Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Familie'

Könnte das Buch Sohar von zehn Frauen geschrieben worden sein?

Frage: Könnte das Buch Sohar theoretisch von zehn Frauen geschrieben worden sein?

Antwort: Hypothetisch, ja. Wir sind jedoch so organisiert, dass das Streben nach spiritueller Verbindung zwischen den Menschen bei den Männern liegt, während die Kraft der Frauen in der Unterstützung und der Vereinigung der Männer besteht.

Deshalb ist unsere Welt anfänglich in die entgegengesetzten Qualitäten unterteilt: männlich und weiblich, Geben und Empfangen.

In der Kabbala wird dies sehr ernst genommen, denn es ist ein Eckpfeiler unserer Beziehungen untereinander.

Wie verbinden sich Männer überhaupt miteinander? Einer ist in gewisser Weise für einen anderen ein Mann und der andere ist für den Ersten irgendwie eine Frau. Wir sprechen offensichtlich nicht über Physiologie oder Psychologie, noch über etwas, das mit unseren weltlichen Vorstellungen zu tun hat, sondern nur über spirituelle Eigenschaften. Jede spirituelle Unterscheidung, die wir in uns offenbaren, besteht aus einem männlichen und einem weiblichen Teil. In unserer Welt haben die Männer natürlich einen Vorteil, solange bis wir in die Stufe der höheren Welt eintreten. In der kabbalistischen Gesellschaft werden sie als wichtig und vorrangig betrachtet.

Die Frauen bilden Gruppen um die Männer, um die spirituellen Eigenschaften durch sie zu empfangen. Die Männer schaffen darin den Durchbruch, wie in allem anderen in dieser Welt; sie sind immer Entdecker, Erbauer, und Zerstörer, die Frauen folgen ihnen.

Wenn die Durchbrüche der Männer von den „Bataillonen“ der Frauen gefolgt werden, ist das Ergebnis die Schaffung der spirituellen Eigenschaften und die Entwicklung neuer Seelen. Es gibt eine Aktivierung der weiblichen Vorzüge, die nicht nur ergänzen, sondern sehr wesentlich sind. Sie treten in den Vordergrund und beginnen damit, auf der spirituellen Ebene zu arbeiten.

Frage: Kommt also die grundlegende Forderung von den Frauen?

Antwort: Ja, in der Tora heißt es oft, dass du deiner, einer Frau zuhören musst. Die Tora ist sehr interessant geschrieben; trotz der Tatsache, dass es sich scheinbar um Männer handelt, gibt es immer irgendwo eine Frau, die sie persönlich leitet, wie eine Frau in einer Familie.

Ein Mann gilt als das Oberhaupt der Familie, aber in Wahrheit, gleichgültig in welchem Teil der Welt ich je war und wen ich gefragt habe: die Indianer in Südamerika oder sonst wen, ganz zu schweigen von den europäischen Ländern, oder die Afrikaner, immer ist die Frau die Grundlage des Lebens, die Grundlage der Welt. Das Gleiche gilt in der Kabbala.

Der Durchbruch geschieht jedoch durch die männliche Kraft, die von der weiblichen Kraft gefolgt, unterstützt, gedrängt, beeinflusst und sogar gelenkt wird.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 4/6/17

[213892]

Sammelklage gegen Google

In den Nachrichten (NPR): Systematisch bekommen Frauen eine geringere Bezahlung als Männer. Ihre Beförderungen gehen viel langsamer vonstatten und man verweigert ihnen Chancen.

„Dies sind die Behauptungen in einem Prozess gegen Google, am Donnerstag in San Francisco im Namen von drei weiblichen ehemaligen Beschäftigten festgehalten.

„Sie streben den Status einer Sammelklage an, um im Namen aller beschäftigten Frauen bei Google während der letzten vier Jahre in Kalifornien zu klagen. ´Der Prozess zeigt sich als der Erste, bei dem mit einer Sammelklage wegen geschlechtlicher Vorurteile Ansprüche gegen Google geltend gemacht werden, laut Reuters“.

Mein Kommentar: Wir sind alle unterschiedlich. Wenn wir über Gleichheit sprechen, dann löschen wir die Individualität eines Menschen aus.

Ich weiß nicht, was das Problem da drüben ist. Ich möchte nicht hineingezogen werden; es ist ihre Angelegenheit. Aber wenn Männer und Frauen in irgendeiner Hinsicht gleichgestellt sind, dann denke ich, wäre das für beide Geschlechter eine Beleidigung.

