Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Zum Laubhüttenfest [Sukkot]

Wir wurden geboren mit dem egoistischen Verlangen zu genießen, und plötzlich erwacht darin ein neuer Wunsch, ein Wunsch zur Spiritualität. Und wir können mit Hilfe der Umgebung und der Bücher dieses neue Verlangen in uns stärken, damit es uns mit sich in die andere Welt mitzieht.

Und das alte Verlangen verkleinert sich, verschwindet, oder ganz im Gegenteil, es wächst, aber wir erheben uns darüber in dem Wunsch zu geben.

So findet in uns der Krieg zwischen diesen Wünschen statt: die Sorge um sich selbst (Wünsche dieser Welt) und das Verlangen zu geben, das sich auf die höhere Welt und den Schöpfer bezieht.

Und wir müssen den Wunsch zur höheren Welt, den Wunsch zu geben vergrößern gegenüber dem entgegengesetzten Verlangen in dieser Welt zu genießen. Darin besteht unsere ganze Arbeit und die freie Wahl.

Und die Wahl besteht nur in der Einschätzung der Bedeutung, was wir für das Wichtigste halten: das Verlangen, das nach oben gerichtet ist, von dem ich jetzt nur einen kleinen Funken habe, oder das Verlangen, das nach unten, auf diese Welt gerichtet ist.
Das Fest Sukkot, und alle Arbeiten, die mit diesem Fest verbunden sind (Bau der Sukka), zeigt uns, wie wir dieses kleine Verlangen zum Höheren verstärken. Es heißt „Abfall“, denn wir nehmen es als absolut unnötig wahr. Irgendein Geben, Liebe zum Nächsten, Freunde, Verbindung… diese schönen Worte nimmt keiner ernst.

Die Wichtigkeit, diesen „Abfall“ über unser eigenes „Ich“ und diese Welt zu erheben, das Geben über das Nehmen zu erheben, das symbolisiert die Sukka (Hütte), eine vorläufige Konstruktion.

Auch wenn du die Vollkommenheit in der Stabilität fühlst, geh hinaus in eine temporäre Behausung, d.h. ändere dich.

 

Die Offenbarung des Bösen ist kein Anlass zu trauern

Frage: Es wird gesagt, dass ein Gebet mit der Dankbarkeit anfangen soll. Gibt es die Dankbarkeit in den Gebeten am Tag der Sühne (Jom Kippur)?

Meine Antwort: Vor allem sind die Gebete am Tag der Sühne mit den Gebeten zum jüdischen Neuen Jahr (Rosh haShana) verbunden, die dazu berufen sind, den Schöpfer, wie den König der Welt „zu krönen“. Dadurch erheben wir das Ziel, das Geben, die Liebe, die großen Eigenschaften, die wir erreichen sollen. Sie lenken die ganze Welt, halten sich überall auf, und herrschen über alles.

Der Schöpfer ist gerade die Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Er hat keine andere Gestalt, so kleidet Er sich in die Gefäße ein, und so erkennen wir Ihn, die Kraft, die mit dem Geschöpf verbunden ist. Wir respektieren, schätzen und erhöhen diese Eigenschaft über alles.

Die Bedeutung des Neuen Jahrs: wir rühmen „den Kopf“ (Rosh) – die Eigenschaft des Gebens. Sie ist das Wichtigste und lenkt alles in uns, sie zieht uns an und wir wollen sie erlangen, ihr gleich werden, uns ihr anschließen.

Der Tag der Sühne zeigt uns, wie weit wir davon noch entfernt sind. Wir prüfen uns nach und bringen die eigenen Mängel an den Tag, wir sehen, dass es uns an den Korrekturen mangelt, um die vollwertige, vollkommene Eigenschaft des Gebens zu finden. Wir bedauern es, und bereiten unsere Mängel für die nächste Korrekturarbeit vor.

Dann folgen die Tage der Korrektur, die mit Purim beendet werden.

Frage: Gibt es am Tag der Sühne nur das Bedauern darüber, dass wir noch nicht korrigiert sind?

Meine Antwort: Das ist eben die große Freude. In Wirklichkeit freue ich mich und bin nicht am Weinen. Denn mir werden die zerbrochenen Gefäße offenbart, die ich jetzt korrigieren kann.

Mein Bedauern, meine Buße ist mit der Freude verknüpft: endlich habe ich in mir das Böse offenbart und zittere jetzt mit dem Verlangen, das Böse zu korrigieren. Ich bin über diese Offenbarung froh und dankbar.

Versuche, die Gebete am Tag der Sühne mit Freude anstatt mit Weinen auszusprechen und du wirst in ihnen etwas ganz anderes bemerken.

