Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Beschleunigung erfolgt über dem Wissen

Von uns wird ständig die Beschleunigung gefordert, denn im Spirituellen zählen nur die Anstrengungen, die über das normale Maß hinausgehen und als Ergänzung zur gewöhnlichen Geschwindigkeit angerechnet werden. Daraus können wir Schlussfolgerung ziehen, wie wir vorzugehen haben.

Baal HaSulam erklärt, dass diese Ergänzung zu den gewöhnlichen Handlungen - „Emuna lemala mi daat” (Glaube über dem Verstand) heißt. Diese Ergänzung ist unmöglich aus den eigenen, menschlichen Kräften zu erreichen. Aber wir bemühen uns dennoch, sie zu erreichen. Deshalb “schreien” wir quasi nach oben, und dieser Schrei ruft das Licht hervor, das uns zur Quelle zurückführt.

Dieses Licht kommt nicht von alleine. Es kommt, wenn du dafür einen neuen, leeren Raum findest! Noch einen neuen leeren Raum und das Licht kommt wieder. Wenn alles jedoch unverändert bleibt, dann braucht das Licht auch nicht zu kommen. Denn das Licht hat schon davor seine Arbeit erfüllt, indem es in dir irgendwelche Handlung erzeugte.

Deshalb müssen wir unsere Empfindung ständig um die neuen leeren und dunklen Höhlen ergänzen, damit wir die Kraft erreichen, die uns vollständig mit dem Licht erfüllt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 02.10.2011

Keine Liebe ohne Hass

Wenn es sich um die spirituellen Begriffe handelt, dann geht der Hass der Liebe voran.

So, wie es geschrieben steht: “Ich habe den bösen Anfang geschaffen und zusätzlich die Tora für seine Korrektur gegeben, weil das in ihr verborgene Licht zur Quelle des Guten zurückführt.

Die gute Quelle ist die Liebe. Aber sie kann nicht offenbart werden, wenn nicht zuerst das Böse, der Hass und die Abneigung enthüllt werden. Es gibt kein Ende ohne den Anfang. Man muss sich daran gewöhnen, dass die Liebe und der Hass immer in gegenseitiger Wechselwirkung stehen.

Deshalb finden wir in der Gesellschaft sowohl den Hass als auch die Liebe, und wir verstehen, dass dass das eine ohne das andere unmöglich ist. Wir sind keine schönen Engel, die auf dem unbelebten Niveau konserviert sind, sondern Menschen mit ihrer gesamten grausamen Selbstsucht.

Sofern du danach streben wirst, die anderen zu lieben, insoweit wirst du nur noch den größeren Hass empfinden. Nur dann wirst du mit dem Auszug aus Ägypten und der Ankunft am Berg Sinaj ausgezeichnet werden. Der Berg des Hasses, “der Berg Sinaj”  ist ein Ergebnis unserer ganzen vorhergehenden Arbeit.

Der Turm zu Babel war nur der Anfang, dort wurde noch nichts offenbart. Und deshalb werden 20 Generationen der ersten Kabbalisten, von Adam HaRishon bis zum Abraham, die Stammväter genannt. Es war nur die Anfangsvorbereitung, denn dort wurde kein so großes Verlangen empfunden.

Das erste Mal wurde das Verlangen in Babylon empfunden, und von da aus nimmt die Wissenschaft der Kabbala ihren Anfang. Dort gab es einen kleinen Berg des Hasses, “den Turm zu Babel”, über den man sich erheben konnte. Dort wird die Kabbala, die Wissenschaft über die Vereinigung, geboren. Von da aus stammen die Menschen, die eine Kraft haben, sich über den eigenen Egoismus zu erheben. Auf diese Weise überwiegt die ganze Zeit die Liebe den Hass.