Versuche einer Frau auf dieselbe Art und Weise ein Kompliment zu machen, wie du einem Mann ein Kompliment machen würdest: „Hey, du siehst heute normal aus…“ Kannst du dir vorstellen, das zu einer Frau zu sagen? Eine Frau fühlt sich gut, wenn du ihre einzigartigen Vorzüge betonst, und nicht solche, die auch Männern eigen sind, und in dem Punkt ist sie genauso wie ein Mann. Du musst ihre weiblichen Eigenschaften bewundern.

Frage: Mit anderen Worten, sie ist Mutter, Heim, Zärtlichkeit?

Antwort: Ja. Generell ist sie alles. Sie verlangt Aufmerksamkeit und Respekt, weil das die Natur einer Frau ist. Alles kommt aus dem männlichen und weiblichen Egoismus. Eine Frau hat, als ein Wunsch zu empfangen, als Malchut, dieses Bedürfnis. Es ist notwendig, dies zu respektieren und zu verstehen; das bringt die Natur mit sich. Wir werden erwachsen, Männer und Frauen, und wir müssen die Natur genau verstehen und uns entsprechend zueinander verhalten.

Frage: Anders gesagt, wir können dann die Schlussfolgerung ziehen: es gibt keine Gleichheit und es kann sie nicht geben?

Antwort: Von Anfang an kann es keine Gleichheit in der Natur geben. Wenn wir möchten, dass es sie gibt, dann müssen wir die Menschen zu einer Stufe erheben, wo sie nach diesen Kriterien gleich sein können.

Darum geht es in der Kabbala; sie stellt jeden gleich. Wenn ich mich in Liebe mit der ganzen Menschheit verbinde, dann bin ich genauso wie jeder andere.

 

Aus KabTV´s „Neues mit Michael Laitman“ 8/10/17

[212263]

Bis zum letzten Atemzug der Gesellschaft Nutzen bringen

Frage: Wenn ein Mensch durch seine Errungenschaften weltweit bekannt wurde, befreit es ihn von der Todesangst?

Antwort: Ich denke nicht, dass es einen Menschen gibt, der keine Angst vorm Sterben hat, wenn er versteht, dass der Tod ein Ende bedeutet. Nur die Tiere haben keine Angst vor dem Tod. Sie haben nur die instinktive Angst der Selbstverteidigung vor dem, was ihnen Schaden zufügen könnte und sie leben nach diesem Instinkt.

Die Menschen dagegen haben Angst vor dem Tod, da sie ein Vorstellungsvermögen und Empfindungen haben, sie können auch vom Geschehen lernen.

Deswegen wissen sie, dass das Leben ein Ende hat. Der Mensch, der früher mein Freund war, ist jetzt tot und von ihm bleibt nichts außer dem unbelebten Körper, welchen der Geist des Lebens verlassen hat. Es bleibt mir nichts anderes übrig als ihn zu begraben und ich verstehe, dass dasselbe auch mir widerfährt.

Das Empfinden des Verlierens des Lebens ist eine einmalige Erfahrung. Einerseits sind wir verpflichtet unter Umständen in einen Kampf zu ziehen, in dem wir sterben könnten. In diesem Fall aber haben wir die Möglichkeit unsere Angst vor dem Tod zu überwinden.

Wir fliegen ins All und setzen unser Leben dem Risiko in verschiedenen gefährlichen Situationen aus. Wir machen das nicht weil wir dazu gezwungen werden, sondern aus einem inneren Drang heraus. Es gibt einen gewissen Reiz die Grenze von Leben und Tod zu fühlen. Das ist eine bekannte psychologische Erscheinung.

Der Mensch ist so aufgebaut, dass die Meinung der Gesellschaft ihn zu Heldenmut verpflichtet und in die verschiedensten Situationen lenkt. Im Alter ängstigt der Tod uns sehr und ruft ein Gefühl der Verzweiflung, Hilflosigkeit und versteckter Angst hervor. Der Mensch versucht diese Angst zu unterdrücken. Dabei hilft ihm der Aufenthalt unter Menschen, im Fluss des Lebens.

Das Schlimmste, was wir für ältere Menschen tun können ist, sie in ein Altersheim zu stecken, in eine geschlossene Gesellschaft von genauso alten Menschen wie sie selbst sind. Wir denken, dass es gut und gemütlicher für sie sein würde. Aber das ist schlecht für jeden Menschen. Der ältere Mensch muss sich in der normalen Gesellschaft befinden, unter jungen und reifen Menschen, die voller Lebenskraft sind.

