Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Das erste Buch der Kabbala

Frage: Ich nehme an einem Kabbala Kurs teil. Bitte helfen Sie mir bei der Wahl meines ersten Buches.

Antwort: Die Kabbala wird in zwei Richtungen offenbart. Eine Richtung ist der Verstand und die andere sind die Gefühle.

Der Mensch ist ein Geschöpf der Gefühle, da das Verlangen sich zu füllen und  zu genießen die Grundlage seiner Natur ist. Wenn aber dieses Verlangen beginnt zu fühlen, ich möchte mehr, ich möchte weniger, ich kriege weniger, ich kriege mehr und so weiter, dann wird bei ihm der Verstand entwickelt, mit der inneren Frage, wie kommt man zur besten Erfüllung?

So kommt es dann, dass es die Gefühle und den Verstand gibt. Die Gefühle aber sind erstrangig und der Verstand dagegen zweitrangig.

Im Studium der Kabbala geht man genau auf diesen zwei parallelen Wegen, dem gefühlsmäßigen und dem Verstandesweg. Für den gefühlsmäßigen Weg passt das Buch „Shamati“, die Offenbarung der höheren Welten und für den Verstand passt besser das Buch „Kabbala für Anfänger“.

Ich bin der Meinung, dass man die beiden probieren sollte. Das, was ihnen persönlich näher ist, sollten Sie lesen.

[#210194]

Blitzantworten vom Kabbalisten Teil 2

Frage: Gibt es den Begriff des kollektiven Egoismus, des kollektiven Bösen? Oder ist das äußerst individuell?

Antwort: Nein. Wenn wir von der spirituellen Entwicklung des Menschen sprechen, ist das äußerst individuell.

Frage: Müssen wir den Hass auf den Schöpfer entwickeln damit wir zur Liebe zum Schöpfer gelangen?

Antwort: Wenn der Mensch Hass gegenüber dem Schöpfer empfindet, spürt er in gleichem Maße, wortwörtlich im gleichen Augenblick, dass die Gedanken an Ihn und das Empfinden des Schöpfers sofort verschwinden.

Frage: Sie sagen, dass der Egoismus der Menschheit sich mit jedem Tag weiterentwickelt. Wir haben schon sein Abschluss-Stadium erreicht und auf uns warten noch größere Überraschungen?

Antwort: Wir sind zum letzten Stadium gekommen, haben es aber noch nicht voll erreicht.

Frage: Baal HaSulam hat die Kabbala in zwei Teile geteilt, der verborgene und der offene Teil. Der offene Teil ist für alle zugänglich, ist der verborgene nur für Auserwählte?

Antwort: Alle werden auserwählt sein. Im Endeffekt werden wir alle die gleiche Stufe der Entwicklung erreichen. Die voll altruistische, spirituelle Entwicklungsstufe.

Frage: Wieso kann man ohne das Empfinden und das Begreifen des Bösen nicht zum Punkt der Wahrheit kommen?

Antwort: Weil der Punkt der Wahrheit in sich das Böse und das Gute wie zwei absolut gleichwertige und gleichberechtigte Komponenten einschließt.

[#210071]

Wie hilft man dem Lehrer?

Rav1Frage: Wie kann ein Schüler dem Lehrer helfen, und inwiefern leitet der Lehrer dem Schüler das Licht weiter?

Meine Antwort: Es hängt alles davon ab, wie beständig man das Ziel, das Studium, die Gruppe, die Verbindung verfolgt und wie man dem Lehrer bezüglich der Gesamtarbeit in der Gruppe hilft.

Als ich im Jahr 1980 meinen Lehrer fand, hatte ich bereits nach ein paar Unterrichtsstunden keine Zweifel, dass ich verpflichtet bin, in seine Nähe zu ziehen und alles Erforderliche zu tun.

Aber damals waren andere Bedingungen, es gab kein Internet, nicht einmal Bücher über Kabbala, sie waren ein Geschenk des Himmels, eine Seltenheit. Seitdem sind 37 Jahre vergangen. Heute gib es absolut alles, in jeder Sprache zugänglich.

