Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Integrale Bildung'

Schwarzer Freitag, Teil 1

Frage: Wir leben in der Welt, die radikale Veränderungen in Gesellschaft, Politik, Psychologie und insbesondere in der Verbraucherpsychologie durchmacht.

Es gibt eine außergewöhnliche Aufregung um den 25. November, genannt „Black Friday“; dies ist ein Tag, an dem Waren in Amerika und vielen anderen Ländern für einen speziellen vergünstigten Preis verkauft werden. Einkaufen wird zur Unterhaltung und das Empfangen wird zur Erfüllung. Die Menschen verhalten sich verrückt, sie stehen in langen Schlangen vor den Geschäften an, schlafen in Zelten und warten darauf, dass die Geschäfte öffnen. Im Jahr 2008 wurde ein Mitarbeiter einer Geschäftskette zu Tode getrampelt, als kaufwütige Menschenmassen ein Einkaufszentrum stürmten.

Einkauf und Anschaffung wurden zum wichtigsten Wert in der modernen Gesellschaft und Kultur. Was verursachte solch ein Konsumdenken in der modernen Welt?

Antwort: Die Tatsache, dass wir es gewöhnt sind, einen Menschen nach seinem Reichtum zu beurteilen: wie viel ist er wert, wie viel besitzt er. Wir schauen auf das Äußere eines Menschen, wie er gekleidet ist, wie er sich verhält, welches Auto er fährt, in welchem Haus er lebt, wer seine Frau und Kinder sind und welche Position er in der Gesellschaft hat. Wenn auch in unserer Zeit, die äußere Form an Bedeutung verloren hat. Es war einmal sehr wichtig, jeder musste genau gemäß seinem Status auftreten. Ein Mensch wurde nach seiner Erscheinung beurteilt und sie legte fest, wer er war und welcher sozialen Schicht und Klasse er angehörte.

In unserer Zeit trifft das nicht mehr zu.

Wenn wir einen Mann in einem strengen, schwarzen Anzug, einem weißen Hemd und Krawatte sehen, denken wir wahrscheinlich, dass er ein Anwalt ist. Aber auch unter Geschäftsleuten wird diese Kleidung nicht mehr als zwingend angesehen. Als ich mich mit Wissenschaftlern traf, waren sie sehr locker in Pullover gekleidet. Die Menschen legen weniger Aufmerksamkeit auf die Kleidung.

Das Interesse am Einkauf ist aber immer noch sehr stark, da sich ein Mensch sicherer fühlt, wenn er für seinen Egoismus etwas Angenehmes kauft. Wenn ich einen vollen Kühl- oder Kleiderschrank und ein Auto habe, bedeutet es, dass mit mir alles in Ordnung ist. Das Vertrauen der Menschen in das Leben wird durch diese Werte gemessen. Amerikaner fühlen sich zum Beispiel sicherer, wenn sie mehrere Waffen im Haus haben, „nur für den Fall“. Reiche Menschen bauen dazu Bunker. Andere züchten in ihren Gärten Gemüse, damit sie im Notfall etwas zum Essen haben.

Heutzutage haben die Menschen so viel Stress, dass sie Angst vor der Zukunft haben. An solchen Tagen wie dem „Schwarzen Freitag“ breitet sich diese Hysterie auf die ganze Welt aus. Für den modernen Menschen ist Konsums sehr wichtig. Mit zunehmender Entwicklung legen wir weniger Wert auf die äußere Schönheit, schätzen aber bequeme Kleidung, den Komfort zu hause und in allen anderen Dingen umso mehr.

Besonders die junge Generation scheint weniger an ihr gutes Aussehen zu denken als an den Komfort. Immerhin beschäftigen sich viele schon mit den Fragen nach dem Sinn des Lebens; sie schieben das materielle Leben in den Hintergrund.

Frage: Es gibt doch ein übertriebenes Interesse am Einkaufen, es könnte mit einer Bulimie verglichen werden. Ein Mensch kauft Sachen und bringt sie dann wieder in das Geschäft zurück. Woher kommt dieses Leiden?

Antwort: Ein Mensch fühlt eine innere Leere, die er mit Einkaufen zu füllen hofft.

Selbst wenn er einen Beruf wählt, achtet er nicht auf seine natürliche Neigung, sondern überlegt, wie und womit er mehr Geld verdienen kann, um sich mehr leisten zu können. Unser natürliches Bedürfnis ist der Wunsch zu genießen und zu empfangen. Die Menschen streben immer nach dem, was ihnen fehlt. Jeder hat ein Standard-Set von Wünschen, die er zu befriedigen sucht: Nahrung, Sex, Familie, Geld, Ehre und Wissen. Sie sind in jedem in verschiedenen Anteilen vorhanden. Jeder benötigt eine andere Füllung. Alle diese Füllungen sind Aneignungen, durch die wir uns zu befriedigen hoffen.

