Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Erziehung'

Bildung in der Gesellschaft der Zukunft

Frage: Wie soll das Bildungsumfeld in der Gesellschaft der Zukunft aussehen?

Antwort: Es wird nur aus Zehnern bestehen müssen, in denen Menschen lernen, sich miteinander zu verbinden und alle Probleme zu lösen und alle Themen gemeinsam zu studieren.

Frage: Die klassische Struktur des Bildungssystems besteht aus Schülern, Lehrern und dem Thema des Studiums. Wie passen diese drei Komponenten in das Konzept der Zehn?

Antwort: Der Lehrer ist der Organisator, der den Schülern eine bestimmte Anzahl von Fragen stellt und ihnen ein bestimmtes Maß an Informationen gibt. Die Schüler müssen dann mit Hilfe dieser Informationen und ihrer Verbindung die Fragen lösen.

Zuerst üben sie sich miteinander zu verbinden. Nehmen wir an, sie müssen ein Thema in Physik studieren. Bevor sie anfangen zu lernen, verbinden sie sich miteinander, so dass sie zu einer Einheit mit einem Wunsch und einem Geist werden. Sie können dann anfangen, Physik richtig zu studieren.

Natürlich werden sie das Thema nun auf eine völlig neue Art erleben.

Frage: In den Gruppen gibt es normalerweise Unterscheidungen: einer schreibt besser, ein anderer liest besser usw. Sind Unterscheidungen im Zehner erlaubt für das Erreichen des  gemeinsamen Ziels?

Antwort: Natürlich. Das steht sogar im Buch Sohar geschrieben. Der eine liest, der andere schreibt, der dritte diskutiert, der vierte bereitet Lösungen, Auszüge, Zitate usw. vor. Die Fähigkeiten jeder Person werden zu einem einheitlichen Ganzen zusammengeführt.

Außerdem wird niemandem vorher gesagt, was zu tun ist. Es gibt keine festgelegten Grenzen oder bestimmte zugewiesene Rollen. Allein durch ihre Verbindung finden die Schüler ihren individuellen Platz für den maximalen Beitrag zur Gruppe.

Frage: Legen Sie Wert auf Wissen?

Antwort: Die neue Ebene des Wissens ist kein egoistisches Wissen, sondern das was aus dem offenbarten, ganzheitlichen, spirituellen System gewonnen wird. Dieses Wissen übersteigt die Grenzen von Einsteins Theorie.

Frage: Also, es gibt zehn Studenten, die das Problem kennen, das sie lösen müssen. Formulieren sie das Ziel selbst, entscheiden welche Fähigkeiten benötigt werden, um dieses Ziel zu erreichen, delegieren sie Aufgaben und bewegen sich auf dieses Ziel auch durch gemeinsame Entscheidungen zu?

Antwort: Sie müssen alle Probleme nur aus ihrer Einheit lösen. Sie werden einen neuen Geist haben, neue Empfindungen, neue Verbindungen – eine Zehn als gemeinsame Struktur.

Innerhalb dieser Struktur der Verbindung, nennen Sie es „Matrix“ oder „Parzuf“, werden sie die Lösung für jede Frage finden: technische, biologische Fragen, was auch immer. Andere Methoden zum Finden von Lösungen existieren nicht.

 

Aus KabTVs „Die Letzte Generation“ 17.8.17

[220986]

Gruppe oder Individuum?

Frage: Wie kann das Bildungssystem der nahen Zukunft aus Sicht der „Gestaltung einer Persönlichkeit“ aussehen? Wonach wird das Ergebnis der Bildung im künftigen Bildungssystem bewertet?

Antwort: Dafür muss man ein System ausarbeiten. Die Ausbildung muss man in Gruppen realisieren, und den Menschen muss man danach beurteilen, inwieweit er koordiniert, sich mit der Gruppe verbindet, mit ihr verschmilzt.

Frage: Was wird man als Folge der Bildung für wichtig halten: individuelle Errungenschaften des Menschen oder in der Gruppe?

Antwort: Individuelle Errungenschaften zählen überhaupt nicht, ausschließlich die in der Gruppe. Der Mensch muss sich maximal von individuellen Merkmalen oder Errungenschaften distanzieren. Die Gruppenerrungenschaft ist eine maximale Annäherung zwischen allen, in einem Verlangen und in einen Verstand, das werden die Menschen klar wahrnehmen.

Das Leben stellt bereits heute pragmatische Aufgaben, die wir von einem integralen Zustand aus lösen müssten.

