Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die höhere Kraft aus der Sicht der Kabbala

Frage: Der größte Teil der Menschheit ist religiös. Sie haben ihre eigene Vorstellung von der höheren Kraft, von Gott, dem Schöpfer. Was ist die höhere Kraft in der Kabbala und worin besteht der fundamentale Unterschied?

Antwort: Die Menschheit hat sich immer vor etwas gefürchtet und tut dieses bis zum heutigen Tag. Sie versucht immer, eine Methode zu finden, um sich vor unerwarteten und grausamen Naturkräften zu schützen.

Das gleiche wird auch von Abraham gesagt, der erst ein Priester im alten Babylon war und später die höhere Kraft entdeckte, welche Natur oder der Schöpfer genannt wird; sie ist eine einzige und gute Kraft, die keine Rituale und Opfer fordert.

Basierend auf dieser Entdeckung führte er Forschungen und Klärungen durch und vielleicht unterrichtete er auch die Menschen. Auf diese Weise wurde die kabbalistische Sprache geformt; ihre Basis kam von dem ersten Kabbalisten Adam, der vor 5.777 Jahren lebte.

Seitdem entwickelte sich die Weisheit der Kabbala von Adam zu Abraham und von Abraham zu uns; sie erweitert ihr konzeptionelles System durch vier Sprachen, mit denen die Kabbalisten die höhere Welt beschreiben. Durch diese Sprachen nehmen wir allmählich wahr, was die Kabbalisten fühlten und beschrieben.

Aus dem russischen Unterricht, 22.01.2017

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Eine Notiz an Präsident Trump

Artikel von Rav Laitman in Huffington Post.

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Altruismus, Teil 1

Wir befinden uns in dem speziellen System, das „Natur“ oder „Schöpfer“ genannt wird, was ein und dasselbe ist.

Dies ist ein geschlossenes, perfektes und konstantes System. Die Menschheit empfängt davon Reaktionen und Einflüsse und entwickelt sich dadurch immer weiter. Das System arbeitet an uns. Es versucht uns in Übereinstimmung mit sich zu bringen, damit wir das Gefühl bekommen, durch unsere bewusste Entscheidung und Arbeit der Natur ähnlich und ein integraler Teil davon zu werden.

Ein Mensch sollte ein Meister dieses Systems sein – alle Menschen als ein Geschöpf. Um ein vollkommenes System der Natur zu werden, müssen wir uns zu einem Ganzen verbinden. Gegenseitiges Geben, gemeinsame Verbindung und Unterstützung, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist das Gesetz dieses einzigen Systems. Es arbeitet an uns, um uns zu seinem Zustand zu bringen.

Aus diesem Grund ist das Gesetz der Nächstenliebe ein zwingendes, dessen Entwicklung unabhängig von unserem Wunsch oder Widerstreben auf uns wirkt. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, wie wir dieses Gesetz erfüllen können und wie wir einen guten Weg der Übereinstimmung zwischen Schöpfer und Geschöpf finden, um voran zu schreiten. So wird unsere Entwicklung rasch und angenehm sein.

Früher oder später nähern wir uns – ob durch einen guten oder schlechten Weg – immer näher an die Eigenschaften dieses Systems der Natur an. Wir sehen, dass sich die Welt ständig verändert. Jedes Mal , wenn wieder aufgedeckt wird, dass die fortgeschrittenen Staaten die festgelegten gesetzlichen Bedingungen endlich erfüllen sollten. Altruismus ist eine allgemeine Verbindung, die sich über alle Unterschiede hinwegsetzt und die Basis der Natur bildet. Es sollte genauso auf die Menschen übertragen werden.

Unbelebte Materie, Pflanzen und Tiere haben keine Wahlfreiheit. Ein Mensch muss dieses Gesetz verstehen und damit einverstanden sein; selbst wenn er die Möglichkeit hat, etwas anderes zu wählen, sollte er trotzdem das altruistische Gesetz der vollständigen Verbindung mit anderen bevorzugen. Der Altruismus ist der Endzustand, zu dem wir durch die Evolution gelangen werden. Auf dem Weg dorthin passieren wir immer zwei Zustände, zwei Linien. Wir betreten die linke Linie und empfinden Leiden und Schwierigkeiten; dann verstehen wir, dass dies erforderlich ist, um uns rasch mit der rechten Linie zu verbinden.

