Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Erziehung'

„Vierzig Peitschenhiebe“

Tora, Deuteronomium 25:1 – 25:4

Wenn ein Rechtsstreit zwischen Männern entsteht und sie vor Gericht treten, und man richtet sie, dann soll man den Gerechten gerecht sprechen und den Schuldigen schuldig. Und es soll geschehen, wenn der Schuldige Schläge verdient hat, dann soll der Richter ihn hinlegen und ihm in seiner Gegenwart nach der festgesetzten Zahl Schläge geben lassen, seiner Schuld entsprechend. Vierzig Schläge darf er ihm geben lassen – nicht mehr -, damit nicht, wenn er fortfährt, ihn über diese hinaus mit vielen Schlägen zu schlagen, dein Bruder in deinen Augen entehrt wird. Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er [das Korn] drischt.

Die Peitschenhiebe werden uns absichtlich gegeben, um unseren Egoismus zu lehren, einem mächtigeren, höheren Richter zu gehorchen, welches die nächste Stufe ist. Deshalb kann man das Ego bestrafen, aber nur bis zur nächsten Stufe. Vierzig ist die Stufe von Bina. Mehr Peitschenhiebe sollte es nicht geben, weil das als Demütigung betrachtet würde. Wenn ich vierzig Peitschenhiebe bekomme, dann ist das weder eine Demütigung, noch eine Bestrafung, sondern eine Korrektur.

In unserer Zeit würden es die Menschen als Demütigung wahrnehmen, wenn sie für ein Vergehen mit Schlägen bestraft würden. Stell dir einen Richter vor, der zum Angeklagten sagt: „Wir verurteilen dich, entweder zu vierzig Peitschenhieben oder zu zwei Jahren Gefängnis“. Ist es für ihn nicht besser, seine Strafe abzusitzen und seinen Stolz zu bewahren, anstatt sich vor anderen gedemütigt zu fühlen?

Früher gab es keine Gefängnisse in Israel. Sie werden in der Tora überhaupt nicht erwähnt, weil Gefängnisse nicht korrigieren. Nur Schläge können korrigieren.

Mensch und Gesellschaft sollten verstehen, dass sie sich auf diese Weise dem Egoismus widersetzen, den der Schöpfer dem Menschen eingepflanzt hat. Wenn ein Mensch dieser Bestrafung zustimmt und die Gesellschaft glaubt, dass es dabei keine Wahl gibt, dann sollte der Mensch nicht bestraft werden, sondern er sollte Hilfe bekommen, um sich selbst zu korrigieren. Dann arbeiten beide, Mensch und Gesellschaft, zusammen mit dem Ego. Es ist gerade der Egoismus, der vierzig Schläge bekommt, und nicht der Mensch!

Das ist ein Bildungsprozess und keine Bestrafung.

Bis heute werden die Gefängnisse in den USA nicht Haftanstalten genannt, sondern vielmehr Korrekturinstitutionen. Ein Hund wird in einen Käfig gesteckt und ein Mensch wird zur Korrektur gebracht.

Der Egoismus wird uns von Oben gegeben und er muss gerichtet werden. Aus diesem Grund ging das Volk Israel, wie in der Tora erwähnt, zu ihrer  Korrektur mit Hilfe von Schlägen und nicht durch Gefängnisstrafe.

Frage: Es wird gesagt: „Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er [das Korn] drischt“. Was bedeutet das?

Antwort: Wenn in einem Menschen eine spirituelle Stufe aufsteigt, dann muss die tierische Stufe das empfangen, was ihr Anteil ist. Jedermann muss durch den Zustand der Schläge gehen, durch die er zur Stufe von Bina aufsteigt. Und die tierische Natur bleibt auf ihrer Stufe und sie sollte das bekommen, was ihr zusteht.

 

Aus KabTV´s  „Geheimnisse des Ewigen Buches“ 11/2/16

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Erziehung am Beispiel

Frage: Gibt es eine Rolle als persönliches Vorbild in der Bildung?