Deshalb ist es nicht tragisch, dass heute der Hass in unserer Welt geöffnet wird. Man muss nur der Krankheit mit dem richtigen Medikament vorbeugen, so dass wir nicht zu lange warten sollen, bis die Schläge uns zur Entwicklung vorantreiben. Den Hass muss man mit dem Verständnis bewusst offenbaren, damit wir ihn richtig verwenden können und uns sicher sind, dass wir es wirklich tun.

Auszug aus dem Unterricht zum Tag der Liebe “Tu Be-Aw”, 15.08.2011

Der Finanz-Turm zu Babel

Meinung (R. Matthews, Professor, Präsident der International League of Strategic Management): In der biblischen Geschichte versuchten die Bewohner von Babylon einen konsumorientierten Turm zu erschaffen, der direkt in den Himmel ragen sollte. Das Projekt scheiterte, als der Turm zusammenbrach und die Menschen die Fähigkeit, einander zu verstehen, verloren haben.

Zusammenfassung: Die Weltwirtschaft steht vor der tiefsten Krise seit der Großen Depression: Überschuldung, Notwendigkeit der ständig wachsenden Nachfrage, Fehlen des Verständnisses dafür, dass der Finanzsektor ein russisches Roulette ist und das moderne Businessmodell, das auf der Gier der Menschen basiert, prinzipiell instabil ist.

Die Weltwirtschaft ist insolvent: die Schulden übersteigen die Liquidität um 100%. Der Staatsbankrott ist unvermeidlich und wird die geopolitische Situation beeinflussen. Meinungsverschiedenheiten, Nationalismus und Terrorismus verschärfen sich. Die Versuche, den Klimawandel zu verhindern, werden scheitern. Andererseits könnte die Krise zu einer sehr inspirierenden Entwicklungsphase beitragen und neue Wege des Daseins eröffnen.

Einleitung: Gemäß der biblischen Geschichte begannen die Babylonier, einen Turm zu bauen, mit dem sie den Himmel zu erreichen versuchten. Der Turm stürzte ein, als sie die Fähigkeit zu kommunizieren verloren haben: sie haben aufgehört, die gleiche Sprache zu sprechen.

In den vergangenen 20 Jahren haben wir versucht, einen Turm zu Babel auf der Grundlage von Konsuminteressen zu errichten. Dieser war aus Schulden erbaut worden und fiel in sich zusammen, genauso wie auch das Vertrauen in die Stabilität der Finanzwelt.

Der Finanz-Turm zu Babel wurde aus einem symbolischen Kapitalguthaben gebaut, der nur einen spekulativen Wert hatte. Der Turm musste zusammenbrechen, als die Sprache der Kommunikation verloren ging - die Finanzsprache drückte plötzlich nur leere Versprechungen aus.

Die Zerstörung des babylonischen Turms. Obwohl die Krise ihren Anfang im Finanzsektor zu nehmen scheint, liegen ihre Wurzeln viel tiefer. Die hemmungslose Jagd nach Wettbewerbsvorteilen hat zu einem riesigen Volumen und einer Vielfalt an Waren und Dienstleistungen geführt. Die Marktteilnehmer sehen die Notwendigkeit in der Bildung der Nachfrage.

Unterdessen ignorierten die Ökonomen die Nachfrage und konzentrierten sich auf die Erhöhung des Angebots. In den vergangenen 20 Jahren äußerte sich die manische Suche der Firmen nach Wettbewerbsvorteilen in der Errichtung der Schulden durch Spekulationen.

Dieser Turm zu Babel wurde auf einer illusorischen Grundlage von Kapitalguthaben errichtet, welche ihren Wert nur so lange hatte, solange wir uns selbst bezüglich dieser Werte belogen haben.

Der Turm war dazu verdammt, früher oder später zusammenbrechen, und der kritische Moment kam, als die Sprache der Kommunikation verloren ging. Bauunternehmer, Lieferanten und Manager des Turms hörten letztendlich auf, miteinander zu kommunizieren, weil sie nicht mehr daran geglaubt haben, dass die gehandelten Vermögenswerte noch ihren realen Wert haben.

