Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Familie'

Die Familie und die soziale Verantwortung

Frage: Nehmen wir an, ein junger Mann will eine Familie gründen. Sollte man ihn darauf aufmerksam machen, dass er bei seiner Partnerwahl nicht auf die sexuelle Neigung achten sollte, sondern auf die allgemeine soziale Verantwortung?

Meine Antwort: Ich würde die sexuelle Befriedigung nicht mit der Familie verbinden. Das sind völlig unterschiedliche Dinge. Wir haben dazu noch keine richtige Einstellung. Unsere heutige Einstellung dazu führt am Ende zu großen Störungen und funktioniert nicht in der Gesellschaft.

Wir sehen, dass das Essen, der Sex, die Familie absolut unterschiedliche Kategorien des Verlangens eines Menschen sind. Sie sind nicht miteinander verbunden. Man soll eins nicht mit dem anderen mischen. Die Liebe ist die Liebe, der Sex ist der Sex, das Essen ist das Essen und die Familie ist die Familie. Sie hängen nicht voneinander ab. Genauso wie der Reichtum, die Macht und das Wissen.

Der Mensch, der voranschreiten möchte, muss verstehen, dass die Familie ein natürlicher Teil der Gesellschaft ist. Aus diesem Grund muss er wissen, wie man in der Familie Harmonie unter den Familienangehörigen und Harmonie mit der Außenwelt erreicht. Wenn die Menschen integral werden, zu einem solidarischen Glied der Gesellschaft werden, werden sie sich auch wohl fühlen.

 

[#222454]

Die Umerziehung der Erwachsenen

Frage: Wie soll die Struktur der Integralen Erziehung aussehen? Wie können wir uns mit der Erziehung der Erwachsenen beschäftigen?

Meine Antwort: Natürlich muss man den erwachsenen Menschen erziehen, aber die größte Zuwendung muss man der Erziehung der Kinder widmen, weil es sehr schwer ist, die Erwachsenen zu ändern.

Einerseits spüren sie die Verdorbenheit der heutigen Gesellschaft, in der sie leben und würden sie gerne ändern. Andererseits bedeutet, die Gesellschaft zu ändern, den Menschen zu ändern. Und das ist sehr kompliziert. Aber indem wir uns um unsere Kinder kümmern, d.h.um diejenigen, die uns am Herzen liegen, werden wir uns dabei selber ändern.

Wir alle sind Eltern. Indem wir uns um den Aufbau einer völlig anderer Gesellschaft für unsere Kinder kümmern werden, wie man sagt:“ wenn nicht wir, dann wenigstens unsere Kinder!“, indem wir uns um die nächste Generation kümmern und sie erziehen, werden wir uns dabei gleichzeitig mit unserer eigenen Umerziehung beschäftigen.

Replik: Sollte dann in einen Erwachsenenkurs auf jeden Fall ein Kurs für die Vorbereitung von Kindererziehern integriert sein?

Meine Antwort: Unbedingt! In diesen Kurs sollten Interaktionen integriert werden -zwischen Eheleuten, zwischen Mensch und Gesellschaft, Mensch und Vorgesetztem, und Untergeordnetem, mit Kindern (Erziehung der Kinder).

Der Mensch muss integral mit allen verbunden sein.

 

[#66135]

Kriminelle Viertel in Finnland

Replik: Das finnische Polizeipräsidium ist zu dem Entschluss gekommen, dass viele Gebiete zu kriminellen Vierteln werden, wenn sie die Grenze zu Russland (durch welche ständig Migranten einsickern) nicht schließen.

Finnland schlägt Alarm. Während Österreich die Grenzen zu schließen beginnt, zögert Finnland noch damit. Das ist ein demokratisches Land, wo alle in Ruhe leben. Das Glücksgefühl der Menschen in diesem Land belegt einen der ersten Plätze in der Welt. Die Menschen fühlen sich dort wohl.

Meine Antwort: Das spielt keine Rolle. Die Menschheit muss etwas aus der Evolution der Geschichtsperioden lernen: wirtschaftliche, politische, kulturelle, wissenschaftliche, familiäre Perioden und so weiter. Deswegen kann es hierfür keine eindeutige Lösung geben.

