Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Familie'

Von der Hilflosigkeit zum Schrei zum Schöpfer

Es gibt ein paar Übungen, um ein Gebet zum Schöpfer zu erreichen. Zuallererst ist es notwendig zu erkennen, dass wir wirklich eine Verbindung mit der höheren Kraft haben, und wir uns im Bereich ihrer Wirkung befinden. Ansonsten sind wir wie Kinder, die aus Naivität nicht einmal vermuten, dass die Mutter sie ständig beobachtet und denken, dass sie sich selbst überlassen sind. Die Gruppe muss uns immer das Gefühl geben, dass wir uns im Kraftfeld des Schöpfers befinden.
In Wirklichkeit füllt der Schöpfer die ganze Welt aus, aber dieses Gefühl ist vor uns verborgen. Dennoch sind Freunde und die Gruppe fähig, uns ein solches Gefühl zu geben. Und obwohl ich selbst meine Abhängigkeit vom Schöpfer nicht fühle, seine ununterbrochene Wirkung, wodurch er meine Existenz sichert, die mich lenkt und führt, kann die Gruppe diese Empfindungen in mir erwecken.
Wir müssen dem Freund zeigen, dass er eine Verbindung zum Schöpfer hat – und das ist das Wichtigste, alles andere ist lediglich ein Hilfsmittel. Dies führt zum Gefühl der eigenen Abhängigkeit von der höheren Kraft, zunächst noch egoistisch, für sich selbst, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Danach fange ich an zu denken, um für „uns“ etwas besser zu machen, denn allein ist es unmöglich, den Schöpfer zu erwecken, sondern nur im Zehner.
Je mehr Zehner daran arbeiten, desto größer ist unsere Wirkung, unsere Chancen, die höhere Kraft zu erwecken. Wir fühlen, wie der Schöpfer sich uns nähert. So entwickeln wir nach und nach unsere Empfindungen, darin ist unser ganzes Leben, ganze spirituelle Entwicklung.

Aus der Morgenlektion 06/26/2018

[#229072]

Mann und Frau aus Sicht der Kabbala

Frage: Kann sich der Schöpfer zwischen einem Mann und einer Frau enthüllen – zwei gegensätzlichen Eigenschaften?

Antwort: Es gibt keine Männer und Frauen in der Kabbala. In der Kabbala hat jeder von uns sowohl eine männliche als auch eine weibliche Wurzel.

Frage: Wer sind „Männer“ und „Frauen“ aus Sicht der Kabbala?

Antwort: Der Mann symbolisiert die Eigenschaft des Gebens, ohne jegliche Verbindung mit dem Geschlecht, und die Frau die Eigenschaft des Empfangens, ohne irgendeine Verbindung mit dem Geschlecht.
Zwei beliebige Objekte – Schöpfung und Schöpfer oder verschiedene Teile innerhalb der Schöpfung – können immer als männliche und weibliche Komponenten verglichen werden. Dabei kann jedes Objekt in Bezug auf eine Sache ein männlicher, und in Bezug auf eine andere Sache ein weiblicher Teil sein. Alles wird nur durch das Handeln bestimmt, denn jedes Objekt ist ein Verlangen zu genießen. In dem Maße, in dem sich der Wunsch im Empfangen oder im Geben äußert, wird er „männlicher“ oder „weiblicher“ Teil genannt. Vom spirituellen Standpunkt aus kann ich einmal eine Frau sein, ein anderes Mal ein Mann.

Frage: Aber in dieser Welt wird jemand als Mann und jemand als Frau geboren. Warum ist das so?

Antwort: Weil auf Basis der höheren Wurzeln die gleiche Verteilung auf der tierischer Ebene erfolgt. Aber diese Geschlechterunterschiede bedeuten praktisch nichts. Wir treten in eine Ära vollkommener spiritueller Gleichheit ein. Frauen werden ihre spirituellen Bestrebungen genauso ausdrücken wie die Männer.

Aus dem Unterricht in russischer Sprache, 10.12.2017

[# 227848]

Ein Kind verändert das Schicksal der Familie Teil 1

Frage: Warum ist jedes Kind in der Familie etwas Besonderes und anders als die Geschwister?