Der kritische Punkt oder Übergang zu einer neuen Stufe. Was sind die positiven Auswirkungen der Krise? Wir haben einen kritischen Punkt (die Phase des Übergangs) erreicht, an dem Veränderungen jeglichen Ausmaßes möglich sind.

Die Abnahme der Intensität der aktuellen Krise kann nur durch internationale Zusammenarbeit und nicht durch das Streben nach nationalen Wettbewerbsvorteilen erzielt werden.

Wohlstand hat enorme Vorteile, wenn er gleichmäßig verteilt ist. Der moderne Finanz-Turm, genauso wie sein biblischer Prototyp, verkörpert einen dummen Versuch, die grundlegenden Aspekte des Lebens sowie die Hoffnung im Rahmen der völlig materialistischen Unternehmen zu definieren.

Der Turmbau war ein Glücksspiel mit sehr hohen Einsätzen. Das Spiel mit dem negativen Betrag, in dem die Gewinne für die Sieger riesig waren, jedoch viel niedriger als der Schaden für die Gesellschaft, die in den kommenden Jahren leiden wird.

Neue Wege des Daseins. Das Wachstum des Reichtums basiert auf der Kluft zwischen der wissenschaftlichen und der spirituellen Entwicklung des Menschen. Außer der Verwirrung bei dem Verständnis des Reichtums wird nun Spiritualität (die Eigenschaft des Gebens und der Liebe) mit Mystik und Aberglauben verwechselt. Der Zusammenbruch des modernen Finanz-Turms zu Babel ist ein Signal für ein neues Verständnis des Daseins. Die Arbeit an dieser Problematik ist das Hauptziel der Internationalen Liga des strategischen Managements.

Unsere Stärke liegt in unserer Schwäche

Weltweiter WE! Kongress, New Jersey, 3. Lektion

Frage: Wie können Frauen ihre Verlangen vereinen, um auf die Männer „Druck auszuüben“?

Meine Antwort: Man sollte keinen offensichtlichen Druck auf die Männer ausüben. Wollt ihr etwa, dass wir davonlaufen? Zu Hause übt die Frau ohne Worte, in Ruhe „Druck“ auf den Mann aus, und er macht alles, was von ihm verlangt wird. Das können Frauen von Natur aus.

Und den Männern ist diese „Schwäche“ eigen: sie wollen Helden in den Augen von Frauen sein. Und das gibt den Frauen Kraft, mit dieser männlichen Schwäche zu spielen und den Mann korrekt auszurichten, damit er den Wunsch der Frau erfüllt. Das sind natürliche Dinge, die die Psychologen sehr gut kennen.

Wir sind erwachsene Menschen, die ihre Natur gut verstehen. Wir haben ein Ziel, welches über unserer Natur liegt, und wir müssen nur lernen, alle Eigenschaften, die wir besitzen, richtig zu nutzen.

Wenn ich dem Ziel dadurch näher kommen kann, dass meine Frau mich auf jegliche Art und Weise ermutigt, mich lobt, weil ich jeden Morgen zum Unterricht aufstehe, und auf mein spirituelles Vorankommen stolz ist, wird mir das selbstverständlich helfen! Denn ein Mann ist wie ein kleiner Junge neben seiner Mutter.

Die Frauen müssen ihre Verlangen nach der Spiritualität zu einem großen starken Verlangen vereinen und Druck auf „einen“, „großen“, „globalen“ Mann ausüben. Wir, Männer, hoffen sehr, dass wir dieses Verlangen von euch spüren werden!

Auszug aus der 3. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 01.04.2011

Stellt euch auf die Feinfühligkeit der Seele ein

Frage: Ich komme zum Kongress wie auch sehr viele andere Menschen. Ich möchte mich darauf konzentrieren, in das innere Netz der Verbindung zwischen ihnen einzudringen.