Die Menschen müssen ihre Einstellung zur Welt, zum Leben, zu sich selber, zur Umgebung, zu allem ändern. Das ist nicht einfach. Sie sollten verstehen, dass man unbedingt das integrale Paradigma ändern muss. Bis dahin kann man nichts machen!

Die Welt soll mithilfe der integralen Umerziehung zu einem Ganzen werden, weil keiner Recht oder Unrecht hat und keiner schuldig ist! Dahin muss die gesamte Menschheit kommen und zwar jeder auf seinem Niveau, jeder in seinem steckengebliebenen Mittelalter, Kapitalismus, Sozialismus oder Kommunismus, egal wie.

Wir alle müssen uns angleichen und zu einem gemeinsamen Nenner kommen. Dafür brauchen wir aber eine sehr ernsthafte Erschütterung und Umerziehung.

Der gemeinsame Nenner ist der Zustand, wo wir nach der richtigen Erziehung bereitwillig damit einverstanden sind, nicht für unsere Körper, sondern für unsere Seelen zu existieren. Wir werden auf unserer kleinen Erde dafür leben, uns nur mit dem Nötigsten zu versorgen, rational und auf gute Weise. Die gesamte verbleibende Zeit werden wir uns der höheren, spirituellen, menschlichen Entwicklung widmen.

Die Kultur besteht dann in der Verbindung zwischen uns, die Erhebung in eine neue Dimension. Darüber wird in allen Religionen gesprochen, auch in der Kabbala, und das wird durch die zwischenmenschliche Annäherung erschaffen. Wir sind verpflichtet, dahin zu kommen.

Es ist sehr schwer zu sagen wie weit wir heute davon entfernt sind. Es geschieht aber immer auf diese Weise, dass der Umschwung als Sprung aus dem diametral entgegengesetzten Zustand erfolgt. Erst dann beginnt er sich zu offenbaren, wird begriffen und angenommen.

Hoffen wir, dass auch die vereisten nördlichen Länder erkennen, dass es keine andere Alternative gibt.

 

[#177704]

Die Times von Israel: „Internationaler Frauentag 2018: Geschlechtergleichheit aus der Sicht der Kabbala“

Die Times von Israel veröffentlichte meinen neuen Artikel „Internationaler Frauentag 2018: Geschlechtergleichheit aus der Perspektive der Kabbala“.

Im Licht des internationalen Frauentages wurde ich gebeten, meine Sicht der Geschlechtergleichheit aus der Perspektive der Kabbala mitzuteilen.

Die Idee, Männer und Frauen zu vergleichen, ist ebenso falsch wie der Vergleich von Äpfeln und Orangen. Die Natur gestaltet Männer und Frauen als unterschiedliche Lebewesen, sowohl biologisch als auch psychologisch. So wie unsere Körper auf sehr unterschiedliche Weise arbeiten, so denken, fühlen und nehmen wir die Welt anders wahr.

Der Versuch aus Männern und Frauen ein und dasselbe zu machen ist völlig unnatürlich. Indem wir versuchen, Männer und Frauen nach den gleichen Maßstäben zu beurteilen und sie so stark wie möglich angleichen zu wollen, ist es so, als wollten wir die Natur „reparieren“. Die Natur braucht das nicht.

Anstatt zu versuchen, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen auszugleichen, müssen wir lernen, sie anzunehmen. Wir sollten nach Harmonie, nicht nach Gleichheit streben. Das bedeutet, dass wir unsere Sicht der Geschlechtergleichstellung auf einen ganzheitlichen Ansatz umstellen müssen, um zu sehen, wie gerade unsere Unterschiede uns in die Lage versetzen, einander zu ergänzen, um Harmonie zu schaffen.

Auf diese Weise funktioniert die gesamte Natur – einzigartige und entgegengesetzte Qualitäten werden verwoben, um Leben zu schaffen – Plus und Minus, Kontraktion und Expansion, Hitze und Kälte, Ebbe und Flut, männlich und weiblich. Ich glaube tatsächlich, dass Frauen dies viel besser verstehen als Männer, da sie generell sensibler gegenüber der Natur als Männer sind.   

Praktisch gesehen, sage ich nicht, dass Männer und Frauen in den gleichen Rollen der Gesellschaft nützlich sein können. Beispiele wie Magret Thatcher und Angela Merkel beweisen, dass sich eine fähige Frau in einer Position, die typischerweise von einem Mann besetzt wird, befinden kann. Eine Frau in eine bestimmte Position zu bringen, nur weil sie die Dinge „gleich“ erscheinen lässt, ist dumm und wird für die Gesellschaft nicht gut sein.