Dem Lehrer helfen – das ist sicherlich ein sehr starkes Motiv für die Entwicklung. Man soll nach der Ähnlichkeit mit den Eigenschaften   des Lehrers streben. Der niedrige Parzuf soll nach dem streben, was der Höhere macht. Auf diese Weise erziehen wir auch die Kinder.

Man soll sich stets ein Beispiel an dem Höheren in seiner Beziehung zur Welt, zum Studium, zum Verbreiten nehmen, und folglich wird man sich entwickeln. Das ist der beste Anreiz für das Weiterkommen.

 

Aus einer Videokonferenz mit den Studenten, ARI-Bildungseinrichtung, 21.05.2017

[209622]

Die Arbeit an der Weltkorrektur, Teil 3

rav_laitman_017Frage: In der Welt gibt es sehr viel Korruption, Betrug, Ungerechtigkeit und Ungleichheit zwischen Reichen und Armen, und das alles hindert uns daran, normal zu leben. Es ist offenbar, dass es gewisse Menschen gibt, die an diesem Zustand mehr Schuld tragen. Was kann man aber von einem einfachen Menschen verlangen?

Wieso behaupten Sie, dass jeder sich korrigieren muss? Wäre es nicht besser, diejenigen zu korrigieren, die wirklich Macht und Kraft in dieser Welt haben, und dann werden sie unsere Systeme korrigieren und unser Leben verbessern? Was hat ein einfacher Mensch damit zu tun?

Antwort: Der einfache Mensch leidet einfach und weiß überhaupt nicht wieso. Es geht darum, dass jeder mit Hilfe seines Egoismus gesteuert wird und er verpflichtet ist, sich zu korrigieren.

Frage: Wieso sollte man nicht nur diejenigen korrigieren, die das Problem verursachen?

Antwort: Sie sind nicht die Ursache des Problems, sie sind nur das Ergebnis von uns allen. Wenn wir ein paar Anführer auswechseln, kommen andere, die nicht besser sind. Man muss die gesamte menschliche Gesellschaft korrigieren und dann werden alle anderen Niveaus: tierisches,  pflanzliches und unbelebtes Niveau auch korrigiert, weil sie vom Menschen abhängen.

Frage: Was gibt es so besonderes in einem Menschen, dass er die gesamte Natur zerstört?

Antwort: Das ist das Verlangen des Menschen, seinen Erfolg zu Lasten der anderen aufzubauen.

Frage: Wir aber versuchen uns gegenseitig zu helfen. In unserer Zeit gibt es viele philanthropische Gesellschaften und niemand hungert. Wir kümmern uns also umeinander und wünschen uns gegenseitig das Gute.

Antwort: Das Problem liegt darin, dass sich jeder nach seiner Meinung richtet, und deswegen wundert er sich, wieso wir so viel Gutes füreinander tun, aber die Welt wird schlimmer und schlimmer? Wahrscheinlich wissen wir nicht, was es heißt, Gutes zu tun und was die Natur von uns verlangt. Wir verstehen nicht, dass die menschliche Gesellschaft nicht nach ihrer Meinung, sondern nach etwas höheren Ansprüchen, höher als unserem egoistischen Verstand, den egoistischen Gefühlen und Philosophien aufgebaut werden soll.  
Jeder Mensch hat seine Vorstellungen davon, wie die ideale Gesellschaft aussehen sollte. Man muss vor allem das richtige Format finden, die Form der Gesellschaft. Wir verstehen das nicht, und deswegen werden wir ständig in Diskussionen reingezogen, in Kriege und jeder denkt, dass er im Recht ist. Die Gerichte sind überfüllt mit Menschen, die ihr Recht behaupten.

Wer kann uns den Begriff der richtigen Form der Welt geben, damit alles objektiv ist und nicht eine persönliche Meinung von irgendjemandem? 

