Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Integrale Bildung'

Über den Beschränkungen dieser Welt

Frage: Welche Ziele kann das Bildungssystem der Zukunft anbieten?

Antwort: Es muss nur ein Ziel geben: Die Verbindung möglichst vieler Menschen in ein integrales System. Die Motivation dazu liegt darin, dass wir uns genau in diesem integralen System über unser tierisches Leben erheben. Wir entdecken dabei komplett neue Ziele der Menschheit, die sich aus dem Verstehen des Systems herauskristallisieren.

Es ist nun so, wenn ich mich in ein solches System einfüge und mich in ihm als ein integraler Bestandteil fühle, dann verändert sich meine Wahrnehmung der Realität, weil ich dies bereits mit den anderen – integralen Augen betrachte, mit integralen Wahrnehmungen. Ich nehme nicht mich selbst wahr, sondern ich werde zu diesem System – nicht zu den Menschen, mit denen ich integral verbunden bin.

Ich zerrinne, „zergehe“ sozusagen in ihnen. Bei mir entsteht eine ganz andere Denkweise, eine andere Sichtweise und Wahrnehmung. Die ganze Natur, das ganze Leben nehme ich aus einem komplett anderen Gesichtspunkt wahr. Momentan kann man sich nicht vorstellen, was das ist. Dabei sehe ich alles, was über den Beschränkungen dieser Welt liegt, über den Beschränkungen des Egoismus, weil ich auf die nächste Stufe aufgestiegen bin.

 

Aus dem TV Programm „Die Letzte Generation“ 30.01.2018

[#220236]

Seminar im Kreis und die praktische Kabbala Teil 2

Frage: Worin verbirgt sich der Sinn des Seminars, der Besprechung im Kreis, als die Methode der praktischen Kabbala?

Meine Antwort: „Seminar“ ist eine gemeinsame Handlung zwischen zehn Männern oder zehn Frauen, welche Übungen durchführen. Diese Übungen wurden von den kabbalistischen Quellen empfohlen und werden unter der Leitung des Lehrers, wie die Sportler unter der Leitung des Trainers, durchgeführt.

Das sind keine physischen Übungen wie im Sport, sondern innere Übungen. Sie basieren auf den inneren Anstrengungen, sich miteinander bis zu einem Grad zu verbinden, damit sich innerhalb dieser Verbindung der Schöpfer offenbart.

Es wäre gut, wenn man das in einer Handlung realisieren würde. Normalerweise aber braucht man viel Übung über mehrere Monate oder sogar Jahre. Solch eine Übung mit dem Ziel, zwischen uns eine besondere Verbindung zu erschaffen, innerhalb welcher wir die höhere Kraft des Gebens und der Liebe spüren werden, heißt „Seminar“.

Es gibt viele verschiedene Arten von Seminaren. Üblicherweise aber werden sie als Vorbereitung zum Studium der Kabbala durchgeführt. Im Seminar überprüfen wir die Verbindungen zwischen uns, inwieweit sie mit der Natur des Schöpfers (dem Geben und der Liebe) übereinstimmen. Nachdem wir im Seminar dieses Geben und die Liebe erreichen, oder umgekehrt nicht erreichen können, sondern unsere Entgegengesetztheit offenbaren, kommen wir zum Studium.

Dann, mit Hilfe des Studiums, erbitten wir von oben die Kraft des Gebens, das Licht, das zur Quelle zurückführt. Also die Kraft, die in der Tora steckt. Das bedeutet die Tora zu studieren, worüber es heißt: “Ich habe den bösen Trieb erschaffen“, welcher uns im Zehner trennt, „und als Gewürz dazu habe Ich die Tora erschaffen, das Licht, welches zur Quelle zurückführt“.

Wenn wir im Zehner Kabbala  studieren, um uns einander anzunähern und uns dadurch miteinander zu verbinden, dann können wir die Kraft der Tora nutzen. Während des Studiums erlernen wir was es heißt verbunden zu sein. Wie sind die spirituellen Objekte (Parzufim) aufgebaut, die Welten, die Leiter der spirituellen Stufen, wie wird das alles verbunden und bindet uns darin ein?