Wie kann man in der Nähe vom Schöpfer weinen? Denn du zeugst jetzt, während der Zeit des Bedauerns, dass der Schöpfer deinen Zustand hervorgerufen hat, was bedeuten würde, dass der Schöpfer für dich nicht mehr gut ist, und das Gute nicht schafft? Diese Empfindung soll im Prinzip niemals vorkommen.

Der Schöpfer offenbart das Zerbrechen in dir, damit du dich freust, diesen Mangel korrigierst und Ihm durch selbständige Arbeit gleich wirst. Und umgekehrt, wenn Er dich Sich gleich ohne eine selbständige Teilnahme geschaffen hätte, dann würdest du an Ihm wie ein Klebeband kleben.

Aber Er hat dir jetzt ermöglicht, die Unterschiede zu erkennen, Er hat die Situation vorbereitet, die dir sagt: „In diesen Eigenschaften unterscheidest du dich von Mir. Erfülle die Arbeit und du wirst wie Ich sein“.  Wirst du wirklich deswegen weinen, dass Er mit dir so gehandelt hat, und dir jetzt die Chance gibt, Ihm gleich zu werden?

Im Gegenteil, du freust dich: „Ja, wir sündigten und gingen fremd. Ja, ich bin schuldig, bin ein Dieb und ein Lügner …“ Und du genießt deine innere Offenbarung. Du bist darüber froh, dass Er dich geschaffen hat und dir vorführt, mittels welcher Veränderungen man die Verschmelzung mit Ihm erlangen kann.

Es ist eben das Dienen für den Schöpfer, die Arbeit für den Schöpfer. Muss man dabei weinen? Du befriedigst doch den Schöpfer dadurch. Du erkennst, dass Er das alles für dich vorbereitet hat, und bist dafür dankbar, dass Er dich anders geschaffen hat.

Eigentlich küsst du den Stab, die Peitsche, und neutralisierst dadurch den bösen Anfang. Jetzt ist er schon nicht mehr böse, denn dank dem Wechsel deiner Beziehung ist er gut geworden.

Frage: Freuen wir uns, weil wir das Gegenteil zum Schöpfer in uns offenbart haben?

Meine Antwort: Nein, wir sind darüber froh, dass Er uns die Möglichkeit gewährt, Ihm gleich zu werden. Ich bin Ihm für die ganze Vorbereitung, für Seine Barmherzigkeit mir gegenüber, sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Zukunft dankbar. Alles, was Er macht, das Zerbrechen und die schrecklichen Nöte, die uns geschickt wurden, ist eigentlich die vollkommene Barmherzigkeit. Wir werden gerade diese Empfindung offenbaren. Und alles hängt von meiner Lebensauffassung ab, die ich ändern möchte.

 

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Feiertage aus Sicht der Kabbala

Frage: Was bedeutet ein Feiertag aus der Perspektive der Kabbala?

Antwort: Nach der Weisheit der Kabbala gibt es verschiedene Ebenen des Lichts, die zu uns herabkommen. Ihre Intensität bestimmt einen besonderen Zustand, der Feiertag genannt wird.

„Feiertag“ wird in Hebräisch „Hag“ genannt und stammt von dem Wort „Mehuga“ (Pfeil) ab, der sich ständig dreht und seine Kreise wiederholt. Anders gesagt ist ein Feiertag etwas, das sich von Jahr zu Jahr wiederholt. Es wiederholt sich in der Weise, dass zu dieser Zeit ein bestimmtes Licht herabsteigt und jeden, der darunter steht, in einen besonderen Zustand versetzt.

Es ist möglich, dass du in der spirituellen Welt im Zustand „Neujahr“ existierst, während ich mich im Zustand „Pessach“ (Passah) befinde. Man behindert sich nicht gegenseitig. Für dich ist es der eine, für mich ein anderer Zustand. Jeder hat seine eigene Zeit und seine eigenen Stufen.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 31.12.17

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Dem Tag der Unabhängigkeit gewidmet

Baal HaSulam, Zeitung „Das Volk“: „Man schämt sich zuzugeben, dass eine der besten Eigenschaften, die wir während des Exils verloren haben, die wichtigste von allen – das Selbstbewusstsein ist, ein Volk zu sein. Das ist eine durchaus natürliche Wahrnehmung, die jedem Volk seine Existenz sichert und es vereinigt.
Die Verbindungen der Liebe, die jedes Volk verbinden, sind bei allen Völkern natürlich und urtümlich. Bei uns sind sie ausgestorben und haben unsere Herzen verlassen, sie sind verschwunden.“

Das bedeutet, dass die Verbindung zwischen den Menschen im Volk Israel (fremde, entfernte und absolut unterschiedliche Menschen) nur mithilfe einer speziellen Entwicklung, und zwar mithilfe des künstlichen Weges der Liebe zwischen uns existieren kann. Ansonsten wird diese Verbindung nicht existieren. Von Natur aus gibt es zwischen uns keine Verbindung, nur Abstoßung.