Normale Anschaffungen werden durch einen natürlichen Wunsch und den Einfluss der Umwelt verursacht. Wenn andere die Geschäfte stürmen, motiviert mich das auch zum einkaufen, da wir uns im selben Bereich der Wünsche befinden, die miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Bei jedem Modetrend werde ich genauso davon angezogen.

Wenn an diesem Tag Waren mit großer Ermäßigung verkauft werden, warum machen wir dann keine Liste für die wirklich notwendigen Dinge, die wir im Voraus vorbereiten? Weil wir am Schwarzen Freitag wir unseren Verstand verlieren und nicht kaufen, was auf unserer Liste steht, sondern nach allem grabschen, was auch die anderen haben wollen. Es ist die Folge eines Gruppenzwangs.

Damit ein Mensch versteht, wie es funktioniert, kann ihn nur eine spezielle Ausbildung etwas mehr erheben. Es bedarf einer psychologischen Vorbereitung, die ihm ermöglicht zu verstehen, warum etwas so geschieht, woher es kommt und wie er etwas auf vernünftige Weise erreichen kann. All die Aufregung wird künstlich angeheizt und die Menschen für die Werbung verkauft.

Als Ergebnis zahlt ein Mensch mehr Geld als erwartet. Er kauft sich das Gefühl, dass er nicht schlechter als alle anderen lebt und im Leben erfolgreich ist. Er sieht, dass er in gleicher Weise wie die anderen handelt und sogar etwas mehr gewonnen hat als sie. Es gibt hier einen Wettbewerb, die Erfüllung für unseren Egoismus ist dort größer als üblich. Infolgedessen stopfen wir die Welt mit Dingen voll, die wir nie brauchen und die schnell am Müll landen: Nahrung, Gerätschaften, ungetragene Kleider und Schuhe.

Auf diese Art beschränken wir uns. Schließlich werden wir, wenn wir der Menge, der Mehrheit folgen, nichts Besonderes erreichen. Um ein besonderes Ziel zu erreichen, müssen wir uns von der Masse und der „Massenkultur“ trennen und uns darüber erheben.

Von Kab TV „Neues Leben“ 24/11/16

(19774)

Du lernst das ganze Leben

Frage: Warum  lernt die Gesellschaft nichts aus der Geschichte? Warum sind die Menschen nicht in der Lage, klare und selbstverständliche Tatsachen zu verstehen, zu akzeptieren und daraus Rückschlüsse für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen?

Meine Antwort: Die Menschheit lernt schrittweise und nur aus ihren Fehlern. Das Leiden treibt die Menschen voran. Nachdem was in den Büchern der Weisheit der Kabbala beschrieben wird, musste es bis zur heutigen Zeit so sein. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Menschheit durch „Schläge“. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts begann sich die Welt zu verändern. Der Erste Weltkrieg  war der Beginn der Manifestation globaler Prozesse in der Welt. Dieser Trend entwickelte sich allmählich weiter und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg deutlicher. Heute leben wir bereits in einer globalen Welt mit unterschiedlichen integralen Verbindungen.

In unserer Zeit, in der die Menschheit ein solches, ganzheitliches Ego erreicht hat, sind wir vollkommen in gegenseitige Beziehungen eingetreten. Die Menschen können über die Meere und Kontinente Kontakt miteinander haben. Es ist bereits möglich, den Menschen zu erklären, dass sie nicht nur integral verbunden sind, sondern dass die aufgebauten Verbindungen schlecht sind. Schlecht gebaute globale Verbindungen sind voller Gefahren.

Die Weisheit der Kabbala offenbart und erklärt uns, dass wir uns auf unsere nächste Entwicklungsstufe erheben müssen. Wir müssen begreifen, dass wir die Welt zu einer gemeinsamen und gegenseitigen Verbindung zwischen uns bringen müssen, nicht nur persönlich durch unsere eigenen Sinne. Wenn dies geschieht, werden wir die Welt in einer völlig anderen Weise, auf einer anderen Ebene, in einer anderen Dimension wahrnehmen. Wir werden das als ein vollständig vernetztes System betrachten.