In diesem Fall ziehen wir auf uns eine besondere Kraft heran, welche „die Tora“ heißt, „das umgebende Licht“ oder „das Licht, das zur Quelle zurückführt“, welches auf uns einwirkt und uns einander annähert.

So bilden wir ein Netz der Verbindungen, in welchem wir letztendlich diese besonderen Ereignisse sehen. Sie sind Ausdruck der höheren Kraft, der Offenbarung des Schöpfers.

 

Fortsetzung folgt…

Aus dem 885. Gespräch über das Neue Leben  20/07/2017

[#214910]

Seminar im Kreis und die praktische Kabbala Teil 1

Frage: Die Methode der Kabbala erlaubt uns die Natur des Menschen so zu verändern, dass er anstatt sich um sich selber zu kümmern, anfängt sich um die anderen Menschen zu kümmern. Für die Realisation dieser Methode benutzt man die Seminare in Kreisen, „die runden Tische“. Was ist „der runde Tisch“?

Meine Antwort: Der runde Tisch ist eine Gruppenhandlung, an welcher Männer, Frauen und Kinder teilnehmen. Kabbala ist die Methode der Offenbarung des Schöpfers den Geschöpfen in dieser Welt. Und dies ist nur unter der Bedingung des Gleichheit der Eigenschaften möglich. Das bedeutet, dass wir die Eigenschaften erlangen sollen, die der höheren Kraft ähneln. Dann werden wir diese Kraft offenbaren können. Genauso wie jedes Ortungsgerät dafür bereit sein muss, die Erscheinungen die es orten soll, zu erfassen.

Zum Beispiel ist ein Dampfdetektor darauf aufgebaut, dass er auf den Dampf reagiert und nicht auf einen süßen, sauren oder bitteren Geschmack. Genauso hier, wenn ich die höhere Kraft offenbaren möchte, muss ich in mir ein Gefühlsorgan bilden, welches der Natur des Schöpfers entspricht. Dann kann ich den Schöpfer finden, wie ein Spürhund, der einen Geruch aufgenommen hat. Ich brauche nur „den Geruchsinn“ um zu orten, wo sich der Schöpfer verbirgt.

Die Kabbalisten sagen, dass der Schöpfer sich zwischen uns verbirgt. Wenn zwischen uns die guten Verhältnisse herrschen und die gegenseitige Anteilnahme, Liebe zu den Freunden, als ob wir ein Mann mit einem Herzen wären, sagt uns das, dass wir uns wirklich als Ganzes fühlen wollen.

In diesem Streben fangen wir an, wie ein Hund mit seiner Spürnase die Anwesenheit des Schöpfers zu fühlen. Wir suchen nicht nach Ihm irgendwo in anderen Welten und Räumen, sondern wir verbinden uns miteinander noch mehr, damit wir herausfinden wo und wie wir den Schöpfer offenbaren können.

Es ist klar, dass wir, indem wir freundliche Wechselwirkungen zwischen uns aufbauen, darinnen die höhere Kraft offenbaren. Das Netz der Verbindungen zwischen uns, der maximal guten Verbindungen, bis hin zur Liebe, heißt Shechina. In ihr wollen wir die Anwesenheit des Schöpfers finden, der Shochen heißt.

Daraus folgt, dass keine Notwendigkeit dazu besteht sich in einen anderen Raum zu versetzten. Wir brauchen zwischen uns nur das Netz der  Wechselwirkungen, die gegenseitige Liebe und das Geben, die Umarmung, die Einheit bis zu so einer Stufe korrigieren, bis wir uns innerlich so nahe sein werden, dass sich innerhalb dieser Verbindung der Schöpfer offenbart.  Das Einzige worum wir uns Sorgen machen müssen, ist unsere Verbindung. Alles andere wird sich innerhalb dieser offenbaren.