Ohne die Liebe oder das Streben danach gibt es für Israel keine Möglichkeit als ein Volk zu existieren, sondern nur als eine Versammlung von Menschen, die vor dem Hass der anderen Völker aus allen Teilen der Welt fliehen. Wir werden das Land Israel nur als einen Zufluchtsort ansehen und nicht mehr.   

Das authentische Volk Israel können wir nur auf Grundlage der Brüderliebe gründen, weil ohne die Liebe zwischen uns überhaupt keine Verbindung existiert. Baal HaSulam vergleicht unseren Zustand mit Nüssen in einem Sack. Nur der Druck der Sackwand zwingt die Nüsse sich näher zu kommen. D.h. dann Hass auf unsere Nachbarn und die übrige Welt.

Wenn wir uns darüber Gedanken machen, dann werden wir sehen, dass das Gemeinwesen und die Uneinigkeit im Volk Israel direkt mit der Lage an unseren Grenzen und mit dem Antisemitismus in der Welt verbunden sind.

***

Wenn der Mensch bei seinen wohltätigen Handlungen und bei der Ausführung der Tora und der Gebote ein anderes Ziel hat als das Erreichen der Liebe zum Nächsten und daraus das Erreichen der Liebe zum Schöpfer, dann nähern ihn all seine Handlungen nur dem Zerbrechen an. Wenn der Mensch Tag für Tag in jeder seiner Handlungen nicht nach der Brüderliebe strebt, dann verpasst er mit jedem Tag aufs Neue seine Zukunft.

Je konkreter die Handlungen mit der falschen Absicht waren, desto größer ist die Zerstörung, die dadurch entsteht. Die Kräfte, die dem Menschen zur Verfügung gestellt werden, werden immer mächtiger, aber er lenkt sie falsch. Dadurch ruft er die Zerstörung hervor.

***

Abraham ist nicht nur unsere Geschichte, sondern die Grundlage des Volkes Israel. Dieses Volk wurde auf dem Prinzip der Liebe zum Nächsten und zum Schöpfer gegründet. Wenn wir dieses Prinzip vergessen, irren wir uns sehr und wir werden dafür einen sehr hohen Preis bezahlen müssen. Es gibt keine andere Möglichkeit für die Heilung unseres Volkes: nur die Rückkehr zu den Bedingungen, mit welchen es gegründet wurde.

Wir werden auf keine andere Weise koexistieren können und wir werden uns nicht trennen können, weil wir uns unter der Macht der höheren Kraft befinden, die uns nur ein Ziel gegeben hat: die Verbindung. All unsere Bewegungen in andere Richtungen: nach rechts, nach links oder sogar zurück, führen zu noch größeren Problemen. Das Volk Israel hat keine andere Wahl als einzig und allein zum Prinzip der Nächstenliebe zu streben. Auf diesem Prinzip wurde es auch gegründet.

 

Ausschnitte aus dem Morgenunterricht vom 18.04.2018

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Meine Gedanken auf Twitter 20/04/2018

Man sollte immer in der mittleren Linie sein und sich nicht von seinen Launen leiten lassen. Das ist möglich, wenn ich an dem Ziel festhalte. Meine Laune bestimmt, wie zielgerichtet die Zustände sind, die ich durchlaufe. Ich bin nicht wie ein Kind, das für Launen anfällig ist.

Die Rückkehr des Volkes Israel in sein Land. Wir feiern, dass wir und die Menschheit die Möglichkeit bekommen haben, eine neue Entwicklung zu beginnen. Wir sollten uns das selber und der ganzen Welt zeigen. Das ist das richtige Fest, die Zukunft und nicht gut überstandene Leiden.

Bei der Feier des 70. Jahrestages von Israel haben wir uns an unsere Geschichte erinnert. Ich würde das Jubiläum nicht mit der Vergangenheit verbinden, sondern mit der Zukunft. Dabei zeigen wir, dass der Staat Israel ein Symbol der neuen Menschheit ist, ein Symbol der Verbindung in der Offenbarung des Schöpfers, ein Ziel für alle.

Wenn wir uns auf das Ziel ausrichten, auf die Übereinstimmung mit dem Schöpfer, fühlen wir uns in schlechten wie in guten Zeiten in etwa auf demselben Niveau und werden nicht von Launen geleitet, weil das Wichtigste das Ziel ist. Und Veränderungen sind gut für das Erreichen dieses Ziels. So schreiten wir in der mittleren Linie voran!

Wir wünschen uns den Staat Israel nicht nur für Juden, sondern für die ganze Menschheit, damit wir sie nach dem Prinzip „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ aufbauen können. Wir haben in unserem Volk einen Samen und einen Plan zu seiner Realisierung, daraus könnten solche Zivilisationen erwachsen.

