Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der geheime Plan des jüdischen Volkes

 

Der geheime Plan des Jüdischen Volkes

Rav LaitmanFrage: Wie kann man die Situation, in der das Jüdische Volk sich heute befindet, im Allgemeinen verstehen?
Antwort: Dazu muss man die gegenwärtige  Entwicklung der Menschheit verstehen – begreifen, warum wir in den Augen der Welt so gehasst sind, dass wir im besten Falle in eine Ecke gedrängt oder im schlimmsten Falle von der Menschheit vernichtet werden wollen.

All dies wurde durch die historische Rolle des Volkes Israel festgelegt, und gerade deshalb müssen wir für die Menschheit in der heutigen Zeit ein Beispiel für wahre Einheit sein – es ermöglichen, sich auf die nächste Stufe unserer Entwicklung zuzubewegen.

Heutzutage ist die Sackgasse, in der  die menschliche Entwicklung, familiäre Beziehungen und  unterschiedlichste Bereiche stecken, aufgedeckt worden. Dies betrifft sowohl einzelne Nationen als auch die gesamte Welt. Die Zeit ist gekommen, um auf die nächste Stufe aufzusteigen – aber wir verstehen das noch nicht. Mittlerweile gibt es in unserer Welt keine Lösung mehr und jeder leidet darunter, dass noch keine gefunden wurde.
Philosophische Auffassungen fallen in sich zusammen, alle Vorhaben geraten aus dem Gleichgewicht, und alles neigt sich seinem Ende zu. Früher strebte die Menschheit etwas entgegen, aber heute haben Eltern keine Hoffnung mehr für eine bessere Zukunft ihrer Kinder.

 

Eine alternative Möglichkeit

Das Jüdische Volk  sollte hier seine Bestimmung  begreifen: Genau jetzt müssen wir der Menschheit ein Beispiel der Methode der Verbindung und Vereinigung zeigen und geben. Denn sie werden sich genau analog zu unserem Vorbild verbinden. Es wird uns auf gute Art und Weise zusammenführen, wodurch wir in Einklang mit der Natur, ihren allgemeinen Gesetzen und ihrer Entwicklung  kommen werden. Und dann werden wir uns weiterentwickeln – nicht nur, um zu überleben, sondern um auf eine neue Ebene aufzusteigen.

Der Schlüssel dafür liegt im Jüdischen Volk verborgen. Das ist das „Geheimnis“, das dem Volk Israel innewohnt, die geheime Mission, die sie uns zuschreiben. Und wir müssen es letztlich für uns selbst und die gesamte Welt enthüllen. Dies ist  das Gebot der Stunde.

Ich hoffe, dass die Juden begreifen werden, dass die Zeit gekommen ist, diesen Impuls umzusetzen, der seit Jahrtausenden darauf wartet, von uns angewendet zu werden, um dadurch ein Vorbild für alle zu sein. Wir müssen uns in ein „Licht für die Nationen“ verwandeln“, wie es geschrieben steht.

Tun wir dies nicht, wird die allgemeine Lage solchen Druck auf uns ausüben, dass wir letztlich trotz alledem handeln werden müssen.

Und, wenn auch nur anfänglich, werden die Juden zumindest entdecken und verstehen, warum sie von der Welt gehasst werden und was  ihre Bestimmung ist. Das wird ihr Los erträglicher machen. Letztlich ist allein diese Erkenntnis, wenn auch passiv,  eine elementare Teilnahme am allgemeinen Prozess, der sich vom Schöpfungsgedanken ableitet.

Auch wenn die Menschen dessen allgemeine Bedeutung noch nicht verstehen, kann sogar ein erster Kontakt mit der Wahrheit, der Beginn einer Vertrautheit mit der wahren Sachlage, die  Situation zum Besseren verändern. Und die Verbindung selbst öffnet Kanäle für eine neue Kraft und Neuorganisation der Welt.

Es gibt keine Zufälle

Das Wichtigste ist aber, jedem Juden klarzulegen, was seine Mission in diesem Leben, in der Welt ist, und warum die Menschheit  ein dermaßen negatives Verhalten gegen die Juden an den Tag legt. Der Grund dafür ist, dass sie ihre Aufgabe nicht erfüllen.