Antwort: Ja, alles wird durch das persönliche Vorbild unterstützt. Zeig einem Kind, was ein Vorbild ist. Sag, was du gerade tust, behandle es wie einen Freund. Und dann wirst du sehen wie alles zu ihm fließen wird.

Frage: Wenn ich dem Kind gegenüber eine freundliche Haltung einnehmen muss, wie kann ich es dann für einen Verstoß bestrafen?

Antwort: Du musst erklären, warum du das gerade tust. Du sagst ihm beispielsweise: „In dir drinnen sitzt ein kleines Teufelchen, das in die Schranken gewiesen werden muss. Was wollen wir damit machen? Gib mir irgendeinen Rat, was zu tun ist, um dir zu helfen, über diesen Dämon zu herrschen und ihn nicht frei zu lassen“.

Aus der russischen Kabbalalektion 1/8/17

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Eine gegenseitige Verbindung zwischen zwei Kräften

Frage: Was sind gute Beziehungen und wie beziehen sie sich auf die Spiritualität?

Meine Antwort: Die spirituelle Welt wird enthüllt, wenn jemand sich so ausrichten kann, dass er sich in einer korrekten, gegenseitigen Verbindung zwischen Gut und Böse befindet. Er tötet nicht das Böse und klebt nicht am Guten, sondern er schafft eine Verbindung, bei der die beiden Kräfte einander ergänzen. Es gibt nichts Böses ohne das Gute und nichts Gutes ohne das Böse; es gibt kein Licht ohne Dunkelheit und keine Dunkelheit ohne Licht. Die mittlere Linie muss sie korrekt stabilisieren.

Wenn jemand korrekt handelt, indem er sich zwischen diesen beiden Linien ausrichtet, dann wird sein Egoismus ständig wachsen. Auf diese Weise kann er eine positive Kraft erzeugen. Er stellt sich dem Egoismus entgegen und erbaut sich selbst in der mittleren Linie. Dies fasst die gesamte Methode der Weisheit der Kabbala zusammen, und das ist Erziehung des Selbst.

Sobald eine Person korrekt zwischen den zwei Linien arbeitet, fühlt sie dann die höhere Welt in der mittleren Linie. Das ist der Naturzustand, der aus der exakten Balance zwischen der positiven und der negativen Kraft besteht.

Auf den Stufen von unbelebt, pflanzlich und belebt kooperieren diese Kräfte miteinander auf natürliche Weise, instinktiv, was keinerlei Arbeit erfordert. Aber auf der menschlichen Stufe müssen wir diese gute Kraft in der Natur finden, um die negative Kraft dadurch auszubalancieren und uns so weiter zu entwickeln. Menschen, die die schlimmsten auf der Welt überhaupt sind, können gleichzeitig höher steigen als alle.

Die beiden Kräfte findet man scheinbar außerhalb des Menschen, aber wenn wir dem dann nachgehen, erkennen wir die negative Kraft in uns und wir fühlen, welche positive Kraft wir brauchen, mit der wir die negative Kraft ausbalancieren können. All dies ist nur möglich, wenn wir korrekt miteinander in einer Zehnergruppe arbeiten.

Aus der russischen Kabbalalektion 7/3/16

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Die Jugend der USA ist für Kommunismus

Replik: Amerikanische Journalisten sind besorgt: Jugendliche in den USA sind von den Ideen des Sozialismus und des Kommunismus begeistert. Die Hälfte der US-Amerikaner unter 35 Jahren möchte als Präsident des Landes einen Sozialisten sehen.

Antwort: Unabhängig davon, was wir über Feudalismus, Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus schreiben,  die Natur bewegt sich nach ihrem Plan. Man kann nichts daran ändern. Anstelle des Kapitalismus muss der Sozialismus kommen. Die Weisheit der Kabbala sprach sogar schon vor tausenden von Jahren darüber, dass der Kapitalismus die höchste Stufe des Egoismus sei, die dem Menschen jede Freiheit gibt – „Tu was Du willst.“

So wird sich der Mensch am Ende der kapitalistischen Entwicklung vergewissern, dass dies eine Sackgasse ist, dass wir mit Egoismus nichts erreichen werden. Wir können einander umbringen, ein Teil kann hungern und der andere den ganzen Reichtum der Erde besitzen, aber nichts anderes wird dabei herauskommen. Daher entsteht ein absolut klares Verständnis für die Notwendigkeit eines Wechsels zu einem neuen, gerechteren System.