Die Menschheit bewegt sich auf diese Weise: Manchmal entstehen brutale Regimes, ein anderes Mal freundlichere und barmherzigere. Nach und nach löst sich Böses und Gutes ab, bis man schließlich nach all den Leiden zum Zustand gelangt, wo es reicht und man endlich fähig wird, sich vollständig zu verbinden.

 

Aus dem 3. Teil der täglichen Morgenlektion vom 12/1/17

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Die Kunst des Gleichgewichts

Frage: Wie sieht die Definition von gut und böse aus?

Antwort: Das Gute ist Gleichgewicht, Harmonie und Verbindung zwischen allen Naturkräften. Das Böse dagegen ist Ungleichgewicht und Leere. Und der Ausbruch einer der letzteren Kräfte führen zu Krieg oder Katastrophen.

Mit anderen Worten ist das Gute ohne das Böse auch schlecht. Ein Tag mit Sonnenschein erscheint uns besser als einer mit Unwettern. Zuviel davon jedoch kann in Gluthitze und Dürre enden. 

Das Gute verbirgt sich daher im Gleichgewicht. Das bedeutet, dass man die Balance auf drei Ebenen meines Daseins unterstützen muss: Da ist die körperliche Ebene („tierisch“ genannt), die menschliche Ebene und die spirituelle Ebene.

Die körperliche Ebene umfasst Gesundheit, Haushalt, gesunden Sex und empathisches Verhalten gegenüber der Familie. Der Mensch muss das alles erlernen, denn im Gegensatz zum Tier erfolgt bei ihm nicht alles aus dem Instinkt heraus.

Die menschliche Ebene beinhaltet die Wechselwirkungen mit der Gesellschaft und der Umgebung.

Die spirituelle Ebene betrifft die persönliche spirituelle Suche nach dem Ziel des Lebens, nach der Wahrnehmung der Wirklichkeit und die Vorstellungen über die Höhere Kraft.

Diese drei Ebenen müssen im Gleichgewicht sein. 

Frage: Wie erbauen wir das Gleichgewicht auf der menschlichen Ebene, in den Wechselwirkungen mit der Umgebung?

Antwort: Wir spüren keine Unterschiede zwischen uns, wir gehören zu einem menschlichen Organismus, zu einem System. Wir möchten zwischen uns ausgeglichene Beziehungen schaffen: Letztendlich trennt uns nichts, wir sind Eins. Wir sind voneinander abhängig, spüren aber diese Abhängigkeit nicht, da man auf alle Anfragen sofort Antwort erhält. Man bekommt also das, was man benötigt und gibt den anderen das, was diese brauchen.

Das wäre Gleichgewicht in der menschlichen Gesellschaft, die Wechselwirkung, welche auf den beiden entgegengesetzten Kräften basiert. Und jeder von uns verfügt über diese Kräfte. Einer für alle und alle für einen

Frage: Wie gehen wir aber diesen Weg? Wie hält man die richtige Ausrichtung auf das Ziel?

Antwort: Als erstes müssen wir das erlernen. Wenn man auf diese Weise sein Leben in der Familie und in anderen Kreisen organisieren möchte, beginnt man, die Balance zwischen sich und der Umgebung zu spüren. In dieser näheren Umgebung offenbart sich eine gemeinsame Kraft, die gut und Gutes tuend ist.

Einerseits erschaffen wir sie und anderseits ist sie in der Natur enthalten, sie ist über uns. Eigentlich erbauen wir diese Kraft nicht selber, sondern wir schaffen vielmehr die Bedingungen für ihre Offenbarung. So sind wir daran beteiligt. Diese Kraft erfüllt uns und wir formen sie mehr und mehr. Bis vollkommene Harmonie zwischen uns und dieser Kraft entsteht.

Das ist das Ziel des Menschen „die absolute Güte“.

Frage: Was bedeutet, dass diese Kraft der Güte mein „Kompass“ sein soll, welcher sich in jeder Wechselwirkung zwischen mir und der Umgebung offenbart?

Antwort: Genau zwischen uns. Wir sind gleich, verschwinden förmlich und hinterlassen nur das gemeinsame Verlangen, diese Harmonie im Gleichgewicht zu halten.

