Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Erziehung'

Mit dem Schöpfer Verstecken spielen

LaitmanFrage: Warum ist Er verborgen? Manchmal bringt mich dieses Versteckspiel zur Verzweiflung… Ich versuche mit all meiner Stärke in Richtung der Eigenschaft des Gebens und der Enthüllung des Schöpfers voranzukommen, doch mein irdisches Leben behindert mich wirklich und bringt mich oft zum Fluchen. Wie kann ich die Tatsache akzeptieren, das alles was von oben kommt mir dabei hilft, dem Schöpfer näher zu kommen, wenn Er mir weiterhin Schläge schickt? Ich weiß, dass Er das aus Liebe tut, doch dies drängt mich weg, anstatt mit anzuziehen. Ich habe all diese Spiele und Lügen bereits satt! An wen kann ich mich wenden, wenn Er der einzige ist, der dies alles für mich arrangiert?

Antwort: Es gibt niemanden an den man sich wenden kann, außer an die Kraft (Licht), welche Sie korrigieren kann, wenn Sie dies wollen. Diese Kraft existiert in der Natur und sie wird Sie in dem Maße beeinflussen, wie Sie danach streben sich von einem „Empfänger“ zu einem „Geber“ zu verändern. Außerdem gibt es niemanden auf den man fluchen müsste. Das ist alles die Natur! Die Kraft, die Sie verändern kann, ist nur in einem Studium der Kabbala (Studium in einer Gruppe und Verbreitung) zu finden, in dem die Bücher von Baal HaSulam verwendet werden. Diese Kraft wird Or Makif (Umgebendes Licht) genannt. Streben Sie also danach!

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Spielen bedeutet, einen Schritt ins Unbekannte zu tun

Die Bewegung einem neuen unbekannten Zustand entgegen, den wir erkennen bzw. aufbauen und uns für den notwendigen, richtigen entscheiden müssen, nennt sich „Spiel“. Ein Spiel ist eine ernsthafte Beschäftigung, die sich durch einen unbekannten Bestandteil auszeichnet. Dabei erforschen wir unsere Möglichkeiten, Neigungen, Bestrebungen und ihre Ergebnisse. Jedes Mal bewege ich mich einem unbekannten Zustand entgegen.

Wie kann ich mich auf etwas Unbekanntes zubewegen? Wenn der Ausgangs- und der Endzustand bekannt sind, dann existieren sie bereits in mir, und ich setze sie lediglich um, gehe vom ersten Zustand zum zweiten über.

Das bedeutet aber nicht, dass ich wachse. Die Bewegung einem bekannten Zustand entgegen ist keine Erlangung von etwas Neuem, sondern lediglich Akkumulierung. Denn wenn mir der zweite Zustand bekannt ist, dann ist er bereits in mir drin, ich befinde mich bereits in ihm.

„Wachstum“ bedeutet, dass ich beabsichtige, einen vollkommen neuen Zustand zu erlangen, das zu werden, was ich noch nicht bin.

Wie kann man das auf eine vernünftige, reife, richtige Art und Weise umsetzen, wenn nicht durch ein Spiel, durch eine Simulation? Die Natur selbst spornt uns ständig an, spielerisch zu lernen.

Das gleiche geschieht auch auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe. Um Schritt für Schritt zu wachsen, vollzieht eine Pflanze in ihrem Inneren die gleichen Handlungen wie in einem Spiel.

Wenn man ihr Verhalten während des Wachstumsprozesses erforscht, stellt sich heraus, dass es unserem Verhalten auf der tierischen oder menschlichen Stufe gleicht.

Ich muss mir meinen nächsten Zustand in meinem Inneren vorstellen, und zwar dermaßen richtig, dass ich daraus die Wachstumskraft schöpfe. Deshalb ist die Anwesenheit des Schöpfers in jeder Schöpfung unerlässlich!

Denn ich kann nur dann einen Schritt nach vorne tun, wenn er sich bereits in mir drin befindet. Ich muss bewusst und zielgerichtet die Kraft des Schöpfers, meiner verhüllten höheren Hälfte, auf mich herbeirufen.

Darum erschaffe ich ein Modell meines nächsten Zustandes – die Gruppe, einen Simulator der Welt der Unendlichkeit, der spirituellen Zustände, des gegenseitigen Gebens.