Für den Aufbau solch einer besonderen Verbindung wird die Arbeit in der Gruppe von zehn Menschen, die die höhere Kraft offenbaren wollen, durchgeführt. Wenn diese Menschen den Anweisungen der Kabbalisten folgen, offenbaren sie allmählich diese Kraft.

Es ist wünschenswert, dass dieser Zehner sich jeden Tag für das Studium der Wissenschaft der Kabbala versammelt und sich auch bemüht alle Freunde miteinander zu verbinden indem man über die Verbindung redet, die kabbalistischen Artikel liest und eventuell Übungen macht.

Das alles geschieht dafür, dass man unter den Freunden solche Beziehungen aufbaut, innerhalb derer sich ein Netz der Verbindungen zwischen uns offenbart. Dieses Netz existiert auch jetzt schon, wir sollen es aber aus seinem Versteck herausholen als ob wir ein Fischernetz aus der Tiefe der See holen. Wie die Fischer den Fisch mit dem Netz herausziehen, werden wir mit diesem Netz auch den Schöpfer herausziehen und offenbaren.

Das Seminar in dem Kreis ist eine Handlung, die uns erlaubt den Eigenschaften der höheren Kraft ähnlich zu sein. Darin verbirgt sich die ganze Wissenschaft der Kabbala, die von der Erhebung des Menschen von unten nach oben spricht.

Es existiert ein Teil in der Kabbala, welcher den Aufbau des Alls, das von der Welt der Unendlichkeit nach unten absteigt, erklärt. Ein anderer Teil der Kabbala lehrt darüber, wie man aus dieser Welt zurück in die Welt der Unendlichkeit aufsteigt und den Schöpfer offenbart. Diese Arbeit geschieht mithilfe des Seminars im Kreis.

Fortsetzung folgt…

 

Aus dem 885. Gespräch über das Neue Leben 

[#214705]

Einsamkeit in einer Milliardenmenge Teil 3

Das Problem der Einsamkeit, das die moderne Welt erfasst hat, ist mit der inneren Leere des Menschen verbunden. Und auch wenn man sich von der Einsamkeit lösen möchte, weiß man nicht, wie es geht.   

Das lehren weder die Lehrer in der Schule, noch Psychologen, noch Psychiater. Das Problem besteht darin, dass sie selber genauso einsam sind und deswegen keinen Rat geben können, wie man sich von der Einsamkeit befreien kann und wie man die Menschen zusammenbringt.

Niemand erkennt, wie man solche extremen Individualisten wie unsere Zeitgenossen zueinander bringen kann. Und hier kann uns nur die Weisheit der Kabbala helfen, denn sie erläutert, wie eine Verbindung über unserem Egoismus erreicht werden kann, damit die Liebe alle Sünden bedeckt.
Der Individualismus jedes einzelnen bleibt, wir zerbrechen nichts, sondern wir bauen eine neue Ebene über unserer Natur – eine Ebene der Einheit, ein gemeinsames Dach. Unter diesem Dach befinden wir uns, wir Individualisten, die es zusammen errichten, für eine wirkliche Existenz und ein glückliches Leben.  
Dieses Dach wird auf der zweiten Ebene aufgebaut. Es verändert nicht unsere Persönlichkeiten, sondern hilft lediglich,  eine richtige Verbindung darüber aufzubauen. Es stellt sich heraus, dass sich unsere Beziehungen auf zwei Ebenen bewegen: auf der inneren Ebene bleiben wir getrennt, und sie darf niemand berühren, und auf der „zweite Ebene“ – der integralen Verbindung, die  zwischen uns aufgebaut wird, schließen wir uns im Kreis zusammen.
In meinem Inneren habe ich eine „gerade Linie“, und mein innerer persönlicher Zustand geht niemanden etwas an. Aber in Bezug auf die andere Ebene bin ich ganz offen und bereit, mit allen wie ein Mensch mit einem Herzen zu sein.  

Das ist Integration, die über der Privatsphäre steht, d.h. es existiert das eine wie auch das andere. Dies ist eine neue Art der Verbindung, die  aus der Wissenschaft der Kabbala kommt. Man muss sie der Menschheit beibringen.