Gemäß diesem gemeinsamen integralen Zustand zwischen uns ergeben sich die Begriffe „gut“ und „böse“. Das Gleichgewicht nennt man „gut“ und Ungleichgewicht heißt „böse“.  

Ich wiederhole, der Schwerpunkt liegt in der Harmonie mit der Umgebung auf Basis der Wechselwirkung. Hier prallen „Plus“ und „Minus“ aufeinander, das Geben und das Nehmen. Es gleicht dem Stoffwechsel, es sind Wechselwirkungen von Gefühlen und Beziehungen. Es ist das Gleiche wie auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebene, aber hier auf der geistig-spirituellen Ebene.

Auf dieser Ebene entwickeln wir in uns „Spürsinn“ für das Böse. Wir können das Böse durch die universellen Kriterien begreifen. Gleichgewicht zwischen den Menschen, sowie die gegenseitige Liebe und Verbindung sind gut, aber die Abkehr von der Einheit und die Entfernung von der Verbindung sind schlecht.

Das muss die Grundlage in der Bildung des modernen Menschen sein. Weil er im Prinzip nicht mehr braucht als das. Das wird ihm den Erfolg im Leben sichern.

Aus dem 393. Gespräch „Neues Leben“, 03.06.2014 – 6.07.2014

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Zu einer neuen Gesellschaftsordnung

Frage: Sie sagten, dass die körperliche Welt keinen Kabbalisten interessiert. Kann ein Kabbalist gleichgültig dem gegenüber sein, was in der körperlichen Welt, in der er vorübergehend lebt, geschieht?

Antwort: Tatsache ist, dass die physische Welt eine Konsequenz unseres Verhaltens ist. Wir können unser Verhalten nur mit Hilfe der spirituellen Welt verändern. Aus diesem Grund sind alle menschlichen Versuche, etwas in dieser Welt zu tun, nutzlos. Es geht alles auf die Art und Weise zurück, wie es vorher war. Wir machen immer die gleichen Fehler und als Resultat erhalten wir die selben Schläge. Es wäre besser, wenn wir gar nichts tun würden. Das Beste für einen Menschen ist es, sich nur in seiner spirituellen Entwicklung zu engagieren. Deshalb ist diese Welt für die Kabbalisten uninteressant. Sie ist eine Art Reflexion ihres Fortschritts. Baal HaSulam schreibt, dass wir zu einer kommunistischen Gesellschaft werden. Nicht in der Art wie die Methoden von Lenin und Marx, sondern zu einer wirklichen, egalitären und gerechten Gesellschaft.

Diese Gesellschaft ist nicht das eigentliche Ziel, sondern sie ist ein Spiegelbild des inneren Zustands der Menschen, die auch in Zukunft auf dieser Welt leben werden. Die Beziehungen zwischen ihnen ermöglichen es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Menschen ebenbürtiger und sich näher sind, da das höhere Licht sie mehr und mehr beeinflussen und zu einer einheitlichen Struktur verbinden wird. Marx sah das genau vor sich; die Menschheit wird unweigerlich dazu zurückkehren. Er schrieb über eine neue Gesellschaft und verwies dabei nicht auf Russland oder irgendein anderes Land. Er glaubte an eine solche zukünftige Gesellschaft, da dies der natürliche Verlauf unserer Evolution ist; die Evolution führt uns dazu. Es stellte sich heraus, dass er Recht hatte. Dazu braucht man kein Prophet zu sein. Man muss nur den Verlauf unserer Evolution richtig verstehen.

Aus der russischen Kabbala Lektion, 1/1/17

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Wie retten wir die Welt aus dem Meer von Lügen?

Gegenwärtig durchläuft unsere Welt einen einzigartigen Prozess, bei dem alles, was in der Menschheitsgeschichte erreicht wurde, neu überdacht wird, und wir sehen, was für eine betrügerische Gesellschaft der Mensch erschaffen hat. Wir werden von allen Seiten betrogen und belogen. Die Medien sind im Besitz der reichen Elite und senden kein wahres Wort. Die Herrscher der Welt gehen ohne irgendeinen Gedanken an andere ihren persönlichen Geschäften nach. Sie tun nichts zum Wohl der Menschen, sondern nur zu ihrem eigenen Wohl.

