Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Ist Treulosigkeit ein Grund für eine Scheidung?

Frage: Nehmen wir an, dass in einer Familie ein Fall von Treulosigkeit aufgetreten ist, und dabei es ist nicht wichtig, von welcher Seite. Was sagt die Kabbala darüber? Muss man die Familie beibehalten?

Antwort: Natürlich. Der Ehemann und die Ehefrau müssen versuchen, sich gegenseitig zu verstehen, und obwohl das nicht einfach ist, sogar sehr bitter ist, sollte man aber die Familie beibehalten. Die Neigung fremd zu gehen, ist bei den Männern wie bei den Frauen gleich. Ich habe viele Menschen auf meinem Weg gesehen und ich denke nicht, dass dies ein Grund für eine Scheidung wäre. Es gibt nichts Egoistischeres als sich zu trennen und die Kinder zu Waisen werden zu lassen.

Am meisten leiden bei einer Scheidung die Kinder. Deswegen ist es für beiden Seiten empfehlenswert, geduldig zu sein, eine Psychotherapie zu machen, zu verstehen und einzusehen, dass das alles zum Leben dazugehört.

Frage: Gibt es unter den Kabbalisten solche „amoralischen“ Persönlichkeiten?

Antwort: Es gibt keine amoralischen Menschen. Es existieren einfach Egoisten, welche korrigiert werden müssen und damit beschäftigt sich die Kabbala, aber das geht sehr langsam und stufenweise. Deswegen lebt ein Mensch 70 bis 90 Jahre, um sich zu korrigieren.

Aus dem Webinar auf dem zahav.ru 10.02.2016

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Generation von Weisen

Rav Laitmann BlogFrage: Wie kann ich mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala mein Schicksal ändern? Oder soll ich die Kabbalisten – die diese Kraft erlangt haben – fragen?

Antwort: Zunächst einmal muss man selbst die Weisheit der Kabbala studieren. Der Mensch kommt zur Kabbala, weil er mehr über sein Schicksal erfahren möchte.

Frage: Wenn der Mensch Kabbala studiert, bekommt er dann die Kraft, sein Schicksal zu ändern?

Antwort: Natürlich nicht sofort, aber mit der Zeit wird er dazu in der Lage sein. Dafür muss er lernen.

Frage: Und wenn ich einen anderen Kabbalisten darum bitte, mein Schicksal zu ändern – könnte er es tun?

Antwort: Nein, das ist unmöglich. Man muss selbst lernen, wie man sein Schicksal ändert. Ein Kabbalist kann sein eigenes Schicksal beeinflussen, aber nicht das eines anderen. Schließlich ist jeder selbst verpflichtet, sein eigenes Schicksal zu korrigieren. Deswegen existieren wir in dieser Welt und laufen verschiedene Entwicklungsphasen durch, um zum gewünschten Zustand zu gelangen. Wir gehen durch diesen Prozess der Entwicklung wie ein Kind, das in der Schule lernen muss. Das Kind wird sowieso lernen müssen: Entweder unter Zwang und Strafe oder es strengt sich freiwillig an, macht seine Hausaufgaben, beendet die Schule mit gutem Abschluss und einem Gefühl voller Liebe, Freude und Genuss.

An diesem Beispiel können wir feststellen, dass es notwendig ist, sowohl unser persönliches als auch das Gesamtprogramm zu kennen: welche gewünschte Form müssen wir erreichen? Ob es uns gefällt oder nicht, wir werden gezwungen, das zu erreichen, was  unser Schicksal bestimmt – wie  bei einem Kind, das nicht gefragt wird, ob es zur Schule gehen will oder nicht. Es ist verpflichtet, zur Schule zu gehen und einen Abschluss zu machen. Aber wie es später als Erwachsener lernen wird, ist schon seine Sache. Wenn es schlau ist und erkennt, dass es keine andere Wahl gibt, strengt es sich an und versucht herauszufinden, was von ihm in jeder Phase verlangt wird und wird alles Notwendige tun, aber in der bequemsten Form. Oder es ist sogar in der Lage, die Schule oder das Studium zu verkürzen.

Frage: Das heißt, der Mensch muss selbst das Gesamtprogramm lernen, um sich besser zu integrieren. Aber wenn ich einen großen  Kabbalisten um Segen bitte, wie wird dadurch mein Leben beeinflusst?