Junge Menschen fühlen dies. Dieses Gefühl tritt bei Menschen als Ergebnis ihrer inneren Entwicklung auf und nicht, weil die Gesellschaft sich entwickelt. Die Gesellschaft selbst ist nichts, sie ist eine Folge der Entwicklung ihrer Mitglieder. Daher entwickeln wir uns so, dass wir spüren, wie die individuelle Entwicklung uns zerstört, und dies sollte uns zu der Erkenntnis des Bösen führen. Und der nächste Zustand ist ein Zustand der vollkommenen gegenseitigen Beziehungen untereinander. Den gleichen Beziehungen wie in der gesamten Natur, die erfordert, dass wir sie als ein integriertes, gemeinsames geschlossenes System behandeln, das sich mit allen seinen Teilen in absoluter Kommunikation befindet.

Ich glaube, dass die Entstehung der Neigung zum Sozialismus natürlich ist. Aber auf welche Weise kommt es dazu? Und wie werden es die jungen Menschen verstehen, wie kommen sie dahin und wohin genau gehen sie? Dazu brauchen sie unsere Erklärung.

Echter Sozialismus meint eine Gesellschaft, die eine richtige und gleichberechtigte Gemeinschaft erreichen will, wo jeder sich als gleichwertiges Mitglied wie alle anderen sehen wird, wo für alle und jeden gesorgt wird, und sich jeder um jeden kümmert – und demzufolge sich ein Mensch auch nicht mehr ausschließlich um sich selbst kümmern muss. Zuerst ist das eine vernünftige egoistische Gemeinschaft, ein egoistischer Sozialismus: Ich muss für die Gesellschaft sorgen, damit es mir gut geht.

Doch der egoistische Sozialismus ist eine Übergangsform. Wenn wir ihn erbauen, werden wir seine Elemente, Stufen, Realisierungsmöglichkeiten umsetzen und dann können wir schon kabbalistische Ideen einbringen.

Ich bin für den richtigen Sozialismus, der schrittweise eingeführt wird, mit der Entwicklung der Gesellschaft, mit Hilfe von Beispielen, die wir geben können und allen Arten von Vereinen, Verbänden, Vorträgen, Kursen und so weiter. So wird sich die Gesellschaft nach und nach auf diesem Niveau weiterentwickeln.

[#197315]

Wie man innerhalb der Familie mit Kritik umgehen soll.

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Nitzah Mazoz

Zusammenfassung

Unser wachsendes Ego hat zur Folge, dass wir unsere Kinder für das kritisieren, was wir selbst nicht erreichen. Die Kritik sollte minimal sein, sie sollte unterstützend Grenzen aufweisen, die wir für unsere familiären Anforderungen festlegen. Das Kind sollte für sich lernen, wie es seinen Sinn für Kritik richtig aktiviert, damit die Struktur innerhalb der Familie erhalten bleibt. Wenn es nicht selbstkritisch ist, wenn es gegen die bestehenden Regeln der Familie angeht, dann werden wir Eltern behutsam Hilfsmittel anbieten, damit es selbstkritisch wird.

Es ist wichtig für ein Kind zu wissen, dass es seine Familie für sein ganzes Leben hat und wenn es gegen die bestehenden Regeln in der Familie angeht, es die richtige Beziehung mit ihnen verliert. Die wichtigste Regel ist es, mit seiner Familie verbunden zu sein; dies ist der höchste Wert. Wenn sich das Kind in seiner Familie in einer unakzeptablen Weise verhält, verliert es die Verbindung und die Sicherheit, dies wird es wieder auf den richtigen Weg bringen. Die Familie ist die wesentlichste Verbindung in der Natur, wir sollten sie nicht zerstören. Eltern bringen neues Leben und wenn sie sich trennen, zerstören sie die gute familiäre Beziehung der Kinder.

