Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Gleichgewicht im neuen sozialen Netzwerk

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Zusammenfassung

Wie können wir Wohlstand anstatt Notstand fühlen? Wie können gegenseitige Verantwortung und Verbindung zwischen uns dies fördern, und wie bewegen wir uns auf die Werte der Liebe, Unterstützung und gegenseitigen Garantie zu?

Das neue soziale Netzwerk wird durch Bildung, Medien und Workshops aufgebaut werden. Das Netzwerk-Gleichgewicht wird gemessen, indem man testet, ob Menschen von der Verbindung erfüllt werden, vom spirituellen Teil. Die Menschen werden an der integralen Bildung teilnehmen und darin investieren, bis diese sich auf der ganzen Welt ausbreitet.

Aus KabTVs „Neues Leben # 54 – Gleichgewicht im neuen sozialen Netzwerk“  8/9/12

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Die höhere Bedeutung unserer Existenz

Frage:  Es gibt heute den Versuch, die Welt neu zu gestalten und nett zu den Menschen zu sein. Das liegt doch an der Ethik und Moral? Was hat die Kabbala damit zu tun?

Antwort: Das stimmt nicht. Mit Güte wirst du die Menschen nicht zur Ewigkeit und Vollkommenheit anziehen. So wirst du ihnen das Leben nicht leichter machen. Wenn du ihnen alles gibst, was du geben kannst, wirst du damit nichts erreichen. Sie werden auf dem gleichen Niveau bleiben, und es wird nichts Gutes passieren. Du musst ihnen die Methodik des Aufstiegs in die Höhere Welt geben.
Wir sind vorübergehend in dieser Welt, um auf die Ebene des Schöpfers zu gelangen. Du willst den Menschen etwas Gutes tun, dann hilf ihnen dabei.

Frage: Also, Liebe deinen Nächsten, Einheit und Verbindung, all das haben die Kabbalisten erfunden?

Antwort: Kabbalisten haben das nicht erfunden, sondern sie haben es als das höchste Naturgesetz offenbart, weil die Natur integral, global ist und deshalb alles miteinander verbunden ist.

Frage: Also dachten sie nicht einmal, dass die Leute beginnen sich gegenseitig zu helfen?

Antwort: Menschen machen nichts uneigennützig. Sie handeln selbstsüchtig und glauben, dass sie anderen helfen. Und damit beruhigen sie sich einfach.

Frage: Was meinten die Kabbalisten, als sie die Gesetze der Liebe, der gegenseitigen Verantwortung entdeckten? Liebe deinen Nächsten heißt nicht, ihm zu helfen?

Antwort: Nein! Du musst den Zustand erreichen, wo du den Nächsten spürst wie dich selbst. Und nur dann offenbart sich der Schöpfer zwischen euch.

Die Offenbarung des Schöpfers ist die höchste Bedeutung unserer Existenz. So steigen wir gleichzeitig zur nächsten, spirituellen Ebene der Entwicklung auf. Und unsere Welt existiert nur, um uns zu dieser Entwicklung zu drängen.

 

Aus dem russischen Unterricht, 04.02.2018

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Was in einem Streit geboren wird?

Frage: Woher kommen alle Regeln des Seminars? Im Kreis nacheinander sprechen, sich annullieren und nicht kritisieren? Im Gegenteil, im Streit wird die Wahrheit geboren.

Antwort: Alle Regeln der Seminare basieren auf den Prinzipien, die von den Kabbalisten beschrieben wurden. Es begann mit dem Buch Sohar, als zehn große Kabbalisten in einer Höhle zusammenkamen und Schutz suchten. Dort schrieben sie dieses Buch. Von da an gibt es das Verständnis, was ein „Zehner“ ist, wie man sich darin verbindet und was man damit macht.

Später beschrieb mein Lehrer Rabash sehr detailliert die Beziehungen im Zehner. Er betonte, dass alle Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen den Menschen im Kreis nichts mit psychologischem Training zu tun haben.

Die Aussage, dass die Wahrheit in einem Streit geboren wird, ist absolut falsch. Wie kann in einem Streit Wahrheit entstehen, wenn alle Egoisten sind und falsch denken? Aus der Tatsache, dass sie streiten, werden aus ihren zehn egoistischen Meinungen zwanzig, dreißig und vierzig geboren.