Antwort: Es hat nur eine psychologische Wirkung. Ein Kabbalist kann das Schicksal der anderen nicht beeinflussen. Schließlich kann er dir nicht deine freie Wahl nehmen und deine Mühen, Anstrengungen, dich aus eigener Kraft zu ändern. So wie die Eltern nicht anstelle der Kinder zur Schule gehen, die Hausaufgaben erledigen oder Prüfungen ablegen können. Aber der Mensch glaubt, dass der Segen von einem großen Mann Erfolg bringen wird. Das gibt ihm Vertrauen, wie ein Kind, das sich unter der Obhut der Eltern sicher fühlt. Und wenn der Mensch sich sicherer und beruhigter fühlt, kann er  seine Probleme besser lösen. Daher scheint es, als helfe der Segen ihm. Aber das ist nur ein psychologischer Effekt und ändert nicht das Schicksal. Nur der Mensch selbst ist in der Lage, sein Schicksal zu ändern, vom Ausgangspunk bis zum Ende, wenn er sich genügend anstrengt.

Frage: Um also mein Schicksal zu ändern, muss ich mich weiterentwickeln, den Plan kennen und meinen Platz darin finden.

Antwort: Das ist erst in unserer Generation möglich geworden. Davor hatten  die Menschen nicht danach gefragt – sie lebten einfach so. Noch vor hundert oder zweihundert Jahren hatten sich nur besondere Weise und Philosophen die Frage gestellt, zu welchem Zweck der Mensch erschaffen wurde. Der gewöhnliche Mensch selbst stellte sich kaum solche Fragen. Er wusste, wenn sein Vater ein Schmid war, würde auch er ein Schmid sein, und sein Sohn später auch. So ging es von Generation zu Generation. Alles änderte sich erst in den letzten Jahrzehnten.

Frage: Heißt das, dass die Menschen von Generation zu Generation intelligenter wurden und nun die Möglichkeiten haben, die gleiche Macht über ihr Leben zu erreichen wie sie einst vor tausend Jahren die größten Weisen hatten?

Antwort: Ja, die Menschheit hat sich so sehr entwickelt, dass gewöhnliche Menschen heute den gleichen Entwicklungstand haben wie ihn vor zweitausend Jahre die großen Weisen wie Aristoteles, Platon, usw. hatten.

„New Life“  Folge 478, 21.12.2014

Minimale Wendung zum Glück

Frage: Wie kann man mit den suizidalen Veranlagungen des Kindes zurechtkommen?

Antwort: Die suizidalen Veranlagungen der Kinder kann man nur in einem guten Kollektiv behandeln. Ohne Kollektiv wird eine immer größer werdende Einsamkeit des Kindes und sein Ruckzug in sich selbst beobachtet. Das alles ist Psychologie: das Leben erscheint überflüssig, alles wird zerstört, in der Umgebung herrscht Hoffnungslosigkeit.

Von diesem Zustand bis zum Glück ist nur eine kleine Wendung nötig, aber wer wird sie realisieren? – Darin liegt das Problem. Ich meine, dass diese Kraft nur im Kollektiv zu finden ist.

Es ist sehr wichtig, im Kind zahlreiche Interessen zu entwickeln. Meine Eltern beschäftigten mich ständig.

Einst haben sie mir einen guten Fotoapparat gekauft, sie gaben das Geld für einen Film, die Entwickler und Fixiermittel aus. Ich habe mich sehr dafür interessiert. Davor haben sie mir ein Fahrrad geschenkt, und wir fuhren mit den Freunden oft in der Natur spazieren. Später war es Tischtennis, dann die Leichtathletik, in der ich die erste Kategorie erlangt habe.

Das heißt, sie zogen mich ständig in verschiedene Beschäftigungen hinein. Wobei, ich nicht alleine, sondern noch mit einem oder mit mehreren Freunden unterwegs war.

Ich meine, dass man so handeln muss. Das Kind soll nicht zu Hause bleiben, es soll außerhalb der Schule einen Freundeskreis haben. Wenn ihm etwas in der Schule misslingt, dann wird es an einem anderen Ort gelingen. Beispielsweise beim Tanzen oder beim Volleyballkurs.

Das Beste ist eine Gruppensportart. Wenn du nicht alleine an den Wettbewerben teilnimmst, so wie es auf verschiedene Distanzen beim Schnelllauf erfolgt. Viel wirksamer sind Tennis und andere Gruppensportarten. Das Kind muss unbedingt mit etwas beschäftigt sein.

Ihr könnt euch sogar mit anderen Familien verabreden, um gemeinsam Kurse für zehn-fünfzehn Kindern zu organisieren, um professionelle Ausbilder zu organisieren, die euch helfen werden. Für eine kleine Zahlung seitens jeder Familie kann man einen sehr guten Kurs organisieren.