Das enthüllt sich gerade jetzt, in unseren Tagen. Die Menschheit ist gewachsen und durchläuft eine schwierige Umgestaltung der menschlichen Gesellschaft. Das ist ein Ruf der Zeit. Deshalb habe ich Donald Trump so sehr bei den Wahlen und hinterher unterstützt. Es gibt nichts Besonderes an ihm, aber er ist ein Symbol für eine neue Zeit, eine Neugestaltung. Wir sehen, wie eine extreme Linie in der Welt eine andere extreme Linie hervorbringt: Extremer Liberalismus gebärt den zur Zeit ultra-rechten Flügel, den Nazismus. Und die Überprüfung geschieht in der Mitte zwischen ihnen. Deshalb sind die Medien und Regierungen für so eine Kritik anfällig und gegenseitige Anschuldigungen kommen von allen Seiten.

Die Menschen werden verstehen, wer sie kontrolliert, wen sie als Regierung wählen, und sie werden alle Täuschungen der Massenmedien und der großen öffentlichen Organisationen erkennen. Tatsächlich kümmert sich jeder nur um sich selbst und verschafft sich auf Kosten der normalen Menschen Vorteile. Das ist eine Erkenntnis des Bösen, die die Menschen vorher nicht haben konnten. Früher glaubten sie noch an die schönen Worte und blieben mehr oder weniger ruhig. Als Ergebnis dieser Revision werden wir verstehen, dass die ganze menschliche Gesellschaft in Lügen versunken und unfähig ist, den richtigen Zustand zu erbauen. Schließlich erschafft sie selbst solche Regierungen, Organisationen, Gewerkschaften, Bildungssysteme und Medien.

Deshalb braucht die Gesellschaft selbst Bildung und Anleitung. Nur nach der Integralen Bildung wird die Gesellschaft in der Lage sein, solche Organisationen ins Leben zu rufen, die zum Wohl der Menschen handeln. Und ohne diese vorausgegangene Vorbereitung wird die Gesellschaft immer ultralinke oder ultrarechte Allianzen schaffen – anders gesagt, ultraegoistisch in der einen oder anderen Richtung.

Die Kabbalisten erklären das der Welt, um es den Menschen nach und nach ins Bewusstsein zu bringen. Das hat nichts mit Politik zu tun. Die Weisheit der Kabbala offenbart sich jetzt der ganzen Menschheit, um ihr die Methode der Korrektur zu geben. Deshalb ist die Richtung, in der sich die Welt entwickelt, sehr wichtig. Ich sehe in Donald Trumps Machtergreifung verglichen mit dem Kurs von Obama ein Zeichen für eine gute Entwicklung. Bald werden die ultraliberalen Führer in Europa ebenfalls ersetzt werden. Das liegt an den Stufen der Enthüllung des Bösen, die die Menschheit durchläuft. Ich persönlich habe keine Vorlieben für irgendeine Partei. Ich schaue mir die Situation vom Gesichtspunkt der Nützlichkeit für die notwendigen Korrekturen an, die die menschliche Gesellschaft durchlaufen muss.

Die Menschen denken, dass die Kabbala eine Theorie ist, die nur über den Schöpfer und die entfernten Höheren Welten spricht. Aber das ist nicht so, denn Baal HaSulam schrieb im Artikel „Die letzte Generation“ über die Struktur der zukünftigen Gesellschaft und traf sich diesbezüglich mit Ben Gurion. Wir leben in einer Zeit, wo die Weisheit der Kabbala bereits für die gesamte Generation bestimmt ist, und deshalb ist es sehr wichtig, welche Richtung die Entwicklung nehmen wird. Deshalb ist es lohnend, den Menschen zu helfen, das herauszufinden. In der Tat hat die Kabbala keine Verbindung zur Politik. Wenn ich irgendwelche Einschätzungen abgebe, dann geschieht das nicht von einem politischen Standpunkt aus, sondern nur vom Standpunkt der Kabbala. Das heißt, von der Art, wie die Höheren Kräfte an der menschlichen Gesellschaft handeln und die Welt zur Korrektur bewegen.

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Politische Ansichten

Frage aus Facebook: Einerseits sagen Sie, dass sich die Menschheit auf die eine oder andere Art vereinigen wird, und dass es keine Grenzen mehr geben wird, und andererseits sagen Sie, dass jeder in seinen eigenen Grenzen leben und die Menschen bilden muss. Für welche politische Seite sind Sie, die Linke oder die Rechte?