Gibt es irgendwelche Regeln, die ich ständig in den Gedanken und in der inneren Einstellung befolgen muss, um in dieses Netz eindringen zu können?

Meine Antwort: Das Wichtigste ist, zu versuchen, den inneren Zustand wahrzunehmen, der zwischen allen herrscht. Versuchen! Das hängt von dem Einfühlungsvermögen der Seele ab.

In dem Buch „Glaube und Zuversicht” (Verfasser - Chazon Ish, A. Karelitz) steht geschrieben: „Der Glaube ist die zarte Neigung einer feinfühligen Seele”. Das sind alles dermaßen schwer fassbare Begriffe, dass kein einziges Wort eine haltbare irdische Auslegung zulässt. In unserem Fall kann es jedoch geklärt werden.

Alles hängt davon ab, inwieweit ich versuche, nach Möglichkeit, ohne mich mit meinen eigenen Eigenschaften einzumischen, in die gemeinsame Wahrnehmung der Menschen, die sich verbinden, einzusteigen, mit dem Verlangen, ihre innere Einheit, den Zustand zwischen ihnen wahrzunehmen.

Der Schöpfer sagte: „In meinem Volk wohne Ich”. In unserer Vereinigung will ich die Shechina - den dort in der Verhüllung herrschenden Schöpfer - enthüllen, denn Er befindet sich in der guten Verbindung zwischen uns - in der Gruppe, die sich vereinen will.

Und obwohl meine Freunde das noch nicht deutlich spüren können und noch nicht ganz begreifen, wofür und warum sie es tun, sondern befolgen einfach die Ratschläge der Kabbalisten, kann jeder durch seine Anstrengung, aus der Feinfühligkeit seiner Seele heraus, in dem Maße, in dem er diese Feinfühligkeit in seinen Anstrengungen zur Vereinigung erfasst hat, einsteigen und anfangen, den Schöpfer wahrzunehmen, der „in seinem Volk” herrscht.

Dort, im Inneren, verbirgt sich der Zustand (der spirituelle Ort), der den Namen „Shechina” trägt, unsere Bestrebungen einander entgegen - der Ort, den der Schöpfer ausfüllt - „haKadosh Baruch Hu” (der Heilige, gepriesen sei Er von mir - weil die Heiligkeit die Eigenschaft von Bina, des vollkommenen Gebens, ist, und sie wird von mir gepriesen).

Shechina bedeutet alle Verlangen, die einander entgegen streben, die sich im Netz der Verbindung zwischen ihnen befinden. Und der Schöpfer ist das höhere Licht, welches sie erfüllt. Dieses Netz will geben, und in seinem Geben, im Licht von Chassadim, enthüllt es das Licht von Chochma - das höhere Licht, den Schöpfer.

Wenn der Mensch danach strebt, diesen Zustand wahrzunehmen, ihn zu ergründen, in ihm zu leben, kann er ihn enthüllen, unabhängig von niemandem auf der Welt. Das ist die Arbeit, die wir versuchen müssen, auszuführen, besonders während solcher Kongresse, denn das ist die Zeit, um uns mit dem inneren Zustand der hohen Einheit zwischen uns zu verbinden.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Die Vorbereitung auf den Kongress in New Jersey”, 24.03.2011


Ein Tsunami in den Tiefen deiner Seele

Frage: Wie sollte unsere Einstellung gegenüber jenen Naturkatastrophen sein, denen wir heutzutage genauso wie anderen Problemen gegenüber stehen?

Meine Antwort: Wir leben in einer besonderen Zeit - unser egoistisches Verlangen zeigt uns unsere Unausgeglichenheit gegenüber allen Stufen der Natur.

Die unterste Stufe der Natur ist jene des Unbelebten, in welchem sich uns nun unsere Ungleichheit mit der Natur im Allgemeinen offenbart. Das Gleiche gilt auch für die übrigen Stufen: Pflanzlich und tierisch. Nur bemerken wir dies momentan nicht.