Äußere Beziehungen basieren auf der Methodik des Kreises, der integralen Verbindung, und der innere Ansatz spricht über einer Person an sich.
Und im Prinzip sind es nicht zwei Methoden, sie verwandeln sich in eine, denn je mehr wir uns miteinander verbinden, desto mehr hilft das, uns innerlich auf individuelle Weise zu entwickeln. Daraus folgt, dass sich der menschliche Egoismus entwickelt und wächst weiter. Und in unserer Verbindung im Kreis erstellen wir gerade dadurch, dass wir immer egoistischer werden, die Verbindung zwischen uns.

Aus dem 846. Gespräch über ein neues Leben, 04.04.2017

[#207773]

Einsamkeit in einer Milliardenmenge 2

Die moderne Gesellschaft besteht aus Individualisten, die sich nicht miteinander verbinden wollen, genauer gesagt, bindungsunfähig sind. Aber andererseits verstehen wir, dass wir ohne Verbindung miteinander leer und unglücklich bleiben.

Wir können das Leben in Einsamkeit nicht genießen, ohne Familie, ohne Kinder, ohne echte Freunde.
Alle leiden unter dem Problem der Einsamkeit, wissen aber nicht wie sie es lösen können.
Dafür ist ein neues, starkes und umfangreiches Bildungssystem notwendig, mit Spezialisten, die die Wurzel des Problems und die Wege zu dessen Lösung verstehen.
Ansonsten wird das Problem immer größer werden. Niemand wird heiraten und Kinder bekommen wollen, der Konsum von Drogen und Antidepressiva wird wachsen, und der Terrorismus wird wachsen, denn die Menschen werden jegliche Hoffnung auf eine gute Zukunft verlieren.

Vor langer Zeit war der Mensch ein soziales Wesen. Er lebte in der Gemeinde und fühlte, dass er von einem großen sozialen Netzwerk vieler Menschen unterstützt wurde. Aber heute haben wir uns so weit entwickelt, dass unser Egoismus nicht bereit ist zu kommunizieren, er macht uns zu vollkommenen Individualisten. Die moderne Entwicklung der Technik ermöglicht uns, friedlich alleine zu leben und die Zeit vorm Fernseher, Computer oder Smartphone zu verbringen.
Aber am Ende bringen all diese Spielzeuge dem Menschen keine seelische Zufriedenheit, und er bleibt einsam und unglücklich, er fühlt, dass er etwas braucht, um sich zu füllen. Es bleibt eine innere Leere in ihm zurück.
Es ist immer möglich ins Ausland zu verreisen, aber dann kommt man zurück und wird sich wieder alleine fühlen.
Das bedeutet, dass der Mensch versteht, dass er eine zusätzliche Füllung braucht. Daraus folgt, dass wir zu einer roten Linie in unserer Entwicklung gelangt sind, wo wir  entscheiden müssen, was weiter zu tun ist.

Frage: Wenn ein Mensch von Natur aus ein immer größerer Individualist wird, warum ist er dann nicht glücklich, wenn  er alleine bleibt? Warum leidet er unter Einsamkeit?

Meine Antwort: Der Egoismus entwickelt sich linear und macht aus uns immer größere Individualisten. Aber gleichzeitig, angefangen in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, fing das System an, sich in einem Kreis zu schließen und uns durch eine integrale Abhängigkeit zu verbinden. Das System verlangt von uns eine gute, innere Verbindung miteinander und nicht nur einfach ein Kennenlernen auf der Arbeit. Wir sind verpflichtet, unser Verlangen in einem System mit allen zusammen zu erfüllen. Dieses Verlangen ist den Menschen noch nicht klar. Es zeigt sich, dass er sich gleichzeitig in zwei Formen entwickelt, linear und kreisförmig, und unterbewusst wünscht er sich, dass diese beiden Formen einander unterstützen und zusammen arbeiten.