Wir alle sind nicht korrigierte Egoisten, wir sind voller Vorurteile, und vielleicht denken wir auch nur unbewusst immer an uns selbst und nicht an die anderen.
Deswegen müssen wir als erstes die richtige und objektive Form der Welt ermitteln. Dafür müssen wir uns an die Wissenschaft der Kabbala wenden, welche erklärt, was die höhere Kraft und Natur bedeuten und wie wir ihr ähnlich werden können. Nur so können wir zu einem guten Leben kommen. Die höhere Kraft der Natur ist höher als wir, und wir werden nicht fähig sein, sie zu ändern. Aber wir können uns ändern und uns in Übereinstimmung mit ihr bringen. Je mehr wir dieser höheren Kraft ähnlich werden, desto besser wird unser Leben.

[#209065]

Die Arbeit an der Weltkorrektur, Teil 2

ravFrage: Wieso wurde die Welt nicht korrigiert erschaffen?

Antwort: Damit wir sie korrigieren! Denn wir dringen während des Prozesses der Korrektur  in die Tiefe der Welt ein und können so die Welt ergründen und damit auch verstehen, wie sie erschaffen wurde und wie sie arbeiten müsste, wenn sie schon korrigiert wäre. Also wir offenbaren all die inneren Gesetze der Welt.

Frage: Wäre es dann nicht besser sofort die Welt in korrigierter Form zu erhalten und ein gutes Leben zu führen?

Antwort: Überhaupt nicht. Wenn ich die korrigierte Welt erhalte, kann ich nur auf die Knöpfe drücken damit ich von der Welt das bekommen kann, was ich möchte. Wenn aber dieses „Gerät“ kaputt ist, bin ich gezwungen ins Innere einzudringen und zu studieren wie die Welt funktioniert, zu klären wieso und weswegen ein Ausfall kommt, wie man repariert und wie „das Gerät“ richtig arbeiten muss. Auf diese Weise lerne ich das gesamte System kennen. In dem Maße, wie ich das System von Anfang bis zum Ende korrigiere, werde ich zu seinem Herren.

Frage: Wofür brauchen wir das, die Herren des Systems zu sein?

Antwort:  Damit wir die Welt regieren. Der Mensch muss alles verstehen, fühlen und die ganze Realität regieren. Die Korrektur der Welt bedeutet die Korrektur des Menschen, und auf diese Weise erkenne ich, wer ich bin und werde mich korrigieren. Der Schöpfer hat mich angeblich „zerbrochen“ und ich korrigiere mich. Dank dem erkenne ich, was der Schöpfer gemacht hat und wie die richtige Form aussehen soll. Ich vergleiche mich mit Ihm in der Arbeit. Er hat zerbrochen und ich korrigiere.

So kommt es, dass ich dem Schöpfer gleich werde, indem ich mich auf Sein Niveau erhebe. Also der gesamte Prozess des Zerbruchs und der Korrektur ist dazu da, damit man den Menschen auf eine höhere Stufe der Realität und seiner Weltanschauung erhebt, hin zu einem anderen Leben.

[#209014]

Gast und Gastgeber, Malchut und Keter

Frage: Baal HaSulam gibt ein sehr gutes Beispiel über einen Gast und einen Gastgeber. Können Sie bitte dieses Beispiel in Bezug auf die zehn Sefirot erklären?

Antwort: Wir können die gemeinsamen Erfahrungen des Gastes und des Gastgebers noch nicht fühlen, wenn der Gastgeber durch seine spirituellen Zustände den Gast durch dessen Verlangen und gleichzeitig mit seinem Verhalten füllt.

Wenn der Gastgeber seinen Gast nur hätte erfreuen wollen, hätte er nur ein Verlangen in ihm erschaffen und es gefüllt. Dieses Verlangen wird die unbelebte, pflanzliche oder belebte Natur genannt und der Gast hätte keine anderen Gefühle gehabt.