Ich habe nie gesehen, dass die Wahrheit in einem Streit geboren wird. Dafür sollten die Menschen besonders sein und verstehen, wie es bei dieser begrenzten Kapazität möglich ist, dieses Prinzip anzuwenden.

In der Kabbala ist das völlig inakzeptabel. Es kann keine Streitigkeiten geben, weil die Wahrheit von der nächsten Stufe der Erkenntnis zu uns kommen muss, und nicht von unserer Stufe. Wir können nichts in uns selbst suchen. Es scheint mir, dass die Menschheitsgeschichte uns bereits deutlich gezeigt hat: wir können nichts aus uns selbst ausgraben.

Deshalb suchen wir nichts, auch nicht die “Wahrheit“. Wir müssen uns nur in der Weise versammeln, dass wir den höchsten Glanz, das höchste Licht auf uns ziehen. Und dann werden wir Erfolg haben.

 

Aus dem Unterricht in Russisch, 08.10.2017

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Echte Verbreitung

Frage: Wie haben sich Kabbalisten in der Vergangenheit ohne Verbreitung gehalten? Wie können wir das Licht verbreiten, das wir von der Gruppe erhalten, ohne seine Eigenschaften zu verlieren, während wir mit den Massen interagieren?

Antwort: Schauen wir uns an, was es bedeutet zu verbreiten. Wenn wir denken, dass die Seele außerhalb unseres Körpers existiert, dann bedeutet dies, dass alle sieben Billionen „Außenstehenden“ Teile der Seele dieses Menschen darstellen. Es geht nicht um schöne Worte; das ist die Wahrheit!

Was sollen wir damit machen? Wir müssen verbreiten. Wenn man diese Teilchen nicht mit sich selbst verbindet, erhält man keinen Platz, kein Kli, Gefäß, in dem man die obere Welt wahrnehmen wird.

Wie kann ich all diese Teilchen mit mir verbinden? Ich kann das nur tun, wenn ich ihnen gebe, wenn ich sie als Teile von mir behandle. Darum heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, dann wird er ein innerer Teil von dir werden. In dem Maße, in dem wir uns gemäß diesem Prinzip mit der Welt verbinden können, wird uns eine Chance gegeben, unsere Seele zu spüren. Sie ist in den anderen „lokalisiert“, obwohl wir diese Tatsache nicht erkennen. Indem wir unseren Egoismus neutralisieren und unsere Einstellung gegenüber allen sieben Billionen „Außenstehenden“ ändern, werden wir zu unserer eigenen Seele gelangen. Das erklärt, warum wir diesen Prozess nicht „Nächstenliebe“ nennen können. Und zwar deswegen nicht, weil wir versuchen, unser eigenes ewiges und perfektes Selbst zu entdecken.

Die Weisheit der Kabbala erscheint uns als das „lukrativste Geschäft“ aller Zeiten. Es gibt nichts „Gewinnreicheres“ als Ewigkeit, Vollkommenheit und Unendlichkeit. Natürlich erfordern all diese Dinge viele Betrachtungen. Wir sollten über diese Themen nachdenken bis wir alle Fragen und Zweifel vollständig „verdaut haben“. Allerdings muss man verstehen, dass es niemanden außerhalb von uns gibt und dass jeder und alles (Menschen und die ganze Natur) nur unser äußeres Kli ist, ein Gefäß.

In der Kabbala erfahren wir, dass die Seele aus Shoresh, Neshama, Guf, Lewush und Heichal besteht. Unsere inneren Wünsche bestehen aus Shoresh, Neshama und Guf, während unsere äußeren Kelim Lewush und Heichal sind, was „Kleider“, „Hallen“ und „Paläste“ bedeutet. Sie repräsentieren die äußeren Wünsche. Wenn wir uns mit ihnen identifizieren, fangen wir an, das höhere Licht, das höhere Leben und unsere ewige Existenz in ihnen zu spüren.

Deshalb sollte man die Welt niemals als Äußerlichkeit betrachten. Es sieht nur so aus, als wenn sie außerhalb von uns wäre, aber tatsächlich ist die ganze Welt in uns. Wir studieren die „Einführung in das Buch Sohar“, in der Baal HaSulam erklärt, dass alles, was uns als Äußerlichkeit erscheint, tatsächlich in uns ist. Mit anderen Worten, jeder ist in mir.