Die wichtigsten Kräfte der spirituellen Entwicklung sind Neid und Scham. Scham empfindet man nicht für die Eigenschaften, die man vom Schöpfer bekommen hat, sondern für die, die man korrigieren muss. Und Neid empfindet man gegenüber den besten Eigenschaften der anderen, die man sich ebenfalls aneignen möchte. Die beiden Eigenschaften schreiben wir der Notwendigkeit der Verbindung zu, um die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu erreichen.

Die Unabhängigkeit ist die Erkenntnis der kompletten Abhängigkeit Israels und der Völker der Welt voneinander. Das Verständnis der Unabhängigkeit liegt in der Unabhängigkeit vom eigenen Egoismus, indem man den Hass in Liebe verwandelt. Man macht das mithilfe des Lichtes des Schöpfers, indem man dieses Licht durch sich hindurch zu allen Völkern leitet.

 

Kabbala Akademie auf Twitter

Warum feiern Kabbalisten Israels 70. Jahrestag?

Breaking Israel News: Beitrag von Dr. Michael Laitman, 18.04.2018

„Aus der Finsternis erschien das Licht, und es trat aus der Verhüllung heraus und offenbarte die Tiefe. Eines kam aus dem anderen hervor. Aus dem Guten kam Schlechtes hervor, und aus Barmherzigkeit das Gericht. Alles ist ineinander eingeschlossen, die gute und die schlechte Neigung, rechts und links, Israel und der Rest der Nationen, weiß und schwarz. Alles hängt voneinander ab“.
– Der Sohar, Kedushim, 7-8.

Die Kabbalisten fügen der Feier zur 70-jährigen israelischen Souveränität einen weiteren Grund zum Feiern hinzu: dass im Staat Israel nach 2000 Jahren spirituellen Exils ein bedeutender spiritueller Wiederaufschwung beginnt.

Dunkelheit und Licht, Abstiege und Aufstiege, Exil und Ruhm sind alle charakteristisch für das Volk Israel, früher und heute. Wir haben Zustände der blühenden Einheit und der brüderlichen Liebe zur Zeit des Ersten und Zweiten Tempels genossen. Wir haben Zustände bitterer Niederlagen erlitten, in denen unbegründeter Hass unsere Einheit zerbrach und es dem Römischen Reich ermöglichte, unsere Uneinigkeit auszunutzen und den Ruin des Tempels herbeizuführen.

Im Exil fanden wir Wege, die Länder, in denen wir uns niedergelassen hatten, zu Wohlstand zu bringen und zu entwickeln, indem wir uns in Bildung, Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Recht und Gesellschaft einen Namen machten, obwohl wir voneinander getrennt und über die ganze Welt verstreut waren. Während es jedoch im menschlichen Unterbewusstsein eine eingepflanzte Erwartung an das Volk Israel gibt, eine völlig andere Art von Wohlstand und Wachstum hervorzubringen als die materialistische Version, die wir ihnen bis jetzt gegeben haben, werden wir von dem Dauerphänomen des Antisemitismus geplagt: von Verleumdung und Blutanklage bis zu verheerenden Pogromen und dem Holocaust.

Nach dem grenzenlosen Schrecken, den Millionen unserer Vorfahren im Holocaust erlebten, hatte die Welt Gnade mit uns und unterstützte die Errichtung unserer neuen nationalen Heimat: des Staates Israel. Es verging jedoch nicht einmal ein einziger Tag, an dem wir unsere Unabhängigkeit genießen konnten, und wir waren wieder im Krieg, um das beizubehalten, was uns gegeben wurde.

70 Jahre sind vergangen. Kriege und Instabilität mit jeder unserer benachbarten Nationen haben unsere Entwicklung einer gut ausgerüsteten Armee und der als mächtigste Luftwaffe der Welt eingestuften Armee vorangetrieben. Der Kampf um den Aufbau einer Infrastruktur und die Entwicklung von Exporten aus einem Land mit geringen natürlichen Ressourcen hat uns zu einem der technologisch fortschrittlichsten Länder gemacht.

Es bleibt nur noch, die schwindende nationale Liebe wieder zu entfachen, den seit 2000 Jahren untätigen nationalen Wesenskern wieder zu beleben, uns zur Einheit zu erwecken und das Licht zu entfachen, das die Menschheit unbewusst von uns erwartet.

