Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Authentische Kabbala vs. andere kabbalistische Schulen

Ein Kommentar, den ich erhielt: Ich bin neugierig auf andere Arten der Kabbalah, weil Rav sie erwähnt hat und ich hörte, dass es in Amerika noch andere Schulen gibt. Das erste Kabbalah-Buch, das ich las, stammte von einem amerikanischen Autor. Ich würde gerne wissen, was Rav von den anderen Methoden hält, obwohl ich ziemlich sicher bin, dass er darüber negativ denkt (z.B. wie er über Madonna urteilt). Trotzdem hätte ich gerne eine genauere Erklärung seiner Aussage „Andere Methoden haben nichts mit Kabbalah zu tun“.

Meine Antwort: Anstatt über andere Methoden im Besonderen zu sprechen, erkläre ich Ihnen nun, was authentische Kabbalah ist.

Sie hat nichts zu tun mit Amuletten, roten Bändern, heiligem Wasser, Tarotkarten, Zauberei, Segnungen, Wahrsagen, Traumdeutung oder Heilung. Es ist nichts, was zu dieser Welt gehört. Es ist nichts, womit man das eigene Leben verbessern oder kontrollieren kann.

Auch hat sie nichts mit dem Studium falscher Quellen zu tun, also zum Beispiel Bücher von Nicht-Kabbalisten wie Philosophen, Theologen, Forschern, modernen Gurus und anderen.

Auch ist es nicht Kabbalah, wenn man authentische Texte zu dem Zweck studiert, um Wissen anzuhäufen oder dieses Wissen so zu benutzen, als verstünde man alles. In Wahrheit sind dies nichts weiter als intellektuelle Spielereien.

Religionsführer wiederum versprechen den Menschen fälschlicherweise ein besseres Leben nach dem Tod, eine Art Belohnung in dieser oder der kommenden Welt, nachdem man gestorben ist. Auch das ist nicht Kabbalah.

All diese Methoden zielen auf einen Profit oder eine Belohnung aus dem Studium der Kabbalah ab, entweder in dieser oder in der kommenden Welt.

Doch authentische Kabbalah bedeutet nur eines: „Die Enthüllung des Schöpfers an seine Geschöpfe“. Das heißt, dass jemand innerhalb sich selbst die Eigenschaft der Liebe und des Gebens enthüllt und sich gegen den eigenen Egoismus auflehnt – hier und jetzt! Ein Mensch hört dann auf, an sich selbst zu denken und sein Hauptanliegen wird es, die Umstände für die anderen zu verbessern, um dem Schöpfer Genuss zu bereiten.

Offensichtlich ist dies nicht gerade das, was ein Mensch als erstes anstrebt, wenn er anfängt, Kabbalah zu studieren. Stattdessen treibt ihn der Wunsch, den Sinn des Lebens zu verstehen und Antworten zu finden: „Wozu lebe ich?“, „Wozu dient das Leben?“ Doch im weiteren Verlauf beginnt er stufenweise zu verstehen, dass diese Welt und er nur aus einen einzigen Grund existieren – nämlich um den Schöpfer, die Eigenschaft des Liebens, zu erlangen.

Diese Eigenschaft, „Liebe zu anderen“, ist völlig entgegengesetzt zur eigenen Natur. Daher wird das Schöpfungsziel – diese Eigenschaft zu erlangen – einem Menschen nur stufenweise enthüllt, genau in dem Ausmaß, wie es der Mensch verträgt. Im selben Ausmaß beginnt er die kabbalistischen Texte zu verstehen und fühlt, worum es geht – durch die neu errungene Eigenschaft des Gebens und der Liebe.

Im Artikel „Das Wesen der Weisheit der Kabbalah“ schreibt Baal HaSulam: Was ist die Weisheit der Kabbalah? Alles in allem ist es die Enthüllung des Schöpfers durch alle möglichen Mittel. Es ist die Enthüllung Seiner Eigenschaften und Manifestationen, welche sich in den Welten offenbaren, oder sich in der Zukunft offenbaren werden, durch alle Generationen hindurch.

EPI


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