Der Mensch versteht nicht, warum sich die Welt plötzlich in ein kleines Dorf verwandelt hat. Er denkt, dass nur die Wissenschaftler, Politiker und Wirtschaftsunternehmen voneinander abhängig sind, und dass ihn das nicht betrifft. Aber wir sehen, dass die ganze Natur sich in einem Ring schließt. Auf einer Seite der Welt kommt es zu einer Explosion, und woanders sehen wir die Auswirkungen, weil alles voneinander abhängig ist. Die Natur zeigt uns, wie unpersönlich und integral sie ist.

Dieselbe Stufe der Integration entwickelt sich jetzt in der menschlichen Gesellschaft, aber sie fordert noch keine integrale Verbindung vom Individuum. Wir haben diese Notwendigkeit noch nicht erkannt, aber bald werden wir gezwungen sein, sie zu erkennen.  
Die Natur strebt danach, uns einander so anzunähern, dass wir keine andere Wahl haben. Wenn wir uns selbst für eine echte innere Zufriedenheit im Leben verbürgen wollen, müssen wir die richtige Formel unserer Verbindung untereinander finden.

 

Aus KabTV´s „Ein Neues Leben“ 04/04/2017

[#207299]

Erziehung am Beispiel

Frage: Gibt es eine Rolle als persönliches Vorbild in der Bildung?

Antwort: Ja, alles wird durch das persönliche Vorbild unterstützt. Zeig einem Kind, was ein Vorbild ist. Sag, was du gerade tust, behandle es wie einen Freund. Und dann wirst du sehen wie alles zu ihm fließen wird.

Frage: Wenn ich dem Kind gegenüber eine freundliche Haltung einnehmen muss, wie kann ich es dann für einen Verstoß bestrafen?

Antwort: Du musst erklären, warum du das gerade tust. Du sagst ihm beispielsweise: „In dir drinnen sitzt ein kleines Teufelchen, das in die Schranken gewiesen werden muss. Was wollen wir damit machen? Gib mir irgendeinen Rat, was zu tun ist, um dir zu helfen, über diesen Dämon zu herrschen und ihn nicht frei zu lassen“.

Aus der russischen Kabbalalektion 1/8/17

[206561]

Altruismus, Teil 1

Wir befinden uns in dem speziellen System, das „Natur“ oder „Schöpfer“ genannt wird, was ein und dasselbe ist.

Dies ist ein geschlossenes, perfektes und konstantes System. Die Menschheit empfängt davon Reaktionen und Einflüsse und entwickelt sich dadurch immer weiter. Das System arbeitet an uns. Es versucht uns in Übereinstimmung mit sich zu bringen, damit wir das Gefühl bekommen, durch unsere bewusste Entscheidung und Arbeit der Natur ähnlich und ein integraler Teil davon zu werden.

Ein Mensch sollte ein Meister dieses Systems sein – alle Menschen als ein Geschöpf. Um ein vollkommenes System der Natur zu werden, müssen wir uns zu einem Ganzen verbinden. Gegenseitiges Geben, gemeinsame Verbindung und Unterstützung, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist das Gesetz dieses einzigen Systems. Es arbeitet an uns, um uns zu seinem Zustand zu bringen.

Aus diesem Grund ist das Gesetz der Nächstenliebe ein zwingendes, dessen Entwicklung unabhängig von unserem Wunsch oder Widerstreben auf uns wirkt. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns, wie wir dieses Gesetz erfüllen können und wie wir einen guten Weg der Übereinstimmung zwischen Schöpfer und Geschöpf finden, um voran zu schreiten. So wird unsere Entwicklung rasch und angenehm sein.

Früher oder später nähern wir uns – ob durch einen guten oder schlechten Weg – immer näher an die Eigenschaften dieses Systems der Natur an. Wir sehen, dass sich die Welt ständig verändert. Jedes Mal , wenn wieder aufgedeckt wird, dass die fortgeschrittenen Staaten die festgelegten gesetzlichen Bedingungen endlich erfüllen sollten. Altruismus ist eine allgemeine Verbindung, die sich über alle Unterschiede hinwegsetzt und die Basis der Natur bildet. Es sollte genauso auf die Menschen übertragen werden.