Es ist kein Zufall, dass sie uns schlechte Absichten unterstellen und erklären, dass alle Probleme durch uns entstehen.  Wir müssen diese ewigen Verleumdungen prüfen und analysieren. Es handelt sich letztlich um ein Naturphänomen und nicht um unabhängige, spontane  Ausbrüche. Selbst jene Völker, mit welchen wir niemals wirklich Kontakt hatten, erleben dieses gleiche, reale Gefühl. Wir müssen begreifen, dass es für dieses Naturphänomen Quellen und eine Basis gibt.

Die Weisheit der Kabbala beschreibt die  inneren Mechanismen des Geschehens und erklärt uns, wie wir unsere Rolle aktiv umsetzen können.

Auf jeden Fall hat die Menschheit  zurecht Hass gegen uns. Weil wir nämlich tatsächlich den „Füllhahn“, der sich über die ganze Welt ergießen muss, zugedreht haben. Ich rechtfertige die Hasser natürlich nicht, aber ich sage den Juden: “Lasst uns umsetzen, was uns von Natur aus aufgetragen  wurde. Kommt, lasst uns dies so schnell wie möglich tun.“

 

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Aus der KabTV-Reihe „Wie ein Bündel Schilf“  vom 101.11.2015

 

Das Glück ist eine Arznei gegen alle Krankheiten

bildFrage: Je mehr Kontakt der Mensch mit anderen hat, desto größer ist die Gefahr, sich anzustecken und selbst zu erkranken. Aber die Forschung demonstriert, dass der Mensch, der isoliert von anderen lebt, mehr Chancen hat, an Krankheiten zu sterben. Warum gibt es einen solchen Widerspruch?

Antwort: Es gab Perioden in der Geschichte der Menschheit, als furchtbare Epidemien in Europa wüteten. Wegen des kompakten Aufenthaltes in den Städten kam es zur echten Katastrophe, Millionen Menschen wurden hingerafft.. Wenn der Mensch in irgendwelchem fernem Dorf lebte, gab es für ihn mehr Chancen, sich vor der Epidemie zu retten.

Aber heute hat die Menschheit diese Periode der großen Epidemien hinter sich. Die letzten Forschungen demonstrieren, dass die Empfindung der Verbindung und des Glücks heute über solche Kraft verfügt, dass sie alle Probleme und Krankheiten besiegen kann. Wir leben in einer anderen Epoche.

Ich habe über einen Versuch gelesen, der an irgendeiner Universität an drei krebskranken Teenagern mit einer besonders schweren Form des Krebses durchgeführt wurde. Sie wurden befragt, was sie am liebsten im Leben haben wollten, und es wurde versprochen, jeden Wunsch zu erfüllen. Ein Junge wollte im Cockpit  eines Flugzeuges fliegen und das Mädchen wollte Königin sein. Diese Wünsche wurden erfüllt.

Für das Mädchen wurde ein königlicher Empfang an der Universität organisiert. Die Studenten haben sich in altertümliche Kleider gekleidet und zeigten ihr die königliche Ehre. Danach wurde festgestellt, dass sich ihr Zustand um 80% verbessert hat.

Natürlich ist es unmöglich alle Krankheiten nur auf diese Weise zu behandeln. Es gibt  Krankheiten verschiedener Stufen: unbelebt, pflanzlich, animalisch, menschlich, je nach den betroffenen Systemen des Organismus. Aber gerade bei Krebs ist es so, dass er durch Glück positiv beeinflussbar wird. Das Glück heilt bei den schlimmsten Zuständen.

Die Ärzte raten in solchem Fall das zu machen, was dem Menschen gefällt: zu reisen, Wein zu trinken, das Leben zu genießen. Und am besten heilt die Unterstützung der Umgebung, Liebe, Hilfe, Schutz. Das Problem liegt darin, dass die Menschen oft gerade entgegengesetzt handeln, der Kranke tut ihnen leid und sie beginnen mit ihm zu weinen. Damit beerdigen sie ihn sofort.

Je mehr wir uns entwickeln werden und die Verbindung mit der Kraft, die unser ganzes Leben festhält, das ganze Universum, alle Niveaus unserer Existenz finden werden, desto besser werden wir lernen, alle Probleme mit Hilfe der Empfindung des Glückes zu heilen. Und wir werden verstehen, dass das Glück nur innerhalb der Vereinigung erreicht wird.

Das heißt, wir brauchen vor allem die Einheit. Wenn wir uns verbinden, enthüllen wir die Verbindung zwischen uns, in der wir die Kraft fühlen, die uns vereinigt und uns die Empfindung des Glücks gibt, fühlen und diese Empfindung des Glücks heilt alle Probleme.