Etwas, das uns äußerlich erscheint, ist eine Illusion, die so schnell wie möglich zerstört werden sollte, indem wir uns auf alles und jeden mit Liebe beziehen. Nur unter dieser Bedingung können wir anderen als „Übermittler“ des höheren Lichts dienen. Es wird uns durchdringen und uns die ewige Vollkommenheit spüren lassen.

 

Aus einer virtuellen Lektion 3/3/13

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Studium, Arbeit und Verbreitung

Drei Fragen, die ich zum Studium, der Arbeit und der Verbreitung erhielt

Frage: Spielt es eine Rolle, wieviel Zeit ich mit dem Lernen verbringe – zwei Stunden oder eine halbe Stunde? Werde ich mehr Or Makif (Umgebendes Licht) anziehen, wenn ich zwei Stunden lang lerne?

Meine Antwort: Es reicht aus, zwischen ein bis drei Stunden pro Tag zu lernen. Das Wichtigste ist deine Absicht während des Studiums. Lies die „Einführung in Talmud Eser Sefirot“, die Punkte 10-20, die dies erörtern. Du solltest deine Zeit so aufteilen, dass die eine Hälfte davon für das Studium und die andere Hälfte für die Verbreitung der Kabbala in der Welt verwendet wird. Und es ist am besten, beides in einer Gruppe zu tun – entweder physisch oder virtuell.

Frage: Nach dem Kabbalaunterricht sind wir mit dem Leben, der Arbeit oder der Schule konfrontiert. Was soll ich machen, wenn ich in der Schule bin?

Meine Antwort: Alle Gedanken über die Kabbala beiseite schieben und nur das tun, was du tun sollst. Später wirst du die beiden richtig kombinieren können.

Frage: Kann ich verbreiten, auch wenn ich immer noch nicht verstehe, worüber die Kabbala spricht?

Meine Antwort: Das Verständnis wird allmählich zu dir kommen, genau in dem Maße, wie du dich an der Verbreitung beteiligst. Schau dir das Beispiel von Joshua an – er half Moshe, das Wissen zu verbreiten, half dabei, Dinge zu arrangieren, aber er selbst studierte nicht. Indem er half, meisterte er das Wissen und wurde Moshes Nachfolger – der spirituelle Führer der Nation. Kabbala wird nicht durch Fleiß und intellektuelles Verständnis weitergegeben, sondern durch den Wunsch, in diesem Wissen zu sein: Verlangen = Kli! Deshalb wird über die Kabbala geschrieben: „Es ist nicht der Kluge, der versteht (sondern der, der danach strebt).“

Die Gleichheit im Kreis

Frage: Im Kreis befindet sich jeder in zwei unterschiedlichen Phasen: er gibt und empfängt; er hört und spricht. Worin unterscheiden sich diese beiden Phasen? In welcher Phase sind wir gleich? Wenn wir schweigen?

Meine Antwort: Wir sind auf keinen Fall gleich, außer in unserem Streben alle einander anzunähern, damit sich zwischen uns die integralen Eigenschaften des Gebens und der Liebe offenbaren, die „der Schöpfer“ heißen.

Wenn wir uns nicht auf diese Weise annähern, werden wir auf keinen Fall gleich sein. Die Gleichheit zwischen uns ist die Anstrengung für die Annäherung an den Schöpfer, in Dem wir uns verbinden.

 

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Das Allgemeine und das Einzelne sind gleich

Frage: Baal HaSulam schreibt im Artikel „Die Essenz der Wissenschaft der Kabbala“, dass „das Allgemeine und das Einzelne gleich sind“. Was bedeutet das?

Meine Antwort: Die Spiritualität teilt sich in Teile auf und deswegen hat jedes kleinste Teilchen des spirituellen Systems genau dieselbe Wertigkeit wie das gesamte System.

Wenn wir auch nur das kleinste Teilchen aus dem System wegnehmen, zerstören wir das gesamte System, weil sich jedes Körnchen des spirituellen Systems in absolut allen seinen Teilen befindet! Auf diese Weise kommt es beim Fehlen des kleinsten Teilchens zu einer Störung des richtigen Funktionsablaufs des Systems.