In dem Moment, wenn andere Gefühle im Gast entstehen, empfindet er den Gastgeber nicht einfach wie ein Hund sein Herrchen fühlt, sondern er fühlt Ihn tatsächlich als den Einen, der gibt und sich selbst als den einen, der empfängt. Das ist nicht genug, da der Gastgeber den Gast von ganzem Herzen erfreuen und beschenken möchte. Deshalb erscheint das Gefühl der Scham nicht sofort im Gast; seine Eigenschaften müssen weiter entwickelt werden bis sie in den acht Sefirot in Malchut ausgedrückt werden.

Dann ist er in der Lage, die Sefira von Keter zu fühlen und zu verstehen, dass er sich vom Gastgeber unterscheidet und er nicht empfangen kann, weil er dann entgegengesetzt und das Gegenteil von den Eigenschaften des Schöpfers wäre.

Das ist ein Problem. Wenn ich empfange, bin ich entgegengesetzt und das Gegenteil von Ihm, getrennt und verschieden von Ihm. Während Er erhaben ist, gibt, eine Quelle der Freude und Liebe ist, bin ich so tief unten, dass ich nur das liebe, was ich empfange und darin vollkommen versunken bin. Deshalb erscheint das Gefühl von Keter (der Gastgeber) in Malchut und das Gefühl von ihr selbst und das kann sie nicht dulden. Weil sie nicht weiß, was zu tun ist, weigert sie sich, es anzunehmen.

Es gibt verschiedene gefühlsmäßige Erklärungen für diesen Zustand, in dem Malchut alle Sefirot zu fühlen beginnt, die ihr vorausgingen, die ganze Haltung des Gastgebers, des Schöpfers ihr gegenüber, und so begrenzt sie sich natürlich und hört auf zu empfangen. Das ist ihr erster Schritt.

Nachdem sie mit dem Licht gefüllt ist, beginnt Malchut die verborgenen Eigenschaften von Keter wahrzunehmen. Sie fühlt, dass sie durch das Empfangen das Gegenteil vom Licht wird. Das Licht gibt absolut, während Malchut absolut empfängt, und daher entsteht in ihr das Gefühl von Scham, das absichtlich vom Schöpfer erschaffen wurde, und diese Scham ist so groß, dass sie in Malchut die Weigerung des Empfangens verursacht. Und das wird Zimzum , Einschränkung, genannt.

 

Aus der russischen Kabbala Lektion 3/5/17

[209036]

Die Tora ist ein System der Verbindung des Schöpfers mit den Geschöpfen

Buch Sohar, Kapitel „Lech Lecha“: „Wie stark wird die Tora, dank welcher der Mensch dem Leben in der kommenden Welt würdig wird, vom Schöpfer geliebt. Und jeder, der die anderen die Tora lehrt, ist wichtiger als alle.“

Die Tora wird als das höhere Licht („Or“) bezeichnet, das auf denjenigen Einfluss nimmt, welcher sie auf richtige Art und Weise studiert. Das heißt, wenn er dank ihrer Kraft eine höhere Stufe erreichen möchte als die, auf der er sich jetzt befindet.

Er möchte mehr altruistisch sein, gebend, liebend, er will verbundener mit anderen sein und alle unterstützen. Mit anderen Worten, er will dem Schöpfer ähneln, Der gut, vollkommen und Gutes tuend ist.

Wenn der Mensch sich so verändern möchte, wirkt das höhere Licht (das sich Tora nennt) auf ihn und führt ihn zu diesem Zustand. Dann spürt der Mensch, dass er sich ändert.

Das ist verständlich, da sich in diesen Veränderungen Abstiege und Aufstiege befinden, ein Wechsel von allen möglichen Zuständen. Aber daraus lernt der Mensch wie auf ihn in Wirklichkeit die Tora wirkt und wie sie in ihm arbeitet.

Vor allem muss der Mensch die gebenden Verlangen erhalten und den Glauben über dem Verstand. Dann kommt er aus den Grenzen dieser Welt heraus. Diese Welt beginnt sich aufzulösen wie eine Fata Morgana (Luftspiegelung, Täuschung), weil sie nur in unserer egoistischen  Einbildung existiert.  