Aus dem 242. Gespräch über das neue Leben, 17.10.2013

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Hauptsache – vergiss Ihn nicht!

bildFrage: Wenn ich mir vorstellen würde, dass alles, was mit mir passiert, der Schöpfer macht, werde ich mich über Ihn die ganze Zeit ärgern. Früher habe ich mich über die Menschen in meiner Umgebung geärgert, denkend, dass sie an allen meinen Problemen schuld sind. Wenn es niemanden, außer dem Schöpfer gibt, heißt das, dass ich Ihn hassen muss?

Antwort: Bleibe ruhig, es ist normal. Das ist ohne Bedeutung, wie du dich zum Schöpfer verhältst, Hauptsache, denke an Ihn die ganze Zeit, vergiss Ihn nicht! Es ist nicht wichtig, wie du dich jetzt zu Ihm verhältst: gut oder schlecht, es liegt hauptsächlich an Ihm, sich  die ganze Zeit zu erinnern.

Der Schöpfer will, dass der Mensch mit Ihm in Verbindung ist: damit nicht der Schöpfer mit dem Menschen, sondern der Mensch mit dem Schöpfer diese Verbindung sucht. Der Mensch muss sich jedes Mal nur den Schöpfer vorstellen, der gut ist und das Gute schafft. Das sind zwei Parameter, zwei Eigenschaften, mit denen es möglich ist, den Schöpfer zu empfinden.

Ich habe nur den Schöpfer um mich herum, und die ganze Welt ist seine äußerliche Erscheinungsform, wie die Schauspieler in einer Vorstellung, die sich nach dem Vorhaben des Regisseurs bewegen.

Aus dem 516. Gespräch über das neue Leben, 05.02.2015

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Die höchste Kraft der Liebe

BildFrage: Ich habe meinen jüngsten Sohn zu Ehren des großen Weisen, Rabbi Akiwa genannt, weil sein Aufruf „den Nächsten wie sich selbst zu lieben“ mir sehr viel wert ist. Ich will, dass mein Sohn eine solche Beziehung zu den Menschen lernt.

Aber ich bin skeptisch betreffend der Phantasien, die die Menschheit über Gott hat. Diese Vorstellungen finde ich primitiv. Jeder stellt sich Gott auf unterschiedliche Weise vor. Über welchen Schöpfer reden Sie?

Antwort: Der Schöpfer hat die Eigenschaft des Gebens und der Liebe der Menschen zu den Menschen. Es geht um die höchste Kraft des Gebens und der Liebe unter den Menschen. Aber warum heißt sie die höchste? Weil jeder von uns nur die egoistische Kraft des Empfangens für die Erfüllung für sich selbst hat.

Wenn wir aber eine andere Kraft für das Geben an den Nächsten bekommen wollen, brauchen wir eine neue Kraft, die wir jetzt nicht haben. Wir sollen sie von Oben bekommen, und deshalb heißt sie die höchste.

Und wenn wir diese Kraft des Gebens und der Liebe zum Nächsten bekommen, heißt das, dass wir die höchste Kraft, die Kraft des Schöpfers haben. Alle Menschen, die den Tanach geschrieben haben, verfügten über diese höchste Kraft und erzählten, wie man sie  erreichen kann. Genau diesem Thema sind alle Bücher der Tora, der Propheten, der Schriften (Tanach) gewidmet.

Aus dem 508. Gespräch über das neue Leben, 22.01.2015

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Die Natur ist unser Zuhause

RavFrage: Beeinflussen die Sterne das Schicksal eines Menschen?

Antwort: Eine derartige Verbindung besteht. Jedoch sind es nicht die Sterne selbst, die Menschen, Tiere oder Pflanzen beeinflussen, sondern vielmehr  können wir anhand der wechselnden Positionen der Sterne verstehen, welche entsprechenden Änderungen sich auf den vegetativen und belebten Stufen vollziehen. Dies bedeutet nicht, dass sie einander beeinflussen, sondern entsprechend den Veränderungen, auf die wir unsere Aufmerksamkeit lenken, die sich im Himmel auf der unbelebten Stufe vollziehen, entscheiden wir, dass auch wir verändert werden müssen.

Die Sterne selbst sind jedoch nicht die Ursache für diese Veränderungen. Sie befindet sich nicht auf der unbelebten Stufe. Sie kann vor uns völlig verborgen bleiben. Jedoch beeinflusst sie Sterne, Pflanzen und Menschen. Wir können die wahre Ursache nicht erkennen und so haben wir keine andere Wahl, als unser Schicksal mit den Sternen zu verbinden.