Daraus folgt, dass das Allgemeine und das Einzelne gleich sind. Also, wenn irgendeine Lücke, Auslassung oder eine Fehlfunktion vorliegen, äußert sich das im gesamten System!

Frage: Wie wird dieses Prinzip praktisch genutzt?

Meine Antwort: In der Spiritualität müssen wir ständig zur Vollkommenheit streben. Der Unterschied zwischen den 125 Stufen liegt darin, dass wir uns mehr und mehr in das integrale System einschalten.

 

Aus dem Unterricht in Russisch vom 26.11.2017

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Das Gesetz der Weltlenkung, Teil 2

Wir können unsere Verlangen nicht weiter vergrößern, jetzt muss man ihre Nutzung ändern. Die Menschheit versteht das nicht und deswegen begreift sie nicht, was mit uns geschieht.

Wir sind in eine Periode eingetreten, wo wir keine großen Verlangen mehr brauchen. Deswegen sieht die heutige Generation in ihrer Entwicklung so müde und enttäuscht aus. Die jungen Menschen sind nicht begeistert von Karriere, von Familie. Sie möchten überhaupt nicht an die Zukunft denken. Diese Zukunft ist für alle unklar.

Dies alles geschieht nur deswegen, weil in der Welt anstelle des linearen Gesetzes des Egowachstums (welches jeder einzelne für sich selbst bereits realisiert hat) ein neues Gesetz zu wirken beginnt. Das ist ein integrales Gesetz, das von uns die Verbindung zwischen uns verlangt. Jetzt wird die Entwicklung der Welt von der Kraft unserer Verbindung abhängen wie von den Zellen eines Organismus. Je mehr Güte und Gegenliebe in unseren Wechselwirkungen existieren, desto weiter werden wir voranschreiten.

Wir sehen, dass diese Tendenz auch in der Technik genutzt wird: je komplizierter die Programme und Mechanismen werden, je mehr innere Komponenten sie beinhalten, desto vollkommener werden die Geräte. Das Voranschreiten geschieht nicht dank der Vertiefung in konkrete Details, sondern dank der stärkeren Verbindung zwischen diesen Details. Die Entwicklung der Technik in den letzten Jahrzehnten basiert auf der Entwicklung der Verbindungen zwischen den Elementen.

In der menschlichen Gesellschaft sind wir nicht fähig zu solch einer Entwicklung, weil die Elemente in dieser Welt wir selber sind. Wir wollen uns nicht miteinander verbinden. Deswegen verstehen wir nicht, was das Gesetz der Entwicklung von uns verlangt. Das ist das größte Problem der Menschheit heutzutage. Dieses Problem wird durch das Unverständnis darüber hervorgerufen, dass wir in eine neue Epoche eingetreten sind. 

Baal HaSulam nennt diese Periode „die Letzte Generation“, weil die Menschen beginnen zu verstehen, dass die individuelle egoistische Entwicklung abgeschlossen ist und jeder weitere Fortschritt nur durch die Entwicklung der richtigen Verbindungen zwischen uns möglich ist. Wir sind verpflichtet  zu verstehen, dass wir zu einem System gehören, in dem die Gesetze der gegenseitigen Anteilnahme und des gegenseitigen Verständnisses vorherrschen.

Alle Menschen sollten sich als einen Organismus wahrnehmen, als Zellen oder Organe, die richtig miteinander verbunden sind. Wenn wir so eine Verbindung erbauen, spüren wir in ihr die gemeinsame Kraft, die die gesamte Natur durchdringt, welche „der Schöpfer“ genannt wird. Wir selber erschaffen dies mit unserer richtigen Verbindung und offenbaren Ihn darin.

Das ist der Auftrag des Menschen in dieser Welt  und das verlangt die Zeit von uns. Die Menschheit ist verpflichtet, sich auf solch ein Niveau zu erheben. Je schneller wir die Etappen begreifen, die schon im Programm der Natur eingeschlossen sind und sie selber realisieren wollen, desto gütiger und angenehmer wird unsere Entwicklung aussehen. Wir werden verstehen, was für ein Ziel vor uns ist und wir werden die richtige Reaktion der Natur auf all unsere Handlungen bekommen.  