Wir benötigen Vorbereitung um zu wissen, wie wir jemanden mit Liebe kritisieren können und dabei eine gute Stimmung behalten. Zum Beispiel, wie verhalten wir uns zu einem Kind, welches nicht für eine Prüfung gelernt hat? Wir drücken unsere familiären Erwartungen aus, dass das Kind erfolgreich sein wird; wir helfen beim Lernen und versprechen eine mögliche Belohnung.

Um das zu tun, müssen wir stufenweise familiäre Normen erstellen: jeder sagt, wie er in der Familie mitwirken möchte. Die Familie wird täglich zu einer bestimmten Zeit an alle ihre Anerkennung und Dank für die geleisteten Beiträge ausdrücken, auch wenn es künstlich und gestellt wirkt. Es ist wichtig, jeden Tag eine neue Seite aufzuschlagen, ohne die Ereignisse des vorherigen Tages zu erwähnen; wir können uns treffen und uns einen Kuss geben und so weiter. So können wir Grundsätze, Vereinbarungen, Regeln und Beispiele anbieten. Das persönliche Beispiel hat mehr Einfluss als Wörter. Wenn ich kritisiere, sollte ich mich selbst beschränken, mich freundlich annähern und fragen: „Mit welcher Absicht hast du das getan?“ Damit drücke ich nicht meine Einstellung über das Geschehene aus. Stattdessen kläre ich mit dem Kind sein Verhalten über das, was es getan hat und was seine Absicht war. Ich helfe ihm mit Liebe zu klären, was es getan hat und was es dabei gemeint hat. Auf diese Weise bringe ich ihm bei, wie es selbstkritisch sein kann.

Aus KabTV „Neues Leben“, 2/2/16

#177059

Antwort auf Terror: Bildung ist keine Utopie

Frage: Wie wollt ihr das Volk verbinden, wenn 40% der Bevölkerung Israels an die Ankunft des Maschiach glaubt, 40% glaubt, dass es möglich ist, mit dem Iran, dem Islamischen Staat und Palästina Frieden zu schließen und 20% davon träumt, sich ins Meer zu stürzen. Es ist eine Utopie, dass es zu einer Einheit kommen kann!

Antwort: Es ist klar, dass man bei so einer Zersplitterung, die nicht nur innerhalb des Volkes existiert, sondern auch in jedem Mensch, nur schwer zu einer Verbindung gelangt. Und daher halten wir uns an „die Liebe deckt alle Sünden zu“ – das wird die Basis der neuen Bildung.

Wir nehmen die Menschen so wie sie sind, ohne sie zu nötigen oder zu verändern. Und nur durch unsere gute Aufklärung werden sie verstehen, dass uns die Verbindung wichtig ist und sie alle Unterschiede wettmacht. Es ist sehr gut, dass das Volk Israel keine graue Masse ist, sondern es viele Richtungen und Meinungen gibt.

Das Volk kocht vor Hass, Abneigung und Bosheit und wir sollten diesen Umstand nicht verdrängen wie andere Methoden es tun. Wir sollen lernen, wie wir trotz unserer Unterschiede eine feste, gegenseitige liebevolle Verbindung bilden. Trotz deines Hasses zu allen Menschen, die dich umgeben, muss du sie lieben. Wir sollen lernen, uns zu verbinden und unseren Hass in Liebe zu verwandeln: die Liebe zu anderen, zum Schöpfer und zu sich selbst.

In dieser Weise verbinden wir zwei Welten: Wir hassen alles, was nicht zu unserem „ich“ gehört, und sind deswegen verpflichtet, uns mit dem, was uns entgegengesetzt ist, zu verbinden. Es ist unmöglich, alle nach deinem Geschmack zu verändern, damit es dir leicht fällt, dich mit ihnen zu verbinden. Du solltest die anderen nicht dafür lieben, dass die dir ähnlich sind, sondern dafür, dass ihr das gleiche Ziel habt: ein Volk, das eine Lösung für das gemeinsame Leben findet.

