust es, indem du deine Einstellung so änderst, dass aus dem „Markt“ das „Haus“ wird, in welchem du eine Kerze anzündest, um das „Wunder zu loben“ (Pirsuma de Nisa).

Kabbala Akademie

Chanukka ist das Fest des Lichtes in uns

Wenn der Mensch drei Eigenschaften in sich selbst auf korrekte Weise anordnet, welche als „Kerze“ „Öl“ und „Docht“ bezeichnet werden, so erreicht er einen Zustand den wir als Chanukka bezeichnen, was aus den Worten „Chanu Ko“ herrührt, was so viel wie „hier aufhören“ bedeutet. Der Mensch erreicht somit eine kurze Verschnaufpause in der Mitte des Weges.

Das „Öl“ ist unsere Material, unser Wille zu Genießen, der Inhalt des Gefäßes oder Klis. Dieses ist unfähig aus sich selbst heraus zu leuchten und ist auf das Licht, welches wir von außen anziehen angewiesen. Es kann nur mit Hilfe eines Dochtes zum Leuchten gebracht werden. Der Docht muss im Öl eingetaucht werden, aber ein Teil muss herausreichen, da er den Schirm symbolisiert, den wir außerhalb unseres egoistischen Verlangens (außerhalb des Öles) erbauen.

Der einzige Teil des egoistischen Verlangens, der in der Lage ist zu scheinen (in Kontakt mit dem Höheren Licht sein), ist jener Teil, der innerhalb des Schirmes eingeschlossen ist. Anders gesagt, kann nur das Öl, welches im Docht getränkt ist, entzündet werden. Das kann nur unter der Bedingung geschehen, dass das Öl nicht nur den Docht durchdringt, sondern sich über die Ebene des restlichen Öles ( Egoismus) erhebt, und in Richtung Bina, das Licht (Eigenschaft des Gebens) emporsteigt. Erst dann wird es in der Lage sein, zu leuchten.

Das Licht erscheint am oberen Ende des Dochtes, dem Platz, an welchem der Docht den Kontakt mit dem Öl, dem Egoismus, verliert. Das reflektierte Licht ist das Feuer, das von unten nach oben steigt, um so zu Keter der 10 Sefirot des Reflektierenden Lichtes zu erreichen. An diesem Punkt gibt es kaum einen Zusammenhang zwischen dem Reflektierten Licht und der Kraft des Wunsches zu Empfangen, dem Egoismus, der die Kraft für die Verbrennung liefert. Das Öl steigt im Docht nach oben und dies ist dann der einzige Ort, an dem der Kontakt, oder die Angleichung der Form zwischen dem Öl im Docht und dem Licht erreicht wird. Nur zusammen können sie leuchten. Das Licht kann sich nicht manifestieren, bis es eine Verbindung mit dem in Öl getränkten Docht eingeht.

Wenn wir uns eine brennende Kerze vorstellen, können wir die innere Arbeit des Menschen auf dem spirituellen Weg und was wir für unsere Seele zu tun haben, um eine Angleichung an das Licht, dem Schöpfer zu erreichen, besser verstehen. Das Verlangen verschwindet nicht, sondern muss vielmehr komplett an den Schirm, dem Docht, angeheftet werden. Daraus erbauen wir in uns die Mittlere Linie in dem Maß, in dem wir in der Lage sind, das Öl (Verlangen) in den Docht zu bringen.

Der Schirm kann nur einen kleinen Teil des Verlangens einschließen. Der Docht symbolisiert diesen Schaft, die dünne Linie, die der Maßstab der Angleichung zwischen unserem Verlangen und dem Licht ist. Der Schirm, oder die Mittlere Linie besteht aus diesen beiden Kräften – dem Öl und dem Docht, der rechten und der linken Linie.
Die rechte Linie ist Geben und Licht und die linke Linie ist das Empfangen, das Öl. Die Mittlere Linie, welche wir aus den beiden höheren Eigenschaften des Gebens und Empfangens erbauen, wird Seele genannt.

Kabbala Akademie

 

Fröhliches Chanukka!

Die Seele eines Menschen setzt sich aus zwei Teilen zusammen, die Galgalta Eynaim und AHP genannt werden. Das Fest Chanukka symbolisiert die Korrektur von Galgalta Eynaim und das Fest Purim symbolisiert die Korrektur von AHP. Deshalb gibt es in unseren Welt Traditionen, welche diese Ereignisse auf dem persönlichen spirituellen Weg eines Menschen feiern.