Indem wir alle alten Menschen an einem Ort versammeln, schaden wir ihnen, egal welch gute medizinische Fürsorge sie auch dabei haben.

Frage: Wie sieht Ihrer Meinung nach das Leben des alten Menschen im Idealfall aus?

Meine Antwort: Ich denke, dass es notwendig für einen Menschen wäre bis zum letzten Tag seines Lebens, je nach seinen Kräften zu arbeiten, um auch so noch Nutzen für die Gesellschaft zu bringen. Es kann sein, dass er nicht laufen kann, sondern nur sitzen, er kann aber dabei irgendeine machbare Arbeit tun. Alle werden ihn dafür loben und er wird wissen, dass er geehrt wird und er wird so weitermachen bis zu seinem letzten Tag.

Frage: Wie kann ein Mensch die psychologische Angst vor dem bevorstehenden Tod überwinden?

Meine Antwort: Ich denke, dass ein Mensch mit seiner Arbeit so integriert und beschäftigt sein sollte, dass er bis zur letzten Sekunde seines Lebens fühlt, dass er Nutzen für die Gesellschaft bringt. Ich rede nicht von solchen Greisen, die nichts mehr sehen oder hören können. Solange der Mensch die Kraft hat, obwohl auch eingeschränkt, kann er großen Nutzen in der Verbreitung der integralen Erziehung bringen. Wenn er sich in die Gemeinschaft der jungen Menschen integriert, wird er ihnen einen großen Nutzen bringen und sie wiederum ihm.

Mit der Lehre der „Weisheit der Verbindung“ verbinden wir Menschen unterschiedlichen Alters in den Gruppen. Wir versuchen für jedes Alter mit der Methode der Verbindung eine Möglichkeit anzubieten sich auch gegenüber anderen Altersgruppen auszudrücken. Dabei bringen wir Nutzen, sowohl für die alten, wie auch für die jungen Menschen. Die alten Menschen können Jüngere lehren und unterstützen, um sich auf diese Weise zu festigen und sich somit an den Tropf des Lebensgeistes anzuheften.

 

Aus dem 354. Gespräch über „Neues Leben“

[#137249]   

Die Erziehung in der Gesellschaft der Zukunft

Baal HaSulam, Die Schriften der Letzten Generation: Sie enthalten viele wissenschaftlichen Lehrbücher und auch  Bücher über Ethik, welche die Großartigkeit und Erhabenheit des Gebens an den Nächsten beweisen, bis zu dem Punkt, wo die ganze Nation, von Klein bis Groß, diese Bücher mit ganzem Herzen studiert.

Die Rede ist nicht von der gewöhnlichen Ethik, die zur Psychologie oder Philosophie gehört. Es sind keine „schönen Worte“ oder unterschiedliche Verhaltensprinzipien, welche die Menschheit bis zu gewissen Höhen gebracht hat und verlangt, dass wir auf ihrer Stufe sind, sondern es geht um das, was wir unter dem Einfluss der verborgenen Kraft der Natur erreichen sollen.

Vor allem muss unser Verhalten von den richtigen organisatorischen Anstrengungen ausgehen. Mit diesen Anstrengungen erwecken wir das umgebende Licht: eine besonders gute Kraft der Natur, die uns formt, verbindet und zum Zustand der wechselseitigen Einbindung ineinander bringt. Es wird alles Persönliche von uns verloren gehen. Dann werden wir die anderen mehr als uns selbst fühlen, höher und wichtiger als uns selbst.

Wie eine Mutter sich zu ihrem Baby verhält, das für sie wichtiger als sie selber ist, so muss auch der Mensch dazu kommen, dass diese Kraft, welche das Verhältnis zwischen Mutter und Kind formt, auch uns formt. Darum müssen wir um diese Kraft bitten, nach ihr verlangen und sie fordern.

Deswegen müssen wir eine gewisse Anstrengung unternehmen, damit die höhere Kraft uns dann gegenüber vollkommen Fremden verändert; und danach auch die ganze Welt. Angefangen in einem kleinen Kreis, welcher uns im Verständnis der Spiritualität am nächsten steht, bis hin zu den allerentferntesten äußeren Kreisen, welche sich noch in keinem Kontakt zu uns befinden.  