Deshalb bin ich sehr glücklich darüber, dass wir in den 70 Jahren der Unabhängigkeit Israels eine einmalige Gelegenheit erhalten haben, stolz die Weisheit der Wahrheit zu überbringen und sie öffentlich zu machen. Nach 2000 Jahren von Auf und Ab, Licht und Finsternis, Ruhm und Exil, wurde der Schleier über die Weisheit Israels gehoben – die Weisheit der Kabbala – und wir sind reif, damit anzufangen, unsere wahre Rolle in der Welt zu realisieren: mit dem Ziel „Liebe deinen Freund wie dich selbst“ und „jeder soll seinem Freund helfen“, um „ein Licht für die Nationen“ zu werden.

Wie bei der Entwicklung einer Frucht wird unsere Außenhaut härter, aber der süße innere Teil ist immer noch verborgen. Es ist an der Zeit zu lernen, wie wir diese Haut abschälen und den süßen, inneren Teil Israels der Welt enthüllen können.

Der jährliche Übergang von Jom haSikaron, dem Tag, an dem wir die gefallenen Soldaten und Opfer des Terrorismus in Israel ehren, zum Unabhängigkeitstag, an dem wir die Gründung des Staates Israel feiern, ist symbolisch für die Art, wie wir einen Aufstieg nur nach einem vorausgegangenen Abstieg erfahren können. Die Menschen in Israel erfahren Dunkelheit und Licht nebeneinander, und wir gewinnen Einsichten aus diesen kombinierten Zuständen. Unsere Erinnerung und unsere Unabhängigkeit sind eins, am Morgen trauern wir und am Abend jubeln wir. „Und es war Abend, und es war Morgen, ein Tag“ (1. Mose 1: 5).

 

 

Meine Gedanken auf Twitter 11/03/2018

Jemand, der ein heiliges Buch liest, das die Handlungen des Gebens beschreibt, versteht es bis zu dem Grad, in dem er sich über den Egoismus erhebt und ähnlich der oberen Welt wird; er liest es als eine Medizin aus einer Not heraus, studiert um zu verstehen, studiert in einer Gruppe – um durch das höhere Licht reformiert zu werden.

Die Tora, die Methode, den Menschen auf die Ebene des Schöpfers zu erheben, besteht aus 3 Teilen: 1 Schwächung (Tushiya) 2 Korrektur des Egos (Tavlin) 3 Erfüllung – Licht der Tora. 1 und 2 Vorbereitung auf den Empfang der Tora, Korrektur der menschlichen Natur. 3 Die Tora kommt vom Schöpfer

Es gibt das Gebot, vom Exodus aus Ägypten zu erzählen, die Erweckung der Wurzel der Erlösung aus dem Egoismus und dem Eintritt in die geistige Welt. Alle folgenden Stufen kommen von dieser. Diese Stufe erweckt alle oberen Stufen. So ist es genug, Matzen nur an Pessach zu essen.

Updates beim Menschen beginnen mit dem Auszug aus Ägypten, dem Gesetz des Egoismus/Pharaos. Bis dahin versteht er nicht, worüber die Tora spricht, da er vom Egoismus beherrscht wird und nicht vom Schöpfer beherrscht werden kann. Indem er aus Ägypten auszieht, kann der Mensch die Tora empfangen und für den Schöpfer arbeiten.

Nur die Erlösung aus dem Exil macht das vorherige Exil bitter. Vor der Erlösung kann man nicht sagen, wie bitter das Exil ist. Das ist so, weil einem nur das Licht die Empfindung/Realisierung der Dunkelheit gibt. Solange es keine Licht gibt, gibt es keine Dunkelheit!

Pessach lehrt uns, das Exil aus der Einheit zu spüren, und die Erlösung ist die Gelegenheit, uns zu vereinen. Trennung enthüllt den Sinn des Exils aus der Einheit, was zu dem Wunsch führt, frei von der Herrschaft des Egoismus/Pharaos zu sein, um Freiheit vom Egoismus zu erlangen.

 

Dr. Michael Laitman auf Twitter (englisch)

Meine Gedanken auf Twitter 12/12/2017

 

Chanukka bedeutet einen Sieg im Kampf gegen den Egoismus, im Kampf um die Verbindung, über und gegen den Egoismus. Wenn wir uns über den uns trennenden Kräften verbinden, dann erreichen wir die Erkenntnis (Offenbarung und Bewusstsein) der höheren (spirituellen) ewigen und vollkommenen Welt.

Chanukka bedeutet einen Halt auf dem Weg. Aber in der spirituellen Arbeit gibt es keine Pause! Unter einem Halt versteht man das Erhalten der Eigenschaft von Bina, des Gebens, GE und danach setzt man unverzüglich die Arbeit in ACHaP fort, sowie im „Empfangen um zu geben“. Dadurch wird die komplette Korrektur der Seele erreicht. GE + ACHaP  = Fest Purim.

Bedeutung des Festes Purim: Durch die Verbindung ziehen wir das Höhere Licht an. Danach strömt es durch uns zum Egoismus und besiegt ihn (Chanukka), anschließend bekehrt es ihn zum Gegensatz, vom Hasser zum Bekenner des Schöpfers (Purim).  Genau das bedeutet einen echten Sieg!