 

Kabbala Akademie

Das Wunder von Chanukka

Frage: Auf Chanukka geschah ein Wunder, als eine Kerze, die nur einen Tag brennen konnte, acht Tage brannte. Was ist eine Kerze, ein Docht und ein Öl aus kabbalistischer Perspektive?

Antwort: Eine Kerze ist ein Fass, in dem Öl und ein Docht schwimmen. Dank dem Docht können wir das Öl anzünden, das den Docht hinaufsteigt und verbrennt. Getrennt werden das Öl und der Docht nicht brennen, aber wenn das Öl in den Docht eindringt, leuchtet die Kerze auf.

Der Docht verkörpert die Zurückweisung des Lichts. Das Öl stellt den Brennstoff dar, kann jedoch nicht von selbst verbrennen. Deshalb müssen wir verstehen, dass unser wachsender Egoismus durch unsere Arbeit in sein Gegenteil umgewandelt wird, wie es geschrieben steht: „Der böse Engel wird zum guten Engel“ oder „Der Engel des Todes wird zum Engel des Lebens.“

Die Makkabäer fanden das Ölfass, da sie versuchten, die Qualität der Liebe und des Gebens, die Verbindung zwischen ihnen zu erlangen und sie konnten es anzünden, weil sie großen Widerstand gegen jene Bevölkerungsgruppen empfanden, die sich mit den griechischen Götzen vereinigten und eine griechischen Tempel in Jerusalem bauten.

Der Krieg der Makkabäer war innerlich, nicht äußerlich wie bei den Griechen oder den Hellenisten innerhalb Israels. Als sie ihren egoistischen Widerstand überwanden, verwandelten sie ihren Ärger zwischen ihnen in den Docht im Öl und konnten ihn so anzünden.

Daher verkörpert das Ölfass mit einem Docht die spirituelle Arbeit der Person. Es bedeutet nichts, einfach ein Fass zu finden – Hauptsache, es anzünden zu können. Als sich die Makkabäer durch die Überwindung des Widerstands ihrer Egos vereinigten, stellte sich heraus, dass das Fass in der Lage war, den Docht in das Licht zu stecken. Mit anderen Worten, sie verwandelten ihren Egoismus und es begann, vom höherem Licht erleuchtet zu werden und ihre Seelen beleuchteten sich, beleuchtet vom Licht. Dies ist das Wunder von Chanukka.

Frage: Warum brannte die Kerze acht Tage anstatt eines?

Antwort:  Wenn Sie zum Zwecke der Liebe und des Gebens arbeiten, steigen Sie höher auf. Es gibt acht Sefirot von Malchut  bis Bina, acht Teile der Wünsche. Obwohl es nur eine Malchut gibt, erleuchtet der Widerstand, dh. der Glaube über die Vernunft, alle Sefirot bis zum höchsten – Bina.

Die Makkabäer konnten die wahre Qualität des Gebens erreichen, was Glaube über  Vernunft genannt wird. Die Vernunft ist in Malchut, während der Glaube – in Bina ist.

Der Aufstieg von Malchut nach Bina verkörpert das Wunder von Chanukka.

 Zur Kabbala Akademie—>

Chanukka – Die Rast mitten auf dem Weg

Wir treten in eine besondere Periode des Festes Chanukka ein. Dieses Fest hat eine interessante Geschichte, wir sind aber mehr an seinem spirituellen Sinn interessiert. 

Der Mensch, sowie die gemeinsame Seele, war dem Schöpfer absolut gegensätzlich erschaffen worden. Die Eigenschaft des Schöpfers ist das Geben und die Liebe. Die Eigenschaft des Geschöpfes ist das Empfangen und der Hass. Das Programm der Schöpfung ist dazu berufen, den Menschen von der Gegensätzlichkeit zur Gleichförmigkeit mit der höheren Kraft zu führen.

Dieses Programm wird dank dem Licht realisiert, welches zur Quelle zurückführt. Dieses Licht erweckt man mit Hilfe spezieller Verfahrensweisen. Dazu gehört die Arbeit in Gruppen, nach dem Beispiel von Moses bei der Erschaffung des Volkes Israel.

Wenn sich diese Gruppen in einer speziellen Form verbinden, ziehen sie das Licht zu sich heran, welches zur Quelle zurückführt. Das Licht wirkt allmählich auf sie. Dank diesem Licht, welches „Tora“ heißt, erhalten die Geschöpfe die Korrektur.  