Antwort: Das hängt von der Vorbestimmung des Menschen ab, von der Aufgabe, die er im Leben erfüllen muss. Aus diesem Grund nimmt er einige Eigenschaften vom Vater, von der Mutter, möglicherweise vom Großvater und der Großmutter an. In der Regel werden bei der Vererbung drei Generationen berücksichtigt. So wird die richtige Kombination von Eigenschaften erreicht, die außerdem von Ereignissen in seinem Leben beeinflusst wird. In Abhängigkeit davon kann er sich selbst entwickeln und formen.

Frage: Und unterscheidet sich die spirituelle Komponente, in Ergänzung zu den Genen des Vaters und der Mutter, bei den Geschwister in einer Familie oder nicht?

Antwort: Die spirituelle Komponente ist völlig unterschiedlich, weil sie von einer anderen Wurzel kommt. Es spielt keine Rolle, dass sie denselben Vater und dieselbe Mutter haben. Ein Bruder kann eine sehr hohe spirituelle Wurzel haben, und ein anderer hat eine sehr „hohe“ materielle Wurzel. Man kann nicht sagen, dass ihre spirituellen Wurzeln in keiner Weise miteinander verbunden sind, aber diese Verbindung ist für unsere Forschungen verborgen und unerreichbar.

Frage: Beeinflusst die Geburt eines neuen Kindes irgendwie das Wesen der Familie?

Antwort: Das neue Kind verändert das Wesen der Familie völlig, so als ob alle darin neu geboren würden. Das Kind verändert die gesamte Struktur der Familie, weil es eine neue spirituelle Kraft in die Familie einbringt, und sie beginnt sich anders zu verhalten. Man kann sagen, dass es das Schicksal der Familie ändert.
Auch in der Tierwelt die hat die Geburt von Nachkommen einen starken Einfluss auf die Familie, aber wir können ihn nicht verfolgen, weil sich bei den Tieren die Männchen in der Regel sofort von dem weiblichen Tier trennen, und sie haben keine Verbindung mit den Zöglingen.
Und nach einer Weile ist auch die Mutter von den Welpen getrennt und hat auch keine Verbindung mehr zu ihnen. Das liegt daran, dass es bei Tieren keine seelische Entwicklung gibt, sie begleiten den Menschen nur, und deshalb sind längere Beziehungen für sie nicht charakteristisch.

Frage: Warum gibt es Schwangerschaftsprobleme, Fehlgeburten?

Antwort: Normalerweise tritt eine Fehlgeburt auf, wenn nicht genug Verlangen vorhanden ist, keine Notwendigkeit für die nächste Stufe. Schließlich muss das Leben vor allem aus dem Verlangen kommen. Und wenn es kein Verlangen gibt, dann gibt es eine Abtreibung. Und möglicherweise ist für die Erschaffung besonderer Wesen ein besonderes Verlangen erforderlich, und deshalb können sie sich nicht reproduzieren. Das wichtigste hier ist die Lebenskraft in einer Frau.

Frage: Warum gibt es in letzter Zeit so viele Probleme mit Schwangerschaften, Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit?

Antwort: Vielleicht ist dies eine Konsequenz des Lebensstils, den moderne Jugendliche führen, die in promiskuitive sexuelle Beziehungen eintreten. Dies beeinträchtigt die Fähigkeit der Frau, schwanger zu werden. Denn der weibliche Körper ist sehr feinfühlig  arrangiert und schließt sich dem Mann an. Wenn eine Frau einen Ehemann hat, dann passen sich all ihre Systeme im Körper ihm an.
Wenn sie die Männer wechselt, verirrt sich ihre Physiologie und sie bekommt ein Problem.

Fortsetzung folgt…

Aus dem 953. Gespräch über Neues Leben, 23.01.2018

[#221852]

Nicht von der Welt fliehen

Frage von Facebook: Meinen Sie wirklich, dass alle ihr Business aufgeben sollten, ihre Arbeit, alles verkaufen sollten, so wie Sie das gemacht haben, um nur noch Kabbala zu studieren? Und derjenige, der das nicht macht, ist „ein Mensch zweiter Klasse“?