Auszug aus dem TV-Programm „Gespräche mit Michael Laitman“, 11/12/13

Innerhalb der Familie gibt es keinen Bedarf für Heldentaten

Frage: Als Coaching Spezialist kann ich sagen, dass mehr als fünfzig Prozent der Menschen zu Kursen kommen, weil sie Beziehungsprobleme haben. Dies ist ein sehr schmerzhaftes und schwieriges Thema. Die meisten Menschen verstehen nicht, wie sie die wichtigsten Beziehungen ihres Lebens bilden und aufrechterhalten können. Manchmal sind sie verzweifelt, heben Ihre Hände zum Himmel empor, aber tief in Ihren Herzen sehnen sie sich nach dieser Nähe, obwohl sie keine Ahnung haben wie sie diese aufbauen können…

Antwort: Als allererstes müssen wir verstehen, dass wir permanente Veränderungen durchlaufen. Es ist unmöglich zeitgenössische Paare mit den altmodischen Paaren zu vergleichen, die vor einem halben Jahrhundert oder geschweige denn früher gelebt haben. Menschen konnten früher viel leichter miteinander kommunizieren, sie haben Bekannte aus der nahen Umgebung geheiratet, sie kannten alle anderen Familien und waren vertraut mit deren Charakteristika, ihrer Kultur und Bildung.

Sogesehen gab es keine Überraschungen in der Ehe und sogar die Speisefolge der neuen Familie war von Beginn an bekannt. Menschen waren abhängiger voneinander und konnten sich auch mehr aufeinander verlassen. Aufgrund von Zeitmangel konnten sie sich nicht nur um sich selbst kümmern und sie wären nicht in der Lage gewesen, ihr Leben aufzubauen, den Haushalt zu erledigen, zu kochen, alles sauber zu halten, die Wäsche zu machen und so weiter. Kurz gesagt brauchten Liebesleute einander, um zu überleben. Ein Mensch hat einfach keine Zukunft ohne die Ehe und einer gesunden Familie. Er könnte sich nicht einmal mit dem Notwendigsten versorgen. Es war genauso die Kinder betreffend. Generell war die gesamte Gesellschaft in klaren Familienstrukturen aufgebaut, die meistens aus drei Generationen bestand, die unter einem gemeinsamen Dach lebten. Die Alten und die Jungen waren abhängig voneinander und alles in allem eine untrennbare Einheit.

Auf der anderen Seite gibt es heute durch die technischen Errungenschaften und globalen Kommunikationen eine starke Vermischung und Veränderung. Ein Mensch braucht nicht mehr unbedingt eine „zweite Hälfte“; er kann ohne weiteres alleine leben und sich nur um sich selbst kümmern. Das Resultat dieser  Entwicklung ist, das wir nicht mehr von einem Partner abhängig sind und uns schon im Alter von elf oder zwölf Jahren überlegen wie wir der Obhut unserer Eltern entfliehen können. Zusätzlich fehlt es uns an Zeit um ihnen genug Aufmerksamkeit zu schenken, ganz davon abgesehen, das sie den Haushalt nicht mehr zusammen erledigen, wie zuvor.

In der Vergangenheit haben sich Paare unterstützt und heute haben sie kaum mehr etwas gemeinsam. Die moderne Familie ist sehr leicht in zwei Teile zu zerbrechen und jeder ist in der Lage alleine weiter zu machen. Moderne Rechtssprechung unterstützt das und die öffentliche Meinung hat kein Problem mit der Abwesenheit der Familie. Er hat einen Beruf, ein Hobby, ein Leben voller Ambitionen, die ihm wichtig sind, und viele Verlockungen für die ihm seine Familie wie ein Hindernis erscheint.

Wir sehen Menschen die Ihre Partner wechseln und haufenweise Familien innerhalb einer Lebensspanne gründen. Studien besagen, dass die meisten Menschen nicht länger als zehn bis fünfzehn Jahre innerhalb einer Familienstruktur leben können. Es wundert nun nicht, dass heutzutage das „wechseln“ der Familie nur eine Frage der Zeit ist.

Deshalb haben sich die Konditionen des Familienlebens drastisch verändert. Aber auf der anderen Seite bleibt das Konzept der „Familie“ stets ein inneres Bedürfnis ( ausgeprägter in den Frauen und unbewusster in den Männern). Menschen wollen es, aber haben keine Ahnung wie sie es manifestieren sollen. Ihnen wurde nie beigebracht was eine Familie ist, wie man sie aufbaut und was man daraus gewinnen kann. Es ist von komplexen Beziehungen zwischen Mann und Frau die Rede, in der die Kinder und Eltern von beiden Seiten auch eine Rolle spielen.