Es ist ein System, in dem eine einzige Kraft wirkt und die alles verwaltet. Ähnlich wie bei einem Schwarm Vögel. Es können Tausende sein und doch gehorchen alle einem einzigen Wunsch, einer Absicht und einer Bewegung. Zwischen ihnen gibt es eine kollektive Verbindung, eine kollektive Intelligenz, ein kollektives Gefühl, ein kollektives Ziel. Keiner von ihnen hat persönliche Ziele. Sie alle zielen instinktiv nur auf eine Zusammenarbeit, auf die Verwirklichung eines kollektiven Programms und auf das Erreichen eines gemeinsamen Ziels ab. Würden wir dieses gemeinsame System der gegenseitigen Verbindung zwischen uns trotz unseres Egoismus fühlen, dann würden wir die sogenannte „höhere Welt“ wahrnehmen. Wir würden das Gefühl einer gemeinsamen Natur, einen Zustand der Ewigkeit und Ganzheit erreichen.

Wir müssen diesen Zustand unabhängig, nicht wie Vögel, Fische, Bienen und dergleichen, instinktiv auf einer tierischen Stufe erreichen. Wir müssen das trotz unseres Egoismus erreichen, indem wir uns über ihn erheben und uns miteinander verbinden. Schließlich werden wir dann die Kraft bemerken, die alles leitet. Wenn sich die unterschiedlichen Arten wie Ameisen, Vögel oder Fische verbinden, werden sie von der allgemeinen, kollektiven Kraft geleitet. Das ist genauso eine höhere Kraft, die sich in solchen Momenten unter den Vögeln manifestiert.

Sie bewegen sich ohne sich zu unterhalten, genau innerhalb dieser allgemeinen, kollektiven Kraft. Genau das geschieht mit uns durch die richtige Verbindung. Das wird die Offenbarung des Schöpfers zwischen den Menschen genannt.

Wenn wir schon in solch einem Zustand wären, dann könnten wir die nächste Stufe unserer Entwicklung, eine Existenz, die nicht in unserem Körper, sondern außerhalb davon liegt, in unserer gemeinsamen, kollektiven Intelligenz und unserem Verlangen besprechen. Wir würden unsere gegenwärtige, egoistische Wahrnehmung der Wirklichkeit durchlaufen und dadurch zu einem einzigen Wesen in der höheren Welt, werden. Wir können das in unserer Welt und in unserer Zeit entweder gegen unseren Willen oder aber ganz bewusst umsetzen.

Nun taucht die Weisheit der Kabbala auf, die uns erklärt, dass wir diesen Zustand bewusst erreichen müssen, da wir sonst große Unruhen ertragen werden.

Aus einer Kabbala-Lektion am 10/7/16

(194830)

Wie viele Menschen sind nötig, um die Welt zu korrigieren?

Frage: Der Schöpfer erschuf einen großen Wunsch zu empfangen, der sich in annähernd sieben Milliarden Menschen, die heute auf der Welt leben, kleidet. Kann es sein, dass er sich nur in ein paar tausend oder sogar noch weniger Menschen einkleidet, wie Baal HaSulam in seinem Artikel „Die letzte Generation“ schreibt? Macht es irgendeinen Unterschied, wie viele biologische Körper die Korrektur des Wunsches zu empfangen herbeiführen werden? Oder sind zehn Menschen genug?

Antwort: Ja. Das allerwichtigste ist, dass die zehn Leute der Inbegriff des universellen Egoismus sein sollten. Mit anderen Worten, der Egoismus der ganzen Menschheit wäre auf diese zehn konzentriert, die sich zusammenfinden, um den Egoismus zu neutralisieren und sich zu einem zusammenhängenden Ganzen zu verbinden. Diesen Zustand nennt man Adam, die eine gemeinsame Seele.

Verständlicherweise wäre es komplizierter und schwieriger, den Egoismus anstatt durch 7 Milliarden durch zehn Personen zu korrigieren. Deshalb ruft uns speziell heute die Weisheit der Kabbala dazu auf, zur Korrektur zu kommen.

Nach einem Dritten Weltkrieg wäre alles viel schlimmer. Auch wenn ein Krieg Leiden mit sich bringt, zwingt er die Menschen letztendlich doch auch dazu, sich zu vereinigen; die Freiheit der Wahl würde dennoch gegeben sein. Wir hätten das Problem, jedermann davon zu überzeugen, sich für die Vereinigung zu entscheiden. Aus diesem Grund müssen wir uns heute mit der Korrektur beschäftigen.
Aus der russischen Kabbalalektion 7/10/16

195359

Was ist der Gegenstand der Vereinigung für uns?

Frage: Sie sprechen immer über Vereinigung, über die Annäherung der Menschen und über die Einheit. Daraus folgt, dass „Liebe deinen Freund wie dich selbst“ (Leviticus 19:18) kein Satz ist, der sich wie die Religionen mit Moral beschäftigt; vielmehr handelt es sich um eine neue Art der Wahrnehmung der Wirklichkeit. Ist es daher notwendig, sich näher zu kommen und sich nicht nur gegenseitig zu lieben?