In der Kabbala nennt sich unsere Welt „der Punkt dieser Welt“, weil in ihr nichts mehr als ein Punkt existiert. Wenn wir über die Grenzen des egoistischen Punktes kommen und uns ausdehnen, beginnen wir die Kostbarkeit und Wichtigkeit der Tora zu spüren, wir heften uns an ihren Baum des Lebens an. Wenn das nicht geschieht, bleiben wir für immer in der Dunkelheit des kleinsten schwarzen Punktes.

Die Tora ist das Licht der Welt der Unendlichkeit, welches laut dem HAWAYA Programm auf 620 Lichter geteilt wurde. Das Ziel dieser Lichter ist es, auf das verdorbene Verlangen einzuwirken und es zu korrigieren. Der Mensch muss sein Verlangen mithilfe dieses Lichtes korrigieren und auf der anderen Seite muss er selber dieses Licht erwecken.

Er kann sich nicht ohne das höhere Licht ändern, denn man muss das Licht noch anziehen. Und dafür braucht man die Tora. Es ist so, dass das ganze System, welches das Geschöpf mit dem Schöpfer und den Schöpfer mit dem Geschöpf verbindet, „Tora“ heißt.

[#207136]

Das Prinzip des Zehnten

Tora, Deuteronomium, 26:12 – 26:13: Wenn du den ganzen Zehnten deines Ertrages im dritten Jahr, dem Jahr des Zehnten, vollständig entrichtet hast und ihn dem Leviten, dem Fremden, der Waise und der Witwe gegeben hast, damit sie in deinen Toren essen und sich sättigen, dann sollst du vor dem HERRN, deinem Gott, sprechen: Ich habe das Geheiligte aus dem Haus weggeschafft und habe es auch dem Leviten und dem Fremden, der Waise und der Witwe gegeben nach all deinem Gebot, das du mir befohlen hast; ich habe deine Gebote nicht übertreten noch vergessen.

Alles, was du den anderen geben kannst, musst du geben. Und das, was du nicht geben kannst, behälst du widerwillig für dich, weil dein Egoismus dir nicht erlaubt, mehr von dir abzutrennen. Deswegen wird empfohlen, den Zehnten abzugeben, mehr wird von dir nicht verlangt. Das ist aber eine starre Bedingung.

Der Zehnte ist der zehnte Teil des Nettoverdienstes von einem Erzeugnis, welches du anstatt es für dich zu verwenden, durch den Tempel für die Verwendung durch andere abgeben sollst.

„Durch den Tempel“ heißt, für das reine Geben, welches überhaupt keinen Bezug zu dir hat. Das bedeutet, dem Schöpfer zu geben. Du gibst uneigennützig, ohne irgendeinen Verdienst für dich, weil der für den Schöpfer bestimmt ist.

Frage: Und ich weiß überhaupt nicht, wohin das führt?

Antwort: Das ist nicht deine Sache! Du gibst ab und das war‘s. Nehmen wir an, du hast 100 Schafe, 10 davon gibst du ab. Das ist überhaupt nicht leicht. Als ob du etwas von dir abschneiden würdest. Für den Menschen ist das sehr schwer.

Sinn der Sache ist, dass dies nicht quantitativ, sondern qualitativ schwierig ist, weil du ständig trotz deines Egoismus abgeben musst. In unserer Welt vergeben viele Menschen verschiedene Stiftungen. Der Mensch versteht genau, dass das alles für ihn ist! Ansonsten könnte er sowas nicht tun, weil wir alle Egoisten sind.

Hier aber entsteht ein Zustand, wo du verstehst, dass du den Zehnten in die Leere gibst, in die zwischenplanetarische Leere. Deswegen trennt er sich mit so einer enormen Schwere davon.