 

 

Aus dem TV Programm „Die Letzte Generation“

 [#220428]

Eine schlanke Figur: Schönheit oder Schaden für die Gesundheit?

Frage: Welche spirituellen Wurzeln haben die stark verbreitete Propaganda und das Verlangen der Frauen, eine sportliche, schlanke Figur zu haben? Wieso ist es für einige leicht dieses Ziel zu erreichen und andere tun sich sehr schwer damit?

Meine Antwort: Das ist der Frauen-Egoismus, welcher sie auf diese Weise unterstützt. Deswegen ist das Streben der Frauen nach Schlankheit in einen besonderen Rang erhoben worden. Dafür arbeiten die kosmetische und die pharmazeutische Industrie, die Friseure und viele andere.

Mein Bekannter hat einen Schönheitssalon. Er hat mir erzählt, welchen „Krieg“ es um die Kunden in dieser Branche gibt, welche enormen Summen an Geld dabei in Bewegung gesetzt werden.

Replik: Einst war das Bild des gesunden Menschen anders als heute.

Meine Antwort: Ja. Wenn früher die Idealmaße „90/60/90“ waren, so sind sie heute viel kleiner. Das hat mit der Gesundheit nichts zu tun. Alle diese Richtlinien sind absolut nicht überlebensfähig. Im Endeffekt schaden sie der Gesundheit. Sowohl die Frauen als auch die Männer müssen einen normalen Körperbau haben.

Ich hoffe, dass wir letztendlich dazu kommen, die Menschen nach ihrem sozialen Engagement zu bewerten und danach wie vertraut und angenehm uns die Kommunikation mit ihnen ist. Und wenn jemand von ihnen 10 kg zu schwer ist, wird es uns nicht abschrecken. Uns werden die inneren Eigenschaften des  Menschen anlocken.

Natürlich muss der Mensch auf sich achten, aber nicht um irgendwelchen phantastischen, völlig unnötigen Standards zu entsprechen.    

 

Aus dem russischen Kabbalaunterricht 8/20/17

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Warum ist der Schöpfer so grausam?

Frage: Warum ist der Schöpfer so grausam?

Meine Antwort: Ich verstehe Sie, ich würde es auch so empfinden. Aber der Schöpfer ist nicht grausam. Wenn wir Seine Güte in unserem Egoismus empfangen, empfinden wir dies als entgegengesetzt zu uns.

Ich erinnere mich, wenn sich meine Mutter in meiner Kindheit über meine schlechten Zensuren oder etwas anderes geärgert hatte. Es kostete Sie viel Nerven und Kraft. Ich empfand es als böse, aber sie handelte mir gegenüber absolut gut.

Der Schöpfer, das ist die altruistische Eigenschaft der Natur. Aber in dem Maß, in dem wir Seiner Güte entgegengesetzt sind,  empfinden wir die Welt und uns als schlecht. Er macht nichts Schlechtes. Er behandelt uns mit absoluter Güte, aber wir sehen die Welt als absolutes Übel. Wir müssen niemanden dafür  beschuldigen, nicht den Schöpfer und uns selbst auch nicht.

Frage: Aber wie kommt es, dass wir Seine Güte in unserer Welt als Gewalt empfinden?

Meine Antwort: Das machen wir selbst. Die Menschen machen die Welt durch ihren Egoismus schlecht. Der Schöpfer gab ihnen den Egoismus und die Möglichkeit, ihn zu korrigieren. Er bringt uns zur Korrektur. Wir sehen doch, was in der Welt geschieht.

Meinung: Aber Er gibt einem einfachen Menschen so viele Hindernisse, in dem Er das Böse erschafft, was man nicht rechtfertigen kann.

Meine Antwort: Ich stimme dem voll und ganz zu. Aber sobald der Mensch erkennt, dass alles vom Schöpfer kommt, hört er auf Ihn zu beschuldigen. Im Gegenteil, er empfindet tiefe Dankbarkeit. Aber jetzt versteht man das noch nicht, so wie man es in der Kindheit nicht verstanden hat, warum die Eltern mit einem schimpfen.

 

Aus der Lektion auf Russisch, 26.02.2017

[#209961]

Belohnung und Bestrafung Teil 3

Frage: Wir leben in dieser Welt wie kleine Kinder, die sich bestraft fühlen, weil die Mutter ihnen keine Süßigkeiten und Cola gibt, da sie eben weiß, wie schädlich das ist. Wer ist diese Mutter?