Baal HaSulam hat betont, dass die Lehrbücher für das gesamte Volk „von Klein bis Groß“ bestimmt sind, d.h. auf allen Ebenen. Hier ist nicht die Rede vom Alter des Menschen, weil man den Säugling oder ein Kleinkind und sogar einen Jugendlichen nicht verpflichten kann, die Erhabenheit der höheren Kraft und die Mittel  ihrer Erlangung zu begreifen.

Darum müssen wir miteinander arbeiten und die heranwachsende Generation in den Kindergärten und Schulen vorbereiten, damit sie im Jugendalter beginnen, den Wert ihres Verhaltens in der Gesellschaft zu verinnerlichen.

 

Aus KabTV´s „Die Letzte Generation“ 6/26/17

[#211461]

Brauchen wir in der modernen Welt eine Familie?

04Frage aus Facebook: Früher wurde aus wirtschaftlichen Gründen eine Familie gegründet. Heute braucht ein Mensch keine Familie, um zu leben und das Leben zu genießen. Noch mehr, es behindert ihn und schafft nur Probleme. Warum also eine Familie gründen?

Antwort: Tatsächlich brauchte ein Mann in der Vergangenheit eine Frau, die ihm diente, Kinder die ihm im Alter halfen, ein Haus um darin zu leben, Freunde, Verwandte – generell der engste Kreis.

Ein Mensch musste bei Schwierigkeiten, bei Krankheiten unterstützt werden und schließlich bei einem Begräbnis begleitet werden. Heute braucht er das nicht mehr; es gibt alle Arten von sozialen Diensten, die damit umgehen.

Braucht er eine Frau? Nein er braucht Keine. Er kann jeden Tag eine neue Frau haben. Kinder? Warum braucht er Kinder? Sie wachsen auf und ab einem Alter von zehn Jahren sieht er sie kaum noch, nur wenn sie um Geld bitten. Sie nehmen keine Rücksicht auf ihre Eltern und sie werden ihnen keine Hilfe im Alter sein.

Heute ist ein Mensch von seinen natürlichen Wurzeln getrennt: Familie, Frau, Kinder, Eltern und Zuhause. Früher arbeiteten die Menschen ihr Leben lang an einem Ort. Wo ist das heute alles?

Frage: Stellt es sich heraus, dass die Hauptzelle der Gesellschaft, die Familie, nicht mehr existiert?

Antwort: Leider stellt es sich heraus, dass niemand mehr etwas will. Frauen wollen nicht mehr heiraten, wollen keine Kinder, obwohl sie von Natur aus einen Wunsch nach Kindern, einem Ehemann, einer Familie und einem Zuhause haben.

Frage: Brauchen wir also auf lange Sicht gesehen eine Familie oder nicht?

Antwort: Ob wir sie brauchen oder nicht, hängt von dem Ziel ab. Wenn das Ziel die Verhältnisse rechtfertigt, dann sind die Mittel notwendig, wenn nicht, dann gibt es dafür keine Notwendigkeit.

Frage: Glauben Sie, dass die Menschheit jetzt solche Ziele hat, dass sie keine Familie braucht?

Antwort: Sicher. Aber wenn ich weiß, dass ich eine Familie brauche, um das Ziel zu erreichen, dann werde ich eine gründen und es schätzen. Die Menschheit muss ein Ziel erlangen, um zu verstehen wie man lebt und ob es notwendig ist zu leben. Heute fragen sich viele Menschen in der Welt, ob es sich zu leben lohnt.

Die Trennung der Kinder von ihren Eltern findet unbewusst statt, da sie durch die Frage „warum haben mich meine Eltern zur Welt gebracht“, beunruhigt sind. So als würde ich vom Leben abgehängt und müsste leiden? Ich bin nutzlos; Niemand braucht mich – weder mich noch andere. Soll ich warten bis ich sterbe? Dafür haben sie mich geboren? Sie haben es genossen und sie haben es zu ihrer eigenen Freude gemacht, aber ich habe keinen Genuss am Leben. Gib mir ein paar Drogen und ich werde irgendwie existieren.

Frage: Was sollte das Ziel im Leben sein, wofür ich eine Familie brauche?

Antwort: Das Ziel für das ich eine Familie brauche, ist es, die nächste Stufe der Existenz zu erreichen: Vollkommenheit, Ewigkeit, Unendlichkeit und das absolute Geben zu erreichen. Wir können uns das nicht vorstellen und wollen es uns nicht einmal vorstellen. Wir sind von allem müde! Deshalb ist es so schwierig, dies den Menschen zu erklären.