Und nun, während ich alle möglichen Handlungen vollziehe, erwarte ich, dass das Licht an mir arbeitet. Das würde bedeuten, dass ich aus allen möglichen Zuständen meinen richtigen nächsten Zustand gefunden, eingefangen habe. Wann wird das geschehen? Wenn das Licht sich in ihn eingehüllt hat.

Das Licht befindet sich in einem vollkommenen Ruhezustand. Ich muss nur meine Ähnlichkeit mit ihm finden.
Sobald ich aus allen möglichen Formen die Ähnlichkeit mit ihm gefunden habe, erfüllt es mich sofort, und wir sind miteinander verbunden. Das nennt sich der nächste Zustand. So schreiten wir voran.

Kabbala Akademie

Eine Kerze im Herzen

Frage: Auf welche Art kann der Wille zu empfangen, geben? 

 Antwort: Der Mensch hat die Möglichkeit, mit seinem Willen zu empfangen zum Geben hin, für das Wohl des Nächsten, zu arbeiten. In unserer Welt gibt es Zustände, in denen ich meine wechselseitige Abhängigkeit zu anderen empfinde und versuche, ihnen einen guten Zustand zu verursachen, entweder für einen direkten Zweck, um Probleme zu verhindern, oder weil ich den anderen als Teil von mir wahrnehme, z.B. wenn vom Kind oder Geliebten die Rede ist. In diesem Falle geniesse ich es, dieser Person Genuss zu bereiten wie mir selbst, und sogar noch mehr. Dies ist eine der Formen der Einwirkungen des höheren Lichtes, das uns ein solches Gefühl bringt.

Im Gegensatz dazu senkt der Mensch sein Wesen zu Boden, wenn das Licht weggeht, so dass er die gesamte Verbindung verliert, die ganze Zugehörigkeit, sogar zu seinen nächsten Verwandten. Wenn man das Gefühl der Nähe von uns wegnimmt, bleibt nur der Wille, für sich zu empfangen, netto, ohne Mitgefühl, und ich berücksichtige nichts, außer dem Schaden, den ich mir möglicherweise selber zufügen könnte.

In derselben Zeit kann mich das höhere Licht so beeinflussen, dass es in mir plötzlich zu einem Phasenwechsel kommt: Ich möchte, dass es dem Anderen gut geht. Nicht, weil mir das einen Nutzen bringen würde, nicht in egoistischer Weise, sondern ich möchte einfach, dass es ihm gut geht.

Wie so etwas möglich ist, wissen wir nicht. Aber die Kabbalisten erzählen über diese Möglichkeit, und mehr noch: sie sagen, dass alle diesen Zustand erreichen müssen. „Ihr habt keine andere Wahl. Wenn ihr nicht auf unsere Stimme hören wollt, werden Leiden über euch hereinbrechen, so dass ihr es auf jeden Fall wollen werdet.“

So oder anders, nur das höhere Licht kann ein neues, integrales Verhältnis zum Nächsten vermitteln. Ich selbst werde das niemals schaffen können.

„Dann mach, dass das Licht mich beeinflusse!“
Man sagt mir: „ Nein, es wird dich nur unter der Bedingung beeinflussen, dass du das willst.“
„Aber wie kann ich das wollen, ich bin doch Egoist?“

Dafür wurde dir der Punkt im Herzen gegeben, um etwas über deinem Verlangen zu empfangen, ein Körnchen Verständnis. Du erkennst an, dass das Geben etwas Spezielles ist, und diese Kerze, die nicht durch dich entflammt wurde, brennt in dir und erweckt dich.

Und außerdem fließt das höhere Licht durch diesen Punkt oder diese Kerze durch dich und bringt dich zur Gruppe, zum Studium, und platziert dich in einem Umfeld, welches dir ermöglicht, dich der Handlung des Gebens, der Form des Gebens ähnlicher zu machen. Du bist wie ein kleines Kind, das die Erwachsenen nachahmt. Dir wurde ein wenig Verlangen gegeben, also verwende es. Dadurch wirst du das Licht einladen, welches stark auf dich stärker auf dich wirken wird, und plötzlich wirst du neue Eigenschaften erwerben. Dann wird dir der Nächste wichtiger sein als du dir selbst, und das sind die Freunde, die Menschheit, die Natur und der Schöpfer.