Meine Antwort: Wir brauchen uns nicht nach dem Prinzip „Du für mich und ich für dich“  näher kommen und kooperieren, um gut zu sein. Nein. Wir müssen uns allmählich von unseren Eindrücken dieser Welt lösen. Wir sollten verstehen, in welche Art System wir eintreten können und dass das kollektive Bewusstsein, das wir in unserer Welt erreichen können, tatsächlich perfekt ist und uns zu einer anderen Wahrnehmung und Empfindung führt. Auf diese Weise erreichen wir die nächste Stufe der Natur, in der niemand existiert und zu der nur ein Mensch aufsteigen kann, da er sich besonders gegen seinen Egoismus stellt. Ein Mensch kann auf die nächste Stufe aufsteigen, wenn er spürt, dass er in einer ewigen und perfekten Dimension lebt.

Aus einer Lektion in russischer Sprache 10/7/16

(195048)

Der neue Präsident, eine neue Welt und neue Werte

Frage: Wie sehen Sie als Kabbalist die aktuelle Situation in der Welt? Sie sprechen schon die ganze Zeit über große Veränderungen, die auf uns zukommen. Was sind diese Veränderungen?

Meine Antwort: Die Welt befindet sich wirklich in einem ganz besonderen Zustand. Es ist klar, dass sich eine Revolution zusammenbraut. Es ist klar, dass es nicht mit Herrn Trump zu tun hat, er ist nur eine Marionette, die für diese Rolle ausgewählt wurde. Das System bekommt ein leistungsstarkes und sehr wichtiges „Upgrade“.

In der Tat kann man sagen, dass die Welt neue Werte annimmt. Obwohl es allmählich geschieht und noch nicht von den Menschen wahrgenommen wird. Von der Macht des Geldes, das die tragende Säule des Kapitalismus ist, bewegt sich die Welt zu „spirituellen“ Werten. Dies wird auch aufgrund des ideologischen Einfluss auf die Welt, der Expansion des Islam unterstützt. Denn die Moslems kämpfen nicht um Geld, sondern für ihre Ideologie.

Auf die Welt warten große Veränderungen und der gesamte Prozess wird den sogenannten „Neo-Liberalismus“ begraben. Schließlich hat er keine realistische Grundlage und kein Existenzrecht; er wird völlig künstlich aufrechterhalten. Der Liberalismus brachte uns zu einem Zustand, den die Menschen nicht mehr ertragen können. Einige besitzen irrsinnige Reichtümer, die nicht auf realen Geschäften, sondern auf Betrug an der Börse basieren. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die nichts zum Beißen haben.

Es ist verständlich, dass es unmöglich ist, Fabriken zurück nach Amerika zubringen. In allen entwickelten Ländern gibt es viele Fabrikationsstätten, die nach China und anderen Orten mit billigen Arbeitskräfte transferiert wurden. Dies kann man nicht mehr rückgängig machen, und dazu besteht auch keine Notwendigkeit. Wir können dem amerikanischen Arbeiter nicht den Niedriglohn wie dem Arbeiter in China zahlen.

Man muss auf eine neue spirituelle, menschliche Ebene wechseln. Wir sollten keine Gegenstände, sondern Menschlichkeit produzieren! Schließlich haben wir keinen Mangel an Nahrung oder Bekleidung. Es gäbe genug, um alle Menschen mit dem Notwendigsten zu versorgen. In der Welt besteht eine Überproduktion von Konsumgütern, die eigentlich nahezu wertlos sind.

Wir müssen erkennen, dass für den Wohlstand der Welt nur eine höhere Kraft erforderlich ist. Die Kraft der Verbindung bringt uns zur Ähnlichkeit mit der Natur. Deshalb werden die Menschen, die durch ihre Vereinigung in der Lage sein werden, der Menschheit zu helfen, ähnlich wie Natur zu sein, die Gefragtesten sein. Dies wird der Beruf der Zukunft sein, den die Menschen erlernen müssen. Diese Phase dauert noch Jahre und alle müssen es lernen, Millionen und Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt.

Das ist eine neue Aufgabe für diejenigen, die den Menschen die Kunst der Verbindung beibringen können. Es sollten alle Medien einbezogen werden, weil es ein ganzes System ist. Die Menschen werden es erlernen, und diese Ausbildung wird eine eine Arbeit für den Schöpfer sein, für die wir alle bezahlt mit dem, was wir brauchen, bezahlt werden. Es ist etwa 90% der Weltbevölkerung, die keine Arbeit in der Produktion von Gütern finden werden. Die übrigen 10% der mechanischen Arbeit wird in der Welt irgendwie verteilt.