Wir müssen uns zu liebe aus diesem Leben ausbrechen – das ist unsere Einschränkung. Sobald wir merken, dass es eine andere Methode der Existenz gibt, wird es für uns viel einfacher.

In diesem Fall wird die Familie gebraucht, da es eines der Systeme ist, welches dem höheren System der Natur ähnelt. Um das Ziel zu erreichen, müssen besonders die Männer heiraten, eine Familie und Kinder haben. Es ist das Ziel, die nächste Stufe zu erreichen, die egoistische Existenz durch eine altruistische zu ersetzen. Das enthüllt uns ganz andere Tiefen der Natur, eine Existenz in anderen Dimensionen, in dem nicht unser Universum das zuhause für uns ist, sondern ein gänzlich anderes Universum.

Frage: Wie werden dann die Beziehungen in der Familie eingestellt sein?

Antwort: Sie werden nur in der Übereinstimmung wie ein Mensch das Ziel seiner höheren Existenz sieht, angepasst sein. Von dem gesteuert, wird die Familie gehalten und die Kinder erhoben. Sonst gibt es nichts.

Frage: Gibt es den Begriff der Liebe in einer Familie, welche die richtige Absicht hat?

Antwort: Liebe ist die richtige Beziehung, die dir erlaubt, dieses Ziel zu erreichen. Und nichts weiter.

 

Von Kab TV „Neues mit Michael Laitman“ 15/5/17

[208160]

Einsamkeit in einer Milliardenmenge  Teil 1

Frage: Einsamkeit ist der Fluch der modernen Gesellschaft. Im Menschen, der von unzähligen Menschenmengen umgeben ist, lebt ein inneres Gefühl der völligen Einsamkeit. Vor allem ist dieses Phänomen unter jungen Menschen verbreitet, und es nimmt an Schwung und Kraft zu.
Jugendliche, die einen halben Tag in der Schule verbringen, umgeben von vielen Menschen, und den zweiten Teil des Tages am Computer sitzen, in den virtuellen sozialen Netzwerken, bei alledem leiden sie unter Einsamkeit.

Eine andere Gruppe, die besonders stark von Einsamkeitsproblemen betroffen ist, sind die älteren Menschen ab 65 Jahren. Aber im Prinzip trifft die Einsamkeit alle Altersgruppen.

Selbst ein kleines Kind, das sich beklagt, dass ihm langweilig ist, bedauert in der Tat, dass es allein ist und niemanden zum spielen hat.
Es ist offensichtlich, dass die Einsamkeit ein rein inneres Gefühl ist, das nichts damit zu tun hat, ob viele Menschen um einen herum sind. Was ist der Grund dafür, dass die Menschen sich einsam fühlen?

Meine Antwort: Das Problem der Einsamkeit begann in der Mitte des letzten Jahrhunderts aufzutreten, und sie wuchs mehr und mehr, weil die Menschheit den Zenit der Entwicklung erreichte.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts hat der Mensch die „lineare“ Entwicklung seiner egoistischen Natur, die über Tausende von Jahren andauerte, vollendet. Das lineare Wachstum des Egoismus ist beendet, und die Welt ist integral, global, zu einem kleinen Dorf geworden, wo alle voneinander abhängig sind.
Die Entwicklung trug dazu bei, dass man heute einfach von einem Ende der Welt zum anderen fliegen kann. Früher waren die Menschen nur wegen Business und Handel unterwegs. In der modernen Welt fahren, fliegen, bewegen sich alle irgendwohin. Es scheint unrealistisch, sich dabei einsam zu fühlen? Der Tourismus ist das am weitesten entwickelte und leistungsfähigste Unternehmen in der Welt und zugleich bleibt der Mensch einsam.