Ein wahres Wunder bedeutet die Umstellung der Wahrnehmung der Wirklichkeit. Die Realität ist Eins, aber durch die Aneignung der neuen Eigenschaften nehme ich die Welt anders wahr. Ich führe meine Entwicklung nicht fort, sondern komme unter dem Einfluss des Höheren Lichtes, wie ein Neugeborener, auf eine neue Stufe der Wahrnehmung.  Das ist der Eintritt in die Höhere Welt.

Die Höhere Kraft verbindet uns und offenbart dadurch in uns neue Wahrnehmungsorgane. Ich beginne die ganze Welt wie Teile von meinem Körper wahrzunehmen.  Alles wird für mich wie ein Teil von mir selbst. Dieses Gefühl nennt man Seele.  Womit sie gefüllt wird, nennt man Schöpfer. Das ist das rationelle Wunder von Chanukka!

Der Schöpfungsplan sieht vor, dass die Geschöpfe, die im Verlangen zu empfangen dem Schöpfer entgegengesetzt sind (Egoisten), ihre Korrektur herbeirufen und in ihrem Verlangen nach Geben und  Liebe dem Schöpfer gleich werden. Das wird in zwei Schritten durchgeführt:

– vom Egoismus zum neutralen Zustand von Chanukka.

– zu den Handlungen der Liebe und des Gebens – Purim.

 

[#218011]

Chanukka – Die Rast mitten auf dem Weg

Wir treten in eine besondere Periode des Festes Chanukka ein. Dieses Fest hat eine interessante Geschichte, wir sind aber mehr an seinem spirituellen Sinn interessiert. 

Der Mensch, sowie die gemeinsame Seele, war dem Schöpfer absolut gegensätzlich erschaffen worden. Die Eigenschaft des Schöpfers ist das Geben und die Liebe. Die Eigenschaft des Geschöpfes ist das Empfangen und der Hass. Das Programm der Schöpfung ist dazu berufen, den Menschen von der Gegensätzlichkeit zur Gleichförmigkeit mit der höheren Kraft zu führen.

Dieses Programm wird dank dem Licht realisiert, welches zur Quelle zurückführt. Dieses Licht erweckt man mit Hilfe spezieller Verfahrensweisen. Dazu gehört die Arbeit in Gruppen, nach dem Beispiel von Moses bei der Erschaffung des Volkes Israel.

Wenn sich diese Gruppen in einer speziellen Form verbinden, ziehen sie das Licht zu sich heran, welches zur Quelle zurückführt. Das Licht wirkt allmählich auf sie. Dank diesem Licht, welches „Tora“ heißt, erhalten die Geschöpfe die Korrektur.  

Diese Korrektur wird in zwei Etappen realisiert. Auf der ersten Etappe wird das Verlangen für sich zu genießen so korrigiert, dass die „Absicht“ zum Geben hin geändert wird. Das Verlangen selbst wird dabei nicht benutzt. Also, das Ziel der ersten Etappe besteht darin, die Verlangen zu empfangen zu mindern, damit man sich ausschließlich auf das „Erlangen der Absicht“ hin zum Geben konzentriert.

Nach dem Abschluss dieser Korrektur beginnen wir wieder, Verlangen zu empfangen zu offenbaren und arbeiten aktiv mit ihnen. Das heißt, dass wir empfangen um zu geben.

Die erste Etappe des Erreichens der Eigenschaften des Gebens um zu geben (die Stufe Bina) ist der Krieg der Makkabäer. Der Punkt des Überganges vom Geben um zu geben zum Empfangen um zu geben heißt „die Rast“ oder Chanukka (das bedeutet „chanu ko“: hier stehengeblieben).

Wir feiern einen sehr wichtigen Punkt bei dem Chanukkafest, den Abschluss des Erlangens der altruistischen Absicht, das Erlangen der Stufe Bina. Unser Verlangen zu genießen wird noch nicht benutzt. Wir schränken es ständig weiter und vergrößern somit die Absicht für das Geben. So kommen wir zu dieser Rast, zu Chanukka. Wir können ihre Lichter nur sehen, sie aber nicht benutzen.

Genauso können wir die Gefäße sehen, obwohl wir sie nicht benutzen können. Man kann kein Licht ohne Gefäß sehen, das geht nur für das Geben und über dem Verlangen selber.

Nach Chanukka lernen wir wie wir sogar die Verlangen zu empfangen mit der Absicht um zu geben benutzen können, damit „die Finsternis wie das Licht leuchtet“.