Wie soll man so eine Verbindung „jenseits des Egoismus“ erreichen? Dafür gibt es die Methode der Kreise, in welchen wir eine besondere Kraft generieren, die nicht in jedem einzelnen existiert. Wenn wir uns entsprechend den Regeln verbinden, die die Kabbalisten erstellt haben, generieren wir unter uns die Kraft der Einheit jenseits aller Unterschiede. Diese Kraft hilft uns, den Zustand „die Liebe deckt alle Sünden zu“ zu erreichen.

 

 

Aus dem Unterricht 5.11.2015 [#169404]

Die glückliche Familie ist im parallelen Universum

bildFrage: Wie kann man Frieden in der Familie schaffen?

Antwort: Dazu gibt es das einzige Rezept: Jeder muss über die eigene Selbstsucht hinaufsteigen, um den Frieden in der Familie, zu Hause, zu schaffen. Dann bekommen wir die Empfindung der höheren Existenz.

Und der Mensch muss fühlen, dass die Gesellschaft seine familiären   Streitigkeiten bemerkt und verurteilt. Die Gesellschaft soll den Menschen in seiner Bemühung, die Familie zu festigen, unterstützen; die Meinung der Umgebung beeinflusst den Menschen doch so sehr, dass er ihr nicht widerstehen kann.

Wenn wir uns in der Minute des Zorns anhalten, gewinnen wir etwas sehr Wertvolles, dem zuliebe wir uns zurückhalten sollten. Der Gewinn ist umso größer.

Genauso, wie wir unsere Unzufriedenheit vor dem Chef bei der Arbeit zurückhalten, weil wir Angst vor der Entlassung haben, müssen wir uns ebenso zu Hause zurückhalten. Aber die Bemühungen werden von uns nicht gefordert, wir werden diesen Zorn in uns nicht unterdrücken und die Zähne zusammenbeißen und drohen, zu explodieren.

Die allgemeine öffentliche Meinung wird solche Atmosphäre unterstützen, dass jeder fühlen wird, wie unakzeptabel es ist, sich zu ärgern und seinen Zorn auf die Umgebung zu ergießen. Wir werden anders, ganz nach anderen Gesetzen, froh und ruhig, wie im Urlaub leben.

Verschiedene Streitigkeiten und Konkurrenz, das Geschrei wegen der Kinder wird aufhören. Es ist sogar unnötig sein, dem Menschen darüber  zu erzählen, das allgemeingültige Verhalten wird in der Atmosphäre schweben, deshalb wird es jeden beeinflussen.

Erwiderung: Sie erzählen von irgendwelchem parallelen Universum, wo es eine ganz andere Empfindung des Lebens gibt.

Antwort: Man kann sagen, dass wir in der zukünftigen Welt sein werden, die durch die Kraft des Gebens und der Liebe gelenkt wird. Und jeder wird durch die Liebe diese Kraft ergänzen, mit dem Wunsch, sie zu bewahren.

Es gibt außer den Skandalen jede Menge anderer wertvoller Beschäftigungen. Der Mensch ist dieses Lebens müde  und träumt, es zu ändern. Er weiß nicht, was er machen soll; es bleibt nur, sich zu trennen und zu fliehen. Man kann keine Lösung in dieser Sackgasse sehen. Und ich biete Ihnen eine schöne, ausgewogene, leichte Lösung an.

Aus dem 522. Gespräch über das neue Leben, 15.02.2015

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Wenn Freude für alle aufkommt!

bildEs existiert ein besonderes Phänomen: der Einfluss der Umgebung. Wenn ich ein Problem bekomme, welches auch die Gesellschaft betrifft, dann wird das Problem mit allen geteilt, und ich fühle mich nicht alleine damit. Wenn ich an einer schweren Krankheit erkrankt bin, dann mache ich mir große Sorgen. Wenn es aber eine Epidemie ist und alle erkranken, dann ist es nicht so schlimm.

Das Leiden wird sofort mit der Gesellschaft geteilt, wo ich einer von vielen bin. Deswegen ist meine Angst nicht mehr so groß, sondern ich trage ein Millionstel. Dies geschieht unabhängig von meinem Wunsch, da ich mit den anderen in einem System verbunden bin. Also mein relativer Anteil an dem ganzen Leid ist nur ein Millionstel.