Trump stellt das Symbol der Veränderung dar, wenn es ihm erlaubt wird. Aber das ist schon eine Charakteristik. Schließlich will er dem Finanz- und Bankensystem die Macht entreissen und sie der Industrie zurückgeben.

Aber die Industrie wird nicht die gleiche bleiben, wie er glaubt: Dass wir wieder anfangen, in Amerika Autos zu bauen und die Schwerindustrie zu fördern. Das wird nicht funktionieren. Sondern es wird eine neue Industrie entstehen: Die Produktion von „Menschen“. Dies ist die aktuelle Tendenz der Entwicklung der Menschheit. Die bestimmt auch die Situation in Europa. Die Europäische Union bricht auseinander. Alle schreien, dass Europa die integrale Verbindung vermittelt.

Aber die Europäische Union war nie eine Vereinigung, geschweige denn integral. Es war ein Zusammenschluss von Banken mit dem Ziel, möglichst hohen Profit einzufahren und über alles zu herrschen. Es gab niemals eine Einheit oder ein vereinigtes Europa. Verbunden sind nur diejenigen, die mit dem Geld spielen. Und so ist es nur zum Besseren, wenn dieses Bündnis auseinanderfallen wird. Europa war nie verbunden, also müssen wir nichts bereuen.

Und nachdem die Europäische Union auseinander gefallen sein wird, woran keinerlei Zweifel mehr besteht, kann man über die echte Verbindung sprechen. Es ist offensichtlich, dass danach dringender Bedarf besteht.

Irgendwann wird es möglich sein, über die Einheit Europas und Vereinigung in einer anderen Form zu sprechen. Aber das erfordert schon eine Ausbildung in Integraler Bildung.

Aus dem Gespräch über die aktuelle Weltlage , 18/11/2016

197607

Depression bei Jugendlichen

Heute führte ich Gespräche mit Eltern, die sich bei mir über die Depressionen ihrer Kinder beschwerten. Sie sind verwirrt, wissen nicht, was zu tun ist. Depression treibt junge Menschen zu dummen Taten, nur um die Melancholie zu beschönigen. Übrigens war ich nicht sofort bereit, meine Meinung zu äußern und ihnen Ratschläge zu geben.
Depression bei Jugendlichen ist ein internationales Problem. Man sagt, dass sich bis zu 15% der Jugendlichen in solchen Zuständen befinden, und in einigen Ländern ist diese Zahl sogar höher als 15%. Es ist sehr schmerzhaft, unsere Kinder oder Enkelin einem solchen Zustand zu sehen. Deshalb müssen wir versuchen, ihnen die Bedeutung der Existenz zu vermitteln. Schließlich ist das Leben so vielseitig, so kompliziert und tief!
Wenn wir „oben“ schweben, sind wir Verschmutzungen ähnlich, die aus dem Strudel des Lebens hochkommen. Und wenn wir uns im Wirbel befinden und erst den Boden erreichen, finden wir dort den Sinn des Daseins und das Programm der Erschaffung der Schöpfung, und wir werden feststellen, dass wir tatsächlich besondere Kreaturen im gesamten Universum sind. In unserem Leben steckt große Bedeutung! Wir können uns über die Sterne erheben, über Zeit und Raum steigen und einen unbegrenzten Zustand  erreichen!
Wir haben dieses Wissen zu offenbaren und zu verbreiten, nicht für uns selbst, sondern zum Wohle unserer Kinder und Enkelkinder. Wir wollen es zu Wege bringen, dass sie glücklich werden. Lassen Sie uns darüber heute nachdenken!

TV Programm „Weisheit des Tages“, 17.07. 2016.

[#190049]

Zu welchem Ziel führt uns die Entwicklung, Teil1

Frage: Trotz allem materiellen Überfluss, den uns die fortgeschrittene Technologie ermöglicht, sind wir nicht glücklicher geworden als in früheren Zeiten. Ganz im Gegenteil! Depressionen und Stress nehmen zu, viele Menschen verlieren ihre lebenswichtige Bezugspunkte, wollen nicht heiraten oder Kinder haben, geschweige denn für irgendwelche materiellen Dinge arbeiten, die ihren Eltern noch sehr wichtig waren. Die Zukunft der Menschheit  ist unklar und vage. Wohin führt uns diese Entwicklung?