Dies wird nicht in Schulen beigebracht und Fernsehkanäle und Witze werden überall verstreut und erzeugen eine geringschätzige Einstellung. Jeder will wie ein Held dastehen und in unserer Zeit ist der „Held“ jemand, der mit einer gewissen Gleichgültigkeit ausgestattet ist.

Letzten Endes wissen wir nicht mehr was eine Familie ist. Wir haben eine Art Wunschtraum dazu, aber es gibt kaum Beispiele aus dem Leben. Wenn Junge ihre Eltern betrachten, finden sie nicht viel erstrebenswertes in ihrem Zusammenleben; sie leben in separaten Nischen, mit wenigen Überschneidungen und selten haben sie genug Zeit diese herzustellen. Es gibt wenig Bereitschaft zu gemeinsamen Anstrengungen. Wo ist der Haushalt? Wo gibt es Gemeinsamkeiten und gegenseitige Unterstützung, die beide verpflichtet um des Überlebens willens zu arbeiten und zusammen zu bleiben? Es gibt kein wechselseitiges Eingeständnis zwischen Ihnen.

Industrie, Technologie und das Leben im Internet haben unsere Grenzen erweitert. Früher haben Menschen in den Rahmenbedingungen von Arbeit und Familie gelebt. Alle waren stark verbunden durch die Ökonomie des Haushalts, plötzlich kommt aber die große weite Welt direkt in unser Wohnzimmer und wir befinden uns dadurch in vagen unklaren Beziehungen. Es stellt sich heraus, dass Menschen die heute über Familie nachdenken keine Richtlinien bekommen.

Sie müssen für sich ganz neu definieren was eine Familie für sie bedeutet. Der Mensch wird sich verändern müssen um das Familienleben als Bereicherung zu erleben und dies können wir nur durch spezielle Kurse erzeugen, die auf  Psychologie und dem Mitgefühl innerhalb aller familiären Beziehungen beruhen. Nichts kann hier ohne richtige Bildungsmaßnahmen erlangt werden. [119142]

Aus Kab TV´s “Das Neue Leben“ 6/09/2013

Die Familie der neuen Ära

Frage: Was ist Familie vom Gesichtspunkt der Methode der integralen Erziehung und Bildung?

Antwort: Die Familie beinhaltet die Zusammenarbeit zweier Menschen, die ein gemeinsames Ziel haben, das sich außerhalb befindet. Die Eheleute bilden untereinander diesen Zustand, und wollen darin eintauchen, um tatsächlich ein integrales Ganzes zu erlangen. Dieses allgemeine Ganze, das auf einem Zusammenschluss von Menschen basiert, ist eben die Familie. Die gewöhnliche Zusammenarbeit, die Verbindung zweier Menschen auf der Stufe des gemeinsamen Haushalts darf man noch nicht die Familie nennen, weil sie sich darin nicht verbinden, sich gegenseitig nicht annullieren, kein gemeinsames Ganzes bilden und nichts Neues erschaffen. Auf dem physiologischen Niveau gilt als Familie Vater, Mutter und Kind. Das Kind ist etwas Neues,, das aus den Eltern stammt. Deshalb besteht die Familie aus beiden Eheleuten und dem dritten Bestandteil, den sie gemeinsam bilden.


Frage: Wenn es in dieser Familie den dritten, das Kind noch nicht gibt, kann man sie dann als Familie bezeichnen?

Antwort: Es handelt sich gar nicht um ein “materielles” Kind. Wenn die Eheleute keine verbindende Einheit teilen, dann gibt es eben keine Familie. Die dritte Komponente ist daher ihr Bündnis, ihr spirituelles Kind, für das sie leben. Es unterstützt und erwärmt sie, erhebt sie auf das nächste Niveau. Sie beginnen zu fühlen, dass sie dank dieser dritten Komponente eine ganz andere Existenz erlangen. Deshalb wird die Familie der neuen Gesellschaft nicht durch die Befriedigung der einzelnen Familienmitglieder auf dem materiellen Niveau der physiologischen Bedürfnisse existieren, sondern um einander die spirituelle Füllung zu geben. Ohne richtige Beziehungen in der Familie können wir auf das nächste Niveau der Menschheit nicht aufsteigen.


Frage: Vor wem oder wovor muss man sich in der Familie annullieren?

