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Wenn jemand Kabbalabücher studiert, dann macht er, obwohl er nichts davon, was in ihnen geschrieben steht, verstehen kann, innere Veränderungen durch und allmählich beginnt er zu spüren, was in den Büchern steht. Dies wird das Studieren der Wissenschaft Kabbala genannt. Er beginnt die Beziehungen zwischen der Erfüllung und dem Verlangen der Seele (die Lichter und die Kelim) zu erkennen, „Welt-Jahr-Seele” und „eine gebrauchsfertige Wirklichkeit”.
Wenn er anfängt, diese Bücher zu studieren und sie durch seine Vorstellung im Innern zu betrachten, dann studiert er die Weisheit der Kabbala - die Wissenschaft darüber, wie man seine Seele erfüllt, wie man die spirituelle Welt und den Schöpfer enthüllt, indem man seine Eigenschaften Ihm angleicht. Wenn ein Mensch jedoch diese Bücher liest und obwohl er wirklich versucht und sich bemüht, jedoch trotzdem nicht in der Lage ist, die Handlungen des Schöpfers in seinem Innern zu spüren, bedeutet dies, dass er die Wissenschaft der Kabbala nicht studiert. Er bereitet sich nur darauf vor.
Doch wenn er überhaupt keine Absicht hat, die spirituelle Wahrnehmung zu erreichen, dann hat er keine Verbindung zur Spiritualität oder zur Tora. Er ist nur mit Wissen verbunden, weil er nicht zur Tora strebt. Die Tora ist das Licht, das einen zur Quelle zurückführt und es wirkt auf einen, wenn man danach verlangt, dass das Licht einen korrigiert, da man spürt, dass man Korrektur braucht.
Wenn also ein Mensch einfach Kabbalabücher liest, bedeutet das nicht notwendigerweise, dass er die Kabbala studiert. Er wird vielleicht einfach die Weisheit studieren. Deshalb wird alles in Bezug auf denjenigen, der studiert, behandelt. Wenn ich mir ein Buch nehme, auf dessen Titelseite „Tora” oder „Kabbala” steht, bedeutet dies nicht notwendigerweise, dass ich sie studiere. Alles hängt von mir ab und davon, was ich von diesen Büchern erwarte.
(Vom 3. Teil der täglichen Morgenlektion über die „Einführung zu Talmud Esser HaSfirot”)
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Gestern hatte ich ein Gespräch mit der Jugendgruppe. Eine junge Frau, ungefähr 20 Jahre alt, stand auf, um eine Frage zu stellen. Man konnte ihr ansehen, dass sie sich in einem Zustand der Verzweiflung befand und es ihr schwer ums Herz war. Sie fragte: „Was mache ich mit alledem? Kann es wirklich sein, dass jeder Mensch, der auf diesem Weg voranschreitet, sich so fühlt?” Ich erwiderte: „Ja, und noch schlimmer…”
Ein Mensch muss den Zustand völliger Verzweiflung durchleben, um seine Unfähigkeit zu erkennen, durch seinen eigenen Egoismus voranzuschreiten, wie er es bis jetzt sein ganzes Leben lang gemacht hat. Schließlich muss ein Mensch, um die Spiritualität zu erlangen, sein Verlangen zu genießen, indem er die Verlangen und Vergnügen der Vergangenheit gebraucht, zurückweisen. Er muss die Entscheidung treffen, dass ihn das egoistische Verlangen niemals spirituelle Erfüllung erreichen lässt - das Gegenteil zu dem, was er vorher dachte.
Als sein Punkt im Herzen zum ersten Mal erwachte, war es nur eine Fortsetzung seiner vorherigen materiellen Verlangen: Er wollte in gleicher Weise Genuss von der Spiritualität erhalten, wie von der körperlichen Beschaffenheit. Der Mensch dachte: „Wow, jetzt habe ich ein neues Verlangen! Wen kümmert es, wenn ich es mit irdischen Dingen erfülle? Ich werde mich zum Himmel aufschwingen und dort meine Erfüllung finden!” Er fuhr fort, sich auf dem Weg der Kabbala in gleicher Weise zu verhalten, indem er die gleichen Mittel verwendet. Er erwartete, alles selbst zu erlangen, gebrauchte seine eigene Kraft und seinen Stolz, sein eigenes „Ich”.