Unbelebte Materie, Pflanzen und Tiere haben keine Wahlfreiheit. Ein Mensch muss dieses Gesetz verstehen und damit einverstanden sein; selbst wenn er die Möglichkeit hat, etwas anderes zu wählen, sollte er trotzdem das altruistische Gesetz der vollständigen Verbindung mit anderen bevorzugen. Der Altruismus ist der Endzustand, zu dem wir durch die Evolution gelangen werden. Auf dem Weg dorthin passieren wir immer zwei Zustände, zwei Linien. Wir betreten die linke Linie und empfinden Leiden und Schwierigkeiten; dann verstehen wir, dass dies erforderlich ist, um uns rasch mit der rechten Linie zu verbinden.

Die Menschheit bewegt sich auf diese Weise: Manchmal entstehen brutale Regimes, ein anderes Mal freundlichere und barmherzigere. Nach und nach löst sich Böses und Gutes ab, bis man schließlich nach all den Leiden zum Zustand gelangt, wo es reicht und man endlich fähig wird, sich vollständig zu verbinden.

 

Aus dem 3. Teil der täglichen Morgenlektion vom 12/1/17

(201040)

Du sollst Geist und Materie nicht verwechseln

Frage: Wenn alles materielle eine spirituelle Wurzel hat, dann wurde mir meine Familie nicht zufällig gegeben. Wenn es den Schöpfer gibt, bedeutet dies, dass ich Ihn hier, in meiner Familie offenbaren muss? 

Meine Antwort: Es gibt hier „tierische“ und spirituelle Komponenten. Zu den „tierischen“ Komponenten gehört eine Familie, die man braucht und um die man sich kümmern muss. Die spirituellen Komponenten beziehen sich jedoch nur auf die Seele. DAs darf man nicht verwechseln. In unserer Welt muss ich mich um meine Kinder, Partner, Eltern, Verwandtschaft kümmern, aber das hat nichts mit der Seele zu tun. So heißt es in der Tora „löse dich von deiner Mutter und deinem Vater ab, und hafte dich an den Schöpfer an“.

Frage: Soll das heißen, dass familiäre Beziehungen als tierisch zu betrachten sind? Denn es werden doch gemeinsam spirituelle Aufgaben besprochen und Lösungen gesucht, man akzeptiert die Meinung anderer – ist das etwa auch die tierische Stufe?

Meine Antwort: Die Familien unterscheiden sich in Bezug auf was besprochen und berücksichtigt wird. Das ist Ihre Sache. Ich habe nichts gegen die Familie, aber ich denke, dass selbst die tiefgründigen Entscheidungen in der Familie nichts mit Spiritualität zu tun haben.

Meinung: Aber wir sprachen früher darüber, dass eine gute Beziehung zwischen Mann und Frau zur Offenbarung des Schöpfers führen kann.

Meine Antwort: Kann es, natürlich, wenn sie darin erfolgreich werden.

Aus der russ. Lektion, 11.12.2016

[#204886]

Politische Ansichten

Frage aus Facebook: Einerseits sagen Sie, dass sich die Menschheit auf die eine oder andere Art vereinigen wird, und dass es keine Grenzen mehr geben wird, und andererseits sagen Sie, dass jeder in seinen eigenen Grenzen leben und die Menschen bilden muss. Für welche politische Seite sind Sie, die Linke oder die Rechte?

Meine Antwort: Keine. Ich verstehe, wohin uns die Natur leitet und ich rate jedem, zu studieren und diese Veranlagung zu erforschen, und sich wirklich daran anzuhaften, weil es unmöglich ist, sich gegen die Natur zu stellen.

Kommentar: Entsprechend der Person, die diese Frage gestellt hat, befindet sich die Natur auf der extrem linken Seite, weil die Welt sowieso zur Einheit hin voranschreitet…

Meine Antwort: Die Natur kann nicht extrem links sein. Sie vereint uns über allen Unterschieden, weil sie nach dem Prinzip „Liebe wird alle Übertretungen überdecken“ arbeitet – was bedeutet, dass entgegengesetzte Parteien entdecken und verstehen müssen, dass sie mit allem Negativen richtig umgehen müssen. Sie müssen trotz der negativen Eigenschaften jeder Seite ernsthaft arbeiten, und so zwischen ihnen das richtige System der Verbindung aufbauen, bis sie die wirkliche Liebe erreichen.