Antwort: Es ist nicht die bloße Annullierung, sondern das Verständnis, dass die Verbindung jenseits unserer persönlichen egoistischen natürlichen Eigenschaften und Anlagen liegen soll, weil diese gerade für unseren Aufstieg geschaffen sind. Deshalb sind die Eheleute die Partner, die einander in diesem Prozess helfen. [118725]

Auszug aus dem TV- Programm „Durch die Zeit“, 21.09.2013

Die Krise der Familie

Meinung (M. Sandomirski, Psychotherapeut): Als Grund für die meisten Scheidungen gelten die Krise der Familie, der sozialen Institution, die westliche Lebensweise und der Infantilismus der Jugend. Kurz andauernde Ehen sind modern; viele Eheleute trennen sich bereits nach 2–3 Jahren Ehe, um sich später einmal wieder zu verheiraten. Alternative Formen des Zusammenlebens nehmen zu; auch Scheinehen. Eine Frau, die sich in einer solchen Ehe befindet, hält sich für verheiratet, wohingegen die Mehrheit der Männer denkt, sie wären frei. Eine andere Erscheinungsform der Krise ist die zunehmende Vereinsamung der überzeugten Alleinstehenden, die jede Form der Ehe verneinen und nur für sich selbst leben wollen; sie sind nicht bereit, sich mit einem Partner zu arrangieren; es erscheint ihnen leichter und anstrebenswerter, in der heutigen Gesellschaft als Single zu leben.

Die Menschen benehmen sich im Erwachsenenalter noch immer wie Kinder und wollen die Last der Elternschaft gar nicht erst erproben. Es gibt außerdem kaum mehr gegenseitige Unterstützung der Ehepartner. Selbstsucht und Verweigerung des Opferbringens für einen anderen gehen dabei Hand in Hand.

Je mehr der Mensch nur an sich selbst denkt, umso anspruchsvoller wird er gegenüber seiner Umgebung – ähnlich wie ein launisches Kind. Er verliert dadurch die Fähigkeit, mit anderen zusammenzuleben, Konflikte zu lösen, dem Partner entgegenzukommen, friedlich mit ihm zusammen zu sein und bei dessen Mängeln ein Auge zuzudrücken.

Im Westen braucht man die Familie für das Überleben nicht. Je höher der Lebensstandard, desto kurzlebiger die Familie. Die Konsumgesellschaft braucht die Familie auch nicht, denn sie ist für die Wirtschaft der Gesellschaft nicht lukrativ genug, da die Alleinstehenden weniger sparen und mehr konsumieren; ihr Konsum ist „kindisch“. Das Wichtigste im Leben ist das Vergnügen und der Konsum. Der infantile Mensch ist für Gehirnwäschen empfänglicher und leichter manipulierbar, er regiert besser auf Werbung, ist politisch leichter lenkbar und legt kaum Wert auf ethisch moralische Tradition.

Ein Kind prägt sich durch Beobachtung Verhaltensweisen der Eltern ein und wendet sie später an. Kinder aus Familien ohne Zusammenhaltsgefühl haben Schwierigkeiten dabei, erwachsen zu werden und Familien zu gründen, da ihnen entsprechende Rollenmodelle fehlen.

Die Familie ist somit nicht nur die kleinste Gesellschaftseinheit, sondern auch die grundlegende Struktur für eine Aufrechterhaltung der psychischen Gesundheit. Sie ist in durch unsere Gene und Instinkte von Geburt in den Abläufen des Gehirns an vorprogrammiert.

Die Nichtübereinstimmung der natürlichen Gehirnstruktur mit der modernen Lebensweise bewirkt Widersprüche zwischen biologischen und sozialem Verhalten, der Mensch leidet an chronischen körperlichen Leiden, Stress, Aggressivität und Depression – letzter ist laut WHO mittlerweile zur häufigsten Erkrankung in der westlichen Welt avanciert. Richtiges Familienleben muss von Beginn an vermittelt werden; dabei ist eine psychologische Hilfe für die Gesellschaft unabdingbar.

Mein Kommentar: Dazu hat uns die Entwicklung der Selbstsucht gebracht und nur durch ihre Korrektur ist einer Verbesserung der Gesellschaft bzw. der Menschheit möglich. Je früher die Psychotherapeuten das verstehen und zu unseren Partnern werden, desto schneller werden wir zur Heilung gelangen. [117582]

 

Keine richtige Reform, Herr Präsident! [115722]

Die Forschung: Heute verlässt jeder fünfte Schüler die Oberstufe der Schulen in den USA, jeder zweite geht nicht aufs Kollege. Obama begann, das Ausbildungssystem zu reformieren, aber die Reform ist an dem Widerstand von unten zerbrochen.