Der Endzustand existiert schon in der Natur. Dort sind wir alle miteinander ideal verbunden. Solch ein System heißt „Adam“, der erste Mensch, also „ähnlich“ (dome) der gesamten Kraft der Natur: der Kraft des Gebens und der Einheit. Die richtige gegenseitige Verbindung nennt sich Liebe, bei der jeder die Bedürfnisse des anderen versteht und richtig mit ihm kommunizieren kann.

Zu lieben heißt zu wissen, wie man den anderen mit allem, was ihm fehlt, versorgt und der andere mir geben kann, was mir fehlt. So realisieren wir den gemeinsamen integralen Mechanismus der ganzen Menschheit. Man muss verstehen, dass in der Welt nichts Überflüssiges erschaffen wurde. Wenn wir das System kennen, werden wir für jeden einen passenden Platz finden, den nur er ausfüllen kann.

Wenn ein Kind mit Legosteinen spielt, bleiben bei ihm normalerweise einige Steine übrig. Dies geschieht nur deswegen, weil es nicht das ganze System kennt. Derjenige aber, der dieses System erschuf, wusste genau, wo sich jedes Teilchen verbinden soll und was seine wahre Funktion ist.

Genauso auch wir, wenn wir das gesamte System kennenlernen, werden wir verstehen, wie wichtig und notwendig jeder von uns darinnen ist. Daraus werden wir das richtige Verhältnis zwischen uns entwickeln, weil nichts Überflüssiges in der Natur erschaffen wurde.

Wenn wir verstehen, dass in Wirklichkeit das System der Natur integral ist, dass es vollkommen ist, und nur wir das nicht sehen wegen unserem Egoismus, dann nennt man solch einen Zustand „Glaube über dem Verstand“.

Ich werde nicht von dem geleitet, was ich jetzt sehe und verstehe, wie ein Kind, das ein Puzzle nicht zusammensetzen kann, sondern ich versuche den richtigen Platz für die Verbindung von jedem Detail zu finden, um sie schließlich in ein vollkommenes System zu verbinden. Das nennt sich die Arbeit „über dem Verstand“.  

Deswegen lernen wir, dass wir uns auf der Suche befinden, wir studieren die Gesetze der Natur, versuchen uns kennen zu lernen und herauszufinden, wie wir uns in irgendeiner Form verbinden können. Dabei offenbaren wir unsere Unterschiede, wie Kinder, die Teile eines Puzzles verdrehen und sie nicht miteinander kombinieren können.

Dabei muss man verstehen, dass alle „Puzzleteile“, jeder Mensch heutzutage, bereits zu seinem Endzustand herangewachsen ist und sich nirgendwo anders weiterentwickeln kann. Wenn wir Druck auf ihn ausüben und ihn zwingen werden, sich wie zuvor zu entwickeln, dann werden sich in ihm Mutationen  und bösartige Formen offenbaren.

Das ist genau das, was wir jetzt in unserer Gesellschaft und unseren Kindern sehen, weil wir ihnen nicht die Methode der richtigen Verbindung untereinander geben. Und das muss die nächste Etappe der Evolution werden. Nur indem wir die Gesetze der richtigen Wechselwirkungen studieren, werden wir daraus die Gesetze der Lenkung der Welt verstehen und wir werden fähig sein unser Leben zu stabilisieren.

 

Europäischer Kongress in Deutschland 2017 „Die Zukunft beginnt jetzt“, Lektion 1

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Neuer Lebensstil

Wir haben die Gelegenheit, die Bedingungen der Letzten Generation als einen Zustand des Friedens in der ganzen Welt zu betrachten, in dem die gesamte Menschheit ihre Einzigartigkeit nur in Form von „dem Nächsten zu geben“ und nicht um „für sich zu bekommen“ genießt.
Wir sollten ein Leben aufbauen, das auf der Qualität des Gebens basiert. Dies sollte als einziger Maßstab dienen und in das Bewusstsein der Menschen eintreten. Vielleicht ist es das wert und wir sollten in unserer Generation den Versuch machen, dem Leben in dieser Form zu ähneln. ( Baal HaSulam, „Frieden in der Welt“)

Wir müssen kleine Gemeinschaften bilden, die die individuellen Prinzipien der nächsten Generation demonstrieren können. Es ist notwendig, sie zu bewerben, sodass die Menschen kommen, studieren und Kurse absolvieren. Sie sollten versuchen, diese Prinzipien in die Praxis umzusetzen und mit ihren Familien für mindestens ein paar Monate in solche Gemeinschaften ziehen.