Unsere eigentliche Natur ist, einander zu hassen. Wenn wir ein bisschen tiefer graben, können wir dieses Problem identifizieren. Jeder von uns ist ein absoluter Individualist, der von einer besonderen, getrennten Wurzel des allgemeinen Systems abstammte und abstieg. Deshalb sind wir vollkommen unterschiedlich und einander entgegengesetzt. Wir müssen lernen, jenseits aller Unterschiedlichkeiten und Meinungsverschiedenheiten eine Verbindung zu etablieren, so als würden wir ein zweites Stockwerk über uns erbauen. Die Weisheit der Kabbala lehrt uns diese Regeln.
Aus KabTV “Neues mit Michael Laitman” 1/30/16

[202071]

Schwarzer Freitag, Teil 1

Frage: Wir leben in der Welt, die radikale Veränderungen in Gesellschaft, Politik, Psychologie und insbesondere in der Verbraucherpsychologie durchmacht.

Es gibt eine außergewöhnliche Aufregung um den 25. November, genannt „Black Friday“; dies ist ein Tag, an dem Waren in Amerika und vielen anderen Ländern für einen speziellen vergünstigten Preis verkauft werden. Einkaufen wird zur Unterhaltung und das Empfangen wird zur Erfüllung. Die Menschen verhalten sich verrückt, sie stehen in langen Schlangen vor den Geschäften an, schlafen in Zelten und warten darauf, dass die Geschäfte öffnen. Im Jahr 2008 wurde ein Mitarbeiter einer Geschäftskette zu Tode getrampelt, als kaufwütige Menschenmassen ein Einkaufszentrum stürmten.

Einkauf und Anschaffung wurden zum wichtigsten Wert in der modernen Gesellschaft und Kultur. Was verursachte solch ein Konsumdenken in der modernen Welt?

Antwort: Die Tatsache, dass wir es gewöhnt sind, einen Menschen nach seinem Reichtum zu beurteilen: wie viel ist er wert, wie viel besitzt er. Wir schauen auf das Äußere eines Menschen, wie er gekleidet ist, wie er sich verhält, welches Auto er fährt, in welchem Haus er lebt, wer seine Frau und Kinder sind und welche Position er in der Gesellschaft hat. Wenn auch in unserer Zeit, die äußere Form an Bedeutung verloren hat. Es war einmal sehr wichtig, jeder musste genau gemäß seinem Status auftreten. Ein Mensch wurde nach seiner Erscheinung beurteilt und sie legte fest, wer er war und welcher sozialen Schicht und Klasse er angehörte.

In unserer Zeit trifft das nicht mehr zu.

Wenn wir einen Mann in einem strengen, schwarzen Anzug, einem weißen Hemd und Krawatte sehen, denken wir wahrscheinlich, dass er ein Anwalt ist. Aber auch unter Geschäftsleuten wird diese Kleidung nicht mehr als zwingend angesehen. Als ich mich mit Wissenschaftlern traf, waren sie sehr locker in Pullover gekleidet. Die Menschen legen weniger Aufmerksamkeit auf die Kleidung.

Das Interesse am Einkauf ist aber immer noch sehr stark, da sich ein Mensch sicherer fühlt, wenn er für seinen Egoismus etwas Angenehmes kauft. Wenn ich einen vollen Kühl- oder Kleiderschrank und ein Auto habe, bedeutet es, dass mit mir alles in Ordnung ist. Das Vertrauen der Menschen in das Leben wird durch diese Werte gemessen. Amerikaner fühlen sich zum Beispiel sicherer, wenn sie mehrere Waffen im Haus haben, „nur für den Fall“. Reiche Menschen bauen dazu Bunker. Andere züchten in ihren Gärten Gemüse, damit sie im Notfall etwas zum Essen haben.