All dies mach das Licht, wenn wir eine Bitte um Korrektur erheben und gute Taten vollbringen. Das heißt, wir spielen miteinander, so als wollten wir das Geben wirklich, und dadurch kommen wir zum Gebet, zum Verlangen: „Wir haben so viel getan, und wo sind die Resultate?“ Und dann beginnen wir zu beten, so dass wir verstehen, dass nur das Licht und die Form des Gebens helfen wird. Und so schreiten wir voran.

Heute hast du keinerlei Verbindung mit dem Geben außer diesem Spiel. Um durch das Licht geben zu können, muss man ihm ähnlich sein. Dies ist nur durch die Verbindung und die Einheit in der Gruppe möglich. Dies ist die einzige Form des Gebens, die du ausdrücken und in dieser Welt demonstrieren kannst, um dich dem Licht anzugeichen und es zur Wirkung auf dich einzuladen.

„Gut, wir reichen uns die Hände, wir wollen uns wirklich vereinigen. Und wie weiter?“
Das ist nicht genug, weil ihr euch nicht wie in einer Fußballmannschaft verbindet. Ihr wollt die Notwendigkeit des Gebens spüren, ihr senkt eure Häupter voreinander und vereint euch. Und wofür? Um zum Geben zu kommen. Zu diesem Zweck müsst ihr den Weg kennen und euere Beziehungen in der richtigen Form zu ihm aufbauen. Deshalb nehmt bitte ein Buch und lest nach, wie das gemacht wird. Ihr wollt groß sein? Lest, was die Großen darüber schreiben, wie sie sich verhalten, wie sie Handlungen des Gebens an den Schöpfer vorbereiten.

Wenn du das wirklich willst, spiel es wie ein Kind, das danach strebt, sich dem Erwachsenen anzugleichen. Vereint euch mit den Freunden ebenso, so das ihr gemeinsam die gegenseitige Bürgschaft erreichen wollt, strebt nach oben, um dem Schöpfer zu geben, benutzt die Quellen und geht gemeinsam in Richtung Ziel.

Dann werdet ihr den Einfluss des Lichts, das zum Guten zurückführt, empfangen, und ihr werdet das Gewünschte erlangen. Ohne das Licht wird nichts passieren. Du erweckst lediglich ein möglichst richtiges, effektives und intensives Verlangen, bis das verlangte Maß an Anstrengung erreicht ist, so dass das umgebende Licht (Or Makif) zu innerem Licht (Or Pnimi) wird. In anderen Worten wird es die Eigenschaft des Gebens in die Verlangen bringen, und dieses Gefühl wirst du als eigentliches Licht, als Lebensenergie wahrnehmen.

Wenn man dir das Gefühl des Gebens jetzt gäbe, würde es dir wie die Hölle erscheinen. Der ganze Unterschied liegt darin, dass du, weil du dich selber korrigiert hast, nun dadurch bereit sein bist zum Geben. Freude kommt, während dir das heute nur Leiden und Dunkelheit, ähnlich dem Tode, bringen würde. Or Chochma, das nicht in Or Chassadim eingekleidet ist, ist wie ein Messer, welches dein Leben abschneidet.

Ein kleines Maß von diesem Licht verursacht uns Abstiege, und weckt uns dadurch auf, eine Möglichkeit zu suchen, zu Chassadim aufzusteigen. Du wirst nach oben gezogen, verlange von den Freunden und vom Licht ein kleines Bißchen der Eigenschaft des Gebens, verlange, dass sie dich aus dem Abstieg herausziehen, denn dadurch bittest du um Chessed (Gnade), um Einkleidung des Lichtes Chassadim. Wenn es ankommt, empfängst du etwas Lebenskraft und wirst den Abgrund verlassen.

Daher wird das Licht, das zum Guten zurückführt, vom Licht, das nicht zum Guten zurückführt, unterschieden, indem es dir den Massach gibt, das heißt, die Bereitschaft, das Geben zu erleiden und es sogar als wahres Leben zu empfangen.

Kabbala Grundkurs

Abschied von der Kindheit der Menschheit

Frage aus dem englischen Blog: Warum werden die Weltreligionen in der Kabbala als „Geschenke“ bezeichnet?

Meine Antwort: Weil man sie nicht verdienen muss, sie korrigieren den Menschen nicht, sondern geben ihm so lange einen Verhaltenskodex, bis er reif genug wird, um seine Natur zu korrigieren. Dann wird ihm ein neues System der Beziehungen (ein globales und integrales), sowie seine Nichtübereinstimmung mit diesem System (ein Gefühl der Krise) und die KabbalaSystem (die Methode der Korrektur) offenbart.