Meine Antwort: Der heutige Zustand ist sehr besonders, denn die Menschheit erkennt langsam das Ende der Entwicklung unseres egoistischen Verstandes, des Herzens, der Gedanken und der Verlangen. Der Egoismus trieb uns voran. Im Laufe der Geschichte entwickelten sich mit seiner Hilfe viele Arten von Wissenschaft und Technik: Vom einfachen Stock und Rad bis hin zu den genialsten und schwierigsten Technologien.

Wir erforschen den Weltraum, tauchen in die Tiefe des Ozeans, wir entwickeln leistungsfähige Computer, erschaffen wunderbare Gemälde, Musik und viele andere Kunstwerke, bauen Wolkenkratzer. Wir können die Erde mit einem Schiff oder einem Flugzeug umrunden. Man besteigt ein Flugzeug und fliegt von einem Kontinent zum anderen. Es scheint, als könnte man mit solchen unbeschränkten Möglichkeiten, ein wunderbares, erfülltes Leben führen. Eigentlich bräuchten wir angesichts dieser technologischen Entwicklung nur mehr wenige Stunden pro Tag arbeiten, um uns mit allem notwendigen zu versorgen – vielleicht sogar noch weniger.

Zugleich sehen wir, dass die Natur, die uns zu dieser Entwicklung brachte, uns auch dazu veranlasste, alle möglichen Mittel zur Zerstörung zu erfinden. Viele Erfindungen schaden uns letztendlich. Dies zeigt sich auch in der Musik, Malerei, Ballett, Sport, die sich von Spiel, Freude, und Schönheit in Zank und Wettbewerb verwandelten.

Die Religionen tragen ebenfalls zu gegenseitigem Hass bei und kehren die Unterschiede zwischen den Menschen in den Vordergrund anstatt sich drüber zu erheben. Die „Errungenschaften“ der Menschheit – von den materiellen bis zu angeblich spirituellen – sind nicht alle auf das Wohl der Menschen gerichtet. Der Grund dafür liegt in unserem egoistischen Fundament. Mit Hilfe unseres entwickelten Verstandes, unserer Gefühle und Fähigkeiten könnten wir eine ganze Menge nützlicher Dinge machen, doch letztendlich machen wir das meiste zu unserem Vorteil und zum Nachteil des Nächsten. So ist unsere Natur, darum sagt man auch „böser Trieb“.

Darum werden wir in unserer Entwicklung enttäuscht und die Krise wird größer. Aber auf der anderen Seite zeigt uns dieser Zustand auch, wie sehr wir eine Veränderung brauchen. Denn jede Innovation im sozialen Bereich oder in der Familie führt am Ende zu noch mehr Problemen als vorher. Darum sind wir verzweifelt und resignieren. Wir wollen nicht heiraten und auch keine Kinder haben. Die Regierungen verstehen, dass sie nicht in der Lage sind, etwas zu ändern, darum tuen sie nur so, als würden sie regieren.

Das bedeutet, dass wir in einer Entwicklungsphase sind, in welcher wir unseren „bösen Trieb“ erkennen. In dem Fall ist es besser zu sitzen und nichts zu tun, es zumindest nicht noch schlimmer zu machen. Die Menschen verzweifeln instinktiv und verlangsamen damit die Entwicklung. Dies ist vor allem in der Wirtschaft und im (inter)nationalen Handel zu spüren.

Viele junge Leute begnügen sich mit dem Wenigen, das sie haben und wollen auch nicht mehr. Sie bevorzugen es, bei den Eltern zu wohnen und keine Verpflichtungen zu haben.  Sie wollen nicht viel arbeiten und sind bereit, mit einem geringen Einkommen auszukommen;  sie entwickeln sich nicht, interessieren sich nicht für Geschichte, Kultur oder Kunst, weil sie darin keinen Sinn sehen. Ihnen ist klar, dass nichts davon eine Erfüllung bringt, sondern im Gegenteil alle neuen Erfindungen nur noch mehr zur Erkenntnis des Bösen führen.

Die heutige Generation ist verzweifelt und weiß nicht, wie sie das Problem lösen soll. Noch sind die Menschen sehr skeptisch und wollen auch keine Ratschläge hören. Die Verzweiflung über die Entwicklung ist schon da, aber der Schmerz ist noch nicht groß genug, um eine Veränderung einzuleiten. Nach und nach reift der Boden für die Saat einer neuen Entwicklung, die die Wissenschaft der Kabbala anbietet.

Fortsetzung folgt…

Aus der Sendung „Neues Leben“,Folge Nr.: 767

Wie man Kinder richtig liebt

Neues Leben #758 – Wie man Kinder richtig liebt. Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe.