Vielleicht ziehen wir deswegen die ganze Zeit umher, weil wir hoffen, dadurch diese innere Sehnsucht, dieses innere Verlangen zu betäuben? Aber das passiert nicht. Umgekehrt, der Tourist kommt in ein fremdes Land, um sich noch mehr von allen anderen zu trennen.
Scheinbar begibt man sich auf eine Reise, um die Welt zu sehen, andere Länder kennen zu lernen. Aber wohin man auch geht, bleibt man immer allein, fühlt man sich noch einsamer als zu Hause. Dies ist ein Paradox, ein Widerspruch, dass die Welt in der äußeren Form immer mehr verbunden ist, und innerlich immer individualistischer und voneinander getrennt ist.
Und genauso sind die Menschen voneinander abhängig, beim Business und in der Arbeit, beim gegenseitigen kulturellen Einfluss, aber niemand profitiert davon persönlich, oder hat dazu einen Mangel oder einen Wunsch.
Der Egoismus wächst in einer Person auf individuelle Weise, aber die Welt um ihn herum bildet ein globales System. Es entsteht eine Trennung  zwischen einer ganzheitlichen, wechselseitig verbundenen Welt, und den Menschen, die nichts miteinander zu tun haben wollen. Im Gegenteil, der Egoismus wächst in ihnen und verwandelt sie in immer größere Individualisten.

So sehen wir, dass der moderne Mensch diese Welt nicht annehmen will, und die Welt akzeptiert den Menschen nicht. Wir passen einfach nicht in den Rahmen, den die Natur für uns vorbereitet hat. Die Natur will, dass wir zusammen sind, verbunden durch gute Beziehungen. Aber wir wollen das nicht.
Die Welt kann uns einfach mit allem, was wir  brauchen, versorgen: Lebensmittel, Kleidung, Medizin, Unterkunft – alles was man will. Aber wir wollen uns nicht verbinden, was die Welt von uns einfordert, jeder will für sich bleiben. Früher konnte die ganze Familie in einem Raum leben und mehrere  Familien in einem Haus. Junge Paare lebten bei den Eltern. Aber heute muss jeder ein eigenes Zimmer haben, jeder Erwachsene und jedes Kind.

Und moderne Technologien fördern diesen Trend (selbstverständlich arbeiten sie für den Verbraucher). Daher hat jeder eine persönliche Handy-Nummer und eine persönliche E-Mail-Adresse.
Der Egoismus, der sich im Innern des Menschen entwickelt und ihn zunehmend von den anderen isoliert, zwingt ihn darüber nachzudenken, was er damit tun soll? Denn unser Wunsch zu genießen will Erfüllung, die man nur für sich selbst nicht erreichen kann.

Aus dem 846. Gespräch über ein Neues  Leben vom 04.04.2017

[#207218]

Generationskonflikt Teil 2

Frage:  Jede Generation zeichnet sich durch unterschiedliche Werte aus: einige durch den Geldwert, andere über Wissen. Jede nachfolgende Generation wird diese Werte immer weniger schätzen, sondern wird zunehmend nach inneren Werten suchen.

Der Konflikt zwischen den Generationen ist so groß, dass es unklar ist, wie heute Eltern eine Generation in einer für uns völlig nicht familiären Welt aufziehen kann. Immerhin sind wir in der alten Welt aufgewachsen, die vielleicht schon in die Geschichte eingegangen ist.

Antwort: Das ist richtig bemerkt. Stellen Sie sich vor, ein Dinosaurierpärchen hätte einen Affen geboren, welcher eine neue Ära kennzeichnet, die viele tausende von Jahren voraus ist. Diese Dinosaurier schauen auf den Affen und wissen nicht, was sie damit anfangen sollen. Es ist noch nicht einmal klar, was der Affe isst, wie man mit ihm spielt, worüber man mit ihm spricht.

Heute fühlen wir uns oft so, wie in der Rolle der Eltern-Dinosaurier, deren Affenbaby tausendmal schlauer geboren wurde als wir. Ebenso sieht ein Kind seine Eltern an und versteht nicht, was sie von ihm wollen. Seine Eltern verstehen ihn nicht und haben keine Verbindung zu seiner Welt. Sie sind mit ihm nur finanziell verbunden, also wartet er darauf, gefüttert zu werden, Geld zu bekommen und alleine gelassen zu werden.

Immerhin will er sich, wie jede Generation,  im Leben verwirklichen, um seine Wünsche zu erfüllen. Diese Wünsche sind nicht die seiner Eltern. Die Eltern wollen sich gut anziehen und der junge Mann denkt nicht über Kleider nach.

Die Eltern genießen klassische Musik und das Kind bekommt davon Juckreiz und versteht nicht wie man so etwas anhören kann. Die gesamte Kultur der Eltern ist der Kultur der Kinder so entgegengesetzt, dass es kein Verständnis zwischen ihnen gibt.