Von dieser Zeit an endet die vergangene Existenz und beginnt die Periode der Korrektur, in Übereinstimmung mit der integralen Gesellschaft. Eine Existenz wie die jetzige, in freier Entwicklung, bei der uns unser Ego im Einklang mit unserem Verlangen nach vorne treibt – so, wie es auch bei Kindern üblich ist -, und unter dem Einfluss der Religion, die eine solche Existenz rechtfertigt, nennt man das Geschenk oder die „Kindheit“ der Menschheit. Und heute beginnt unser Leben als Erwachsener: Die Menschheit kann nicht mehr machen, was sie möchte, wie es ein Kind macht, sondern muss sich wie ein Erwachsener benehmen, denn diesen Zustand fordert das Leben, die Welt.

Kabbala Grundkurs

Die Unmöglichkeit von Fairness in unserer unkorrigierten Welt

Ich verstehe, dass, wenn ich keine Wahl habe und etwas von mir geben würde, ich nichts zurückbekommen würde. Andere Menschen wollen ebenfalls leben und wenn ich weiter nur bekomme, sind sie verpflichtet, zu mir zu kommen und alles mit Gewalt zu nehmen und mich möglicherweise zusammenzuschlagen.

Es ist eine Tatsache, dass unsere ganze Aufgabe darin besteht, die goldene Mitte in unseren Beziehungen zu finden, die Gleichgewicht (Frieden)zwischen empfangen und geben heißt. Wenn wir das verstehen würden, würden wir uns anders zur Natur beziehen und unser Leben würde besser. Das Problem ist, dass wir unfähig sind, aufrichtige, vorurteilsfreie und gleichberechtigte Beziehungen untereinander aufzubauen. Die Menschheit hat In jedem Zeitalter versucht, diese Art von Übereinkunft miteinander zu erreichen, hatte jedoch bisher keinen Erfolg. Die Folge davon ist, dass es zu einer allgemeinen, globalen und facettenreichen Krise gekommen ist.

Wir sind unfähig, zu bestimmen, wer die Geber sein sollten und wie viel sie geben sollten, noch wer bekommen sollte und wie viel sie bekommen sollten. Letzten Endes müssen wir in der Lage sein, das Gesamtbild der Realität zu sehen, wenn wir diese Aufgabe durchführen wollen, einschließlich aller individuellen Möglichkeiten, Gesundheit, Verlangen und so weiter. In Wirklichkeit haben wir keine Ahnung, mit welchen Möglichkeiten und Vermögen ein Mensch geboren wurde, noch welche Erziehung und Bildung er bekommen hat, mit welchen Gesundheitsproblemen er konfrontiert ist oder welche Launen ihn täglich beeinflussen.

Deshalb können wir uns nicht mit einem echten Maßstab für den Zustand eines Menschen an ihn heranmachen. Stattdessen fordern wir von allen gleich und beurteilen sie nicht nach ihren Fähigkeiten. Um das beängstigende Ungleichgewicht zwischen den Menschen zu vermeiden, baute die Menschheit ein System auf, dass für die Schwachen einen Ausgleich schafft.

Die Gesellschaft nimmt daher ein klein wenig mehr von ihren fähigeren Bürgern und gibt diesen Gewinn an die Schwachen, Armen und Kranken weiter. Wenn dies nicht geschah, kam es zu Bürgerkriegen und Revolutionen, wegen der Tatsache, dass die Reichen einen Teil ihres Einkommens an die Armen geben wollten. Tatsächlich nutzte ihre Geste ihnen selbst, da sie eine Umgebung mit mehr Sicherheit hatten.

Diese Regel ist in den Regierungen aller Nationen eingebaut. Wenn es um eine parlamentarische, demokratische Struktur geht, werden jene, die am lautesten verkünden, dass sie alles gerecht verteilen wollen, gewählt. Was nicht erkannt wird ist, dass es in Wirklichkeit weit schlimmer für alle wäre, wenn es wahrhaftig „gerecht“ wäre.

Kabbala Grundkurs

Was ist Freiheit?

Frage: Was ist Freiheit? Hängt sie davon ab, wo man sich auf der Welt befindet?

Antwort: Freiheit hängt überhaupt nicht davon ab, in welchem Zeitalter oder an welchem Ort man lebt. Die Umgebung in der ein Mensch lebt, ist ihm von oben gegeben.