Als aber die Zeit verging, erkennt er, dass nichts gelingt. Und deshalb versinkt er in Verzweiflung, genau wie jeder Mensch, dessen Pläne nicht ausgeführt werden. Jeder muss auf dem spirituellen Weg dadurch gehen. Ein Mensch muss seine Ziele, Absichten, Wahrnehmungen und am wichtigsten, die Werte in seinem Leben bestimmen. Es hängt alles von den Bemühungen ab, die ein Mensch in Richtung Erlangung einbringt: Wie schnell will er diese Liste der Einsichten ausschöpfen?
Während er durch all die neuen Wahrnehmungen in der Liste des neuen „Ich” geht, beginnt er zu verstehen, dass er nicht sein eigener Herr ist und er diesen Krieg durch die eigene Kraft nicht gewinnen wird. Nur der Schöpfer kann dies tun, denn der Mensch ist in der Hand des Schöpfers, in der Hand der Höheren Kraft. Es ist diese Kraft, die alles tut, die ihn dazu bringt, sich zu bewegen, stellt ihm alle diese Hindernisse in seinen Weg und gibt ihm die Kraft, sie zu überwinden. Die Höhere Kraft schaukelt ihn rauf und runter, immer und immer wieder, um ihn zu einem wahren Gebet zu bringen: Ein neues Verlangen in ihm zu erschaffen, ohne das er niemals die spirituelle Welt spüren kann.
Ich verlasse mich auf den Schöpfer und arbeite mit Ihm zusammen. Ich bitte und der Schöpfer tut es. Sobald wir zu gemeinsamen Bewegungen unter uns finden, werden wir gemeinsames Glück erlangen, wo meine Bitte und Sein Verlangen sich zu einem Ganzen verbinden und wir werden Einheit erlangen.
Der Schöpfer schleudert einem Menschen das Seilende zu und der Mensch muss es fangen, um damit zu beginnen, voranzuschreiten.
(Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbala Unterricht)
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Die Gesellschaft gibt dem Menschen künstliche Verhaltensbeispiele, wobei er sein Ego ausspielen kann. Und fragt ihn niemals, ob er nach diesen Mustern leben möchte oder nicht. Er wird an bestimmten Orten auf der Erde geboren, und diese Tatsache bestimmt dann die allgemeinen kulturellen Werte, die ihm von Kindheit an weitergegeben werden. Ob er es will oder nicht - er muss diese Werte annehmen und sie bis zum Ende seines Lebens beibehalten. Dazu kommt noch, dass die Gesellschaft ihm Belohnungen aus einem zukünftigen Dasein verspricht, doch nur aus dem Grunde, um ihn noch mehr auszunutzen. In dieser Hinsicht besitzt er keine freie Wahl, keine Freiheit.
Dann erwacht „der Punkt im Herzen” eines Menschen und er wird über sein bisher gelebtes Leben ernüchtert. Es ist so, als ob er sein Leben neu beginnt, eine neue Seite aufschlägt. All seine vorherigen Werte verringern sich und verschwinden am Horizont und verlieren ihre Wichtigkeit. Seine bisherigen Verhaltensmuster werden ausgelöscht, weil sie für ihn keine Belohnung oder Strafe mehr bereithalten. Das einzige, was ihm noch bleibt, sind die Dinge, ohne die er nicht leben kann.
Ein religiöser Mensch beginnt dann auch Zweifel an der kommenden Welt zu haben. Folglich bringen ihn dann die Umstände zur Gruppe und zu Kabbalabüchern, und zwingen ihn, eine Entscheidung zu treffen: wie sehr möchte er Teil dieser Gesellschaft und von diesem Weg werden? Er ist nicht frei, diesen Weg zu wählen, aber er kann die Schnelligkeit bestimmen, mit der er vorankommen wird, wie viel Energie er dort hineinstecken möchte und wie schnell er die korrekten Beispiele von dieser Umgebung annehmen will, um die neuen Verhaltensmuster Werte zu übernehmen.
Daher besteht unsere einzige Wahl darin, wie sehr man Teil des gesamten Vorgangs werden will: schneller oder langsamer voranzukommen. Was dies betrifft, so hat der Mensch freie Wahl: die Wahl, schnell die neuen Beispiele und Muster, die ihm von der neuen Gesellschaft gegeben werden, aufzunehmen.
Und obwohl es ihm nur gegeben ist, die Geschwindigkeit mit der er all das Neue übernimmt zu bestimmen, stellt dieses dennoch wahre Freiheit dar. Weil dieses über dem egoistischen Wunsch zu genießen liegt. Und auf diese Weise fängt er schon an, ein „menschliches Wesen” in sich zu erschaffen.
(Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbala Unterricht)
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