Wenn zum Beispiel ein Führungsausschuss gebeten wird die gleiche Anzahl von Männern und Frauen zu haben, um „Gleichheit“ zu erreichen, ist das eine kindliche Wahrnehmung von Gleichheit. Sie zielt eher auf politische Korrektheit als auf optimale Ergebnisse ab. Ein Führungsausschuss könnte eine Mehrheit von Männern oder Frauen haben, abhängig davon, was der Ausschuss erreichen soll und was jeder Mensch mitbringt – nicht wie wir ein Plakat für Gleichheit machen können.

Die westliche Gesellschaft benötigt mehr Aufklärung darüber, wie man durch verschiedene Systeme der Natur  Harmonie erreichen kann, wenn Unterschiede aufeinandertreffen. Wir werden dann sehen, dass das, was wir in der Gesellschaft anstreben sollten, die gegenseitige Ergänzung ist. Das bedeutet, dass die einzigartigen Eigenschaften von Männern und Frauen hervorzuheben sind, dass sie verwoben werden, um das Beste aus beiden Welten zu erreichen. Ich lade Sie ein, unseren kostenlosen Kabbalakurs zu belegen, damit Sie lernen können, wie Sie Ihre einzigartigen Qualitäten zum Wohle aller entdecken können.

 

(223155)

Der Bund für die Geburt der Seele   

Die gesamte Realität wird durch die Verbreitung des Lichtes erschaffen. Das Licht hat das Verlangen „aus dem Nichts“ erschaffen und hat es dann entwickelt. Ausgehend vom Urknall wird das Verlangen immer gröber, ebenso die Wellen, Gase und die unbelebte Materie.

Danach entstehen auf der Erdoberfläche die Pflanzen, Tiere, der Mensch, der viele Etappen der Entwicklung durchläuft bis er die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreicht.

Es ist interessant, dass das Licht und das Verlangen im Geschöpf als zwei Eigenschaften eingeprägt sind: männliche und weibliche Eigenschaften, nach dem Beispiel der zwei spirituellen Parzufim: Aba (der Vater) und Ima (die Mutter). Chassadim und Chochma verbinden sich miteinander und gebären eine neue Generation, mit männlichen und weiblichen Eigenschaften.

Die Verbindung zwischen Mann und Frau ist deswegen so besonders, weil sie einerseits einander entgegengesetzt sind, andererseits spüren sie, dass sie ein Ziel haben. Das gemeinsame spirituelle Ziel verbindet sie so stark, dass sie zusammen handeln und Nachwuchs gebären. Hieraus wird klar, woher der Begriff „Familie“ kommt und das natürliche Streben, als Paar zusammen zu leben, sich fortzupflanzen und Kinder zu gebären und zu erziehen.

Wir sind alle eine Familie. Nicht nur die Großeltern, Vater und Mutter, Kinder usw., von Generation zu Generation, sondern ganz allgemein sind alle Männer und alle Frauen eine Familie, die Nachkommen von Adam und Eva. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Spiritualität.

Die Folge unserer Verbindung, das Kind, welches wir gebären können, heißt „die Seele“. Wenn wir uns in dieser Verbindung dem Schöpfer nähern, gibt Er uns dafür den Geist des Lebens. In dieser Seele, wie in der korrekten Verbindung zwischen uns, erreichen wir die Verschmelzung mit dem Schöpfer, wie geschrieben steht: “Der Mann und die Frau und die Shechina zwischen ihnen“.

Das Wichtigste ist zu wissen, dass unsere Verbindung miteinander dem Erbauen der Seele dienen soll. Das bedeutet, dass ich ohne die Freunde keine Seele erlangen kann.

Wenn ich mich mit den Freunden mit meinem Verlangen zu empfangen verbinde, ist ihrerseits das Verlangen zu geben beteiligt und umgekehrt, wenn von ihrer Seite das Verlangen zu empfangen auftaucht, kommt dann von meiner Seite das Verlangen zu geben. Wir handeln zwischen uns immer als Sachar (die männliche Eigenschaft) und Nekewa (die weibliche Eigenschaft), die beide in jedem Geschöpf vorhanden sind.