Wir befinden uns in einer schrecklichen Krise, einer “Beziehungskrise” mit dem Engel, den man “Domem” (unbelebt), “Zomeach” (pflanzlich) und “Chai” (belebt) nennt. All diese Formen der Natur drücken unseren gigantischen Mangel an Übereinstimmung aus und zeigen uns unsere Gegensätzlichkeit. Unser Verpflichtung besteht darin, dies zu korrigieren, denn nur der Mensch vermag durch die eigene Korrektur die übrigen Teile der Natur zu verbinden.

Daher sind die Katastrophen um uns herum eine Reflexion unseres Selbst. Die gesamte Verantwortlichkeit liegt bei uns. Man kann von dem unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen in unserer Welt nichts verlangen. Sie steigen zusammen mit dem Menschen auf und ab.

Durch die Probleme in den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen erkennen wir, wie unkorrigiert wir selbst sind. All diese Katastrophen sind eine Spiegelung und eine Demonstration unserer eigenen Fehler, nicht zu erwähnen, die “sprechende” Stufe der Natur - die menschliche Gesellschaft. Sehen Sie sich die Welt an!

Wir hätten die Möglichkeit, auf dieser Welt ein “Leben wie im Paradies” zu führen, doch was tun wir? Würde ein Besucher von einem anderen Stern uns dabei beobachten, was wir hier auf der Erde treiben, würde er uns wohl für vollkommen verrückt halten. Wo bleibt unser menschlicher Verstand und unsere Gefühle? Arrangiert ein denkender, intelligenter Mensch sein Leben wirklich auf diese Art? Nur ein Narr oder ein sich Selbst hassender würde so handeln.

Gerade jetzt, in diesem Moment enthüllen wir Schritt für Schritt unseren wahren inneren Zustand. Und nur durch unsere innere Korrektur werden wir Harmonie mit der äußeren Welt erreichen.
Aus dem ersten Teil des Täglichen Kabbala Unterichtes 3/13/11

Ich wünsche Ihnen mehr Licht auf dem Wege

Frage: Wie funktioniert das informative Gen des Entwicklungsprozesses (Reschimo)?

Meine Antwort: In mir wird das nächste informative Gen (Reschimo) offenbart, und ich beginne, sein Potential zu empfinden - die Beziehung zwischen dem Licht (Reschimo de-Itlabschut) und dem Wunsch (Reschimo de-Awijut ).

Die Reschimo entspricht vollständig dem spirituellen Zustand, darin existiert sein gesamtes Licht und die Wünsche und es mangelt nur am Schirm, der sie miteinander verbinden soll, das heißt es fehlt die Realisation!

Ich beginne einen noch nicht realisierten spirituellen Zustand zu empfinden. Und deshalb empfinde ich die ganze Kraft der Bitterkeit aus der Gegensätzlichkeit des Lichtes und der Wünsche, die sich miteinander nicht verbinden, sowie ineinander nicht eingehen können. Das wird entweder in Form des spirituellen Leidens, oder eben materiell - als eine Epidemie, eine Katastrophe, eine Krankheit, Unfälle, Kriege, als alles Mögliche empfunden.

Das geschieht, wenn ich für das Eintreffen der Reschimo nicht bereit bin. Wenn ich dagegen seine Offenbarung selbst hervorgerufen hätte, dann würde ich mich über seine Realisation freuen. Aber wenn es zu mir kommt, wenn ich noch nicht vorbereitet bin, wenn ich also nicht im bereit bin, den Schirm zu empfangen um dieses Reschimo in den spirituellen Zustand umzuwandeln, dann wird es in Form eines riesigen Leidens offenbart: eine solche Opposition des Lichtes und des Wunsches, wo sich Licht und Finsternis gegenüber stehen, und ich mich dazwischen, in der Mitte befinde.