Antwort: Mutter – ist das gesamte System, die Natur, die Naturgesetze, in denen wir existieren. Das System antwortet uns sofort und systematisch, Schritt für Schritt lehrt es uns die richtige Wahrnehmung der Wirklichkeit, damit wir unsere Augen öffnen und die wahre Welt erkennen. Das gleicht dem kleinen Kind, das nur einen kleinen Teil dieser Welt wahrnehmen kann, ein sehr flaches und begrenztes Bild. Das Kind versteht nicht das Regierungssystem des Landes und der Welt, es weiß nicht, wie das Ganze funktioniert. Nicht alle Erwachsenen wissen, wie der Staat funktioniert und aufgebaut ist und auf welchen Prinzipien alle Systeme basieren. Die Mehrheit beschäftigt sich nur damit, was sie selbst  direkt betrifft, z.B. mit der  Müllabfuhr vorm Haus.

Wie der Mensch im Laufe seines Wachstums das System der staatlichen Führung kennen lernt, so sollten auch wir die Naturgesetze kennenlernen, die uns lenken.

 Frage: Mutter ist ein Symbol der Wärme, Liebe, Sorge und der gesamten Güte, die im Leben eines Menschen existiert. Warum erkenne ich nicht, wenn ich mein eigenes Leben betrachte, dass die Welt mich mit solch einer Liebe und Sorge behandelt? Im Gegenteil, ich bekomme Schläge von allen Seiten.

Antwort: Wir denken, dass die Liebe seitens der Natur auf eine verständliche Weise gezeigt werden muss, aber verstehen wir sie richtig??

Ich denke an das Ziel, das ich in meiner Entwicklung erreichen muss und an die Mutter, die dann ständig darauf achten soll, dass ich auf dieses Ziel ausgerichtet bin.

Mein momentaner Zustand  in meinem Ego ist sehr schlecht. Ich muss so schnell wie möglich aus diesem Bösen herauskommen, um das Gute zu erlangen. Deshalb bereitet die Mutter für mich alle Bedingungen vor. Sie führt mich nicht mit Kraft nach vorne und schubst mich nicht mit einem spitzen Stock von hinten, aber sie gibt mir ständig Gelegenheiten, um voranzukommen. Ich muss sie nur verstehen!

Das Problem besteht darin, dass wir nicht verstehen, wie die Natur uns lenkt. Sobald ich anfange zu verstehen und versuche  mich in diesen Prozess einzubringen, ändert sich alles sofort. Immerhin versuche ich herauszufinden: Wo ist die Mutter, was sie von mir in jedem Augenblick, in jedem Zustand verlangt, wohin sie mich langsam führt, was ich jetzt machen und vor allem denken soll? Wie soll ich die Welt und das ganze Geschehen wahrnehmen, wobei ich in die ganze Zeit über die eigene Einstellung ändern und mein Bewusstsein entwickeln soll?

Wenn ich die ganze Zeit daran denke, dass es nichts anderes gibt als die höhere Kraft, dass die Mutter Natur mit mir ständig beschäftigt ist und nur das Gute für mich beabsichtigt, dann werde ich mich stetig in die richtige Richtung bewegen. Möglicherweise werde ich Fehler auf diesem Weg machen und auf  Grenzen stoßen, ob nach links, oder nach rechts, aber am Ende werde ich weiterhin vorwärts gehen. Ich werde mich unter wachsamer Kontrolle befinden und erreiche das Ziel.

Die Mutter ist verhüllt, aber allmählich werde ich das ganze System offenbaren, und zwar durch meine Zusammenstöße mit dem System und die Analyse eigener Handlungen: was ich richtig gemacht habe und was nicht. So werde ich verstehen können, was eine Belohnung und was eine Bestrafung ist.

 
Aus KabTV’s “Ein Neues Leben” 2/2/17

[206687]

„Vierzig Peitschenhiebe“

Tora, Deuteronomium 25:1 – 25:4

Wenn ein Rechtsstreit zwischen Männern entsteht und sie vor Gericht treten, und man richtet sie, dann soll man den Gerechten gerecht sprechen und den Schuldigen schuldig. Und es soll geschehen, wenn der Schuldige Schläge verdient hat, dann soll der Richter ihn hinlegen und ihm in seiner Gegenwart nach der festgesetzten Zahl Schläge geben lassen, seiner Schuld entsprechend. Vierzig Schläge darf er ihm geben lassen – nicht mehr -, damit nicht, wenn er fortfährt, ihn über diese hinaus mit vielen Schlägen zu schlagen, dein Bruder in deinen Augen entehrt wird. Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er [das Korn] drischt.