Das bedeutet nicht, dass mir kein Leid geschieht: es geschieht. Aber das Gefühl der Angst vor der Bedrohung wird mit allen Menschen geteilt.  Je stärker ich mit den anderen verbunden bin, desto weniger sorge ich mich um Unannehmlichkeiten.

Doch wenn  Freude aufkommt, wird sie nicht geringer; denn das Gefühl der Freude spüre ich mit all den anderen. Ein Unglück empfinde ich in meinem Inneren, aber Freude- von außen, zwischen uns. Denn die gute Kraft, die die ganze Welt erschaffen hat, wirkt auf alle und verringert sich nicht. Wenn die Freude kommt, freuen sich alle in vollen Zügen.

Es ist sogar umgekehrt, die allgemeine Freude vergrößert die Freude von jedem Einzelnen. Sagen wir mal, es kommt eine Nachricht über den Sieg im Krieg. Diese Freude teilt sich nicht durch eine Million und lässt mir ein Millionstel des Glücks. Ganz im Gegenteil, sie wird durch eine Million multipliziert, und ich empfinde Freude eine Million Mal mehr! Schließlich gehe ich auf die Straße und sehe, wie glücklich und überwältigt jeder ist, es ist ganz anders, wenn ich alleine zu Hause sitze.

Die Kraft der Einheit hat  einzigartige und wunderbare Fähigkeiten  Leid zu teilen und Freude sowie Glück zu vergrößern. Dies folgt aus der Quelle der Schöpfung, aus dem Urknall, aus der Kraft, die alles erschaffen hat.

Heute erkennen wir, dass die gesamte Natur ein System ist. Je stärker wir diese Kraft anziehen, desto mehr entsprechen wir den Gesetzen der Natur, und dadurch gewinnen wir nur.

Wenn wir mit Hilfe der integralen Erziehung lernen würden dies alles richtig zu nutzen, würden wir die Spitze des Glücks erreichen.

„New Life“, Folge Nr. 242, 17.10.2013

[#154731]

Das Unvorhergesehene der persönlichen Entwicklung

Rav Laitmann BlogFrage: In der Schule bekommen wir alle Arten von Informationen, aber die Hauptsache lehren sie uns nicht: Wer wir sind. Warum ist es wichtig für jeden Menschen zu entdecken, zu erkennen und sich selbst zu verstehen?

Antwort: Wenn ich mich selbst verwirklichen möchte, muss ich wissen, wer ich bin und welche Quellen der persönlichen und geistigen Kräfte in mir zu finden sind. Wenn ich sie nicht habe, wo kann ich dann Hilfe von außen erhalten um sie zu bekommen? Worin bin ich schwach, und wo liegt meine Stärke? Für welche Tätigkeit bin ich geeignet, für welchen Lifestyle? Und ganz allgemein, wer bin ich? Manche Menschen haben selbstzerstörerische Tendenzen, während andere ständig um ihr Leben und ihre Gesundheit besorgt sind. Es gbit diejenigen, die das Publikum anziehen, andere, die es ablehnen und so weiter. Zu entdecken und zu sich selbst zu kommen bedeutet dass Du die Quelle des Erfolgs entdeckst und kennst.

Wir sehen dass Kätzchen und Welpen innerhalb zwei oder drei Wochen unabhängige Wesen sind. Während für einen Menschen Jahre des Leidens für seine Entwicklung erforderlich sind, und letztlich wird ihn seine Fähigkeit, aus der Umwelt aufzunehmen, auf die Beine stellen. Ein Baby kommt rein und sauber aus dem Mutterleib, ohne Bakterien und Viren, nichts. Innerhalb ein paar Stunden ist es mit Billionen von Bakterien bedeckt, bis zu 30.000 pro Quadratzentimeter auf der Haut. Wiederum, in dem Moment wenn es zu atmen beginnt, süß, und Antikörper produziert, fängt es bereits an seine Umgebung zu beeinflussen.