Er wählt nicht die Umgebung, nicht die Gesellschaft in die er geboren wird, welche Erziehung und welche Werte er annimmt.

Freiheit kann nur unter der Bedingung verstanden werden, dass ich frei von meiner egoistischen Natur bin. Von allem anderen kann ich mich nicht befreien.

Freiheit bedeutet von meiner egoistischen Natur aus betrachtet, dass ich nicht nach den Gesetzen meines Egoismus lebe, zu der mich meine Natur drängt, sondern ich nur in Übereinstimmung mit der Gesellschaft und nur zum Wohl der Menschheit handle. Mit anderen Worten, ich bin über meine egoistische Natur zum Allgemeinwohl aller aufgestiegen, das ist Freiheit.

So bekomme ich mein freies Leben. Ich steige von der egoistischen Stufe zum Altruistischen auf. Ich lebe und spüre den Fluss der ewigen Natur. Ich fühle mich vollkommen, ewig und frei.

Die Umsetzung dieser Gesetze ist völlig unabhängig von unserem Wohnort, Nationalität und dem Geschlecht. Es hängt von uns und der Auseinandersetzung mit unserer  ursprünglichen Natur ab.

Runder Tisch der unabhängigen Meinungen. Berlin 2006

(235336)

Die Kabbala gibt uns eine vollständige Vorlage zur Herstellung eines „Inkubators“ für die Menschheit

Frage: Wird die globalisierte Welt Ihrer Meinung nach zweifellos zum Kommunismus gelangen, insofern als Marx wieder in Mode ist, oder besteht die Möglichkeit, dass sie zu früheren Sozialordnungen zurückkehrt, von der Urzeit an aufwärts?

Antwort: Die Entwicklung der Gesellschaft hat uns zu der Erkenntnis geführt, dass wir miteinander verbunden sind und in der Zukunft wird sie uns zur Erkenntnis führen, dass wir wie eine einzige Familie leben müssen – nach der Regel „jeder nach seinen Fähigkeiten und für jeden nach seinen Bedürfnissen“.

Marx erkannte, dass dies nur unter der Bedingung möglich ist, dass die Menschen Arbeit als lebenswichtige Notwendigkeit sehen, als Ausdruck ihrer Empfindung der Liebe, anstatt als notwendiges Mittel der Existenz (siehe Zeitung von Baal HaSulam „HaUma (Die Nation)“). Wenn die Einstellung der Menschen sich in dieser Weise verändert und der Egoismus jedes Individuums korrigiert wird, werden unsere produktiven Kräfte blühen und wir werden die ganze Fülle der Natur durch Angleichung an ihre Gesetze enthüllen.

Marx erklärte, dass zuerst eine negative Kraft den vorherigen Zustand zerstört und dann eine positive Kraft einen besseren Zustand bis zu dem Grad erschafft, wo die positive Kraft vollständig enthüllt wird. Jedoch die Entwicklung unter dem Einfluss der negativen Kraft dauert lange und ist voller Leiden. Wenn jedoch ein Mensch den Weg der Entwicklung kennt, kann er der Kontrolle der negativen Kraft entkommen und seine Entwicklung in die eigenen Hände nehmen. Der Nutzen davon ist, dass die Zeit und das Leiden verkürzt werden.

Um diesen Weg zu gehen, anstatt den Weg des Leidens, benötigen wir einen künstlichen Mechanismus, der uns hilft, uns zu entwickeln und der kontrolliert werden kann, wie zum Beispiel ein Inkubator, der zum schnellen und zuverlässigen Ausbrüten von Küken gebraucht wird. Doch zuerst müssen wir die Natur studieren, um diesen künstlichen Mechanismus nach ihren Prinzipien zu konstruieren.

Die Kabbala gibt uns die vollständige Vorlage, einen solchen „Inkubator“ für die ganze Menschheit herzustellen. Dieser „Inkubator“ ist eine auf richtige Weise strukturierte und organisierte Umgebung oder Gesellschaft. Er ist eine Umgebung, die jeden Menschen darin beeinflusst, indem er ihn auf das Ziel ausrichtet und ihn und die ganze Gesellschaft zwingt, sich zu verändern und die notwendige Form anzunehmen. Siehe Baal HaSulam – Artikel „Die Freiheit“.