Die Peitschenhiebe werden uns absichtlich gegeben, um unseren Egoismus zu lehren, einem mächtigeren, höheren Richter zu gehorchen, welches die nächste Stufe ist. Deshalb kann man das Ego bestrafen, aber nur bis zur nächsten Stufe. Vierzig ist die Stufe von Bina. Mehr Peitschenhiebe sollte es nicht geben, weil das als Demütigung betrachtet würde. Wenn ich vierzig Peitschenhiebe bekomme, dann ist das weder eine Demütigung, noch eine Bestrafung, sondern eine Korrektur.

In unserer Zeit würden es die Menschen als Demütigung wahrnehmen, wenn sie für ein Vergehen mit Schlägen bestraft würden. Stell dir einen Richter vor, der zum Angeklagten sagt: „Wir verurteilen dich, entweder zu vierzig Peitschenhieben oder zu zwei Jahren Gefängnis“. Ist es für ihn nicht besser, seine Strafe abzusitzen und seinen Stolz zu bewahren, anstatt sich vor anderen gedemütigt zu fühlen?

Früher gab es keine Gefängnisse in Israel. Sie werden in der Tora überhaupt nicht erwähnt, weil Gefängnisse nicht korrigieren. Nur Schläge können korrigieren.

Mensch und Gesellschaft sollten verstehen, dass sie sich auf diese Weise dem Egoismus widersetzen, den der Schöpfer dem Menschen eingepflanzt hat. Wenn ein Mensch dieser Bestrafung zustimmt und die Gesellschaft glaubt, dass es dabei keine Wahl gibt, dann sollte der Mensch nicht bestraft werden, sondern er sollte Hilfe bekommen, um sich selbst zu korrigieren. Dann arbeiten beide, Mensch und Gesellschaft, zusammen mit dem Ego. Es ist gerade der Egoismus, der vierzig Schläge bekommt, und nicht der Mensch!

Das ist ein Bildungsprozess und keine Bestrafung.

Bis heute werden die Gefängnisse in den USA nicht Haftanstalten genannt, sondern vielmehr Korrekturinstitutionen. Ein Hund wird in einen Käfig gesteckt und ein Mensch wird zur Korrektur gebracht.

Der Egoismus wird uns von Oben gegeben und er muss gerichtet werden. Aus diesem Grund ging das Volk Israel, wie in der Tora erwähnt, zu ihrer  Korrektur mit Hilfe von Schlägen und nicht durch Gefängnisstrafe.

Frage: Es wird gesagt: „Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er [das Korn] drischt“. Was bedeutet das?

Antwort: Wenn in einem Menschen eine spirituelle Stufe aufsteigt, dann muss die tierische Stufe das empfangen, was ihr Anteil ist. Jedermann muss durch den Zustand der Schläge gehen, durch die er zur Stufe von Bina aufsteigt. Und die tierische Natur bleibt auf ihrer Stufe und sie sollte das bekommen, was ihr zusteht.

 

Aus KabTV´s  „Geheimnisse des Ewigen Buches“ 11/2/16

[207280]

Erziehung am Beispiel

Frage: Gibt es eine Rolle als persönliches Vorbild in der Bildung?

Antwort: Ja, alles wird durch das persönliche Vorbild unterstützt. Zeig einem Kind, was ein Vorbild ist. Sag, was du gerade tust, behandle es wie einen Freund. Und dann wirst du sehen wie alles zu ihm fließen wird.

Frage: Wenn ich dem Kind gegenüber eine freundliche Haltung einnehmen muss, wie kann ich es dann für einen Verstoß bestrafen?

Antwort: Du musst erklären, warum du das gerade tust. Du sagst ihm beispielsweise: „In dir drinnen sitzt ein kleines Teufelchen, das in die Schranken gewiesen werden muss. Was wollen wir damit machen? Gib mir irgendeinen Rat, was zu tun ist, um dir zu helfen, über diesen Dämon zu herrschen und ihn nicht frei zu lassen“.

Aus der russischen Kabbalalektion 1/8/17

[206561]

Eine gegenseitige Verbindung zwischen zwei Kräften

Frage: Was sind gute Beziehungen und wie beziehen sie sich auf die Spiritualität?