Das Wichtigste ist, die Verbindung zwischen uns, in deren Folge wir die Seele gebären, zu organisieren. Das erwarte ich ständig von meinem Freund und genauso von mir selber. Bei jedem Kontakt: bei einem Gespräch oder irgendeiner Zusammenarbeit bauen wir in jedem Augenblick unsere Seele, also den Platz für die Offenbarung des Schöpfers, damit das Höhere Licht unsere miteinander kommunizierenden, gemeinsamen Verlangen füllt.

 

[#222020]

Im Netz der gegenseitigen Verbindung

Frage: Wofür genau trägt der Mensch Verantwortung in der Gesellschaft?

Meine Antwort: Es kommt darauf an, in welcher Gesellschaft wir leben. Im Prinzip müssen wir aber verstehen, dass sich die Menschheit  in einem Sozialgefüge befindet, wo wir alle miteinander verbunden sind. Auch wenn wir von egoistischen Gegensätzen zerrissen werden, befinden wir uns trotzdem in einem Netz der gegenseitigen Verbindung.

Wie in der Familie, wo Eltern, Kinder und Großeltern miteinander verbunden sind, und zwar so, dass das Vorhandensein von allen möglichen Widersprüchen bis zur Manifestation von Hass, ihre Verbindung nicht zerreißen kann, sie sind trotzdem voneinander abhängig.

Es könnte sein, dass sich dies in einer Familie nicht wirklich widerspiegelt, aber in der Gesellschaft ist eine solche gegenseitige Abhängigkeit absolut! Deswegen ist es notwendig allen zu zeigen, wie wir miteinander verbunden sind. Und das müssen wir verstehen.

Die soziale Verantwortung besteht darin, dass alle Handlungen von einem Individuum und von jedem Teil der Gesellschaft in erster Linie auf die Konsolidierung und Solidarisierung der Gesellschaft ausgerichtet sein müssen.

Im Endeffekt, nach all den jüngsten Erschütterungen und Krisen, die sich aus der Ferne schon abzeichnen, müssen wir verstehen, dass der Weg der großen Schläge und Leiden, vielleicht sogar der Weltkriege (unter anderem auch Atomkriege) uns zu der Notwendigkeit führen wird, eine richtige Gesellschaft als Ebenbild der Natur zu erschaffen.

Die Natur zwingt uns gewaltsam in einen solchen Kreis, damit wir richtig miteinander verbunden werden. Deswegen ist es besser freiwillig danach zu streben.

Ob die Menschheit dies will oder nicht, sie wird in jedem Fall zu einer solchen Verbindung kommen, weil das eine natürliche Entwicklung der gesamten Natur ist, einschließlich der menschlichen Gesellschaft. Und obwohl unser Egoismus sich quer stellt und dies nicht will, wird die Natur uns trotzdem dazu zwingen, trotz allem: mit dem Stock im Nacken – von hinten, oder mithilfe des Seils – von vorne.

Deswegen ist es vorzuziehen, korrekte Beziehungen zwischen uns zu entwickeln; auf leichte Art und Weise, mit Verständnis und Erkenntnis. Und dann werden wir ernsthafte Probleme vermeiden.

 

Aus dem TV Programm „Die Letzte Generation“

[#221942]

Könnte das Buch Sohar von zehn Frauen geschrieben worden sein?

Frage: Könnte das Buch Sohar theoretisch von zehn Frauen geschrieben worden sein?

Antwort: Hypothetisch, ja. Wir sind jedoch so organisiert, dass das Streben nach spiritueller Verbindung zwischen den Menschen bei den Männern liegt, während die Kraft der Frauen in der Unterstützung und der Vereinigung der Männer besteht.

Deshalb ist unsere Welt anfänglich in die entgegengesetzten Qualitäten unterteilt: männlich und weiblich, Geben und Empfangen.

In der Kabbala wird dies sehr ernst genommen, denn es ist ein Eckpfeiler unserer Beziehungen untereinander.

Wie verbinden sich Männer überhaupt miteinander? Einer ist in gewisser Weise für einen anderen ein Mann und der andere ist für den Ersten irgendwie eine Frau. Wir sprechen offensichtlich nicht über Physiologie oder Psychologie, noch über etwas, das mit unseren weltlichen Vorstellungen zu tun hat, sondern nur über spirituelle Eigenschaften. Jede spirituelle Unterscheidung, die wir in uns offenbaren, besteht aus einem männlichen und einem weiblichen Teil. In unserer Welt haben die Männer natürlich einen Vorteil, solange bis wir in die Stufe der höheren Welt eintreten. In der kabbalistischen Gesellschaft werden sie als wichtig und vorrangig betrachtet.