Kommentar: Ihr sagt manchmal, dass, wenn der Mensch diese 10% nicht abgibt, sie ihm sowieso keine Freude bringen werden …

Antwort: In unserer Welt geschieht alles auf diese Weise: wenn du das, was du abgeben musst nicht freiwillig abgibst, wird es dir zwangsläufig genommen. Die Welt muss sowieso existieren und sie existiert nach den Gesetzen, in welchen das Prinzip des Zehnten herrscht. Und obwohl wir das nicht sehen und nichts davon wissen, wird es von uns genommen. Sogar auf so eine Art und Weise, dass wir dadurch leiden, wir wollen das nicht, aber wir sehen, dass wir verlieren. Und das alles anstatt im Gegenteil durch das Geben zu empfangen.  

 

Aus KabTV’s “Geheimnisse des Ewigen Buches” 11/9/16

[207957]

Einsamkeit in einer Milliardenmenge  Teil 1

Frage: Einsamkeit ist der Fluch der modernen Gesellschaft. Im Menschen, der von unzähligen Menschenmengen umgeben ist, lebt ein inneres Gefühl der völligen Einsamkeit. Vor allem ist dieses Phänomen unter jungen Menschen verbreitet, und es nimmt an Schwung und Kraft zu.
Jugendliche, die einen halben Tag in der Schule verbringen, umgeben von vielen Menschen, und den zweiten Teil des Tages am Computer sitzen, in den virtuellen sozialen Netzwerken, bei alledem leiden sie unter Einsamkeit.

Eine andere Gruppe, die besonders stark von Einsamkeitsproblemen betroffen ist, sind die älteren Menschen ab 65 Jahren. Aber im Prinzip trifft die Einsamkeit alle Altersgruppen.

Selbst ein kleines Kind, das sich beklagt, dass ihm langweilig ist, bedauert in der Tat, dass es allein ist und niemanden zum spielen hat.
Es ist offensichtlich, dass die Einsamkeit ein rein inneres Gefühl ist, das nichts damit zu tun hat, ob viele Menschen um einen herum sind. Was ist der Grund dafür, dass die Menschen sich einsam fühlen?

Meine Antwort: Das Problem der Einsamkeit begann in der Mitte des letzten Jahrhunderts aufzutreten, und sie wuchs mehr und mehr, weil die Menschheit den Zenit der Entwicklung erreichte.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts hat der Mensch die „lineare“ Entwicklung seiner egoistischen Natur, die über Tausende von Jahren andauerte, vollendet. Das lineare Wachstum des Egoismus ist beendet, und die Welt ist integral, global, zu einem kleinen Dorf geworden, wo alle voneinander abhängig sind.
Die Entwicklung trug dazu bei, dass man heute einfach von einem Ende der Welt zum anderen fliegen kann. Früher waren die Menschen nur wegen Business und Handel unterwegs. In der modernen Welt fahren, fliegen, bewegen sich alle irgendwohin. Es scheint unrealistisch, sich dabei einsam zu fühlen? Der Tourismus ist das am weitesten entwickelte und leistungsfähigste Unternehmen in der Welt und zugleich bleibt der Mensch einsam.

Vielleicht ziehen wir deswegen die ganze Zeit umher, weil wir hoffen, dadurch diese innere Sehnsucht, dieses innere Verlangen zu betäuben? Aber das passiert nicht. Umgekehrt, der Tourist kommt in ein fremdes Land, um sich noch mehr von allen anderen zu trennen.
Scheinbar begibt man sich auf eine Reise, um die Welt zu sehen, andere Länder kennen zu lernen. Aber wohin man auch geht, bleibt man immer allein, fühlt man sich noch einsamer als zu Hause. Dies ist ein Paradox, ein Widerspruch, dass die Welt in der äußeren Form immer mehr verbunden ist, und innerlich immer individualistischer und voneinander getrennt ist.
Und genauso sind die Menschen voneinander abhängig, beim Business und in der Arbeit, beim gegenseitigen kulturellen Einfluss, aber niemand profitiert davon persönlich, oder hat dazu einen Mangel oder einen Wunsch.
Der Egoismus wächst in einer Person auf individuelle Weise, aber die Welt um ihn herum bildet ein globales System. Es entsteht eine Trennung  zwischen einer ganzheitlichen, wechselseitig verbundenen Welt, und den Menschen, die nichts miteinander zu tun haben wollen. Im Gegenteil, der Egoismus wächst in ihnen und verwandelt sie in immer größere Individualisten.