Heutzutage haben die Menschen so viel Stress, dass sie Angst vor der Zukunft haben. An solchen Tagen wie dem „Schwarzen Freitag“ breitet sich diese Hysterie auf die ganze Welt aus. Für den modernen Menschen ist Konsums sehr wichtig. Mit zunehmender Entwicklung legen wir weniger Wert auf die äußere Schönheit, schätzen aber bequeme Kleidung, den Komfort zu hause und in allen anderen Dingen umso mehr.

Besonders die junge Generation scheint weniger an ihr gutes Aussehen zu denken als an den Komfort. Immerhin beschäftigen sich viele schon mit den Fragen nach dem Sinn des Lebens; sie schieben das materielle Leben in den Hintergrund.

Frage: Es gibt doch ein übertriebenes Interesse am Einkaufen, es könnte mit einer Bulimie verglichen werden. Ein Mensch kauft Sachen und bringt sie dann wieder in das Geschäft zurück. Woher kommt dieses Leiden?

Antwort: Ein Mensch fühlt eine innere Leere, die er mit Einkaufen zu füllen hofft.

Selbst wenn er einen Beruf wählt, achtet er nicht auf seine natürliche Neigung, sondern überlegt, wie und womit er mehr Geld verdienen kann, um sich mehr leisten zu können. Unser natürliches Bedürfnis ist der Wunsch zu genießen und zu empfangen. Die Menschen streben immer nach dem, was ihnen fehlt. Jeder hat ein Standard-Set von Wünschen, die er zu befriedigen sucht: Nahrung, Sex, Familie, Geld, Ehre und Wissen. Sie sind in jedem in verschiedenen Anteilen vorhanden. Jeder benötigt eine andere Füllung. Alle diese Füllungen sind Aneignungen, durch die wir uns zu befriedigen hoffen.

Normale Anschaffungen werden durch einen natürlichen Wunsch und den Einfluss der Umwelt verursacht. Wenn andere die Geschäfte stürmen, motiviert mich das auch zum einkaufen, da wir uns im selben Bereich der Wünsche befinden, die miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Bei jedem Modetrend werde ich genauso davon angezogen.

Wenn an diesem Tag Waren mit großer Ermäßigung verkauft werden, warum machen wir dann keine Liste für die wirklich notwendigen Dinge, die wir im Voraus vorbereiten? Weil wir am Schwarzen Freitag wir unseren Verstand verlieren und nicht kaufen, was auf unserer Liste steht, sondern nach allem grabschen, was auch die anderen haben wollen. Es ist die Folge eines Gruppenzwangs.

Damit ein Mensch versteht, wie es funktioniert, kann ihn nur eine spezielle Ausbildung etwas mehr erheben. Es bedarf einer psychologischen Vorbereitung, die ihm ermöglicht zu verstehen, warum etwas so geschieht, woher es kommt und wie er etwas auf vernünftige Weise erreichen kann. All die Aufregung wird künstlich angeheizt und die Menschen für die Werbung verkauft.

Als Ergebnis zahlt ein Mensch mehr Geld als erwartet. Er kauft sich das Gefühl, dass er nicht schlechter als alle anderen lebt und im Leben erfolgreich ist. Er sieht, dass er in gleicher Weise wie die anderen handelt und sogar etwas mehr gewonnen hat als sie. Es gibt hier einen Wettbewerb, die Erfüllung für unseren Egoismus ist dort größer als üblich. Infolgedessen stopfen wir die Welt mit Dingen voll, die wir nie brauchen und die schnell am Müll landen: Nahrung, Gerätschaften, ungetragene Kleider und Schuhe.

Auf diese Art beschränken wir uns. Schließlich werden wir, wenn wir der Menge, der Mehrheit folgen, nichts Besonderes erreichen. Um ein besonderes Ziel zu erreichen, müssen wir uns von der Masse und der „Massenkultur“ trennen und uns darüber erheben.

Von Kab TV „Neues Leben“ 24/11/16

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