Meine Antwort: Auf gar keinen Fall! Ich hatte keine andere Wahl. Niemand hat mir dazu geraten. Meine innere Stimme hat gesprochen und ich konnte nicht anders handeln. Das ist das Schicksal, das dich nach vorne lenkt.

Frage: Also, wenn sie darüber erzählen, ist das kein Beispiel für uns?

Meine Antwort: Natürlich nicht! Ich weiß selber nicht, ob ich das noch mal machen würde oder nicht. Das ist von alleine so gekommen.

Frage: Das bedeutet, dass der Mensch seine Arbeit, sein Business nicht aufgeben soll, um Kabbala zu studieren?

Meine Antwort: Umgekehrt! Die Kabbala fordert dazu auf, dies alles zu tun: arbeiten, Familie gründen…

Ich habe meine Arbeit nicht verlassen. Ich habe sie gewechselt, damit ich studieren kann und mich nicht mit Gedanken herumschlagen muss, wie ich die Steuern bezahlen soll, etwas organisieren und die Verantwortung für mein Business tragen soll. Ich wollte mich nur um mich selber kümmern. Ich wollte arbeiten, nur um die Familie zu unterhalten, und die ganze übrige Zeit dem Studium zu widmen.

Frage: Was raten Sie dem Kabbala Studenten? Wie soll er in dieser Welt leben: mit Arbeit, Familie und so weiter?

Meine Antwort: Der Mensch soll auf keinen Fall von dieser Welt fliehen. Er denkt, dass er eine riesengroße altruistische Handlung unternimmt, eine Opfergabe. In Wirklichkeit ist das überhaupt nicht der Fall. Der Mensch soll seine Arbeit behalten und alles weiter so machen wie bisher.

 

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 01.05.2018

[228200]

Spirituelle Erlangung der Frauen

Frage: Männer gehen durch die Reinkarnation der Seelen. Und was ist mit den Frauen? Hat eine Frau eine unsterbliche Seele oder wird sie einfach ausgelöscht und das wars?

Antwort: Es gibt keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Mehr noch, wenn eine Frau ihr Ego überwinden und sich mit anderen Frauen in gegenseitiger Unterstützung verbinden kann, dann können sie die Männer in ihrer spirituellen Erlangung  überholen.

Ich würde sagen, dass der Schöpfer Frauen mehr liebt als Männer.

Aus dem Unterricht in Russisch, 14.01.2018

[#226216]

Feingefühl für Spiritualität

Frage: Seit dem Jahr 1995 hat die Kabbala mit ihrer Enthüllung an die breiten Massen begonnen. Bedeutet dies, dass die Kinder, die nach 1995 geboren wurden, auf einem höheren spirituellen Niveau sind als wir und für die Spiritualität empfänglicher sind? Oder tragen sie einen noch größeren Egoismus in sich, was es für sie noch schwieriger macht sich zu korrigieren?

Meine Antwort: Es spielt keine Rolle welchen Egoismus sie in sich tragen, ob er größer, kleiner oder von welcher Art auch immer ist… Jede weitere Generation ist jedoch empfänglicher für abstrakte Begriffe als ihre vorangegangene.

In unsere Welt steigen immer niedrigere Seelen ab. Anderseits erreichen sie, indem sie sich korrigieren, sogar noch höhere Gipfel.

 

[#222309]

Liebe zur Liebe

Frage:  Liebe ist das stärkste Gefühl, wofür es sich zu leben lohnt. Wie fühlen Sie sich dabei?

Antwort:  Positiv. Für eine Weile füllt es den Menschen.

Frage: Also kann die Liebe nicht der ewige Sinn des Lebens sein?

Antwort: Natürlich nicht. Das Leben endet und die Liebe endet auch. Hormone verändern sich und es verändert sich das Objekt der Liebe. Jeder Mensch kann im Laufe des Lebens viele solcher Hobbys haben.

Frage:  Ist die Liebe das größte Vergnügen, stärker als  Macht und Geld usw.?