Wenn es zur Erziehung des jungen Menschen kommt, hat man sofort eine Vielzahl von Möglichkeiten in Bezug auf eine Beratung: Das Neugeborene muß der Musik zuhören, Du mußt mit ihm reden, ihm zulächeln. Es wird gesagt dass die Musik von Mozart die Gehirnzellen beeinflusst und die mathematischen Fähigkeiten verbessert. Ohne jeden Zweifel, alles von diesem ist gut. Die Wahrheit ist, wenn ein Kind bis zum Alter von zwei Jahren mehrere Sprachen regelmäßig spricht, wird es für ihn zur zweiten Muttersprache.

Zu diesem Thema existieren verschiedene Studien, aber in der Tat wissen wir nur sehr wenig über uns, und dieses Wissen ist komplett erfahrungsgemäß (empirisch). Die Abhängigkeit eines Menschen von seiner Umgebung ist die Hauptsache die berücksichtigt werden muss. Ich werde in einer bestimmten Familie geboren, zu einer bestimmten Zeit, unter bestimmten Bedingungen, in all dem muss ich die Hand des Schicksals erkennen. Aber es gibt auch eine andere Seite der Medaille.

Eine Mutter kann fünf komplett unterschiedliche Kinder haben. Zum Beispiel habe ich einen Bruder der einige Jahre jünger ist als ich, und er übernimmt komplett gegensätzliche Qualitäten der Gesellschaft als ich. Es ist zu sagen – es ist nicht nur die Umgebung – sondern genau was ein Mensch aus der Umgebung absorbiert, es ist also abhängig vom Menschen selbst. [150590]

KAB TV`s „New Life“ 07.11.14

Überschneidende Kreise

Frage: Worauf muss man bei der Wahl nach dem richtigen Partner achten?

Antwort: Man braucht nur dem allgemeinen Naturgesetz folgen, welches nach dem Gleichgewicht strebt. Je mehr  Ähnlichkeiten es zwischen den Partnern gibt, umso besser passen sie zusammen.

Man ist sich ähnlich, wenn man innerlich wie äußerlich, die gleiche Erziehung bekam, gleiche Werte, Lebensansichten und gleiche Reaktionen auf verschiedene  Situationen hat. Je mehr Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten man besitzt, umso größer ist der Erfolg auf eine gute Ehe.

Es ist eine Feststellung, dass der Mensch zuerst erkennen muss, wer der Andere ist, dies kann durch verschiedene Gespräche, gemeinsame Veranstaltungen und Seminare erreicht werden. Zunächst einmal muss man die Natur des Menschen, seine Psychologie studieren, erst dann beginne ich zu verstehen, wer ich bin, was mich motiviert und wie ich reagiere.

Damit wir uns gegenseitig besser verstehen lernen, müssen wir zuerst herausfinden, wie die verschiedenen Menschentypen auf unterschiedliche Probleme und in Standard-Situationen, reagieren. Wir werden dann erkennen, dass wir  sehr ähnlich auf die selben Probleme reagieren. Angenommen ich befinde mich in dem entgegengesetzten  Zustand wie mein Partner und seine Reaktion ist mir verständlich, dann würde ich in einer ähnlichen Situation auf die gleiche Art und Weise reagieren.

Deswegen muss der Mensch lernen sich selbst von der Seite zu betrachten. Man sollte seine Reaktion in unterschiedlichen Situationen überprüfen, dann erkennt man,  aus wie viel unterschiedlichen Verhaltensformen und Reaktionen der Mensch besteht. Folglich kann man verstehen, aus welchen Formen die andere Person besteht.

Diese Methode ist nicht nur auf der Suche nach einem Partner gültig, sondern auch für das allgemeine Verständnis einer Person. Es ist notwendig herauszufinden, in welchem Zustand, weicher Stimmung sich die Person befindet, wie sie reagieren könnte, wie weit ich sie verstehen und mich in ihre Lage versetzen kann. Kann ich mich in ihre Lage versetzen? Wir zeigen einander, dass wir uns verstehen und nehmen es an.