Diese Korrektur wird in zwei Etappen realisiert. Auf der ersten Etappe wird das Verlangen für sich zu genießen so korrigiert, dass die „Absicht“ zum Geben hin geändert wird. Das Verlangen selbst wird dabei nicht benutzt. Also, das Ziel der ersten Etappe besteht darin, die Verlangen zu empfangen zu mindern, damit man sich ausschließlich auf das „Erlangen der Absicht“ hin zum Geben konzentriert.

Nach dem Abschluss dieser Korrektur beginnen wir wieder, Verlangen zu empfangen zu offenbaren und arbeiten aktiv mit ihnen. Das heißt, dass wir empfangen um zu geben.

Die erste Etappe des Erreichens der Eigenschaften des Gebens um zu geben (die Stufe Bina) ist der Krieg der Makkabäer. Der Punkt des Überganges vom Geben um zu geben zum Empfangen um zu geben heißt „die Rast“ oder Chanukka (das bedeutet „chanu ko“: hier stehengeblieben).

Wir feiern einen sehr wichtigen Punkt bei dem Chanukkafest, den Abschluss des Erlangens der altruistischen Absicht, das Erlangen der Stufe Bina. Unser Verlangen zu genießen wird noch nicht benutzt. Wir schränken es ständig weiter und vergrößern somit die Absicht für das Geben. So kommen wir zu dieser Rast, zu Chanukka. Wir können ihre Lichter nur sehen, sie aber nicht benutzen.

Genauso können wir die Gefäße sehen, obwohl wir sie nicht benutzen können. Man kann kein Licht ohne Gefäß sehen, das geht nur für das Geben und über dem Verlangen selber.

Nach Chanukka lernen wir wie wir sogar die Verlangen zu empfangen mit der Absicht um zu geben benutzen können, damit „die Finsternis wie das Licht leuchtet“.

Chanukka ist deswegen ein Fest des Lichtes, weil wir nur die gebenden Absichten benutzen, das Licht kann man nicht benutzen, man kann nur darauf schauen. „Schauen“ bedeutet, das Licht über den Empfangsgefäßen zu nutzen. Beim Nutzen des Lichtes innerhalb der Empfangsgefäße sprechen wir von einer vollständigen, vollkommenen Anwendung.

So wird der Platz von diesem besonderen Fest bestimmt. Das Fest schließt diese besondere erste Etappe der Korrektur, welche wir in diesen Tagen feiern, ab.

Aus dem Unterricht zur Thema „Chanukka nach der Kabbala“

 [#218017]

Kabbala Akademie

Zum Laubhüttenfest [Sukkot]

Wir wurden geboren mit dem egoistischen Verlangen zu genießen, und plötzlich erwacht darin ein neuer Wunsch, ein Wunsch zur Spiritualität. Und wir können mit Hilfe der Umgebung und der Bücher dieses neue Verlangen in uns stärken, damit es uns mit sich in die andere Welt mitzieht.

Und das alte Verlangen verkleinert sich, verschwindet, oder ganz im Gegenteil, es wächst, aber wir erheben uns darüber in dem Wunsch zu geben.

So findet in uns der Krieg zwischen diesen Wünschen statt: die Sorge um sich selbst (Wünsche dieser Welt) und das Verlangen zu geben, das sich auf die höhere Welt und den Schöpfer bezieht.

Und wir müssen den Wunsch zur höheren Welt, den Wunsch zu geben vergrößern gegenüber dem entgegengesetzten Verlangen in dieser Welt zu genießen. Darin besteht unsere ganze Arbeit und die freie Wahl.

Und die Wahl besteht nur in der Einschätzung der Bedeutung, was wir für das Wichtigste halten: das Verlangen, das nach oben gerichtet ist, von dem ich jetzt nur einen kleinen Funken habe, oder das Verlangen, das nach unten, auf diese Welt gerichtet ist.
Das Fest Sukkot, und alle Arbeiten, die mit diesem Fest verbunden sind (Bau der Sukka), zeigt uns, wie wir dieses kleine Verlangen zum Höheren verstärken. Es heißt „Abfall“, denn wir nehmen es als absolut unnötig wahr. Irgendein Geben, Liebe zum Nächsten, Freunde, Verbindung… diese schönen Worte nimmt keiner ernst.

Die Wichtigkeit, diesen „Abfall“ über unser eigenes „Ich“ und diese Welt zu erheben, das Geben über das Nehmen zu erheben, das symbolisiert die Sukka (Hütte), eine vorläufige Konstruktion.