Zusammenfassung

Es gibt zwei entgegengesetzte Kräfte im Plan der Natur, die Kraft der Anziehung und die Kraft der Abstoßung, Liebe und Hass. Demnach sind Hass und Liebe die Hauptkräfte, auf die unser Leben aufgebaut ist. Nur im Menschen hat die Natur keine klaren Grenzen von Anziehung und Abstoßung oder Liebe und Hass geschaffen.

Damit diese beiden Kräfte für uns und unsere Kinder im Gleichgewicht sind, müssen wir uns an der „mittleren Linie“ orientieren. Absolute Liebe erweckt im Kind Abstoßung und Hass, weil es nicht weiß, wie es damit umgehen soll. Deshalb ist ein ständiger Druck vollkommen nutzlos und bringt die Kinder in verwirrende Situationen. Als Menschen sind wir nicht darauf vorbereitet, etwas Unendliches zu fühlen. Wenn die Liebe unendlich ist, könne wir sie unmöglich fühlen.

Um zu wissen wie man sich korrekt verhält, muss man die menschliche Natur studieren. Das lehrt uns die Weisheit der Kabbala. Die richtige Verbindung schließt drei Eigenschaften ein: Ich bin größer als der andere, kleiner als der andere und dem anderen gleich.

Eltern und Kinder sollten sich zusammen in einen Kreis setzen und als Gleichberechtigte miteinander sprechen. Durch solche Gespräche erlangen die Kinder ein Gefühl der Wichtigkeit und Verantwortung. Wenn die Eltern einen Geist von Gegenseitigkeit, Gleichheit und Respekt ausstrahlen, dann überträgt sich dieser auf die Kinder. Die Kinder werden verstehen, dass sogar dann, wenn die Eltern ihnen Grenzen aufzeigen, es liebevoll gemeint ist. Zusätzlich zu Gefühlen und Verstand müssen wir bei den Kindern die „Mittlere Linie“ entwickeln.

Aus KabTV “Neues Leben #758 – Wie man Kinder richtig liebt” 8/11/16

[191682]

ZWISCHEN DEN ATOMEN

Das österreichische Magazin NZZ veröffentlichte mein Interview mit dem Titel „Zwischen den Atomen“ mit Michael Fleischhacker, Journalist, Moderator, Chefredakteur von NZZ und früherer Chefredakteur von „Die Presse“.

Mein GottSie ist eine der ganz alten Weisheitslehren der Menschheit und immer noch voll im Trend: die Kabbala. Einer der prominentesten Vertreter der Kabbala erklärt im Gespräch, warum wir uns ein Instrument bauen müssen, um Gott zu entdecken.

Interview Michael Fleischhacker und Michael Laitman

Michael Fleischhacker Wir haben für dieses Magazin einige österreichische Künstler gebeten, uns ein Bild zu zeichnen. Das Bild sollte zeigen, was auch der Titel des Magazins ist: Mein Gott. Auch Zenita Komad hat ein Bild für uns gezeichnet. Aus diesem Bild lese ich heraus, dass in ihrem Verständnis Gott eigentlich Kommunikation ist, dass Gott nicht dadurch entsteht, dass vereinzelte Atome herumirren – sondern dadurch, dass zwischen diesen Atomen Kommunikation aufgebaut wird, und erst, wenn die hergestellt ist, klärt sich Gott auf oder wird Gott sichtbar, wenn man so will. Teilen Sie diese Sicht?

Michael Laitman Das ist absolut richtig. Ich stimme Zenita zu. Gott ist keine Persönlichkeit, sondern eine Kraft; die allgemeine Kraft, die alle Naturkräfte in sich vereint. Diese Kraft verbindet und beinhaltet die gesamte Schöpfung. Leitet alles, lenkt alles, organisiert alles, ordnet alles. Alles in allem ist sie Energie. Um diese Kraft zu entdecken, müssen wir einen Detektor bauen, wie in unserer Welt, wo man ein Instrument braucht, um etwa eine magnetische oder radioaktive Kraft zu messen. Zum Beispiel spüren wir an uns selbst die Schwerkraft. Eine magnetische Kraft spüren wir nicht, dazu brauchen wir ein Instrument. Genauso ein Instrument müssen wir in uns herstellen, um Gott, diese allgemeine Kraft, zu fühlen und zu entdecken.

Ich stelle mir das gerade sehr technisch-praktisch vor. Wie in einer „Universum“-Sendung, wo der Mensch beginnt, sich so einen Gottesdetektor zu bauen, der etwa aussieht wie die Roboter aus Star Wars?

Ja, genauso ist es, aber im Unterschied dazu muss das im Innersten des Menschen gebaut werden.