Meine Antwort: Die spirituelle Welt wird enthüllt, wenn jemand sich so ausrichten kann, dass er sich in einer korrekten, gegenseitigen Verbindung zwischen Gut und Böse befindet. Er tötet nicht das Böse und klebt nicht am Guten, sondern er schafft eine Verbindung, bei der die beiden Kräfte einander ergänzen. Es gibt nichts Böses ohne das Gute und nichts Gutes ohne das Böse; es gibt kein Licht ohne Dunkelheit und keine Dunkelheit ohne Licht. Die mittlere Linie muss sie korrekt stabilisieren.

Wenn jemand korrekt handelt, indem er sich zwischen diesen beiden Linien ausrichtet, dann wird sein Egoismus ständig wachsen. Auf diese Weise kann er eine positive Kraft erzeugen. Er stellt sich dem Egoismus entgegen und erbaut sich selbst in der mittleren Linie. Dies fasst die gesamte Methode der Weisheit der Kabbala zusammen, und das ist Erziehung des Selbst.

Sobald eine Person korrekt zwischen den zwei Linien arbeitet, fühlt sie dann die höhere Welt in der mittleren Linie. Das ist der Naturzustand, der aus der exakten Balance zwischen der positiven und der negativen Kraft besteht.

Auf den Stufen von unbelebt, pflanzlich und belebt kooperieren diese Kräfte miteinander auf natürliche Weise, instinktiv, was keinerlei Arbeit erfordert. Aber auf der menschlichen Stufe müssen wir diese gute Kraft in der Natur finden, um die negative Kraft dadurch auszubalancieren und uns so weiter zu entwickeln. Menschen, die die schlimmsten auf der Welt überhaupt sind, können gleichzeitig höher steigen als alle.

Die beiden Kräfte findet man scheinbar außerhalb des Menschen, aber wenn wir dem dann nachgehen, erkennen wir die negative Kraft in uns und wir fühlen, welche positive Kraft wir brauchen, mit der wir die negative Kraft ausbalancieren können. All dies ist nur möglich, wenn wir korrekt miteinander in einer Zehnergruppe arbeiten.

Aus der russischen Kabbalalektion 7/3/16

[198633]

Die Jugend der USA ist für Kommunismus

Replik: Amerikanische Journalisten sind besorgt: Jugendliche in den USA sind von den Ideen des Sozialismus und des Kommunismus begeistert. Die Hälfte der US-Amerikaner unter 35 Jahren möchte als Präsident des Landes einen Sozialisten sehen.

Antwort: Unabhängig davon, was wir über Feudalismus, Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus schreiben,  die Natur bewegt sich nach ihrem Plan. Man kann nichts daran ändern. Anstelle des Kapitalismus muss der Sozialismus kommen. Die Weisheit der Kabbala sprach sogar schon vor tausenden von Jahren darüber, dass der Kapitalismus die höchste Stufe des Egoismus sei, die dem Menschen jede Freiheit gibt – „Tu was Du willst.“

So wird sich der Mensch am Ende der kapitalistischen Entwicklung vergewissern, dass dies eine Sackgasse ist, dass wir mit Egoismus nichts erreichen werden. Wir können einander umbringen, ein Teil kann hungern und der andere den ganzen Reichtum der Erde besitzen, aber nichts anderes wird dabei herauskommen. Daher entsteht ein absolut klares Verständnis für die Notwendigkeit eines Wechsels zu einem neuen, gerechteren System.

Junge Menschen fühlen dies. Dieses Gefühl tritt bei Menschen als Ergebnis ihrer inneren Entwicklung auf und nicht, weil die Gesellschaft sich entwickelt. Die Gesellschaft selbst ist nichts, sie ist eine Folge der Entwicklung ihrer Mitglieder. Daher entwickeln wir uns so, dass wir spüren, wie die individuelle Entwicklung uns zerstört, und dies sollte uns zu der Erkenntnis des Bösen führen. Und der nächste Zustand ist ein Zustand der vollkommenen gegenseitigen Beziehungen untereinander. Den gleichen Beziehungen wie in der gesamten Natur, die erfordert, dass wir sie als ein integriertes, gemeinsames geschlossenes System behandeln, das sich mit allen seinen Teilen in absoluter Kommunikation befindet.

Ich glaube, dass die Entstehung der Neigung zum Sozialismus natürlich ist. Aber auf welche Weise kommt es dazu? Und wie werden es die jungen Menschen verstehen, wie kommen sie dahin und wohin genau gehen sie? Dazu brauchen sie unsere Erklärung.