Auch wenn du die Vollkommenheit in der Stabilität fühlst, geh hinaus in eine temporäre Behausung, d.h. ändere dich.

 

Die Offenbarung des Bösen ist kein Anlass zu trauern

Frage: Es wird gesagt, dass ein Gebet mit der Dankbarkeit anfangen soll. Gibt es die Dankbarkeit in den Gebeten am Tag der Sühne (Jom Kippur)?

Meine Antwort: Vor allem sind die Gebete am Tag der Sühne mit den Gebeten zum jüdischen Neuen Jahr (Rosh haShana) verbunden, die dazu berufen sind, den Schöpfer, wie den König der Welt „zu krönen“. Dadurch erheben wir das Ziel, das Geben, die Liebe, die großen Eigenschaften, die wir erreichen sollen. Sie lenken die ganze Welt, halten sich überall auf, und herrschen über alles.

Der Schöpfer ist gerade die Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Er hat keine andere Gestalt, so kleidet Er sich in die Gefäße ein, und so erkennen wir Ihn, die Kraft, die mit dem Geschöpf verbunden ist. Wir respektieren, schätzen und erhöhen diese Eigenschaft über alles.

Die Bedeutung des Neuen Jahrs: wir rühmen „den Kopf“ (Rosh) – die Eigenschaft des Gebens. Sie ist das Wichtigste und lenkt alles in uns, sie zieht uns an und wir wollen sie erlangen, ihr gleich werden, uns ihr anschließen.

Der Tag der Sühne zeigt uns, wie weit wir davon noch entfernt sind. Wir prüfen uns nach und bringen die eigenen Mängel an den Tag, wir sehen, dass es uns an den Korrekturen mangelt, um die vollwertige, vollkommene Eigenschaft des Gebens zu finden. Wir bedauern es, und bereiten unsere Mängel für die nächste Korrekturarbeit vor.

Dann folgen die Tage der Korrektur, die mit Purim beendet werden.

Frage: Gibt es am Tag der Sühne nur das Bedauern darüber, dass wir noch nicht korrigiert sind?

Meine Antwort: Das ist eben die große Freude. In Wirklichkeit freue ich mich und bin nicht am Weinen. Denn mir werden die zerbrochenen Gefäße offenbart, die ich jetzt korrigieren kann.

Mein Bedauern, meine Buße ist mit der Freude verknüpft: endlich habe ich in mir das Böse offenbart und zittere jetzt mit dem Verlangen, das Böse zu korrigieren. Ich bin über diese Offenbarung froh und dankbar.

Versuche, die Gebete am Tag der Sühne mit Freude anstatt mit Weinen auszusprechen und du wirst in ihnen etwas ganz anderes bemerken.

Wie kann man in der Nähe vom Schöpfer weinen? Denn du zeugst jetzt, während der Zeit des Bedauerns, dass der Schöpfer deinen Zustand hervorgerufen hat, was bedeuten würde, dass der Schöpfer für dich nicht mehr gut ist, und das Gute nicht schafft? Diese Empfindung soll im Prinzip niemals vorkommen.

Der Schöpfer offenbart das Zerbrechen in dir, damit du dich freust, diesen Mangel korrigierst und Ihm durch selbständige Arbeit gleich wirst. Und umgekehrt, wenn Er dich Sich gleich ohne eine selbständige Teilnahme geschaffen hätte, dann würdest du an Ihm wie ein Klebeband kleben.

Aber Er hat dir jetzt ermöglicht, die Unterschiede zu erkennen, Er hat die Situation vorbereitet, die dir sagt: „In diesen Eigenschaften unterscheidest du dich von Mir. Erfülle die Arbeit und du wirst wie Ich sein“.  Wirst du wirklich deswegen weinen, dass Er mit dir so gehandelt hat, und dir jetzt die Chance gibt, Ihm gleich zu werden?

Im Gegenteil, du freust dich: „Ja, wir sündigten und gingen fremd. Ja, ich bin schuldig, bin ein Dieb und ein Lügner …“ Und du genießt deine innere Offenbarung. Du bist darüber froh, dass Er dich geschaffen hat und dir vorführt, mittels welcher Veränderungen man die Verschmelzung mit Ihm erlangen kann.

Es ist eben das Dienen für den Schöpfer, die Arbeit für den Schöpfer. Muss man dabei weinen? Du befriedigst doch den Schöpfer dadurch. Du erkennst, dass Er das alles für dich vorbereitet hat, und bist dafür dankbar, dass Er dich anders geschaffen hat.