Meine Antwort: Keine. Ich verstehe, wohin uns die Natur leitet und ich rate jedem, zu studieren und diese Veranlagung zu erforschen, und sich wirklich daran anzuhaften, weil es unmöglich ist, sich gegen die Natur zu stellen.

Kommentar: Entsprechend der Person, die diese Frage gestellt hat, befindet sich die Natur auf der extrem linken Seite, weil die Welt sowieso zur Einheit hin voranschreitet…

Meine Antwort: Die Natur kann nicht extrem links sein. Sie vereint uns über allen Unterschieden, weil sie nach dem Prinzip „Liebe wird alle Übertretungen überdecken“ arbeitet – was bedeutet, dass entgegengesetzte Parteien entdecken und verstehen müssen, dass sie mit allem Negativen richtig umgehen müssen. Sie müssen trotz der negativen Eigenschaften jeder Seite ernsthaft arbeiten, und so zwischen ihnen das richtige System der Verbindung aufbauen, bis sie die wirkliche Liebe erreichen.

Unsere eigentliche Natur ist, einander zu hassen. Wenn wir ein bisschen tiefer graben, können wir dieses Problem identifizieren. Jeder von uns ist ein absoluter Individualist, der von einer besonderen, getrennten Wurzel des allgemeinen Systems abstammte und abstieg. Deshalb sind wir vollkommen unterschiedlich und einander entgegengesetzt. Wir müssen lernen, jenseits aller Unterschiedlichkeiten und Meinungsverschiedenheiten eine Verbindung zu etablieren, so als würden wir ein zweites Stockwerk über uns erbauen. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns diese Regeln.
Aus KabTV “Neues mit Michael Laitman” 1/30/16

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Was feiern wir zu Pessach eigentlich?

Frage: Wer sind die Ägypter und das Volk Israel im Bezug auf die spirituelle Arbeit?

Antwort: Die Tora spricht über einen Mensch, wie über einen Gegenstand, der die gesamte Welt in sich einschließt. Alles befindet sich im Mensch. Der Ägypter in uns symbolisiert egoistische Kräfte; das Volk Israel die altruistische Kräfte oder Kräfte, die altruistisch sein wollen, jedoch unter der Herrschaft der Ägypter stehen (Egoismus). Der Pharao repräsentiert das gesamte Ego, in dem wir existieren. Der Schöpfer stellt die höhere Kraft dar, die den Pharao, Moses und alle anderen kontrolliert. Seine Aufgabe ist es, die ganze Schöpfung in Entsprechung zu Ihm zu bringen, zum Altruismus. Dazu müssen wir den Egoismus als böse sehen und daraus austreten.

Moses ist eine Kraft, die innerhalb des Menschen einen Teil des Schöpfers darstellt, welche ihn zur Enthüllung und Erlangung der höheren spirituellen Eigenschaften zieht. Aus den Zuständen zwischen Egoismus und Altruismus ergeben sich Handlungen, die dem Menschen zeigen, welcher Seite er gerade mehr zugeneigt ist oder mit welcher Seite er sich gerade mehr verbinden will – dem Schöpfer oder dem Pharao.

Auf diesem Weg sortiert er seine Verlangen und als Resultat seiner Arbeit versteht er, was ihn tatsächlich antreibt. Er merkt, dass er sich völlig unter der Kontrolle des Pharaos befindet. Wo immer er sich auch hinwendet, entdeckt er den Pharao in sich. Er meint, dass er bereits für das Geben und für die Liebe zu anderen arbeitet, dass er über allen weltlichen Verlangen steht, in Wahrheit jedoch will er noch immer alles nur zum eigenen Vorteil empfangen.

Am Ende ist er nicht nur verzweifelt sondern auch davon überzeugt, dass der Pharao ihn zu 100% einnimmt. Zur gleichen Zeit taucht in ihm ein bestimmter Punkt auf, genannt Moses, der dem Pharao in ihm widerstehen kann. Moses beginnt den Kampf mit dem Pharao, der durch die zehn Plagen von Ägypten dem Untergang geweiht ist, um das Ego zu überwinden. Auf diesem Weg beginnt ein Mensch zu verstehen, dass er sich vom Ego befreien kann. Wie? Das ist noch nicht klar. Er tritt mit diesem Gefühl in die Dunkelheit ein, in der er einerseits nicht sehen und verstehen kann, wie sich die Erlösung vollzieht, andererseits hat er ein leidenschaftliches Verlangen danach. Diese Nacht wird als die Nacht des Auszuges aus Ägypten bezeichnet und das feiern wir an Pessach.