Kabbala Grundkurs

 

Regieren innerhalb einer korrigierten Gesellschaft

Frage: Wie wird man definieren, welcher Grad (des Konsums) für das Leben in der korrigierten Gesellschaft, welche von Baal HaSulam beschrieben wurde, notwendig ist? Wird jeder es für sich selbst entscheiden, oder diejenigen, die diese Gesellschaft regieren werden, indem sie für alle einen allgemeinen Standard festsetzen?

Antwort: Augenscheinlich wird eine Weltverwaltung (eine Weltregierung) geschaffen werden, so wie gesagt wird, „Es kann eine Hauptstadt nicht ohne einen Regierenden sein“. Das wird eine Regierung von Weisen sein, die die Obere Welt, d.h. unseren folgenden (zukünftigen) Zustand, erreicht haben. Da sie unsere Zukunft bereits jetzt erlangt haben, werden sie im Stande sein, die ganze Menschheit unmissverständlich zu regieren.

Wenn ich „regieren“ sage, meine ich „erziehen“, oder genauer gesagt,einen Menschen zu lehren, wie man sich ändert, um sich den Eigenschaften der Natur (dem Schöpfer) anzugleichen, der die Eigenschaft des Gebens und der Liebe ist. Im Ausmaß der Angleichung werden wir uns vollkommener, ewig und erfüllt fühlen. Aber jeder wird diese Änderungen an sich selbst eigenständig, freiwillig und unabhängig vornehmen müssen.

Deshalb wird die gesamte Regierungsausübung über die Erziehung verwirklicht werden. Wenn wir über die Willensfreiheit einer Person sprechen, sich zu ändern, um dem Schöpfer ähnlich zu werden, dann wird die Umgebung (Gesellschaft und die Regierung) jedem helfen müssen, zu begreifen, dass jeder individuell korrigiert werden muss und dass der einzige Weg, um sein Leben auf dieser Erde und seine ewige Existenz zu verändern, die eigene Korrektur ist. Die Lenkung der Milliarden von Menschen auf dem Planeten durch die spirituelle Regierung wird aus der Erziehung und der Bereitstellung von Möglichkeiten für alle bestehen, um sich auf individueller Ebene zu ändern.

Bildung sind die einzigen „Zügel“, die eine Regierung hat. Alle anderen Mittel beruhen auf Unterdrückung der Freiheit, manifestiert als Misserfolg des Systems und Schaden an seinen Bürgern. Deshalb muss mit der richtigen Erziehung und Bildung vom ersten Tag an begonnen werden, wenn eine Person diese Welt betritt, mit im Einklang stehenden Inhalt in allen pädagogischen und sozialen Einrichtungen.

Mit anderen Worten, müssen sie einen Menschen zum Zustand bringen, dass, wenn er die Schläge und negativen Reaktionen der Gesellschaft erfährt, er diese Reaktionen in sich selbst offenbart und sich auf diese Weise ändert und zu einem korrigierten Zustand bringt.

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Ist der Frieden zwischen Mann und Frau möglich?

RABASH, Band 3, Artikel „Verschiedene Zustände“: „Wenn ein Mann und eine Frau würdig sind, so herrscht die Shechina zwischen ihnen“.

Man sollte fragen: stehen sie nicht einander gegenüber? Und wie ist es möglich, dass zwischen ihnen Frieden herrscht?

Doch genau dann, wenn der Mensch würdig ist, d.h. das Empfangen ins Geben verwandelt, was „Empfangen um des Geben willen“ bedeutet, herrscht der Frieden zwischen ihnen.

Sonst gibt es keine Einigung zwischen ihnen: der Eine unterwirft sich einfach dem Anderen und die Kategorie der Unterwerfung gehört nicht zur Liebe und Vollkommenheit, weil der Unterworfene immer darauf wartet, die Macht wieder zu erlangen.

In der Wissenschaft der Kabbala verkörpert der weibliche Teil das Empfangen und der männliche Teil das Geben. In jeder Seele gibt es einen männlichen und einen weiblichen Teil, die Kraft des Empfangen und die Kraft des Geben, das Verlangen zu genießen und den Schirm, und sie müssen ausbalanciert sein.

Das Verlangen zu genießen, die weibliche Kraft ist die Hauptkraft, die Schöpfung, doch darüber muss es einen Schirm geben, und der Schirm ist die männliche Kraft.

Wenn diese Kräfte sich im Gleichgewicht befinden, dann bedeutet das: Mann, Frau und die Shechina, die Kraft des Schöpfers, zwischen ihnen.