Eigentlich küsst du den Stab, die Peitsche, und neutralisierst dadurch den bösen Anfang. Jetzt ist er schon nicht mehr böse, denn dank dem Wechsel deiner Beziehung ist er gut geworden.

Frage: Freuen wir uns, weil wir das Gegenteil zum Schöpfer in uns offenbart haben?

Meine Antwort: Nein, wir sind darüber froh, dass Er uns die Möglichkeit gewährt, Ihm gleich zu werden. Ich bin Ihm für die ganze Vorbereitung, für Seine Barmherzigkeit mir gegenüber, sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Zukunft dankbar. Alles, was Er macht, das Zerbrechen und die schrecklichen Nöte, die uns geschickt wurden, ist eigentlich die vollkommene Barmherzigkeit. Wir werden gerade diese Empfindung offenbaren. Und alles hängt von meiner Lebensauffassung ab, die ich ändern möchte.

 

[116722]

Feiertage aus Sicht der Kabbala

Frage: Was bedeutet ein Feiertag aus der Perspektive der Kabbala?

Antwort: Nach der Weisheit der Kabbala gibt es verschiedene Ebenen des Lichts, die zu uns herabkommen. Ihre Intensität bestimmt einen besonderen Zustand, der Feiertag genannt wird.

„Feiertag“ wird in Hebräisch „Hag“ genannt und stammt von dem Wort „Mehuga“ (Pfeil) ab, der sich ständig dreht und seine Kreise wiederholt. Anders gesagt ist ein Feiertag etwas, das sich von Jahr zu Jahr wiederholt. Es wiederholt sich in der Weise, dass zu dieser Zeit ein bestimmtes Licht herabsteigt und jeden, der darunter steht, in einen besonderen Zustand versetzt.

Es ist möglich, dass du in der spirituellen Welt im Zustand „Neujahr“ existierst, während ich mich im Zustand „Pessach“ (Passah) befinde. Man behindert sich nicht gegenseitig. Für dich ist es der eine, für mich ein anderer Zustand. Jeder hat seine eigene Zeit und seine eigenen Stufen.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 31.12.17

(223286)

Dem Tag der Unabhängigkeit gewidmet

Baal HaSulam, Zeitung „Das Volk“: „Man schämt sich zuzugeben, dass eine der besten Eigenschaften, die wir während des Exils verloren haben, die wichtigste von allen – das Selbstbewusstsein ist, ein Volk zu sein. Das ist eine durchaus natürliche Wahrnehmung, die jedem Volk seine Existenz sichert und es vereinigt.
Die Verbindungen der Liebe, die jedes Volk verbinden, sind bei allen Völkern natürlich und urtümlich. Bei uns sind sie ausgestorben und haben unsere Herzen verlassen, sie sind verschwunden.“

Das bedeutet, dass die Verbindung zwischen den Menschen im Volk Israel (fremde, entfernte und absolut unterschiedliche Menschen) nur mithilfe einer speziellen Entwicklung, und zwar mithilfe des künstlichen Weges der Liebe zwischen uns existieren kann. Ansonsten wird diese Verbindung nicht existieren. Von Natur aus gibt es zwischen uns keine Verbindung, nur Abstoßung.

Ohne die Liebe oder das Streben danach gibt es für Israel keine Möglichkeit als ein Volk zu existieren, sondern nur als eine Versammlung von Menschen, die vor dem Hass der anderen Völker aus allen Teilen der Welt fliehen. Wir werden das Land Israel nur als einen Zufluchtsort ansehen und nicht mehr.   

Das authentische Volk Israel können wir nur auf Grundlage der Brüderliebe gründen, weil ohne die Liebe zwischen uns überhaupt keine Verbindung existiert. Baal HaSulam vergleicht unseren Zustand mit Nüssen in einem Sack. Nur der Druck der Sackwand zwingt die Nüsse sich näher zu kommen. D.h. dann Hass auf unsere Nachbarn und die übrige Welt.

Wenn wir uns darüber Gedanken machen, dann werden wir sehen, dass das Gemeinwesen und die Uneinigkeit im Volk Israel direkt mit der Lage an unseren Grenzen und mit dem Antisemitismus in der Welt verbunden sind.