Antwort: Kommt darauf an, manche lieben mehr das Geld, manche die Musik und andere lieben mehr die hormonelle Liebe; es geht dabei um den inneren Wunsch des Menschen.

Anmerkung: Der Wunsch des Menschen geliebt zu werden ist stärker als selbst zu lieben.

Antwort: In unserer Welt wird die Befriedigung von hormonellen Wünschen Liebe genannt. Alles beginnt und endet mit dem Menschen. Es geht nicht um jemanden außerhalb.  Wenn ich bezüglich dieses „Externen“ einen hormonellen Wunsch habe, dann bin ich davon angezogen, und wenn nicht, dann nicht.

Daher hat die Liebe auf der materiellen Ebene nichts mit dem Spirituellen zu tun. In der Kabbala ist die größte Freude die Liebe zum Schöpfer.

Frage:  Wenn nach der Kabbala der Sinn des Lebens darin besteht, die Eigenschaft der Liebe für den Nächsten zu erlangen, bedeutet das, dass die Liebe der Sinn des Lebens ist?

Antwort: Nein. Der Sinn des Lebens ist das Verstehen der Liebe zur eigenen Wurzel. Und dies geschieht durch die Liebe zum Nächsten und weiter von der Liebe zum Nächsten zur Liebe zum Schöpfer.

Den Schöpfer zu lieben heißt zu genießen, dass er dich füllt.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 28.01.2018

[225974]

Wie löst man Konflikte in der Familie?

Frage: Sie sagen, Glück bedeutet die Lösung von Konflikten. Wie können Familien diese lösen, um Streit zu vermeiden?

Antwort: Dies ist ein sehr interessantes System: wenn Sie zusammen mit ihrem Ehepartner Fehler entdecken, nicht in Ihnen, sondern in Ihrer Beziehung, kommen Sie zusammen, um sie zu lösen.

Es ist immer „zwischen uns“ und „wir sind zusammen“: sowohl in negativen als auch in positiven Zuständen. Zuerst halten wir zusammen und dann fangen wir an zu entdecken, wie wir unsere Beziehung noch effektiver führen können. Wir arbeiten daran, indem wir herausfinden, was uns zu einer noch größeren Verbindung fehlt. Solche Handlungen müssen ständig durchgeführt werden, weil wir auf diese Weise permanent spirituell wachsen werden. Geistig! Es geht nicht um den Kontakt der Körper oder der Herzen.

Frage: Nehmen wir an, ich habe einen Konflikt in meiner Familie. Was soll ich tun?

Antwort: Umarmen Sie zuerst Ihren Ehepartner und erreichen so eine Art Kontakt, gegenseitiges Verständnis. Wenn Sie das erreichen, initiieren  Sie den Konflikt zusammen, um noch größeres, gegenseitiges Verständnis zu erlangen.

Das heißt, man muss zuerst den Kontakt aufbauen und dann langsam die Konfliktsituationen herbeiführen, so dass sie  einen noch größeren Kontakt erlangen.

Frage: Wann ist der Moment wahren Glücks?

Antwort: Wenn man daran arbeitet. Wenn man zusammen daran arbeitet, sowohl im Guten als auch im Schlechten, werden Sie ein Gefühl dauerhaften Glücks fühlen. Der Prozess selbst bringt Freude.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 17.12.17

[224227]