Dann begann man mit der Reform der Vorschule. Aber nur drei von zehn Kindern besuchen den Kindergarten: Viele Eltern können sich das nicht leisten. Dann sagte Obama, dass 100% der Kinder eine Vorschulausbildung haben sollten und gab dafür 1,3 Mrd. Dollar aus, in 10 Jahren – 75 Mrd…

Aber die Hauptveränderungen werden in der Mittelschule mit der Einführung von Standards passieren, obwohl 34 von 50 Staaten diese Forderungen als viel zu hoch ansehen. Die Reform gründet sich vollständig auf die Ergebnisse der Prüfungstests und für Kreativität bleibt keine Zeit  übrig. Es ist viel bequemer, einen Onlinekurs anzuschalten und, während die Schüler die Videovorlesungen gucken, die gestrigen Kontrollarbeiten zu prüfen.

Aber die Ausbildung ist doch ein emotionaler Prozess des Kontaktes zwischen dem Schüler und dem Pädagogen. Die Kinder brauchen das individuelle Herangehen, verschiedene Gegenstände, die in gleicher Weise die linke und rechte Gehirnhälfte ansprechen, und nicht nur Mathematik und Naturwissenschaften. Heute nutzen die Schulen standardmäßige Algorithmen in der Ausbildung, aber dies befriedigt nicht die Neugierde, die den Schülern eigen ist.

Darüber hinaus hängen die von oben erlassenen Standards wie ein Damoklesschwert über den Pädagogen. Alle müssen jetzt in bestimmten Zeitintervallen eine Eignungsprüfung ablegen: die Sonderkommissionen analysieren, wie die Schüler  mit dem Programm dieses oder jenes Lehrers zurechtkommen. Und wenn es im Vergleich zum Vorjahr keinen Fortschritt bei den Prüfungen gibt, dann wird ein solcher Lehrer für das kommende Lehrjahr nicht zugelassen. Wenn Erfolge vorhanden sind, wird der Pädagoge Boni bekommen.

Mein Kommentar: Alles ist als kapitalistisches System aufgebaut. Die Ausbildung soll informell sein und die Sinne des Kindes entwickeln, mit vielen Besprechungen, Besuchen von Betrieben, Museen, Krankenhäusern, und Banken – und dann gibt es Besprechungen, wo sie waren und was es dort gab.

Man muss die Integralerziehung und -ausbildung einführen. Aber zuerst sollte man die Lehrer und Erzieher darauf vorbereiten. Früher oder später muss man sowieso eine derartige Ausbildung einführen, unsere Entwicklung führt uns doch zur integralen Welt. Das Land, das diese Methodik anwendet, – wird alle anderen Länder weit hinter sich lassen…

Die Einheit ist eine neue Struktur der Menschheit

Frage: Was ist die Verbreitung der Wissenschaft für die Massen?

Meine Antwort: Wenn ein Schüler zu mir kommt, will er, dass es ihm gut geht. Und er versteht, dass das Begreifen des Sinnes des Lebens für ihn gut ist, das, was höher als das Leben ist. Er will mit den Gefühlen und dem Verstand bis zu diesem Begreifen aufsteigen und es bekommen.

Für 7 Milliarden Menschen besteht der Sinn des Lebens darin, das Niveau des Reichtums, des Ruhmes, der Macht, der Gesundheit, des Wissens – alles, was eine Füllung ihrer Wünsche ist, zu erreichen. Und sie versuchen es mit allen möglichen Methoden: mit religiösen, wissenschaftlichen, philosophischen, psychologischen, technologischen und finanz-ökonomischen Lösungen. Aber nichts wird gelingen. Das ist eben das, was sie Krise nennen.

Und für uns bedeutet die Krise eine Geburt. Doch das Wort „Krise“ hat einen zweifachen Sinn: es ist sowohl das Fallen, als auch die Geburt des Neuen. Aber die Menschen begreifen das nicht.

Nachdem sie an allen Lösungsversuchen vollständig verzweifelt sind, können wir ihnen erklären, dass wir eine Methodik haben, mit der sie alles erreichen können, was sie wollen: Gesundheit, Macht, Ruhm, Reichtum, Ernährung, Familie und Liebe. Sie bekommen alles, was sie in dieser Welt brauchen – das irdische Paradies. Aber dafür müssen sie sich vereinigen.

Und sie beginnen sich einfach aus der Ausweglosigkeit heraus zu vereinigen: allmählich, unmerklich, mit kleinen Schrittchen. Dabei werden sie sofort ein positives Ergebnis empfinden.

