Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Gesellschaft'

Verstand aus der Sicht der Kabbala

Frage: Was ist der Verstand aus der Sicht der Kabbala? Ist er das Einzige, was Menschen von Tieren unterscheidet?

Antwort: Der Verstand ist nur ein helfendes Element, das uns ermöglicht, ein Gefühl von einem anderen abzugrenzen.

An sich existiert der Verstand nicht. Da es verschiedene Verlangen mit ihren Füllungen gibt, gibt es den Verstand, um sie untereinander zu vergleichen. Er bedient sie, baut ein Vergleichssystem zwischen ihnen auf und hilft uns, uns anzupassen. Das Verlangen ist primär, der Verstand ist sekundär.
Je größer ein Verlangen ist, desto mehr entwickelt sich der Verstand, da er uns dazu drängt, das Kommunikationsnetzwerk wiederherzustellen. Daher ist nicht ein großes Verlangen wichtig, sondern viele verschiedene und entgegengesetzte Verlangen mit allen Arten von Füllungen und deren Vergleich untereinander.

Frage: Kann man seine Verlangen entwickeln?

Antwort: Natürlich. Menschen waren früher Enzyklopädisten, die sich mit allen Wissenschaften und Künsten beschäftigten. In unserer Zeit ist das unmöglich, weil du sonst nicht vorankommst. Aber im Prinzip, wenn wir uns heutzutage keine egoistischen Ziele gesetzt hätten, wären wir heute ebenfalls vielseitig entwickelt.

Die Wissenschaft der Kabbala steht einer einseitigen Entwicklung entgegen, weil alle vier Stufen in uns harmonisch verbunden sein müssen.

 

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Erhebe dich über das Universum

Frage: Wie wird die soziale Struktur der Gesellschaft unter der Annahme, dass jeder zum Kabbalisten wird, aussehen? Wie werden alle notwendigen Arbeitsarten, Führungspositionen, Ressourcen des Planeten verteilt?

Antwort: Auf eine absolut perfekte, rationale Art und Weise. Durch die Dicke von Materie, Energie und Information werden wir klar sehen, wie wir damit umgehen sollen, um darüber höher und höher die spirituellen Schichten zu bauen.

Und wir werden keine Probleme haben. Alles, was wir in der materiellen und der spirituellen Welt haben, werden wir in der optimalsten Form realisieren.

Frage: Was ist dann das Hauptgesetz der Gerechtigkeit?

Antwort: Das Hauptgesetz ist eine absolut gleiche Beziehung zu allen Ebenen der Natur und der spirituellen Welt, wie zum Schöpfer.

Frage: Also kann es hier keine ökologische Katastrophe geben?

Antwort: Nein! Wenn wir uns nur vorstellen könnten, was uns in diesem Fall erwartet! Das erhebt uns über das gesamte Universum.

Wir befinden uns schon jetzt in diesem Zustand. Unsere Welt, in der wir das Gegenteil fühlen, ist uns nur dafür gegeben, damit wir uns vernünftig und aus eigenem Willen dahin bringen können. 

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 18.03.2018

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Traum oder kein Traum?

Frage aus Facebook: „Uns gibt es also nicht, und alles um uns herum ist nur ein Traum?“ Auch die Konzentrationslager?“

Antwort: In der Tat, wenn wir das wahre Bild einer ewigen Welt sehen, die von Vollkommenheit und Liebe durchdrungen ist, dann verstehen wir die Worte der Psalmen „wir waren wie in einem Traum“. Mit anderen Worten, in Isolation, in der Abtrennung von der Realität.
Alles was wir vor diesem Zustand wahrnehmen – all unser heutiges Leben, alles was wir durchgemacht haben und alles, was wir noch durchmachen werden – wird von unseren korrupten Eigenschaften angezogen. Wenn wir sie nicht korrigieren, stehen wir vor vielen schwierigen Problemen, seien es Kriege oder andere Katastrophen. Andererseits können wir das korrigieren, was in unserem Inneren ist – und damit die nächsten Stufen auf eine gute Art und Weise durchlaufen.
Im Großen und Ganzen „bereiten“ wir uns unsere Zukunft selbst vor – durch unsere unkorrigierten oder bereits korrigierten Eigenschaften. Sie müssen sich auf dem Hintergrund des weißen Lichts zeigen – der absoluten Liebe und Selbsthingabe. Wenn wir uns ihr nicht freiwillig nähern, werden wir über Umwege des Leidens hingeführt.

 

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 13.02.2018

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Gründung einer Leitlinie für eine neue menschliche Gesellschaft

 

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

 

Zusammenfassung

Was ist der Sinn der globalen Krise, welche nicht nur wirtschaftliche, sondern auch psychische Probleme schafft? Dies kann aufgehalten werden, wenn wir den Entwicklungsprozess, seinen Sinn und die Kräfte, die auf uns einwirken, erkennen. Das Netzwerk der gegenseitigen Verantwortung wird diese Probleme lösen. Wir sind alle Partner, die eine Leitlinie für eine neue Gesellschaft anfertigen.