Die Frauen bilden Gruppen um die Männer, um die spirituellen Eigenschaften durch sie zu empfangen. Die Männer schaffen darin den Durchbruch, wie in allem anderen in dieser Welt; sie sind immer Entdecker, Erbauer, und Zerstörer, die Frauen folgen ihnen.

Wenn die Durchbrüche der Männer von den „Bataillonen“ der Frauen gefolgt werden, ist das Ergebnis die Schaffung der spirituellen Eigenschaften und die Entwicklung neuer Seelen. Es gibt eine Aktivierung der weiblichen Vorzüge, die nicht nur ergänzen, sondern sehr wesentlich sind. Sie treten in den Vordergrund und beginnen damit, auf der spirituellen Ebene zu arbeiten.

Frage: Kommt also die grundlegende Forderung von den Frauen?

Antwort: Ja, in der Tora heißt es oft, dass du deiner, einer Frau zuhören musst. Die Tora ist sehr interessant geschrieben; trotz der Tatsache, dass es sich scheinbar um Männer handelt, gibt es immer irgendwo eine Frau, die sie persönlich leitet, wie eine Frau in einer Familie.

Ein Mann gilt als das Oberhaupt der Familie, aber in Wahrheit, gleichgültig in welchem Teil der Welt ich je war und wen ich gefragt habe: die Indianer in Südamerika oder sonst wen, ganz zu schweigen von den europäischen Ländern, oder die Afrikaner, immer ist die Frau die Grundlage des Lebens, die Grundlage der Welt. Das Gleiche gilt in der Kabbala.

Der Durchbruch geschieht jedoch durch die männliche Kraft, die von der weiblichen Kraft gefolgt, unterstützt, gedrängt, beeinflusst und sogar gelenkt wird.

 

Aus der russischen Kabbalalektion 4/6/17

[213892]

Sammelklage gegen Google

In den Nachrichten (NPR): Systematisch bekommen Frauen eine geringere Bezahlung als Männer. Ihre Beförderungen gehen viel langsamer vonstatten und man verweigert ihnen Chancen.

„Dies sind die Behauptungen in einem Prozess gegen Google, am Donnerstag in San Francisco im Namen von drei weiblichen ehemaligen Beschäftigten festgehalten.

„Sie streben den Status einer Sammelklage an, um im Namen aller beschäftigten Frauen bei Google während der letzten vier Jahre in Kalifornien zu klagen. ´Der Prozess zeigt sich als der Erste, bei dem mit einer Sammelklage wegen geschlechtlicher Vorurteile Ansprüche gegen Google geltend gemacht werden, laut Reuters“.

Mein Kommentar: Wir sind alle unterschiedlich. Wenn wir über Gleichheit sprechen, dann löschen wir die Individualität eines Menschen aus.

Ich weiß nicht, was das Problem da drüben ist. Ich möchte nicht hineingezogen werden; es ist ihre Angelegenheit. Aber wenn Männer und Frauen in irgendeiner Hinsicht gleichgestellt sind, dann denke ich, wäre das für beide Geschlechter eine Beleidigung.

Versuche einer Frau auf dieselbe Art und Weise ein Kompliment zu machen, wie du einem Mann ein Kompliment machen würdest: „Hey, du siehst heute normal aus…“ Kannst du dir vorstellen, das zu einer Frau zu sagen? Eine Frau fühlt sich gut, wenn du ihre einzigartigen Vorzüge betonst, und nicht solche, die auch Männern eigen sind, und in dem Punkt ist sie genauso wie ein Mann. Du musst ihre weiblichen Eigenschaften bewundern.

Frage: Mit anderen Worten, sie ist Mutter, Heim, Zärtlichkeit?

Antwort: Ja. Generell ist sie alles. Sie verlangt Aufmerksamkeit und Respekt, weil das die Natur einer Frau ist. Alles kommt aus dem männlichen und weiblichen Egoismus. Eine Frau hat, als ein Wunsch zu empfangen, als Malchut, dieses Bedürfnis. Es ist notwendig, dies zu respektieren und zu verstehen; das bringt die Natur mit sich. Wir werden erwachsen, Männer und Frauen, und wir müssen die Natur genau verstehen und uns entsprechend zueinander verhalten.