Deshalb hat die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte aus Erfahrung gelernt. Sie schenkte ihre Aufmerksamkeit bestimmten Pflanzen – jenen, die sich nach dem Mond und anderen, die sich nach der Sonne richteten. Es gab solche, die sich untertags und andere, die sich nachts öffneten. Daraus entwickelte sich die Astrologie.

Astrologie basiert auf den Erfahrungen, die die Menschheit gesammelt hat. Über tausende Jahre beobachtete sie die Phänomene der Natur am Himmel und auf der Erdoberfläche und entdeckte, wie das eine vom andern  abhängt, wie alles miteinander verbunden war. Sie konstruierte Tabellen, Aufzeichnung und erbauten Pyramiden in Südamerika und Ägypten. All dies lehrt jedoch nur über die wechselseitige Verbindung aller Kräfte der Natur, die die Menschheit entdeckte.

Sogar jene Menschen, die vor 10.000 Jahren lebten, hatten bereits entdeckt, dass unsere Welt global und alles miteinander verlinkt ist –  die menschliche Natur, die ihn umgebenden Pflanzen, Tiere, Natur und Wetter. Alles ist zu einer Gesamtheit verbunden und in jedem Teil befinden sich Symptome aller restlichen Teile, so sehr ist alles in diesem System eingebunden.

Frage: Wie konnte es also passieren, dass diese Verbindung, obwohl  sie bereits den alten Kulturen bekannt war,  sich nicht weiter entwickelte und sogar verloren ging? Macht es nicht den Anschein, dass die alten Kulturen weiter entwickelt waren als wir?

Antwort: Sie waren tatsächlich weiter entwickelt und vor allem der Natur näher als wir. Sie fürchteten die Natur nicht, sondern lebten vielmehr in ihr und verstanden und fühlten sie. Sie verstanden sie besser, weil sie alles, was ihnen passierte, ihr zuschrieben. Ihr ganzes Leben war mit ihr verbunden: Das Leben der Familie und ihrer Kinder, die Natur des Menschen, alles, was innerhalb der Familie und der Gemeinschaft passierte, das Wetter, das Verhalten der Tiere und der Zustand der Ernteerträge der Felder.

Für sie war es eine einzige Welt, und aus dieser Perspektive waren sie weit fortgeschrittener als der moderne Mensch. Durch die Entwicklung der Technologien haben wir uns selbst von der Natur getrennt und haben aufgehört, sie zu respektieren und zu schätzen, sie als unsere Heimat zu fühlen.

Wir müssen aber bald  zu dieser Perspektive zurückkehren.

Aus der Serie „Ein neues Leben“ [151836]

Der Gedanke – die Handlung – die Vollendung der Handlung

bildFrage: Wie beeinflusst die Verbindung mit den spirituellen Kräften, die im Tanach beschrieben wurden, unser heutiges Leben?

Antwort: Der Tanach ist ein grundlegendes Buch, das alles in sich hat. In seinem ersten Buch, der Tora befindet sich schon das ganze Universum, aber nur in Form von Gedanken. Die Bücher der Propheten fügen die Handlung bei und in den Schriften gibt es die Vollendung dieser Handlung.

Der Tanach hat drei Teile (CHaBaD-CHaGaT-NeHJ), die uns die Kenntnisse über das ganze Gefäß der gemeinsamen Seele, über das ganze Weltall geben. Der Mensch, der dieses System zu begreifen beginnt, wird nicht verwirrt werden. Er wird in diesen Büchern keine historischen Erzählungen sehen.

Diese Bücher waren immer heilig und ihre Inhalt unterlag keinem Zweifel, egal, ob wir sie verstehen oder nicht. Jedes dort geschriebene Wort ist die Wahrheit, aber wir begreifen sie nicht.

Und hier gibt es nichts, das zur Religion gehört, es ist einfach ein richtiges Herangehen eines echten Forschers, der versteht, dass er nichts in diesem Buch versteht.

Er bewertet den Tanach nicht als etwas  einfaches, materielles, sondern begreift, dass es darin um eine Realität geht, die er noch nicht empfindet. Da wir die Realität nur in unseren fünf materiellen Sinnesorganen wahrnehmen, können wir nicht verstehen, worüber der Tanach spricht. Es geht doch um die Sphäre, die sich um unsere Welt befindet und sie lenkt.