Die gute Absicht entscheidet alles

Es ist so wie bei dem reichen Mann, der seinen alten Vater nicht unterstützen wollte. Er wurde vor Gericht gebracht und ein Urteil wurde erlassen, dass er seinen Vater mit Respekt an seinem Tisch zu versorgen hat, in keinem geringeren Maß als er seine Hausangehörigen versorgt. Andernfalls wird er streng bestraft.
Selbstverständlich nahm er seinen Vater in sein Haus auf und musste ihn bestmöglichst versorgen. Aber sein Herz füllte sich mit Kummer. Sein Vater sagte zu ihm: „So oder so, du gibst mir alle Köstlichkeiten der Welt von deinem Tisch. Was für einen Unterschied macht es für dich und was wirst du verlieren, wenn du dabei auch eine gute Absicht hast, eine die  für jeden anständigen Menschen annehmbar ist, nämlich glücklich darüber zu sein, dass du die Gelegenheit hast, deinem Vater gegenüber Respekt zu zeigen, der seine ganze Kraft in dich investiert und dich zu einem angesehenen Menschen gemacht hat?
Warum plagst du dich damit so hartnäckig? Kannst du dich irgendwie davon befreien? „
So ist der Stand der Dinge. Letztendlich führen wir Handlungen des Gebens an die Gesellschaft durch, und nur die Gesellschaft profitiert von unserem Leben, denn jeder Mensch, von klein bis groß, stockt  das gesellschaftliche Lager auf und bereichert die öffentliche Kasse.
Wenn der Mensch Leid und Genuss, die er erhält, selbst abwägt, wird das Ergebnis ein großes Defizit sein. Folglich führst du Handlungen des Gebens an den Nächsten durch – aber mit Schmerz im Herzen, mit großen und bitteren Leiden. Welchen Unterschied macht es also für dich, wenn du dabei eine gute Absicht haben wirst? (Baal HaSulam, „Die Letzte Generation“)

In der Parabel geht es darum, dass wir die Einstellung von Verachtung, Hass, Distanz und Ablehnung  gegenüber allen Menschen auf der Welt in Liebe umwandeln müssen. Unter der Fürsorge für den Vater ist die Fürsorge für die ganze Welt gemeint, für den Menschen, der dir am nächsten steht.

Jeder weiß, dass die Tora verlangt, „deinen Nächsten wie dich selbst zu lieben“, aber bis heute reißt sich niemand  darum, diesem einen Gebot nachzukommen, weder in einer Religion, noch in irgendeiner Zivilisation. Alle sprechen flammende Worte über die Liebe, und dann stechen sie ein Messer in den Rücken des Nachbarn. Daher gibt es keinen Nächsten für den Menschen. Der einzige Nächste für jedermann ist er selbst.

Frage: In der Parabel sagt der Vater: „Du kannst dich darüber freuen, eine Möglichkeit zu haben, deinem Vater Respekt zu zeigen.“ – Wie kann man plötzlich zur Freude kommen?

Antwort: Es ist notwendig, die Tiefe dieser Geschichte zu verstehen. Man macht eine Berechnung: „Wenn ich, um den Garten Eden zu betreten, gegenüber meinem Vater Respekt zeigen muss, dann lohnt sich die Sache, denn wie lange hat mein Vater noch zu leben … Ich werde formell ihm gegenüber Respekt zeigen – über das Herz hat man aber keine Macht.

Möglicherweise kann man diese Macht doch gewinnen, denn wenn ich beginne, mir jeden Tag vorzustellen, welche „Paradiespaläste“ mich im Jenseits erwarten, dann werden sich sicherlich bei mir bestimmte Gefühle zum Schöpfer einstellen, weil ich diese Paläste durch Ihn verdiene.

Aber in jedem Fall ist dies keine einfache Übereinkunft, selbst im egoistischen Sinn – denn all dies wartet auf mich in der zukünftigen Welt, mich einsetzen, mich opfern, muss ich aber in dieser Welt. Dazu sind wirklich nur wenige fähig. Wo sind sie, diese Menschen, die anderen Gutes tun würden, um das Paradies zu erreichen? Ich möchte sie sehen, mich unter ihnen befinden, mögen sie durch mich das Paradies verdienen.“

Der Mensch wurde so erschaffen, dass keine Tricks, keine Überredungskünste auf seinen Egoismus einwirken können. Es ist für ihn sehr schwierig seine Einstellung zu ändern, sogar gegenüber den eigenen Eltern, Verwandten und Nächsten, geschweige denn gegenüber der Gesellschaft  – gegenüber den unterschiedlichen Fremden, ihm entgegengesetzten Menschen, einschließlich seiner Feinde. Eine Veränderung der Absicht wird ausschließlich mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala erreicht.