Dieses Studium ist dafür da, um den Menschen und sein Verhalten zu erforschen. Es gibt verschiedene Menschentypen: Choleriker, Sanguiniker, Melancholiker, Phlegmatiker. Die Psychologie hat klare Kriterien für solche Menschentypen und ist daher in der Lage festzustellen, welche besser zusammen passen. So ist es möglich und kein Problem, Menschengruppen zuzuordnen. Als Ergebnis in den Seminaren, bei Besprechungen und während der Spiele, werden sie erkennen, wer besser zu wem passt.

Den Unterricht beginnt man mit Gesprächen und Lektionen, um einsamen Menschen zu erklären, was die menschliche Natur ist, wie stark wir zu egoistischen Tendenzen neigen und wie sehr wir von der Umgebung abhängig sind, somit sind wir gezwungen, unseren inneren Impulsen und dem äußeren Druck zu gehorchen.

Unser Verhalten wird durch Gewohnheiten bestimmt, die durch die Erziehung geprägt wurdet. Wir müssen versuchen zu erkennen, aus welchen Gewohnheiten wir selbst bestehen und dabei verstehen, dass die andere Person, die vor mir steht, eine komplexe Persönlichkeit mit vielen anderen Gewohnheiten ist und ich mit ihr nicht so umgehen kann, wie ich will.

Jeder von uns erwartet von dem Partner, dass er in der gleichen Art und Weise reagiert wie ich und sich in jedem Moment seines Lebens so verhält, wie ich es möchte. Wenn ich die andere Person verstehen möchte, und dabei akzeptiere, dass es in jedem von uns eine ganze Reihe von verschiedenen menschlichen Formen und Modellen gibt, dann werde ich mich anpassen müssen, ansonsten kann ich nicht mit ihr kommunizieren.

So beginne ich flexibel zu werden, damit man aus ihren und meinen inneren Formen und Modellen, etwas, das für uns beide passt und zwar in jedem Augenblick, aufbauen kann. So lernen wir diese einfache Soziologie des menschlichen Verhaltens und der ganzen menschlichen Gesellschaft kennen.

Es ist notwendig genau so zu handeln, denn die ganze Natur strebt nach Balance, nach einer Verbindung, um in jedem Moment die Gleichheit zu erreichen. Im Gesamtsystem hängt alles davon ab, wie die Elemente zusammenpassen und die Verbindung der Elemente zu einem Ganzen wird, bis eine einheitliche Gesellschaft entsteht. Jeder hat seine eigene Freiheit, er weiß, wie er sich der Gesellschafft  anpassen kann, davon hängt der gesellschaftliche Einklang ab.

Man muss jedem beibringen, dass die gleiche Regel auch in der Familie gilt, so wie sie für die ganze Gesellschaft gut ist, so ist sie es auch für die Familien notwendig. Es herrschen überall die gleichen Gesetze.

Um in einer Familie hormonisch zu leben, muss jeder ein Psychologe  werden – wir haben keine andere Wahl! Wir sind sonst nicht in der Lage die Verbindung zwischen uns zu festigen. Diese Verbindung war ursprünglich natürlich, so wie bei den Tieren. Jetzt sind wir aber nicht auf der Tierebene, sondern steigen auf das Niveau des neuen Menschen auf, daher sind  wir verpflichtet zu lernen, wie man zu dieser Verbindung kommt.

Der Mensch  ist kein primitives egoistisches  Tier. Er sollte seinen Egoismus so füllen, dass er sich nicht von den anderen entfremdet, sondern versucht, den Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Um dies zu tun, muss ich die ganze Zeit nach und nach mein Ego annullieren und dem anderen erlauben, in meinen Raum einzudringen. Der  Partner erlaubt es mir und so wird unsere Verbindung aufgebaut.

Ich – das ist ein Kreis, der Partner – ein weiterer Kreis, wir beginnen uns so zu verbinden, dass jeder von uns in das gemeinsame Segment hineingehen kann, auch wenn es noch so klein ist. Wir erkunden dann diesen allgemeinen Bereich, wir kümmern uns darum, erhalten ihn aufrecht. Dies ist nur durch die Selbstannulierung möglich.

Auszug aus dem Gespräch „Neues Leben“, 09/06/13