Gibt es irgendwo Bauanleitungen dafür, oder muss man das selbst erfinden? Kann man sich das aus dem Internet herunterladen? Anleitungen für das Star-Wars-Lego meines Kindes zum Beispiel kann ich aus dem Internet laden …

Natürlich gibt es die. Darum geht es ja in der Weisheit der Kabbala. 6000 Jahre fast schon spricht sie darüber, wie wir unsere Verbindungen bauen, um die Göttlichkeit zu entdecken. [Rest des Beitrags lesen →]

YNET: Was ist uns betreffend Schulbildung unserer Kinder wichtig? (Teil 2)

Eine Lektion in Verbindung

Wenn wir nicht eines Morgens aufwachen wollen, um festzustellen, dass wir eine ganze Generation verloren haben, schlage ich vor, einen Schultag so zu beginnen, wie es Baal HaSulam in seinem Artikel beschreibt: Nämlich mindestens eine Stunde täglich mit gemeinsamen Verbindungsaktivitäten zu verbringen. Wir sollten den Moment, wieder auf der Schulbank zu sitzen, nicht verpassen. „Wir, das Volk, müssen dafür sorgen, dass sich unter den Studenten eine „Kleingemeinschaft“ bildet, in der sich wie in einer kleinen Familie jeder um alle anderen kümmert. Das bereitet die Kinder auf eine warme, freundliche Verbindung vor. Diese wird über ihren Spannungen und natürlichen Konflikten stehen und all ihre verborgene Kreativität und Potentialem hervorbringen. („Bildung erschafft nichts Neues, bringt jedoch das hervor, was schon in einem Menschen steckt“, Rav Kook).

Während der „Verbindungsstunde“ halten die Lehrer die grundlegenden Werkzeuge, die für eine starke und gesunde Verbindung zwischen den Studenten wichtig sind, bereit. Die Lehrer bringen positive Beispiele für Vertrauen und Rücksichtnahme. Sie leiten die Schüler im Umgang mit einer globalen Welt an, die jeden Aspekt unseres Lebens beeinflusst.

Die Kinder werde in einem Kreis sitzen, in dem alle gleich sind, und wo sie sich gegenseitig zuhören und sehen können. Sie sitzen nicht hinter herkömmlichen Schulbank-Reihen. Sie lernen einander zuzuhören, ohne dabei gleich jedem ihre eigene Meinung aufzwingen zu wollen, bevor sie nicht ein allgemeines Verständnis erreicht haben. Allmählich lernen sie, ihre egoistische Natur zu überwinden und schließlich werden sie Partnerschaft, Verbindung und Liebe fühlen, wie geschrieben steht, „Liebe überdeckt alle unsere Sünden“.

Ein Lehrer fürs Leben

Der Lehrer wird selbst ein Teil des Kreises sein, mit den Kindern zusammensitzen und mit ihnen auf gleichem Niveau sprechen. Er wird seine Autorität und Überlegenheit kunstvoll durch wichtige Fragen ersetzen, die den Kindern helfen, mehr über ihre Kommunikation untereinander zu entdecken und darüber sprechen zu lernen.

Ein Kind, das in einer Umgebung aufwächst, die Erfolg entsprechend dem Maß an Rücksichtnahme gegenüber anderen und Teilnahme an der Vergrößerung gesellschaftlichen Miteinanders misst, wird sehr gut gedeihen und gebildet sein. Als Erwachsener wird es zweifellos eine erweiterte Perspektive der Welt haben und Verantwortung und Fürsorge in Bezug auf den Aufbau einer freundlichen, gleichberechtigten Gesellschaft übernehmen.

„Es ist eine Schande, zuzugeben“, sagt Baal HaSulam im selben Artikel, dass „eine der wertvollsten und wichtigsten Eigenschaften, die wir während unserer Zeit im Exil verloren haben, unser nationales Bewusstsein ist. Damit ist ein natürliches Gefühl gemeint, dass jede Nation verbindet und aufrechterhält. Es geschah dadurch, dass der Faden der Liebe, die Verbindung des israelischen Volkes, aus den Herzen geschnitten wurde und verloren ging“. Unser Volk besitzt eine große Weisheit der Verbindung, eine Ideologie, die seit Generationen aufgebaut wurde. Alles was wir tun müssen, ist die Methode der Verbindung umzusetzen. Sie ist mit der barmherzigen Liebe Abrahams und zwischen unseren geliebten Kindern verwurzelt. Dies ist kein Traum, es ist genau hier, in den Beziehungen zwischen uns.

Vom Ynet-Artikel 31/8/16

(192703)