Baal HaSulam schreibt: „Welchen Unterschied macht es also für dich, wenn du eine gute Absicht haben wirst?“ Wenn ein Mensch dahin kommt zu verstehen, was es bedeutet, seine Absicht zu ändern, sieht er, wie schwer das ist, weil Handlungen keine Bedeutung haben, die Absicht entscheidet alles.

Die richtige Absicht ist nämlich der Übergang von unserer Welt in die spirituelle Welt, dies ist die Offenbarung der Höheren Welt.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“, 10/09/2017

[#224231]

Niemand ist näher dran als ein Kabbalist

Deswegen wird der Mensch, der den Kontakt mit dem Schöpfer erreicht, natürlicher, er wird einfach und bescheiden. Man kann sagen, bevor er würdig wurde, war dieser Mensch genau wie die Massen, er befand sich außerhalb der einfachen Natur.
Jetzt aber ist er ihr gleich und natürlich, er versteht alle Menschen, indem er mit ihnen eine enge Beziehung pflegt. Es gibt keinen, der natürlicher und Ihm näher wäre als er und man muss ihn lediglich lieben, weil es keinen Bruder gibt, der Ihm näher steht als er.
(Baal HaSulam „Die Letzte Generation“)

Der Mensch, der die Menschen, die Gruppe, die Menschheit anführt, ist für sie der wichtigste und größte auf der Welt. Weil er für sie die Verbindung mit dem Schöpfer sichert, er erklärt ihnen das höhere Wissen. Er offenbart nichts neues, sondern erlaubt den Menschen ihre Möglichkeiten zu erweitern, durch ihn wird das höhere Wissen geleitet.

Frage: Was bedeutet es, dass der Mensch, der für den Kontakt mit dem Schöpfer würdig ist, gleich und natürlich wird?

Meine Antwort: Damit er mit der Menschheit und mit dem Schöpfer in Kontakt treten kann, muss er nach den Gesetzen der Kommunikation einerseits den Massen gleich sein, andererseits muss er mit der höheren Sphäre verbunden sein.

Es heißt, dass der Kontakt erst dann zustande kommt, wenn die Massen „ihn lediglich lieben, weil sie außer ihm keinen Bruder haben, der Ihm näher steht.“ Das bedeutet, dass die Massen eine Haltung wie die des Kindes dem Vater gegenüber haben sollten: manchmal ist es Liebe, manchmal Hingabe, manchmal Gehorsam und manchmal auch anspruchsvoll zu sein. Die Gesamtheit aller Zustände.

Replik: Der Maggid aus Witebsk hat einmal gesagt, dass er vor allem denjenigen dankt, die ihn antreiben.

Meine Antwort: Es ist so, dass der Mensch dank seinen Hassern aufsteigt. Und umgekehrt, diejenigen, die ihn verehren, schwächen ihn.

Ich finde, dass es für einen Kabbalisten unmöglich ist, sich für die Massen zu offenbaren und sich in ihren Augen zu erheben. Nur dann, wenn es notwendig ist, sie aus großen Problemen rauszuholen. Damit sie auf ihn hören, ihm folgen, buchstäblich hinter ihm her rennen, und sich so von den Leiden entfernen. Dann kann er sich erlauben in einer begrenzten Art zu zeigen, welches die Träger der besonderen Kräfte ist. Ansonsten ist es nicht möglich.

Diejenigen, die sich neben dem Kabbalisten befinden, spüren ihn ein wenig, sehen etwas, beginnen zu ahnen, zu spüren, das sind aber Mikrodosen.

Frage: Baal HaSulam schreibt, dass der Kabbalist alle Menschen versteht und mit ihnen eine enge Beziehung pflegt. Wird hier die innere Annäherung oder die Beziehung im materiellen Sinne gemeint?

Meine Antwort: Der Kabbalist benimmt sich bei der Kontaktaufnahme mit den Schülern, mit den Verwandten, mit jedem betont einfach. Er hat ausschließlich wegen ihrer gemeinsamen Interessen Kontakt mit ihnen.

 

Aus dem Fernsehprogramm „Die Letzte Generation“, 10/09/2017

[#224780]