Sie arbeiten mit dem höheren Licht, dem Schöpfer, zusammen und es erfüllt sie mit Hilfe von Siwug de Hakaa (Paarung durch Schlag). Es entsteht eine Verbindung dieser drei Kräfte: von Mann, Frau und dem höheren Licht, welches das Kli ausfüllt.

In unserer Welt ist die Kraft des Schöpfers jedoch verborgen, Männer und Frauen existieren getrennt voneinander, niemand verpflichtet sie, sich zu vereinen und wir können keine Verbindung zwischen ihnen feststellen.

Wenn wir nach dem Licht, nach der Kraft des Schöpfers streben, werden Männer und Frauen, gezwungen sich zu verbinden, weil wir ohne die richtige Verbindung zwischen uns den Schöpfer nicht enthüllen können.

„Mann und Frau und die Shechina (die göttliche Anwesenheit) zwischen ihnen“ – auf diese Weise müssen wir gezwungenermaßen zur richtigen Verbindung zwischen Mann und Frau kommen, damit sich die höhere Welt zwischen ihnen enthüllt.

Frage: Was bedeutet, zur richtigen Verbindung zu kommen?

Antwort: Ein Mann und eine Frau müssen sich auf gleicher Höhe bewegen und in ihrer Bedeutsamkeit gleich sein und jeder muss den Anderen ergänzen, wie das vor Adams Sündenfall war.

Vor der Trennung von Adam und Eva waren sie quasi „ein Körper“, und auf diese Weise müssen wir uns wieder vereinen.

Frage: Warum wurden Adam und Eva getrennt?

Antwort: Damit wir spüren, wie unvollkommen jeder von uns für sich alleine ist und dass wir nur durch die Verbindung untereinander die gleiche Höhe mit dem Schöpfer erreichen können. Gerade durch diese Erkenntnis werden wir den Schöpfer enthüllen, wir werden Ihn zwingen, sich in uns zu enthüllen.

Wenn wir uns nicht verbinden, wird Er sich nicht enthüllen – das ist die Bedingung der Bürgschaft zwischen uns drei.

Kabbala Grundkurs

Die ganze Welt muss die neuen Gesetze der globalen Welt lernen

Frage: Es gibt örtliche und virtuelle Kabbala Kurse von Bnei Baruch, die überall in der Welt beginnen. Mit wem würden Sie mir raten, Kabbala in diesem Rahmen zu studieren?

Antwort: Es gibt keine Einschränkungen hier. Der Egoismus hat sich in einem solchen Maße vergrößert, dass die gesamte Welt Kabbala studieren muss. Baal HaSulam schreibt in der Zeitung ‚Die Nation‘, dass wir uns alle hinsetzen und lernen müssen.

Eine Unkenntnis des neuen Systems unserer Beziehungen (die Bürgschaft) in der heutigen Welt, bringt uns in große Gefahr. Und wir sind diejenigen, die dies verursachen, weil wir nicht wissen, wie man sich richtig verhalten soll. Wir müssen die Regeln und Gesetze der neuen globalen Welt studieren, damit wir uns keinen enormen Schaden zufügen.

Darum müssen wir uns alle bilden. Die Kabbala Kurse, die von Bnei Baruch gegeben werden, konzentrieren sich auf Artikel und anderes Material, welches jedem Menschen helfen wird, seinen Platz in diesem Leben zu finden und die Welt und seinen eigenen Platz in ihr zu verstehen. Er wird entdecken, was von ihm gefordert wird und wie er sich am besten unter diesen neuen Bedingungen verwirklichen kann.

Auch wenn das Material theoretisch und weltfremd erscheinen mag, so ist es doch ein sehr spezielles, welches das Licht enthält, das uns zur Quelle zurückbringt. Anders gesagt, dieses Material enthält die Kraft, die uns korrigiert. Alles, was in diesen Kursen gelernt wird, ist wichtig für unser Verständnis der Welt und für unsere inneren Korrekturen.

Aus diesem Grund empfehle ich jedem sehr diese Kurse. Und wenn es irgendwo eine handvoll Menschen an einem bestimmten Ort gibt, dann sind wir bereit auch dorthin zu gehen und einen Kurs zu geben. Wir hoffen wirklich, dass diese Bemühungen dafür sorgen werden, die Welt in die richtige Richtung zu lenken.

Kabbala Grundkurs

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