Frage: Anders gesagt, wir können dann die Schlussfolgerung ziehen: es gibt keine Gleichheit und es kann sie nicht geben?

Antwort: Von Anfang an kann es keine Gleichheit in der Natur geben. Wenn wir möchten, dass es sie gibt, dann müssen wir die Menschen zu einer Stufe erheben, wo sie nach diesen Kriterien gleich sein können.

Darum geht es in der Kabbala; sie stellt jeden gleich. Wenn ich mich in Liebe mit der ganzen Menschheit verbinde, dann bin ich genauso wie jeder andere.

 

Aus KabTV´s „Neues mit Michael Laitman“ 8/10/17

[212263]

Bis zum letzten Atemzug der Gesellschaft Nutzen bringen

Frage: Wenn ein Mensch durch seine Errungenschaften weltweit bekannt wurde, befreit es ihn von der Todesangst?

Antwort: Ich denke nicht, dass es einen Menschen gibt, der keine Angst vorm Sterben hat, wenn er versteht, dass der Tod ein Ende bedeutet. Nur die Tiere haben keine Angst vor dem Tod. Sie haben nur die instinktive Angst der Selbstverteidigung vor dem, was ihnen Schaden zufügen könnte und sie leben nach diesem Instinkt.

Die Menschen dagegen haben Angst vor dem Tod, da sie ein Vorstellungsvermögen und Empfindungen haben, sie können auch vom Geschehen lernen.

Deswegen wissen sie, dass das Leben ein Ende hat. Der Mensch, der früher mein Freund war, ist jetzt tot und von ihm bleibt nichts außer dem unbelebten Körper, welchen der Geist des Lebens verlassen hat. Es bleibt mir nichts anderes übrig als ihn zu begraben und ich verstehe, dass dasselbe auch mir widerfährt.

Das Empfinden des Verlierens des Lebens ist eine einmalige Erfahrung. Einerseits sind wir verpflichtet unter Umständen in einen Kampf zu ziehen, in dem wir sterben könnten. In diesem Fall aber haben wir die Möglichkeit unsere Angst vor dem Tod zu überwinden.

Wir fliegen ins All und setzen unser Leben dem Risiko in verschiedenen gefährlichen Situationen aus. Wir machen das nicht weil wir dazu gezwungen werden, sondern aus einem inneren Drang heraus. Es gibt einen gewissen Reiz die Grenze von Leben und Tod zu fühlen. Das ist eine bekannte psychologische Erscheinung.

Der Mensch ist so aufgebaut, dass die Meinung der Gesellschaft ihn zu Heldenmut verpflichtet und in die verschiedensten Situationen lenkt. Im Alter ängstigt der Tod uns sehr und ruft ein Gefühl der Verzweiflung, Hilflosigkeit und versteckter Angst hervor. Der Mensch versucht diese Angst zu unterdrücken. Dabei hilft ihm der Aufenthalt unter Menschen, im Fluss des Lebens.

Das Schlimmste, was wir für ältere Menschen tun können ist, sie in ein Altersheim zu stecken, in eine geschlossene Gesellschaft von genauso alten Menschen wie sie selbst sind. Wir denken, dass es gut und gemütlicher für sie sein würde. Aber das ist schlecht für jeden Menschen. Der ältere Mensch muss sich in der normalen Gesellschaft befinden, unter jungen und reifen Menschen, die voller Lebenskraft sind.

Indem wir alle alten Menschen an einem Ort versammeln, schaden wir ihnen, egal welch gute medizinische Fürsorge sie auch dabei haben.

Frage: Wie sieht Ihrer Meinung nach das Leben des alten Menschen im Idealfall aus?

Meine Antwort: Ich denke, dass es notwendig für einen Menschen wäre bis zum letzten Tag seines Lebens, je nach seinen Kräften zu arbeiten, um auch so noch Nutzen für die Gesellschaft zu bringen. Es kann sein, dass er nicht laufen kann, sondern nur sitzen, er kann aber dabei irgendeine machbare Arbeit tun. Alle werden ihn dafür loben und er wird wissen, dass er geehrt wird und er wird so weitermachen bis zu seinem letzten Tag.