Chanukka ist deswegen ein Fest des Lichtes, weil wir nur die gebenden Absichten benutzen, das Licht kann man nicht benutzen, man kann nur darauf schauen. „Schauen“ bedeutet, das Licht über den Empfangsgefäßen zu nutzen. Beim Nutzen des Lichtes innerhalb der Empfangsgefäße sprechen wir von einer vollständigen, vollkommenen Anwendung.

So wird der Platz von diesem besonderen Fest bestimmt. Das Fest schließt diese besondere erste Etappe der Korrektur, welche wir in diesen Tagen feiern, ab.

 

Aus dem Unterricht zur Thema „Chanukka nach der Kabbala“

 [#218017]

Das Zelt unter den Sternen

Wofür braucht das Volk Israel ein Zelt, wo man die Sterne durch das Dach umherziehen sieht?

Lasst uns einen Spaziergang machen.

Abends, bei Sonnenuntergang, gehen wir in den Garten hinaus unter das Dach des Festzeltes. Die israelische Dämmerung ist kurz, kaum hast du dich hingesetzt und schon ist alles mit dem verschwommenen Licht der Laternen umhüllt.

Was, wenn das ein ungewöhnlicher Abend ist, wenn uns der Feiertag Sukkot eine Botschaft sendet? Aber damit wir diese Botschaft hören, sollte man aus seiner gewöhnlichen  Umgebung austreten; aus unserem Alltag, aus den abgedroschenen Wahrheiten, aus allem, was uns klar ist wie ein Tag, wie ein vergangener Tag.

Es ist die Zeit um umzusiedeln; den Gesichtspunkt zu wechseln, sich kurz nach hinten umzuwenden und nach vorne zu blicken. Unser gewohntes Haus, in welchem wir leben, die Welt anders anzuschauen.

Das ist eine sehr nützliche Übung, da unser „angestaubtes“ Auge leicht das Wichtigste aus seinem Blick verliert. Manchmal ist es einfach nötig, für eine gewisse Zeit aus seinem gewohnten Haus auszuziehen, um sich für Neues zu öffnen.

Sobald wir aus den Betonwänden der Dogmen herauskommen, befinden wir uns auf einem freien Gebiet und die Welt kommt uns leuchtender und vollkommener vor.

Wie geht es dir, der Welt?

Für die Welt war das vergangene Jahr nicht so toll. Man hat sich  zerstritten, gekämpft, sich gegenseitig mit allerlei Sünden beschuldigt. Man ist in Argwohn versunken, in übler Nachrede.

Europa fiebert seit einigen Jahren vor Aufregung. In Frankreich gab es nach den Wahlen  Massenkundgebungen wegen der Verschärfung des Arbeitsrechtes. England verlässt knarrend die EU. Die Katalanen verlangen unbändig die Unabhängigkeit. Das Problem der Flüchtlinge ist nicht gelöst, sie werden aber trotzdem weiter aufgenommen.  

Inzwischen wurde die Atlantikküste unter den Schlägen der Natur stark erschüttert und auch Mexico hat es erreicht. 

Amerika ist in Hass zerteilt. Die dritte Welt steht vor einer neuen Hungersnot. Im Osten ist ein altes Geschwür sichtbar geworden; die Nordkoreaner mit ihren Raketen und nuklearen Ambitionen…

Und was ist bei uns? Der Feiertag Sukkot! Und bei uns ist alles ruhig. Die großen Leiden gehen an uns vorbei, die Feinde kämpfen miteinander.

Wir sind wie die Hamster im Hamsterrad, aber wir sind glücklich. Unsere Ökonomie ist in der Konkurrenzfähigkeit unter den ersten 20 Ländern der Welt. Wir leben, arbeiten, fliegen in den Urlaub. Es gibt natürlich gewisse Probleme, aber ohne sie ist es doch kein Leben.

Das Endresultat ist positiv. Heißt das, dass wir mit reinem Gewissen aus der Sukka nach Hause kehren können?

Man könnte natürlich zurückkehren, aber es gibt einen Haken in diesem modernen globalen Blackout. Denkt euch hinein. Über die ganze Welt geht ein Sturm und bei uns ist Windstille. Kriege, Konflikte, Terroranschläge, Hurrikans, der Kampf der Kulturen, ideologische Kämpfe, Kämpfe auf den Straßen der Städte; und das ruhige Israel, wo die lautesten Nachrichten keine zwei Tage überleben.

Früher war es eigentlich umgekehrt. Früher hat es uns erschüttert und alle anderen haben auf uns Druck, den uns die „weisen“ Ratgeber gegeben haben, ausgeübt.

Wie ist das passiert? Wie sind wir zu diesem auffälligen Wohlergehen gekommen? Wäre es möglich, dass dies eine Falle ist?