Dieses Netzwerk der gegenseitigen Verantwortung wird eine Art von Profit sein, die man mit keinem Geld kaufen kann. Die Menschen werden das Leben anderer besser fühlen und ein inneres Gefühl  von Freiheit, Ausdehnung, Harmonie, Ruhe und Annehmlichkeit erfahren. Die angenehmen Beziehungen zwischen den Menschen werden die integrale Kraft stabilisieren und als Beispiel für die ganze Welt dienen.

 

Aus Kab TV „Neues Leben“ 9.8.12

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Woher kommt die Angst vor der Kabbala?

Frage: Warum entstehen Ängste, wenn du dich mit der Kabbala beschäftigen willst?

Antwort: Angst entsteht aus Unwissenheit gegenüber dem, was Kabbala ist.

Es gibt nichts Besseres, Praktischeres, Notwendigeres als die Korrektur der eigenen Seele. Es ist das, was vor deiner physischen Geburt in unserer Welt existierte, was nach dem Tod des Körpers bei dir bleiben wird, es ist dein unsterblicher Teil.

Du musst diesen Teil entwickeln, damit du noch in dieser Welt das höhere Licht in deiner Seele und nicht im Körper spürst und dich damit verbindest. Wir müssen dahin kommen. Da gibt es nichts Beunruhigendes.

Frage: Ist es möglich, vor Ängsten bewahrt zu werden, ein „Kopfkissen der Sicherheit“ zu bekommen, indem man eine besondere innere Verbindung mit anderen, die Kabbala studieren, eingeht?

Antwort: Vielleicht führen dich diese Menschen hindurch. Aber im Prinzip studieren sie Kabbala, um ihren Sinn zu verstehen. Auch das ist gut. Es kommt vor, dass Menschen aufgrund von Ängsten und Sorgen zur Kabbala kommen, um sich in dieser Welt, in diesem Leben zu festigen.

 

Aus dem russischen Unterricht, 18.02.2018
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Ich will die Wahrheit, keine Spiele

Frage von Facebook: Sie sprechen ständig von einem Spiel. Das Wort “Spiel“ ist mir zuwider. Ich möchte Wahrheit in einer Beziehung und kein Spiel. Was soll ich tun?

Meine Antwort: Das Schicksal spielt mit dem Menschen. Der Mensch sollte aber verstehen, dass er mit sich selber spielen muss, damit er die höhere Kraft erweckt, die ihn verändert, ihn korrigiert. 

Das Spiel ist nicht einfach ein Spiel, sondern die Überprüfung des Zustandes in jedem Moment der Gegenwart und der Ausrichtung auf die Zukunft. Da die Zukunft ungewiss und die Gegenwart nicht besonders klar ist, befinden wir uns immer wie in einem Nebel, in einem trüben Zustand: Wie sollen wir handeln?
Das richtige Verhalten eines Menschen gegenüber der Zukunft nennt sich “Spiel“. Wir selbst bestimmen nicht unsere Zukunft, wir bestimmen lediglich unsere Einstellung ihr gegenüber. 
Unsere Einstimmung auf die richtige Einstellung zu einer guten Zukunft wird uns das Gute in der Gegenwart bringen. Und so werden wir voranschreiten.
 
Das ist eine ernsthafte Aufgabe. Da uns unser nächster Zustand nicht klar ist,  ähneln unsere Bewegung zueinander, die Einstellung zur Welt, zum Leben und sogar zum Schöpfer einem Bühnenspiel. Dort spielen wir den bestmöglichen Zukunftszustand, indem wir uns vorstellen, wie er sein könnte. Und wenn wir dahin streben, dementsprechend bekommen wir ihn von oben. 
Im Prinzip basiert das nur darauf, dass die Zukunft ungewiss ist. Sie und ihre Einstellung mir gegenüber, mein Einschalten in sie, kann ich mithilfe von Handlungen, die “Spiel“ heißen, bestimmen.

Frage: Ist Depression auch ein Spiel?

Meine Antwort:  Die Depression ist auch ein Spiel, weil wir  uns das Zukunftsbild als düster, neblig, ungewiss und erschreckend ausmalen. 
Im Prinzip spricht die Kabbala nur davon, wie wir eine echte, wahre, richtige Zukunft erreichen können. Wir sollen sie erschaffen, dann erschaffe ich die Zukunft, ich baue sie mit Lego-Steinen. Und das ist das Spiel.

Ich spiele ständig, ich baue etwas auf. Wenn wir richtig verstehen wie wir spielen und aus “Lego Steinen“ unsere Zukunft aufbauen, wie soll sie aussehen, wie verbinden wir diese Bausteine, was sollen wir uns vorstellen: das Wichtigste liegt in den Beziehungen zwischen uns, in der Welt, die wir wunderschön machen können. Wir können die Welt nicht erschaffen, deswegen sollen wir spielen lernen. 

 

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Die Kabbala duldet keine Meditationen

Frage: Die Meditation ist auch eine innere Kontemplation. Wie unterscheidet sie sich von der kabbalistischen Meditation?