Frage: Wie kann ein Mensch die psychologische Angst vor dem bevorstehenden Tod überwinden?

Meine Antwort: Ich denke, dass ein Mensch mit seiner Arbeit so integriert und beschäftigt sein sollte, dass er bis zur letzten Sekunde seines Lebens fühlt, dass er Nutzen für die Gesellschaft bringt. Ich rede nicht von solchen Greisen, die nichts mehr sehen oder hören können. Solange der Mensch die Kraft hat, obwohl auch eingeschränkt, kann er großen Nutzen in der Verbreitung der integralen Erziehung bringen. Wenn er sich in die Gemeinschaft der jungen Menschen integriert, wird er ihnen einen großen Nutzen bringen und sie wiederum ihm.

Mit der Lehre der „Weisheit der Verbindung“ verbinden wir Menschen unterschiedlichen Alters in den Gruppen. Wir versuchen für jedes Alter mit der Methode der Verbindung eine Möglichkeit anzubieten sich auch gegenüber anderen Altersgruppen auszudrücken. Dabei bringen wir Nutzen, sowohl für die alten, wie auch für die jungen Menschen. Die alten Menschen können Jüngere lehren und unterstützen, um sich auf diese Weise zu festigen und sich somit an den Tropf des Lebensgeistes anzuheften.

 

Aus dem 354. Gespräch über „Neues Leben“

[#137249]   

Die Erziehung in der Gesellschaft der Zukunft

Baal HaSulam, Die Schriften der Letzten Generation: Sie enthalten viele wissenschaftlichen Lehrbücher und auch  Bücher über Ethik, welche die Großartigkeit und Erhabenheit des Gebens an den Nächsten beweisen, bis zu dem Punkt, wo die ganze Nation, von Klein bis Groß, diese Bücher mit ganzem Herzen studiert.

Die Rede ist nicht von der gewöhnlichen Ethik, die zur Psychologie oder Philosophie gehört. Es sind keine „schönen Worte“ oder unterschiedliche Verhaltensprinzipien, welche die Menschheit bis zu gewissen Höhen gebracht hat und verlangt, dass wir auf ihrer Stufe sind, sondern es geht um das, was wir unter dem Einfluss der verborgenen Kraft der Natur erreichen sollen.

Vor allem muss unser Verhalten von den richtigen organisatorischen Anstrengungen ausgehen. Mit diesen Anstrengungen erwecken wir das umgebende Licht: eine besonders gute Kraft der Natur, die uns formt, verbindet und zum Zustand der wechselseitigen Einbindung ineinander bringt. Es wird alles Persönliche von uns verloren gehen. Dann werden wir die anderen mehr als uns selbst fühlen, höher und wichtiger als uns selbst.

Wie eine Mutter sich zu ihrem Baby verhält, das für sie wichtiger als sie selber ist, so muss auch der Mensch dazu kommen, dass diese Kraft, welche das Verhältnis zwischen Mutter und Kind formt, auch uns formt. Darum müssen wir um diese Kraft bitten, nach ihr verlangen und sie fordern.

Deswegen müssen wir eine gewisse Anstrengung unternehmen, damit die höhere Kraft uns dann gegenüber vollkommen Fremden verändert; und danach auch die ganze Welt. Angefangen in einem kleinen Kreis, welcher uns im Verständnis der Spiritualität am nächsten steht, bis hin zu den allerentferntesten äußeren Kreisen, welche sich noch in keinem Kontakt zu uns befinden.  

Baal HaSulam hat betont, dass die Lehrbücher für das gesamte Volk „von Klein bis Groß“ bestimmt sind, d.h. auf allen Ebenen. Hier ist nicht die Rede vom Alter des Menschen, weil man den Säugling oder ein Kleinkind und sogar einen Jugendlichen nicht verpflichten kann, die Erhabenheit der höheren Kraft und die Mittel  ihrer Erlangung zu begreifen.

Darum müssen wir miteinander arbeiten und die heranwachsende Generation in den Kindergärten und Schulen vorbereiten, damit sie im Jugendalter beginnen, den Wert ihres Verhaltens in der Gesellschaft zu verinnerlichen.

 

Aus KabTV´s „Die Letzte Generation“ 6/26/17

[#211461]