Manche können den Anderen nicht verstehen. Sie begegnen sich nur auf der Ebene von Nahrung und Geld – soweit körperliche Verlangen betroffen sind. Es gibt auch in den körperlichen Verlangen Unterschiede zwischen uns; was wir essen ist nicht dasselbe, die Auffassung von Arbeit, Geld und Karriere, in der für uns vertrauten Weise, ist für die jüngere Generation nicht mehr vorhanden.

Das Kind folgt seiner eigenen Natur und möchte sich nicht an die Natur seiner Eltern anpassen. Es denkt, da ihn seine Eltern geboren haben sind sie jetzt verpflichtet, für ihn zu sorgen, möglicherweise bis zum Ende des Lebens.

Die Eltern haben sich beeilt einen Beruf zu bekommen, zu arbeiten um eine Familie zu gründen. Ihre Kinder haben diese Gedanken und Beweggründe nicht; sie sind bereit, ihr gesamtes Leben im Haus ihrer Eltern, in ihrem Zimmer, mit ihrem Computer zu verbringen.

Frage: Was raten sie den Eltern, in dieser Situation zu tun?

Antwort: Nichts kann getan werden, wenn Eltern und Kinder nicht die gleiche Tiefe erreichen. Um das zu tun, müssen sie eine ähnliche Stufe einer inneren Entwicklung bekommen, damit sie eine Art von „gemeinsamen Nenner“ bekommen. Im Moment haben wir keinen gemeinsamen Nenner; es kommt auf die Zukunft an, wie die jüngere Generation ihre Seele entwickelt.

In jedem Menschen gibt es einen Teil, der ewig, nicht der Zeit unterworfen ist und sich nicht mit den Jahren verändert. Wenn ich jetzt mit siebzig Jahren anfange, mit meinem Enkel, der jetzt zehn Jahre alt ist, mit unseren Seelen zusammenzuarbeiten, werden wir einen gemeinsamen Platz haben, ewig und perfekt.

Für das Kind wird es sehr wichtig sein. In der Tat ist dieses Thema viel näher an der modernen Generation dran, als an den Vorangegangenen. Durch sie können wir Kontakt, Verbindung, gegenseitiges Verständnis und Unterstützung –  ein wirklich globales Leben erreichen.

Ich sehe, dass zwei meiner Kinder, wie ich selbst, in der Kabbala engagiert sind. Es gibt deshalb kein Missverständnis zwischen uns, da sie fühlen, dass die Kabbala über den Sinn des Lebens spricht, über ihre Absicht und Arbeit, die niemals veraltet.

 

Aus Kab TV „Ein neues Leben“ 18/4/17

[205724]

„Zieh ihm den Schuh vom Fuß“

Tora, Deuteronomium 25: 7-10
Wenn der Mann aber seine Schwägerin nicht heiraten will und seine Schwägerin zu den Ältesten ans Tor hinaufgeht und sagt: „Mein Schwager will dem Namen seines Bruders in Israel keinen Bestand sichern und hat es deshalb abgelehnt, mit mir die Schwagerehe einzugehen“, wenn die Ältesten seiner Stadt ihn dann vorladen und zur Rede stellen, er aber bei seiner Haltung bleibt und erklärt: „Ich will sie nicht heiraten“, dann soll seine Schwägerin vor den Augen der Ältesten zu ihm hintreten, ihm den Schuh vom Fuß ziehen, ihm ins Gesicht spucken und ausrufen: „So behandelt man einen, der seinem Bruder das Haus nicht baut. Diese Familie soll in Israel genannt werden „Die Familie desjenigen, dessen Schuh entfernt wurde“.

„Mein Schwager hat sich geweigert, den Namen seines Bruders in Israel zu bewahren, fortbestehen zu lassen“ keinen Bestand sichern“, das bedeutet, dass er nicht die Fähigkeit besitzt, den Namen seines Bruders wieder in das System der gemeinsamen Seele aufzunehmen. Er kann das nicht tun, weil er fühlt, dass sein Schirm nicht angemessen ist, um die Frau seines Bruders zu korrigieren.

Und deshalb verweigert er sich; er muss eine anders geartete Korrektur ausführen. Das hat mit der Tatsache zu tun, dass diese Frau zu den Älteren geht, das heißt, dass sie zur nächsten Stufe aufsteigt, sie verbindet sich mit den Älteren, und sie bürgen für sie. Sie zieht ihm die Schuhe aus, naal (vom Wort „nael“, was geschlossen oder verschlossen bedeutet), was die Vervollständigung dieser Stufe symbolisiert.