Mit der Vereinigung bauen sie eine ganz neue Struktur der Gesellschaft, ihre Einheit ist doch eine neue Struktur der Menschheit. Es entsteht eine ganz neue integrale, globale Analogzivilisation. In dieser Vereinigung beginnen sie die Erscheinungsform der integralen Kraft, die sie angeblich schaffen, zu empfinden.

In Wirklichkeit streben sie nur nach der Verbindung untereinander, und diese Kraft zeigt sich gerade in ihren Versuchen der Vereinigung. Es ist dieselbe Höchste Kraft, die auch auf uns einwirkt. Aber sie machen das aus ihrem Streben heraus und wir – aus unserem. Deshalb entsteht bei uns die genauere, die allgemeine Arbeit: die Abstürze und die Aufstiege. Sie haben das nicht, sie haben nur die Vorwärtsbewegung.

Dabei werden sie ständig den Zustand des Aufstieges empfinden, sie haben doch keine linke und rechte Linie. Bezüglich dieses Punktes werden sie die Schwingungen fühlen und die ganze Zeit über wird es ihnen gut gehen.

Sie werden zu uns kommen und es wird ihnen klar sein, dass sie sich ohne ständige Seminare, ohne Beschäftigung mit der Integralbildung und der Integralerziehung nicht bewegen können. Wenn sie sich aber vorwärts bewegen, beginnen sie plötzlich das Licht statt der Finsternis, des Fallens und des Ruins vor sich zu sehen. Das ist eben die Verbreitung. So wird es bis zur vollständigen Korrektur gehen.

Auszug aus dem TV- Programm „Das Geheimnis des ewigen Buches“, 24.06.2013

Der Aufstieg über den Genderunterschied

Frage: Vor kurzem wurde die Existenz des Gruppenintellekts wissenschaftlich bewiesen. Einige führende amerikanische Universitäten haben Forschungen durchgeführt, die Menschen auf  kleine Gruppen teilten. Es war bestimmt, dass ein von den Hauptfaktoren, die das Ergebnis beeinflussen, die Zahl der Frauen in den Gruppen ist. Könnten Sie das kommentieren?

Meine Antwort: Ich habe diese Experimente nicht untersucht, deswegen kann ich sie auf keine Weise kommentieren. Ich habe persönlich keine Daten zu diesem Thema.

Ich kann nur eines sagen: da der größte Teil unserer Gesellschaft aus Frauen besteht, müssen wir sie natürlich in die Besprechungen mit aufnehmen. Die Gruppen können auf männlich, weiblich und gemischt unterteilt werden.

Es geht darum, dass  Gruppen von zehn Menschen wünschenswert wären, um nach dem sexuellen Merkmal zu teilen. Die Genderunterschiede beeinflussen doch ziemlich wesentlich den Lauf unserer Gedanken und deshalb sollte man versuchen, die Männer von den Besprechungen nicht abzulenken, so dass sie sich verpflichtet fühlen, die besondere Rolle vor den Frauen oder die Frauen vor den Männern zu spielen.

Wir müssen einen solchen Zustand anstreben, dass die sexuellen Merkmale untereinander nicht beachten werden, sondern nur das neue Niveau der Wechselbeziehungen gesehen wird. Mit dem Wort „sexuell“ meine ich sowohl die mentalen als auch die körperlichen Merkmale – alles, was mit den Begriffen „der Mann“ und „die Frau“ verbunden ist. Das bezieht sich nicht nur auf das Äußere, sondern auf die ganze Weise: die Art der Gedanken, des Herangehens – des Ganzen. Wir unterscheiden uns sehr voneinander.

Deshalb müssen die Seminare zuerst separat für Männer und Frauen durchgeführt werden. Erst wenn sie sich mit der Wichtigkeit der Aufgabe verbunden haben und über sich hinaufgestiegen sind, kann man die Gruppen mischen. Es passiert, nachdem sie die Fragen der Erziehung, der Bildung, der Beziehungen im Kollektiv, der Beziehungen des Menschen mit der Natur, oder vielleicht sogar besser damit, was sie nicht berührt, vielfach besprochen haben.