***

Wenn der Mensch bei seinen wohltätigen Handlungen und bei der Ausführung der Tora und der Gebote ein anderes Ziel hat als das Erreichen der Liebe zum Nächsten und daraus das Erreichen der Liebe zum Schöpfer, dann nähern ihn all seine Handlungen nur dem Zerbrechen an. Wenn der Mensch Tag für Tag in jeder seiner Handlungen nicht nach der Brüderliebe strebt, dann verpasst er mit jedem Tag aufs Neue seine Zukunft.

Je konkreter die Handlungen mit der falschen Absicht waren, desto größer ist die Zerstörung, die dadurch entsteht. Die Kräfte, die dem Menschen zur Verfügung gestellt werden, werden immer mächtiger, aber er lenkt sie falsch. Dadurch ruft er die Zerstörung hervor.

***

Abraham ist nicht nur unsere Geschichte, sondern die Grundlage des Volkes Israel. Dieses Volk wurde auf dem Prinzip der Liebe zum Nächsten und zum Schöpfer gegründet. Wenn wir dieses Prinzip vergessen, irren wir uns sehr und wir werden dafür einen sehr hohen Preis bezahlen müssen. Es gibt keine andere Möglichkeit für die Heilung unseres Volkes: nur die Rückkehr zu den Bedingungen, mit welchen es gegründet wurde.

Wir werden auf keine andere Weise koexistieren können und wir werden uns nicht trennen können, weil wir uns unter der Macht der höheren Kraft befinden, die uns nur ein Ziel gegeben hat: die Verbindung. All unsere Bewegungen in andere Richtungen: nach rechts, nach links oder sogar zurück, führen zu noch größeren Problemen. Das Volk Israel hat keine andere Wahl als einzig und allein zum Prinzip der Nächstenliebe zu streben. Auf diesem Prinzip wurde es auch gegründet.

 

Ausschnitte aus dem Morgenunterricht vom 18.04.2018

[#225325]

Meine Gedanken auf Twitter 20/04/2018

Man sollte immer in der mittleren Linie sein und sich nicht von seinen Launen leiten lassen. Das ist möglich, wenn ich an dem Ziel festhalte. Meine Laune bestimmt, wie zielgerichtet die Zustände sind, die ich durchlaufe. Ich bin nicht wie ein Kind, das für Launen anfällig ist.

Die Rückkehr des Volkes Israel in sein Land. Wir feiern, dass wir und die Menschheit die Möglichkeit bekommen haben, eine neue Entwicklung zu beginnen. Wir sollten uns das selber und der ganzen Welt zeigen. Das ist das richtige Fest, die Zukunft und nicht gut überstandene Leiden.

Bei der Feier des 70. Jahrestages von Israel haben wir uns an unsere Geschichte erinnert. Ich würde das Jubiläum nicht mit der Vergangenheit verbinden, sondern mit der Zukunft. Dabei zeigen wir, dass der Staat Israel ein Symbol der neuen Menschheit ist, ein Symbol der Verbindung in der Offenbarung des Schöpfers, ein Ziel für alle.

Wenn wir uns auf das Ziel ausrichten, auf die Übereinstimmung mit dem Schöpfer, fühlen wir uns in schlechten wie in guten Zeiten in etwa auf demselben Niveau und werden nicht von Launen geleitet, weil das Wichtigste das Ziel ist. Und Veränderungen sind gut für das Erreichen dieses Ziels. So schreiten wir in der mittleren Linie voran!

Wir wünschen uns den Staat Israel nicht nur für Juden, sondern für die ganze Menschheit, damit wir sie nach dem Prinzip „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ aufbauen können. Wir haben in unserem Volk einen Samen und einen Plan zu seiner Realisierung, daraus könnten solche Zivilisationen erwachsen.

Die wichtigsten Kräfte der spirituellen Entwicklung sind Neid und Scham. Scham empfindet man nicht für die Eigenschaften, die man vom Schöpfer bekommen hat, sondern für die, die man korrigieren muss. Und Neid empfindet man gegenüber den besten Eigenschaften der anderen, die man sich ebenfalls aneignen möchte. Die beiden Eigenschaften schreiben wir der Notwendigkeit der Verbindung zu, um die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu erreichen.

Die Unabhängigkeit ist die Erkenntnis der kompletten Abhängigkeit Israels und der Völker der Welt voneinander. Das Verständnis der Unabhängigkeit liegt in der Unabhängigkeit vom eigenen Egoismus, indem man den Hass in Liebe verwandelt. Man macht das mithilfe des Lichtes des Schöpfers, indem man dieses Licht durch sich hindurch zu allen Völkern leitet.

 

Kabbala Akademie auf Twitter