Alle Kräfte, die sich im Menschen, in der Natur und in der Welt um uns herum manifestieren, drängen uns dazu, über unseren Egoismus hinauszuwachsen und auf einer ganz anderen Ebene zu existieren – auf der Ebene des Schöpfers, der allgemeinen Kraft der Natur, dem Altruismus. Das Problem ist, dies zu realisieren.

Dafür gibt es in unserer Welt eine besondere Gruppe von Menschen, die Kabbalisten genannt werden, die dank ihrer besonderen und unabhängigen, inneren Entwicklung den Anstoß zu einem neuen Lebensstil erhielten.
Sie untersuchen, wie das System der Organisation unserer Welt funktioniert, wie wir dazu kommen können, es für uns selbst anzupassen, um uns entsprechend verändern zu können.
Daher müssen die Massen von den Kabbalisten lernen, ihre Technik übernehmen, denn Kabbalisten realisieren dies aus ihrer eigenen Erfahrung heraus.

Aber die meisten Menschen wissen nichts darüber, sie verstehen es nicht und reagieren stattdessen auf egoistische Weise. Es handelt sich um eine besondere Veränderung in unserer Natur, eine umgekehrte Welt – sich zu verändern vom „Empfänger, der nur für sich genießt“ zum „Geber, der an alle denkt, so wie an sein einziges geliebtes Kind, an das er ständig denkt.

Praktisch ist das für den Menschen unrealistisch und nicht wahrnehmbar. Jedoch wird die Natur uns mit großem Leid bedrücken, wenn wir uns nicht freiwillig darauf zubewegen.

Die Kabbala erzählt, wie man kleine Schritte zum biblischen Prinzip „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ machen kann. Versuche diese Prinzipien der Hauptgebote der Tora „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und „die Einheit aller Menschen“ im Voraus zu lernen und in dir aufzunehmen, obwohl dies nicht aus deinem eigenen Willen kommt und es einen starken Widerstand dagegen gibt.

 

Aus der Fernsehsendung „Die Letzte Generation“, 23.10.2017

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Die Umerziehung der Erwachsenen

Frage: Wie soll die Struktur der Integralen Erziehung aussehen? Wie können wir uns mit der Erziehung der Erwachsenen beschäftigen?

Meine Antwort: Natürlich muss man den erwachsenen Menschen erziehen, aber die größte Zuwendung muss man der Erziehung der Kinder widmen, weil es sehr schwer ist, die Erwachsenen zu ändern.

Einerseits spüren sie die Verdorbenheit der heutigen Gesellschaft, in der sie leben und würden sie gerne ändern. Andererseits bedeutet, die Gesellschaft zu ändern, den Menschen zu ändern. Und das ist sehr kompliziert. Aber indem wir uns um unsere Kinder kümmern, d.h.um diejenigen, die uns am Herzen liegen, werden wir uns dabei selber ändern.

Wir alle sind Eltern. Indem wir uns um den Aufbau einer völlig anderer Gesellschaft für unsere Kinder kümmern werden, wie man sagt:“ wenn nicht wir, dann wenigstens unsere Kinder!“, indem wir uns um die nächste Generation kümmern und sie erziehen, werden wir uns dabei gleichzeitig mit unserer eigenen Umerziehung beschäftigen.

Replik: Sollte dann in einen Erwachsenenkurs auf jeden Fall ein Kurs für die Vorbereitung von Kindererziehern integriert sein?

Meine Antwort: Unbedingt! In diesen Kurs sollten Interaktionen integriert werden -zwischen Eheleuten, zwischen Mensch und Gesellschaft, Mensch und Vorgesetztem, und Untergeordnetem, mit Kindern (Erziehung der Kinder).

Der Mensch muss integral mit allen verbunden sein.

 

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