Wenn eine Frau sich vor mir befindet, werde ich automatisch auf ein anderes Niveau des Umgangs umschalten, versuchen, sie nicht zu verletzen, mich mit freundlichen Worten zu unterhalten, auf irgendwelche Weise Phrasen zu besprechen, anzuhören …

Es ist ein ganzes System. Hier ergibt  sich ein ganz anderes Niveau des Umgangs – nicht nach dem Intellekt, nicht nach dem natürlichen Wesen. Wir sind verschieden und zwischen uns entsteht diese besondere Beziehung des Umgangs. Wir müssen diesen Unterschied überwinden,so dass es ihn nicht mehr gibt und ich den Gesprächspartner wie „Unisex“ sehe. Das heißt wir werden gleich in allem, ohne Rücksicht auf unsere Herkunft.

Und manchmal ist es umgekehrt: wenn wir zum Beispiel die Fragen in der Familie besprechen, müssen wir diese Probleme hervorheben. Denn wir sind schon einander beim Aufbau des Höheren nicht gleich, wir sollen klären, worin wir auf dem folgenden Niveau unserer  Integralvereinigung ungleich bleiben: darin, dass wir Männer – Frauen, Ehemänner-Ehefrauen sind. Denn wir steigen dorthin nicht “körperlos” hinauf! Wir steigen innerhalb unserer Natur hinauf und diese verleiht uns ein ganzes Spektrum der Probleme.

Wir klären den Unterschied zwischen den Männern, den Frauen und den Kindern auf, und zwar in einem Format, das sich vom runden Tisch unterscheidet, dann führen wir die Menschen allmählich zum Tisch, an dem sie sich über die Unterschiede erheben und im Namen des nächsten Ziels – der Integralvereinigung zu arbeiten beginnen.

Auszug aus dem TV-Programm „Kollektives Wissen” – 2, 14.05.2013

Ich werde lieber ein Hausmeister…

Frage: Vor mir liegt ein Brief, in dem ein Mensch fragt: „Warum soll ich arbeiten? Welchen Sinn hat meine Arbeit? Der Arbeitslohn ist natürlich wichtig. Aber wenn ich die Fahrtkosten minimieren und keine neue Kleidung anschaffen werde, die ich ständig erneuere, um jeden Tag etwas anderes zu tragen, wenn ich kein teures fertiges Essen kaufen werde, dann wird sich erweisen, dass ich zwei Drittel meines Lohn nur dafür ausgebe, um die Möglichkeit zu haben, meine Arbeit zu leisten! Ist es nicht besser als Hausmeister zu arbeiten: morgens alles erledigen und den ganzen Tag frei sein, wobei man von einem Drittel des vorherigen Lohnes ruhig lebt?“.

Meine Antwort: Genauso empfindet nicht nur ein einfacher Arbeiter oder Angestellter, sondern auch die Menschen auf den höheren Stufen der Macht, die gezwungen sind, ihrer Arbeit nach zu kommen, oder sie arbeiten aus der Angst heraus, ihre Arbeitstelle zu verlieren, oder wegen dem Gefühl der Verantwortung, oder weil ihnen die zwischenmenschliche Kommunikation lebenswichtige Energie gibt.

Aber immerhin kommen wir dahin, dass die Menschen sich verändern, dass in ihnen ganz neue Bedürfnisse nach neuen Füllungen entstehen. Dabei sind es keine finanziellen Füllungen, sondern das Verlangen, das innere Bedürfnis, die Qualität des Lebens zu verändern. Dein Leben basiert nicht darauf, was du gegessen oder getrunken hast, ob du am Abend weggegangen bist, oder dir ein Kleidungsstück gekauft hast. Darin wird eine neue in uns entstehende Leere empfunden.

Frage: Aber die Arbeit füllt diese Leere in vieler Hinsicht aus. Kann das sein, dass es gerade bei der Arbeit keine Möglichkeit gibt, um ruhig zu sitzen und über etwas anderes, wichtigeres nachzudenken?

Meine Antwort: Aber dies ist kein Heilungsprozess, sondern nur eine Ablenkung, ein schmerzstillendes Medikament, welches das eigentliche Problem nicht lösen wird.

Wir sehen, dass viele Menschen bereit sind, ohne Lohn zu arbeiten, damit diese Arbeit ihnen eine Füllung, eine Sättigung gibt.

In uns entstehen solche neuen Verlangen, neue Leeren, die wir verpflichtet sind, zugunsten der Gesellschaft, zugunsten der integralen Verbindung, in der wir uns erwiesen haben, auszufüllen. Unsere vorherigen egoistischen Verlangen werden in die neuen Bedürfnisse, die eine Verbindung mit der Umgebung erfordern, umgeformt. Wir befinden uns lediglich auf der Stufe des Entstehens eines neuen integralen Egoismus, aber immerhin wird es schon empfunden.

Auszug aus der TV-Sendung „die Hauptgeheimnisse“, 03.02.2013