Dann ergibt es sich, dass ich den fehlender Teil des Schirmes enthülle, der sie eigentlich verbinden sollte! Darin besteht eben der ganze Unterschied zwischen dem Weg des Lichtes und des Leidens.

Auf dem Wege des Lichtes bereite ich mich freiwillig vor, und ich wünsche sehr, dass ein neues Reschimo offenbart wird! Ich bereite die Umgebung vor, studiere, bereite mich vor, um dieses Reschimo realisieren zu können und ich warte sennsüchtig darauf! Ich beschleunige diese Entwicklung und die Offenbarung der Reschimo. Und in dem Augenblick, wo ich bereit bin, wird diese neue Reschimo offenbart.

Aber wenn ich mich nicht beeile, dann wird es entsprechend seiner eigenen Geschwindigkeit eintreffen: wenn ich soweit bin, dieses Leiden zu ertragen, wird die schmerzhafte Reschimo offenbart. Es wird mich folglich zwingen, in diese oder jene Richtung zu flüchten, um dem Schmerz zu entfliehen.

Möglicherweise wird dieses Leiden mir noch nicht helfen, zur Kabbala, in die Gruppe zu kommen, um die Methodik der Korrektur zu erreichen, und ich werde mich vergeblich quälen - krank sein, Kriege führen, sterben, wiedergeboren werden. Und inzwischen werden die Leiden meinen “Boden” umgraben, was mit dem Satz “die Leiden mildern die Selbstsucht” gemeint wird. Ich werde mittels der Leiden unbewusst die Differenz zwischen dem Licht und dem Wunsch in den Reschimo mildern.

Auf diese Weise erfolgt die unbewusste Entwicklung in den Anfangsstufen, wobei ich später sowieso gezwungen sein werde, den Weg des Lichtes zu wählen.

Auf dem Wege des Lichtes beschleunige ich die Offenbarung der Reschimo, wie auch gesagt wird: “Diejenigen, die zum Schöpfer (Israel) streben, beschleunigen die Zeiten”. Und es kommt manchmal vor, dass ich nicht in der Lage bin, die Zeit zu beschleunigen, infolge dessen komme ich mittels des Weges des Leidens voran. Und deshalb heißt dieser mittlere Weg “der irdische Weg”.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel “das Vorwort zu Panim Meirot”, 28.02.2011

Bauen, ohne zu zerstören

Frage: Worin besteht die Umsetzung unseres freien Willens?

Meine Antwort: Darin, dass jeder sich vor der Gruppe beugt, um von ihr die Wichtigkeit des spirituellen Ziels, des Schöpfers, des Gebens zu bekommen.

Mein Wille besteht darin, mich selbst im Vergleich zu der Gruppe so klein zu machen, dass alles, was sie besitzen, als das Wichtigste im Leben in mich hineingeht, damit ihr Gedanke an den Schöpfer über alles, was es in mir gibt, herrscht. Und dann werde ich nur daran denken.

Ich handle jedoch nicht blind wie unter Hypnose, sondern arbeite absichtlich in meinem Egoismus gegen ihn: ich füge mich in die Freunde ein, beuge mich vor ihnen, stelle sie als führende Persönlichkeiten der Generation vor – alles nur, um die Wichtigkeit der Erlangung des spirituellen Ziels von ihnen zu übernehmen.

Und verhalte ich mich dieser Welt gegenüber mit all dem Reichtum, der Macht und dem Ruhm als etwas Niedrigem und Erbärmlichem gegenüber? – Nein, denn in diesem Fall würde es heißen, dass der Schöpfer nur gering höher als diese Erbärmlichkeit ist, ich muss jedoch einen anderen Zustand erreichen.

Deshalb muss ich sowohl Reichtum als auch Macht, Ruhm und diese ganze Welt hoch schätzen, die Spiritualität jedoch noch höher setzen. Also nicht die Wichtigkeit dieser Welt herabsetzen, wie verschiedene Religionen und Glaubensrichtungen das tun, sondern alles, was es in ihr gibt, für wichtig halten, jedoch nur zur Erreichung der Spiritualität benutzen. Und das wird als das Nötigste bezeichnet.