Wir sind verantwortlich

„Die Weisen sagten: alle Katastrophen kommen nur in die Welt wegen Israel. Mit anderen Worten, Israel ruft die Kargheit, die Brutalität, den Raub und die Morde in der ganzen Welt hervor“. Baal HaSulam „Vorwort zum Buch Sohar“ Punkt 71

Ich weiß, das klingt auffallend. Man hat den Eindruck, dass unsere Weisen übertreiben oder zu viel auf sich nehmen. Wir brauchen diese Moralpredigten und diese Verantwortung nicht. Wir möchten einfach wie alle anderen sein.

Was können wir tun, wenn uns aber genau das nicht gegeben ist; wie alle zu sein. Unsere ganze Geschichte und die Welt sind damit nicht einverstanden. Daran erinnern uns die herbstlichen Feiertage, die mit dem Anfang des Jahres verbunden sind, mit dem Anfang der neuen Umkreisung.

Die jüdischen Feiertage sind keine Kalenderdaten, sondern Entscheidungen, welche wir treffen sollen, Entscheidungen, die unsere Weltanschauung umkreisen.

Das Neujahr (Rosh HaShana) ist die erste Entscheidung; zum „Kopf“ zu werden, also die Verantwortung auf sich zu nehmen,  von den Marotten der anderen und von den eigenen Marotten nicht geleitet zu werden. Wir tauchen keine Äpfel in den Honig, sondern wir tauchen uns selber in das Streben nach Verbindung, zum gegenseitigen Verständnis.

Danach, während der zehn Tage der Reue (asara jamej tschuwa) bereuen wir, aber was? Das wir die Möglichkeit, ein Volk zu sein und der Welt zu helfen, das Zerbrechen zu überwinden, nicht genutzt haben.

Danach kommt der Tag des Gerichtes; eine klarere Konsequenz, die keine Bestrafung mit sich bringt, sondern die Korrektur.

Jetzt sind wir für den „Umzug“ bereit; den Austausch der Prioritäten. Wir sind bereit, den Wert der Konsolidierung zu übernehmen und ihn „zum Dach unseres Zeltes zu machen“.

Es ist unglaublich; das, was unwichtig erschien, als abgefallen, abgetrennt erschien, Fürsorge für die anderen, gesunde Verhältnisse in der Gesellschaft, wird jetzt als das Wichtigste, als das Ausschlaggebendste bewertet. Alles, was geringgeschätzt wurde, erhält plötzlich einen Sinn und die dazugehörige Kraft.

Genau darüber spricht der Feiertag Sukkot. Unter dem Schatten des Zeltes zu sein bedeutet unter der Fahne der Einheit, der Empathie, nach dem Gesetzt des Gebens, unter dem Schutz der Liebe zu sein.

Ohne Liebe leidet die Welt. Und wir tragen die Schuld daran; die zu sein, die wir sind.

Die Menschen kehren zurück nach Hause. Im Zelt ist es ruhig und still. Die Sterne scheinen durch das Zeltdach.

Das ist gut. Das bedeutet, dass wir nicht begrenzt sind, nicht verschlossen (jeder in seiner Welt). Zwischen uns existieren keine Wände, nur die leichten Baldachine. Der Egoismus kränkt uns nicht, diktiert nicht seine „unumstößlichen“ Postulate. Wir sind frei von ihm und wir nehmen diese Freiheit mit, wenn wir in unsere ständige Bleibe zurückkehren.

Jetzt verstehen wir, dass ohne uns die Welt leiden wird, ohne unserer Entscheidung, die zu sein, die wir von unserer Berufung her sind. Wir sind das wichtigste Glied in dem gemeinsamen System. Durch uns wird das Gesetz der Natur ausgelöst. Und die Natur führt zur Einigung.

Deswegen heißen wir „Israel“, was bedeutet „direkt zum Schöpfer“, zur nächsten Stufe der Entwicklung. Dank uns entspannen sich die Menschen, erheben sich über unser gegenseitiges Desinteresse, die Aberkennung, über alles was uns trennt. Die Menschen lernen sich anzunähern, Anteilnahme zu üben, sie lernen zusammen sich selbst zu realisieren und einen Genuss vom Leben zu haben.

Mit anderen Worten sind wir der Teil, welcher für alle den Aufstieg sichert. Der sogenannte spirituelle Emporheber, der alle zur guten Koexistenz auf dem Planeten erhebt.

Wenn wir diese Rolle erfüllen, erblüht die Welt. Wenn wir sie ablehnen, versinkt die Welt in Leiden und Brutalität… und letztendlich reagiert sie mit ihrem Zorn auf uns.

Das hängt nicht von der Welt ab. Wir sind dafür verantwortlich. Sobald wir endlich nach außen treten, in unser Zelt der Liebe, werden sie sich mit uns zusammensetzen und wir werden zusammen dieses Zelt über die ganze Welt aufspannen.

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