Echter Sozialismus meint eine Gesellschaft, die eine richtige und gleichberechtigte Gemeinschaft erreichen will, wo jeder sich als gleichwertiges Mitglied wie alle anderen sehen wird, wo für alle und jeden gesorgt wird, und sich jeder um jeden kümmert – und demzufolge sich ein Mensch auch nicht mehr ausschließlich um sich selbst kümmern muss. Zuerst ist das eine vernünftige egoistische Gemeinschaft, ein egoistischer Sozialismus: Ich muss für die Gesellschaft sorgen, damit es mir gut geht.

Doch der egoistische Sozialismus ist eine Übergangsform. Wenn wir ihn erbauen, werden wir seine Elemente, Stufen, Realisierungsmöglichkeiten umsetzen und dann können wir schon kabbalistische Ideen einbringen.

Ich bin für den richtigen Sozialismus, der schrittweise eingeführt wird, mit der Entwicklung der Gesellschaft, mit Hilfe von Beispielen, die wir geben können und allen Arten von Vereinen, Verbänden, Vorträgen, Kursen und so weiter. So wird sich die Gesellschaft nach und nach auf diesem Niveau weiterentwickeln.

[#197315]

Wie man innerhalb der Familie mit Kritik umgehen soll.

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Zusammenfassung

Unser wachsendes Ego hat zur Folge, dass wir unsere Kinder für das kritisieren, was wir selbst nicht erreichen. Die Kritik sollte minimal sein, sie sollte unterstützend Grenzen aufweisen, die wir für unsere familiären Anforderungen festlegen. Das Kind sollte für sich lernen, wie es seinen Sinn für Kritik richtig aktiviert, damit die Struktur innerhalb der Familie erhalten bleibt. Wenn es nicht selbstkritisch ist, wenn es gegen die bestehenden Regeln der Familie angeht, dann werden wir Eltern behutsam Hilfsmittel anbieten, damit es selbstkritisch wird.

Es ist wichtig für ein Kind zu wissen, dass es seine Familie für sein ganzes Leben hat und wenn es gegen die bestehenden Regeln in der Familie angeht, es die richtige Beziehung mit ihnen verliert. Die wichtigste Regel ist es, mit seiner Familie verbunden zu sein; dies ist der höchste Wert. Wenn sich das Kind in seiner Familie in einer unakzeptablen Weise verhält, verliert es die Verbindung und die Sicherheit, dies wird es wieder auf den richtigen Weg bringen. Die Familie ist die wesentlichste Verbindung in der Natur, wir sollten sie nicht zerstören. Eltern bringen neues Leben und wenn sie sich trennen, zerstören sie die gute familiäre Beziehung der Kinder.

Wir benötigen Vorbereitung um zu wissen, wie wir jemanden mit Liebe kritisieren können und dabei eine gute Stimmung behalten. Zum Beispiel, wie verhalten wir uns zu einem Kind, welches nicht für eine Prüfung gelernt hat? Wir drücken unsere familiären Erwartungen aus, dass das Kind erfolgreich sein wird; wir helfen beim Lernen und versprechen eine mögliche Belohnung.

Um das zu tun, müssen wir stufenweise familiäre Normen erstellen: jeder sagt, wie er in der Familie mitwirken möchte. Die Familie wird täglich zu einer bestimmten Zeit an alle ihre Anerkennung und Dank für die geleisteten Beiträge ausdrücken, auch wenn es künstlich und gestellt wirkt. Es ist wichtig, jeden Tag eine neue Seite aufzuschlagen, ohne die Ereignisse des vorherigen Tages zu erwähnen; wir können uns treffen und uns einen Kuss geben und so weiter. So können wir Grundsätze, Vereinbarungen, Regeln und Beispiele anbieten. Das persönliche Beispiel hat mehr Einfluss als Wörter. Wenn ich kritisiere, sollte ich mich selbst beschränken, mich freundlich annähern und fragen: „Mit welcher Absicht hast du das getan?“ Damit drücke ich nicht meine Einstellung über das Geschehene aus. Stattdessen kläre ich mit dem Kind sein Verhalten über das, was es getan hat und was seine Absicht war. Ich helfe ihm mit Liebe zu klären, was es getan hat und was es dabei gemeint hat. Auf diese Weise bringe ich ihm bei, wie es selbstkritisch sein kann.

Aus KabTV „Neues Leben“, 2/2/16

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