Antwort: In der Kabbala gibt es keine Meditation. Manchmal wird ein Gebet als Meditation bezeichnet, d.h. eine Bitte, ein Streben von der niedrigeren zur höheren Stufe. Eine solche Bitte zwingt die höhere Stufe, der niedrigeren Stufe zu helfen. Dies wird Gebet genannt. Es gibt keine andere Meditation.

Ich habe viel über Meditation gehört. Man hat sogar versucht, sie mir beizubringen. Aber all dies war schnell vorbei, weil ich nur die klassische Kabbala lerne und nur sie unterrichte.

Etwas, das der Mensch erfunden hat und ihm scheint, dass es existiert, ist kein Beweis für mich. Deshalb verstehe ich nicht, wie man meditieren kann, d.h. seine Phantasie bis zu dem Punkt zu entwickeln, dass sie auf ihn zu wirken beginnt: man wird in einen gewissen Zyklus eingeschlossen, wo man angeregt und angeblich in einen anderen imaginären Raum übergehen wird. Die Kabbala duldet das nicht, weil sie eine Wissenschaft ist.

Aus dem Unterricht in Russisch, 01.04.2018
[230808]

Die zukünftige Welt

Frage: Was bedeutet in der Kabbala die nächste oder die zukünftige Welt?

Antwort: Die zukünftige Welt ist die, die ich begreifen werde, wenn ich Kabbala praktiziere. Sie heißt die nächste Welt, weil sie sich auf der nächsten Wahrnehmungsebene befindet.
Aber das ist eine reale Welt. Ich muss nur ein wenig meine Eigenschaften vom Nehmen zum Geben ändern, und dann werde ich eine umgekehrte Welt sehen.

 

Aus dem Unterricht auf russischer Sprache, 04.03.2018

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Was hat der Schöpfer damit zu tun?

Frage aus Facebook: Alles was Sie lehren, ist reine Psychologie der Beziehungen zwischen den Menschen. Was hat der Schöpfer, das Licht und alle anderen Eigenschaften damit zu tun?

Antwort: Der Schöpfer gelangt zwischen den Menschen, unter denen eine besondere Beziehung von Geben und Liebe entsteht. Damit ist nicht das irdische Geben, die irdische Liebe gemeint, sondern eine höhere Stufe, die über unserem Egoismus liegt.

Um auf die nächste Stufe zu gelangen, die sich über unserem Egoismus befindet, braucht es die Weisheit der Kabbala, die sich im Prinzip nur damit beschäftigt. Das ist Psychologie auf der nächsten, höheren Stufe.

In unserer weltlichen Psychologie braucht sich ein Mensch praktisch nicht zu verändern.

In der Kabbala muss der Mensch die höhere Kraft empfangen und sie erklärt ihm, wie er das machen soll. Durch das Empfangen dieser Kraft baut er über sich einen anderen Menschen auf, welcher im Geben und in der Liebe zu anderen, jedoch nicht für sich selbst, arbeitet. Auf der materiellen Stufe heißt das, „ich bin in mir selbst“, auf der spirituellen Stufe handle ich, „außerhalb meiner selbst“.

Die materialistische Psychologie kann damit nicht umgehen; sie hat dafür keine Werkzeuge, nicht die Kraft des Lichts, die einen Menschen umkehren könnte. Aus diesem Grund ist Psychologie die Psychologie und Kabbala die Kabbala.

Frage: Kann man behaupten, dass uns die materialistische Psychologie an die weltliche Psychologie und die kabbalistische Psychologie an die höhere Wirklichkeit anpasst?

Antwort: Sicher, ich passe mich an ein anderes Beziehungssystem an, welches auf eine völlige Trennung von meinem Egoismus und darüber hinaus, aufgebaut ist.

 

Aus Kab TV „Nachrichten mit Michael Laitman“ 10. 4. 18

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Welche Verbindung nennt man „Klipa“?

Frage: Welche Beziehung zwischen den Freunden in der Gruppe heißt „Klipa“? Können Sie ein Beispiel nennen?

Meine Antwort: Die Klipa ist die ursprüngliche, grundlegend egoistische Kraft, die nur gegen die Enthüllung der Einheit, in der sich der Schöpfer offenbaren soll, handelt. Es gibt verschiedene Formen der Verbindung, die keine Überwindung seines bösen Triebes, seines Egoismus´ erfordern. Diese Formen der Verbindung erzeugen nicht seinen Widerstand, das Ego stört da nicht. Es gibt auch solche Formen der Verbindung, wo das Ego unterstützt wird, zum Beispiel beim Nationalsozialismus, Faschismus.

Deswegen ist die Überprüfung auf dem irdischen Niveau: handeln wir wirklich für die Verbindung und die Liebe ohne Grenzen oder nicht? Hier liegt der Unterschied.

Wenn du Güte deinem Volk und deinem Land bringen willst, die Außenwelt dich aber nicht interessiert, sogar umgekehrt, du wünschst ihr Übles, ist deine gesamte Verbindung gegen die Spiritualität gerichtet und deswegen wird sie zerbrochen und kann nicht existieren. Deswegen sagt Baal HaSulam, dass dies ein Fluch für die Generationen ist.

 

Aus einem Gespräch in Island, 5/23/18

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