Wenn man nicht diese Welt herabsetzt, sondern die spirituelle erhebt, dann wird diese Welt in dem Maße des spirituellen Wachstums noch wichtiger vorkommen. Und dann darfst du sie nicht zerstören und nicht gering schätzen, sondern musst die Spiritualität noch höher darüber erheben! Auf diese Weise wirst du jedes Mal aufsteigen, von der Stufe dieser Welt zur Stufe der zukünftigen Welt.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“, 17.02.2011

Der Lichtführer des Schöpfers

Unterricht №1, in Moskau, 14.01.2011
Frage: Was bedeutet „die Leiden und die Freuden des Freundes zu teilen”? Und wie sollen wir dazu kommen?

Meine Antwort: Die Freuden mit den Freunden zu teilen bedeutet, sich auf die gemeinsame Erreichung der spirituellen Ziele, auf unserem gemeinsamen Weg zu freuen, wenn ich im meinen Inneren ihr Streben zum Ziel empfinde, wenn ich mich und mein Streben zum Ziel gar nicht empfinde, sondern spüre, wie ich mit ihnen gemeinsam nach einem gemeinsamen Ziel trachte.

Denn mein „Ich” verschwindet, es löst sich in anderen auf. Dadurch erreiche ich unter anderem auch die Unestreblichkeit.

Das „Ich” eines Menschen existiert nicht. Es existiert nur als Lichtführer des Schöpfers für allen anderen. Deswegen verschwinden unsere „Ichs”. Stattdessen entsteht ein Ganzes, multipliziert mit der Anzahl der „Ichs”, welche es früher gab.

Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar, „Das Vorwort”, 14.01.2011

Wenn die Kraft des Lichtes plötzlich offenbart wird…

Frage: Die Kabbala besagt, dass sich die ganze Welt innerhalb von mir befindet. Und was beinhaltet die äußerliche Kraft des Schöpfers, die zu mir kommt?

Meine Antwort: Diese äußerliche Kraft ist mir nicht bekannt. Ich weiß nur, dass in mir plötzlich etwas geschieht und irgendeine neue Eigenschaft offenbart wird.
Wie unterscheiden sich diese Gedanken und Wünsche der anderen, welche vorher in mir entstanden? Sie schienen mir doch auch neu zu sein?

Aber es ist mir ganz klar, dass diese neue Eigenschaft, die in mir jetzt aufkommt, als die Kraft des Gebens - als etwas ganz Neues und meiner Natur nichts Eigenes bezeichnet wird. Sie ist meiner Natur absolut entgegengesetzt, und wird in solcher besonderen Form offenbart, dass sie sich von meiner ganzen vorherigen Erfahrung dramatisch unterscheidet.

Um mich mit dieser Eigenschaft zu verbinden, muss ich über mein Ego hinaufsteigen, indem ich mich sehr anstrenge. Ich soll mich von meinem Egoismus trennen und die ganze Zeit gegen mich kämpfen, um nicht in die egoistischen Berechnungen zurückzufallen.

Und wenn ich mich auf solche Weise von den egoistischen Berechnungen löse, dann erst beginne ich unter dieser Bedingung zu erkennen, dass die Kraft, die mich jetzt anzieht, die innerhalb von mir gilt und mich einlädt, mich ihr anzuschließen und nicht innerhalb meines Egoismus zu bleiben, die Kraft des Gebens ist.

Diese Kraft, die sich in mir offenbart, unterscheidet sich sehr stark von all meinen vorherigen Kräften, Gedanken und Bestrebungen, meiner ganzen Natur. Ich fühle das, denn sie verpflichtet mich, mich von allem zu trennen, was früher geschah!

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel “Die Freiheit”, 21.01.2011