Frage: Warum hat man von den Juden verlangt, Schuhwerk zu tragen?

Antwort: Alle Teile des menschlichen Körpers müssen immer bedeckt sein; dafür spricht die Tatsache, dass ein Mensch innerhalb eines Systems von zehn Sefirot existiert. So werden wir als Ebenbild und Abbild des höheren Systems erschaffen, und deshalb ist das die Art und Weise, wie wir uns selbst in unserer Welt erhalten müssen.

Es gibt hier nichts Überflüssiges, kein „Pro“ und „Kontra“. Ein Mensch muss ständig angezogen sein, sogar beim Schlafen. Es gibt hier nichts, was man irgendwie anders deuten kann. Deshalb gingen die Juden gesetzmäßig in Schuhen herum, was praktisch in anderen Nationen nicht existiert hat bis zu den modernen Zeiten. Erst in den letzten 200-300 Jahren wurde das Tragen von Schuhen weit verbreitet, aber zu jener Zeit ging jeder barfuß und empfand dabei kein Unbehagen.

Übrigens, die Füße des Menschen sind so eigentümlich, dass sie bei ständigem barfuß gehen eine so raue Haut bekommen, dass der Mensch noch nicht einmal fühlt, wenn er auf spitzen Steinen steht. Er kann in ein Feld rennen und über scharfe Gegenstände stolpern ohne es zu fühlen, so als würde er Schuhe tragen.

Aber im antiken Israel und im Verlauf der Jahrtausende gingen die Juden in Schuhen, was die Loslösung eines Menschen von der Erde (vom Willen zu empfangen) symbolisiert.

Aus Kab TV’s “Geheimnisse des Ewigen Buches” 11/2/16

[207349]

Erziehung am Beispiel

Frage: Gibt es eine Rolle als persönliches Vorbild in der Bildung?

Antwort: Ja, alles wird durch das persönliche Vorbild unterstützt. Zeig einem Kind, was ein Vorbild ist. Sag, was du gerade tust, behandle es wie einen Freund. Und dann wirst du sehen wie alles zu ihm fließen wird.

Frage: Wenn ich dem Kind gegenüber eine freundliche Haltung einnehmen muss, wie kann ich es dann für einen Verstoß bestrafen?

Antwort: Du musst erklären, warum du das gerade tust. Du sagst ihm beispielsweise: „In dir drinnen sitzt ein kleines Teufelchen, das in die Schranken gewiesen werden muss. Was wollen wir damit machen? Gib mir irgendeinen Rat, was zu tun ist, um dir zu helfen, über diesen Dämon zu herrschen und ihn nicht frei zu lassen“.

Aus der russischen Kabbalalektion 1/8/17

[206561]

Ist Treulosigkeit ein Grund für eine Scheidung?

Frage: Nehmen wir an, dass in einer Familie ein Fall von Treulosigkeit aufgetreten ist, und dabei es ist nicht wichtig, von welcher Seite. Was sagt die Kabbala darüber? Muss man die Familie beibehalten?

Antwort: Natürlich. Der Ehemann und die Ehefrau müssen versuchen, sich gegenseitig zu verstehen, und obwohl das nicht einfach ist, sogar sehr bitter ist, sollte man aber die Familie beibehalten. Die Neigung fremd zu gehen, ist bei den Männern wie bei den Frauen gleich. Ich habe viele Menschen auf meinem Weg gesehen und ich denke nicht, dass dies ein Grund für eine Scheidung wäre. Es gibt nichts Egoistischeres als sich zu trennen und die Kinder zu Waisen werden zu lassen.

Am meisten leiden bei einer Scheidung die Kinder. Deswegen ist es für beiden Seiten empfehlenswert, geduldig zu sein, eine Psychotherapie zu machen, zu verstehen und einzusehen, dass das alles zum Leben dazugehört.

Frage: Gibt es unter den Kabbalisten solche „amoralischen“ Persönlichkeiten?

Antwort: Es gibt keine amoralischen Menschen. Es existieren einfach Egoisten, welche korrigiert werden müssen und damit beschäftigt sich die Kabbala, aber das geht sehr langsam und stufenweise. Deswegen lebt ein Mensch 70 bis 90 Jahre, um sich zu korrigieren.

Aus dem Webinar auf dem zahav.ru 10.02.2016

 [#178056]