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Versklavung durch den Pharaoh

Baal HaSulams „Kommentar zur Pessach Haggada“ (Aus dem Artikel „Dies ist für Juda“): „Dieses Brot, das unsere Väter im Lande Ägypten aßen“ (Die Pessach-Haggada): …daraus folgt, dass ihnen die Mizwa, eine Matza zu essen, gegeben wurde, als sie noch versklavt waren und der Zweck der Mizwa war für die Zeit der Erlösung, weil sie dann in Eile weggingen.

Dies geschieht immer, wenn wir die gegenwärtige Stufe verlassen und von einem Zustand in den nächsten überwechseln: versklavt in Ägypten, beherrscht durch unser Ego, dem Pharao, unserem störrischen „bösen Trieb“, der uns gefangen hält und uns davon abhält, uns über unseren Neid, unseren Hass, unsere Lust und Begierde zu erheben.

Wie sehr wir es auch versuchen mögen, können wir uns noch nicht über diese egoistischen Eigenschaften erheben und fesseln uns selbst, was der Stufe, die dem Exodus aus Ägypten vorausgeht, entspricht. Wir sind noch immer nicht fähig, zu „einem Mann mit einem Herzen“ zu werden und die Bürgschaft einzuhalten, so dass die integrale Kraft der Liebe und des Gebens, die wir als Schöpfer bezeichnen, enthüllt wird.

Während wir also noch immer durch den Pharao versklavt sind, müssen wir uns den nächsten Zustand vorstellen und damit spielen, wie Kinder, die erwachsen sein spielen. So müssen wir versuchen, das Leben eines „spirituell Erwachsenen“ spielen.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Unterrichtes, 18.04.2011, „Dies ist für Juda“

Pessach

Pessach bedeutet den Übergang aus der Wahrnehmung unserer Welt, die jedem Menschen unserer Welt eigen ist, in die Wahrnehmung der höheren Welt. Das ist nur dem Kabbalisten möglich. Pessach ist wie alle jüdischen Feiertage ein kabbalistischer Feiertag. Er besagt, dass der Mensch vom Zustand der Unmöglichkeit, sich mit anderen zu verbinden, zum Zustand gelangt, wo er seinen Egoismus überwindet und es tun kann. Der Auszug des Menschen aus der Macht des Egoismus hin zur Verbindung mit ihm geistig nahestehenden Menschen heißt „Pessach“.

Frage: Wie kann er diesen Sprung zu schaffen?

Antwort: Durch das Verlangen. Weil vom Einzug in Ägypten bis zum Auszug sich das riesige egoistische Verlangen ständig entwickelt, welches dem Volk Israel nicht erlaubt, sich miteinander zu verbinden.

Das Volk Israel muss sich verbinden, damit es durch die Verbindung den Schöpfer offenbaren kann – die Eigenschaft des Gebens und der Liebe. Sobald Israel sieht, dass es sich nicht verbinden kann, fühlt es sich in der ägyptischen Finsternis. Doch nun ist das Volk bereit für alles, um da raus zu kommen! Das heißt „Auszug aus Ägypten“ oder die „Errettung aus Ägypten“.

Wenn wir das von der Seite der Ereignisse betrachten, die dem Menschen geschehen – weil in der Kabbalah wird normalerweise genau darüber gesprochen – dann sprechen wir hier vom Besitz des Menschen. Ein Mensch ist zu allem bereit, selbst dazu, ins Meer zu springen, nur um sich von seinem Ego zu befreien, sich darüber zu erheben, und die Eigenschaft des Schöpfers zu erreichen – das Geben und die Liebe.

Er stürzt sich ins Meer und das Meer teilt sich vor ihm. Er durchquert es, schneidet sich selbst von seinem Ego ab und indem er über dem Ego steht, beginnt er, damit zu arbeiten und den Egoismus in Altruismus umzuwandeln. Das ist der Auszug aus Ägypten, welchen wir zu Pessach feiern. 

Aus dem TV Programm „Neues mit M. Laitman“ 11.04.2016

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