Es ist die höchste Vernunft, die Kraft, das Ziel, die uns gänzlich unzugänglich waren. Doch heute hat jeder Mensch die Möglichkeit, Instrumente zu finden, mit welchen er die Bücher des Tanach öffnen und sehen kann, was tatsächlich dort geschrieben steht.

Aus dem 507. Gespräch über das neue Leben, 22.01.2015

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Deutung des Traums in der Mittleren Linie

RavFrage: In der Tora gibt es viele Geschichten darüber, wie Träume das gesamte Leben des Menschen beeinflussen. Zum Beispiel träumte Jakob von einer Leiter, die zum Himmel führte und auf der Engel hinauf und hinunter gingen.

Und Joseph entschlüsselte den Traum des Pharao und seiner Minister und warnte vor einer drohenden Hungersnot in Ägypten. Woher hatten sie die Fähigkeit, die Zukunft nicht nur für sich vorauszusehen, sondern auch für alle  Menschen, die zu der Zeit lebten?

Antwort: Alle Menschen wie Jakob, die sich in der „Mittleren Linie“ befinden, haben solche Fähigkeiten. Die Mittlere Linie bedeutet, die zwei Kräfte, die in der Natur existieren, nutzen zu können: die Kraft des Guten und die Kraft des Bösen – die Selbstsucht – in einer Linie richtig zu verbinden. Diese Verbindung wird Mittlere Linie genannt.

Solche Menschen haben die Fähigkeit das Schicksal zu verändern: das Leben der ganzen Gesellschaft und vor allem das eigene. So geschah es mit Jakob, der sich von der Stufe „Jakob“ (niedriger  Zustand) auf die Stufe „Israel“ (höherer Zustand) erhob. Eine ähnliche Geschichte von der Traumdeutung widerfuhr Joseph.

Wichtig ist, nicht einfach zu träumen, sondern den Traum zu entschlüsseln und eine Lösung zu finden. Joseph selbst durchlebte keine Träume, deutete aber die Träume der anderen: wie die Träume des Ministerrates und des Pharaos. Und das alles, weil er sich in der Mittleren Linie befand; dadurch konnte er sämtliche nachfolgende Ereignisse sehen.

Man muss verstehen, dass in der Tora nicht von materiellen Ereignissen erzählt wird… dass irgendein  Minister einen Traum hatte und dann ein Jude kam, der diesen Traum deutete. Die Rede ist von spirituellen Themen. Die Tora erzählt weder von den Geschehnissen noch Träumen dieser Welt.

Die Tora erzählt über den Aufstieg auf der spirituellen Leiter gemäß der Entwicklung des Menschen und seiner Annäherung an den Schöpfer. Mensch, „Adam“ bedeutet „ähnlich“ (dome) dem Schöpfer. Die ganze Tora erklärt, wie man die Ähnlichkeit mit der Form des Schöpfers erreichen kann. Der Mensch, der sich mit der Selbstentwicklung beschäftigt, wird Israel (yashar kel) genannt, „direkt zum Schöpfer“.

Ein spiritueller Traum bedeutet einen Übergang von einem Zustand in den nächsten, von einer Stufe auf die nächste. Es gleicht dem „Zwischengang“, den man durchquert, wenn man bei einer H-Schaltung eines Autos vom ersten Gang in den zweiten umschaltet. Das ist der Traum. Wenn wir vom zweiten in den dritten Gang umschalten wollen, brauchen wir erneut den Zwischengang, sprich Traum. Erst dann können wir den dritten Gang schalten.

Zwischen den Stufen benötigen wir also einen Zustand, der den vorherigen aktiven Zustand mit dem nächsten verbindet. Bei einem Motor-Getriebe nennt man dies Zwischengang oder Neutralgang, und im menschlichen Leben bezeichnen wir es als als Nacht, als Traum – das Verschwinden der inneren Energie.

Im Traum verlieren wir die ganze Füllung des vorangegangenen Tages und bereiten uns auf den kommenden Tag vor. All das gehört zum Entwicklungsprozess des Menschen, der mit jeder Stufe ein höheres Bewusstsein erlangt. Zwischen den Aufstiegen erlebt er den so genannten Traumzustand. Im Traum verarbeitet der Mensch die erhaltenen Informationen und durch diese unbewusste Reflexion entdeckt er neue Werkzeuge und bereitet sich so auf den nächsten Tag vor.

Aus der Sendung „New Life“, Folge Nr.497, 11.01.2015

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