So sehen wir, dass der moderne Mensch diese Welt nicht annehmen will, und die Welt akzeptiert den Menschen nicht. Wir passen einfach nicht in den Rahmen, den die Natur für uns vorbereitet hat. Die Natur will, dass wir zusammen sind, verbunden durch gute Beziehungen. Aber wir wollen das nicht.
Die Welt kann uns einfach mit allem, was wir  brauchen, versorgen: Lebensmittel, Kleidung, Medizin, Unterkunft – alles was man will. Aber wir wollen uns nicht verbinden, was die Welt von uns einfordert, jeder will für sich bleiben. Früher konnte die ganze Familie in einem Raum leben und mehrere  Familien in einem Haus. Junge Paare lebten bei den Eltern. Aber heute muss jeder ein eigenes Zimmer haben, jeder Erwachsene und jedes Kind.

Und moderne Technologien fördern diesen Trend (selbstverständlich arbeiten sie für den Verbraucher). Daher hat jeder eine persönliche Handy-Nummer und eine persönliche E-Mail-Adresse.
Der Egoismus, der sich im Innern des Menschen entwickelt und ihn zunehmend von den anderen isoliert, zwingt ihn darüber nachzudenken, was er damit tun soll? Denn unser Wunsch zu genießen will Erfüllung, die man nur für sich selbst nicht erreichen kann.

Aus dem 846. Gespräch über ein Neues  Leben vom 04.04.2017

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Die Freimaurer und die Kabbala

Frage: Man sagt, dass die Einrichtung der Freimaurer Logen mit reger Anteilname von kabbalistischen Gruppen geschah. Wer sind die Freimaurer und wie sind sie mit der Kabbala verbunden?

Antwort: Die Freimaurer haben keine Verbindung zur Weisheit der Kabbala. Das sind Menschen, die Handlungen in speziellen Beziehungen untereinander ausführen und die in ihrer Verbindung eine kleine und geschlossene Gesellschaft bilden. Sie haben keine Verbindung weder zum Judaismus noch zu den Religionen und noch weniger zur Kabbala. Sie glauben, dass sie beim Einhalten von bestimmten Riten ihre Bedingungen auf die Bedingungen in ihrer Umgebung übertragen können.

Ich habe die Freimaurer in Rom getroffen, habe für sie Lektionen abgehalten. Sie haben mich zu ihren Zeremonien eingeladen und haben mir dabei ihre Bedeutung erklärt. Ich würde aber nicht sagen, dass ihre Zeremonien interessant sind. Ich bin ein Mensch, der sich nicht mehr wundert, weil die Kabbala einen Menschen auf so eine Stufe stellt, auf der er sich nicht mehr zu wundern braucht.

Sucht bitte nichts Orakelmäßiges in der Welt, weil das, was uns wunderlich erscheint, erscheint uns so, weil wir die Natur der Erscheinung nicht kennen. Nur deswegen. Seid die absoluten Materialisten!

Die Kabbala ist die Erforschung der höheren Natur und nicht der Physik unserer Welt. Genau so nähert sie sich jeder Erscheinung an und erklärt sie auf diese Weise. Deswegen ist sie für alle offen und man braucht keine Einweihungen, keinen Beschwörungen oder geheimnisvolle Zeichen. Man braucht das alles nicht.

Hast du ein Verlangen? Komm und studiere die Weisheit der Kabbala. Danach hängt alles von euch ab. Wenn ihr euch über eure egoistische Natur erheben könnt, werdet ihr zu Kabbalisten, beide, Männer wie Frauen. 

 

Aus der russischen Kabbalalektion 1/22/17

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